TZ
tbeit tatt.
und lern c »u und
cker mir inen en!
Nur n ist igen erer sucht rrnd 2535
i
'L und die- 1780 >irt
-t
ob. lol.
lfts- eng *. «. tsft.
rüden
-ige bet
tel.
SienRas,
t* .Sderhesflsche 3dhmg' et- scheint sechsmal wöchentlich. Be- ^igsprei« monatl. L Marburg 2.02 «M an-schl. Znslellnngsgebichr. ftl unsren Agenturen 1,93 SM. z«,Lgl. ZustellungSgebühr. durch btt Post 2.25 SM Für etwa h«ch Streik, Maschinendefektoder elementar« Sreignisse ausfallende gkmmnern wird kein ErsaN geleistet. Verlag, Dr. 5. Higervtb, Druck der Unid-Buchdruckerei Job. Ang. Koch, Mark« 21/23. Fernst» recher: Rr. 2054n. 9?«. 2055 Postscheckkonto: Am« Frankfurt «. M Rr. 5015. - Sprechzett der Redaktion von 10—11 **
öl) er hessische
Rr.M 67.8oteg. MmburgnSabn
Ser Anzeigend reis beträgt fSr Den 11 gespalt. Zeileumillimeter 0.08 ®9R„ Familienanzeigen bei Varzahl. 0.07 GM, amtl. u. ans- Ivärtig« Anz. 0.10 SM Sog. kleine Anzeigen nach Spezialtarif.Grund- fchrift: §olon«I. Bei schwiertg.Satz, sowie bei Platzdorschrtft 50*1. Aufschlag. — Sammelanzeigen 100*/, Aufschlag Reklam.-Mivtm. 0.40 SM Grundschrift -. Petit. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offerten-Sebühr: 25 Pfg^ bei Zustellung der Angebote einschl. Porto —.60 GM Belege werde« berechnet. Erfüllungsort Marburg.
'/,1—1 Ubr.
Um das Schicksal des Reichstags
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhesse«
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg,
halb wird auch die Tatsache, daß die heutige erste Sitzung des Reichstages von oer kommunistischen Abg. Klara Zetkin als dem ältesten Mitglied geleitet sein wird, zu besonderen Zwischenfällen wohl kaum Anlaß geben. Zm übrigen besteht die Absicht, bereits in der heutigen Sitzung das Präsidium des Reichstages zu wählen. Die Zentrumspartei hält in dieser Frage bekanntlich an der Tradition fest, daß die stärkste Fraktion den Präsidenten stellt,
Eitler lehnt Tolerierung ab Berlin. 29. Aug. 5n der Wilhelm- stra'ge wurde heute abend mitgeteilt, daß di« heutige Zusammenkunft zwischen dem Kanzler und Adolf Hitler keine Aende- rang ter politischen Lage gebracht habe. Das heißt also, daß die Nationalsozialisten «icht daran denken, die Regierung Papen zu tolerieren. Bestätigt wird diese Haltung auch durch eine fünfviertelstündige Rede, die Hitler heute nachmittag gehalten hat. Nach dieser ablehnenden Antwort Hitlers ist nun endgültig Klarheit geschaffen. und ter Reichskanzler weiß genau, woran er ist. wenn er morgen in Neudeck dem Reichspräsidenten Bericht erstattet. Diese Klarstellung dürfte das Ziel der heutigen Besprechung gewesen sein.
Lortrag des Reichskanzlers beim Reichspräsidenten in Neudeck.
Berlin. 29. Aug. Reichskanzler von Papen, Reichswehrminisier von Schleicher. Reichsminister des Innern Freiherr von Eayl und Staatssekretär Dr. Meißner haben heute abend mit tem fahrplanmäßigen Zuge Berlin verlassen unp sich nach Reudeck zum Bortrag beim Herrn Reichspräsidenten begeben.
Die „Germania" warnt vor Ausschaltung des Reichstags
In politischen Kreisen verlautet, daß die Nationalsozialisten dem Zentrum vorgeschlagen haben, die Wahl des Reichstags- präsidenten schon am Dienstag vorzuneh- men. Das neugewählte Reichstagspräsi- llium solle sich sodann sofort nach N e u - deck zum Reichspräsidenten begeben, um gegen die beabsichtigte Auflösung des Reichstages bezw. eine länger« Ausschaltung des Parlaments Einspruch zu erheben. Es verlautet, das Zentrum habe dem Vorschlag der Nationalsozialisten ,u- gestimmt, der damit wohl an sich angenommen werden dürfte.
Nun sind allerdings Schwierigkeiten zu erwarten einmal bei den Deutschnationalen, die sich für die Reichsregierung einsetzen und dann bei den Sozialdemokraten. die die Absicht haben. Paul Löbe
und die übrigen Mitglieder des Präsi- k diums in der Reihenfolge der Fraktions- | stärke gewählt werden, wobei sie selbstverständlich die Voraussetzung macht, daß die gewählten Mitglieder des Präsidiums sich zur strikten Wahrung der Geschäftsordnung verpflichten. Lieber die Wahl des Präsidiums sind zur Zeit noch Besprechungen im Gange, die bis zum Beginn der Plenarsitzung chren Abschluß gefunden haben dürften."
im ersten Wahlgang als Präsidenten aufzustellen, und. wenn sie damit, wie zu erwarten ist. nicht durchkommen, ihn als ersten Vizepräsidenten zu nominieren. Die Schwierigkeit liegt nun darin, daß die Nationalsozialisten keinen Sozialdemokraten wählen wollen und die Sozialdemokraten dann vielleicht Einspruch gegen die Tagesordnung erheben.
< Der Sinn des etwas überraschenden Planes, die Wahl sofort zu beenden, liegt darin, daß man dem Reichspräsidenten die Arbeitsfähigkeit des Reichstages demonstrieren will.
Ob aber diese Taktik noch irgendwelchen Sinn hat, das wird selbst von manchen Abgeordneten skeptisch beurteilt, die sie an und für sich befürworten. Die Entscheidung über die weitere Entwicklung liegt zunächst unbestreitbar in der Konferenz, die beim Reichspräsidenten in Neudeck stattfindet.
weise, dem werde es folgen. Ganz gleich, auf welcher Ebene die nationalsozialistische Bewegung fechten werde, kapitulieren werde sie nicht, sondern kämpfen bis zum Siege. Sie sei in jeder Stunde bereit, wieder vor die Nation zu treten. Das möge der Gegner wissen.
„Schwanengesang Papens"
Unter der Ueberschrift „Schwanengesang Papens" schreibt der „Völkische Beobachter": Zu den politischen Auslastungen des Kanzlers lohnt sich nur so viel zu sagen, daß die von ihm gerühmten „konservativen Kräfte" es in der Schicksalsstunde des Deutschen Volkes im November 1918 nicht vermocht haben, die Nation vor dem Abgrund zu retten. Die „gleichen Kräfte" haben weiterhin vierzehn Jahre lang keine Möglichkeit gefunden, die marxistische Vorherrschaft zu brechen. Wenn „die Reaktion" nunmehr glaube, auf den Krücken des Nationalsozialismus den „Staat neu aufzubauen*', so sei dies ein Fehlschluß. Dieses Unterfangen könne nur zum Chaos führen.
Alfred Rosenberg erklärt u. a.: Falls das Kabinett nach wie vor „amtieren" möchte und der deutschen Freiheitsbewegung die Führung weiter verweigere, ja, den Reichstag auflöse, hätten wir eine Militärdiktatur reinsten Masters, hinter der auch nicht der geringste Volksteil stehe. Es wird die Frage gestellt. ob die Reichswehr als Gerichtsvollzieher einmarschieren werde, wenn etwa die Bauern keine Steuern mehr abliefern wollten.
Ein unerwarteter Vorstoß
Der Reichstagspräsident soll schon heute gewählt werden und sich nach Neudeck begeben
Zn einer Betrachtung zur Reichstags- eröffnung erklärt die „® e r m a n i a“, nachdem sie vorher betont hat, es könne sich, solle die Verfassung nicht mißachtet wer- bat, bei den jetzt zu fassenden Beschlüssen Wir darum handeln, nun auch die Reichs» «gierung in Liebereinstimmung mit dem Dolkswiilen zu bringen:
„Wir wissen nicht, welche Entschlüsse in Neudeck gefaßt werden, aber die ganze Atmosphäre, die durch das Dunkel der Re» zierungspolitik und mannigfacher Gerüchte gebildet worden ist, gibt uns Veranlassung, Unsere unausgesetzten Warnungen vor jeglichen Experimenten verfassungsrechtlicher Und politischer Art nochmals mit allem Nachdruck zu wiederholen. Wir fordern an dem Tage, an dem der neugewählte Neichstag seine Funktionen übernimmt, daß Neichspräsident und Reichsregierung sich der ungeheuren Verantwortung bewußt sind, die im Hinblick auf die kommende Entwicklung auf ihren Schultern ruht."
Ein« Ausschaltung des Reichstages, so erklärt das Blatt, würde eine Maßnahme sei«, deren verfastnngswidriger
Charakter wicht r» bestreiten wäre.
Die Zentrumspartei werde alles tun, um eine verfassungsmäßige Abwicklung der Staatsgeschäfte unter allen Llmftänden sicher zu stellen. „Die Zentrumsfraktion steht mit dem heutigen Tage bereit, um chrer PÄitischen Tradition und ihrem Gewissen entsprechend die politische Entwicklung Deutschlands in den verfassungsmäßigen Dahnen zu halten."
Das Blatt fährt fort: „Man darf an» nehmen, daß alle Parteien des Reichstages dr der heutigen ersten Sitzung von dem Bestreben geleitet sein werden, alles zu vermeiden, was das neugewählte Parlament in seiner Arbeitsfähigkeit und Orte wlng irgendwie diskreditieren könnte. Des»..
Die Antwort Hitlers
an den Reichskanzler
Berlin, 29. Aug. In später Abendstunde teilt die Reichsleitung der NSDAP, über den Verlauf der heutigen ersten Sitzung ihrer Reichstagsfraktion n. a. mit:
„Die heutige erste Sitzung der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion wurde vom Fraktionsführer Frick mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Dann nahm Adolf Hitler das Wort zu eingehenden richtunggebenden Ausführungen über die Stellung der NSDAP, zur politischen Lage. Er erklärte u. a.: Niemals habe er mit mehr Ruhe und Zuversicht der Entwicklung entgegengesehen als heute. Der Anspruch der Bewegung auf die Macht werde auch von Regierungsseite heute nichtz mehr bestritten. Aber man wolle ihr die Erfüllung ihrer Ansprüche in Formen bieten, die sie zum selbständigen Handeln unfähig mache. Wenn er die Haltung einzelner Persönlichkeiten der Regierung im Hinblick auf ihren Wirkungskreis auch zu würdigen wiste, so hätten sie doch alle außer einem nur ihren Namen einzusetzen.
Die Bewegung der NSDAP, sei heute die Nation und habe die Pflicht, sich als Deutsche zu fühlen. Wenn man diese nationale Selbsteinschätzung als Zügellosigkeit bezeichne bann nähmen wir diese „Ueberheblichkeit" vor der Geschichte aus uns. Solange bei der Regierung die Auf- fastung herrsche, wie die bezüglich Beuthens zum Ausdruck gekommene, könne die nationalsozialistische Bewegung
diese nicht mit ihrem Namen decken. Hier kenne er keine Objektivität.
Er habe kein Verständnis dafür, daß für einen polnischen Insurgenten, der eiust gegen unsere deutsche« Brüder in Schlefie« gestanden hat. fünf Nationalsozialisten anter das Fallbeil sollen.
.Hier bin ich nicht objektiv, sondern subjektiv. Wer für Deutschland kämpft und lebt, streitet und, wenn es sein muß,, stirbt, hat alles Recht, und wer sich gegen Deutschland wendet, hat gar kein Recht. In einer jttage, die den Staat betreffe — und der Sieg des Kommunismus fei eine Angelegenheit die den Staat angehe — könne sich dieser nicht einfach neutral darüber stellen.
Die nationalsozialistische Reichstags- ftaftion werde dem deutschen Volke ein Beispiel grenzenloser Disziplin geben. Unsere Auftastung unterscheidet sich von der unserer Gegner dadurch, daß wir sagen:
Man kann wohl ohne den Reichstag regieren, aber man kann nicht ohne das Volk regiere«.
Fähig zu regieren fei nur der, der aus dem Volke herauswächft und dieses Volk kennt. Das heute regierende System müste scheitern an dem gänzlichen Fehlen einer lebendigen Verbindung mit dem Volke.
Das Volk wolle Mut, Kraft, Entschlossenheit und Fähigkeit sehen, wer sie be
Entschließung des Zentrums
Berlin, 29. Aug. Die Zentrums» fraktion des Reichstages hieü am Montag ihre erste Sitzung ab. Die Verhand- lungm wurden durch einen Bericht des stellvertretenden Parteivorsitzenden Joos über seine Unterredung mit dem Reichskanzler von Papen kurz nach den Wahlen emgeleitet Heber die seither zwischen einzelnen Vertretern des Zentrums und der NSDAP, geführten Verhandlungen wurden Mitteilungen nicht gemacht, weil die Verhandlungen noch nicht zum Abschluß gebracht sind. Mft der Bayerischen Volkspartei ist, wie auch im alten Reichstag, eine Arbeitsgemein- schast geschlossen, die sich auf alle parlamentarischen Fragen erstrecken wird. In der Aussprache kam als Emhettswille des Zentrums zum Ausdruck, daß die Partei alles versuchen wird, um die Innehaltung verfassungsmäßiger Wege zu gewährleisten. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, ht der die Richtlinien bewilligt werden, die «m 11. August von den Reichstagsabgeordneten Ioos und Bolz dem Reichskanzler vorgetragen worden sind.
In Verfolg dieser 5altime fanden auch die Sonntag vom Reichskanzler in Münster hinsichtsich der über die derzeitigen Bemühungen des Zentrums gemachten Ausführungen grundsätzliche Ablehnung. Wörtlich heißt es am Schluß der Entschließung: In der klaren Erkenntnis, daß jede Regierung, ohne Mehrheit und Vertrauen in der Volksvertretin^ zu besitzen, notwendigerweise auf eine abschüssige Bahn kommen, muß, arbeitet die Zentrumspartei unbekümmert um Drohungen und Einschüchterungen ihrerseits .mit an der Schaffung einer Regierung, die sich auf eine klare Mehrheit des Parlamentes stützen kann und gewillt ist, mft ihm zusammenzuarbeiten, geleitet von dem Gedanken, daß es verfassungsmäßig unmöglich und für das Reich verderblich ist, eine Reichstagsauflösung nur deswegen zu befürworten und vorzubereiten, weil der gegenwärtigen Regierung die Mehrheit derlagt bleibt.