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spreche. Dlejerügen, die die neue Qtegfe» rimg gefordert hätten, stünden «ach heute wieder außerhalb jeder Vermrttoorttmg.

Me ^Sossisch« Zeittrna" spricht von einem Auflösungskabinett. Die nativ-- nalsvzialistifche Tolerierung erfolge ratter 'Bedingungen, deren Annahme einer Ka­pitulation gleichkomme. Es habe den An­schein, daß der neue Kanzler nach der Stel­lungnahme des Zentrums darauf verzichten werde, sich und fein Kabinett dem Reichs­tag vorzustellen, daß er von der ihm zu­gejagten Vollmacht des Reichspräsidenten zur Auflösung des Reichstages sehr ball) Gebrauch machen werde.

Der »Vorwärts", der den Reichsprä­sidenten scharf angreift, führt aus, daß die SlMaldemokratte, die in diesem Jahre schon zwei große Abwehrschlachten gewon­nen (?) habe, auch die dritte Abwehrschlacht gegen Hitler, die unvermeidlich geworden sei, durchführen werde.

Die »Deutsche Allgemeine Zei- tatng, deren Haltung in den letzten Ta­gen wieder sehr unsicher ist, fühtt aus, es könne nicht geleugnet werden, daß das Ka­binett von Papen einen Schritt bedeute, der schon längst hätte getan werden müssen, nachdem die Stimmung der 10 oder 13 Millionen Deutschen festgestellt worden sei, Die immer stürmischer eine andere Pollttk Des Reiches verlangt hätten. Diesen Kräf­ten den Weg bereitet zu haben, damit das Gegengewicht im Leben der Ratio« wie- berhergeftellt werde, dos sei ein unzweifel- bares Verdienst in erster Linie des Reichs­präsidenten und in zweiter des Mannes, der sich Mr Verfügung gestellt habe.

Der »T-ag" schreibt, das neue Kabinett f« nicht unterbaut durch eine parlamen­tarische Mehrheit, es ruhe auf dem Auto- «tätÄegrisf Hindenburgs und auf dem Fundament der deutschen Wehrmacht, die vielleicht die einzige feste Stütze tat dem Wirrwarr unserer Tage bilde. Die Aus­gabe der notilmoLstischen Bewegung gegen die marxistische Aovemberfront und was sich ihr anschliehe ans den Bezirken der Demokraten und des Zentrums sei für die kommenden erbitterten Wahlkämpfe gege­ben. Aus dieser Aufgabe folgere sich die Haltung M der neuen Regierung selbst. Denn für den deutschen Aationalismws gehe es nicht um Parteimachtstelllrng, son­dern um den Wiederaufbau von Ration, Staat, christlich-ideÄller Weltanschrnmng schlechthin.

Hindenburg Hikler

3m Wölfischen Beobachter" beschäftwt sich Alfred Rosenberg in einem Artikel tratet der UeberschriftDie Hetze gegen Hindenburg beginnt" mit dem Rücktritt des Kabinetts Brüning und schreibt n. a.: Während aller vergangenen Wahlkämpfe haben wir immer wieder festgestellt, daß der schwarz-rote Block Hin­denburg ja nur als Kandidaten prokla­miert hatte in der festen lleberzeugung, daß der Feldmarschall als Reichspräsident auch weiterhin alle Verordnungen der Zentrumsherre^n unterschrei­ben würde, wie er es leider sett dem Vonngplan unter Berücksichtigung der so­genannten parlamentarischen Mehrheit bisher noch glaubte, tun zu müßen. Run hat in allen diesen Jahren Hindenburg einmal dem Kanzler nicht zugestimmt, der während des Wahlkampfes amtlich hatte dementieren lassen, daß neue Notverord­nungen kommen würden, und nun den Reichspräsidenten z« immer weiteren Ee- baltskürzungen und schwersten finanziel­len Belastungen veranlassen wollte.

Und schon sehen wir, daß schon am erste« Tage nach de« notwendig ge­wordenen Rücktritt Brünings die Spstempresse re eindeutiger Weise gegen Hindenburg Stellung nimmt. D« fltttQe ist ein außerordentlich be­zeichnendes Bild des Cha re kters jener Systemparteien, der Hindenburg heute, hoffentlich vollkommen, offen­bar wird.

Wir knüpfen eine zweite Hoffnung dstran: Daß der Reichspräsident nunmehr ent­schloßen mit der erwachenden deutschen Station geht, und mit Adolf Hitler jenes Bündnis schließt, das notwendig ist zur 'Fettung des deutschen Volkes.

Zur Beauftragung des Herrn von Pa- -en nnt der R^ierungsbildung und der Sestern genannten Ministerliste schreibt der ^Völkische Beobachter": Es ist selbst­verständlich, daß dieses Kabinett nur als UebergangslKfung zu betrachten tt. Die Hauptaufgabe der neuen Regie- ?wng wird sein, den Reichstag aufzulöseu, um durch Neuwahlen klarere Machtver- hältniße zu schaffen. Die Berechtigung drefer nationalsozialistischen Forderungen wird zweifellos auch von den jetzt an der Regierungsbildung beteiligten Kreisen emgesehen, ebenso die Notwendigkeit der schnellsten Aufhebung des EA.-Derbotes.

MtaiRWW 3WHM& Mardurg a. g Donnerstag, dm 2. Juni 1932

Rk. 127

Ruhige Sitzung im Landtag

Wahl des Ministerpräsidenten nach den Hessemvahlen

Berkin, L Juni. Der Prentzffche LoM>- tag setzte ferne Plenarverhandlungen heute nachmittag fort. Die Zugangsstraßen zum Landtagsgebäude sind durch Polizei gesichert. An den Landtcwsemgängen üben Beamte des Hauses und Schutzpoltzerbeamte in Zivil eine scharfe Kontrolle aus. Die Publt- kumsttibünen sind wiederum überfüllt, die Besucher werden auf Waffen untersucht. Auf der Regierungsbank sind einige Mini­ster ialvertreter erschienen. Die äußeren Spu­ren der Schläger ec in der letzten Sitzung sind mit Ausnahme einiger großer Tintenflecke fast völlig beseitigt. Allerdings sieht man beson­ders bet den Kommunisten mehrere Abgeord­nete mit WundpOastern auf dem Kopf.

Kurz nach 2.15 Uhr eröffnet Präsident Kerrl die Sitzung. Dor Eintritt in die Tagesordnung verlangt Abg. B o r ck (Dntl.), daß zwei Anträge seiner Fraktion mit der politischen Aussprache verbunden werden. Der eine der Anträge spricht von der Ser» hetzu ngsarbeit der sozialdemo» kratt sch en Freidenkerverbände. Der zweite Antrag verlangt die Siche­rung der christlichen Schulerziehung auch durch Erwirkung der Vorlegung eines entsprechenden Reichsschulgesetzes.

Da von den Kommunrsten Wider­spruch gegen die Beratung der Anträge er=v hoben wird, kann dem deutschnationalen Wunsch nicht stattgegÄben werden.

Abg. Kasper (Äonrm.) wendet sich in einer scharfen Erklärung, die wiederholt von kommunistischen Protestkundgebungen unter­strichen wird, gegen die Absperrung^ maßnahmen des Landtagspräsidenten. Was die Waffenkontrolle bei den Besuchern angehe, so habe nur noch gefehlt, datz das Publikum in Zukunft in der Badehose erscheinen müsse. (Hetterkeit.)

Der Redner beantragt sofortige Entfernung der Polizei aus dem Haufe.

Präsident Äerrü erwidert, der kommu­nistische Antrag richte sich gegen Maßnahmen bes Präsidenten, über die das Haus nicht ab- ftimmen könne. (Unruhe bei den Kommu- niftenh

Abg. Kube (Natfoz.) nimmt Bezug auf die Zusammenstöße beim Aufzug der Ma- rinewache und beantragt: Der Landtag wolle beschließen:

1. Der schädige Berliner PMzeipräsident Grzefinsli wird sofort entlassen.

2. Der verantwortliche Polizeikommandcur Heiwannsbeeg wird sofort vor ein Disziplinargericht gestellt.

3. Die schuldigen Offiziere und Mannschaften werd«, sofort des Dienstes «lchoben und, vor etawn preußsicheu.Richter «eWhrl.

Der Antrag wird mit der politischen Aus­sprache verbunden.

Auf Antrag der Nationalsozialisten werden zwet Untersuchungsausschüsse mit je 29 Mitgliedern eingesetzt, die Beschwerden über die preußische Polizei und Rechtspflege nat&prüfen sollen.

Ein natimallozioListischer Antrag auf Ein­stellung von Strafverfahren gegen national- sozialistische Abgeordnete wird zur Vorbera- ttnrg dem Geschäftsordnungsausschutz über­wiesen.

Zur Derattrng stehen dann kommu­nistische Anträge auf Aufhebung der Kürzungen der Wohlfahrts- und sonstigen Unterstützungen, sowie auf Durchführung von Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung.

Abg. Schwenk (Komm.) begründet die Anträge. UebevM im Lande wachse die Empörung der Massen gegen die Not und Bedrückung. Die Sozialdemokraten hätten längst vergessen, die Maßen zum Kampf auf- zurufsn. Die Hungerrevolten seien ein neues Fdimmenzeichen dafür, daß die Er­werbsbisen gegen die herrschende Gesellschafts­ordnung aufstehen, die ihnen das Lebens­recht abspreche. Die bisherige* Arbeitsbe­schaffungspläne würden ihren Zweck, die Ar­beitslosen zu beruhigen, nicht erreichen.

Abg. Frau Hanna (<5o$.)_ tritt für Ar­beitszeitverkürzung ein und betont, drch man mit dem Geschrei von einer bevorstehenden Inflation nicht ein­fach alle Geldbeschaffungspläne, abtun könne, die, wie die Idee einer Prämienanleche der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gellen. Das Arbeäsiofenproblem sei ein internationales. Deshalb müsse . ne deutsche Regierung, die die Erwerbslvsig»^t bekämpfen woSe, auch nn Auslande 23*-Konen haben.

Abg. Lohse (Naksoz.) erfiärt nur kwcz, daß die Nationalsozialisten die Anträge zur Erwerbslosenfrage für so bedeutungsvoll hiel­ten, daß sie sie nicht in einer Sonderaus- sprache, sondern in 23erbmintng mit der Kri­tik an der Politik der bisherchar Regierung im Rahmen der polltijchen Aussprache er­örtern wollten.

Abg. Hebborn (Zttt) bedauert Sfe «Vr- zung der Anterstützungssätze. Die Mittel für die Aermsten der Armen müßten auch in dieser Zeit unter allen Umständen beschafft werden. Die Gemeindefinanzen sind durch die Wvhlfahrtsausgaben völlig rui­niert worden. Solingen beispielsweise gibt für Wohlfahrtszwecke mehr ans, als an Steuern überhaupt heremkommen. Die wich­tige Frage der Schaffung von Arbeitsgele- genhett wollen wir mit allem Ernst aufneh­men. Wir müssen uns aber klar sein, daß Rotstandsarbeiten sehr viel teu­rer frannten als die Unterstützung der Er- werbrlosen

Abg. Ko en en (Komm.) erklärt, die Stei­gerung der Arbeitslosigkeit jetzt im Frühjahr m SE.vollrge Bankrott der bisherigen Politik des Zentrums und der Sozialdemo- tiraten. Durch Lohnabbau könne man die Kaufkraft nicht steigern. Die ganze Seibst- verwaltung der Ärbeitslosenoersicherung stehe nur auf dem Papier. Als der Redner tote Sozialdemokraten ,chewußte Be­trüger der Arbetterschaft" nennt, wird er vom Vizepräsidenten Wittmaack zur Ord­nung gerufen.

Abg. Rüffer (Dnü.) betont, er habe schon vor elf Iahren Vorschläge zur Vehe, bung und Linderung der Arbeitslosigkeit ge­macht, die vor allem auf die Arbeits­dienstpflicht abzielten. Bei den Maß­nahmen gegen die Lrwerbslosigkeft müße man vor allem gegen den Versailler Ver­trag oorgehen. Unsere finanzielle Auspres­sung müsse ein Ende haben. Sodann müsse die Landwirtschaft wieder rentabel gemacht werden. Der Redner kündigt entsprechende Anträge feiner Fraktion an.

Um 6.30 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag" 11 Uhr: Politische Aussprache.

Im A e l t e st e n r a t wurde oorlaufig ver- ehtbart, die politische Aussprache zu be­

ginnen und sie ntit dreistündiger Redezest für die Fraktionen Freitag zu Ende zu füh­ren. Am Frettag sollen die Abstimmungen erfolgen. Es verlautet, daß sich der Lcmdtag bereits am Freitag bis zum 21. Juni oer- tagen solle mit Rücksicht auf die bevorstehen­den Wahlen in Heflen. Die Wahl des Mi. uisterpräfidenten soll auf Vorschlag der Nationalsozialisten erst nach der hessische» Wahl auf die Tagesordnung gesetzt werde».

Die Zentrumsfraktion hat im Preu­ßischen Landtag einen Antrag eingebracht, wonach der Präsideni Landtages ersucht werden soll, den bei » Schlägerei im Landtag am 25. Mai entstandenen Sach, schaden umgehend festzustellen und die ent- standen en Kosten auf die beteiligten Abge- ordneten der Nationalsozialisten und Kommunisten umzulegen.

!*

Nationalsozialistische Anträge im Preußisch« Landtag.

Berlin, 1. Iuni. In einem national- sozialistischen Antrag wird die Staatsregie­rung ersucht, die deutsche Vorgeschichte als Pflichtschulfach in den Volksschulen und höhe­ren Schulen einzuführen. Ein weiterer An­trag fordert die Beseitigung der weltliche» Schulen in Preußen.

Forderungen der N.S.D.A.P.

fk. M L n ch e n, 2. Juni. Die national­sozialistische Parteikorrespondenz teilt mit: Allen bisherigen Meldungen über den Inhalt der Unterredung unseres Führers Adolf Hitler mit dem Herrn Reichs­präsidenten, die angeblich von na­tionalsozialistischer Seite stammen sollen, steht die NSDAP, fern. Ihre grundsätz­liche Auffaßung über die Lage nach dem Sturz des Kabinetts Brüning ist bekannt­lich in der nationalsozialistischen Korre­spondenz dahingehend zum Aurchruck ge­bracht worden, datz ein Kabinett des be­sonderen Vertrauens vorerst die Aufgabe zu lösen habe, den Reichstag nach Haus« zu schicken, Neuwahlen auszuschreiben, die Organisations-Propa­ganda und Demonstrationsfreiheit für die bisher so matzlos unterirrückte National­sozialistische Bewegung wieder lherzustellen. DerAngriff" zu Papens Kabmettsbildung.

DerA n g r i f f schreibt zu den Plänen, ein Kabinett unter Führung des Herrn von Papen zu bilden:

Trotz seiner antimarristischen Abstempelung trägt das Kabinett den Charakter eines Hebergang es sichtbarlich an sich. Bei seiner Bildung mußte rasch gehandelt werden, einmal, weil ja das Reich nicht ohne amt­liche Vertiefung den noch in diesem Monat fälligen Ereignißen der Lausanner Konferenz entgegengeben konnte, und zum Zweiten, weil der Reichsetat, der noch vollkommen in der Luft hängt, bearbeitet und bereinigt werden muß. Diese Aufgaben wird das neue Ka­binett vor allem zu lösen haben. Trift es dem Reichstage gegenüber, um sich ein Ver­trauensvotum zu holen, so ist es von der Einstellung und Haltung der NSDAP, ab­hängig. Es wird sich zeigen, ob das Ka­binett sich dessen im Sinne der gestern hier wiedergegebenen rnttiomrssozialsitischen Min- Mtforbenrngen bewußt ist.

Die Weltwirtschastskonferenz

Timeis" zufolge hatte Sir John Simon gestern Besprechungen mit dem französischen und italienischen Bosschaffer: er erörterte mit ihnen die Mögllchkekt der Ab­haltung einer Weltwirtschaftskon­ferenz urtb versicherte ihnen, daß die Dinge noch uricht soweit gediehen seien, wie eine am Dienstag in Washington veröffent­lichte Mitteilung anzudeuten scheine. Es sei zwar Ke Möglichkeit der Teilnahme Amerikas an einer solchen Konferenz be­sprochen^ worden, aber formelle Einladungen seien nicht ergangen: auch die Absendung werde schwerlich erfolgen, bevor feststeht, ob alle Großmächte eine solche Kmfferenz für wünschenswert hallen. Zunächst sei es not- wendig gewesen, die Ansicht der Peremügten Staaten festzustellen, aber es werde keine Ein­ladung ergeben, bevor man mit anderen Mächten Fühlung genommen habe.

Savas über die geplante Weltmirtschafts- konferenz.

0n einer Befrachtung über Sen Be­schluß der Vereinigten Staaten, an einer Wirfschaffskonferenz jur Stabilisierung der internationalen Warenpreise teilzunehmen, erklärt, der Washingtoner Havas-Dertre- ter, dieser Beschluß stehe scheinbar im Widersprach zu der MchteimnischungS-

politik, wie sie verschteVeirklsth von der amerikanischen Regierung proklamiert wor­den sei. Der Gedanke einer derartige« Konferenz sei jedoch z. B. bereits in dem demokratischen Zollfarifplan enthalten ge- toefen. Die Einberufung einer Konferenz fei jedenfalls von der einflußreiche» Gruppe unter Führung des Senators Bo- r a h, der mit gewissen englischen und fran­zösischen Gruppen Verhandlungen gehabt habe, gefordert worden. Aus mnerpoliti- fchen Gründen hätten zunächst die Ver- einigten Staaten keinen Wett darauf ge­legt, die Znitiative zu ergreifen, obwohl der dem Projett anfangs völlig abgeneigte Präsident Hoover seine Ansicht ge­ländert habe. Infolgedessen habe das Staatsdepartement erklärt, daß es an einer derartigen Konferenz tellnehmen werde, aber nur, wenn noch andere Mächte hinzw- gezogen würden. Zn Washington neige man ebenso dazu, zunächst einmal den Engländern die Initiative zu überlassen. Ein Zeitpuntt für die Einberufung der Londoner Konferenz, an der, wie die ame­rikanische Regierung hoffe, auch Frankreich toti> England feilnehmen würden, sei noch nicht festgesetzt.

Verlängerung

des Reichsbanüredits?

Berlin, 1. Juni. Die heutigeB. Z" will wissen, daß man in hiesigen Bankkresien den Stand der Verhandlungen zwischen Reichsbank und Bank von Frankreich über Verlängerung des von den internationalen Notenbanken gewährten 90 Mrllionen-Dollar- Kredites nicht ungünstig beurteilt. Das Blatt schreibt: Es scheint, als ob die Bank von Frankreich die Vorschläge der Reichsbank an­nehmen wird. Diese gehen dahin, daß der Kredit um 3 Monate, bis zum 4. September, unter der Bedingung einer Rückzahlung ver­längert wird, die der jeweiligen Devisenlage der Rerchshank entspricht. Nur wenn die Reichsbank größere Devisenüberschüsse zu oer zeichnen hat, soll eine weitere Abdeckung des Kredits erfolgen.

Damit werden die Forderungen der Iran, zosen auf Rückzahlung prinzipiell erfüllt, ohne daß die geschwächten Devisenbestände der Reichslmnk weiter angegriffen werden. Auch über die Frage einer Ermäßigung des Zins­satzes für den Kredit glaubt man zu einer den deutschen Wünschen gerecht werdenden Eini­gung zu kommen.

Sleue Unruhen in Hamborn.

Duisburg-Hamborn, 2. Juni, 5m Stadtteil Marxist» machten beute nachmittag gröftere Ansammlungen ein Einschreiten der Polrzei erforderlich. Um das Vordringen der Beamten zu verhindern, Mitten die Demon­stranten mehrere große Mülltonnen auf die Straße gestellt, mit Steinwürfen undNicdei"- Rnfen wurden die Beamten empfangen, die aber durch ihr energisches Einschreiten die Ruhe wieder herstellen konnten. In den spä­ten Abendstunden kam es zu neuen Ausschrei­tungen. Mehrere Schaufensterscheiben eines Lebensmittelgeschäfts wurden eingcworfcn. Die Polizei säuberte mit dem Gummiknüppel die Straßen und nahm drei Personen fest. Ein schwerer Zusammenstoß ereignete sich in der Arbeiterkolonie im sog. Eoetheviertel in Obermarxlow. Die Menge warf tn einem Lebensmittelgeschäft die Schaufenster ein und plünderte die Warenbestände. Als die Polizei einschritt, wurde sie mit Steinen beworfen und auch beschossen, worauf die Beamten das Feuer erwiderten. Ob es Verletzte gegeben hat. steht bis zur Stunde noch nicht fest.