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. Die „Eiserne Front" hat sich tiekamrlllch em neues Kampfsymbol zugelegt, das man Mt häufig als Anstecknadel bei deutschen Arbeitern zu sehen bekommt. Es sind drei abwärts weisende gerade Speere. Diese drei geraden Speere sind gleichzeitig ein kabbalistisches Zeichen der semitischen Araber.
Die Bedeutung dieses Dreizacks wird in dem Diwan Ali s folgendermaßen erläutert:
„Auf Siegel Salomonis folgen Drei Stäbe, gleich geraden Speeren, Ein offenes, abgekürztes Mim, Die Leiter, Wünsche zu gewähren, Vier Finger wohlzutun gerad'. Die aber einer Hand entbehren. Ein He und ein gebogenes Waw, Wie Schröpferrohr von weitem, Beredtem und dem stummen Mann, Den Namen 'Gottes zu bedeuten."
Wie sonderbar ist es auch, daß die Faust xrit dem untergeschlagenen Daumen, bekanntlich das in Deutschland verbreitete Grußzeichen der Antifaschisten, bei den Semiten ebenfalls als Talismann gegen den bösen Blick gebräuchlich ist?') Angesichts dieser eigenartigen Duplizität der Fälle möchte man gern einmal den Mann sehen, der der „Eisernen Front" zu ihrem Abzeichen und zu ihrem Gruße verhalfen hat. Der deutsche Arbeiter ist auch in diesem Falle sicherlich ganz unschuldig, er ahmt ahnungslos und voll oettrauens- felfger Einfalt nach, was ihm aus attfremden Kreisen als Symbol seiner Gesinnung gepriesen wird. Er bleibt eben ein Opfer, solange es ihm nicht gelingt, sich den Meistem der Kabbala zu entziehen.
(„Tag" vom 23. Juli 1932.)
•) Bergt. Dr. S. Seligmann, Der böse Bsick und Verwandtes. Ein Beitrag zur Geschichte des Aberglaubens aller Zeiten und Völker. 2. Band. S. 173, 294, 295. Vertag Hermann Barsdorf, Berlin W 30, 1910.
Das rote Zentrum
Bayerische Volkspartei und Zentrum kämpfen heute wieder Schulter an Schulter. Sie lieben sich mehr denn je. Her Brüning hat am Mittwoch, dem 20. Juli, in München gesprochen, und Herr Held spricht in diesen Tagen in Köln, und beide Parteien hoffen, „datz diese Kundgebungen dazu führen mögen, daß Zentrum und Bayrische Volkspartei Schulter an Schulter das Reich und die Freihett unseres Volkes vor den großen Gefahren bewahren, die über uns hereinzubrechen drohen" („Germania" Nr. 202, 1932). — Unter „großen Gefahren" verstehen Zentrum und Bayerische Volkspartei eine Rechtsregierung im Reiche.
Bor nicht allzu langer Zeit las man es noch anders. Da sah die Bayrische Volkspartei in dem Zentrum den schlimmsten Feind von Reich und Staat und christlicher Kultur, einen Feind, genau so schlimm wie die Sozialdemokratie. Die Wahlkämpfe früherer Jahre seitens der Bayerischen Volkspartei wurden ebenso scharf gegen das Zentrum wie gegen die Soziawemrokratie geführt.
Der Kreisverband München der Bayerischen Volkspartei erließ im November 1924 (Bayerischer Kurier Nr. 254, 1924) einen Wahlaufruf, der folgendermaßen lautete:
„Bei den Reichstagswahlen (im Dezember 1924) geht es um die entscheidende Frage, ob im Reiche eine Linksregierung oder eine Rechtsregierung ' gebildet werden soll. Sollte es im Reiche zu einer Linksregierung kommen, so ist die Verwirklichung unserer Ideale aus Jahre hinaus unmöglich." Unterzeichnet ist dieser Aufruf von Herrn Schäffer, demselben Herrn Schäffer, der heute der Vorkämpfer gegen jede Rechtsregierung ist und der Herrn Brüning, den Vorkämpfer einer Linksregierung im Reiche, am 20. Juli in München so herzlich begrüßte. Das Ganze heißt man politische Linie, poltti- schen Charakter und polttische Konsequenz.
Herr Dr. Heim, auch einer der derzeitigen Hauptkämpfer in Bayern gegen eine Rechtsregierung, schrieb 1925 dem Zentrum folgendes ms Stammbuch:
,T>aß das Zentrum in allen Fällen die Fühlung nach links sucht, daraus ist ihm ein schwerer Vorwurf zu machen. Das ist nicht das Zentrum von ehedem, das ist das rote Zentrum."
Das Zentrum tff heute noch genau so rot wie im Jahre 1925, als Herr Dr. Heim diese Zeilen schrieb.
Loch die Anke durchschaut Herrn Brüning.
Herr Brüning läßt sich augenblicklich in Wahlversammlungen in Ost und West
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Die geretteten Offiziere und Offiziersanwärter des Segelschiffes „Riobe", die von den zur Hilfe geeilten Schiffen gerettet werden konnten und dann von dem Kreuzer „Köln" nach Kiel gebracht wurden. In der Mitte Kapitänleutnant Ruhfuß, der Kommandant der „Niobe", bei deren Untergang 69 deutsche Seeleute den Tod in den Wellen fanden.
Cm geretteter Sregerländer berichtet.
r. Dillenburg, 30. Juli. Der bei dem Untergang des Schulschiffes „Niobe" gerettete Signalgefreite Adol-- Klein von Eisern (Kr. Siegen) schreibt in einem an seine Angehörigen gerichteten Brief u. a. rote folgt: „Als plötzlich die starke Bö kam, stand ich mit noch zwei anderen Signalgefreiten ganz timten auf dem Schiff. Wir halten mit dem Fehmarn-Belt-Feuerschiff signalisiert, aber das Signalisieren eingestellt, da die Entfernung zu groß wurde. Wir beobachteten nun die Vorgänge auf unserem Schiff. Ach- I
fern standen noch Kapitänleutnant Nuhfus und andere. Auf einmal legte sich das Schiff nach Backbord um, so stark, daß die befestmten Gegenstände mit fortgespült wurden. Kurz darauf lagen die Masten und die ganzen Segel im Wasser. Einige von uns waren schon im Wasser. Ich hielt mich noch fest und kletterte, als die Wellen schon von der Windseite über das Schiff schlugen, auf die Autzen- bordwand. Mir kam die ganze Sache noch ziemlich unbedeutend vor, und ich glaubte immer, es sei nicht so schlimm und das Schiff müsse sich noch lange Zeit über Wasser halten. Nachdem ich mit noch zwei Mann einen Vierten nach oben gezogen hatte, der schon haD besinnungslos war, rutschte uns das Schiff unter den Füßen weg. Dann habe ich schleunig gemacht, daß ich fort kam, denn es ging um Sein oder Nichtsein. Ich hatte meine Kleider noch am Körper und keine Gelegenheit mich auszuziehen. Viele von uns hockten sich an Schwimmwesten, großen Holzstücken, Rettungsgüttel usw. geklammert. Ich konnte aber kein Stück erwischen, das einzige war ein Holzstückchen von 50 Zentimeter Länge
und 3 Zentimeter Durchmesser. Der -MMsch hält sichi <i solchen Augenblicken eben an einen Strohhalm fest. Jetzt hörte man auch tite Rufe der Ertrinkenden, was einen seelisch herunterritz. Links und rechts von mir sanken einige'. - Kameraden in die Tiefe. Endlich war ich mutterseelenallein und konnte nichts sehe« .als Wasser. Als ich zufällig mal härter mich blickte, sah ich weit weg einen Dampfer. Ich dachte, nun muß ich mich auch rwch gegen den fürchterlichen Seegang abortierten. Bei dieser schweren Artieit wurde meine Kraft immer geringer, und viel Wasser mußte ich schlucken. Trotzdem verließ mich während der ganzen Zeit niemals der Gedanke, daß ich gerettet würde. Ich habe so klar gedacht, und mir fiel z. D. auf, daß das Wasier auffällig wem'g salzig war. Darm dachte ich immer wieder an meine Angehörigen. Ich habe 3/< Stund« -geschwommen bei größtem Seegang und unter den schwierigsten Der- hältniffen. Ein Boot von dem Fehmarn- Belt rettete mich und brachte mich auf den Dampfer „Theresia Rutz". Dieser übergab mich dem Kreuzer „Köln" und schließlich kam rch auf den Kreuzer „Königsberg",
und Süd als den großen Demokraten, als den unentwegten Vorkämpfer der Demokratie und freien Volksrechte feiern, ausgerechnet der Mann, der fast während feiner ganzen Kanzlerschaft unentwegt und ftisch darauf los mit dem §48 regierte. In Zentrumsversammlungen mag man Herrn Brüning das ja noch glauben. Aber die Linke gießt bereits ganze Kübel ihres Spottes über den .Demokraten" Brüning aus. So lesen wir z. B. in dem bekannten Berliner Linksorgan, dem „Montag Morgen" (Nr. 30 vom 25. Juli 1932), u. a.:
„Am erfreulichsten ist Brünings Sehnsucht nach verfassungstreuen Zuständen. In seiner letzten Münchener Rede hat er, natürlich mit erhobener Stimme, verlangt, daß der Reichstag nicht nur gewählt werde, sondern daß er gesetzmäßig zusammentrete. Diese Sehnsucht nach dem Reichstag ist in dem Kanzler Brüning nicht so unstillbar gewesen. Es geugt von der Elastizität Brünings, datz der verbiflene Ausbauer und Erprober des §48 so rasch wieder zu streng demokratischen Gedankengängen zurückgefunden hat. Die Zeit, in der Brüning als schweigsamer Notverordnungsdiktator an allen Parteien vorüberging, fft vorbei. Brüning fft wieder streng konstttutionell geworden — aber was alles wird nicht ein Diktator, der sich ein Kitzchen geirrt hat. ___...
Die Frankfurter fozialffkffche „Volks- stimme" leistete sich in ihren Rosenmontag-Nummer 1928 eine Karikatur mit der Ueberschrift:
Man sollte Schulkinder mit Hostien füttern."
Diese Auslesen zeigt den Geist der sozialdemokratischen Freidenk e r, die sich um keine Schattierung von ihren kommünistifchen Brüdern unterscheiden.
Wo aber blieb der Kamps des Zentrums gegen diese fanati sch en Schmähungen durch das Freidenk ertum? Herr Brüning hate in seiner Notverordnung es nicht gewagt, das sozialdemokratische Frei- denkertum anzutasten, sondern ist lediglich gegen das kommunisttsche Frei- denkeüum eingeschrftten.
Wirtschaft und Sandel
Berliner Devisenbericht vom 29. Juli.
Helsingfars 6,344—6,356, Lften 51,95—52,05, Prag 12,465—12,485, Budapest —, Sofia 3,057 Lis 3,063, Holland 169,53—169,87, Oslo 73,93 bis 74,07, Kopenhagen 79,42—79,58, Stockholm 75,72—75,88, London, 14,73—14,77, Buenos Aires 0,913—0,917, New York 4,209—4,217, Belgien 58,31—58,43, Italien 21,42—21,46, Paris 16,465—16,505, Schweiz 81,77—81,93, Spanien 33,72—33,78, Danzig 81,92—82,08, Japan 1,159—1461.
Berliner Effektentendenzbericht vom 29. Juli.
Obwohl man für heute, das heißt zwei Tage vor den --.Wahlen, kaum mit größerem Geschäft gerechnet hatte, wurde man doch zu Beginn des Verkehrs durch die Geringfügigkeit der Umsätze überrascht. Auch rein stimmungsmäßig war eine gewisi« Enttäuschung festzustellen, da man nach dem besseren Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse mit einer etwas ffeuMicheren Tendenz gerechnet hatte. Am Berliner Eeldmartt war die Situation vor dem Ultimo weiter versteift. Tagesgeld zog auf 5% Prozent an und war nur noch vereinzelt mtt 5% Prozent erhältlich.
Berliner Produktenbörse vom 29. Juli.
Weizen 219—221, Roggen 159—161, Futter- gerste 159—171, Hafer 164—169, Weizenmehl 28,75—33,50, Roggenmehl 24—26, Werzenklere 11,50—1180, Roggenkleie 10,25—10,50.
Sn der Produktenbörse hat sich die stetigere Erundstimmung auch heute erhalten können. Das Hauptinteresse beansprucht naturgemäß me Erledigung der noch offenen Juliengagements im ZeiLhandel; da für die Andienung passendes Material ziemlich knapp ist, waren heute roSeber oerschiedec^ich Deckungen zu beobachten, so daß Weizen 2 M, Roggen und Hafer 3 Jt fester einsetzten. Zur späteren Lieferung war Weizen um 1—1,50 M befestigt, während Roggen lediglich «halten blieb. Am Effekttvmartt besteht das Angebot von Reu- setreide in der Hauptsache aus kurzfristiger Ware, da die Landwirtschaft die immer noch bestehenden Aufgelder für diese Positionen ausnutzen will. Gestrige Preise waren aber nn allgemeinen schwer zu erzielen. Das Offertenmaterial zur späteren Verladung ist m Weizen und Roggen nur unbedeutnd, an- derersetts fehlt es aber infolge des ruhigen Exportes auch an Kauflust. Weizenmehl liegt bei wenig veränderten Preisen ruhig, Roggenmehl zu! kurzfrfftigen Lieferung ist besser be- dacht und bringt noch immer Au,gelber gegenüber Augustware. Hafer und Gerste hatten unveränderte Marttlage.
Das gronfintttt SaiMrogramm
Sonntag, bat 31. IM.
6.15: Hafen - Konzert von Hamburg. — 8.15: Katholische Morgenfeier. — 9.15: Stunde des Chorgesangs. — 10.00: Orgel- Konzert auf der Heldenorgek in Kufstein. — 10.30: Bericht von einer neuen Wissenschaft. — 11.00: „George Santayana, der amerikanische Dichter-Philosoph", Vortrag.— 11.30: Bettina erzählt: Aus „Goethes Briefwechsel mtt einem Kinde". — 12.00: Konzert. — 13.00: Konzert. — 14.00: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. — 14.10: Stunde des Landes. — 15.00: Stunde der Jugend. — 16.00: Konzert des Städtischen Orchesters Baden- Baden. — 17.00: „Internationales Flugme- tmg“, Hörbericht (auf Schallplatten). — 18.00: Fünftrnddreißig bunte Minuten. — 18.35: Hörbericht von den Deutschen Studentenkampfspielen 1932 in Freiburg. — 18.50: Sonderwetterdienst für die Landwirtschaft. — Anschließend: Sportnachrichten. — 19.00: Orchester-Konzert. — Dazwischen: Bekanntgabe der Wahlergebnisse bis zur Feststellung de svorläufigen Endresultats. — 22.00: Zeitangabe, Tagesnachrichten, Wetterbericht, Sportbericht. — Anschließend: Unterhaltungsmusik.
Montag, dm 1. August.
6.00: Wetterbericht. — Anschließend: Morgengymnastik. — 7.05: Konzert des Kurorchesters Bad Homburg. — 12.00: Unter- Haltungs-Konzert des Süddeutschen Rundfunkorchesters. — 13.30: Konzert. — 15.20: „Gerechtigkeit, die wir üben — Gerechtigkeit, die wrr erwarten", Bettachtungen zmn nfter- nationalen Nationalftätenkongretz in Wien. — 17.00: Unterhaltungs-Konzett. — 18.25: „Ente und schlechte Tanzmusik", Vorttag. — 18.50: Englischer Sprachunterricht. — 1930: Unterhaltungs-Konzert des Philharmonischen Orchesters München. — 2030: Aus dem Salzburger Dom: Konzert. — 22.00: Zeitbericht. — 22.40: Zeitangabe, Tagesnachrichten, Wetterbericht, Sportbericht. — 23.00: Nachtmusik.
Ingenieurschule Ilmenau I Tbür.
Eine der ältesten höheren technischen Lehranstalten. die sich mit der Ausbildung in Maschinenbau und Elettrotechnik befallen, ist die Ingenieurschule Ilmenau i. Thüringen. Im Jahr 1894 gegründet bat sich die Anstalt mit den Fort- schritten der Technik schrittbaltend entwickelt, sodaß es heute möglich ist, Elektromaschinenbau, Jnstallationswesen, Centralenbau. Hochspannungstechnik, Fernmeldetechnik. Mell-, Zahlerund Radiotechnik, ferner moderne Betrlebsfüb- rung. Motorenbau. Automobtt-und Flugzeugbau (Fliegerschule auf dem «alughafen Schwarza) sowie kaufmännisch-wrrpchaftliche oacher zu studieren. Auf allen Gebieten sind rerchhalttge Laboratorien vorhanden.
Wer nicht Elt, ftflrtt den Marxismus