118
eil)
liege]
Marburg a. Lahn
n:
V
te le
Aufschlag R«klam.-MiMm. 0.40 GM. Grundschrist: Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5
RllklMMk
TagesAMtger
bei Zustellung der Angebet« einschl. Porto —.60 GM. Belege tverden berechnet. LrfülKuigsort Marburg.
Der An^sgenbrei« betragt fttt den 11 gespalt. Zeileumillioreler 0.08 GM.. Familienanzeigen bei Barzahl. 0.07 GM., amtl. u. aM- lvchrttge Anz. 0.10 SM. Sog. klein« Anzeigen nachSprzialtarif.Vruud- schrtst: §olonel. Bei schwierig. Gah, sowie bei Platzbor schrtst 5O*/o Auf-
iche [en!
Ihr 1623
Lavdeszrtüms
AenStag, beaA.SunttM
sitgaes« identen
3633
»m ille ibern : ??ie' feiten sbar RM.
sich u 73 an sst.
Anzeiger für (das frühere krrrhefsifche) Oberheffen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg
iDbcthemTdfc Zeitung
st 2 auf an ne, 28. Juni. Die dritte «utsch-franzöfifch« Aussprache am Manta« abend statt und dauerte i Stunden. Nach einer Darlegung des eichsfiuauzministers über die nde, die nach deutscher Auffassung eine ributftreichung notwendig mache, wies der eichskanzler darauf hin. daß tfchland eine neues Abkommen nicht erzeichnen werde, wenn dieses wieder- eine Anerkennung des französischen nktes enthalten sollte. Darauf mel- Herriot französische Vorbehalte an. Verhandlungen find bis Mittwoch erbrochen worden.
In französischen Kreisen wird in dem lauf der dritten deutsch-französischen ssprache ein Beweis dafür gesehen, datz ine Annäherung der deutschen und französischen Auffassung nicht erzielt erben ist. Es wird besonders die kate- ische Ablehnung weiterer Tributzahlun- heruorgehoben und darin eine
„Die deutschen und französischen Dele- ierten find heute nachmittag von neuem lsammengetreten. Der deutsche Reichs- «anzminister hat die Gründe auseinan- ergesetzt, die nach seiner Anficht für die nnullierunq der Reparationen sprechen tote die ersten Maßnahmen dargelegt, die ' zum Wiederaufbau Europas vorschlägt, ter deutsche Reichskanzler hat diese Erklä- »ng des Reichsfinanzministers vom allge- leinen Standpunkt aus erweitert und ervollständigt. Der franzöfische Minister- räfident ^erriet hat im Namen Frank- kichs die Vorbehalte angemeldet, die r für notwendig erachtet. Die Derhand- togen werden Mittwoch vormittag weiter "ttgesetzt werden."
itten jrunsra r ' irt zu
W
üoischt.
lesens der Rede unterbrach. Nach französischen Mitteilungen
haben der Reichskanzler und der
Reichsfinanzminister übereinstimmend
erklärt, datz weitere deutsche Tributzahlungen unmöglich seien.
Herriot hat daraufhin zum Ausdruck gebracht, datz die französische Regierung die Erklärung nicht annehmen könne. Ein Abbruch der Verhandlungen ist jedoch nicht eingetreten. Die Verhandlungen gehen zunächst in privater Form und sodann in einer neuen deutsch-französischen Sitzung am Mittwoch weiter.
.Oberhessisch« 3eihntfl' er- stheint sechsmal wöchentlich. Be- zNgSprei« monatl. i. Marburg 2.02 AM. auSschl. AusiellunaSqebübr, zet unsren Agenturen 1.93 GM. MÜgl. ZustellungSgebühr, durch zt« Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefektoder *ctentat« Ereignisse ausfallend« zlumm«rn wird kein Ersan ae- et. D«rlag, Dr. E. Kitzrroth, <f der Unib-Bnchdruckerei
h. Aug. Koch, Markt 21/23. rnshrecher: Rr. 2054n. Rr. 2055 stscheckkonto: Amt Frankfurt M. Rr. 5015. — Sprechzeit Redaktion von 10—H und
V,i—1 Uhr.
„Abbruch."
fit. Paris, 28. Juni. Die Morgenblätter verzeichnen mit stärkstem Pessimismus den Verlauf der Zusammenkunft
tzische Durchführungsverordnung zu erwarten ist. Die preußische Durchführungsverordnung dürfte darauf Hinweisen, daß eine Aenderung des gegenwärtigen Zustandes insofern eingetreten sei, als anstelle des bisherigen generellen Verbotes von Demonstrationen nunmehr die generelle Zulassung die Grundlage sei, von der aus die Nachgeordneten Behörden, insbesondere die Regierungspräsidenten, ihre Stellungnahme zu Demonstrationsbegehren einzurichten haben.
Ob sich dabei in der Praxis nennenswertes an dem gegenwärtigen Zustande ändere, fei deshalb schwer vorauszusagen, weil Preußen schon bisher vor den Wahlen möglichst viele Ausnahmen vom Demonstrationsverbot zugelaflen habe.
Dabei sei daran zu erinnern, daß beispielsweise vor den letzten Neuwahlen zum preußischen Landtag in Berlin fall an jedem Tage eine Lustgartenkundgeb- ung irgend einer Partei genehmigt worden sei. Auch nach der neuen Reichsnotverordnung aber bleibe ja die Genehmigungspflicht der Behörden und Polizeiorgane für die Zulaflung von Demonstrationen aufrecht erhalten. Es sei wohl selbstverständlich, daß es die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung den maßgebenden Behörden zur Pflicht mache, nicht an ein und demselben Tage bezw. Ort Demonstrationen stark gegnerisch eingestellter Parteien zulasten. Die vom preußischen Innenminister erst ab 3. Juli für die Reichstagswahlen geplante großzügigere Handhabung des Demonstrationsverbotes werde sich nach der neuen Reichsverordnung vermutlich bereits früher einstellen, aber auch nach dieser Reichsverordnung bleibe es Pflicht der Staatsregierung, die Genehmigung von Demonstrationen davon abhängig zu machen, daß Ruhe, Sicherheit und Ordnung gewahrt bleiben. Grundsätzlich jedoch wird bei den zu erwartenden zahlreichen Anträgen auf Genehmigung von Demonstrationen mit einer Demonstra- tionserlaubnis „nach Lage der Dinge“ zu redmen fein.
Berlin, 27 Juni. Die neue Notverordnung des Reichspräsidenten wird voraussichtlich am Dienstagmittag veröffentlicht werden. Die Notverordnung wird die Bestimmung enthalten, datz die Uniform- und Demonstrationsverbote im ganzen Reich aufgehoben werden. 5« der Notverordnung werden jedoch die Wünsche der Länder insofern berücksichtigt werden, als die Länderpolizeibehörden ermächtigt werden, örtlich und unter besondere» Bedingungen Ausnahmebestimmungen zu erlassen. Ferne, wird eine Ausführungsverordnung zum 8 4 der Notverordnung vom 14. Juni ergehen, durch die eine Anmeldepflicht für Demonstrationen eingeführt wird, nm zu verhindern, datz gleichzeitig und «»derselben Kundgebungen feindlicher Partei«» erfolgen können.
Zu der Zusammenkunft der Länderminister in Berlin berichtet die „Germania", datz die Minister zu der bevorstehenden ergänzenden Notverordnung der Reichsregierung bezüglich drr generellen Aufhebung des Uniform- und Demonstrationverbotes vonseiten der Länderregie- rungen eingehend Stellung genommen haben. Dabej habe sich eine völlige Einmütigkeit darüber ergeben, datz die Lander. die von der Reichsregierung geplanten Matznahmen ablehnen. (?) Gegen die Bestimmungen der neuen Notverordnung seien die schwersten Bedenken erhoben worden. die Verantwortung für das in der Rotveroichnung Geplante werde der Reichsregierung überlassen.
Preußen und die Reichsnotverordnung über Demonstrationen.
Zu der bevorstehenden Veröffentlichung der Reichsnotverordnung über die grundsätzliche Aufhebung von Demonstrationsverboten und Verboten des Uniformtragens wird dem Nachrichtenbüro des VDZ. in unterrichteten preußischen Kreisen erklärt, daß unmittelbar nach Erlaß der Reichsverordnung eine preu-
ber deutschen und französischen Abordnungen am Montag und die Auswirkungen, die die deutsche Einstellung auf den weiteren Verlauf der Konferenz haben könnte. Sie stellen sich geschlossen hinter die Regierung Herriot und verurteilen die deutsche These ebenso wie die Italiens. Das Wort „A b b r u ch“ kommt in fast allen Berichten der Lausanner Korrespondenten der großen Blätter mehrmals vor. Ganz allgemein stellen die Blätter fest, daß gegenüber der letzten Aussprache zwischen der deutschen und französischen Delegation und der Zusammenkunft am Montag ein m e r k- licher Rückgang zu verzeichnen sei. Man schiebt das energische Verhalten des Reichskanzlers auf das Konto feiner Berliner Reife.
Die neue Notverordnung
Kompromiß im Länderkonflikt: ’
Alle Demonstrationen anmeldepflichtig
Die englische Morgenpresse zur Lage in Lausanne.
fk. L o n d o n, 28. Juni. Mehrere Blätter heben hervor, daß die jetzige Lage nicht allzutragisch genommen zu werden braucht. In diesem Sinne äußert sich auch der in Lausanne weilende Sir Walter Layton im „News Chro- nicle“. „Daily Telegraph“ sagt in einem Leitartikel, Deutschlands Bereitschaft, einen wesentlichen Beitrag beim Wiederaufbau Europas zu leisten, bessere die Aussicyten auf schließliche Beseitigung der Hindernisse der Reparationen.
Der Sonderberichterstatter der „Ti- m e s“ in Lausanne berichtet: Einige Tage der Spannung waren in dieser Woche unvermeidlich. Es gilt seit la" "m als unverständlich, daß jede internationale Konferenz ihre „Krisis“ haben mutz. Aber die erste leichte Entfremdung nach 14tägiger Beratung ist wohl kein ausreichender Grund für ein Versinken in den starren Pessimismus, bet jetzt in der Umgebung gewisser Delegationen wahrnehmbar ist. Wenn auch die gestrigen Verhandlungen anscheinend auch nicht viel Fortschritte gebracht haben, so ist doch jetzt Deutschlands Bereitwilligkeit zu Ksnstruktionen beizutragen, zwar in allgemeinen Wendungen, doch formell zum Ausdruck gebracht worden, mit dem einzigen Vorbehalt, daß feine Beiträge nicht den Merkscheitel „politischer Tribute" tragen darf. Einer der wichtigsten Punkte der gestrigen deutschen Erklärung ist, sein Angebot einer Beteiligung an der Wiederaufbausammelkasse.
Ueber die italienische Denk- s ch rTf t sagt der Korrespondent, sie fei eine klare und präzise Darlegung einer Auffassung, die sich von der britischen Delegation vertretenen Auffassung im wesentlichen nicht unterscheidet
Aus der kurzen Formulierung der amt- chen Mitteilung ist dem ersten Eindruck zu schließen, daß die französische Nehrung zu der Erklärung des deutschen wanzministers und des Reichskanzlers °ei d i e Unmöglichkeit weiterer futscher Tributzahlungen noch toe endgültige Stellung eingenommen «. Die heutige Sitzung ist hauptsächlich st der Rede des Reichskanzlers und des stchsfinanzministers ausgefüllt gewesen. 5 lange Dauer der Sitzung erklärt sich uweise aus der Tatsache daß der fran- "Six Finanzminister Germain Martin * französische llebersetzung der Rede des ^Matsche» Finanzministers wörtlich nach- und den Uebersetzer der deutschen W "Ordnung häufig wegen zu schnellen Ver-
rnste Zuspitzung der Kon- erenzlage erblickt.
Rach Abschluß der deutsch-französischen lussprache habe erst Herriot und dann !apen Macdonald über die Lage unter- ichtet. Es wird sich erst im Laufe des fienstag klären, ob überhaupt noch eine ichliche Verhandlungsgrundlage vorhan- m ist. Auch Herriot «Härte, daß er die läge für sehr ernst halte.
Die amtliche Mitteilung.
Lausanne, 27. Juni. Die dritte mtsch-franzöfische Sitzung, die Montag achmittag kurz nach 17 Uhr im Palace- «tel hinter streng verschlossenen Türen attfanb, wurde kurz vor 20 Uhr abge- hlossen. Heber den Verlauf der Sitzung «rde folgende amtliche Mitteilung ver- sfentlicht und von dem französischen Staatssekretär Paganon der Presse verle-
Der außenpolitische Berichterstatter des I „Echo de Paris", Pertinax, ist der Auffassung, daß Herriot unbedingt entschlossen sei, die Verhandlungen abzubrechen, wenn die französischen Mindestleistungen nicht angenommen würden. Wenn es Macdonald nicht gelingt, Deutschland zur Aufgabe seiner bisherigen Haltung zu bewegen, so werde ihm nichts anderes übrig bleiben, zwei Ausschüsse, den einen für die Vorbereitung der Organisierung Europas und den zweiten für die Vorbereitung der Londoner Konferenz einzufetzen und anschließend daran, sämtliche Besprechungen bis zum Herbst zu vertagen.
Das „Journal" hält einen Abbruch der Verhandlungen für kaum vermeidbar. Die italienische Denkschrift wird ebenfalls heftig kritisiert und auf das schärfste zurückgewiesen.
Der „Petit Parisien" betont, daß man nach der bisherigen Haltung der deutschen Forderungen zum mindesten eine Geste des guten Willens hätte erwarten können. Seit Sonnabend sei unbedingt em merklicher Rückgang zu verzeichnen, für den neben Deutschland auch England (!) verantwortlich gemacht werden müsse. Reichskanzler Papen und seine Mitarbeiter, so schließt das Blatt, hätten noch 24 Stunden Zeit, um zu überlegen. Die der Regierung nahestehende „Ere Nouvelle" wendet sich besonders scharf gegen die italienische Denkschrift, die sie als ein „Teuflisches Werk“ bezeichnet.
Die letzten Fäden sind gerissen
Die deutsch-französischen Verhandlungen festgefahren — Feste Haltung der deutschen Delegation