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Vie .Vbrrhessisch« ZeitlMg' er­scheint sechsmal wöchentlich. Be- ;ng«prei« monatl. i. Marburg 2.02 GM. auSschl. ZnskellungSgebübr, bet unsren Agenturen 1,93 GM. zuzügl. Zustellungsgebühr, durch die Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefektoder elementar« Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag, Dr. §. Hitzeroch, Druck der Untd-Buchdruckerei Ioh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 2054u-Rr.2055 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprech,«« der Redaktion dem 10M und »W-l Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oderhessen

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2*rt Aiy-lsenpret« betrügt für den M gespatt. ZeilemuMweter MS SM, Famtlienaiyetgen bet Varzahk. 0.07 SM., amtl. n. an#» wckrttgeBu». 0.I0SM. Sog. ttetee

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die Lausanner Konferenz ergebnislos

Frankreich lehnt politische Bindungen rundweg

ab Neue Verhandlungen aufschmalerer Basis" ?

fl. Lausanne. 8. Juki. Am Freitag nachmittag hat Herriot endgültig die Aanahme der von Deutschland gestellten vier Borbedingnagen abgelehat, womit für die deutsche Abordnuug eine völlig neue Lage geschaffen war. Ma« betrachtet in Kreisen der deutschen Abordnung damit auch die Zustimmung zu dem Laytonplan als erledigt. Während in Berlin ei« Mi- msterrat über die Krise der Lansanner Konferenz beriet, stand Reichskanzler von Pape» mehrfach in telephonischer Ber- biadung mit Berlin. Maa entschloß sich auf die eigentliche Tributfrage zurückza- zieheu. Die deutsche Abordnung mutz ««umehr nur «och auf der Grundlage des am 1. Juli abgelauseuea Hoover-Mora- toriums verhandeln.

Rach de«, Abschluss der RachMttagsver- haadluuge« erklärte Herriot. daß im Falle eines ergebnislosen Berlaufs Frank­reich automatisch aus de« Youngplan zu« rSckgreifen werde. Ja später Nachtstunde antrbe von englischer Seite ein neuer Ber- mittelungsversuch unternommen. Es sol­len dabei die Verhandlungen über die politischen Fragen wieder in Gang gekom­men sein. *

Sine deutsche Erklärung.

Lausanne, 7. Juli. Hebet den Stand der Lausanner Besprechungen wurde am Donnerstag abend von deutscher Seite folgende Beurteilung der Lage gegeben:

In der heutigen Unterredung zwischen dem Reichskanzler und Herriot ist noch einmal versucht worden, eine Grundlage für eine großzügige Regelung aller auf der Konferery Deutschland interessieren­den Fragen zu finden. Hierbei ist von deutscher Seite grundsätzlich auf die Er­klärung des Präsidenten der Konferenz Macdonald in seiner Eröffnungsrede hin­gewiesen worden, daß die Lausanner Kon­ferenzzu einem großen ausschlaggeben­den Ergebnis und zum Abschluß der Kriegsrechnung führen muß, um den Völ­kern die Hoffnung auf einen Aufstieg zu geben". Auch der Baseler Sachverstän- digenbericht fordert ausdrücklich als die unerläßliche Voraussetzung des wirtschaft­lichen Wiederaufstiegs die Regelung der großen ungeklärten politischen Fragen. Diese Auffassung der Eesamtlage ist bei den Vertretern Frankreichs auf keinerlei Derftändnisgestoßen. Die Franzosen haben es abgelehnt, auf eine derartige Betrachtungswmse der Pro­bleme einzugehen.

Trotz des bisherigen schroffen Gegen­satzes nt allen politischen Voraussetzungen, die die natürliche ErundbÄinguug einer allgemeinen Verständigung sind, verttttt man auf deutscher Mite die Auffassung, daß bisher noch nicht alle Wege verbaut sind. Immerhin wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß die Durch- sHung der politischen Fragen auch weiter­hin auf die hartnLSge Ablehnung der französischen Regierung stoßen wird, so daß damit die deutsche Regierung ge­zwungen würde, auf den Ausgangspunkt der Lausanner Konferenz, die endgül­tige Regelung der Tributzah­lungen zurückzugeheu, so, wie sie in der Eröffnungsrede des Reichskanzlers programmatisch dargelegt wurde

Die deutsche und französische Abordnung sind unmittelbar nach der Unterredung zwischen dem Reichkanzler und Herriot zu internen Besprechungen zusam- mengetreten.

Er wird gegenwärtig auf beiden Seiten die Frage erwogen, in welcher Weise ein gewisser Abschluß der Konfe­renz doch noch erzielt werden kann oder ob im Hinblick auf die Gegen­sätze in politischen Fragen die Vertagung der Konferenz auf einen späteren Zeit­punkt notwendig werden sollte.

Englische Kritik an der Haftung Frankreichs.

ft. London, 8. Juft. In den Blät­tern kommt die Meinung zum Ausdruck, daß seit gestern Abend in Lausanne der tote Punkt überwunden sei und die Aus­sichten gebessert seien? Die Haltung der französischen Delegation in der Kriegs­schuldenfrage wird vielfach kritisiert.

Der Lausanner Korrespondent der Daily Mail" sagt, die britische Delegation könne nicht begreifen, warum die fran-

Französische U-Boot-Katastrophe

66 Mann in die Tiefe gerissen

fl. Paris, 8. Juli. A«, Donnerstag ist auf der Höhe von Cherbourg bei einem Manöver an der Wasseroberfläche aus unbekannten Gründen das große mo­derne französische Unters«e*, bootPrometh 6 e" gesunken. 66 Mann der Besatzung find ums Leben ge­kommen.

e

Der Untergang des französischen Unter­seebootesPromethee" hat in ganz Frank­reich ungeheure Bestürzung hervorgerufen. Der Kommandant des Schiffes, der mit sechs anderen Mitgliedern der Be­satzung gerettet werden konnte, erklärte bei seinem Eintreffen in Cherbourg, dah Hm der Verlust seines Schiffes völlig rätselhaft sei. Er habe sich mit einigen Ingenieuren Und Matrosen auf Deck befunden, als er plötzlich den Boden unter den Füßen ver­loren habe. Schon wenige Sekunden spä­ter sei das U-Boot unter der Wasser- Oberfläche verschwunden gewesen Und er

selbst mit den anderen auf Deck befind­lichen Matrosen ins Wasser gestürzt.^

Der Hafenkommandant von Cherbourg hat sofort nach Bekanntwerden des Un­glücks alle Maßnahmen getroffen, um Kl versuchen, das Schiff und die möglicher­weise doch noch lebenden Insassen Kl vet- ten. Doch am Donnerstag abend smd einige U-Boote und Zerstörer ausgelau­fen, um die Lage des U-Bootes festzUstÄ- len. Freitag vormittag werden außerdem mehrere Wasserflugzöirge und ein Feffel- ballon eingesetzt werden. Marineminister Leygues hat augeordnet, daß kein Mittel Unversucht bleiben soll, die möglicherwerse lebend eingeschlossene Besatzung Kl retten.

Geringe Hoffnung auf Rettung der Prometh^e".

fl. P«ris. 8. ZUli. Heute früh ver- suchen Flugzeuge, den genauen Lageort des gesunkenen U-Bootes festKlstellen. Man hat Nur geringe HofffMng aus Aet- wng der 66 Vermißten.

Rücktritt der thüringischen Regierung

Weimar, 7. Juli. Rach röter henke nachmittag abgehaltenen Kabimettsfitnmg rich­tete die thüringische Landesregierung «en den Präsidenten des Thüringischen Landtages folgendes Schreib«»:

Bei der Beratung des Staatshaushalts­planes für 1932 find vom Landtag Be­schlüsse gefaßt worden, die durchzufüheen die Landesregierung ttW in der Lage fit. Wie treten deshalb als Minister der Landesvesie- nmg rurSck.

Emgewechkeri Streifen fern der Mcktrrkt nicht unerwartet. Seit Tagen hiÄt sich das Gerücht, daß die Regierung die Bermrtwor- tung für die schwerwiegenden fimruztÄleU und politischen Belastungen des HausHÄts- pkanes nicht werde tragen können. Doch hotte man immer noch gehofftz den Rücktritt vermeiden zu können. Durch ZufaKsabstim- mungen im Landtag war die Regierung ge­zwungen, einen Betrag von 2,8 Millionen an dre Gemeinden abzuführen. Weiter war die Konsilmoerernssteuer gefallen. Die Zu- fallsmehrhert kam dadurch zustande, daß die Nationatsozichisten in der entscheidenden Sit­zung zum Test nicht anwesend, zum Teil aus­geschlossen waren. Eine dritte Belastung stellte die vom Landtag geforderte Aufhebung der LockeruuMveroümMg zum Mieterschutz- gesetz dar.

Nach dar MehrheitsverhMuissen im Land­tag kämen für eine Regierungsneubildung nur die Zeichen Parteien mit neuen Män­nern in Zvage, jo daß mit dem Zustande­

kommen einer neue« Regierung nicht.ru rech­nen ist. Seit Wochen wird bereits von nationolchrialistischer und kommunistischer Seite die sofortige Landtagsauftöfimg gefor­dert, obwohl der Landtag später sowtefo auf- gelöst werden würde. Es ist nunmehr damit czu rechnen, daß sich auch die Sozialdemokra­ten diesen Standpmckt zu eigen machen.

Eine Entschließung des Reichsverbandes der Deutsche« Presse zu den Zeituugs- verboten.

Berlk«,' 7. Juli. Der gefchaftsföh- reude Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Presse hat eine Entschließung gefaßt, in der er, "Mine zu den letzten Zei­tungsverboten politisch Stellung zu neh­men, erneut ine Beseitigen gd-er Bestimmungen tu der neuen Notverordnung fordert, diein ihrer Auswirkung zweischneidig find und eine mit dem Grundsatz der Pressefreiheit unvereinbare Belastung der deutschen Presse in ideeller tmb materieller Hinsicht darstellend

Keine Nachricht von den Weltfliegern.

Remyork, 7. Juli. Hier herrscht eine gewisse Beunruhigung über das Schicksal de, Flieger Grifft» und Mattern, da man Seit ihrem gestern abend erfolgtem Abflug »ach. Moskau ohne Nachricht ist

AnleihegösSh Polens in Lausanne.

Lausanne, 7. Juli. Der polnische Außenminffter Zaleski weilte heute in Lausanne, um hier mit Herriot über eine polnische Anleihe zu verhandeln. Es soll sich nm die Summe von 300 Millionen französischen Franken handeln, die für den Ausbau des Hafens von Edingen und für die polnischen Eisenbahnen ausersehen werben.

Eine Niederlage Hoovers. Die Arbefts. losenhllfe-Vorlage angenommen.

fl. Washington^ 8. Juli. Entge­gen Präsident Hoovers Ablehnung hat das .Repräsentantenhaus die Earner-Wagner-

Mr Walter Layton appelliert an Herriot.

ff. London, 8. Juli. In einer Mel­dung aus Lausanne sagt Walter Layton, eine Regelung der Reparationsfrage stehe unmittelbar bevor. Die einzige Frage sei, ob sie ihren halben Wert dadurch verlieren werden, daß sie wie eine unentschiedene Schlacht erscheine, oder ob Herriot sich der großen Gelegenheit gewachsen zeige und der Welt den vollen Wert der Regelung sichert. Die Gläubiger sollen Deutschland sagen, daß sie, ohne auf das Für und Mder des Teiles 8 des Versailler Ver­trages einzugehen, bereit seien, dieses Ka­pitel als für immer abgeschlossen an­zusehen.

Beschleunigte Vorbereitungen zur Welt- wirtschaftskonferenz.

Berlin, 7. Juli. Wie die Deutsche Allgemeine Zeitung aus Genf erfährt, sol­len zur Vorbereitung der von Macdonald geplanten Weltwirtschafts- und Finanzkon­ferenz, die gegebenenfalls unter Mit­wirkung des Völkerbundes statffinden soll, unmittelbar Schritte bevorstehen, die diese Zusammenarbeit zum Ausdruck bringen werden. Man rechnet damit, daß der Völkerbundsrat auf Grund einer Auffor­derung des englischen Ministerpräsidenten sofort nach Abschluß der Lausanner Kon­ferenz, vielleicht noch diese Woche, zu einer Sondertagung einberufen werde, um die erforderlichen Beschlüsse zu fassen.

Polen hatte bereits eine Anleihe in der gleichen Höhe von Frankreich erhalten. Wie jedoch verlautet, wurde dieser pol­nische Wunsch abschlägig beschieden.

zöfische Delegation eine Klausel nicht in Erwägung ziehen wollte, die in letzter Woche als annehmbar gehalten worden sei.

Der Korrespondent desJournals" schreibt, Artikel 281 des Versailler Vertra­ges gehöre zweifellos zur Kompetenz der Konferenz von Lausanne. Die Forderung, daß bei llngültigmachung der Reparatio­nen auch dieser Artikel ungültig gemacht werde, auf den sich die Reparationen stütz­ten, sei nicht unvernünftig gewesen.

DerTimes"-Korrespondent erklärt n. 6., spät abend habe gestern wieder die leichte Hoffnung bestanden, daß die poli­tische Klausel in das Abkommen ausgenom­men werden könnte. In einer nach 1 Uhr früh abgesandten letzten Mel­dung sagt der Times-Vertreter, als der Reichskanzler und der Reichsminister die britischen Minister verlassen hätte, seien sie offenbar wieder besserer Stimmung ge­wesen. Der Korrespondent desDatly Herald" in Lausanne erklärt, die Konfe­renz sei gestern durch die Deutschen im letz­ten Augenblick vor einem Zusammenbruch bewahrt worden. Sie sei aber immer noch nicht gerettet.