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EoiMSend, kn30.äuU1932

Die ,Sb<rh«Msch« 3<«intfl* « steint sechsmal wöchentlich. Br- p,gsv«ts monctL t. Marburg 2.02 GM. ausschl. ZusiellnvaSgebaht, bd unsren Agenturen 1,93 SM. pizügl. ZustellmigSgebühr, durch hw Post 2.25 GM Für etwa durch Streik. Maschinendefekt oder elementar« Sretantss« »»«fallend« Nummern wird kein Srsad 6«- leistet. Verlag. Br. <5. Higeroth. Druck der Unid-Buckdruckerei geb. Aug. Koch. Markt 21/23. «kernsvrechert Skr. 2054u. Rr.2055 Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M Nr. 5015. Sprechet der Redaktion von 10tt »nd

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Anzeiger fiir (das frühere kurheMche) Oberhessen

Anzeiger her amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Deutschland muß leben!

Es kommt am 31. Juli wieder auf jede Stimme an Der Kampf für unsere Freiheit und Zukunst

Neuer Aufstieg!

Ein Wahlkampf liegt hinter uns, wie er in her Geschichte Deutschlands mit solcher Heftig- feit und Verbissenheit wohl kaum jemals ge­führt worden ist. Es ist bereits die vierte Wahl, die wir am Sonntag in diesem er­eignisreichen Jahre erleben. Am 13. März und am 10. April hatte das Volk über dre Besetzung des höchsten Reichsamtes zu ent- scheiden. Am 24. April wählte der größte Teil der Länder neue Volksvertretungen und am 31. Juli fällt nun die Entscheidung dar­über. wer in Zukunft das Reich regreren soll. Lange genug hat das Volk auf diese Entscheidung gewartet. Obwohl der alte Reichstag arbeitsunfähig war , und seine Zu- ^mmensetzung schon lange nicht mehr dem Dolkswillen entsprach, wurde er von der Re­gierung Brüning und den hinter ihm stehen­den Svstemparteien aus Angst vor der Neu­wahl künstlich am Leben erhalten. Die natio­nale Rechte sollte trotz aller Wahlsiege und entgegen dem Volkswillen niedergehalten und geknebelt werden, bis der Reichspräsident end­lich eingriff, Brüning entlieh und einer natio­nalen Regierung die Möglichkeit bot, den Reichstag aufzulösen und Neuwahlen auszu­schreiben.

In Tausenden von Versammlungen in Stadt und Land und in Rundfunkreden haben die Führer der einzelnen Parteien inzwischen zum Volke gesprochen und auf die schicksals­schwere Bedeutung dieser Wahl hingewiesen. Die Rechte ist mit dem Ziel in den Wahl­kampf gezogen, fene vielgenannten 51 Prozent zu erobern, die die Bildung einer Rechtsregle- rung gegen die bisherigen Systemparteien ermöglichen und Ine Voraussetzung für einen wirklichen Systemwechsel in Deutschland Hl= Len. Daß dieses Ziel nicht leicht zu erreu.,en sein würde, darüber waren sich die nationalen Parteien durchaus llar. Dennoch hat der Verlauf des Wahlkampfes. , der ungeheure Zustrom zu den nationalsozialistischen Massen­versammlungen Hitlers, die entschlossene und zielklare Kampfesweise des deutschnationalen Führers Hugenberg und die Begeisterungs- fähigkeit der Bevölkerung in Stadt und Land für den nationalen Gedanken gezeigt, dah der Vormarsch der nationalen Front nicht aufzu­halten ist und dah der Sieg der Rechten über den Marxismus und seine Mitläufer kemes- wegs so aussichtslos ist, wie dies die Links­presse immer wieder darzustellen sucht.

Und man wird es auch als ein gutes Vor­zeichen werden können, "dah hie bisherigen Systemparteien bereits eine Schlacht verloren haben, noch ehe der entscheidende 31. Juli angebrochen war.

In Preuhen ist der Umschwung schon vorher zur Tatsache geworden. Die roten Macht­haber, die zusammen mit den Kommunisten eine Dlutherrschast aufrichten und die fned- liebende Bevölkerung terrorisieren wollten, sind aus ihren Aemtern verjagt worden. Was die Preuhenwahl nicht vermochte, weil man durch einen üblen Geschäftsordnungstrick die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten oer= hinderte, hat ei" Machtwort der Reichsregie- runa zuwege gerächt. Sang- und klanglos haben die roten Genössen ihre Aemter ver­käsen müssen und an ihre Stelle sind neue Männer getreten, die in Preuhen wieder Ord­nung schaffen werden.

Zuerst wollten die Braun und Severing nur der Gewalt weichen. Dann aber zogen sie es doch vor, still und leise und ohne diese Gewalt abzuwarten zu verschwinden. Und setzt stimmen sie ein bewegliches Klagegeschrei über ihre verlorenen Posten an. Dom Staats­gerichtshof sind sie bereits abgewiesen worden und nun erhoffen sie, oder tun wenigstens so, vom 31. Juli, dah er ihnen ihre liebgewor­denen und einträgllchen Stellungen wieder- gibt. Aber sie geben sich trügerischen Hoff- .nungen hin. wenn sie glauben, dah die Wäh­ler auf ihre Anklagen, man habe ihnen un­recht getan, hereinfallen würden. Das Volk ist heute politisch aufgeklärt genug, um zu wissen, dah dieseFuhre/' und ihre Parteien die 14 Jahre lang beispielloses Elend über Deutschland gebracht haben, niemals wieder- lebten dürfen. Seiten und Seiten konnte wni füllen über die Mihwirtschaft dieser Partei«. Erst kürzlich noch hat der Sllarek-

Prozeh gezeigt, in welch einen Korruption,- sumpf uns das schwarz-rote System hinern- geführt hat. Auch die erst dieser Tage aufge- deckts Tatsache der Verschleuderung von Steuergeldern an sozialdemokratische und zen­trumsparteiliche Zeitungsunternehmen spricht eine beredte Sprache. __

Es ist nur zu notwendig, dah der Saube- rungsaktion in Preuhen das große Reine­machen auch im Reich folgt. Es muh end­gültig Schluß gemacht werden mit dem schwarz-roten System Brüningscher Prägung

«nd an die Stelle des Niedergangs, des Ar. beitslosenelends und des Opferns muh der Wiederaufbau des Reiches treten. Die ersten Vorbereitungen hierzu hat die Regierung von Papen bereits in Angriff genommen.- Dafür aber, dah auf diesem Wege fortgeschntten wird, bürgt nur eine starke und aktionsfahrge Rechtsmehrheit im Reichstag. Es muh wie- der vorwärts und aufwärts gehen. Daß es dabei auf jede einzelne Stimme ankommt, und dah auch keine Stimme an d,e Splitter­parteien verschwendet werden darf, hat dre

Preuhenwahl zur Genüg« gezeigt. Settife am 31. Juli wird es darauf ankommen, nur d i e Rechtsparteien zu wählen, die auch wirk­lich die Gewähr bieten, fest und entschloss« den Linksparteien und ihren zersetzenden Kräf­ten entgegenjutreten. Das Volk chat das Schicksal des Reiches in der Hand. Wenn es sich am 31. Juli für eine starke Rechte entscheidet, dann wird der Wiederaufstieg der Nation und die Wiedergeburt des Reiches nicht auf sich märten lassen.

10 Tage Burgfriede

Eine Verordnung des Reichspräsidenten

Berlin, 29. Juli. Auf Grund des Arttkels 48 Absatz 2 der Reichsverfassung wird folgendes verordnet:

§ 1.

Riir die Zeit vom 31. Juli 1932 bis zum Ablauf des 10. August 1932 sind alle öffentlichen politischen Versammlungen verboten Als politisch int Sinne dieser Vorschrift gelten alle Versammlungen die zu politischen Zwecken oder von politischen Vereinigungen veranstaltet werden.

§ 2.

Die Bestimmungen der Zweiten Ver­ordnung des Reichsministers des Innern

über Versammlungen und Auszüge vom 18. Juli 1932 in der Fassung der Dritten Verordnung des Reichsministers des Innern über Versammlungen und Auftuge vom 22. Juli 1932 bleiben mit der Mah- gabe unberührt, dah für die Zeit vom 31. Juli 1932 bis zum Ablauf des 10. August 1932 auch alle politischen Versammlungen unter freiem Himmel, die in festumfrtede- ten, dauernd für Massenbesuch eingerichte­ten Anlagen stattfinden sollen, verboten pnb § 3.

Wer eine Versammlung, die nach den Besttmmungen dieser Verordnung ver­

boten ist, veranstaltet, leitete, in ihr als Redner auftritt oder den Raum für sie zur Verfügung stellt, wird mit G e f a n g- nis bestraft, neben dem auf Geldstrafe erkannt werden kann. Wer an enter solchen Versammlung teilnimmt wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.

§ 4.

Diese Verordnung tritt mit dem 31. Juli 1932 in Kraft.

Neudeck, den 29. Juli 1932.

Folgen die Unterschriften,

Der Kampf um die Macht

Die Rundfunkrede Gregor Strassers

Berlin, 29. Juli. Heute abend, 19 Uhr, wrach für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Gregor Strasser Rund­funk Er sprach einleitend über den Sinn der Bewegung, deren zweites Kampfziel bann bestehen werde, nach Uebernahme der Macht und der Unterstellung des Staates unter neue Männer, die heute noch gegnen chen Krafte von der Richtigkeit des nationalsozialistischen Wollens zu überzeugen und auch sie zuRatio- nalsozialisten zu machen.

6» geht einzig und allein darum, dah die Novemberrevolution von 1918 mit allen ihren Begleiterscheinungen anf allen Ge­bieten »nd in allen ihren führende« Per- sSulichkeiten liquidiert wird -nd dah neue Männer den durch uns herbeigefilhrteu Ge- fimlungsumschwung z-m nationalen und so­zialen Staat in die Tat umsetzen.

Wir find die erste Bewegung in Deutsch­land die die Gegensätze in ihren Reihen aus- Kschaltet hat, die Gegensätze zwischen Alters- ifen, Beruf und Standen nicht mehr kennt die erste, die Land und Staat, Bürger und Bauern, Geschäftsleute und Beamte zu ein­heitlichem Wollen zusammenfaht. Die erste Bewegung, für die Unterschiede zwischen Nord und Süd, Unterschiede in den Staatsgrenzen, die erste Bewegung, für die Konfessionsunter­schiede keine Rolle mehr spielen.

Wir find entstanden aus Protest des ge­sunddenkenden Teiles unseres Volkes gegen einen Staat, der nach -uhen machtlos ge­worden, nur Unterwerfung unter das Dik­tat der Feinde und Tributzahlung an die Rutznieher des Wrltkrieges, die internatio­nale Hochfinanz kennt.

Wir sind entstanden als die feste Suttle ge­gen einen Staat, der seinen Volksgenossen das Recht auf Arbeit, auf die Wiederherstellung des natürlichen Auskommens verweigert. 2n. uns protestiert das deutsche Volk gegen ettte

Die Arbritsdienstpfltcht wird das grvhe Er- ziebungsmittel des Zwanzigiabr.igen auf dem Wfiafi der Strahe heimatlos gewordeimn deutschen jungen Menschen.

Es gilt die Ueberwindung der Arbettslofig-

bleme, bie hier zur Lösung, stehen, fuhtte d« Redner im einzelnen tm Stmte des bekannten Arbeitsbeschaffungsprogrammes aus.

Voraussetzung der Lösung dieser Aufgabe find zwei Dinge: 1. Für jeden Deutschen wuh das Recht auf Arbeit ht der Bersassuns verankert werden. 2. Für jeden Deutschen besteht die Pflicht zur Arbeit, denn nur von der Arbeit und -on den Bodenschätzen als den zwei ewigen Urwerten ans können wir an die Ueberwindung der heutigen Wirt- schaftskrise Herangehen.

Nie wird der Rationalsozialismus die Zerstörung des Volksvermögens durch eine zweite Inflation dulden.

In einem Volk, in dem oben und unten bie kurz von mir skizzierten Grundsätze durchge­führt find, werden wir in der Lage sem,jene Außenpolitik zu betreiben, die dre Weltgel­tung Deutschlands so wiederherstellt, wie sie Deutschland nach seiner Geschichte, nach der Größe und dem Wert seines Volkes verlangen kann. Ein solches Deutschland ist dann wieder bündnisfähig und wird in der Welt sehr schnell jenen Respekt wieder sich erwerben, den es braucht.

Amerika zur Weltwirtschaftskonferenz eingeladen.

Washington, 29. Juli. Die Regie­rung der Vereinigten Staaten erhielt die offizielle Einladung zur Weltwirtschafts­konferenz. Eine Genehmigung des Kon­gresses zur Teilnahme ist nicht erforder-

Wrrkfchastsordnung, die nur an Geld, Besitz und Dividende denkt und ine vergessen hat, die Leistung als den Wertmesser bet Men- schon anzuerkennen. Wir sehen im heutigen Marxismus eine Verfälschung bet deutschen Arbeiterbewegung, die Verdammung zur ewigen Erfolglosigkeit. Wir wissen, daß man die Lösung sozialer Probleme nut dann durch- führen kann, wenn man Herr im eigenen Hause ist. __

Di« Auseinandersetzung mit dem Marxiv- etee muß komme«, wenn Deutschland leben will, eint Auseinandersetzung nicht mit de« deutsche» Arbeiter, sondern mit denen, die ih« falsch geführt »nd z»m ENave« der Weltfiaaaz »nd zur Sch»tztr»ppe des Inden- tnms gemacht habe». Ans diese« «runde «16 man sich darüber «ar sein, daß wie Rationalsozialisten nach de« M. 2«li sor­gen werden, daß die Schlußfolgerungen aus dieser Tatsache restlos gezogen werden. _ Das Vertrauen des deutschen Volkes ist bei uns. Mit allen Mitteln des Staatsapparates werden wir jenes neue Denken tm deutschen Volk durchsetzen, wonach in Politik und Wirt­schaft, in Kunst und Literatur, 'n Sport und in Theater nur noch ein einziger Maßstab gel­ten wird, das ist das Wohl der Ration. Wir wollen und werden dafür sorgen, dag diese Grundsätze auch in allen Regierungsstellen wieder selbstverständliche Eigenschaft werden.

Die Erziehung der deutschen Jugend wird geändert werden muffen. Nicht di« Vermitt­lung mechanisierten Willens und seelenloser Paragraphen ist die Hauptsache, sondern die Erziehung des jungen Deutschen zu einem Staatsbürger ohne Standesdünkel und ohne Klassenhaß Darum wird der nationalsozia­listische Staat die Schule niemals aus seiner Hany geben, wenngleich er den Konfessionen zur Erteilung des Religionsunterrichtes die von ihnen für notwendig .gehaltene Zeit immer -zugestehen wird. ' ' '