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Nach Feieraben-

Unterhaltungs-Beilage der Oberhessischen Zeitung

Sie LMnsmWchkeiten imf ten Sternen

Don Dr. Dr. Carl ®. Cornelius.

Aus Amerika kommt die Nachricht, dass ein Physiker mit einem neukonstruierten Kurzwellensender den Marsbewohnern in 520 Worten die Geschichte der Vereinigten Staaten Hinüberfunken will. Mögen die Mitteilungen über derartige Pläne noch so unsinnig sein, beim Laien erwecken sie stets Interesse, denn der Gedanke, mög­licherweise Menschen auf unseren Schwestersternen zu entdecken, hat viel Verlockendes in sich. Die Wissenschaft mutz durch Hoffnungen in dieser Form einen kräftigen Strich ziehen. Wohl ist es aus der Annahme einer ungefähr gleichartigen Entwicklung des Weltalls heraus zulässig, für den Bereich der Fixsterne das Vorkom­men von Leben auch in hochorganisierter Form als wahrscheinlich zu erachten, doch find diese Sonnen so unfassbar weit von uns entfernt, datz eine Verbindung mit ihnen selbst den kühnsten Träumen nicht erreichbar erscheint. Auf den Planeten unseres Sonnensystems aber sind die Le­bensbedingungen für uns ähnliche Wesen nicht vorhanden.

Vier Gruppen von grundlegenden Un­terschieden zwischen der Erde und jenen Himmelskörpern stehen dem entgegen: der Anteil an der von der Sonne ausgestrahl­ten Wärme, die Wirkung der Schwerkraft, d'e Zusammensetzung der Lufthülle "nd das Alter der Planeten. Die äutzeren Wandel­sterne, Jupiter, Saturn. Uranus, Neptun und der neuentdeckte Pluto haben die gleiche Unwahrscheinlichkeit ihrer Lebens­möglichkeiten gemeinsam..Alle sind sie sehr weit von der Sonne entfernt: Jupiter durchschnittlich 778 Millionen Kilometer, Pluto 6000 Millionen Kilometer, da­zwischen liegen Saturn mit 1430. Uranus m't 2870 und Neptun mit 4500 Millionen Kilometern. Schon die beiden innersten von ihnen erhalten nur ein dreitzigstel und ein neunzigstel Pluto sogar nur ein ein- tausendscchshundertstel der Wärme, die der Erde zugestrahlt wird. Gegenwärtig mtib zwar dieser Mangel durch die Eigentem- peratvr jener Planeten (Jupiter schätzt man auf 2700, Satur auf 800 Grad Celsius) mehr als ausgeglichen, aber gleichzeitig durch den hierdurch bedingten feurig-flüs­sigen Zustand der Eternoberfll'.chen die Le- bcnsmöglichkeit überhaupt ausgeschaltet, und für die in Jahrzehn- oder Iahrhun- derttausenden liegende Zukunft dürfte die kürze Spanne zwischen entsprechender Ab­kühlung der Planeten und dem Zeitpunkt, da der geringe Zuschutz von Sonnenwärme zur Lebeshaltung nicht mehr genügt, kaum zur Entwicklung höherer Organismen aus­reichen. Selbst die in jener llebergangs- periode möglichen Wesen würden sich von den irdischen sehr unterscheiden, denn in­folge der grotzen Mafien der äutzer Pla­neten ist die Schwerkraft auf ihnen so stark, datz Menschen von unserem Körperbau kriechen mutzten.

Günstiger liegen die Bedingungen für das Vorhandensein lebender Geschöpfe auf den inneren Gliedern unseres Sonnen­systems, bei Merkur, Venus und Mars. In die Natur der ersten beiden hat man freilich kaum einen Einblick gewinnen kön­nen, da sie ständig von dichten Wolkenhül- len umgeben sind. Es war schwer, die Um­drehungsdauer des Merkur zu bestimmen; sie wurde jetzt mit 88 Erdentagen fefige- legt, das ist die gleiche Zeit, die der innerste Planet zum Umlauf um die Sonne braucht. Ein Merkurtag dauert ebensolange wie ein Merkurjahr, das bedeutet: Auf die eine Hälfte des Sterns wirkt stets die ungeheure Kälte des Weltenraumes, auf die andere die glühende Hitze der nur 58 Millionen Kilometer entfernten Sonne. Lediglich in einer schmalen Grenzzone könnten Lebens­möglichkeiten bestehen.

In vielen Punkten beinahe irdische Ver­hältnisse liegen dagegen auf der Venus vor. Erötze, Dichte und Achsenstellung dieses Planeren sind nahezu die gleichen wie bei uns. Ob auch seine llmdrehungsdauer mit unserer Tageslänge übereinstimmt, ist noch nicht restlos aufgeklärt. Der' Ansicht Schiaparellis, der 255 Tage, also ein Ve­nusjahr, dafür ansetzt, stehen die Be­obachtungsergebnisse anderer Forscher ent­gegen, dre den Venustag auf 24 Stunden festlegen. Hierfür spricht namentlich die gleichmässige Wolkenhülle. die den Stern zu umgeben pflegt. Bei der Umdrehungs­zeit von 225 Tagen wäre sie kaum möglich, da sich dann die Feuchtigkeit von der er­

wärmten Seite allmählich auf der kalten niederschlagen müsste. Der Wahrscheinlich­keit einer Bevölkerung der Venus wider­spricht vor allem die Jugend des Planeten.

So richteten sich die Blicke aller, denen der Traum von den Brüdern im All zu schön erschien, um unwahr zu sein, von jeher auf den letzten verbleibenden Wan­delstern, den rötlichen Mars. Dieser Nach­barplanet, der sich uns auf 55 Millionen Kilometer nähern Sann, ist der Erde im Alter wahrscheinlich um einige Jahrmillio­nen voraus, hat aber sonst viel mit ihr gemeinsam. Die Neigung seiner Achse zur Bahn, worin der Wechsel der Jahres­zeiten und damit Vegetation in unserem Sinne begründet ist, übertrifft die der Erde nur wenig, sein Tag ist nur eine halbe Stunde länger als unserer, seine Lufthülle enthält Sauerstoff und Stickstoff. Andere Umstände sind es jedoch, die sich der Höher­entwicklung der Lebensformen auf ihm hindernd in den Weg stellen. Die geringere Sonnenbestrahlung bedingt für den Mars eine Durchschnittstemperatur von nur mi­nus 25 Grad, eine Höchstwärme von nicht mehr als Z-3 Grad, und weiter besitzt der

Planet kein Wasser. Seine Masse ist zu gering, um durch ihre Anziehungskraft der Fliehkraft des Wasserdampfes die Waage halten zu können. Auch in gefrorenem Zustand lässt sich kein Wasser auf unserem Nachbarstern nachweisen. Die hellen Kap­pen an den Marspolen bestehen ihren schnellen Veränderungen nach aus fester Kohlensäure. Die vielgenannten Mars­kanäle entbehren also ihres Zweckes, wenn es sich bei ihnen überhaupt um möglicher­weise von intelligenten Wesen geschaffene Gebilde handelte. Tatsächlich sind sie Kon­trastlinien die durch die Unvollkommenhert des menschlichen Auges zu einer Geraden vereinigt werden. Die Tatsache, datz die Streifen in starken Fernrohren nur sehr unvollkommen oder gar nicht sichtbar wer­den, stützt diese Annahme entschieden. So muh für den Wissenschaftler auch Mars aus der Reihe der Sterne ausscheiden, bte Lebensmöglichkeiten in unserem Sinne bie­ten, unb nur ber frommen Sehnsucht ober dichterischen Phantasie bleiben feine Ee- filbe unb bie ber anberen Planeten unseres Sonnensystems als von Menschen bewohnt ober bewohnbar offen.

Bruno Kastner, der beliebte deutsche Filmschauspieler ver­gangener Jahre, hat seinem Leben in einem Hotelzimmer in Bad Kreuznach eine Ende bereitet. Der Grund dieser Verzweiflungstat soll in wirtschaftlichen Sorgen zu suchen sein.

Hurra, an öen Strand und ins Wasser!

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Die Kinder baden es in ben beigen Tagen am besten. Selbst in ben Großstädten nimmt ihnen niemand die leichteste Bekleidung übel und überall locken Teiche und Planschbecken zur Abkühlung von der Sommerhitze. Aber welch herrliches Leben gibt es erst am Strande. Stundenlang kann man mit dem Sand und den Wellen svielen und oft trägt ein niedliches Eselchen kühne junge Reitersleute das Ufer entlang.

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Naturschutz-Tierschutz

Von Dr. F. Sauchecorne-Köln. Direktor des Zoologischen Gartens

Man schlägt heute keine Zeitschrift mehr auf. die nicht Aufsätze oder Bilder ans dem Tierreich bringt. Lichtbild und Mlm geben ungeahnte Aufschlüsse über das geheimste Leben der Tiere. Die Schulen haben sich von der trockenen Tierbeschreibung abgewandt, um durch Anschauungsunterricht Verständnis für die Lebenserscheinungen zu erwecken.

Ein neuer Zug geht durch unsere Jagenofft. Früher las man hauptsächlich Streckenberichte und Aufforderungen zum schonungslosen Kampf gegen das Raubzeug. Heut« wirken unsere Jagdzeitungen in vorbildlicher Weise für Naturschutz, Hege, menschenwürdige Jagd­ausübung und naturkundliche Belehrung. Der Sinn für die Poesie auch derLernen Jagd" ist besonders durch Hermann Löns geweckt worden. Jetzt kommt nicht nur der ,,grD6e Jäger" mit seinen Kapitalhirschen zu Wort, sondern ebenso der anspruchslose Waidmann mit jedem Zweige der Niederjagd. Die Tier­schutzoerei ne mit ihren zahlreichen Sonderge­bieten haben sich zu einer bedeutenden Macht entwickelt.

Man sollte meinen, das Verständnis für die Tierwelt wäre durch diese Belebungen bedeutend gefördert, Naturschutz unb Tier­schutz müßten auf solcher Grundlage erfolgreich aufbauen können. Wer mitten in den Dingen steht, mutz zu einem anderen Urteil gelangen. Was man beispielsweise als Leiter eines Zoo­logischen Gartens zu hören bekommt, ist ge­radezu erschütternd. Dabei führt uns der Beruf in erster Linie mit Menschen zu­sammen, di« schon «ine Vorliebe für Tiere mitbringen.

Die Tierliebe des Deutschen ist groß, aber ebenso grob seine Vorliebe für Organisation, und darin scheint mir eine ernsthafte Gefahr zu siegen. Wer viel mit Menschen zusammen­kommt. die in erster Linie die Möglichkeit haben, Naturdenkmäler zu zerstören oder zu schützen und praktischen Tierschutz auszuüben, also mit Jägern, Förstern, Fischern und der ganzen Landbevölkerung, der mutz den Em- oruck gewinnen, datz mit der Unzahl von Verordnungen mehr der Anschein erweckt wird, wird, wir litten sehr viel auf dem Gebiet ge­tan, als datz sie wftllich durchdringen. Natur­schutz und Tierschutz müssen Herzenssache sein und nicht durch Gesetze erzwungen weroen.

Trotz der anerkennenswerten Bestrebungen der Vereine und Zeitschriften fehlt es bei der Mehrheit unserer Jäger noch an ausreichen­den Kenntnissen. Belehrung ist deshalb das Wichtigste, auch dann, wenn ein Vorstoss gegen Naturschutzgesetze stattgefunden hat. Es sind nicht gerade die geringsten Tierfreunde, die sich dazu verleiten lassen, ein interessantes Der zu erlegen. Sie können zu aen wert­vollsten Mitarbeitern werden, wenn man ihnen zeigt, wieviel mehr Freude die Beobach­tung eines seltenen Tieres macht als seine Erlegung. Di« deutsche Jägerwelt hat fdjon mit so viel Aufopferung dafür gesorgt, dab die Wildbestände unserem Lande erhalten ge­blieben sind. Sie kann noch weiter eine der stärksten Stützen der Naturschutzbewegung werden.

sie durch ihre vielfach allzu fentimentale Ein­stellung ihren Wert verliert. Es steckt leider immer noch reichlich viel irregeleitete Tier­liebe in diesen Vereinen. Tüt man einer her­umstreifenden Katze einen Gefallen, wenn man sie einsperrt und mästet? Weim man nicht dulden will, dass sich Katzen herum- treiben und dafür sollte im Interesse des Vogelschutzes gesorgt werden dann wäre eine schnelle Tötung viel mehr im wahren Sinne des Tierschutzes als bie Aufbewahrung in Katzenheimen.

Die Beschaffung brauchbaren Materials für die Schulen, um die Kinder zu einer gesunden aber nicht sentimentalen Tierliebe zu erziehen. Bearbeitung der Tagesprefie, rege Vortrags­tätigkeit überall (nicht nur in gelegentlichen grobstädtischen Veranstaltungen), Belohnen für erfolgreiche Tierpfleger, das sind wirllich dankenswette Aufgaben der Vereine. Keine Empfehlung für sie ist allzuviel negative Kri­tik, wie sie oft an wissenschaftlichen Forschun­gen geübt wird, die am Tierversuch nicht vor­bei gehen können, an Tierhaltern und Jägern. Ein Mensch, der beruflich mit Tieren zu tun hat, lässt sich nicht gern von Nichtsachver­ständigen Kritiken gefallen, die zufällig einem Tierschutzvercin angehören. Das Tier ist nicht nach dem menschlichen Gefühlsleben zu be­messen. Das wird der wirkliche Tierfreund und -kenner am besten bestätigen.

Naturschutz und Tierschutz müssen sich die Kreise sichern, die zu Opfern aus besonderer Liebe zum Tier fähig sind und Fachkenntnisse mitbringen. Darum ist der Kampf bedenk­lich, der jetzt gegen die Vogelliebhaberei ge­führt wird. Man darf nicht die im deut­schen Gemüt so tief eingewurzelte Liebe zu den Singvögeln ihrer besten Stützen dadurch berauben, dass man bie Haltung heimischer Sänger im Käfig unmöglich macht. Dann wird auch die Liebe zur freilebenden Vogel­welt abnehmen. Es wird viel von dem ver­heerenden Rückgang der Singvögel geredet, der zu schaffen Massnahmen Anlass geben soll. Das ist stark übertrieben. Die Singvögel, von denen manche Arten häufiger denn je unseren Gärten zu finden sind, werden von den meisten Menschen gar nicht bemerkt. Schutzbedüfftig sind allerdings unsere Grvtz- vögel, die von der Kultur hart bedrängt wer­den. Von der Dogelliebhaberei werden sie gar nicht betroffen.

Naturschutz und Tierschutz düffen den Tier­liebhabern und denen, die beruflich mit Tieren zu tun haben, nicht feindlich gegenüberstehen, wie es heute vielfach der Fall ist. Asse müssen Zusammengehen und sich das Ziel setzen, müssen zusammen gehen und sich das Ziel setzen, überall Verständnis und Liebe zur Tierwelt zu erwecken.

Bestickte Eier.

In Rouen lebt ein Künstler, Richard Gand, dessen Spezialität es ist, Eierschalen zu 6r sticken. Seine Methode verlangt unmenschliche Geduld unb aussergewöhnliche Genauigkeit. Zuerst bläst Gand die Eier aus. Dann durch­löchert er die Eierschale mit einer Nadel. Durch Tausende von winzigen Deffnungen werden bunte Fäden gezogen. Das erste be­stickte Hühnerei seiner Produktion war 1925 in bet Kunstgewerbeausstellung in Paris zu sehen. Di« Stickerei stellte eine Strassburger Landschaft bat. Das bestickte Ei hatte 1634 kleine Deffnungen. Als Meisterwerk seiner Kunst betrachtet Gand das EnteneiStauen* mit einem Mmiaturpanorama dieser Stadt. Dieses Entenei muhte 5342 mal durchlöchert werden. Der Abstand der kleinen Löcher von* einander beträgt nur em Zehntel Millimeters