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CBertefflW Setteng. Mardurs tu L. Moatag. de- 5. September 1932
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Der Brotgetreidemarkt hat sich leicht befestigt. Das Deckungsbedürfnis war etwas gewachsen, während infolge der tiefen Preise sich das Angebot verringert hatte. Wenn daher augenblicklich dte Marktsituation für den Abgeber auch wieder etwas freundlicher aussieht, so ist doch bei der Beurteilung der weiteren Preisgestaltung eine gewisse Zurückhaltung geboten. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die regere Nachfrage seitens der Mühlen nur von kurzer Dauer ist. Ob die Landwirtschaft dann in der Lage ist, ihr Angebot dem Bedarf anzupassen, wird für die Preisbildung der nächsten Zeit von entscheidender Bedeutung sein. Soweit sich bisher übersehen läßt, erfüllen die mannigfachen Finanzierungsmaßnahmen, um di» Landwirtschaft von einem überstürzten Verkauf ihrer Getreideernte abzuhalten, sehr wohl ihren Zweck und suchen die Produzenten nach Möglichkeit von diesen finanziellen Hilfsmitteln Gebrauch zu machen. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß wir den Tiefstand unserer Weizen- und Roggenpreise bereits überwunden haben, wenn auch mit gelegentlichen Rückschlägen zu rechnen ist.
Man ist der Ansicht, daß die Stagnation auf dem Futtergetreidemarkt zunächst noch anhalten wird. Das Geschäft m Braugerste wird erst in einigen Wochen lebhafter werden, wenn die Brauereien ihre Ankaufskampagnen beginnen . Nur die besten Qualitäten dürften unter den jetzigen Verhältnissen dort Verwertung finden können. Aber auch für Futtergerste ist so lange kein großes Interesse, als es noch viel verregnetes Brotgetreide zum Verfüttern gibt. Doch glaubt man, daß die Gerste ihren stetigen Preisstand im allgemeinen behalten wird. Als Hafer auf einzelnen Märkten etwas reichlicher angeboten wurde, gingen die Preise fast durchweg zurück. Das kann bei dem z. Zt. geringen Bedarf nicht überraschen. Erne nennenswerte Erholung der Haferpreise mutz zunächst als wenig wahrscheinlrch bezeichnet werden.
Die Preisgestaltung der Kartoffeln aus der neuen Ernte hat dem Produzenten bisher nur Enntäufchungen gebracht. Schon bei Beginn des Frühkartoffelgeschäftes war das Preisniveau außerordentlich schnell gesunken. In den folgenden Wochen blieben die Preise fast durchgehend rückläufig: vor einigen Tagen notierte Berlin für weiße Sorten 1,30 bis 1,50 Mark. Für eine nennenswerte Erholung sind aber in der nächsten Zeit nur wenig Aussichten vorhanden. Zwar w'rd der Konsum mit kühlerem Wetter wachsen: aber auch die Anlieferungen dürtfen bereits in den nächsten Wochen zunehmen: besonders da am 1. September der ermäßigte Zollsatz in Kraft getreten ist. Mit schwerster Sorge muß es aber die Landwirtschaft erfüllen, was unter den augenblicklichen Äerhältniflen mit den Preisen wird, wenn nach der Herbstkartoffelernte die übliche „Kartoffelschwemme" die Märkte überflutet. Es werden daher dte Regierungsmaßnahmen zum Schutz der Kartoffelproduk- tion, welche in Kurzem bekanntgegeben werden dürften, von besonder»! Bedeutung sein. Man muß aber berücksichttgen, daß die sehr reichliche Getteideernte die diesjährige Kartoffelverwertung sehr erschwert, besonders, da auch. unsere Schweinebestände geringer sind, wie im Borjahr. Eine gewisie Entlastung erhält zwar der Markt durch die lOprozentige Spiritusbeimischungsquote zu Treibstoffen. Da dieser aber erst bei einem Hefen Spirituspreis in Kraft tritt, würde sie dem Landwirt nur eine Verwertung von etwa 1 Mark je Zentner Kartoffeln sichern. Eine große Gefahr für die Kartoffelpreise wird auch der zu erwartende starke Angebotsdruck durch das Ausland auslösen, da man dort allgemein mit recht guten Ernten rechnet. Es wird daher au cheme kräfttge Drosselung der Kartoffeleinsuhr notwendig werden, mn die Preise einigermaßen zu halten.
Die Buttervreife konnten sich etwas befestigen, da die Inlandsproduktton weiter zurückging . Die eingeschränkte Mtlchlieferung wird auch in der nächsten Zeit noch auf die inländischen Butterzufuhren von Einfluß sein, so daß die weitere Preisgestaltung jetzt etwas zuversichtlicher bettachtet wird: besonders, da auch der Konsum sich leicht beleben dürfte.
Eine grundlegende Preisbeflerung ist aber nur von handelspolitischen Schutzmaßnahmen zu erwarten . Auf dem Eiermarkt dürfte sich m Auswirkung der immer schärfer abnehmenden Produktton die leichte Befestigung in den durch die Wirtschaftsdepression gezogenen Grenzen fortsetzen.
Rach den Erfahrungen der früheren Jahre mußten die Preise für Schweine Kalber und Schafe in der nächsten Zeit saisonmäßig eine steigende Tendenz aufweisen. Ob das aber m diesem Jahre der Fall sein wird, muß bezweifelt werden, da die Lage auf den Viehmarkten durch die außergewöhnliche Wirtschaftsdepression und die preußische Schlachtsteuer in abnormer Weise beeinflußt wird. Das zeigt in klarer Weise das Verhältnis von Auftrieben und Preisen im Monat Juli, wofür jetzt genaue Unterlagen vorliegen . Danach sind die Auftriebe im Juli gegenüber dem Vormonat, wie besonders dem Juli des Vorjahres ganz bedeutend zurückgegangen. Trotzdem hat sich der Preisrückgang bei Rindern, Kälbern und Schafen saifon- mätzig durchgesetzt und die kleinen Preiserhöhungen für Schweine in Höhe von 2 bis 4 Mark stehen im keinen Verhältnis zu der Auftriebsminderung von etwa 19 Prozent. Stellt man in Rechnung, daß das den Märkten jetzt oorenthaltene Vieh voch dafür später wieder erscheinen und dann umso mehr auf die Preise drücken wird, so muß die Lage al- wenig aussichtsreich angesehen werden. Unter diesen Verhältnissen ist es umso verhängnisvoller, daß der Einfuhrüberschuß an lebendem Dreh, Fleisch und Fetten im Juli weiter stark angestiegen ist. Dringend erforderlich zur Rettung unserer Diehwirtschaft erscheint es oatjer, daß wir, dem Beispiel verschiedener Staaten folgend, eine Kontingentierung in der Bretz- und Fleisch-Einfuhr durchführen. *
Aus -er Lmgegen-
Kreis Markurg
.Beltershausen, 4. Sept Seinen 75. Geburtstag feierte vorige Woche unser Mitbürger Peter Happel, 6er lange Jahre hindurch als Monteur am städtischen Gaswerk tätig war. Herr Happel nimmt noch heute regsten Anteil an allen kommunalpolitischen und politischen Fragen.
Kreis flittbboin
Amöneburg verkauft seinen Wald.
Amöneburg, 5. Sept. Aus dem hiesigen Stadttvald ist eine Fläche von 100 Hektar (400 Morgen) an Frau von Goldammer zu Schloß Plausdorf verkauft worden. Dem Vernehmen nach soll der Kaufpreis 100 000 Jl betragen. Mit dem Erlös sollen städtische Schulden abgedeckt werden.
h Eroß-Seelheim, 3. Sept. Der Ausgang von hier nach dem benachbarten Niederwald war gestern und vorgestern der Schauplatz von Unglücksfällen, die zwar für die Beteiligten noch ganz gut verlaufen sind. Gestern stürzte eine Bauersfrau vom Wagen herab, der zu dicht an die sog. Bachböschung gefahren war. Außer dem kleinen Moorbad kam die Frau mit dem Schrecken davon. — Tags vorher fuhr ein hiesiger Landwirt mit einem Wagen voll Grummet gegen einen Mast der Hochspannung. Einige Drähte rissen durch, und es ist ein Wunder, daß kein Unglück geschah. Dreschmaschinen und alle sonstigen Betriebe standen 3—4 Stunden still.
Kreis Niebenkovi
: Battenberg, 4. Sept. Trotz der in vollem Gang befindlichen Erummeternte bewegte sich am Donnerstag nachmittag ein Trauerzug durch unsere Stadt, wie ihn Battenberg wohl selten gesehen hat. Galt es doch den allerwärts sehr beliebten Spengler- meister August Ebel. 1. Vorsitzenden des Männergesangvereins Battenberg, 1. Vorsitzenden des „Sängerbundes Hinterland", 1. Kommandant und Gründer der Freiw. Feuerwehr Battenberg und Mitglied und eifriger Förderer vieler anderer Vereine, zur letzten Ruhe zu geleiten. Nach dem Chor des Männergesangvereins Battenberg bewegte sich unter Trauermärschen der Kriegervereinskapelle ein nicht endenwollender Zug zum Friedhof. Hier ehrte der Männergesangverein seinen Heimgegangenen 1. Vorsitzenden mit zwei Chören und Herr Pfarrer Geldbach mit einer zu Herzen gehenden Grabrede- Alsdann begannen
die Kranzniederlegungen mtt den Daten ehrenden Ansprachen. Zum Schluß ehrte der Kriegerverein seinen Heimgegangenen Kameraden mit drei Salven und dem von der Kapelle ge- [Dielten Lied „Ich hatt' einen Kameraden". Dieses große Beileid und die Ehrungen beweisen, daß der Verstorbene ein von tausenden geliebter, echter, treuer deutscher Mann war und ihm von allen ein ehrendes Andenken bewahrt wird.
Kreiskriegerverband Biedenkopf fordert Erhaltung des Landkreises.
SBallau, 4. Sept. Der Kreiskriegerverband Biedenkopf hielt am Sonntag in der hiesigen Turnhalle die Herbst-Abgeordneten- tagung ab. 2m Mittelpunkt der Beratungen stand die Frage der Auflösung des Kreises Biedenkopf und die Beschlußfassung über das Fortbestehen des Kreiskriegerverbandes. Es wurde von allen Abgeordneten sämtlicher Vereine bekundet, daß man gewillt sei, den Kreisverband ohne Rücksicht auf die politische Neueinteilung zu erhalten. Die Versammlung faßte darauf einstimmig diesen Beschluß. 2h einer weiteren Entschließung wird gegen die Auslösung des Kreises protestiert und Auf-" Hebung der Verordnung gefordert.
Feuer.
Frechenhausen, 5. Sept. In der vergangenen Nacht brach in dem Anwesen des Gastwirts Schmolons Feuer aus. Das Wohnhaus, ein Anbau und ein Holzstall wurden ein Raub der Flammen. Die Löscharbeiten wurden wesentlich erschwert durch Wassermangel- Es liegt anscheinend fahrlässige Brandstiftung vor. Der Brandschaden wird auf etwa 12 000 Jt geschätzt.
Kreis Franlenvera
6r Frankenberg, 4. Sept. 2m Elok- k e n st u h l unserer Liebfrauenkirche ist int Laufe voriger und dieser Woche die Ilmlagerung der drei ältesten Glocken, deren jede etwa 60 Ztr. wiegt, beendet worden. Die Lagerung der Glocken war in der Zeit von 24 Jahren sehr stark angegriffen worden und erforderte unbedingt neue Eichenträger, um einen Lagerbruch zu verhindern. Gleichzeitig mit der Umlagerung find die Glocken um einen kleinen Winkelbetrag gedreht worden, um eine neue Anschlagstelle für den Klöppel zu erhalten. Die Arbeiten wurden von der Glockengießerfirrna Rincken in Sinn bei Herborn unter Heranziehung hiesiger Zimmerleute ausgeführt. Die Kosten für den Umbau trägt die Stadt Frankenberg.
HM» NMau und Rachbarsediete
Spinale Kinderlähmung auch im Fuldaer Bezirk.
Fulda, 4. Sept. In den letzten Wochen sind auch im Fuldaer Bezirk einige Fälle von spinaler Kinderlähmung aufgetreten. Im Landkreis Fulda sind acht Erkrankungen, in der Stadt Fulda e'ne und im Kreis Gersfeld ebenfalls eine Erkrankung zu verzeichnen. Die meisten Fälle sind leichterer Art. Nur in dem Dorfe Weidenau ereignete sich ein schwererer Fall bei einem achtjährigen Mädchen, das ' am Donnerstag nach sechstägiger Erkrankung gestorben ist. In Weidenau ist im Anschluß an die Erkrankung die Schule geschlossen worden.
Wiederwahl tcs Offenbacher Bürgermeisters Dr. Aull.
Offenbach, 2. Sept. Der Offenbacher Stadtrat hat in seiner gestrigen Sitzung den Bürgermeister Dr. Aull in geheimer Abstimmung auf zwölf Jahre wiedergewählt.
Gefängnisse zu vermieten.
Wer will leere Amtsgerichte beziehen?
Frankfurt a. M., 2. Sept. Strafanstalten haben ihre Schicksale: Das einstige Gefängnis auf Schloß Oranien- ftein in Diez ist in den letzten Jahren in ein Heimatmuseum umgewandelt worden, und daß die Zelle als Wohnraum sowohl für Klöster wie Strafanstalten dient, kam dem einstigen Kloster Eberbach sehr zustatten, das in neuerer Zeit noch als Strafanstalt diente, bis es dann der Auflösung verfiel. Die kürzliche Notverordnung der Regierung bringt im Bezirk des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. weitere Einschränkungen. Vom 1. Oktober an werden vier Amtsgerichte aufgelöst: Braubach, Katzenelnbogen, Eamerdingen und Wald bei Hechingen. Soweit sich die Gebäulichkeiten in Staatseigentum befinden, sollen sie von der preußischen Finanzverwaltung verkauft oder vermietet werden.
Kirche. Schule und Rathaus durch Feuer vernichtet.
Rüdesheim, 4. Sept. In dem in der Nähe von Rüdesheim gelegenen Dorfe Eibingen brach in der vergangenen Nacht gegen 12 Uhr Feuer aus, das einen verheerenden Umfang annahm. Die alte Pfarrkirche, das Pfarrhaus, die Schule mit Lehrerinnenwohnung, das Rathaus mit der Eemeindekasse und ein Privathaus fielen dem Brand zum Opfer. In der Kirche befand sich eine neueOrgel.die
erst am vergangenen Sonntag eingeweiht worden war. Das Werk, ein Geschenk des Pfarrers, das einen Wert von 30 000 jü hatte, wurde ebenfalls von den Flammen vernichtet. Die Feuerwehren von Eibingen. Rüdesheim, Geisenheim, Oestrich und Eltville waren bis in die Vormittagsstunden hinein angestrengt tätig, bis es gelang, dem rasenden Element Einhalt zu tun. Die Ursache des Brandes konnte noch nicht fest- gestellt werden.
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Vermischtes vom Taqe
Sensattoneller Bankraub in Chikago.
250 000 Dollar erbeutet.
Chikago, 4. Sept. Acht Mitglieder der Unterwelt beraubten auf äußerst kühne Art eine Chikagoer Hypotheken- und Devisenbank um mehr als 250 000 Dollar. Sie überfielen das Vankgebäude. setzten zehn anwesende Bankangestellte auf 14 Stunden gefangen, erbrachen in aller Ruhe 350 Stahlkasetten und flüchteten mit ihrer reichen Beute. Zu« Aufbrechen der Stahl- kassetteu bedienten sich die Räuber modernster Werkzeuge, außerdem trugen sie Handschuhe, um der Polizei keine Fingerabdrücke zu hinterlassen.
Ein neuer Flagweltrekord Doolittles.
Newyork, 3. Sept. Der amerikanische Fliegerleutnant Doolittle, der vor einigen Tagen enorme Durchschnittsgeschwindigkeiten mit einem Landflugzeug erzielte, mußte seinen Weltrekordversuch wiederholen, da er mit unvorschriftsmäßigen Barographen geflogen war so daß sein Rekord von 471 Stundenkilometern keine Anerkennung finden konnte. Auf diesem neuen Flug erreichte Doolittle heute sogar 476.815 Stundenkilometer, nachdem et tags zuvor schon über eine kürzere Distanz auf 488 Stundenkilometer gekommen war.
llugeheure Ueberschwemmungskatastrophe in der Nordmandschurei.
Wie aus Mukden von amtlicher Seite bestätigt wird, nehmen die Ueber- schwemmungen in der Nordmandschurei Riesenumfang an. Mehr als 1 Million Menschen sind in Verzweiflung. Lebensmittel, Kleidung und Unterkunft werden dringend benötigt. Flieger, die die betroffenen Stellen überflogen haben, bezeichnen alles als große Seen, aus denen die Gipfel der Hügel rote Inseln hervorragen. Viele
der betroffenen Eimoohner haben sich deut Räuberhandwerk ergeben, in den Städten werden Abwehrmaßnahmen ergriffen. Der Premierminister hat beschlossen, einen Aufruf um Hilfe an die ganze Welt zu richten.
Was eine Reichstagswahl kostet.
Die in Form von Wahlen gerade m den letzten Jahren so häufig gewordene Feststellung des Volkswillens kostet den Staat jedesmal eine schöne Stange Geld. Man muß bedenken, daß z. B. für die Neuwahl des Reichstages ein riesiger Stab von Beamten und Hilfskräften vor, während und auch noch nach der Wahl zur Bewältigung der viel- fertigen Arbeit nötig ist: die Stimmlisten mit den Namen von bald 45 Millionen Wahlberechtigten müssen mit forgfälttger Mühe angelegt werden, 40 Millionen Stimm- zettel und Umschläge sind für denWahltag herzustellen und bereitzuhalten, die amtlichen Bekanntmachungen zur Wahl müssen hinreichend verbreitet, Gastwirte für die Bereitstellung des Abstimmungsraumes entschädigt werden, die Postgebühren für die Uebermitt- lung des Wahlergebnisses oft den Kreis- und Reichswahlleiter wollen bezahlt fern und schließlich erfordert auch die spätere statisti- W Auswertung der Wahl eine beachtliche Summe. Es ist berechnet worden, daß eine Reichstagswahl alles in allem die Summe von 10 bis 12 Millionen Mark kost et.
Ein Ochsenstreit.
Daß die Frage, ob der Ochse ein 'Bulle ist. zu Recht besteht, bewies ein Streit zwischen der Schleizer Fleischerinnung und einem Landwirt, mit dem sich sogar >das Gericht zu befassen hatte. Cs war im Frühjahr, als in der Zeitung eine Anzeige folgenden Wortlautes erschien: Verkaufe am Donnerstag von nachmittags 3 Uhr ab Mastochsenfleisch a Pfund 50 und 60 Pfg." Der Landwirt, der dieses preiswerte An», gebot gemacht hatte, wurde nun von der Fleischerinnung wegen unlauteren Wettbewerbs angeklagt, weil von ihm damals kein Ochse, sondern — eine Bulle ab» geschlachtet worden war. Die Sttafbestim- mung, auf die sich die Klage stützt, besagt nämlich: „Wer in der Absicht, den Anschein eines besonders günstigen Angebots heworzurufew. . . über den Ursprung der Ware, wissentlich unwahre und zur Irre-, führung geeignete Angaben macht, wird bestraft." Das Amtsgericht kam jedoch zu einem Freispruch, weil dem Beklagten nicht die Absicht nachgewiesen werden konnte, mit seiner Anzeige den Anschein eines frei sonders günstigen Angebots zu erwecken. Aber die Fleischerinnung gab sich damtt nicht zr irieden und der Ochsenstreit ging weiter. Vor der Berufungsinstanz machte der Dauer nun geltend, daß er auch Ballen als „Ochsen" bezeichne. Und auch die Dauern würden einen Dullen ruhig „Ochsen" nennen. Die Fleischennnung bestritt das aber. Endlich, nach langem Wort* streit, kam ein Vergleich zwischen den sttei* tenden Patteien zustande, und der Land» wttt erklätte, daß er mit seiner Anzeige „etwas Unrichtiges" erklätt habe. Und die Fleischerinnung nahm darauf ihre Berufung zurück.
Japanische Abwrackpläne.
Nachdem zuerst Italien mit der Abwrackung größerer Mengen alten Schiffsraums das Sei« spiel gegeben und dann auch die deutscyen Plane m dieser Hinsicht recht weit gediehen t.nü, schließt sich numehr auch Japan diesen beiden großen Schiffahrtsländern an. Man tragt sich dort mit dem Gedanken, nicht weniger als 650 000 Tonnen über 25 Jahre alter Handelsschiffe abzuwracken und die Hälfte davon neu zu bauen. Von der Regierung wir eine Beihilfe von 15 Jen für jede abgewrackte und von 20 Jen für jede neugebaute Tonne erwartet. Die Verschrottung der alten ötniffe soll binnen drei, die Neubauten sollen innerhalb fünf Jahren durchgeführt werden. Mit der Durchführung des Planes ist mit Bestimmtheit zu rechnen, da sowohl das Ver« Kehrs- wie auch das Industrie- und das Handelsministerium sich für ihn einfetzen, und auch em dem japanischen Reichstag demnächst vorzulegendes Gesetz angenommen werden dürste. Diese weitgehenden Abwrackpläne im Reiche der Ausgehenden Sonne sind um so bemer« kensmerter, als die Menge des dort aufgeleg« ten Schiffsraums wesentlich niebriaer ist als bet uns.
Kostenlose Gasjchutzansbildung in Frankreich.
Die Vorsitzende des Landesverbandes französischer Offizierswitwen hat im vergangenen Jahr einen Aufruf an alle pflichtbewußten französischen Frauen erlassen, in welchem sie zur Bildung besonderer Luftschutzgruppen gegen Gas- und ?/"udgefahr aufforderte. Heute wird über die Ergebnisse der begonnenen Arbeit berichtet. Die Zahl der Frauen, weiche tn vielen französischen Städ en stattftndenden Ausbildungskursen teilneh- men, ist über Erwarten groß. Die Te l- nehmerinnen der Kurse werden zunä st durch drei Vorträge theoretisch voroeb !> et. alsdann finden praktische Uebungen stift, bei welchen unter dem Schutz der rr 5, psaske die Handhabung der Kranken ge, die erste Hilfeleistung, die Einftcl,-vg von Schutzräumen und die Emg. g
vergaster Zonen gelehrt wird. DieVe ’t sind unentgeltlich, die Teilnehmer,.1 erhalten ein Zeugnis. (Und Deuifchlano t)