Das Ziel unserer
differenzierende Sozialversicherung tritt mit dem Motto: „Jedem das Seine" und nicht
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Frcilag, krn S.ErvI. 1932
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Berlin, 8. Sept, lieber den Empfang der Vertreter der gewerkschaftlichen Spitzenorgam, sationen beim Reichsarbeitsminister ""lauter
elementare Ereignisse »»«fallende zkmmnern wird kein Ersatz geleitet. «erlag, Dr. §. Hitzeroth. der Unlb-Buchdrecherei Zoh. Ang. Koch, Markt 21/28. Fernsprecher: Rr. 2054«. Ott. 2055 Postscheckkonto: Amt Frankfurt
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Proteste der Arbeitnehmer
Schärfster Widerstand gegen das Regierungsprogramm
einem solchen Zeitpunkt sei es notwendig, daß von der Staatsführung Mahnahmen getroffen würden, die den wirtschaftlichen Auftrieb verwerten und beschleunigen. Gegen die generelle Ermächtigung der Reichsregierung auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung äuherte Abg. Joos jedoch Bedenken. Die jetzt geplanten Mahnahmen seien in erheblichem Mähe oerbesserungsbedürstrg.
Das Zentrum set überzeugt, dah der Konjunkturantrieb nur barm anhalte, und die staatlichen Eingriffe nur dann di>e beabsichtigte Wirkung haben könnten, wenn eme B eruhigung und Festigung der politischen und staatlichen Verhältnisse auf längere Sicht gewährleistet sei. Ebenso sei
schicken der Nation zwingt uns indes auf den Weg, den wir beschritten haben und pflicht- gemäh weiterverfolgen.
das Zentrum davon überzeugt, dah m da augenblicklichen Regierungskonstellation diese politische Stabilität nicht gegeben, sei und durch sie auch nicht erreicht werden könne. Wenn die Regierung kerne Mehrheit im Reichstage finde und trotzdem hn Amte bleibe, sei sie gezwungen, den Reichstag erneut aufzulösen.
Die jetzigen politischen VahAtnisse böten folgende Perspektiven: Gefahr von Staatsstreich, Auflösung der Parlamente. Neuwahl, mehrfache Neuwahl. Unter solchen Umständen, meinte er roeitei, werde auch beim schönsten Wirtschaftsprogramm die Unternehmungslust nicht geweckt.
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nicht gelungen sei, die schweren Bedenken zu zerstreuen, die von den Gewerkschaften gegen den sozialpolitischen Teil der Notverordnung geäußert wurden.
Die Gewerkschaftsvertreter aller Richtun-
Wirtfchaftsführer der NSDAP, und des Zentrums hatten am Donnerstag nachmittag beim Reichstagspräsidenten Eoering eine mehrstündige Aussprache. Hebei ihren Verlauf wurde folgender Bericht ausgegeben:
„Sn einer gemeinschaftlichen Besprechung, die zwischen Abgeordneten der NSDAP, «nd der Zentrumspartei am Donnerstag nachmittag stattfand, beschäftigte man sich f mit wirtschaftlichen Fragen. Sm Vordergrund stand das drängende Problem tur Arbeitslosigkeit, ferner die Konjunkturlage, das Wirtschaftsprogramm der Regierung Papen und die Sorge für den Winter. Die Sachverständigen beider Parteien änderten ihre ernsten Bedenken, daß tCe Subventionierung der gesamten Betriebe durch Steuernachlahscheiue das gesteckte Ziel, Arbeiter an ihre Stätten z»- rückzubringen, nicht erreichen, vielleicht in eine schwere Enttäuschung münden werde. Der sozialpolitische Teil tret Notverordnung. der den ganzen Bestand sozialer Rechte und Einrichtungen in das Ermessen einet Regierung stellt, die nur eine kleine Minderheit in der Volksvertretung und sicher keinen Rückhalt in Arbeiternehmerkreisen besitzt, fand übereinstimmend Ablehnung. Darüber ergaben die Besprechungen hinsichtlich wirkliche« Arbeitsbeschaffung und des Konjunkturanschlusies Möglichkeiten, für deren Durchführung auch eine arbeitsfähige, vom Vertrauen des Volkes getragene Mehrheit vorhanden ist."
In Berliner politischen Kreisen sieht man mit Spannung dem Empfang bes Reichstagspräsidiums beim Reichspräsidenten entgegen. Er wird sich so abwickeln, bah bei Reichspräsident zunächst die Vorstellung der Mitglieder des Präsidiums entgegennimmt, und im Anschluß daran wird dann Präsident Göring seine Auffassung über die politische Lage entwickeln. Der Reichspräsident wird diese Ausführungen entgegennehmen. Es dürfte von den Umständen abhängen, ob er darauf erwidett. Sollte bas ber Fall lein, so wirb er, wie man in politischen! Kreisen vermutet, barauf Hinweisen, bah bie Notwenbigkeit einer ungestörten Durchführung des Wirtschaftsprogramms und bte überaus wichtigen Verhandlungen mit dem Auslande in der Abrüstungsfrage einen Wechsel in der Reichsregierung nn gegenwärtigen Augenblick unmöglich machen.
Dann wirb am Montag btr Reichstag zuiammentreten, um bie Regierungserklärung entgegenzunehmen. Die Einzelheiten bet Tagung sinb in bei Besprechung zwischen bem Reichstagspräsibenteir unb bem Kanzler festgelegt worben. Die Unterhaltung bauerte etwa eine Stunde. Man kann wohl annehmen, dah sie sich auf die Formalien bei Reichstagstagung beschränkte, zumal bie gestrige Rebe Hitlers, besonbeis in bem Teil, der sich gegen ben Reichspräsidenten richtete, in Kreisen der Wilhelmstrahe kaum dazu beigetragen haben dürfte, eine freundlichere Atmosphäre zu schaffen. Die Aussprache im Reichstag wirb voraussichtlich zwei Tage dauern, so bah bie Auflösung also für Mitte bei Woche erwartet wird. Gestern mittag rechnete man noch mit der Möglichkeit einer erneuten Vertagung um etwa eine Woche. Bei den mah- gebenden Patteien des Reichstages herricht aber jetzt eine Stimmung vor, , die die Möglichkeit einer solchen Pause wieder reduziert hat. Sollte danach ber Empfang Görings denn Reichspräsibenten bie Aussichtslosigkeit der Bemühung«« um einen Regierungswechsel
Berlin, 8. Sept Die deutschnationale Reichstagsfraktion hielt am Donnerstag nachmittag in Anwesenheit des Parteiführers Dr. Hugendeig eine Sitzung ob, die sich zunächst mit Wirtschaftsfragen beschäftigte. Im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsprogramm der Regierung wurden anträge vorbereitet, die insbesondere eine Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft und sozialpolitische Forderungen bei den neuen Mahnahmen zum Ziele haben.
Die Fraktion nahm bann eine Entschließung an, in ber es heißt, baß sie mit Empörung von ben Veröffentlichungen Kenntnis nahm, bie besonders die nationalsozialistische Presse planmäßig im ganzen Lande über die Deutsch- nationale Dolkspartei und ihren Rührei' verbreite. Diefe unwahren und gehässigen Behauptungen hätten nur ben Zweck, von ber in ben Reihen ber Nationalsozialisten herrschenden schweren Unruhe abzulenken, bie durch das parlamentarische Kuhhandeln der nationalsozialistischen Führer mit der „nationalen* Zentrumspartei entstanden sei.
Ein Amnestieantrag in Preußen.
Berlin 8. Sept. ImRechtsaus- schuß des preußischen Landtages verlangten die Kommunisten außerhalb der Tagesordnung Annahme eines Antrages, wonach das Staatsmini» sterium ersucht werden soll, von ber Strafvollstreckung derjenigen Straftaten vorläufig Ab st and zv nehmen, auf welche die im Juli b. 3- versuchte Amnestie Anwendung gefunden hätte. Der Antrag wurde dahin begründet, daß das Justizministerium inzwischen in diesen Fällen die Durchführung der Strafvollstreckung angeoidnet habe. Abg. Dr. Korintenberg (Ztr.) erhob gegen die Zuständigkeit des Ausschusses in dieser Frage ofjne vorherige Beauftragung durch das Landtagsplenum ^' denken. Der kommunistische Antrag wu -er von den Aationalsozialisten unterstützt und fand damit Annahme mit 13 Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten gegen 12 Stimmen der Deutschnationalen, 6es Zentrums und der Sozialdemokraten.
bartmt, so werde« wahrscheinlich bte Parteien leine Vertagung eintreten lassen. Das Schicksal bes Reichstages wird sich also voraussichtlich am Mittwoch ober Donnerstag ber kommenden Woche besiegeln.
Die Haltung des Zentrums
Der geschäftsführenbe Vorsitzenbe ber Deutschen Zentrumspartei, Abg. Joos, sprach heute vor ben Berliner Vertretern ber Zentrumspresse zur politischen Lage. Das Zentrum teile, betonte ber Redner, mit der Reichsregierung bte Auffassung, baß gewrsie Anzeichen für eine begtmtenbe Besterung bet Weltwirtschaftslage vorhanden seien. In
ck unserer gegenwärtigen Be- so betonte Abg. Joos u. a., ist ... _ von Möglichkeiten, eine Regierung zu bilden, bte sich auf eine parlamentarische Mehrheit stützt, Vertrauen int Volke hat unb die volle Innehaltung der Verfassung garantiert. Mit einer solchen Regierung kann der Gedanke eines Vertrauenskabinetts (sogenanntes Prä- fidiallabinett) durchaus in Einklang gebracht werden. Es muß möglich fein, eine Mehrheit im Reichstage zu finden, die in Selbst- biszipltn einer Regierung auch ihres Vertrauens die Möglichkest zu starker politischer Führuns und zu entscheidenden Entschlüssen gibt. Nach unserer Ueberzeugmtä stehen solche Möglichkeiten, wte ich sie andeute, auch heute noch offen. Reine Patteiüberlegungen könnten uns den leichteren Weg der Opposition weisen. Der Gedanke der Mstverantwartung an den Ge-
RSDAP.
München, 8. Sept. Am Mittwoch, dem letzten Tage der programmatischen Beratungen in der Reichsleitung der NSDAP, im Braunen Hause in München, sprach Reichstagsabgeordneter Dr. Ren- teln über die Unzulänglichkeitt kapitalistischer Methoden zur Ankurbelung der Wittschast. Insbesondere übte der Redner Ktttik an dem Papenschen Wittschasts- programm. Werner D a i z sprach über Zinssenkung, Lastensenkung und zusätzliche Arbeitsbeschaffung, während Reichs- tagsabgeordnetei Reinhardt noch einmal in großen Zügen die nationalsozialistische Drundeinstellung zur Arbeitsbeschaffung umtth und ausfühtte: Die deutsche Wittschast sei durch das System Brünings ebenso wie durch Papen nicht angekurbelt, sondern abgekurbest worden. Es dürfe keine weitere Kürzung der Löhne, Gehälter und Renten erfolgen. Ein grundsätzlicher Umbau des Steuersystems, eine Senkung der Zinssätze, eine Streichung überflüssiger Sachausgaben müsse eine Erhöhung der gesamten Kaufkraft erzielen. Abgeordneter Feder hielt zum Schluß noch einen Dor- trag über finanztheoretische Grundlinien, wobei er die alten nationalsozialistischen Forderungen nach Verstaatlichung des Geld- Und Kreditwesens in Erinnerung brachte und sagte, dah das Geld wieder Diener der Wirtschaft werden müsse, und daß die Arbeit das Geld schaffe.
Der Großhandel warnt vor Einführung b* Emfuhrkontmgente.
Berlin, 8. Sept. Reichswittschasts- mmister Prof. Dr. Warmbolb empfing unter Beteiligung bes Reichsverbanbes bes Deutschen Groß- unb Uebcrseehanbe^ fuh- renbe Persönlichkeiten ber an ber Ems um laubwittschastlicher Produkte beteiligten Eroß- hanbelskreise. Es wurden bem Minister gegenüber bie großen Besorgnisse zum Ausdruck gebracht, bie über bie Absichten ber Reichsregieruug, burch Einführung bes Einfuhrkontingentssystems eme grundsätzliche Schwenkung ber deutschen Handelspolitik vorzunehmen, m ben beteiligten deutschen Wittschastskreisen herrschm. An Beispielen der vor allem in Frage kommenden Warengruppen wurde nachgewiesen, daß die von der Landwittschast erhostten Wirkungen für die einzelnen Produkte mit Sicherheit ausbleiben würden, anbererietts aber seit Jahrzehnten unter großen Opfern ausgebaute Eeschäftsbeziehungen unübersehbaren Schaben erleiben müßten.
Anzeiger für (das frühere knrhessisrhe) Oberhefsen
Anzeiger ber amtlichen Bekanntmachungen für Stabt unb Kreis Marburg,
gen hätten gegen die Maßnahmen der Regierung schärfste Verwahrung eingelegt und erklärt, daß sie mit jedem nur zulässigen Mittel dagegen Widerstand leisten würden. Bon einzelnen Sewerk- schastsoerttetern sei der Einbruch in das geltende Arbeits- und Tarifrecht durch Notverordnung als eine Verletzung der Reichsverfaffung bezeichnet »ud in Aussicht gestellt worden, daß man auf dem
Rechtswege dagegen vargeheu werde.
Der Reichsarbeitsminister hab« versichett, baß die Reichsregierung die Jnteresien der Arbeiter und Angestellten bei Durchführung der Notverordnung im Rahmen des irgendwie nur Möglichen berücksichtigen werde und betont, daß alle biete Maßnahmen doch nur den Zweck hätten, die Arbeitslosigkeit zu verringern und die Einrichtungen der deutschen Sozialpolitik und Sozialversicherung über bie Krise Hinwegzubringen.
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Di« Verwaltung bes Deutschnationalen Hanblungsgehilfen-Derbanbes hat am 6. September in einer Pressebesprechung bie Bedenken der Angestelltenschaft hinsichtlich der soeben erschienenen Notverordnung vorgetragen. Der Verband lehnt die Notverordnung auf das schärfste ab, würdigt es jedoch, wenn eine Regierung Maßnahmen zur Belebung bet Wirtschaft ergreift unb ben Wunsch ausspricht, daß diesen Bestrebungen auch ein Erfolg beschieden ist. Die Steuerscheine seien ein Zugriff auf künftige Steueraufkommen und praktisch ein Wechsel der jetzigen Regierung, den andere unter Umständen einlösen müssen. Sie sind Geschenke auf Kosten der Gesamtheit, die, wenn man an eine Konjunkturwende glaubt, man durchaus bejahen könne. Daneben aber treten Geschenke auf Kosten bet Arbeitnehmer, besonbers bie Lohnsenkung bei Neueinftellun- aen- Diese Lohnsenkung werde mit aller schärfe abgelehnt, da ein doppelter Anreiz nicht notwendig sei und weil die Lohnsenkung sozial unerträglich und wittschastlich gefährlich sei. Sie werde ein Lohnchaos zur Folge haben
Am gefährlichsten aber sei die «eneralvvll- macht für die Sozialversicherung »nd das
Sozialrecht.
Prattisch würden alle Rechtsverhältnisie in den Versicherungen und alle Rechtsansprüche ttotz Prämienzahlung aufgehoben. Der DHV sei bereit, an Reformen positiv mitzuarbeiten, wenn eine organische Sozialpolitik getrieben wird und an bie Stelle bet nivellierenden bie
men beim utetajsarneiibrnuuiici .aßen bas Gleiche.
«SÄ*-'
Ein neues Wirtschaftsprogramm
Ein gemeinsames Programm der N.S.D.A.P. und des Zentrums — Reichstagsauflösung trotzdem wahrscheinlich