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Nr. 187_______________________________

Fliegen, Obst und Darmkalanh

Zu den unerfreulichsten Rebenerschei- ttungen jeden Sommers gehört bas ge­häufte Auftreten von Darmkatarrhen. Sie können ganz besonders für den (Säugling Ku einer ernsten Gefahr werden. Hier ist die Ursache meist in der durch die Sommer­hitze verdorbenen Säuglingsnahrung, der Wilch, M suchen. Deshalb ist Kühlhalten der Milch, Bezug aus einer einwand­freien Quelle und peinlichste Sauberkeit der Gefäße, in denen die Milch aufbewahrt wird, das beste Borbeugungsmittel. Am sichersten wird natürlich diejenige Mutter chr Kind vor Krankheit oder Tdd bewah­ren, die es an der Brust selbst stillt. Für den Erwachsenen spielt der an sich be­sonders zu empfehlende Obstgenuh als Ur­sache für vielfache Darmerkrankungen eine Rolle, und die MchtbeachtUng der dabei notwendigen hygienischen DorsichtSmaßre- geln fordert manches Opfer. Die Ober­fläche jeder Frucht ist der Berunreinigung durch Staub und Schmutz durch Menschen­hand und durch Insekten ausgesetzt. Des­halb ist es nötig, jedes Obst vor dem Ge­nuß sorgfältig zu waschen oder, wo dies nicht möglich ist, das Obst zu schälen. Man hüte sich auch, beim Obstessen größere Mengen Wassers zu trinken. Aebechaupt sollte man im Sommer mit dem Wasser­trinken zur Dechütung von Darmkatarrh Und ähnlichen Erkrankungen besonders vor­sichtig sein. Bor allem vermeide man, wie es lerder auf Wanderungen ost geschieht, Wasser von unbekannter Herkunft zu ge­nießen. Oft man dazu gezwungen, so lasse man es mindestens vorher sorgfältig ab­kochen; allenfalls ist ein Schluck aus einem klaren Gebirgsquell als hygienisch ein* wandfrei zu bezeichnen. 3m übrigen sei für heiße Lage ein wenig kalter Kaffee, kal­ter Lee oder ein Stück Schokolade zur Sti» hing des Durstes besonders empfohlen.

Außer der Aahrung selbst spiell aber sowohl für den Säugling als auch für ältere Kinder und Erwachsene die Fliegen- Plage eine große Rolle bei der Entstehung des sommerlichen Darmkatarrhs. Tausen­derlei Anreinlichkeiten, Bakterien und Krankheitsgifte haften den Fliegenbeinen an und werden so, zumal wenn die Fliegen Gegenstände berühren, wie den Sauger der Milchflasche oder Speisen und Geräte, die wir dann zum Munde führen, in unseren Derdauungskanal gebracht. Der Kampf gegen den Darmkcrtarrh ist also zugleich ein Kampf gegen Die Fliege. Daher bedecke alle Speisen mit einem Drahtkorb oder einem für die Fliegen undurchlässigen Deckel. Man suche durch Fliegenpapiere Und dergl. die Fliegen einzufangen, man sorge für gute Durchlüftung, besonders des Abends nach Sonnenuntergang, kurz, man setze in die Tat um den Kampfruf:Töte die Fliegen, sonst töten sie dich!".

_______CbeflkWte Zeitung, Marburg a. L- Dienstag, dm 23. August 1932

60 Fahre Deutscher AsothM-Nerein

zu seiner tu Swtnemlmde vom 2Z.-2S.August 1932 tagendenSmwtversammluug

wenige Äfoafcl hat. Er erhält im fc« tausch mit Frankfurt a. M. die Welle 389,6 Meter, die eine weit günstigere Wirkung haben wird als die bisherige um 130 Meter kürzere Welle.

Der Deutsche Apotheker-Verein kann in diesem Jahre auf fein KOjährigeS Bestehen als Reichs Vereinigung der deutschen ApochekenvorstSnde zuruckblicken. Sein Dorgänger, der norddeutsche Apotheker- Derein, oder wie er auch genannt wurde, derApotheker-Verein für das nördliche Deutschland" wurde allerdings schon im Fahre 1820 gegründet. Im Jahre 1872 erfolgte dann die Vereinigung nrit dem Süddeutschen Apotheker-Verein zum heu­tigen Deutschen Apotheker-Verein.

Da dem Deutschen Apotheker-Verein fast sämtliche Vorstände der im Deutschen Reich vorhandenen 6 800 Apotheken angehören, und da es die Aufgabe des Deutschen Apo- cheker-DereinS ist, nicht nur die wirtschaft­lichen Belange der Vereinsmitglieder, son- dem auch die wissenschaftlichen Interessen der Pharmazie zu fördern, ist die Entwick­lung des Deutschen Apocheker-Vereins eng verbunden mit der Entwicklung der deut­schen Pharmazie, mit der Entwicklung der deutschen Apotheke und gleichzeitig mit der Entwicklung der deutschen Volksgesundheit überhaupt.

Acht ohne Stolz kann festgestellt werden, daß die deutsche Apotheke eine in der gan­zen Welt als vorbildlich anerkannte Ein­richtung ist, und daß der Deutsche Apo­theker-Verein an diesem hohen Rweau vollen Anteil hat. Der deutsche Arznei­verbraucher hat dank umfassender gesetz­licher Sicherungsbestimmungen und Vor­schriften für den gesamten Apotheken- betrieb, dank staatlicher Bestimmungen für die Qualitäten und Preise der in Apo­

theken abgegebenen Erzeugnisse vollste Ge­währ für zuverlässige, wirksame und nicht zu teure Arzneien, wenn er seinen Bedarf in der Apotheke deckt.

Die wirtschaftliche Struktur des deutschen Volkes bringt es mit sich, Daß einüberwie- gend großer Teil der Bevölkerung ferne ärztliche Betreuung und fernen Arznei- mittelverbrauch auf dem OBege über etne Krankenkasse erhält. Deshalb hat es fich geradezu katastrophal ausgewicht, daß die Arzneiversorgung der KrankerrkassemE- glieder in den letzten Wochen und Monaten durch gesetzliche Bestimmungen außer­ordentlich scharf eingeschränkt worden ist. Diese Entwicklung begann mit der Ein­führung der Krankenschein- und Rezept­gebühr von 0,50 RM., die die Krankenver­sicherten heute aufbringen müssen und setzte sich in letzter Zeit durch die Einführung eines Regelbetrages für die Arzneiverord­nungen der Kassenärzte and durch die Fest­legung besonderer Richtlinien für diese ArzneiverorLnungen fort.

Unter solchen Umständen droht die Arz­neiversorgung großer Teile der deutschen Bevölkerung ungenügend zu werden. gleichzeitig geht es dabei auch, wie ein­gangs erwähnt, um die wirtschaftliche Exi­stenz der Apotheken. Wan kann deshalb den Bemühungen und Verhandlungen des Swinemünder Apothekertages im Interesse der Allgemeinheit nur den besten Erfolg wünschen und wir werden unsere Leser zu gegebener Zett über den Verlauf der Ta- gung unterrichten.

Vrombeermarmklkibe in 10 Minuten

Die Brombeerernte ist in diesem Jahre außerordentlich groß. Die sorgsame Hausfrau sollte sich aus diesem Uebersluß für die Win­termonate Reserven bilden, in denen das Obst sich nur auf wenige Sorten beschränkt und noch immer zu erheblichem Teil aus dem Ausland eingestihrt werden muh.

Ein erprobtes Rezept bei dessen genauer Anwendung fich di« Hausfrau keine Sorgen zu machen braucht, daß womöglich die Mar­melade nicht fest oder durch Schimmel ver­nichtet wird, ist folgendes 4 Pfund Brom­beeren werden zuerst gewaschen, dann das Wasser gründlich abgeschwenkt und die Früchte von Stiel, Blume und den daran haftenden inneren grünen Zapfen befreit. Nun zerdrückt man sie gründlich im Kochtopf und bringt sie mit 4 Pfund Zucker (aber keinesfalls weniger) unter leichtem Rühren auf möglich scharfer Flamme zum Kochen (abschäumen). Nachdem es durch und durch brausend kocht, läßt man 10 Minuten (nicht kürzer) unter Rühren gründlich durchkochen, rührt nach Verlauf die­ser Zeit eine Normalflasche Opckta zu 86 Pfg. in die kochende Masse, läßt nochmals einen Augenblick aufwallen, nimmt den Topf vom Feuer und füllt sofort in Gläser.

Der Mitteldeutsche Großsender

Die beiden Funktürme des Eroß-Senders Leipzig der tn unmittelbarer Nähe von Wiederau bei Leipzig errichtet wurde und demnächst eröffnet werden wird, sind ans amerikanischen Pechkieferholz erbaut. Sie sind 125 Meter hoch und stehen 308 Meter auseinander. In ihrer Mitte, steht das Antennenhaus. Es enthält eine Stufe mit Abstimm-Mitteln zum Absttmmen der Energieleistung und der zur Hochantenne führenden Reuse. Sn einiger Entfernung von den Türmen ist das eigentliche Ma­schinenhaus errichtet worden, das die ge­samte ausgedehnte und komplizierte Ma­schinenanlage enthält. Die Sttomver- sorgung des Senders erfolgt durch zwei Hochpannungskabel von je 10 000 Volt.

Der neue Sender ist ein fiebenstufiger Röhrenfender mit einer Ausgangsleistung von 120 Kilowatt. Das entspricht einer tatsächlichen Leistung von 150 Kilowatt. Mit dieser Energie ist der Grosssender Leipzig der bei weitem stärkste Sender Deutschlands, der auch im Auslande nur

9as FraukWer MisHromuM

Mittwoch, den 24. August.

6.00: Wetterbericht. Anschliessend: Mor­gengymnastik. 7.05: Konzert des Kur- orchesters Bad Pyrmont. 10.10: Schul­funk. 12.00: UnterhÄttmgs.Konzert. 1330: Konzert. 15.20: Stunde der Jugend. 17.00: Konzert. 18.25:Die romantische Melancholie: Maler Nölten von Mörike", Dorttag. 18.50:Elsass von aussen und innen", Dorttag. 1930:Scu- sate, Signor!", ttalienische Novellen. 20.00: Klassischer Operettenabend. 22.00:Eine Eoethefeier", Novelle. 22.20: Zeitangabe. Tagesnachrichten, Wetterbericht, Spottbericht. 22.45: Nachtmusik.

Wetterbeobachtungen am 22.23.1ug

Höchste Temperatur am 22. August 26 2 Celsius Niedrigste Temperatur letzte Nacht 14,4 Celsius

Barometerst.

Relattve

Ternve-

Luft»

Zeit

reduziert auf N. N.

ratur

feucbtig» leit

22. 8. 2 Ubr nachm.

768,7 mm

24.2 Teil.

581.

22. 8. 9 Ubr

765.6 mm

17,4 Tett.

821,

nachm.

23. 8. Ubr

766,1 mm

16.5 Celi.

811.

vor.

PHOTO-BUHLER - BRILLEN-BUHLER

Wettergasie 80 Bahnhofstr. I

Marburg/Lahn

Fernruf 2248.

Wetterbericht.

Die flachen Tiefdruckstörungen, die am Montag vornehmlich in Mittet- und Nord- deutschland noch zum Auftreten von vielfach gewittrigen Niederschlagsschauern führten, fül­len sich von Westen her rasch auf, und da das zwischen England und Island liegende kräf­tige Hochdruckgebiet sich nach dem Kontinent zu entwickelt, wird unser Wetter in den nächsten Tagen wieder vorwiegend unter Hoch- druckeinftuh stehen. Die Zufuhr kühlerer Luftmassen verhindett jedoch dabei trotz hau- figer Sonnenernstrahlung eine allzu starke Er­wärmung.

Vorhersage für Mittwoch: Messt heiter und trocken, bei messt östlichen Winden tagsüber wieder wärmer.

«erlag Dr. E. Hitzeroth. Hauptschrsstleiter und verantwottlich für Po- lttik und Feuilleton: Dr. Ernst Scheller; für KommunalpoMk, Provinz und Lokales: L. Schneider beurll, sämü. in Marburg.

Jawohl, Herr Unteroffizier, ich werde wohlleben!"

Raus. Zur Kleiderkammer. Empfing feldgraue Klamotten ohne Achselklappen. Das Zivile bestand lediglich aus schwarzen Hornknöpfen, die man an die Stelle der gekrönten Blechknospen genäht hatte. In der Hose fehlte die tote Biese, im Mesfing- schloß des Guttels dasGott mit uns".

So wurde ich Zivilst. Ein Prwakkran- ker hatte mir noch durch Schwester Rosa Btterbos Bermittlung einen braunen Kniffhut gestiftet; einen Mantel bekam ich nicht, wozu brauchte ich im Winter einen Manttl...

Ja fünf Minuten war ich um- und an­gezogen. Aus meiner Kalkwandstube holte ich noch zwei Sacktücher, die mein Eigen­tum waren. Und mein Freund mit der ge, schwollenen Backe? Er ftanb in der Tür, reichte mtt die Hand. Ich Tagte zu ihm: Auf Wiedersehen, Äamerab. Halt' die Stellung tapfer, nix für ungut wegen gestern, es war herzlich gemeint So, und jetzt könnte ihr mich alle mal . . !"

Ich trat auf die Straße, mein Todfeind schlich mtt nach. Rann? Ich war schon -un- dett Schritte gegangen, da pfiff er auf zwei Fingern:Kamerad, halt, warteft

Ich wartete. Und der Kerl zog aus einem Kellerloch des Hospitals ent ge­schmuggeltes Paket. Sagte:£>ier, nri(neh­men! Ist ein Mantel drin, es wir ja kalt es gibt ja Schnee, Frost und Treibeis. In der Mitte stecken noch zwtt Kommissbrote. Und zwanzig Zigarren. Und zwei Fuß­lappen, ein grauer und ein weisser, das schabet ja nix. Mund halten!

Was wollte ich machen. Ich nahm den Wunder, er stand mir eher zu als irgend­einem Schieber^ der am deutschen Ausver­kauf seine Geschäfte machte. Sonst fehlten mit die Worte, um dem Genossen zu dan­ken. Ich bot ihm an, mir wie ich ihm gestern einen Kinnhaken zu kleben. Er lehnte ab. -

»Dann jei Httmnkt, madjs gut»"

(Nachdruck verboten!)

Ser Ofinglfng im Senerest«

Roman von Heinz Steguw er t.

16. Fortsetzung.

5.

Mutier Himmelreich.

War es mir doch, als sei ich eben erst eingeschlafen. War es mir doch, als hätte ich keine Arme und keine Beine mehr. So zerkeult und schlapp fühlte ich mich beim Erwachen. Mein Kanonenofen stand kalt und rostig auf seinem Blech, über Nacht war er aüsgegangen. Ich rutschte aus der Falle, gähnte, kroch vor Muskelschmerz und tth die Zeltbahn vom Fenster. Die Schei­ben waren beschlagen, dort klebten meine tausend Atemzüge; dicke Tropfen kullerten zur Fensterbank und hinterliessen auf dem Glas schmale, nasse Fähtten. Heller Tag draussen, fetzt erst hötte ich die Faust, die meine Tür betrommelte:Aufstehen, zehn Ubr, Telephon . . .!"

Zehn llhr. Das war mir begreiflicher als das Telephon. Ich öffnete, der Schuh­verleiher stand da und keuchte:Du schnell, Televbon, Ferngespräch!"

Bist besoffen?"

Zieh die Hosen an, los doch, ein Weibsbild hängt am Draht . . .!"

Ich kroch nicht auf den Seim. Der Lu­latsch wollte fich für die Ohrfeige von gestern mit einem Schabernack rächen.

Nun zieh doch die Hosen an", kreischte er jetzt, sein Kopf wurde rot wie ein Edamer.

Scher dich raus"

Der Schuft wich nicht von der Stelle:

Klumpatsch oder Klamputsch, es ist wahr, ein Frauenzimmer will dich sprechen?"

Da rief die Stationsschwester:Kommt der Himmerod denn nun . . .?

Ich kletterte in die gestreiften Lazarett­hosen, roarf den Mantel über die Schul­tern, jonglierte was arme Teufel in solchen Fällen tun mit tausend Hoff­nungen: Vielleicht eäm Erbtante? Hol's

Der Teufel sollte ihn holen. Als ich mich nach fünfhundert Metern umdrehte, stand er immer noch da und winkte. An seinen Kern wollte ich glauben. Und Zie­fer Bursche hatte mich gestern mit albernen Patteiphrasen traktiert. Ein Kuckucks« im falschen Nest.

Wieder kam ich zur Hängebrücke, wieder strömten die flandttschen Muskaten zu Fuß, zu Pferd, auf Wagen, Protzen und Kanonen. In der Luft kreischten huvg- ttge Möven. Der Wind biß frostig in die Nase,. über dem brauten milchige Nebel. Brauten wie Grog ober Märzenbier. Es roch nur anders. Es roch kühl, fttsch, wie im Wäscheschrank.

Wohin ich lief? Zur Heilsarmee? Zum Obdachlosenasyl? Da würde lleberfüllung fein. 42 Matt und 67 Pfennige trug ich im Brustbeutel, der Reichtum juckte, mich.

Auf dem Kölner Heumattt sah ich auf­geregte Menschen. Polizisten, jetzt wieder mit Plempen an den Hüften, griffen ein, regelten den Andrang: Fahrende Händler bitten Schokolade feil, auch geränderte Sprotten und Käse mit richtigen Löchern. Alles ohne Lebensmittelmatten. Das Paradies war nahe, Holland hatte ein Grenzloch geöffnet. Mich hungerte sofort nach Schokolade mit Sprotten und Käse. Also keilte ich mich in die Menge, die wie Fliegen ums Butterbrot schwirrte. Aber der Karren des Händlers war schon leer. Bald kam ein zweiter Karren, gar ein dritter und zehnter. Ganz Köln schien alarmiert, ungezählte Mägen jubelten. Meiner auch. Ich kaufte für zwei Taler Ware, fraß die Sprotten mit dem Fell und den Käfe mit der Rinde. Warum zimperlich fein? Ich frass auf der Stelle, schlang, dass die Ohrlappen tropften, und tausend andre machten es mir nach. Schon bekam ich Ausstössen und Leibreihen. Welche Wohltat, da es diesmal aus sattem Magen kam. Ich kaute mit vollgepfropf­tem Munde und hätte weinen mögen; wenn etwas daneben ging. Jetzt hatte ich , noch 36Matt und 67 Pfennige.

Fottfetzung folgt.

der Kuckuck, wer in aller Welt sollte nach mir verlangen? Ich bin doch nichts, ich habe doch nichts, ich besttze ja nicht einmal eigene Stiefel!

Die Telephonzelle stank noch karboliger als alle Eiftschränke des Hauses mitein­ander.

Tjawoll, hier Himmerod?"

Hier Quambusch, Elisabeth Quam- busch, Mutter von Herrn Leutnant Quam­busch. Können Sie mich verstehen? Mei­nem Sohn geht es gut. Ihnen auch? Wir haben von Ihnen in der Zeitung gelesen, heute morgen---!

Das war die Klumpatsch ober die Klam- putsch. Ich warf den Hörer auf die Ga­bel, rannte zum Chinesendoktor auf Zim­mer 7. Zog ihm die Morgenzeitung un« term Frühstück fort. Da stand es unter Vermischtes: Gestern mittag rettete Gre­nadier Hermann Himmerod unter eigener Lebensgefahr . . . Stiefel gestohlen . . . Zeichen der Zeit . . . öffentliche Belobi­gung . . . Deutzer Hospital . . .!

Daher wußte das die Alte. Ihrem Sohn ging es gut. Kunststück, mein Liter Blut? Heimliches Geständnis: Ich war stolz auf die Erlebnisse mit Quambusch und der Heinen Mutter Maria. Aber das andere alles, was drum und dran gehängt würbe, änberte bas nicht den Sinn eines Opfers? Ich dachte wiebe r an jene zurück, die den Soldaten kündigten, um sie zu Söldnern und Lohudienern zu machen.

fiert Doktor, bitte meine Klamotten!" ,Zst alles beim Polizeiunteroffizier. Le­ben Sie wohl, Himmerod?"

Händedruck. Schutterklopfen. Kinn au die Binde. Raus. Zum Polizeiunteroffi- zier. Empfing leidliche Schnürstiefel, Sold- buch, 42 Mark und 67 Pfennige Lerpfle- gungsgelb, Entlassungsschein, Pass. Ich prüfte: Nase gewöhnlich, Kinn gewöhnlich, Augen gewöhnlich, Figur gewöhnlich. . .

Ich war es.

Zivilkleiber auf der Kammer. Leben Sie wohlft