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Unterhaltungs-Beilage der Oderheffifchen Zeitung

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die Schranke, die in der babylonischen Dichtung besonders erwähnt ist, haben wir die llrsternbilder des Tierkreises anzu­sehen. In seinen Bildern Krebs und Fische, sowie Widder und Waage, die un­mittelbar über Walfisch und Wasser­schlange stehen, finden sich die als Brut Tiamats von Marduk erschlagenen Was­serungeheuer wieder.

Die meisten der anderen Sterngruppen erklären sich aus dem Epos des Gilgamesch. Dieser Held vollbrachte gewalfige Taten über Menschenkraft' und Menschenwesen hinaus. Er ist das Sinnbild dxs himmel- anstrebenden Geistes, des unermüdlichen Schaffenswillens.Zwei Drittel von ihm ist Gott, ein Drittel Mensch", wird er be­schrieben. Dieses letzte Drittel,Engidu"- den erdgebannten sterblichen Leib, schaf­fen die Götter ihm hinzu. Gilgamesch und Engidu find fortan eins: wie Apollo und Herkules, wie Castor und Pollux eint fie der Begriff der Verbundenheit des Un­sterblichen mit dem Vergänglichen, und die Zwillinge zeigen ihr Abbild am Himmel. In der Sage hat das Paar harte Kämpfe zu bestehen. Jfchtar, die Liebesgöttin, for­dert Gilgamesch für sich, er aber widersteht und wird Herr des furchtbaren Himmels­stiers, des Sinnbildes der zeugenden Ur­kraft, den sie ihm eutgegenstellt. Jung­frau und Stter verkörpern am Firmament den Kampf im Menschen gegen das Aeber- maß, das die Liebe aus der lebenschaffen­den Macht zum wüsten Genuß werden läßt.

Engidu stirbt nun, und Gilgamesch flieht zu seinem Ahnen Utnapischtim, um von ihm Kunde vom Wesen des Lebens

nämlich insofern eine Sonderstellung ein, als es eine fortlaufende Entwicklung der Töpferkunst aufweist, ohne viele plötzliche und einschneidende Aenderungen in Form oder Stil, und zwar von den frühesten Schichten der ältesten Siedelung aus dem dritten Jahrtausend vor Christus bis zur mykenischen Zeit. Obgleich die Stadt in engeren Beziehungen zu den mykenischen Hauptplätzen stand, bildete sie keineswegs eine mykenische Kolonie, son­dern bewahrte in Kunst und Architektur ihre Selbständigkeit. Aber' gerade in die­ser Hinsicht ist noch vieles ungeklärt, über das die bevorstehenden Arbeiten uns hoffentlich Gewißheit geben werden.

Schließlich sind da noch gewissen Fragen, an die Schliemann auch nicht einmal denken konnte. Wo liegen die Gräber der trofanischen Könige? Wo die Häuser jener Trojaner, die nicht auf der Burg wohnten? Jede ägäiscke Stadt bestand aus der Zitadelle als Zufluchtsort und der sich außerhalb ausbreitenden Siedelung. Es besteht kein Grund zu der Annahme,

meschepos nur beiläufig erwähnt.

Der gleiche Zug findet sich in der Herkules-Sage, wie überhaupt ein großer Teil der griechischen Mythologie, nament­lich soweit sie in den Sternenbildern ihren Niederschag gefunden hat, eine unmittel­bare Fortbildung der babylonischen ist. Indessen treten die kosmischen Erinnerun­gen hier hinter den Menschheitsgedanken zurück. Herkules ist in weit höherem Maße als Gilgamesch der Mensch, dem die Sitt­lichkeit den Sieg über die Ungeheuer des Chaos verleiht,' der in titanischer Arbeit sich seine eigene Welt zwischen Himmel und Erde schafft. Und die Frage nach der lleberwindung des Todes findet bei den Griechen ihre Beantwortung nicht mit der Restgnafion des Eilgameschepos, sondern in der freudig-lebensbejahenden Form, die den Ganymed durch die Schönheit, den Orpheus durch di« Kunst, den Herkules durch die Tat unsterblich werden läßt.

Schließlich steht aber auch in der grie­chischen Mythologie als Herr Wer Men­schen und Göttern das Schicksal, und seine Waffe, der Tod, ist wie das Sehnen nach Unsterblichkeit das, was der Mensch aus dem allgemeinen Naturgeschehen und an, den Vorgängen im Kosmos heraus- yf|{ wieder hineinliest. Millionenmal ji^ius mußte der Sternenhimmel seine erhagns Gebärde wiÄ>erholen, bis sich in schenhirnen eine Anschauung davon ckt, zeichnen begann, über diese so mühsig- gewonnene Vilderwelt ist dafür auch t__

was auf allen Entwicklungsstufen Blei, und im Unbewußten noch heute das seelische Ligenleben aller Kulturnationen erfüllt.

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DerGroßfürst von Oeland"

Der durch seinen früheren Reichtum in Amerika allgemein bekannte Goldgräber Wilhelm Olson ist vor einigen Ta­gen in der Stadt Nome auf Alaska in Armut gestorben. Mit dem lobe Olsons fand ein abenteuerliches und ungewöhn­liches Leben seinen Abschluß. Olso war Schwede von Geburt und wanderte als Jüngling mit seinen Eltern nach Amerika aus. Als in den siebziger Jahren des vori­gen Jahrhunderts das Eoldfieber in Amerika ausbrach, begab sich der junge Mann nach Alaska, um dort sein Glück zu versuchen. Der Schwede war von der Glücksgöttin begünstigt. Schlag auf Schlag fand er reiche Goldadern. Nach zehn Jah­ren war Olson bereits Multimillionär. Im Besitz seines ungeheuren Vermögens verließ er Alaska und ließ sich in New- york nieder, wo er als Rentier auf gro­ßem Fuße lebte. Der Erfolg stieg ihm zu Kopf. Olson warf mit dem Gelde um sich und machte durch seine phantastischen Pro­jekte viel non sich reden. Er richtete an den damaligen schwedischen König Oskar ein merkwürdiges Angebot. Er erklärte sich bereit, die schwedische Insel Oeland für die Summe von acht Millionen Mark dem schwedischen Staate abzukaufen unter der ausdrücklichen Bedingung, daß er in den fürstlichen Stand erhoben und zum Großfürsten von Oeland ernannt wird. SÄbstverständlich lehnte die schwedische Regierung das Angebot ab. Das Schrei­ben Olsons wurde nicht einmal beantwor­tet. Daraufhin stürzte sich Olson in ver­schiedene waghalsige Spekulationen und Prozeße, die sein großes Vermögen voll­ständig ruinierten.

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daß es in Troja anders gewesen sein könnte. Ein Eindringen in die niedrige­ren Schichten, die sich um den die Burg bergenden Schutthügel erstrecken, dürfte mit größter Wahrscheinlichkeit die Wohn­plätze der alten Trojaner ans Licht brin­gen. Vielleicht waren auch sie noch von Mauern umgeben.

Am dringendsten ist wohl die Klärung der Troja II betreffenden Fragen. Heute bildet dieses für die Archäologen noch eine Sondererscheinung insofern, als wir von seinen Beziehungen zur Außenwelt wißen, aber Ursprung und späteres Schicksal noch in fiefstes Dünkel gehüllt sind. Wie kam. es. daß die Stadt in kurzer Zeit so außer­ordentlichen Wohlstand gewann, ber sich bei anderen Siedelungen der gleichen Epoche, wie bei denen auf Lesbos und bei Kap Helles, nicht findet? Man sieht, die neuen Ausgrabungen der amerikanischen Forscher, die demnächst die Arbeiten in Troja wieder aufnehmen, haben nicht nur sehr umfangreiche, sondern auch höchst be­deutungsvolle Fragen zu lösen.

Die Brückendäuser in Kreuznach eine der malerischen Partien des schönen Kurbades an der Nabe.

zu erhalten. Jener hat afe einziger die Sintflut überdauert, und nach seiner Er­zählung hiervon, die wert tiefer und ge­haltvoller als ihre Nachbildung in der Bibel tief ist, wird Gilgamesch die Er­kenntnis von der schicksalhaften Verfloch- tenhefi allen Geschehens durch die Ant­wort:Schwillt ohne Ende ein Fluß zur Hochflut? Fliegt der Vogel auf immer landein? Nirgend ist Dauer von An­beginn!" Utnapischtim ist der Was­sermann, der Weg zu ihm durch die Unter­welt wird von zwei Skorpionen bewacht. Skorpion und das Zitterwesen Schütze, die an der Grenze der Südhälste des Tier-

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dieser babylonischen Zerberusse.

Löwen, der den Babyloniern als Stern­bild bekannt war, findet man im Gttga-

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kreises stehen, find das himmlische Abbild dieser babnlonischen Zerberuße. Den

Ursternbilder als Weltanschauungssymbole

Von 0r. vr. Carl G. Cornelius.

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Aeußerlich genommen ist der Sternen­himmel dieWelt", die wiranschauen", und was wir als erstes an ihm erblicken, die Sternbilder, ist die Flammenschrift, die Begründer der Erdenkultur in das Firmament zeichneten. Wer sie zu lesen versteht, dem erschließt sie eine Welt von Poesie und Offenbarungen vom Werden der Menschheitsseele und Völker, den Ewigkeitsgehalt der Erkenntnis urgewal­tiger Zusammenhänge zwischen Gottheit und Menschentum, zwischen dem Empfin­den in unserer Brust und dem himmlischen und irdischen Elemeutargeschehen; das ist nichts anderes, als was letzten Endes auch dem innerlich aufgefaßten Begriff von Weltanschauung als Grundlage dient.

Die erste sicher überlieferte allgemeine Sternbildereinteilung ist in der babylo- uifchen Schöpfungsdichtung, ihre einzelne Ausführung im Ellgameschepos enthalten. In der babylonischen wie in der tausend Jahre jüngeren hebräischen Schöpfungs­sage finden sich die gleichen Züge. Die Götter, die sich bei den Israeliten zu dem Eingott Jahwe verdichtet haben, schaffen hier durch ein einziges Machtwort (Es werde"), dort bord) Kampf (Marduk gegen Tiamat), die Welt. Doch nicht so, daß an Stelle des Nichts das Seiende ge­setzt wird, sondern daß aus dem vorhan­denen Chaos, dem To hu Wabohu, bas Reich bet Ordnung, das Kosmos, sich fügt. Wie Marduk die Tiamat zerschlägt, so teilt Jahwe die Welt mitten durch und bildet aus ihrer oberen Hälfte den Himmel, aus der unteren die Erde und dieSamm­lung der Wasser". Als die Scheidegrenze,

Die Ausgrabungen in Troja, die zuerst 1871 von unserem Landsmann Schliemann begonnen, später von Dörpfeld fortgesetzt wurden, werden stets ein Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Archäologie bilden: vermittelten sie uns doch eine außerordentlich eingehende Vorstellung dieser berühmten Stadt. Trotz der glän­zenden Erfolge der beiden deutschen For­scher sind aber immer noch nicht alle Rätsel gelöst, die Troja oder eigentlich die verschiedenen Städte dieses Namens umgeben, denn Schliemann stellte bereits nenn verschiedene Schichten fest, die ebenso viel Siedlungen entsprechen. Leider ist es der deutschen Wißenschaft in ihrer der­zeitigen Notlage nicht möglich, das Werk Schliemanns und Dörpfelds weiter zu führen. Daher darf man es im Interesse der Archäologie begrüßen, daß im Laufe des Sommers eine Gruppe amerikanischer Archäologen sich dieser intereßanten Auf­gabe widmen wird.

Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man glauben, daß mit der Entdeckung des Schatzes des Priamus" und der Frei­legung des größten Teils des frühen Troja, in wissenschaftlichen Kreisen als Troja II bezeichnet, sowie der Mauern der homerischen Stadt nicht mehr viel Neues zu erwarten sei. Immerhin bleibt N bedenken, daß Schliemann sich bei den Ausgrabungen in Kleinasien erst seine archäologischen Sporen verdiente, noch über keine tiefgründigen Erfahrungen verfügte und auch die einschlägige Technik nicht so wie später beherrschte. Es konnte somit nicht ausbleiben, daß manches sei­nem Scharfblick entging, daß auch vieles ans Zeitmangel nicht zu Ende geführt werden konnte. Die Wahrscheinlichkeit, daß der Schutthügel nahe dem Hellespont noch intereßante Aufschlüße für uns be­reit hält, ist groß.

Dann hat aber auch die Archäologie seit den Tagen, da Schliemann und Dörpfeld wirkte^, riesige Fortschritte gemacht, so­wohl was die wißeuschaftlichen Methoden als auch die technische Ausführung betrifft. Wir wißen heute, daß Troja, entgegen der früheren Annahme, viel mehr eine euro­päische als eine astatische Stadt war. Da­neben darf man nicht vergeßen, daß die neuesten Ausgrabungen in Mesopotamien, die uns mit den sumerischen Siedelungen bekannt gemacht haben, gebieterisch auf die Notwendigkeit Hinweisen in jeder frühzeitigen Siedelung an den Küsten Klein-Asiens nach Spuren dieses sumeri­schen Einflußes, um nicht zu sagen dieser sumerischen Kultur, zu forschen. Gesichts­punkte, die vor mehreren Jahrzehntenden deutschen Forschern naturgemäß vollkom­men fern lagen.

Man darf ferner nicht aus dem Auge verlieren, daß die Ausgrabungen Schlie­manns in Troja nicht die ganze Stadt er­faßten, sondern int wesentlichen nur die Burg. Die erste bedeutende Anlage die­ser Art, das schon erwähnte Troja II, das um 1900 vor Christus zerstört wurde, bil­dete eine außerordentlich starke, aber auch ebenso kleine Ringmauer von höchstens 120 Metern im Durchmesser. Von dieser Burg legte Schliemann etwa vier Fünftel frei, wobei er in der massiven Mauer nicht weniger als vier befestigte Tore nach­wies. Die Burg des homerischen Troja ist demgegenüber bedeutend umfangreicher, behält aber die kreisförmige Form bei. Dörpfeld förderte dann große Strecken der Mauern zu Tage, die auf etwa 250 Meter Länge noch heute stehen. Aber das von fbm und Schliemann bearbeitete Gebiet umfaßte alles, was für den Spaten des Archäologen in Betracht kommen Knnte. Roch liegt etwa ein Drittel des ursprüng­lichen Umfangs des homerischen Troja Unter Schutt begraben. In seinen Mauern wüßen auch noch Tore, die nach der See- Khe führen, zu finden sein, denn bislang kennen wir ihrer nur drei, die alle land­einwärts schauen. Diese vermuteten Tore bürsten unter dem großen Schutthügel b«r Nordseite zu suchen sein.

Die Hauptaufgabe weiterer Ansgrabun- gen wird darin bestehen, die Zugehörig­keit der bisher befunden Teile der Burg -u den einzelnen Schichten zweifelsftei barzutun und damit eine zeitliche Nnord- Uung der so wichtigen Geräte aus Ton und Metall zu ermöglichen. Troja nimmt

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Auf den Spuren Schliemanns und Dörpfelds

Warum noch Ausgrabungen in Troja?

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