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Der Frachtdampfer „Westfalen" des Norddeutschen Lloyd.
der jetzt von der Lufthansa als Flugzeug-Stützpunkt für die Luftpost strecke nach Rio de Janeiro umgebaut wird. Der Dampfer erhält für die Landung der Flugzeuge ein sogenanntes Hein'sches Schlevvsegel und für den Start eine Katavultanlage. Ferner wird die „Westfalen" mit einer gröberen meteorologischen Station sowie mit einer Sendeanlage ausgerüstet werden.
Die gutmütige Kreuzotter.
In der Freystatter Stadtschule in West- preußen hält man gegenwärtig eine zu Unterrichtszwecken gefangene Kreuzotter, die bisher alle zur Fütterung gereichten Mäuse gierig verschlang. Jetzt nun geschah plötzlich ein Wunder. Als man die letzte Maus reichte, tat ihr die Schlange nichts, und bald darauf entdeckte man, daß die Maus inzwischen Mutter dreier Jungen geworden war. Das Reptil umschlich die neue Familie unablässig, ohne den Tieren etwas zu tun. Als nun Kinder ein altes Vogelnest in den Käfig stellten, rettete die Maus ihre Jungen in dieses hinein und nun umkriecht die Schlange ständig das Nest, als muffe sie dessen Insassen schützen.
Ei« Motorrad, das Eier legt.
Ein Händler aus der Umgebung von Schwandorf (Vaden) hatte mit seinem Motorrad einen Ausflug unternommen. Dabei verband er das Angenehme mit dem Nützlichen und kaufte sich besonders billig 300 Stück Eier, die er mit einer Schachtel auf dem leeren Soziussitz anbrachte. Während der Fahrt bekam die Schachtel ein Loch und in regelmäßigem Ab stand fiel immer ein Ei nach dem anderen auf die Straße, ohne daß der Fahrer etwas merkte. Durch die Stadt Schwandorf legte das brave Motorrad nicht weniger als 200 Eier. Zum größten Gaudium der Paffanten natürlich.
M und Wissenschaft
— Verkündigung des Wilhelm-Raabe- Volkspreises. Der' Verein Raabe-Stiftung gab am 8. September, dem Geburtstag von Wilhelm Raabe, bekannt, daß der
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Ernst Wechert
Raabe-Dolkspreis dem Roman von Ernst Wiechert „Die Magd des Jürgen Doskocik" zugeteilt worden ist, und zwar wegen seines hohen Bekenntnisses zur Arbeit und Treue, seiner menschlichen Reinheit, seiner dichterischen Kraft und künstlerischen Vollendung. Da das Werk, das in kurzem im Verlag Albert Langen- Eeorg Müller in München erscheint, einen etwas kleineren Umfang hat als für die
Jahresausgaben der Raabe-Stiftung vorgesehen ist, erhielten die Mitglieder außerdem noch eine neue Novelle von F. C. Kreisen mehr und mehr angewachsen. Kolbenheyer. „Die Begegnung auf dem Riesengebirge", eine Erzählung von großer fittlicherStreNge und hohem geistigen Gehalt. Eine weitere Zugabe ist das von der Raabe-Stiftung herausgegebene „Jahrbuch der deutschen Dichtung", das auf 300 Seiten Beiträge, Bildnisse, kurze Lebensläufe und Ueberfichten über die Werke von 40 deutschen Dichtern enthält. Alle Buchhandlungen nehmen Mitgliedserklärungen zum Verein Raabe-Stiftung (München) entgegen. Die Mitglieder erhalten für sechs Mark Jahresbeitrag die genannten drei Bücher.
Ein .^Heater verbotene Stücke".
In London ist unter dem Namen „Unabhängiges Theater" ein neuer Club gegründet worden, der die Absicht hat, von der sehr streng geübten Zensur verbotene Stücke zur Aufführung zu bringen. Es handelt sich dabei um private Veranstaltungen, zu denen lediglich Clubmitglieder Zutritt haben. Ein im Zentrum der Stadt gelegenes Theater ist bereits gepachtet worden. Mitte Oktober soll als erstes Stück Emil Ludwig's „Verfall- l e s" zur Aufführung gelangen, das verboten ist, weil darin lebende Personen dargestellt werden. Hieraus wird folgen „W erwolf" von Rudolf Lothar. Außerdem ist u. a. die Aufführung verbotener Stücke von Ariftophanes und Ro- stand in Aussicht genommen. Die Regie wird in der Regel Theodor Kommiffar- jewsky führen.
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Nr. 214
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meister an Hand der Listen über die noch vorhandenen Bestände was für die nächste Reise etwa benötigt wird. Als Ergebnis der Beratung geht alsbald ein Telegramm ab, das der Leitung der Gesellschaft Menge und Art der bereitzustellenden Vorräte übermittelt.
Deutschland errichtet den ersten schwimmenden Flughafen.
Karte der künftigen Flugpostverbindung, durch die die Post in 5 Tagen von Berlin nach Rio de Janeiro befördert wird. Für diese Strecke wird mitten im Südatlantik der Dampfer „Westfalen" stationiert, der den Flugbooten als Stützpunkt dient, da ohne solche Lande- und Versorgungsmöglichkeit der fast 2 Tage dauernde Flug zwischen der westafrikanischen und brasilianischen Küste mit schwerbeladenen Flugzeugen nicht möglich ist.
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In den schönen alten Tagen von ehemals, als man noch Zei, hatte und die Uebersee- dampfer oft tagelang im Hafen lagen, ehe sie die nächste Reise antraten, fehlte es nicht an Mtze, ein Schiff mit neuen Lebensmitteln zu versorgen. Je mehr die Dampfer aber an Klötze und Schnelligkeit zunahmen, je teurer ihr Betrieb sich damit gestaltete, desto mehr stieg die Notwendigkeit zu ihrer restlosen Aus
schnitt wird auf feder Reife 15 000 Flaschen Wein der Hals gebrochen, vom bescheidenen Mosel zu weniger als zwei Mark bis zu den Edelwachsen des Rheins, für die jemand, der dazu Lust und Geld hat, bis zu 150 Mark anlegen kann. Die Weinkarte eines solchen „schwimmenden Hotels" umfaßt ja auch nicht weniger als 40 Seiten. Sehnlich verhält es sich mit Likören und Bier, von dem auf jeder Reise über 30 000 Liter die durstigen Kehlen hinablinnen. Dazu treten, damit auch der Raucher nicht zu kurz kommt, etwa 15 000 Zigarren und 120 000 Zigaretten.
Aus den Lagerräumen wandern die Vorräte je nach Bedarf in die einzelnen Küchen, je eine für jede Klaffe, für das Restaurant und für die Mannschaft. Daneben verfügt die Erste Klaffe noch über 17 Sonderküchen, wie mehrere Küchen für besondere Diät, für die Gemüse oder kalten Gerichte. Daß der Hauptkoch, der übrigens selbst keinen Löffel anrührt, und das Heer seiner Untergebenen ihren Beruf bis zur Vollkommenheit beherrschen, darf beinahe als selbstverständlich gelten. Richt umsonst stehen ja die deutschen Schiffe beim internationalen Reisepublikum in dem Rufe, daß auf ihnen am besten gegessen wird.
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Nach Eingang des Telegramms in Bremen jetzt bei der betreffenden Abteilung eine rege Geschäftigkeit ein. Zahllose Telephongespräche mit Erogschlachtereien, Kolonialwaren-. Gemüse-, Fisch- und Obsthandlungen sorgen dafür, daß alles Gewünschte zu einer bestimmten Stunde an der Kolumbuskaje in Bremerhaven bereitliegt. Kaum hat der Ltzeanriese dort sestgemacht, so werden die ungeheuren Mengen an Bord geschafft, zunächst auf das si>-Deck, von wo die Verteilung mittels Fahrstühle in die einzelnen Räume im E=, F= und 0-Deck, Sei unter der Wasserlinie, erfolgt.
Die ausgezeichnete Verpflegung an Bord unserer Schnelldampfer ist in aller Welt rühmlich bekannt; manchen wird es aber doch überraschen, daß, was die Beschaffenheit der Lebensmittel betrifft bet Millionär in seiner Lnxuskabine nichts Besseres erhält als der bescheidene Reisende in der Touristenklasse. Der Unterschied liegt allein in der den teureren Klaffen gebotenen größeren Auswahl. Die Speisekarte der Hauptmahlzeit weist z B. für di. Erste Klaffe rund 80 Gerichte auf, die der Zweiten etwa 50- In der Touristenklasse kann man immerhin noch unter 20 wählen, wählend der in der Dritten Klaffe Fahrende sich mit 10 begnügen mutz. Essen darf man 'n allen Klassen gleichmätzm so viel man will mtb kann; allein die Aufnahmefähigkeit des »Ragens bildet hier die Grenze.
Ern Gang durch die Provianträume eines Riesen wie der „Europa" oder „Bremen", die auf jeder Fahrt für rund 50 000 Lebensrnittel in Räumen befördern, die den -Platz von 200 Kabinen einnehmen, ist von hohem 2nter«ffe. Der Zutritt läßt sich allerdings »icht leicht erlangen. Hat man die Erlaubnis des Hauptstewaros erhalten, so führt ein dienstbarer Geist den Neugierigen zunächst rnm Hauptlagerverwalter, denn dieser mutz wissen, zu welchem Zwecke die einzelnen Räume geöffnet werden sollen. Vor seinem Arbeitsplatz befindet sich eine Art Schaltbrett mit Zahllosen kleinen Lämpchen, deren jedes durch jein Aufleuchten ober Verlöschen das Oeffnen
Die Räume, in denen Kartoffeln, Gemüse, Fleisch aufgespeichert liegen, bieten nichts Besonderes. dagegen erscheint der Inhalt anderer Orte in seiner Mannigfaltigkeit höchst verlockend. Gleichwohl würde selbst der Kapitän schwerlich wagen, hier ein wenig zu naschen und auch nur einen Apfel zu nehmen, denn über alle Bestände wird genau Buch geführt- Uederwältigend wirkt die Menge der mitgeführten Vorräte. Bei vollbesetztem Schiff verzehren Reisende und Besatzung ja auch 42 000 Pfund Fleisch, mehr als die doppelte Menge Gemüse, 40 000 Pfund Früchte, 60 000 Eier und 25 000 Pfund Fisch, um nur einiges zu nennen.
Am interessantesten find vielleicht die Kühlräume. An der Tür eines jeden gibt eine Zahl die jeweilige drinnen herrschende Temperatur an. Steht eine Tür zu lange offen und nimmt daher im Innern die Temperatur zu, so wird dies selbsttätig dem zuständigen j Ingenieur gemeldet, der als bald für den ' nötigen Ausgleich sorgt.
Wer gut und reichlich itzt, will auch entsprechend trinken. Selbstverständlich ist auch dafür gesorgt, datz dem Durst der Reisenden genügend abgeholfen werden kann. Im Durch-
mitzung, desto kürzer wurden die Liegeftisten und auf einen um so geringeren Zeitraum mußten alle Arbeiten für die kommende Reise zusammengedrängt werden. Bei modernen Riesendampfern, wie beispielsweise unserer ^Europa" oder „Bremen", die nach vielleicht mir 15 Stunden bereits wieder auslaufen, ist roe eü^ die Verproviantierung angesichts der unge- . beuten Mengen an erforderlichen Lebensmit- ’ teln jeder Art zu einer ebenso schwierigen wie .wichtigen Aufgabe geworden.
mit Nachtschneü zog
mit Flugzeug
zeichn» men während das Schiff noch weit draußen, [s akt» WO0- bis 2000 Kilometer vom Hafen entfernt, t Iah auf dem Weltmeer schwimmt. Dann läuft bort eines Tages eine drahtlose Botschaft aus t durA-Äremen ein, Oie etwa meldet, datz für Oie de mW Rückreise mit annähernd 2000 Fahrgästen zu .rechnen ist Daraufhin tritt ein wichtiger Rriegsrat zusammen. Der Hauptsteward, dessen Bedeutung an Bord — ^wenigstens^sür die Reisenden ' 1
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Ser Seeres-SmitMlnfpektor zum Umvttutülsprostssvr ernannt
Generaloberstabsarzt Prof. Dr. Karl Franz, bet Inspektor des Reichswehr-Sanitätswesens, erhielt jetzt einen Ruf als Honorarprofessor bet medizinischen Fakultät an bet Universität Berlin. Franz ist bereits Mitglied der Kaiser-Wilhelm- Akademie für das militärische Bildungswesen.
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Werbungen in Befehlsform sind am all- gemeinen nicht mißzuverstehen, dennoch ist es dem Verkehrsverein Ingolstadt widerfahren, daß seine in ganz Bayern an allen Weg- und Fahrtstrecken angebrachten Werbeplakate mit der Aufforderung „Fahrt nicht an Ingolstadt vorbei!" eine ganz eigenartige Mißdeutung erfahren haben. Der Sinn dieser liebenswürdigen Aufforderung ist ja ohne weiteres klar. Niemand, der in die Nähe von Ingolstadt kommt, soll versäumen, dorh auszusteigen, sich dort aufzuhalten uns die Stadt zu besichtigen. Nur einem alten Frauchen aus Eichstädt blieb es Vorbehalten, der freundlichen Aufforderung eine Deutung zu geben, aus die wohl niemand vorher gekommen ist. Am Fahrkartenschalter von Eichstädt verlangte sie eine Fahrkarte nach München, aber ausdrücklich über eine Strecke, die nicht über Ingolstadt ginge. Aus die Frage des Beamten, weshalb sie denn einen Umweg machen wolle, da die kürzeste Strecke von Eichstädt nach München über Ingolstadt ginge, erklärte sie, dies unter keinen Umständen tun zu wollen, da ja doch überall davor gewarnt werde, an Ingolstadt vorbeizufahren. Zwar klärte sich das reizende Mißverständnis bald auf, aber für die Werbewarte ergibt sich daraus die nicht ganz uninteressante Mahnung, auch bei scheinbar unmißver- tändlichen Aufforderungen immer Rück- icht darauf zu nehmen, daß es vielleicht wch noch jemand geben kann, der den Sinn ins Gegenteil verkehrt.
Verlag Dr. C. Hitzero 1 h. Hauptschriftleiter und verantwortlich für Politik unb Feuilleton: Dr. Ernst Scheller; für Kommunalpolitik, Provinz unb Lokales: Lothar Schneiber. sämtlich in Marburg.
Wekntrauben-Kuren als medizinisches Hilfsmittel.
In der letzten Zeit ist das Interesse an Weintrauben-Kuren besonders in Laien- Welcher Wert nun solchen Weintrauben- Kuren beizumessen ist, darüber handelt Professor Hermann Straß (Berlin) in einer neueren Fachzeitschrist. Er schreibt darüber folgendes:
„Zwei Kilo Weintrauben — 1 bis 3 Kilo würde der durchschnittliche Verbrauch einer systematisch mehrere Wochen lang durchgeführten Kur sein — haben ein Gehalt von 1400 bis 1600 Kalorien, also einen immerhin beträchtlichen Nährstosswert. Sie enthalten int einzelnen etwa 320 bis 400 Gramm Zucker, etwa 10 Gramm stickstoffhaltige Substanz, 11 Gramm Weinsäure und 7 Gramm Mineralstoffe. Weintrauben stellen also ein koylehydratreiches, eiweißarmes, kochsalzarmes und so gut wie purinfreies Nahrungsmittel bar.“
Krankheiten, bei denen Weintrauben- Kuren etwa zu empfehlen wären, sind besonders manche Nierenkrankheiten, die eine eiweiß- und kochsalzarme Ernährung erfordern. Dann auch gewisse Herzkrankheiten, bei denen man allerdings berücksichtigen muß, datz durch diese Kuren eine ziemliche Belastung für das Herz durch die zugeführte Flussig- keitsmenge der entsprechenden Traubenquantität eintreten würde. Dann sind fernerhin bei Krankheiten, die eine fleisch- arme Kost erfordern diese Kuren recht empfehlenswert. Bei dem starken Gehalt an Kohlehydraten, besonders an Traubenzucker, sind solche Weintrauben-Kuren wenig angebracht für Entfettungszwecke. An ihrer Stelle verwende man lieber Obstsorten mit geringerem Nähr,.-, gehalt.