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Die Pariser Presse versucht Deutschland

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Richtlinien, die der Rei deutschen Rechts

Sfr. 150 «7. Sales. Marburg a. Mn

und nationalsozialistische Studenten fest.

Nachdem die auf mehrere Hundertschaf- reu oct (tarne Ponzer, ott von »er rrufl- gartentundgebung kommende Menschen­masse durch große guer Eber die ganze Straßenseite reichende Postenketten von den Linden abgelenkt hatte, bildete sich in den Querstraßen immer von Neuem klei­nere Aufläufe. Die mit Karabinern be­waffneten Polizetbeamte« räumten mehr­fach den Bahnhof Friedrichstraße, in dessen Gebäude sich viele Studenten geflüchtet hatten. Dir Polizeibeamten nahmen rück­sichtslos jede« fest, der nicht sofort ihren

Berlin, 28. Juni. Im Anschluß ait die Bersailleskundgebung der Deutsche« Studentenschaft im Lustgarten kam es Un­ter den Linde« zwischen den abziehendea Teilnehmern und der Polizei zu Zusam­menstößen. Da die Straße Unter den Lin­den im Bannkreisgebiet liegt, versuchte die Polizei hier, jede Kundgebung zu unter­binden. Die nach vielen Hunderten zah­lende Menge, die sich nnter dem Rufe: Deutschland erwache!- immer wieder zu­sammenballte »ad zum Teil auch durch un­glückliche Polizeimanöver zusammenge« drängt wurde, wurde rücksichtslos mit dem Gummiknüppel auseiuandergetriebeu. Die Polizei nahm eine Anzahl dentschnationale

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Studenten werden niedergeknüppelt

weil sie gegen Versailles protestieren wollen

wesens unterzeichnet.

Die Beröffentlichung der Notverordnung wird entgegen den bisherigen Disposition neu erst heute erfolgen.

Ser «n^igeuprett betrügt fik den 11 gespalt. Zellenmillimeter 0.08 GM., Familienanzeigen bei Barzahl. 0.07 SM, amtl. u. ans- würtigeAnz. 0.10GM. Sog. kleine Anzeige» nach Spezialtarif.Grund- schrift: Colonel. Bei schlvierig.Satz, sowie bei Platzdorschrift 50«/, Ans. schlag. Sammelanzeigen 100°/o Auftchlag Reklam.-Milltm. 0.40 GM. Srundschrift: Petit. Jeder Rabatt gilt «I# Barrabatt. Ziel 5 Tage. Sfferten-Sebühr: 25 Pfg-, bei Zustellung der Angebote einschl. Porto.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

uchsvolle Darstellung England sogar eine j bewahrt, wird die

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Anzeiger für (das frühere knrhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

öbechessifche Zeitung

Herriot Macdonald und von P a p e n statt, die über drei Stunden dauerten, die aber wiederum zu keinem Ergebnis führten. Ob-

Die .Oberhessische Zeitung' er­scheint sechsmal wkchentlich. Be­zugspreis monatl. i. Marburg 2.02 GM. ausschl. Zuflellunqsgebübr, bei unsren Agenturen 1,93 GM. zuzügl. Zustellungsgebühr, durch die Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefektoder elementare Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag, Dr. 5. Hitzerotb, Druck der Unib-Buchdruckerei 5°b- Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher! Rr. 2054 u. Rr. 2055 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 10tl ** >411 Uhr.

Stuttgart, 28. Juni. Im Verlaus der LandtagssiHung am Dienstag beant­wortete Staatspräsident Dr. Bolz die Große Anfrage der Nationalsozialisten bezüglich seiner Reife nach Berlin. Man habe, ßo erklärte er, in Württemberg befürchtet, daß Uebergriffe der Reichs- polittk gegenüber den Ländern vorkom­men könnten. Daß solche Befürchtungen nicht unbegründet gewesen seien, wisse man bei den Nationalsozialisten am besten, denn diese hätten beffere Bezie­hungen zur jetzigen Reichsregierung. Er sei überzeugt gewesen, daß es notwen­dig gewesen sei, diese Besorgnisse in Ber­lin vorzutragen. Dazu habe ihn die Auffassung bewogen, daß die wirtschaft­lichen Interessen Württembergs durch die neue Reichspolttik mehr als bisher be­nachteiligt würden. Ein weiterer Grund zu dem Vorstelligwerden in Berlin fei die Frage des CA.-Verbots gewesen.

Er habe den Reichspräsidenten gebe­ten, er möge das SA.- Verbot nicht aufheben; denn seit Jah­ren habe er, Dr. Bolz, den Standpunkt vertreten, daß das Uniformtragen der Verbände eine Gefahr für den inneren

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Frieden bedeute. Die gegen­wärtige Reichspolitik halte er für falsch. Man beuge sich aber den Bestimmungen, die vom Reich erlassen werden und man wolle nicht rebellie­ren. Man habe in Württemberg nie an ein einseitiges Uniformverbot ge­dacht, da ein solches vom Reich erlassen werden müßte. Bezüglich des Demon­strationsverbots habe er bei der Besprechung zugesagt erhalten, daß bei Schwierigkeiten die Polizei die Möglich­keit eines Eingreifens haben solle. Wenn das Demonstrationsverbot jemals berech- ttgt gewesen sei, so sei das jetzt der Fall, nachdem die polittschen Leidenschaften immer stärker gewachsen seien. Man habe keinen Grund, das Demonsttations- verbot aufzuheben. Die Behauptung, man verfolge im Süden separattsttschs Besttebungen, sei gemeine Unterstellung. Zum Schluß betonte Dr. Bolz, man habe den Eindruck gehabt, daß die Reichs­regierung Bedingungen eingegangen sei, die man der württembergischen Regie­rung aus schriftliche Anfrage nicht habe mitteilen wollen. Im übrigen habe das württembergische Staatsministerium alles gebilligt, was er in Berlin vorge­tragen habe.

Der Inhalt der neuem Notverordnung.

Berlin, 29. Juni. Einige Blätter so DAZ. und Voss. Zeitung berich- bereits Einzelheiten über den Inhalt der neuen Notverordnung zur Bekämp» fung politischer Ausschreitungen, die Heuti mit Reichsgesetzblatt veröffentlicht werden sollen.

§ 1 ermächtigt die Landesregierungen, titische Umzüge und Versammlungen ter freiem Himmel dann zu verbieten, enn die öffentliche Sicherheit gefährdet t. Das gilt aber nur für besondere ab- egrenzte Ortsteile und in besonderen nzelfällen. Dadurch werden die wei­tgehenden Verbote allgemeiner Natur ßer Kraft gesetzt. Dasselbe gilt für 5 Uniformwesen. Nur bei akuter Ge­fahr im Einzelfall können die Länder-

Diese Anmeldepflicht wird nunmehr gemein ausgesprochen, und zwar für das ganze Reich. Alle öffentlichen poli­tischen Versammlungen sowie alle Ver- nunlungen und Umzüge unter freiem immel muffen spätestens zwei Tage her angemeldet werden. Solche T^- nsttationen können im Einzelfaüe rboten werden, wenn Gefahr im Ber­ge ist. Statt eines Verbotes können olche Versammlungen auch mit ganz be­stimmten Auflagen bedacht werden.

Die Konferenz der Länderminister bei Hirlsiefer.

Berlin, 28. Juni. Zu der Konferenz Länderminffter beim stellvertreten-

§ 2 ermächtigt den Reichsinnen­fi Minister, für das ganze Reich und % auch für einzelne Teile Versamm- 2, lungs- und Uniformverbote

den preußischen Ministerpräsidenten H i r t s i e f e r erfahren wir von unter» ridjteter preußischer Seite, daß diese Konferenz auf eine private per­sönliche Einladung des Mini­sters Hirtsieser zustande ge­kommen i st. An der Besprechung haben alle Länder teilgenommen mit Ausnahme derjenigen, in denen natio­nalsozialistische Staatspräsidenten oder Innenminister sind. Sachsen, das ebenfalls nicht vertreten war, hat aber in einem Schreiben an den Minister Hirffiefer feine Zustimmung zu der Ver- handlungsbasis der Besprechungen ge­geben.

ferenz ntit der Einsetzung eines Fort» setzungsausschusses aus den Finanzmini(tern der sechs einladenen Mächte am Donners­tag zu Ende sein wird.

Der amerikanische Botschafter G i b s o n» der Führer der Abrüstungsabordnung Amerikas hatte am Dienstag in Lausanne erneut eine längere Unterredung mit Mac­donald. AuchaufderAbrüstungs» konferenz konnten die großen Gegensätze nicht überbrückt wer­den, sodaß ei« Ausweg aus der ver­worrenen Lage unmöglich erscheint.

Der Kriegsminister Paul Boncoar ist gestern eiligst von Paris nach Lausanne abgereist. Seiner Ankunft mißt man große Bedeutung bei.

halten habe, macht jedes Kompromiß un­möglich. Man erkennt in dem Reichskanzler seit seiner Ber­liner Reise nicht mehr den Mann wieder, mit dem man zuerst zu­tun gehabt habe. Was die am heu­tigen Mittwoch festliegende Zusammenkunft der deutschen und französischen Abordnung angeht, so glaubt der Lausanner Berichter­statter des Blattes zu wissen, daß Finanz- minifter Germain Martin die Ge­legenheit benutzen werde, auf die Aus­führungen Schwerin-Korsigk zu antworten. Seit Donnerstag morgen arbeitet er un­unterbrochen an der Ausarbeitung seiner Rede, die etwa 30 Schreibmaschinenseiten umfassen und in der er nicht nur die deut­schen Argumente zurückwei(en würde, son­dern die französische These so, wie sie ur­sprünglich in Lausanne aufgestellt worden sei, wieder aufgreife und entwickeln werde, das heißt, die Frage eines zwei­jährigen Moratoriums, die Aus­gabe von Reichsbahnschuldverschreibungen und alle übrigen von Deutschland bereits zurückgewiesenen Forderungen. Im ..Jour­nal" tritt eine gewisse Stimmungsände- runa zu Tage,

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ff. Paris, 29. Juni. Obgleich vom soziasisttfchenPopulaire", der Herriot auf­fordert, die ursprüngliche deutsche These wieder aufzugreifen und zu versuchen, auf dieser Grundlage zu einer Verständigung zu gelangen, billigt man die bisherige Hal­tung des ftanzösischen Ministerpräsidenten und macht Deutschland für den möglich en AbbruchderBesprech, ungen verantwortlich. Man unter, streicht allgemein die Bemühungen Mac­donalds am Dienstag eine Annäherug der beiderseittgen Auffassungen herbeizufüh, ren, betont aber gleichzeitig, daß der Reichs- fangler durch die ultimativen Forderungen der Rechtskreise im Reich in seiner Hand­lungsfreiheit vollkommen gebunden sei, und daß schon aus diesem Grunde jede Möglichkeit einer Einigung ausgeschlossen werden müsse.

Perttnax erklärt imEcho de Paris", daß sich Macdonald unter diesen Um­ständen auch bereits dazu entschlossen habe, die Lausanner Konferenz mög­lichst unauffällig zu beerdigen. Die sechs einladenden Mächte würden vor­aussichtlich bereits am Donnerstag, späte­stens aber bis zum 3. Juli einen Ausschuß einsetzen, der mit der Fortsetzung der Ar­beiten beaufttagt werde.

DerPetit P a r i s i e n" betont, seine

'fllldW ®*r Reichspräsident empfing Dienstag vormittag den Reichsinnenminister Frei­herr« v. Sayl zum Bortrag über die schwebenden innenpolittschen Fragen. Wie in politischen Kreisen verlautet, hat der Reichspräsident bei dieser Gelegenheit die vom Reichsinnenminister vorgelegte neue Notverordnung über die einheitliche Rege- .Ottl limg des Uniform- «nd Demonstrations-

e miszufprechen, sowie die erforderlichen S Strafen zu verhängen.

s § 3 gestattet die polizeiliche B e- glf chlagnahme und Einziehung von Plakaten, Flugschriften oder Flugblät­tern, in denen zu Gewalttätigkeiten aus­gefordert wird.

Die neue Notverordnung unterzeichnet

Veröffentlichung heute Mittwoch Stimmen zur Länderkonferenz Württembergfügt sich"

Lage alssehrernst angesehen. Die für Mittwoch geplanten neuen deutsch-fran­zösischen Besprechungen sind abgesagt wor­den, es finden lediglich nur noch private Unterhaltungen statt. 3n fron" zöfi scheu Delegattonskreisen herrscht Pessi­mismus. Man nimmt an, daß die Kon-

olizeibehörden Uniformverbote aus­sprechen. Die allgemeinen Uniformver­bote werden außer Kraft gesetzt. Der Reichsinnenminister ist ermächtigt, etwa p neu erlassene allgemeine Verbote aufzu-

6 Die V rordnung, die der Reichsinnen- «ffininifter außerdem zur Regelung des Temonfttationswesens erlassen hat, stützt = i auf § 4, Absatz 2 der Notverordnung vom 14. Juni, wodurch der Reichsinnen­minister befugt worden war, eine An­meldepflicht für Demonstra­tionen anzuordnen.

Llib 11.