Einzelbild herunterladen
 

»Ma, drar.AuMIM

«He .Vkxr-essts-be Zetttmg» et- scheint sechsmal WSchentlich. Be- prgSpreiS monall. L Marbnrg 2.02 SM. «msschl. Znstellmigsgebahr. bei unsren Agenturen 1,93 SM. Mügl. ZustellnngSgebtchr, durch die Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefektoder elementare Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Trfat, ge­leistet. Verlag, Dr. 5. Hitzervth. Druck der Unid-Bnchdrnckerei 5o6. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 2054«.Skr. 2058 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechet der Redaktion bett 1021 und ¥»11 tot.

lVberlMsche

dcifunoanteitilung

St. 182 S7.Mkg.

Marburg a. Lada

Der Anzeigend rek« betragt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 ®9R Famllienanzeigen bei Dar^tbl. 0.07 SM., amtl. tu auf« wärtigeAnz. 0.10GM. Sog. kleine Anzeigen nach Spez laltari f.Grund- schrtst:§olo«el. Bei schwierig.Satz, sowie bei Platzvorschrtft 50«/. Auf­schlag. Sammelanzeigen 100/, Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 698. Grmidschrist: Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Sage. Vfferten-Sebührr 25 Pfg. bei Zustellung der Angebote einschl. Porto.60 GM. Belege werden berechoet. LrMungSort Marburg.

Anzeiger Dr (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.

Eine Fristvon18 Stunden

Dann unter Umstanden schärfftes Vorgehen der Reichsregierung Todesstrafe für politischen Terror

ft Berlin, 5. Ang. 3m Zusammen, Hang mit dem vom Kabinett am Donners­tag beschlossenen verschärfenden Bestim­mungen zur Bekämpfung des Ter­rors verlautet, daß die Entscheidung über dte Inkraftsetzung dieser Maßnahmen, die ». cu auch die Todes st rafe vorsehen, lediglich von de« Vorgängen der näch­sten 18 Stunden abhängt. Auch das preußische Staatsministerium beschäftigte sich in eingehende« Beratungen mit ent­sprechenden Maßnahmen.

Der Regierungsbeschluß über die inneren Sicherungsmaßnahmen.

Die Ministerbesprechung, die gestern vormittag um 11 Ubr unter dem Vorsitz des Reichsinnenministers von Eayl be­gann, war erst kurz nach zwei Uhr zu Ende. In dieser Besprechung hat die Reichs­regierung aufgrund der eingegangenen Ve- ttchte eingehend die innerpolitische Lage erörtert und über entsprechende Maß­nahmen gegen die sich in der letzten Zeit häufenden Terrorakte beraten. Dabei ist man, wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, übereingekommen, die bestehen­den Strafbestimmungen ganz wesentlich zu verschärfen. Man hat im einzelnen grund­sätzlich festgelegt, welche Schritte unter­nommen werden sollen. Rach unseren Jn- formattonen werden die Maßnahmen je­doch zunächst noch nicht erlassen, da man dies von der wetteren Entwicklung abhängig machen will. Aufgrund des Er- gebnisies der Kabinettsberatungen ist die Reichsregierung aber jederzeit in der Lage, sofort die beschlossene Verordnung zu erlassen, wenn die Lage dazu zwingt.

Im übrigen hat die Reichsregierung sich in ihrer Ministerbesprechung auch mit agrarpolittschen Fragen befaßt, die sich aus den Verhandlungen, insbesondere um den Butterzoll, ergeben haben.

Dor der Terror-Notverordnung.

Eine große Anzahl Berliner Blätter beschäftigt sich mtt den geplanten Maß­nahmen der Regierung zur Bekämpfung des polittschen Terrors.

Die ..Deutsche Allgemeine Zei­tung" weist auf die Tragweite der von der Regierung zu treffenden Entscheidun­gen hin. Sollte binnen der von der Re­gierung gesetzten letzten Fttst keine Besse­rung ekntteten, müße die Todesstrafe für Waffentragen, d. h. für unrechtmäßige Anwendung und Handhabung tödlich wir­kender Waffen verhängt werden. Rur so könne dem um sich greifenden Bürgerkrieg Einhalt geboten werden. Don den Be­stimmungen müßten, so mehrt das Blatt, alle für dieses Treiben mitverantwort­lichen Kreise, ohne Rücksicht auf ihre vo- kittsche Richtung, gleichmäßig betroffen werden. Rur durch einheitliche be­schleunigte Akttonen könne die Staatsge­walt ihr schwer in Frage gestelltes An­sehen, den Schutz der friedlichen Börger und die Staatsordnung retten. Anders als mit drakonischen Maßnahmen könne jetzt nicht mehr durchgegriffen werden.

Germania" undTageblatt" drücken ihre Verwunderung über die zögernde Haltung des Reichskabinetts aus. Die große Oeffentlichkeit, so meint das letztgenannte Blatt, sei der Meinung, daß die Geschehnisse dieser Woche der Regie­rung soforttges Handeln zur Pflicht mache.

DieV o s s i s ch e Zeitung" bekennt, kein Freund von Sondergerichten und Ausnahmeregeln zu sein, glaubt aber, die

Feststellung nicht unterdrücken zu können, daß die Reichsregierung sich selbst gegen­über erheblich geduldiger sei als gegenüber der früheren preußischen Regierung.

DerVorwärts" warnt davor, Be­stimmungen zu schaffen, die sich lediglich gegen links auswirkten und betont, daß es sich nicht um ein kriminalistisches, sondern um ein politisches Problem handele. Könne die Regierung der NSDAP, keine sofortige grundlegende Aenderung ihres Verhaltens erzwingen, so müße sie im Staatsinteresse den Kampf gegen sie aufnehmen.

Die Politik der Regierung von Papen werde durch die Errichtung von Stand­gerichten nicht bester.

DerBörsen-Touri er" weist auf die Notwendigkeit hin, daß das geplante äußerste Mittel" nur dann gerechtfertigt sei, wenn es von einer Macht angewendet werde, die versichert, daß sie keine Parteien kenne und vor der die polittsche Farbe des Gewalttäters vollkommen gleichgülttg fei.

Im Zusammenhang mit ihrem Bericht über die geplante Notverordnung wisten Berliner Lokal-Anzeiger" und Tag" von neuen Erklärungen der Par­teileitung der NSDAP, zu berichten, in denen die politischen Ausschreitungen aufs schärfste mißbilligt werden. Auch solle die Parteileitung sich bemühen, die Angehöri­gen der SA.-Formationen von solchen Ereueltaten unbedingt abzuhalten. Auf

Trotz des Burgfriedens

Täglich neue Anschläge

Mehlauke« (KreisLabiau), 4. Aug. I« der vergangene« Nacht wurde von uw­bekannten Täter« eine Brandbombe durch ein offenes Fenster des Ernndbuch- amtes des Amtsgerichts Mehlauke« ge­schleudert Verletzt wnrde durch den An­schlag niemand, doch ist Sachschaden an der Einrichtung nad de« Akte« entstanden.

In der Nacht znm Donnerstag wurde in Ortelsberg in das K a u f h a u s R o b e r t Renman« aus einem vorüberfahrenden Kraftwagen eine Brandbombe ge­worfen. Die Auslagen fingen zu brennen an. Durch Splitter wurde auch eine Fen­sterscheibe des gegenüberliegenden Kauf- Hanses Mendel zertrümmert Bisher ist ermittelt daß der Kraftwagen von Allen- st-t« kam.

Wie die Königsberger Mittagsblätter melden, haben sich gestern im Kreise Rastenburg mehrere polittsche lleber- fälle ereignet Auf den Besitzer Maecken- burg aus Marienthal wurden vier scharfe Sch ü s s e abgegeben. Auch auf de« SS.- Führer Mattern aus Drengfurt, der mit seinem Motorrad nach Hause fuhr, wurde geschoßen. In beiden Fällen gin­gen die Schüsse fehl. Don einem Kommunisten wurden auf bet Straße in Drengfurt die der NSDAP, angehörende Frau Bastigkeit und der Schachtmeister Wister durch Schüste aus einem Tesching. schwer verletzt.

Die Königsberger Polizei hat heute das Material über die Vorfälle vorn 1. August und zwar die B r a n d st i f t u n g e n der Staatsanwaltschaft übergeben. Zu den übrigen Vorfällen erfolgen immer neue Festnahmen und Vernehmungen.

Unruhige Rächt in München.

München, 4. Aug. Die br Nacht brachte eine Reihe politischer <>;. ..stoße

und Zwischenfälle, die allem an tt -.-r Stelle der Stadt ein dreimaliges Ausrücken des Ueberfallkommandos notwendig machten. Hier waren Nationalsozialisten mit Kommunisten heftig aneinander geraten. Ein 25jShriger Bäcker ist bei dieser Gelegenheit durch einen Brustschuß schwer verletzt worden. Der Täter soll ein Kommunist sein.

Noch unbekannte Täter fuhren gegen 3 Uhr früh bei zwei Kaufhäusern, Uhlfelder und Epa, vor. und warfen durch ein großes Schaufenster Brandbomben in das Innere. Glücklicherweise entzündeten sich die Bomben

nicht, wodurch unabsehbare Folgen oermkeden - wurden. Die Täter sind unerkannt entkom­men. An einer anderen Stelle der Stadt, im Dante-Stadion geriet das Bierzelt der Löwenbrauerei in Brand. Man vermutet auch hier politische Hintergründe.

In einem unweit des Dante-Stadions ge­legenen Jugendheim der sozialdemokratischen Partei gerieten. .rote es Tseißt, nach einer heMgen Detonation Einrichtungsgegei islände m Brand. Tische, Stühle und Holzbänke wurden vom treuer ergrtTTen, vas von Der Wehr bald gelöscht werden konnte.

Handgranatenan schlag in Schlesien.

, 4. Aug. Wie die nationak-

sozialistischeDeutsche Ostfront" meldet, wurde m die Wohnung des Ortsgruppen- lerters der NSDAP, m Guttentag eine &anbgranate geworfen, die Sachschaden an- "chtete. Von den Tätern fehtt bisher jede Spur.

Die poNttfche Bluttat in Berlin. - Ge­ständnis eines Täters.

Berlin. 4. Aug. Durch die positifche Polizei konnten im Laufe des gefangen Tages me beiden Schützen und Messerstecher festge- nommen werden, die an der Ermordung des SA -Mannes Fritz Schulz in der Trift- straße führend beteiligt waren. Inzwischen wt emer von ihnen, der 37jährige Händler Hartmann, ein Geständnis abgelegt Er sab zu, geschossen zu haben. Hartmann wird noch im Laufe des Tages dem Vernehmungs- nchter vorgeführt

Ssifspoltzei hn Lande Braunschweig.

Braunschweig, 5. Aug. In einer Mit­gliederversammlung der Deutschnationalen Bolkspartei der Stadt Braunschweig machte gestern der Vorsitzende Dr. Lange-Bar­tel s bemerkenswerte Mitteilungen, nach denen die Errichtung einer Hilfspolizei im Lande Braunschweig bevorstehe. Aus dem Sanbe werde im Hinblick aus'die letzten Zwi- jchenfälle diese Forderung erhoben. Die Deutschnationale Volkspariei habe dem Mi- nister'Klagaes ihre Zustimmung gegeben unter der Bedingung, daß diese Hilfspolizer paritätisch errichtet und nicht nur von der SA. gestellt werde, sondern auch vom Stahl­helm Was das Staatsministerium mit die­ser Polizei machen werde, würden die näch­sten, Tage zeigen. Begründet wurde diese Maßnahme vom Redner mtt der Kost- pteligkeit der Entsendung von Polizeiver- tarkungen aus das Land, die auch nicht schnell genug zur Stelle sein könnten. Im Zu- ammenhang mit den jüngsten Vorkommnis- en, namentlich im Kreise Blankenburg, sprach ich der Redner weiter für ein Verbot der Kommunistischen Partei aus. Der deutsch- nationale Kreisverein der Stadt Braunichrocig habe bei der Staatsregicrung das Verbot der Kommunistischen Partei gefordert.

dieser Linke hätten sich Besprechungen 50- wegt, die der Beauftragte der NSDAP., Hauptmann Göring, mit Mitgliedern der Reichsregierung gestern hatte, und in denen et, wie die genannten Scherl- Blätter berichten, entsprechende Zusagen der Parteileitung überbracht habe.

DerAngriff" gegen die Reichsregierung

DerAngriff" bringt in großer Aufmachung aus der ersten Seite eine scharfe Polemik gegen die Reichsregie­rung und insbesondere gegen den Reichs­innenminister Freiherrn von (Sagt Das Blatt macht der Regierung den Vor­wurf, daß sie nicht mit der notwendigen Schärfe gegen die Kommunisten vorgehe und daß bei ihr immer wiederjene un­selige Gleichstellung vertierter Bluthunde und nattonaler Deutscher" zu finden sei, dieso bezeichnend für das Shstem" ge­wesen sei. Erst möge man gefälligst mit demroten Mordgesindel" restlos auf­räumen und dafür sorgen, daß nicht je­der Nationalsozialist stündlich darauf ge­faßt sein müsse, plötzlich aus dem Hinter­halt eine Kugel durch den Kopf gejagt zu bekommen, dann werde di" SA. selbst bereit sein können, auf die Mittel zur Notwehr zu verzichten. Os verlautet so­gar gerüchtweise, daß Herr von Gayl sich mit dem Gedanken trage, örtliche 621.« Verbote durchzuführen. Ein solches Vor­gehen wäre geradezu ein Spiel mit dem Feuer und würde der NSDAP, das Auf­rechterhalten der Disziplin, das durch das unverständliche Verhalten der Negierung ohnedies schwer genug ist, einfach unmög­lich machen. Ein Vorgehen gegen die NSDAP, oder gegen die SA. würde eine Verschärfung der Krise bedeuten, vor der wir nicht eindringlich genug warnen können.

ZentrumsLesprechungen in Köln

Berlin, 4. Aug. In Köln fand Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers a. D. Dr. Brüning eine Sitzung von führenden Persönlichkeiten des Zentrums statt, in der, zu der polittschen Lage Stellung genommen wurde. Der offizielle Vorstand 'b?r Zen- tramspartei wird wahrscheinlich in den nächsten Wochen zufammentreten.

Gs verlautet, daß die maßgebenden In­stanzen und die Führer des Zentrums ir­gendwelche Beschlüsse oder Ent­schließungen noch nicht gefaßt ha­ben. Alle Meldungen über irgendwelche Vereinbarungen in Preußen und die Rachrichten bezüglich der Stellungnahme des Zentrums zür Umbildung des Reichskabinetts sind Kombinationen, denen, soweit das Zentrum in Frage kommt, jede Grundlage fehlt. Daß Prälat Kaas seit längerer Zett krank ist und im Süden weilt, ist allgemein bekannt. So­weit wir hören, geht jedoch die Ansicht des Zentrums dahin, daß die Folgerungen aus demWahlkampf gezogen und die Nationalsozialisten an die Verantwo rtung. herangezogen toer* den müßten. - 1

Rosenberg fordert di« unbestrittene Führung.

ImVölkischen Beobachter" schreibt Alfred R o se n b e r g zur Lage u. a*

Es ist doch Har, daß wir garnkcht dar­an denken, irgendwoteilzuneh- m e n", sondern wir werden uns frei halten wie bisher oder die unbestrittene h- rung übernehmen und es anderen überlas-