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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
die
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Die Unterzeich- manischen Ver-
fk. Tokio, 16. Sei nung des mandschuris., , , träges gab in Tokio Anlatz zu grotzen Feierlichkeiten, Ein Zug von etwa 30 000 Mitgliedern militärischer und patriotischer Verbände zog am Kriegerdenkmal und den Kriegsministerien unter Entfaltung der japanisch-mandschurischen Flagge vorüber.
Wie verlautet, wird die Mandschurei demnächst ihren ersten diplomatischen Vertreter in Tokio ernennen.
fk. M u k d e n, 18. Sept. Die Regierung Mandschukuo hat anschlietzend an die Unterzeichnung des japanisch-mandschurischen Vertrages mitgeteilt, dah China vom 25. Oktober an in allen Angelegenheiten des Zollwesens, de» Handels and der Schiffahrt al» Ausland betrachtet werde. Die chinesische« Schiffahrtsrechte auf de« mandschurischen Gewässer« und in den mandschurischen Häfen werden nicht mehr anerkannt. Die In- und Auslandszölle werde« vo« Mandschukuo eingezogen. A« der chinesischen Grenze werden Z o l l - stationen errichtet.
Tokio feiert.
Ein warnendes Beispiel
Wie Japan die Mandschurei okkupiert
dingt feststellen, datz die Eile i« der Anerkennung des mant^churischen Staates durch Japan auch eine politische Niederlage der Bereinigten Staate« bedeute, die sich gegen die Au- erkenuung des mandschurische« Staates ausgesprochen habe«.
Genf ohne Deutschland
Genf, 15. Sept. Der technische Ausschutz der vo« der Abrüstungskonferenz eingesetzten Kommission zur Prüfung der Ausgaben für nationale Verteidigung trat heute zusammen und begann mit der Prüfung der von der rumänischen Regierung eingereichten Schriftstücke. Deutschland war nicht vertreten. Der Vertreter der deutschen Regierung, Ministerialrat Worbs vom Reichsfinanzministerium, ist. wie die Schweizerische Depeschenagentur meldet, nicht in Genf eingetrofseu.
Henderson ist optimistisch
London, 15. Sept. Bei einen; Frühstück des englischen Friedensausschusses, dessen Vorsitz Lord Ceeil führte, hielt Henderson eine Rede über die Abrüstungsfrage. Er könne, fo sagte Henderson, nicht glauben, datz die sich in wenigen Tagen in Genf versammelnden Staatsmänner die Verantwortung über«
China verlangt Schutz.
Nanking, 15. Sept. Die chinesische Regierung hat, wie angekündigt, sofort nach der durch Japan erfolgten Unterzeichnung des mandschurischen Protokolls Protestnoten nach London, Paris, Washington, Rom und Genf gesandt, in denen Japan der Verletzung der Gebiets- und verwal- tungsmätzigen Hoheitsrechte Chinas beschuldigt und ein internationales Vorgehen verlangt wird. In einer weiteren Note an die llnterzeichnerstaaten des Neunmächteabkommens wird das Vorgehen Japans in der Mandschurei als unmittelbare Verletzung des Neunmächtevertrages bezeichnet Die llnterzeichnerstaaten werden zur Einberufung einer Konferenz aufgefordert.
Moskau zu der politischen Lage i« der Mandschurei.
Moskau (über Kowno). 15. Sept. 3« Moskauer politischen Kreisen wird erklärt, datz die Eile der Anerkennung des mandschurischen Staates durch Japan vor der Einberufung der Dölkerbundstagung eine grotze Niederlage des Völkerbundes fei. Die japanische Regierung stelle jetzt den Völkerbund vor eine neue Lage, um anangenehme« Besprechungen aus dem Wege zu gehen. Die ganze Arbeit des Bölkerbundsausschusies werde da- durch zunichte gemacht. Man müsse
fraglich völlig unberechtigt die glatte Auslieferung Danzigs bedeuten würden. Es wird nicht mehr und nicht weniger als die Aufhebung der wenigen im Warschauer Abkommen noch festgelegten Danziger Reservatrechte verlangt. Mit zynischer Offen- heit enthüllt sich die polnische Denkweise, für die die Politik gegenüber Danzig nicht im Verhältnis zweier gleichberechtigter Partner besteht, sondern die in Danzig nur einen „untergeordneten Faktor" sieht, der Polen in jeder Hinsicht völlig unterworfen werden soll. Polen verlangt rundweg die bedingungslose Anpassung der indirekten Steuern und Monopole an die polnische Gesetzgebung, ohne Danzig irgend einer Einwirkung auf diese Gesetzgebung zum Schutze der Danziger wirtschaftlichen Interessen und Bedürfnisse zuzugestehen. Polen zielt damit eindeutig auf jene „Rechtseinheit" hin, die Danzig auf dem Gebiet der Zolleinheit schon zu seinem Anglück zur Genüge kennen gelernt hat. Vichts anderes bedeutet die bedingungslose Anwendung der polnischen Wirtschafts- und Steuergesetzgebung auf die freie Stadt. Damit nicht genug, verlangt die polnische Regierung auch die völlige Herrschaft über Danzig auf dem Gebiet der Sicherheitspolizei, der Deterinärpolizei und auf allen anderen Gebieten der inneren und kulturellen Verwaltung, z.V. auch die Ausübung der.Zensur.
Die Geschichte der polnischen Politik gegenüber Danzig ist seit jeher nichts anderes gewesen als die Politik der vollendeten Tatsachen, eine Politik, bei der Macht vor Recht geht, und die leider oft genug (für Polen erfolgreich ausging, da der Völlerbund im entscheidenden Augenblick
zu jahrelangen Auseinandersetzungen geführt hatten, und wiederholt den Völlerbund, meist ohne Erfolg beschäftigten, schienen endlich eine Regelung zu finden, bei der man das Walten des guten Willens zu spüren glaubte. Was Danzig an» betrifft, so war dieser Versuch sicherlich ehrlich gemeint. Wenn damals schon skeptische Stimmen laut wurden, die warnend darauf hinwiesen, daß Polen noch nie Verträge und Abmachungen geachtet hat, man denke nur an die völlig in den Wind geschlagenen Verpflichtungen der polnischen Äinderheitenpolitik, so haben diese Skep- tifer leider nur zu sehr Recht
Das wahre Polen hat sich, kaum daß ein Monat nach dieser DerständigungSgeste vergangen ist, in einer Weise demaskiert.
gegenüber dem polnischen Partner keineswegs angebracht ist.
Der neue polnische Vorstoß, der dieser Tage gegen die freie Stadt Danzig inszeniert worden ist, beseitigt jeden Zweifel an den Eroberungsgelüsten der polnischen Polüik und dokumentiert aufs neue, daß Polen mit allen Mitteln den Kampf gegen den Bestand Danzigs zu führen entschlossen ist. Die Dänziger Regierung hatte vor zwei Monaten bei dem Dölkerbundskom-
Danzig, 15. Sept. Don zuständiger Danziger Stelle wird mitgeteilt:
Bekanntlich hat die Regierung der Freien Stadt Danzig vor zwei Monaten den Schutz des Völkerbundskommissars mit einem Anträge angerufen, der künftige llebergriffe der polnischen Zoll- und Wirt- schaftsgefetzgebung und Mißbräuche Polens zur Benachteiligung Danzigs auf dem Gebiete des Zollrechtes vorbeugen soll.
Die Polnische Regierung hat nunmehr Wf diesen Antrag Danzigs geantwortet mit eigenen Gegenforderungen.
Pole« will insbesondere Ibn Umfang seiner Kompetenzen künftig selbst «nd ansschlietzlich bestimmen.
6s verlangt ferner die bedingungslose Anpassung der Steuern und Monopole an die polnische Gesetzgebung, ohne Danzig irgendeine Einwirkung auf diese Gesetzgebung zum Schutze der Danziger wirtschaftlichen Jnteresien und Bedürfnisie zuzugestehen.
Mit voller Offenheit bekennt sich schlietz- sich die polnische ^Regierung vo« neuem 5« dem Verlangen, an den Danziger Staatsgrenzen tfe völlige Herrschaft über Danzig anf dem Gebiete der Sicherheitspolizei und auf alle« anderen Gebieten der Jnnen- verwaltung und der kulturellen Verwaltung. also auch durch Handhabung der Zensur auszuüben.
Polen gesteht offen zu, daß es sich nach seinem Willen nicht mehr um einen Vertrag zwischen gleichberechtigten Partnern handele, sondern ist der Meinung, daß Danzig dem polnischen Zollgebiet „als ein untergeordneter Faktor" angehöre und verlangt „Unterwerfung in kategorischer Form".
Er, Henderson, glaube, daß deutsche Forderung auf der Abrüstungskonferenz mit gutem Willen und Versöhnungsgeist zum Vorteil nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas und der ganzen Welt behandelt werden könne.
Auf der Abrüstungskonferenz bestehe starke Stimmung zugunsten der deutschen Forderung. Warum, so sagte Henderson, sollten die alliierten und assoziierten Mächte nicht erklären, es sei ihre Absicht, Deutschland von seiner Lage der Minderwertigkeit zu befreien und ihm die Stellung der militärischen Gleichberechtigung wiederzugeben? /■..
nichts anderes zu tun wußte, als die geschaffenen Tatsachen zu santtionieren. Der neue polnische Vorstoß ist dazu angetan, die Dinge wieder auf die Spitze zu treiben und eine Konflikts Politik heraufzubeschwören die allen Verständigungsversuchen ins Gesicht schlagen muh. Die Zeit ist, darüber kann kein Zweifel mehr bestehen, wirklich reif genug für eine völlige Neuordnung der unhaltbar gewordenen Verhältnisse. Wenn nicht sehr bald das Verhältnis zwischen Danzig und Polen auf eine vernünftigere Grundlage gestellt wird, die dem polnischen Eroberungsdrang einen realen Riegel vorschiebt, dann kann in Kürze der Augenblick eintreten, wo Polen zum leisten Mal und endgültig versucht, „vollendete Tatsachen" zu schaffen.
Das französisch-polnische Militärabkonnnen
fk. Paris, 16. Sept. Die kommunistische „Humanite" glaubt melden zu können, datz das französisch-polnische Militärabkom- men gestern am Ablaustag nicht gekündigt worden sei und das Abkommen mithm für weitere 10 Jahre gültig bleibt.
Ein Schreiben der Reichsregierung an Henderson.
Berlin, 15. Sept. Die Reichsregierung hat heute in der Frage der bevorstehenden Bürositzung der Abrüstungskonferenz ein Schreiben an den Konferenzvorsitzenden Henderson gerichtet, das chm morgen in Genf überreicht werden und dann zur Veröffentlichung gelogen dürfte.
Bevorstehendes Revirement.
Wie die Blätter wissen wollen, sollen in nächster Zest auf einer Reihe deutscher Auslandsposten Veränderungen stattsiuden. Der deutsche Botschafter, m Rom, von Schu»
Im Schatten der „großen Polittk" vollzieht sich das ungleiche Ringen zwischen der „freien Stadt Danzig" und den Eroberungsgelüsten des ungleich stärkeren polnischen Nachbarn. Das Anheil, das ein unseliger Friedensvertrag mit der Abtrennung DanzigS vorn deutschen Mutterland anrichtete, ist im Laufe der Jahre eine ständige Quelle ernstester Verwickelungen geworden, und mehr als einmal gelang es nur int letzten Augenblick, zu verhindern, dah die polnische Polittk Danzig zum europäischen Pulverfaß machte. Vor einigen Wochen überraschten Polen und Danzig Die Welt mit der Anterzeichnung einer Reihe von Verständigungsprotokollen, von denen man immerhin annehmen konnte, dah hier beiderseits ein ernsthafter Versuch gemacht wurde, das Zwangsverhältnis, in das beide Partner durch das Versailler Dittat gebracht wurden, unter den gegebenen Verhältnissen einigermaßen erträglich zu machen. Verschiedene (Streitfälle, die
nehmen wollten, das allgemeine Wettrüsten zu ermutigen und die durch das Vorhandensein großer Armeen unvermeidliche Kriegsgefahr zu vergrößern. Ein Scheitern der Abrüstungskonferenz würde ein Unglück für Europa und die Welt bedeuten. Die deutsche Gleichbe- . rechtigungsforderung werde die Ab- I rüstungskonferenz vor die schlimmste Entscheidung stellen. Ein Sichzurückziehen Deutschlands von der Abrüstungskonferenz wäre der schlechteste Weg, den Deutschland im gegenwärtigen Augenblick einschlagen könne.
' Danzig ist in Gefahr!
Die „friedliche" Okkupation durch Polen — Völlige Aufhebung der Refervatrechte verlangt
missar einen Anttag zum Schuh der gegen die Interessen der freien Stadt gerichteten Aebergrifse der polnischen Wittschaft und Zollgesetzgebung eingebracht. Danzig versuchte darin, sich wenigstens die wenigen und kümmerlichen RecKe zu wahren, die ihm das Friedensdiktat noch gelassen hat. Die jetzt erfolgte Antwort Polens lehnt nicht nur die ausdrücklich in Verträgen verankerten Danziger Wünsche ab, sondern wartet mit Gegenforderungen auf, die Oer*
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