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Nr. 153

MerOessff»« Settim«. Marburg tu L. Sonnabend. W1. IM «32

Aus dem Gerichtssaal

Wegen schwerer Amtsunterschlagung zu l1^ Jahren Gefängnis verurteilt

Dor der Groben Strafkammer hatte sich gestern ein Oberbahnhofsoorsteher aus Marburg wegen schwerer Amtsunter­schlagung und wegen Beiseiteschaf­fung von amtlichen Schrift st ücken zu verantworten. Der Beamte war früher jn Bredela i. W. stationiert und hatte sich dort allerlei Verfehlungen zu Schulden kommen lassen. Zuerst wird ihm vorgeworfen, 150 Mark, die von einer Firma in Bredela zur Sicherheit für Frachtstundungen hinterlegt waren, unberechtigter Weise für sich verbraucht zu haben. Der Angeklagte bestritt dies ganz entschieden und betonte, dab die 150 Mart für die Firma, die mit Frachtgelder immer im Rückstand gewesen sei, verbucht worden wären. Am 25. September 1930 stellte der Angeklagte in seiner Kasse ein Defizit von 1300 Mark fest. Zu der gleichen Zeit kam aber auch ein Reoisionsbeamte, und als er nach dem Buch fragte, mit dem die Gelder nach Warburg überwiesen wurden, da sagte er, das Buch sei mit dem Selbe nach War­burg abgegangen. In Wirklichkeit war die­ses aber nicht wahr. Um den Kassendefekt auszugleichen, borgte er sich von einem Kauf­mann in Bredela 1300 Mark und stellte dar­über einen Wechsel aus, der am 25. Dezember fällig war. Mit diesem (Selbe will ber An­geklagte den Kassendefekt gedeckt haben. Wei­ter erklärte er dazu, dab er einige Tage da­nach den Fehler entdeckt und wieder die 1300 Mark aus der Kasse genommen habe. Un­verständlich war es, dab der Angeklagte nicht angeben konnte, wo der Fehler gelegen habe. Auf mehrfaches Befragen des Vorsitzenden gibt er an, dab er das Geld wieder gefunden habe, wo es aber gewesen sei, das wisse er heute nicht mehr. Ende Dezember des Jah­res 1930 erhielt er zur Auszahlung an die Beamten einen Betrag von 9369,22 Mark überwiesen. Von diesem Gelbe hatte ein pensionierter Eisenbahnbeamter die Summe von 2045 Mark zu erhalten. Dem Beamten zahlte er aber nur 240 Mark aus, mit der Begründung, dab nicht soviel Geld da sei. Die Quittung lieb er aber auf die 2045 Mark ausstellen und sandte diese mit der Abrechnung nach Warburg. Hier gab er als Entschuldigung an, dab er Beamten­schecks habe einlösen müssen und da habe das Geld nicht gereicht. Am 15. Januar habe er dann wieder eine Kassenprüfung vor­genommen und festgestellt, dab wieder ein Kassendefekt von über 2000 Mark vorhanden war. Damit der Beamte es nicht merken sollte, habe er eine Falschbuchung vorgenommen, um Zeit zu gewinnen, den Fehler aufzudecken. Sein Fehler sei gewesen, so erklärte der Angeklagte, dab er den De­fekt in der Kaffe nicht seiner Dienstbehörde *** gemeldet habe.

Der Bahnhof Bredela hatte auch einen Kraftwagen, mit dem eine Fernverhindung durchgeführt wurde. Hier soll er die Umlage« gebühren für sich behalten haben. Auch die­ses bestritt der Angeklagte und erklärte, dab er die Gelder zur Verbesserung der Linie benutzt habe.

Bis zu seiner Versetzung nach Marburg hatte sich aber der Kassendefekt auf nahezu 3000 Mark erhöht. Erborgte sich das Geld und kehrte dann zu seinem Nachfolger zurück und erklärte, daß er das abzuliefernde Geld in seinem Rucksack ge­habt habe.

Als er nun.in Marburg war, da wurde die Bredelaer Angelegenheit einmal unter­sucht und dabei stellte es sich heraus, dab er falsche Buchungen vorgenommen hatte. Ein Revisionsbeamter von Kaffel kam mit den Akten nach Marburg und der Angeklagte wurde in das Amtszimmer auf dem Bahnhot bestellt, wo der Beamte die Vernehmung vornahm. Bei diesen Akten waren auch die Bücher, die den Angeklagten schwer belastet hätten. Diese Bücher waren dann auf unauf­geklärte Weffe verschwunden und nicht wie­der aufzüflnden. Hier m'mmt die Anklage an, daß der Angeklagte in einem unbewachten Augenblick die Bücher beiseite geschafft hat.

Bei der gestrigen Verhandlung gab der Sachverständige über jeden Vorfall Auskunft und erklärte, auf welche Weise die Falschbuchungen vorgenommen wor­den seien. Der Angeklagte verteidigte sich sehr geschickt. Der Dorderrichter hatte den Angeklagten für schuldig befunden und unter Zubilligung von mildernden Umständen zu 1 Jahr Gefängnis verurt eilt. 2n der gestrigen Verhandlung war ber Vertreter der Anklage der Ansicht, dab die Strafe des ersten Richters zu milde sei. Man habe mil­dernde Umstände zugebilligt, weil der Ange- geklagte noch nicht vorbestraft fei. Der Be- amte darf nicht bestraft sein und aus diesem Grunde sei die Begründung für mildernde Umstände nicht richtig. Der Angeklagte habe biszuletztgeleugnet und sogar andere Beamte verdächtigt. Hier sei die ganze Strenge des Gesetzes am Platze.

Er beantrage wegen schwerer Amts­unterschlagung 1 Jahr und 9 Mo­nate Zuchthaus, und wegen Beiseite- schaf'fung von amtlichen Schrift­stücken 6 Monate Gefängnis. Hier­aus bitte er eine Gesamtstrafe von 2 Jah­ren Zuchthaus zu bilden. Die Ehren­rechte bitte er auf drei Jahre abzu­erkennen und den Angeklagten wegen Fluchtverdachtes sofort in Haft zu nehmen.

Nach emstSndiger Beratung verkündet das Gericht folgendes UrteS: Die Berufung des Angeklagte« wird verworfen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wird das Urteil aufgehoben und der Angeklagte zu

1 Jahr 6 Monate Gefängnis ver­urteilt. Weiter wird chm auf drei Jahre di« Befähigung abgesprochen, öffentliche Aemter zu bekleiden. Einen Haftbefehl zu .erlassen, lehnt« das Gericht ab.

Dann sollte noch gegen zwei Angeklagte verhandelt werden, die sich der Körperver­letzung schuldig gemacht hatten. Die Zeugen waren erschienen und für die Angeklagten hatte sich der Verteidiger eingefunben. Die Angeklagten hatten nämlich mitgeteilt, daß sie kein Geld hätten und aus diesem Grunde nicht kommen könnten. Der Vetteidiger be­antragt Vertagung und bittet das Gericht, den Angeklagten das Geld zu schicken, daß die Berufungsverhandlung durchgeführt werden könnte. Das Gericht verwarf die Be­

rufung und lehnte den Antrag des Ver­teidigers ab; es fei nicht angängig, in bet heutigen Zeit den Angeklagten auch noch das Geld zur Fähtt zu schicken.

Bei der letzten Sache erschienen zwei Ge­schwister von Amöneburg, welche schon seit längerer Zeit im Streit leben. Die eine Schwester hatte die andere dadurch beleidigt, daß diese zu anderen Leuten gesagt hatte, es ist traurig, wenn ein Mann in Ge­fangenschaft ist und seine Frau braucht eine Hebamme". Der erste Richter hatte die eine Schwester in eine Geldstrafe von 25 Mark genommen. Auch das gestrige Gericht stellte sich auf den Standpunkt, baß der Ausspruch der Angeklagten eine schwere Beleidigung für eine Ehefrau ist. So bleibt es bei der ersten Strafe.n.

Sonntags-Gedanken

Da bas Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knien und sprach: «Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn em Schrecken angekommen." Ein anderer Uebersetzer sagt statt Schrecken: ein staunen". Welches aber auch von den beiden Motten das genauere sein mag, sie werden beide den Sinn dessen treffen, was in dem einfachen Fischer vorgeht, als er nach langer vergeblicher Arbeit auf Jesu Geheiß einen Zug tut, von dessen Beute die Nachen bis auf den Spiegel des Sees sinken: Mit weit offenen Augen erschliessen sich alle Tore seiner Seele, heraus bricht mit erschütterten Worten der Schrecken ob der eigenen Unzu­länglichkeit, und hinein fällt der selige Strahl eines tiefen, heiligen Staunens. Er denft nicht an die Beute und den irdischen Gewinn, er denkt nur an seine Menschlichkeiten und die übermenschliche Macht dessen, das sich ihm offenbart

Da muß es für den Heiland eine Freude sein, Wunder zu tun. Wir wissen aus so vielen Erzählungen, wie er jeder Gelegenheit auswich, bet ber er theatralisch hätte Künste spielen lassen können. Die Wunder, die man von ihm berichtet, sind so ganz anders als die bloßen Kunststücke, die andere auf den Märk­ten des Lebens sollen verttchtet haben und denen die Menge Beifall zollte wie einem Zirkusspiel. Wenn es bloß galt, seine Macht über die verborgenen Kräfte der Natur zu zeigen, so hat er sich ftets gesträubt, und wenn er mit seiner heilenden Kraft Kranken und Leidenden half aus der Fülle der Nächsten­liebe, die Gehalt seines Lebens und seiner Predigt war, dann geschah es besonders gerne in ber Stille, wenn kein Publikum zugegen war. Der ganze Sinn bieses seines Tuns erfüllt sich aber erst dann, wenn unter den Zeugen ein Würdiger ist, ber nicht bas Schaustück sieht, nicht die äußerliche Ge­bärde und ihren (Erfolg, sondern der ergriffen wird von feines Wesens Macht und fühlt.

welches die Sendung ist, die sich in der wundersamen Tat erfüllt. Ein für allemal: Jesus ist kein Fakir, sondern Gottes Bote in der Welt.

Man hat so viel darum gestritten, ob diese Wunder buchstäblich so geschehen sind, rote sie uns die heilige Schrift erzählt, ob sie erklärlich oder unerklärbar seien, aber man ist damit niemals der Kernfrage näherge­kommen, die diese Geschichten in Wirklichkeit aufgeben. Nicht damit wäre etwas Wesent­liches gesagt, roemt man mit Recht behaup­ten könnte, diese oder jene der Geschichten, sei nicht geschehen, oder mit demselben Recht, diese oder jene andere Tat in ihrer psychologischen Rätselhaftigkeit sei in ihrem medizinischen Er­folge auch diesem oder jenem anderen ge­glückt. Oh diese Dinge gegen bas Naturgesetz ober mit ihm vollbracht finb, das alles träfe den Kern, roemt ber äußere Erfolg des Wun­ders bei ihm das Wesentliche wäre, aber bas ist er nun einmal nicht. Und roemt wir ihm alle seine Wunder morgen am Tage nachmmachen vermöchten, so roären wir dar­um doch nicht seinesgleichen. Aber roemt es uns gelingt, in irgend einem Petrus, der uns begegnet, auch nur ein Fünkchen jenes gro­ßen Staunens zu wecken, bei dem sich die Tore der Seele dem Göttlichen öffnen, dann haben wir die Gewißheit, daß er uns in den Kreis seiner Weihe erhoben hat, und dann werden wirMenschenfischer" sein.

Dazu gehött aber, daß uns angesichts sei­ner Erscheinung selbst einmal bas befallen hat, was die Religionswissenschaft bas Mysterium tremenbum nennt, dieses schreck­hafte Staunen, bas uns in ber Heilanbnähe bett Abstattd von ihm und in dem Abstand seine Nähe empfinden läßt:Herr, gehe von mir hinaus! ich bin ein sündiger Mensch." Denn darauf hat Jesus dem Simon ein für allemal die Antwort gegeben:Fürchte bich nicht."Und sie führten die Schiffe zu Lande und verliessen alles und folgten ihm nach." Diek.

Wie wie- -as Wette«?

Hochsommerliche Hitze, von Gewittern unterbrochen

Die um die Wende der Vorwoche er­folgte Umgestaltung der europäischen Groß­wetterlage hat uns endlich den Sommer wiedergebracht. Der Temperaturanstieg ging unserer Voraussage gemäß ebenso wie die Wetterbefferung nur langsam vor sich; noch am Sonntag blieben die Höchst­temperaturen in fast ganz Norddeutschland unter 20 Grad, und auch die Nacht zum Montag war in Mittel- und Ostdeutsch­land für die Jahreszeit noch ungewöhnlich kalt. In Dresden sank das Quecksilber bis auf 7, in Breslau auf 5 und in Hof sogar auf 3 Grad Wärme. Tagsüber stiegen dann die Temperaturen rasch an und über­schritten mtt Ausnahme des Ostens in den meisten Gegenden schon 25 Grad Wärme. Dienstag wurden in Hamburg und Magde­burg 30 Grad Wärme, sonst meist 26 bis 29 Grad Celsius erreicht. Feuchtere und kühlere Luftmaffen maritimen Ursprungs, die auf der Südseite von Nordeuropa durch­ziehenden Tiefdruckgebiete, die Deutschland in westöstlicher Richtung und in verschiede­nen Staffeln überquerten, hatten in zahl­reichen Landesteilen zwar Gewitter aus­gelöst und das Temperaturniveau etwas ermäßigt, aber dem hochsommerlichen Charakter der Wetterlage nicht dauernd Abbruch zu tun vermocht. Nur im Nord- westen Deutschlands war es Mittwoch ziem­lich kühl. Rascher Wiederanstieg des Luft­drucks stellte Donnerstag in ganz West-, Mittel- und Südeuropa, in der südlichen Hälfte Skandinaviens und ostwärts bis nach Zentralrußland die recht warme und heitere Witterung wieder her, sodaß von neuem fast überall 25 Grad Celsius überschritten wurden.

Mit dem nun beendeten Juni ist dt« kühle und unfreundliche Monsunlage unserer Mittsommerzeit augenscheinlich enbgülttg überwunden. Das subtropische Maximum tritt wieder in Wirksamkeit; in den mittleren atlantischen Breiten da­

gegen hat die Wirbeltättgkett stark zuge­nommen, nicht unbeeinflußt von der gro­ßen Hitze in den mittleren Breiten des nordamerikanischen Kontinents, die dort zu verstärkter Wirbeltätigkeit führt, und von wo die Zyklonen ostwärts auf den Atlanti­schen Ozean hinausgelangen, um diesen tn der Richtung auf die Britischen Inseln zu überqueren. Gegenwärtig liegt ein sehr ausgedehnter und ausgeprägter Wirbel mit einem Minimum unter 740 Millimeter Luftdruck nordwestlich der Britischen In­seln, dessen zurzeit erfolgende Annäherung aus niederen Breiten und damit bei uns zu weiterer Erhitzung führen wird. Die Einschaltung kühlerer Luftmassen aus nördlicheren ozeanischen Breiten in den er­hitzten Südstrom hat Donnerstag am West­eingang des Kanals bereits Regenfälle ausgelöst und wird zum Wochenende auch bei uns kräftige Wärmegewitter zur Folge haben. Da sich aber die Tiefdruckfnkche gegenwärtig westwärts über den ganzen Atlantik und den nordamerikanischen Kon­tinent bis zum Stillen Ozean erstreckt und an ihrem Südrand ebensoweit westlich von dem Hochdruckgebiet der Subtropen be­grenzt wird, so ist die Gefahr, daß nach den Gewittern wieder kalte Polarluft einbricht und einen Rückschlag zu kühlem Regen­wetter bringt, nur gering. Voraussichtlich wird sich vielmehr auch diesmal die Hoch­drucklage in Mitteleuropa rasch wieder Her­stellen. sodaß auch während her kommen­den Woche das hochsommerliche warme, zeitweilig recht heiße Wetter fortdauern und nur vorübergehend durch Gewitter­störungen unterbrochen werden wird.

Briefkasten der Schriftleitung.

Ein langjähriger Leser. Die Sonderfahrt an den Rhein roar sowohl im Inseraten- als auch im redaktionellen Teile unserer Zei­tung wiederholt angekündigt.

Ans -er Wahlbeweguny

Die Zentrumskandidateu für die Reichs, tagswahl im Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau).

Der Landesausschuß der nassauischen Zentrumspartei legte in seiner gestrigen Sitzung in Limburg die Kandidatenliste für die Reichstagswahl fest. Die Spitze der Liste führt Reichskanzler a. D. V r iU ning. Es folgen Professor Dr. Dessauer (Frankfurt a. M.), dann ein Kandidat Kurhessens. weiter Mittelschullehrer Schwarz (Frankfurt a. M.), Arbeitersekre­tär Grün (Wiesbaden), wieder ein Kandi­dat Kurhessens, dann Frl. Reichert (Wür­ges). Maurermeister Gail (Oberlahnstein).

Erholmigsreisende Wen bis zu 700 Mk. nach der Schweiz ausilchren

Zwischen Vertretern der deutschen Re­gierung und dem schweizerischen Bun­desrat ist in Bern eine Abmachung unter­zeichnet worden, die eine Regelung der Devisenzuteilung für deutsche Erholungs­reisende, die sich nach der Schweiz be­geben wollen, bezweckt. Diesen Reffen­den wird eine Zusatzgenehmigung von 500 5RJ( erteilt, so daß sie über Devisen von monatlich insgesamt 700 9LK ver­fügen können. Für den Besuch schwei­zerischer Erziehungsinstitute wird dieser Betrag aus 500 9MI festgesetzt. Anderer­seits wird die Schweiz, gestützt auf den Bundesratsbeschluß über den Kompen­sationsverkehr, die Einfuhr von Kohlen, Koks und Briketts, sowie von Zucker und Malz aus Deutschland in bisherigem Ausmaße zulassen. Heber die weitere Re­gelung des Warenverkehrs werden am 7. Juli Verhandlungen in Berlin ausge­nommen. Dieses Abkommen gilt für drei Monate, d. h. bis Ende September 1932.

* Vortrag in Wehrda. Die ,/De» bag", Deutsche Bauspar-AG. tn Hamburg, beginnt in hiesiger Gegend mtt einer Reihe planmäßiger Vorträge. Gestern abend fand der erste Vortrag im Gasthof Greiff in Wehrda statt. Der Refe­rent, Herr Direktor Derwald, fand eine aufmerksame Zuhörerschaft. Das Thema lautete: Bau- und Zweckspar­wesen, Eigenheimbewegung, Kapital und Hypotyekenbeschafsung. An Hand fres­sender und klarer Beispiele wußte Herr Dir. D. den Interessenten den Abschluß eines Bau oder Zwecksparverfrages als recht günstig zu empfehlen. Man konnte im Vortrag erkennen, daß das Interesse für Bau- und Zwecksparwesen langsam wieder Fuß faßt. Die nächsten Vorträge werden hn Inseratenteil bekannt gegeben.

D i e erste, große Wiede r- seyensseier aller Ange hört gen des ehemal. Reserve-Ins.- Regts. 8 8 nach dem Weltkriege findet nunmehr bestimmt am 29. und 30. Okto­ber 1932 in der alten Garnisonstadt Hanau statt. An alle diejenigen Kame­raden, die sich bis jetzt noch nicht gemel­det haben, ergeht hiermit der letzte Mahn­ruf, sich umgehend an die Geschäftsstelle der Vereinigung ht Frankfurt a. M.- Schwanheim, An der Kreuzheck 16, zu wenden.

Wetterbeobachtungen am 1. 2. Juli

Nächste Temperatur am 1. Juli 26.4 Celfius

Niedrigste Temperatur letzte Nacht 13.6 Celsius

Zett

Barometerst. reduziert auf N. N.

Tempe­ratur

Relativ« gatt» feugtia»

1. 6. 2 Ahr nach«.

1. 6. Sllbr nachm.

2. 7. 7 Ubr vorm.

PHOTO-B

755.2 mm

755.8 mm

757.1 mm

ÖHLER - I

25.6 Teil.

17.6 Teil.

15,3 Teil.

(RILLEN

4f.

96%, 86«/.

-BÜHLER

Marburg/Lahu

Wettergasse 30 Bahnhofstr. 9

Fernruf 248

Wetterbericht.

Ein kräftiger Sturmroirbel liegt im Raume zwischen Schottland und Island. An seiner Südseite hat sich ein Regengebiet bis zu uns herein bewegt, und in West- und Nordwestdeutschland am Freitag abend zu verbreiteten Niederschlägen geführt. An der Rückseite des Wirbels wird bei kräftigem Lust- druckanstieg zunächst wieder eine Besserung eintteten, doch bleibt die Wetterlage im gan­zen noch unbeständig.

Witterungsaussichten für Sonntag: Viel­fach aufheiternd und bei nach Süd drehenden Winden neue Wärmezunahme, Neigung zu oerr weiten Schauern.

Verlag Dr. C. Hitzeroth.

Verantwortlich für Politik und Feuilleton: 3. V.: Lothar Schneider; für Kom­munalpolitik, Provinz und Lokales: L ot h a r Schneider in Marburg. Dr. Scheller beurlaubt.