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«ObetWWe Zettung, Marburg «. &, Morrtag, bat 12. September 1932

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Aus -er Amgesen-

Kreis Mardurs

immer erheb-

Heffen-Rassau un- Nachbargebiete

die schweren Jahr unferm da die Ber­

ben für Hafer alter Ernte noch lidje Aufgelder gezahlt.

Wir wiesen wiederholt auf Gefahren hin, die im laufenden Kartoffelmarkt drohen,

fach aus bet Welt schaffen. In Mitleiden­schaft gezogen werden aber hauptsächlich unbeteiligte Personen, während die Ver­ursacher der llnglücksfälle selbst meist glimpflich davonkommen. So auch gestern nachmittag wieder. Die Ehefrau Helene Feser, die in der Friedrich-Ebert-Sied­lung wohnt, wurde von einem Motorrad­fahrer von hinten angefahren und zu Bo­den geschleudert, wobei sie im Gesicht und an der Brust ganz furchtbare Verletzungen erlltt. Der ganze Oberkörper war eine einzige blutende Wunde. In hoffnungs­losem Zustande brachte man die unglück­liche Frau nach dem Krankenhaus, doch ist sie auf dem Transport ihren entsetzlichen Verstümmelungen erlegen. Der Motor­radfahrer kam mit verhältnismäßig leich- teit Verletzungen davon. Die polizeilichen Ermittlungen über die Schuld an dem Un­fall stad »och imgange.

Eivpihvmg de« Hanauer Bürgermeisters i» sein Amt.

Hanau, a. M., 10. Sept. In einer heu« mittag abgehaltenen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist der auf weite« 12 Jahre gewählte zweite Bürger­meister der Stadt Hanau Dr. Müller im Namen der Staatsregierung durch den Oberbürgermeister Dr. Blaum erneut in fetn Amt eingeführt und verpflichtet wor- den.

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©in Todesopfer der politische» Zusammen- stöße bei Homberg.

Alsfeld 10. Sept. Bei dem nächt­lichen Ueberfall, den eine Anzahl Kom­munisten aus Rieder-Ofleiden bei Hom­berg Mitte Juli in der Nähe von Homberg auf Alsfelder SA.-Leute verübten und der damals die Verhaftung von etwa 50 Kommunisten aus Niederofleiden zur Folge hatte, wurde der 22 Jahre alte SA.- Mann Willi Weber aus Alsfeld durch Stiche in den Oberschenkel so schwer v e r l e tz t, daß er fast völlig verblutet in das hiestge Kreiskrankenhaus eingeliefert werden mußte. Trotz eifriger ärztlicher Bemühungen, den jungen Mann am Le­ben zu erhalten ist er jetzt doch noch an den Folgen der schweren Verletzungen ge­storben.

300 Hühner verbrannt.

Gießen 10. Sept. Auf dem Gelände der Hühnerfarm von Schmellenkamp bei Gießen brannte in der letzte» Nacht ein | größeres Gebäude nieder, in dem etwa 300 Hühner untergebracht waren. Mit dem Gebäude wurden auch die 300 Hühner ein Opfer der Flammen. Wodurch das Feuer entstanden ist, steht noch nicht fest.

Die Verkehrsfalle der Mainzer Landstraße.

Wieder ein Todesopfer.

Frankfurt a. M., 10. Sept. I» er­schreckendem Maße steigern stch jetzt die schweren Unfälle in der Mainzerland­straße. Der Verkehr a» diesem Ausfall­tor für den Verkehr von der Innenstadt nach Höchst, Mainz und Wiesbaden, über­haupt mich dem Rhein ist jetzt derartig an­wachsen, daß irgend etwas geschehen muß, um das Leben der dort passierenden Men­schen zu schützen, denn die betrübliche Tat­sache, daß Verkehrsregelungen und -Ver­ordnungen nicht beobachtet oder nur schlecht befolgt werden, läßt sich nicht em»

Die Getreideernte von der nördlichen Erd­hälfte durfte an Weizen etwas geringere, an, Roggen und Gerste dagegen erheblich hoi)ere und an Hafer etwas höhere Erträge bringe t wie das Vorjahr. Wir werden daher wieder mit recht gedrückten Weltmarktpreisen zu rechnen haben. Umso durchgreifendere handelspolitische Maßnahmen sind notwendig, wenn unsere eigene, sehr reichliche (Betreibe«

0 Biedenkopf, 11. Sept. Infolge der Kreiszusammenlegung Biedenkopf — Dillkreis wurde der Kreisinspektor Müller von hier dem Landratsamt in Köln-Mülheim zugeteilt.

** Battenberg, 10. Sept. Auf dem Kreiskriegerverbands-Abgeordnetentag, der am 4. Sept, in Wallau stattfand, sprachen sich die Abgeordneten des Edertals für den Verbleib beim Kreiskriegerverband Biedenkopf aus- Es wurde einmütig zum Ausdruck gebracht, daß das Edertal seinen „Dickkopp" behalten wolle und kein Interesse an Frankenberg habe.

Kundgebung der Nationalsozialisten und Fahnenweihe in Oberscheld.

0 Oberscheld, IL Sept. Die National­sozialisten veranstalteten am Sonntag hier eine große Kundgebung, verbunden mit der Weihe zweier Sturmfahnen. Mit einem Ge­päckmarsch und einer Sanitätsübung wurde der Tag eingeleitet. Daraufhin erfolgte ein Platzkonzert der 2. SS-Standarten-Kapelle aus Frankfurt a. M.. Nach der Mittagspause versammelte man sich am Kriegerdenkmal, tno General v. Westre m die Ansprache hielt. Dann wurde ein Propagandamarsch durch den Ort ausgeführt, an dem sich zahlreiche SA- und SS-Mannschaften aus dem Bezirk beteiligten. Daran schloß sich ein Festgoitesdienst, bei dem Dekan Lehr- Gladenbach sprach Die Weihe der beiden Fahnen nahm daraufhin General v. Westrem vor. Gaupropagandale'ter Mül­ler-Scheid referierte dann in markanten Worten über die Ziele der Partei. Mit der Siegerehrung wurde die Tagung beendet. Zum Abschluß der in allen Punkten schön ver­laufenen Weihestunde konzertierte die Stan­dartenkapelle vor einer zahlreichen Zuhörer­schar.

Einweihung eines Ehrenmals.

** Allendorf, 10. Sept. Endlich, 14 Jahre nach Beendigung des furchtbaren und blutigen Weltkrieges, hat man den gefallenen Helden auch in unserer Gemeinde ein Denk- mal gesetzt und am vergangenen Sonntag eingeweiht. Um 13 Uhr sammelten sich sämt­liche Vereine am Bahnhof und marschierten geschloffen unter Vorantritt des Posaunenchors Reddighausen hinaus zur Ehrenstätte, die ihren Platz am Homberg, zwischen hier und Bromskirchen, auf einer vorspringenden Höhe gefunden hat und weithin sichtbar ist. Mit dem Liede „Wir treten zum Beten" nahm die Feier ihren Anfang. Es folgten dann ab­wechselnd einige Eedichtvorträge und gesang­liche Darbietungen von dem hiesigen Gesang­verein. Alsdann ergriff Herr Dekan Pfarrer Noll das Wort und sprach über die Worte der heiligen Schrift: „Sei getreu bis in den Tod." Herr Bürgermeister Huft versprach, stets etn Hüter der heiligen Stätte zu sein, worauf die Namen der 41 gefallenen Helden verlesen wurden und gleichzeitig die Angehö­rigen Kränze, am Denkmal niederlegten. Lei­der mußte eine Mutter drei Kränze nie­derlegen. Alsdann folgte die Kranznieder­legung durch die Vereine. Mit dem Vortrag der beiden Lieder „Morgenrot" und „Wie sie so sanft ruhn" durch den Gesangverein und einer Ehrensalve durch den Kriegerverein nahm die würdige Feier ihr Ende.

Der Turn- und Sportverein Mellnau be- reitet für Sonntag, den 18. September, die Einweihungsfeier vor. Am Vormittag soll ein sportlicher Wettkampf stattfinden. Ge­ladene Vereine des Gaues Marburg, die zu diesem Kampf noch nicht zuge'chrieben haben, bitten wir, uns ihre Unterstützung nicht zu versagen und uns noch spätestens bis zum Freitagmorgen ihre Meldungen zu übersen­den. Die Einweihungsfeier soll um 12.30 Uhr mit einem Festzug von der Schule zum Platz beginnen. 3m Anschluß an die Feier fmdet ein Derbandsspiel des Mellnauer Turn- und Sportvereins mit dem Cappeler Fußballverein statt. Am Nachmittag ist Tanz. Mlen Gästen zu unserer Veranstal­tung schon heute ein herzliches Willkommen!

Wa.

wertung der voraussichtlich guten Ernte aus den verschiedensten Gründen auf besondere Schwierigkeiten stoßen dürfte. Wurden doch kürzlich weiße Kartoffeln auf dem Breslauer Mark mit 1 Mark notiert Unter diesen Um­stünden gewinnt die neue Verordnung über die Kartosselstützungsnatznahmen besondere Bedeutung. Danach soll durch Einfuhrkon­tingentierung unfer Speifekartosfelmarkt eine weitgehende Entlastung vom ausländischen Angebotsdruck erhalten. Ferner sind Maß­nahmen getroffen, um eine möglichst große industrielle Verwertung unserer Kartoffeln zu gewährleisten und zwar ebensowohl zur Spiritusfabrikafton, wie zur Trocknung und Stärkeindustrie. Besonders wichtig ist hierbei die Absicht der Regierung, anzustreben, daß der Produzent in den drei kartaffelverarbei- tenben Industrien annähernd die gleichen Preise und zwar 9—9% Pfg. je Stärkeprozent erhält. Ob diese Absicht zu verwirklichen ist, bleibt allerdings einigermaßen zweifelhaft. Ferner wird auf die Notwendigkeit hinge- wiesen, die Kartoffeljs in weitgehendem Maße zu verfuttern. Hm das zu erleichtern, werden erneut Mittel in Aussicht gestellt, um eine sachgemäße Einsäuerung durchzuführen. Je­denfalls ergeben sich aus dieser Verordnung wesentlich günstigere Hnterbringungsmöglich- keiten der Kartoffeln in den Fabriken. Heber die voraussichtliche Auswirkung der Maß­nahmen auf die Preisgestaltung wird noch zu sprechen sein.

Die Jnlandsbutterzufuhren hatten weiter abgenommen und da auch das Ausland fester notierte, konnte sich unsere Prise weiter erholen. Mit dem Eintritt kühleren Wetters dürfte der Milchkonsum abnehmen und die Butterproduktion entsprechend wachsen. Ob unser Markt weiter fest bleiben wird, ist aber in erster Linie nicht hiervor, sondern davon abhängig, ob den Unterangeboten der Butter­exportländer durch zweckentsprechende Maß­nahmen endlich Einhalt geboten wird. Die stärker abnehmende Eierproduktion im In und Ausland hat bei uns zu einer etwas lebhafteren Preissteigerung geführt. Wenn die höheren Eierpreise bisher noch nicht zu einer merkbaren Verminderung des Konsums geführt haben, so hat das wohl seinen Grund darin, daß die Kleinhandelspreise sich teilweise noch nicht denen des GroMandels angepaßt haben.

Auf den Schweinemärkten wäre für den laufenden Monat saisonmäßig mit wei­teren Preissteigerungen zu rechnen. Ob es dazu kommen wird, ist allerdings einiger­maßen zweifelhaft, da man aus verschiedenen Gründen mit verhältnismäßig großen Auf­trieben «chaet,

Mellnaus Sportplatz wird fertig.

Die Erweiterungs- und Etnebnungsarbeiten am Sportplatz Mellnau durch den Frei­willigen Arbeitsdienst gehen ihrer Vollen-

. . ,—,1 ------- , düng entgegen. Schon seit einer Woche ar-

ernte zu Preijen auf den Markt kommen soll, I bettet auf dem Platz neben der Gruppe des sie für den Produzenten einigermaßen ttag- I Freiwilligen Arbeitsdienstes eine zweite bar ftnb. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Schicht, bestehend aus Wohlfahrtserwerbslo- utegierung entschlossen ist, diese Maßnahmen I fen und Mitgliedern des Turnvereins sowie konieguent durchzuführen. Die Ankündigung Freunden der Sportbewegung, die sich kosten- neuer Maßnahmen, um zu verhindern daß los 3Ur Verfügung stellten, um die schwierige bie Roggenpreife auf ihrem jetzigen tiefen Arbeit, für die die bewilligten Mittel nicht Stand verbleiben oder gar noch tiefer fallen, ausreichten, zu vollenden. Eine für unsere auf eilnnf?rpmrer9irnt^pihemnr6t $finh nf*! Verhältnisse einzigartige Anlage entsteht am nuLtMiphon1? w Fuße des Burgberges. Nach der einen Tor-

mehr gefragt und weniger angeboten, so daß I

front Tritt fctnci .

die Tendenz zur Zeit durchaus fest ist. Ob sie

es bleiben wird, hängt zum Wesentlichen da- I Jr hetdebe-

von ab, ob auch die Landwirtschaft durch ent- 5"9el Zuschauern bet

sprechende Anpassung an die Marktverhält- - ^?ueme

Nisse; durch weitgehende Inanspruchnahme der I etJ!-n Torsette ist der

Finanzierungsmöglichkeiten das Angebot in I ^.00 Meter verlängert worden, so

bestimmten Grenzen hält und auf diese Weise I te 100- M et er-La uf b ahn angelegt

die Absichten der Regierung unterstützt. Blei- I ~et°en Außerdem ist bte Anlage von

ben diese Voraussetzungen erfüllt (und an- | Sprunggruben vorbereitet, scheinend ist die große Masse der Landwirte I hierzu gewillt) so dürfte eine weitere Be- I feftigung des Brotgetreidemarktes wahrschein- I lich fein. Wesentliche Unterlagen für die Be- I urteilung der Marktsituation erwartet man I auch von den neuen Ertragsschätzungen des I D. L. R., welche in Kurzem veröffentlicht wer­den sollen. I

Für den Futtergetreidemarkt bedeutet es I fraglos eine gewisse Gefahr, daß im laufen» I den Jahr viel Roggen in den Futtertrog wan- I bem muß und voraussichtlich die Kartoffel- I ernte recht ergiebig sein wird, während I andererseits die Schweinebestände kleiner sind I wie im Vorjahr. Da wir aber immer noch I eine gewisse Einfuhr von Getteide benötigen, dürfte es sehr wohl möglich fetn, durch ent. I fpredjenbe Maßnahmen, ben Druck auf die I (Berftenpreife ganz wesentlich zu mildern. Auch I hierzu ist die Regierung fraglos entschlossen. I Die Magazinierung von Braugerste hat den I Angebotsdruck wesentlich gemildert und zu I einer nicht unerheblichen Festigung der Gerstenpreise geführt. Es dürste auf diese Weise sehr wohl gelingen, den (Berftetynarht in der immer noch etwas kritischen Zeit, wo der Bedarf besonders gering ist, stetig zu er» I halten. Die festeren Preise sind auch auf dem I Hafermarkt nicht ohne Einfluß geblieben. Es I kann aber nicht bezweifelt werden, daß die I i Preisaussichten hier auch weiterhin als wenig I । günstig zu bezeichnen fiftb. Werben nicht be» I ' sondere Entlastungsmaßnahmen für ben Hafer- I ' markt durchgeführt (und von solchen ist vor- I ' läufig nichts bekannt), so ist eine Preis- I erholung wenig wahrscheinlich und der Land» I wirtschaft weitgehende Haferverwertung im I eigenen Betriebe anzuraten. Allerdings wer- I

Kreis Knmlenverg

Euter Obstbehang.

—. Sachsenberg, 11. Sept. Während man in anderen Gegenden vielfach über schlechte Obstaussichten klagt, hängen an un­seren Straßen und auch in den Gärten die Bäume schwer voll Obst, so daß bei dessen Verkauf hohe Eelderttäge erzielt werden.

Beim Melken verunglückt.

—. Viermünden, 11 Sept. Auf dem nahen Gute Treisbach wurde beim Melken eine Kuh störrisch und überschlug sich. Sie kam dabei auf die Melkerin zu fallen, die schwere innere Verletzungen davontrug, so daß sie In die Klinik übergeführt werden mußte.

Kreis Biebenkovk

12 Fälle mm Kinderlähmung im Kreise Biedenkopf.

0 Biedenkopf, 11. Sept. Nachdem nunmehr m der Kreisgememde Günterod, in der überhaupt die Krankheit ihren Anfang Jtodj drei Fälle von Kinderlähmung festgestellt wurden, bettägt die Zahl der Er- krankungen im Kreise Biedenkopf in den letz­ten Monaten 12. Tödlich verlaufen ist glücklicherweise noch kein Fall.

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Lieber recht merkwürdige Geschäftsbe» ziehrmge» zwischen dem früheren StckkttS- sekretär im preußischen Innenministerium Dr. Abegg und der seinerzeit unter der Leitung Kleppers stehenden Preußenkasse veröffentlicht die „Kreuzzeitung" in ihrer letzten Aummer einige überaus inter­essante Mitteilungen. Danach hat Dr. Abegg bei der Preußenkasse ein Dar­lehn von zunächst 8000 AM. ausgenommen. Im Laufe der Zett wuchs die Dar­lehenssumme einschließlich der offen­bar nicht gezahlten Zinsen auf 18 000 DM. an. Herr Abegg scstl noch ein größeres Darlehen erbeten haben, aber selbst der damalige Präsident der Preußenkasse, Herr Klepper, scheint Bedenken getragen zu haben, diesem Wunsche zu entsprechen. AlS Sicherheit hat Abegg bei der Preu- henkasse Bilder hinterlegt, deren Wett allerdings nie abgeschätzt worden ist. Daß die Beteiligten bei dieser Kredttgewährung keinganzreinesGewissen hatten, geht schon daraus hervor, daß nicht die Preuhenkasse selbst, sondern ein ande­res Institut als Kreditgeber auftrat, wobei der Betrag zu Lasten der Pveußen- kasse ging.

Im Anschluß an diese Mitteilungen wirft die „Kreuzzeitung" folgende Fragen auf: „Gehört diese Kreditgewährung zu den Geschäften der Preuhenkasse? Oder hat etwa Herr Klepper aus politischer Gefälligkeit fein Amt als Präsident der Preußenkasse mißbraucht und die Per­sonalkredite gewährt, die aus dem Rahmen der Darlehnsbestimmungen dieses Insti- tutes herausfallen? Aach unseren Infor­mattonen — so fährt die „Kreuzzeitung" fort — hat Herr Klepper bis zu seinem Ausscheiden aus der Preuhenkasse keine Sorge gettagen, daß derKreditzurück- gezahlt wurde. Wenn in der Preuhen­kasse solche Kreditgewährungen an po­litische Persönlichkeiten möglich waren, dann wird es allerdings verständlich, daß der persönlich gefällige Leiter dieses In­stitutes ohne sachliche L.gnung Finanz­minister im Kabinett Bmun-Se- vering-Hirtsiefer werden konnte. Wir müssen von der neuen Leitung der Preuhenkasse erwarten, dah sie mit diesen unglaublichen Zuständen schnellstens auf­räumt, damtt der gute Ruf der Preuhen­kasse, der unter der Aera Klepper bedenk­lich ins Wanken geraten ist, wieder her- gestellt wird."

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SromiftüteS »em Sagt

Schließung sämtlicher höheren Schule» i» Pommern.

Köslin, 11. Sept, llm eine weitere Verbreitung der spinalen Kinderlähmung zu verhindern, hat das Provinzialschul- kollegium in (Stettin die Schließung sämt­licher höheren Schulen Pommerns, ab Don­nerstag, 15. September, bis zum 3. Okto­ber angeordnet. Die Herbstferien sind durch diese Maßnahme vorverlegt und um einige Tage verlängert worden. Bei anhaltender Erkrankungsgefahr müssen auch die er­zwungenen Ferien noch verlängert werden.

lieber die Schließung der Eemeinde- schulen, in der Hauptsache im Regierungs­bezirk Köslin, verlautet, daß der zuständige Regierungs- und Medizinalrat vorläufig den Ausfall des Unterrichts in den unteren vier Klassen der Eemeindeschulen angeord­net hat, nachdem auch in der Regierungs­hauptstadt Köslin selbst ein Fall von spinaler Kinderlähmung festgestellt wurde. Es ist anzunehmen, daß auch alle anderen Schulen geschlossen werden.

Fort Boquero«

von paraguayischen Truppen wiedererobert Paris, 10. Sept. Wie Havas ans

Asuncion berichtet, wird offiziell mitgeteilt, daß die paraguayischen Truppe« das Fort Boqueron wiedererobert und die vierte bolivianische Armee in die Flucht geschla­gen haben.

Brückeusprengung brasilianischer Auf- staudrscher.

Paris, 10. Sept. Havas meldet aus Rio de Janeiro, daß nach offiziellen Mit« teilungen die Aufständischen, um das Vor­dringen der Bundestruppen zu verhindern, eine 50 Meter lange Brücke über den Maranapanema-Fluß gespregt hätten. Auch andere kleinere Brücken und sämtliche auf dem Fluß verankerten Fahrzeuge seien ver, nichtet worden.

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