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V,l1 Ubr.

Die Regierung ohne parlamentarischen Rückhalt Aber Rem

Die Antwort Frankreichs

Aenderungen nur im Rahmen der V ertrage

Vernunft und in Uebereinstimmung mit den internationalen Verträgen

niemals Gegenstand direkter und ausschließlicher Verhandlungen zwischen

Paris und Berlin sein könuten.

Die deutsche Drohung, in Zukunft nicht mehr an den vorbereitenden Alberten der Abrüstungskonferenz teilzunehmen falls ihr in der Rüstungsfrage keine Genug­tuung gegeben werde, sei vollkommen un­begründet und könne durch nichts gerecht- ferttgt werden.

deutig. Die dritte Möglichkeit sei schließlich die: Deutschland fordere Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage und zwar auf dem niedrigsten Stand, das heißt in Ueberein­stimmung mit dem möglichen Ergebnis der Abrüstungskonferenz. 3n diesem Falle werde die Reichsregierung gut daran tun, die positiven Auswirkungen der Ab­rüstungskonferenz abzuwarten. 2n der französischen Antwort, so betont das Blatt weiter, werde die französische Regierung ferner zum Ausdruck bringen, daß dre deutschen Forderungen aus Gründen der

PariS. 7. Sept. H a v a s erklärt. die . Veröffentlichung der deutschen Denkschrift über Rüstungsgleichberechtigung sei in französische« diplomatischen und Regie- ruugskreisen nicht ungünstig ausgenommen worden. Man sej nämlich der Ansicht, daß I di« durch das Dokument geschaffene Lage durch die jetzige Berliner Initiative noch I weiter geklärt sei. nachdem die Situation schon durch Reden und Interviews Ws deutschen Reichswehrministers, die vor und I nach der Denkschriftübergabe erteilt wur- I den präzisiert worden sei. Durch die Ber­liner Initiative sei den Verhandlungen über dieses Problem nunmehr jeder ver­trauliche Charakter genommen, und es laste sich Voraussagen, daß auch die fran­zösische Regierung ihre Antwort an Deutschland veröffentlichen werde, sobald sie von der deutschen Regierung zur Kennt- | ui» genommen sein werde.

Die Antwortnote

P a r i s. 7. Sept. Wie halbamtlich ver­lautet. ist die französische Ant­wortnote an die Reichsregierung be­reits abgefaßt. Der Wortlaut hat jedoch noch keinen endgültigen Charakter. Der vorläufige Text soll vermutlich am Freitag dem Ministerrat unter Vorsitz des Staats­präsidenten zur endgültigen Prüfung vor­liegen. Der Wortlaut der französischen Antwort soll erst nach der Uebermitttung an die Reichsregierung in Paris ver­öffentlicht werden.

Wie am Quai d'Orsay verlautet, ist der Antworteutwurs auf die deutsche Denk­schrift bereits den Regierungen der wich­tigsten Teilnehmermächte am Vertrauens- «bkommen von Lausanne im Wortlaut mitgeteUt worden. Ueber den Inhalt ver­weigert ma« voAäufig am Ouai d'Orsay jede Erklärung.

DerMatin" glaubt in der Lage zu sein, einige Angaben über

den vermutlichen Inhalt der Antwort machen zu können. Drei Möglichkeiten sollen von der französischen Regierung hervorzehoben und geprüft worden sein. Wenn es der Reichsregierung darauf ankomme so werde es in der französischen Antwort heißen die Effek­tivbestände der Reichswehr zu erhöhen und sich der Militärklaufel des Versailler Ver­trages zu entledigen, so müsse sie dazu die Meinung der Earantremachte dieses Ver­trages einholen. Der gegebene Ort hier­für sei Genf, umsomehr als Deutschland Mitglied des Völkerbundes fei. Wenn sich die deutschen Forderungen darauf be­schränkten eine Umänderung der Militar- ftatuten vorzunehmen, so habe die Re,chs- regierung die Möglichkeit, ihre diesbezüg­lichen Vorschläge in Genf zu unterbreiten Dies jedoch unter der Bedingung, daß die Umänderung der Statuten Jeme Er­höhung der Effektivbestande nach sich ziehe. Der Wortlaut des Versailler Vertrages sei gerade in diesem Punkte klar und unzwei-

würde dan« also Mitte der nächsten Woche erfolgen. Die Neuwahlen würden dann in der ersten Novemberhälfte, also voraus­sichtlich am Sonntag. 6. November, statt­finden.

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Glaubt man in Kreisen der Regierung wirklich, schon so starke moralische Eroberungen denn die praktischen Erfolge können ja nicht in wenigen Wochen erzielt werden gemacht zu ha­ben, daß Neuwahlen eine wesentlich an­dere Zusammensetzung des Reichstags er­geben würden? Zweifellos werden viele Deutsche dem mutigen Vorgehen des Reichskanzlers die Anerkennung nicht ver­sagen Aber die Masten der Wähler ha­ben ein berechtigtes Mißtrauen gegen­über allen noch so vollendeten Reden und Programmen, sie wollen erst Erfolge sehen. W'e aber will man Erfolge sei es mit diesem oder dem näch­sten Reichstag, erzielen könnM. wenn man nicht wenigstens einen Teil derjenigen Volkskreise von denen man neue Opfer fordert, auch zur Mitarbeit heranzu­ziehen weiß?

fk. B e r l i n, 8. Sept. Der Her, Reichs­präsident ist heute früh 7 Uhr ans Neudeck wieder in Berlin eingetroffen.

Empfang beim Reichspräsidenten am Freitag.

In politischen Kreisen interessiert ««« sich natürlich lebhaft für die Frage, wie sich die politische Situation nun während der nächsten acht Tage entwickeln wird. Der Empfang de» Reichstagspräsidenten« ring, der für Freitag oder Sonnabend in Aussicht genommen war. wird am Freitag stattfinden. Sn Kreisen der Wilhelmstratze bezeichnet man diesen Empfang als einen Höflichkeitsbesuch. Am Montag nach­mittag wird der Kanzler im Reichstag seine große polittsche Rede halten ««d daran schließt sich voraussichtlich die Aus­sprache an. Sn unterrichteten Kreisen glaubt man. daß bis etwa Mittwoch abend eine Klärung der innerpolitischen Situ­ation eintreten wird. Nach der augen­blicklichen Beurteilung hält man d'e Aus­lösung für kaum noch vermeidbar. S«

Der franrösische Torpedoboots-ZerstörerLe Casiard .

stellte auf einer Versuchsfahrt einen neuen Schnelligkeitsrekord auf. Er erreichte eine Höchstge­schwindigkeit von 43,4 Knoten, das sind fast 80 km in der Stunde.

Hindenburg in Berlin

Morgen Empfang des Reichstagspräsidiums

druck gewinnt man bei einer unvoreinge­nommenen Lektüre des Selbstgesprächs, das der ReichSauhenminister von Reuratv durch den Mund eines amtlichen Presse« vettreters mit sich selbst geführt hat und dem die offizielle Enthüllung der für Paris bestimmten deutschenDiederschrift folgte. Beide Schriftstücke, das Interview und die Riederschrift, enttäuschen auf den nsten Mick bereits durch ihre Ausführlichkeit. Das Interview stellt einen großen Aus­land an Gründen dar, mit denen belegt werden soll, waseigentlich nut mit der -Niederschrift gemeint gewesen sei, daß die bekannte französische Indiskretion daraus erst eine große Geschichte gemacht habe, daß die französische Regierung tn völliger Verkennung des Konsultativpaktes die Die­derschrift sofort brühwarm allen an diesem Pakt beteiligten Regierungen ^steckt habe und daß der ReichSauhenminister nun .ei­nerseits mit dem Text herausrucke, um zu beweisen, daß das zweckverlogene Gerede des Auslandes von deutschem »Auf« rüstungswillen unwahr sei.

Warum so viel Wolle? Die Situation I ist- seit den letzten Ereignissen in Genf, in denen die Entschließung der Abrüstungs­konferenz auf ein unmißverständliches beut« sches Dein stieß, für den diplomatischen Gebrauch hinreichend flar gewesen. Hinter diesem deutschen Rein stand als moralische Kraft die amellkanische Abrüstungsosfen« sive stand ferner die offene und eindeutige Zustimmung Italiens, stand schließlich auch I das Votum der sowjetrussischen Konferenz-, abordnung. Englands Haltung war wie immer weder so noch so, es konnte sich der Logik der deutschen Forderungen nicht ent* | ziehen und wollte andererseits Frankreich I nicht verstimmen, Frankreich, das immer« hin in eine bedrohliche Isolierung hinein-, manövllell worden war.

Die Frage ist berechtigt, wie eine sv llare und einfache Situation in der Zwi.chen« »eit so kornpliziell werden konnte. So kompliziert, daß der Reichsaußemmnister gegenüber der Oeffentlichkeit der Welt eine Verteidigungsstellung beziehen und den wahren Sinn und Sachverhalt des deut« schen Schrittes so umständlich auseinander« setzen mußte. Die Ansicht des Berliner Auswälligen Amtes, daß Frankreich die einzige Macht sei, die sich den deut,cyen Forderungen am hartnäckigsten verschließe, ist richtig. Richtig ist demzufolge auch, daß der eittscheidende Kampf mit Frankreich ausgetragen werden müsse. Aber doch nicht so daß Deutschland wie weiland der mutige David mit der Schleuder gegen den bewaffneten Riesen.Goliath antnttund das Volk der Israeltten und Philister ge« spannt wallen, wie dieser <^^ampfaus- aeht Von feiten der berufenen deutschen Diplomatie wird eingewandt werden, es habe sich bei demResume', das Herrn Francois Poncet für Paris mitgegeben wurde um einen der üblichen, nicht weiter aufregenden diplomatischen Vorgänge ge« handelt mit denen man die Oeffentlichkeit - nicht zu befassen pflegt. Nun daß man i in Frankreich anders darüber dache, hat die Folgezeit gelehll. Das hat am Ende - auch der Herr Reichsaußenminister ein« gesehen, denn sonst hätte er sich nicht zum

Kein guter Start

Verfolgt man den Widerhall des deut« schen Abrüstungsvorstvßes in der franzosl« schen Presse, so bestätigen sich die fett langem gehegten Befürchtungen, daß die deutsche Aktton nich gerade glücklich ge« nannt werden kann. Den gleichen Ein«

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt «nd «reis Marburg

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