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Montag, ttNl.AuMIM

We .Obeihessisch« Seitmtfl* er* scheint sechsmal wöchentlich. Be- s«g«prei« monatl. I. Marburg 2.02 SM ausschl. Z«flellung«gebLhr, bet unsre« Agenturen 1,93 SM. ^qügl. Zustelllmg«gebühr. durch die Post 2.25 GM. Für etwa Mnp crmr, y» O|<ptttCTWcy en ooct elementare Ereignisse ausfallende Runmiern wird kein Ersa» ge­leistet. Verlag, Dr. §. -itzeroth. Druck der Unib-Buchdrnckerei Job. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 2054tt Rr. 2055 Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktwn bon 10tt ** M1 06c.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Overhessen

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Von 107 auf 230 Mandate

Die Machtstellung der NSDAP, bestätigt Die SPD. verliert 10, die KPD. gewinnt 10 Mandate Die bürgerliche Mitte zerrieben

fl. Berli«. 1. Aug. De» Reichswahl- leitet teilt mit: Die Zahl der gewählte«

Mitglieder des Reichstages beträgt 607.

Daoo« erhalte«

Sozialdemokraten 133

RSDAP. 230

Kommunisten eiaschl. SAP 89

Zentrum 76

Dentschaationale Volkspartei, plus Deutsche Volksportei, plus Deutsches Landvolk, plus Radikal«, Mittel­stand 45

Deutsche Staatspartei 4

Bayrische Volkspartei und Wirt­schafspartei 22

Ehttftt. Volksdienst einschl. Volks-

2

Landvolk 2

5« der Zahl der der Zentrumspartei zugefalleaen Sitze (76) find mit enthalten die beiden Sitze, die auf de« Reichswahl. Vorschlag Zentrum und Bayrische Bolks- partei »m Wahlkreis Pfalz entfallen find.

Das vorläufige Gesamtergebnis ist:

SPD

7 951 245

NSDAP

13 732 777

KPD

5 278 094

Zentrnm

4 586 501

DRDP

2 172 941

Deutsche Bolkspattei

434 548

Wirtschafispattei

146 061

Staatspartei

371 378

Bayer. Bolkspattei

1190 453

Landvolk

91284

Christi. Bolksdieust

364 749

Dentsche Bauer»

137 981

Bolksrechtspattei

40 887

Laudbuud

96 859

Deutsch-Hannoveraner

46 873

SAP

72169

Radikaler Mittelstand

8 733

Splitte, Parteien

122 246

fi. Berlin, L Aug. Während die Wahl­handlung im Reich durch keiue wesentliche« Zwischenfälle gestött wurde, kam es in der Rächt zu« Montag und auch i« Verlauf des Sonntags iu Berlin an zahlreichen Stelle« zu blutige« ZusammenstShen zwischen Anhängern der radikale» Parteien, die ver­schiedene Todesopfer «d zahlreiche Verletzte fordetten.

Der Endkampf im Reich

Berlin, 31. Juli. Die Reichshaupt- stadt bot am Wahltag sowie auch schon in den letzten Tagen durch die fast überall in den Wohngegenden durchge­führte Beflaggung in den verschiedenen Parteisarben ein bunt belebtes Bild. Abgesehen oon den Geschäftsgegenden, in denen außer den Werbeplakaten an den Litfaßsäulen kaum etwas vom Wahlkamps zu bemerken war, zeigten die meisten Straßen ungewöhnlich starken Flaggenschmuck. Offensichtlich die stärkste Flaggenpropaganda hatten die Nationalsozialisten mit ihren Haken­kreuzfahnen gemacht. Daneben war aber auch fast ebenso stark die rote Fahne mit den drei Pfeilen und die der Kom­munisten zu sehen. Vielfach sah man auch eine starke Beflaggung in den alten Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot Eine neuartige Wahlpropaganda nn Sttaßen- blld boten die Streuzettel der einzelnen

Aufruf Adolf Hitlers

München, 1. Ang. Adolf Hitler hat folgenden Aufrnf erlassen:

Nationalsozialisten! Nationalsozialistinnen!

Eia großer Sieg ist errungen! Die Nattonalsozialistische Deutsche Arbeiter­partei ist nunmehr zur wettaus stärksten Partei des Dentsche« Reichstages ernpor- gesfiegen. Diese in der Geschichte unseres Volkes einzig dastehende Entwicklung ist das Ergebnis einer ungeheuren Arbeit, einer immer gleichbleibendrn Beharrlich­keit. Es kann angesichts dieses große« Er­folges unserer Bewegung für uns alle nur

die Pflicht geben, de« Kampf nunmehr mit erneuter Kraft anzunehme« und fort,«- führe«.

Ferner hat Adolf Hitter folgende« Ans- ruf an SA. u«d SS. herausgegeben:

SA.- »nd SS.«Männer!

Ein anerhötter Sieg ist erkämpft wor­den. Viele Kameraden haben ihn durch schwerste Opfer ermöglicht. Die Toten find für uns alle heilige Verpflichtung, nun- mehr erst recht den Kampf für Deutsch- lauds Freiheit weiterzuführen.

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Parteien aus gestanzten Hakenkreuzen, Skkhskanzler v. Papen, der gegen

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rotem Sowjetstern und die vrck Pfeile der Eisernen Front. Sie lagen in vie­len Tausenden auf den Straßen. Auch die Deutschnationalen hatten sich an die­ser Art der Propaganda beteiligt und kleine schwarz-weiß-rote Blättchen ver­streut. Ueberhaupt war diesmal die Zettel- und Flugblattpropaganda viel stärker, so daß in den frühen Morgen­stunden ganze Stratzenzüge mit Papier

10.45 Uhr im Wahllokal am -----

zen-Ufer erschien, wurde von Photo- Qen und Tonfilmoperateure um»

:. Polizeistreisen unter Führung höherer Offiziere hatten die Lokale be-

wcchlte bereits um 9 Uhr in der Kano­niersttatze, Polizeipräsident Melcher in Zehlendorf. Fast in der ganzen Stadt waren die Wahllokale in der üblichen Weise mit den Plakatstehern der Par­teien besetzt. Die Polizei hatte autzer der Sicherung der Wahllokale durch Doppelposten auch umfangreichen Strei­fendienst eingerichtet, bei dem insgesamt 20 000 Mann Schupo und Kriminal­beamte eingesetzt wurden. Während der Vormittag ohne wesentliche Zwischen­fälle verlaufen ist, hat die Nacht vor der Wahl verschiedentlich im Zeichen wahl- volitischer Auseinandersetzungen gestan­den.

Wie bereits gemeldet, hat in einem Fall ein Polizeibeamter einen an- greisenden Kommuni st en in der Notwehr erschossen. Insgesamt

besät waren.

Die Wahlbeteiligung war in den Dor- mtttagsstunden erheblich höher als an den früheren Wahltagen; offenbar hat das schöne Wetter viele Tausende ver- anlatzt, sofort nach Beginn der Wahl­handlung zu wählen, um den herrlichen Sommertag dann noch in der Umgegend der Stadt genietzen zu können. Beson­deren Zuspruch fanden dabei die Wahl­lokale an den Bahnhöfen. In den ein­zelnen Gegenden, so besonders im Osten und im Norden, hatten bis 12 Uhr schon rund 40 Prozent der Wähler ihrer Wahlpflicht genügt. Wie üblich hatten die Ministerwahllokale auch diesmal wieder viele Schaulustige angelockt.

wurden bei etwa 35 Schlägereien und Schießereien sechs Personen schwer und 18 leicht verletzt, 11 Pistolen und zahl­reiche Hieb- und Stichwaffen wurden be­schlagnahmt; 13 Anschlagssäulen wurden in Brand gesetzt. Bis 8 Uhr früh hatte die Polizei 241 Personen zwangsgestellt.

Im Reich ist der Wahltag selbst zwar ohne wesentliche Zwischenfälle ver­laufen. Dagegen ist es m der Nacht ver- schiedentlich zu blutigen Zusammenstößen gekommen, die in einzelnen Fällen auch Todesopser gefordert haben. So wurde in Haffelselde im Harz ein Reichs- bannermann erschossen und in Lübeck ein Nationalsozialist er*

st och e n.

Ueber den Verlauf des Wahltages selbst liegen im einzelnen folgende Mel­dungen vor:

Köln: In Westdeutschland ist es, ab­gesehen von kleineren Rempeleien, keinen ersteren Zusammenstößen gekom­men. Die Stadt Köln selbst bietet das übliche Sonntagsbild, mit Ausnahme der Beflaggung. In Trier kam es aller­dings in der Nacht zu einzelnen Zusam­menstötzen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. In Krefeld wurden im Verlauf einer blutigen Auseinandersetzung zwischen SA.-Leuten und Kommunisten ein kommunistischer Arbeiter sihwer und zwei leichter ver- letzt. Der Schwerverletzte ist im Kran­kenhaus seinen Verletzungen erlegen. Die Wahlbeteiligung in Westdeutschland lag in den Mittagsstunden zwischen 50 und 60 Prozent. Bemerkenswert ist, daß in Oberstem und Birkenfeld durch Ver­fügung des oldenburgischen Ministerprä­sidenten eine Verstärkung der Polizei durch 75 SA.» und SS.-Leute erfolgte.

Freiburg: Auch in der Südwestecke des Reiches verlief der Wahltag sehr ruhig. Die Beamten des deuffchen Kon­sulats in Basel sowie die Mitglieder der BIZ. und der Handelskammer genügten ihrer Wahlpflicht in Lörrach-Stetten. In Waldsyut wählten der Generalkonsul ans Zurkh und zahlreiche zur Zeit in der Schweiz weilende deutsche Kurgäste.

Hamburg: Auch in Nord- und Nordwestdeutschland sind bis in die frühen Morgenstunden keinerlei Zwi- schensälle zu verzeichnen gewesen. In Altona wurden in einer kommunistischen Gastwirtschaft bei einer Durchsuchung mehrere Kisten Steine und etwa 60 mit Wasser gefüllte Flaschen beschlagnahmt. Nach den aus Bremen, Lübeck, Kiel, Hannover und Braunschweig vorliegenden Meldungen ist es auch in diesen Städten, abgesehen von den be­reits erwähnten blutigen Zusammen­stößen in der Nacht zum Sonntag, am Wahlsonntag selbst ruhig geblieben.. Nur in Hannover kam es zwischen National­sozialisten und politischen Gegnern, zu einer Schlägerei, die durch die Polizei beigelegt wurde. Die Verstärkung der- Polizei in Oldenburg durch SA.- und SS.-Formationen ist nicht in Aktion ge­treten. Ueberroiegenb wird bis in dis Mittagsstunden eine Wahlbeteiligung von etwa 60 Prozent genannt.

Leipzig: In Mitteldeutschland ist der Wahltag ebenfalls vollkommen ruhig verlaufen. Fast alle Großstädte Sachsens bieten das gleiche Bild. Bemerkenswert ist die starke Wahlbeteiligung in den Ausflugsorten, in denen zahlreiche Stimmscheine abgegeben wurden. Auch die Wahllokale auf den Bahnhöfen wur­den stark besucht