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jede flejogww Kammer sind zwei gleich Gewinne ge,alten, and »war je einer die Lose gleicher Rnnnner in de« beiden AbteUnngen I and II
nach den Gerhart-Hauptmann-Feiern heraus-
nach.
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
8. September 1932
27. Ziehungstag
Sn der heutigen Dormkttagszkhung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
387084
157182
114534
113942
193835
203616
186967
175140
295050
25222
>tmg wurden Gewinne
gezogen
134803
134621
72195
106985
193383
364753
5068 52986 62026 68490
353558
19838
137230
14406»
2 Prämien zu le 8000, 2 ®f
und ideellen Zielen verschmelzen. Der Zert>
275978
320203
282390
320752
337502
283893
323629
342590
326181
346742
62394
200328
272639
374723
205780 233306
264662 311895 333182
91727
137692 161495 186696 209350 242633 270680 289922 300614 313376
332268 355712
72771 103772
133867 185970
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288521 314923
110202 143150
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293461 315476
121191 146551
201984 221349 232654 253762
278472
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373692
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252989 293601 323383
359663
122757
147206
207461
221468
237546
257961
280182
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337095
391513
145085 174278 193911
224184 259236
275499 294643 304918 324228 341246
373599
268083
366776
171537
195850
243314
253684
297947
331657
363383
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16291
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193586 224003
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174031
197094
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160892
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321332
359250
109760 146210
193249
215746 232464 250905 271895
305918 324504
361943
91084 122219 177079 210864 246584 255267 300910 340913
18717» 142145
81099 86571
s. Klasse 39. Prentzssch-Südbeutsch« (265. Preuß.) Staats-Lotterie.
12 m 5000 SB. 80584 201895 207944 362620
14 ©ttoinne ge 3000 M. 45311 116809 208755 243652 244112
44 Aevinne au 2000 M. 51480
165389 181656 186254
236222 244583 258621
353443 353980 359691
12 eetohm« M 10000 «. 9616 243601 281378 327036 __
10 »eennne M 5000 SB. 48948
116 eetohm« «e 1000 ®L--------- -----
---- 78393 79612 79879 79948 88801
------ ------ 118305 120397
337170 ______ ______ ____ -
182 #etobm« |u 500 M. 390 13044
379653 394106
24 ®ttmnne ,u 3000 ®L 16367 28704 56985 71502 73879 77564 143301 170433 202819 205077 288817 309576
60 m 2000 SB. 8258 22047 47339 54186 61371 66370 71571 103372 110968 145999 160161 174574 190266 196902 218931 225705 237921
253301 293956 311703 313777 325841 835968
348439 349142 355438 866647 372500 375467
""03 355350 ----- ------------
168 ettomn. »u 500 SB. 6322 16646 17834 -----
20896 24963 25351 26289 27381 27553 28422 30863 34657 34760 37535 37796 46289 51112 59935 60953 65072 68436 74514 92021 95901 103433 108939
----- ------ ------ 126241 137230 KtOSi
□Q I ____
136 eetohm« ie 1000«. 1154 20652 18908 81477
33312 33953 34959 41508 43511 45349 45577 49810 61570 53662 64077 65157 66251 67513 68187 72738 78407 85012 90668 96492 100788 102942 112257 ------ ------ ----- 143381 148685 157122
V Die venia legendi für Beograpyie eryien an der Universitä Kiel Dr. Hermann W e n- zel, gebürtig aus Kirn (Nahe). Kreis Kreuz
kommen.
X Die venia legendi für Geographie erhielt
206065 207126 214589 218138 229648
235722 238118 244598 251335 257260
------ ------ ------ ------ 305250
verlassen. Wir erhalten eine „unheimliche Fülle von Einzelbildern, die zunächst zusammenhanglos nebeneinander zu stehen scheinen, die unser Interesse quer durch die Stiwte Europas, durch Menschen aller Gesellschaft», klassen, durch abenteuerliche und aufregende Geschehnisse mitreihen — ohne daß wir doch den Beziehungspunkt, auf den hin alles aus-
gänge und Personen leicht verschleiert in die Handlung einzubeziehen. Die Uebernahme porträtähnlicher Züge — hinter dem Del» Magnaten Vanderzee in Neumanns Roman ist - - X». ... uvhnttAlt
Personen treffen oder bloßstellen, sondern Pro, bleme verdeutlichen und klären- (Schluß f.)
gegeben. Damit wird aber diese neue echter Ausdruck einer chaotischen Zeit, voll von unerhörtem Lebensreichtum, voll von «pan- nungen und Widersprüchen. — Dem äußeren
tionaltheater Mannheim zur Uraufiü^ung angenommen. Das Werk soll m der Regie des Intendanten Herbert Maisch, unmittelbar
25762 30219 30965 32180 33543 38486 44236 47031
48792 67044 58869 67510 69754 72995 82607 89609 ----- 101840 104088 117152 119576 124728
138987 -
162675 193248 217078 246967
roman scheut hier ( wie auch.sonst in manchen Gegenwartsbüchern) nicht, zeitgenössische Dor-
«mit und Utssenilbaft
= Urausführung bet „Marneschlacht- in Mannheim. „Die Marneschlacht von Paul Joseph Cremers,, das aufsehenerregende „ erste Buhnenwerk über die deutsche Tragödie an der Marne, geschrieben im Zusammenhang mit einer kritischen Quellendarstellung von Carl Bark wurde aus dem Manuskript vom Jto=
auch innere Bewußtseins-Vorgänge werden gewissermaßen ungeformt, wie sie in unserm un- bewußten Denken vor fich gehen, wieder- n»n»fw>n Damit wird aber diese neue Form
Im Gewinnrade verMevenr 2 Prämien zu je 500000, 100 SchlußprSmien zu je 8000, 2 ®e- winne ,u je 75000, 2 gu je 50000s, S zu je 10000, 44 au j« 5000, 64 zu je 8000, 168 zu je 2000, 838 z« je 1000k 574 zu je 500, 1790 zu je 400 M.
gerichtet ist, aus dem Auge verlieren. Aber nicht nur äußeres Geschehen wird so tn film- artig schnell wechselnden Bildern dargestellt.
nungen und 2U5tDer|prüfen. — -fern Geschehen liegt ein zeitgeschichtliches Ereignis zu Grunde: der Tscherwonzenfälschungsprozeß — jener Prozeß um den eigentümlichen Versuch, dem Sowjetsystem durch Fälschung ihres Geldes zu schaden —, eigentümlich insofern als sich gewinnsüchtige Elemente mit politischen
unschwer Sir Henri Deterding zu erkennen gewisse andere Personen zielen deutlich auf bekannte Politiker — ist gerechtfertigt durch das polemische Element, das den echten Gegenwartsroman auszeichnet. Sie macht die zu bekämpfenden Ideen oder Mächte künstlerisch glaubhafter Der Gegenwartsroman will ja nicht, wie bei Schlüsselroman niederer Sorte
Dtemniidle Stttima, Marburg «. L. Freitag, den S. September 1832
9t. 212
Not und höhere Schute
Schwe-entaye in Koburv
tat den weitaus kräftigeren Rückgang erfahren. Mancher möchte es wohl aufatmend begrüßen, dah der übertriebene Andrang zum höheren Schulwesen endlich einmal nachläht, aber die tiefere Ursache dieser Erscheinung, die bittere Rot, die so zahlreichen Eltern den Mut und die Möglichkeit genommen hat, im althergebrachten Sinne das Beste für ihre Kinder zu tun, läßt keine Befriedigung über den geschilderten Vorgang aufkvmmen. Eine seiner sicheren Folgen ist ja die erneute ruckweise verschlechterte Anstellungsaussicht für Anwärter auf das höhere Lehramt. Darüber hinaus entsteht die Sorge, dah der Abfall des höheren Schulwesens sich in den nächsten Jahren infolge der Rot zu einer neuen Gefahrenquelle ausweiten kann, weil der wissenschaftliche Nachwuchs, der die Heber- lieferungen namentlich auch der technischen Wissenschaften, die für unsere Wellstellung ausschlaggebend bleiben werden, aufnimmt und weiterleitet, ausbleiben könnte.
L. F. Campe.
Lagerleben auf dem Koburger Marktplatz.
Die S at Koburg beging das Gedenken der 3 0 Wiederkehr des Todestags Gustav Adolfs mit allerle. irachtenreichen Veranstaltungen, die an die Schwedenzeit von 1632 erinnerten.
gestaltete sich un Reiche nicht gleichmäßig. Bei den Knaben führt Mecklenburg-Stre- litz nut der Riesenziffer von 47,7 v. H., also fast der Hälfte, während in diesem Lande die Mädchensexten „nur" um ein gutes Viertel zurückgingen. Oldenburg steht an der Spitze bei den Wädchensexten mit mehr als einem Drittelverlust, seine Knaben kamen mit einem knappen Viertel davon. Heber den Reichsdurchschnitt lie- gen außerdem bei den Knabensexten in Anhalt, Bremen, Oldenburg und Sachsen mit einem Rückgang von rund einem Viertel, während Bayern mit 29,6 v. H. über das Diettel besonders weit hinausreicht. Ungefähr dem Reichsdurchschnitt entspricht der Rückgang in Preuhen und Thüringen; dem Fünftel nahe bleiben noch Mecklenburg-Schwerin, und Württemberg. Den airngsten Rückgang an Sexten weisen auf Hessen mit 16,2, Baden mit 14, Braunschweig mit 13,5 und Lübeck sogar nur mit 6 8 v. H. Doch besteht in diesen Fällen die Wahrscheinlichkeit eines schärferen Rückganges schon in den früheren Jahren.
Dieses Zahlenbild vermittelt den Eindruck einer wirklichen Einstu rzkata- strophe in unserem höhöheren Schulwesen, wenn man es an dem Geburtenstand mißt, der ja eine Kurve nach unten erwatten ließ. Bei einem Vergleich ergibt sich, daß außer den natürlichen viel stärker wiegende neuartige Ursachen mitgewirkt haben müssen. And die liegen, daran besteht nicht der geringste Zweifel, in der allgemeinen wirtschaftlichen Not unseres Volkes. Sie macht es den einstmals aufstrebenden Schichten unmöglich, ihre Kinder auf die höheren.Schulen zu bringen. Das wird auch durch die Erscheinung unterstrichen, dah in Otten mit Lateinschulen und Realanstalten diese letz-
Deutsche
Heft dem Schulbeginn dieses Jahves ist fchon bekannt gewesen, dah ein ungewöhnlicher Rückschlag bei der Schülerzahl der Deutschen höheren Schulen zu erwarten «ar. Die Aeberfüllung der akademischen Derufe und der unbedingte Zwang für die Hchulverwaltungen, den Eltern durch Auf- aahme ihrer Kinder nicht unerfüllbare Hoffnungen zu machen, ihnen sozusagen Mt „Ware" zu liefern, für die auf dem Markt des Kampfes ums Dafein keine Dachs rage besteht, hatten in dies em Jahre «U einem „planmäßigen- Abbau der Sex- ten Anlaß gegeben. Verschärfte Prü- stingsbestimmungen kamen heraus; einige Länder wollten sogar die erfolgreichen Hextakandidaten noch nach einem halben Jahre zurückweisen können, und ähnliche hemmende Bestimmungen gab's in Masse. Mit diesen Absichten traten die höheren Schulen auf jeden Fall zu spät hervor; Henn in allen Ländern des Reiches blieb her sonst «in den letzten Jahren kaum zu Sberwälttgende Ansturm der Eltern, die ihren Kindern einen höheren Bildungs- tpeg sichern wollten, aus, so daß die 2lbbau-„Pläne" der Anstallen durch Die mangelnde Nachfrage noch unterboten würben.
Die nunmehr auf fast allen Ländern vorliegenden Aeberstchten zeigen überall einen so sturzartigen Rückgang der Neueinttttte bei den höheren Schulen, daß für die Erklärung der Geburtenrückgang uitd auch die scharfen Abbauabsichten im Zusammenhang mit der Aeberfüllung der akademischen Berufe bei weitem nicht mehr zu- langen. In dem um diese Frage entstandenen amtlichen Zifsernmeer fällt die Zahl 18 500 für den Gesamtrückgang des Bestandes der höheren Knabenschulen des Reiches schon ganz besonders auf, wenn man sich vergegenwättigt, daß in den letzten Jahren durchweg mnb 40 000 Abiturienten aus den höheren Lehranstalten entlassen wurden; der Gesamtrückgang Der Schülerinnen beträgt über 10000 und hält anteilsmäßig mit dem der Knaben ungefähr Schntt. Bezeichnenderweise ist die Abnahme des Gesamtbestandes der höheren Knabenschulen aber doch um einige Zehntelprozente höher. Dieses Bild verschiebt sich jedoch noch mehr zu Angunsten der Mädchen, wenn man bei der Bettach- tung nur die Sexten berücksichtigt. Bei den Knaben vermindette sich ihre Zahl um 10, der Schülerstand aber um 20,3 V. H.; bei den Mädchen sank die Zahl der Klassen sogar um 14,5, jene der Schülerinnen um 21,9 v. H.
Sine Derartige Schülerbewegung, Die bei den Sexten am ausdrucksvollsten war, aber die anderen Klassen, namenllich bei den Knabenschulen, ebenfalls nicht verschonte, muß naturgemäß auch zu einer Schulschrumpfung schwerwiegender Art im ganzen Reiche fuhren. Nicht weniger als 22 öffentliche Schulen, gewiß der Stolz ihrer Standorte, sind durch Auflösung oder Zusammenlegung ganz verschwunden, und rund 50 Schulen kehrten zum „NormallhP zurück, gaben also Die zweiten und Dritten Parallelklassen aus. Das ist aber mir eine erste Verlustliste auf diesem Trümmerfelde. Sie wird zu nächsten Ostern erheblich ausgedehnt werden, so daß man aus dem Mickgang der Sexten im Reich und in Den Ländern ebenfalls nur erst Anhaltspunkte sür eine überaus traurige Entwicklung gewinnen kann. Der Ausfall der Sexten
Das scharlachrote Hemd des Prinzen von Wales.
Der Prinz von Wales und sein jüngerer Bruder Georg nahmen an dem Manöver der englischen See- und Luststreitkräfte tm Mittelmeere teil. Nachdem das Manöver beendet war, begaben sich die beiden Prinzen im Flugzeug nach Cannes an der fran- zösischen Riviera. Das plötzliche Erscheinen des Prinzen von Wales am Badestrand in einem scharlachroten Hemd mit freiem Byron-Kragen und hellgrauer Flanellhose war die große Sensatton des Tages Noch am selben Abend wimmelte es in Cannes vor scharlachroter Hemden mit grauen Hosen.
Romane ter «egenwarl
Als die bevorzugtesten Formen in der deutschen Romanliteratur hat man den Bildungsroman und den Zeitroman angesehen. Beide gehen vom gleichen Problem aus, nur liegt bei beiden der Blickpunkt verschieden. Wenn wir als den Gegenstand des Romans, mit Otto Ludwig, den Menschen unter dem Einflug historischer Mächte sehen, so liegt beim Bll- dungsroman das ganze Interesse beim Menschen der sich bilden läßt von den 2deen- mächten der Zeit oder fich durchsetzt gegen die Mächte seiner Gegenwart. Der Zeitroman hingegen versucht den Zustand einer Zeit an ihren Mächten aufzuzeigen oder auch den Jdeenwandel, den gesellschaftlichen Umbruch als Werden selbst an Menschen und Menschen- gruppen darzustellen. Die Verlagerung des Interesses vom Einzelnen, von der fich bildenden Persönlichkeit hinweg zur Gruppe, zum Kollektiv (um dies wenig schöne Modewort zu gebrauchen), zu den Fragen des sozialen und politischen Lebens, wie wir es heute erleben, begünstigt weitgehend den Zeit roman, vor dem Bildung? roman. Leicht begreiflich, daß mit diesem Wandel des Inhaltes sich auch die Form ändert. Hatte der Bildungsroman an dem Bildungsträger. dem Helden, gewissermaßen einen Leitfaden, der die Einheitlichkeit der Handlung gewährleistete, so besteht beim Zeitroman die Gefahr des Sichverlierens in einem breiten Nebeneinander der Handlungsteile. Wie solcher Gefahr ein überlegener Kunstverstand Herr werden kann, zeigt der Roman „Engelgasse" des Engländers 2. B. Priestley. Dies Buch hat keinen Helden. Mittelpunkt des Geschehens ist ein kleines dunkles Büro in einer engen Geschäftsgasse der Londoner City. 2n ihm haust eine leidlich große Holzbandelsfirma mit Chef, Kassierer,
Buchhaltern, Lehrjungen, Sekretärin und Tippmädchen. Man kämpft redlich und ein bißchen altmodisch mit den auftegenden Ee- schäftsschwierigkeiten unserer Tage, bis plötzlich ein etwas dunkler, aber sehr lebensmächtiger Geschäftsmann austaucht mit billigem Holz aus Estland, Finnland — wer weiß das so genau? Das Geschäft blüht auf — bis plötzlich wieder der Fremde verschwindet und mit einem großen Defizit die Engelgasse im alten trostlosen Einerlei und dem dicken Londoner Rebel zurückläßt. Dieser Handlungsrahmen wird aber ausgefüllt mit unendlich viel Leben. Mit seinem trockenen, etwas bitteren Humor führt der Verfasser uns durch die verschiedensten Gesellschaftsschichten Londons. Das Mittel dazu? Sehr einfach, aber im Ausbau sehr glücklich — wir begleiten jeden der Büroangehörigen einmal in sein Privatleben, sein Heim, seine Vergnügungen und bekommen damit ein ungemein aufschlußreiches Bild bürgerlichen und kleinbürgerlichen Lebens — sehr humorvoll, garnicht gehässig, wie deutsche Schriftsteller das gern find, — und garnicht langweilig. Was Priestley hier an englischer Bürgerwelt aufzeigt, den Kampf mit veränderten Verhältnissen, das versuchen für die deutsche Adelswelt zwei deutsche Bücher: Richard von Kühl man ns: Kett tenträger und Henry Benraths „Ball auf Schloß Kobolnow". Beide handeln vom „sterbenden Adel", v. Kühlmann, der frühere Siaatsseftetär des Aeußeren, berichtet vom Untergang eines großen, alten , adligen Besitzes, dessen Erhaltung wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist, mit dessen Untergang aber ein unendlicher Verlust von künstlerischen und menschlich-seelischen Werten verbunden ist. So sympathisch die Haltung Kühlmanns diesen Werten gegenüber ist, so hübsch die kunstgeschichtlichen Einzelheiten etwa geschildert
werden, es ist zuviel Freude an der intimen Kenntnis hochadligen Lebens in seiner Darstellung, als daß man dem Erzähler den gan- zen Ernst zutraut, den dieser Vorgang des Untergangs einer ganzen Schicht enthält. Kann man aber Kühlmann wenigstens das innere Verständnis seiner geschilderten Welt nicht absprechen, so muß man bei Benraths „Schloß Kobolnow", so erfrischend seine boshafte Witzigkeit auch ist, doch sagen, daß hier ein Mann versucht, ostdeutschen Adel darzu- stellen, der eigentlich gar keine, Verstehensmöglichkeiten für ostdeutsche, preußische Dinge mitbringt. Der Erzähler führt sich selbst als Handlungsträger ein Er berichtet von einem Fest auf einem ostpreußischen Adelssitz, auf dem er, ein westdeutscher Schriftsteller, gerade zu Besuch weilt. Sehr kritisch, aber zu sehr aus dem Blickpunkt von 1918, wird der Adel unter die Lupe genommen, der fich nicht umzustellen vermag auf die Erfordernisse der Gegenwart. So richtig auch manches gesehen sein mag, so richtig die Forderung ist, daß Osten und Westen, preußische Zucht und westdeutsche „Herzlichkeit" sich begegnen müssen, — für die eigenen Werte des Preußischen, für die eige- nen Aufgaben des Ostens fehlt diesem Mann ausgesprochen west-europäisch geprägter Geistigkeit doch das Verständnis. — 2m Aufbau können beide Bücher nicht sehr befriedigen, es ist zuviel Betrachtung, Reflexion in ihnen, die der moderne Roman ja, seinem Wesen nach, enthalten soll, die aber niemals das Er- zählungsgefügr sprengen darf. — Einen ganz großen Ansatz gegenwärtiges Leben im Roman darzustellen, macht Robert Neumann in seinem umfangreichen Roman „Die Macht' - Hier scheint der echte Zeittomani zu sein, der die entscheidende namenlose Macht der Gegenwart das Geld, zum Träger der Handlung macht. Die F o r m des alten Romans ist ganz