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DI, .Obkrhessischk Zeitung^ et- fifcefnt sechsmal ivkchetitlich. Be­zugspreis monall. t. Marburg 2.02 AM. ausschl. ZuskelluugSgebLhr^ bei unsren Agenturen 1 93 GM. zuzügl. ZuflellungSgebühr, durch die Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik. Maschinendefektoder elementare Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag. Br. C. Hiherotb, Druck der Unip-Buchdruckerel 5»6. Slug. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 2054 u. Rr. 2055 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und

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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Neue polnische Provokationen

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allen Erklärungen, die er oder seine Mi­nisterkollegen im Laufe der letzten 24 Stun­den abgegeben haben, geht vielmehr deut­lich hervor,

daß die französische Negierung bis an die Grenzen der Zugeständnisse ge­gangen ist und den feste» Entschluß hat, allen anderen Vorschlägen gegen­über unnachgiebig zu bleiben.

Herriot erklärte auf dem Bahnhof den ver­sammelten Pressevertretern, daß die fran­zösische Abordnung in Genf und Lausanne Vorschläge unterbreiten werde, die geeig­net seien, eine vollkommene Neuorgam- sierung Europas herbeizuführen. Man

Verboten haben, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung sie erforderlich machen.

Herriot nach Lausanne zurückgereist. Keine Aenderung in der bisherigen

Haltung Frankreichs.

fk. Paris, 27. Juni. Herriot ist am Sonntag abend wieder nach Lausanne zu­rückgereist, wo bereits heute, Montag, die Besprechungen zwischen der deutschen und franzöfischen Abordnung wieder ausgenom­men werden sollen.

Es hat nicht den Anschein, daß Herriot seine bisherige Haltung in der Repa­rationsfrage irgendwie ändern werde. Aus

Danzig, 26. Juni. Am Samstag abend ist es auf dem DanzigerHaupt. bahnhof sowie auf de« Zoppotter Bahnhof wiederum zu neue» polnischen Provokationen gekommen. Ein nicht aa- gemeldeter polnischer Militärtransport. der fich auf der Durchfahrt von Dirfchau nach Edingen befand, hatte auf dem Dan­ziger Hauptbahnhof einen längere« Aufenthalt. Die polnischen Soldaten ver­ließen de» Zug und sangen wiederum pol­nische Lieder auf dem Lahnhof und stie­ßen Schmährufe gegen Danzig aus. Das­selbe Schauspiel wiederholte fich in Zoppott. Die deutsche Bevölkerung verhielt fich die­sen erneuten polnischen Provokationen ge­genüber besonnen und zurückhaltenv.

Soweit die aktuellen innerpoliti- hen Fragen durch den Berliner Be- ch >es Kanzlers berührt werden, ist feft- stellen, daß nun für Dienstag mit in Erlaß der Notverordnung r Uniform- und Demonstra o n s f r a g e zu rechnen ist. Bis Diens- ! vormittag werden die Antworten er Länder vorliegen, und im Anschluß ran wird der Reichsinnenminister dem ilchspräfidenten die Notverordnung terbreiten. Daß sie kommt, daran frb nach der bayerischen Antwort nicht chr gezweifelt. Der Reichsinnenmini- r dürfte in der Kabinettssitzung vom trigen Sonnabend nachmittag auch be- "s in diesem Sinne ermächtigt worden

Der Notverordnung wird übri- - 5 auch noch eine Ausführungs __J 'rordnung angefügt werden, die

vlentlich an die Bestimmungen des §4 töte t alten Verordnung über Demonstra-

^en anschließt. In diesem Paragra- .......£ ett war gesagt worden, daß der Reichs- " ienminister darüber verfügen kann, ob nun.....* Sammlungen anzumelden sind. In der

1933- «führungsverordnung wird der Reichs- "enminifter entsprechende Bestimmun- treffen, damit die Polizei die Mög- «eit zu Vorkehrungen in der Hand > die Zusammenstöße verhindern. Im ^chen Sinne werden übrigens die Län- . auch nach der kommenden Notver- «ung das Recht zu zeitlich befristeten

muß fich vor Jmprovifierungen hüten. Er habe das feste Vertrauen, daß man schließ­lich doch noch zu einer allgemeinen Ver­ständigung auf dieser Grundlage gelangen werde.

In der Pariser Presse wird die bisherige Haltung der franzöfischen Abordnung, von weniger Ausnahmen abgesehen, gut ge­heißen. Man erwartet nunmehr mit einiger Spannung dieVorschlägedes Reichs­kanzlers über die wirtschaftlichen Kom­pensationen. Die A b r L st u n g s f ra g e ist ;egenüber Lausanne ein wenig tn bett Hintergrund getreten.

Danzig, 26. Juni. Das Deutschtum in den geraubten Gebieten hatte am Sonn­abend durch die Einweihung der neuen Goetheschule in Eraudenz einen großen Tag. Der prachtvolle Neubau ist vom Zentralverein für deutsches Schulwesen in Polen mit einem Kostenaufwand von 3 Mill. Zloty erbaut worden. Die Ein- wekhuna fand unter gewaltiger Anteil­nahme der Deutschen aus allen Gegenden Polens und der Freien Stadt Danzig

Die polnische Bevölkerung hatte ihrem Unmut über die Eröffnung der deutschen Schule in der Nacht vor dem Festakt dadurch Luft gemacht, daß sie viele Deutsche belästigte, verschiedene Häuser von Deutschen in Eraudenz beschädigt und beschmiert und Wohn- und Ladenfenster eingeschlagen hatte. Diese Vorgänge ver­mochten jedoch die Sttmmung der deutschen Bevölkerung nW zu beeinträchtigen.

2. Daß diese Gelder nicht für kriegerische Rüstungen Verwendung finden, sondern nur dem wirtschaftlichen Wiederaufbau dienen.

Eine bevorzugte Behandlung gewisser Staaten, die dies für sich in Anspruch neh­men, könne nicht zugestanden werden, da diese Staaten weder weitgehende Aus­landsschulden, noch erhebliche innere Schulden zu verzinsen hätten. Die italie­nische Denkschrift übt sodann scharfe Kri­tik an einigen von Frankreich vorgebrach­ten Zahlen, insbesondere an dem berech­neten Nettosaldo der Tribute, da diese Zahlen von falschen Voraussetzungen aus­gehen.

Goebbels für radikale Maßnahmen

Berlin, 25. Juni. Auf einem Deut­schen Abend, den der Gau Westen der

AP. Berlin am Samstag in Smlach- tensee veranstaltete, sprach der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels. Ein national- sozialisttsches Kabinett würde, so sagte er, dem Spuk der roten Bürger- kriegshetze in 24 Stunden ein Ende gemacht haben. Wenn es heute möglich sei. daß Nacht für Nacht im ganzen Reich SA.-Männer ihr Leben lasten müßten, daß von der Beisetzung eines ermordeten Ka­meraden zurückkehrende SA.-Männer aus dem Gebäude desVorwärts" in Berlin beschossen würden, daß der Polizeipräsident untätig zusehe, daß obendrein die NSDAP, noch des Mordes beschuldigt werde und eine nationale Re­gierung dazu schweige, so sei es an der Zett, in Deutschland allerhand zu ändern. Sei man im Ernst der Meinung, die Na­tionalsozialisten würden sich auf platonische Rundfunkreden beschränken? Die Anwen­dung radikaler Mittel gegen den Terror sei am Ende doch noch am christlichsten; es sei christlicher, das Unterweltgesindel zu Paaren zu treiben und damit anständigen jungen Menschen das Leben zu sichern, als jenen freien Lauf zu lasten und ihm weiter Gelegenheit zu Mord und lleberfällen zu geben.

Berlin, 26. Juni. Wenn man von r Chronik der Ausschreitungen und usammenstöße adsieht, ist das einzige litische Ereignis des Sonntags in der eichshauptstadt eine Besprechung, die eichskanzler von Popen vor iner Rückreise von Lausanne mit dem cichsbankpräsidenten hatte,

r. Luther ist erst heute früh aus Lau­ne zurückgekehrt, war dort also fast inen Tag länger als der Kanzler. Es t selbstverständlich, daß er das Bedürf- is hatte, Herrn von Papen noch über ine letzten Unterredungen und Eindrücke unterrichten, lieber diesen rein in« brrnatioen Charakter dürfte die Bedeu- ung der Unterhaltung allerdings kaum sinausgehen.

I Das Signum der Situation ist in der Parallelität des Berliner Aufenthaltes »s Kanzlers und der Pariser Reise des Mmzösischen Ministerpräsidenten zu en, wobei ganz natürlich die Entschei- g über den vorläufigen Ausgang der auf anner Konferenz auf der genfeite liegt. Der deutsche Stand- kt ist bekannt, und deshalb hatte der tliner Aufenthalt, des Reichskanzlers enpolitifch auch nur den Sinn, daß rr von Papen feine Kollegen über den and der Dinge unterrichtete. Das icksal der Konferenz dagegen liegt bei , was Herriot aus Paris mitbringt, die Verhandlungen in Lausanne mor-

Ein französischer Schriftsteller über das deutsch-französische Verhältnis.

fk. Paris, 27. Juni. Der radikale politische Schrift st eller Edouard Pfeiffer, der innerhalb seiner Partei eine große Rolle spielt, ist von einer Stu­dienreise aus Deutschland zurückgekehrt. Heute zieht er aus den Beobachtungen wie er festgestellt hat, eine Art Schlußfolgerung und schreibt in der ZeitungRepublique", man befinde fich folgendem Dilemma ge­genüber:

Entweder müste Frankreich die Initia­tive zu der politischen und wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas ergreifen, wie sie Herriot und Briand ankündigten, oder Frankreich werde dazu gezwungen sein, zu der gefährlichen Politik der Allianzen zu­rückzukehren, die gegenwärtig in ganz Europa an Bode» gewinne. Die Radika­len weigerten sich an der friedlichen Wie­derherstellung Europas zu verzweifeln.

1Rt-® rteilt werden. Wie auch die Sau« tr» Mner Sonderkorrespondenten der Ser« Hfaii» »er Zeitungen ja bereits andeuten, >cr fei« richt die größte Wahrscheinlichkeit da­lumm« baß die Konferenz in einer Per- unerm« onent er Klärung endet, durch ffe-W e das von den Gläubigermächten ver- ............. indetd Moratorium aufrechterhalten

tibt, bis sich, vielleicht im Herbst, die Möglichkeit eines endgültigen Arrange- ää Mts bietet.

Die Stellung des Zentrums

Prälat Dr. Schreiber zur gegenwärtigen

Lage.

Gladbeck, 26. Juni. In zwei stark besuchten Vertrauensmännerversammlun­gen der westfälischen Zentrumspartei in Recklinghausen und Gladbeck sprach Reichsiagsabgeordneter Prälat Dr. Schreibe r-München über die Stellung­nahme des Zentrums zur gegenwärtigen Lage.

Innenpolitisch habe, betonte der Red­ner, das Kabinett Papen bis jetzt nur ein Konto von Fehlentscheidungen aufzuweisen. Die Wiederzulassung der SA. stoße auf stärksten Widerstand in den süddeutschen Staaten. Sie bedeute nicht nur politische Reibungen, sondern eine Wunde in dem deutschen Zusammen­gehörigkeitsgefühl. Wenn Bayern seine Lebensrechte und die Selbständigkeit sei­ner politischen Auffassung anmelde, wenn Mainbrücken gesprengt würden, so treffe die Regierung Papen die Verantwor­tung. Niemand zuliebe und niemand zuleide werde das Zentrum unberrt den für richtig erkannten Weg weitergehen. Es melde für die Zukunft die selbstän­dige Linie seiner Politik an und traoe diese Auffassung zum Angriff vor.

Sie wollten noch an die deutsch-französische Annäherung im Rahmen des Völkerbundes glauben. Es wäre wünschenswert, daß bie rechtsstehenden Franzosen aufhörten, sich jeder deutschen Regierung gegenüber ab­lehnend zu verhalten. Wünschenswert sei ferner, daß die französischen Außenminister sich ruhiger zeigen denn je, denn die Ereignisse überftürzien sich mit einer geradezu überwältigenden Raschheit.

Italienische Tribut-Denkschrift.

Die Tributdenkschttft der italienischen Regierung, die Erandi am Samstag dem Präsidenten der Konferenz Macdona'l? überreicht hat, ist jetzt auch den übrigen Abordnungen übermittelt worden.

Der wesentliche Inhalt dieser Denkschrift stellt sich folgendermaßen dar: Die italie­nische Regierung hält an ihrer bishettgen Auffaffung fest, daß eine vollstän­dige Streichung der Tribute erforderlich sei. verlangt jedoch, daß die Vorteile und Opfer, die sich aus einer endgültigen Regelung der Schuldenfrage ergeben, gleichmäßig auf sämtliche Staaten verteilt werden.

Sollten de» südosteuropäischen Staaten für den wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbau neue Kredite zur Verfügung gestellt werden, so könne dies nach der Auffaffung der italienischen Regierung nur unter zwei Bedingungen erfolgen:

, 1. Daß diese Gelder nicht für die Ver­zinsung der alten Schulden Verwendung finden; unter diesen Schulden müßte also ein Schlußstrich gemacht werden:

Vertagung der Lausanner Verhandlungen?

Neue Vorschläge an Herriot - Frankreich unnachgiebig - Vor der Länder-Notverordnung

m weitergehen^ ist es durchaus möglich, ich die Entscheidung bereits im Lause f(... s Montagabends oder am Dienstag f ift 8 Ht' Man verrät kein Geheimnis mehr, enn man hinzufügt, daß die Aus- Lrmi« Achten nicht sehr günstig be-