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Vie .Oberhessisch« Settanfl' «- scheint sechEl wbcherrtkich. Be- .»g^prelS monotL L Marbnrg 2.02 ®SR. ««schl. ZnsteldmgSgebühr, tei tntfttn Agenturen 1,93 SW. lUiigL Zustestellm>g«g-bühr, durch He Post 2.25 ®92Z. SU «0»« durch Streik, Maschinendefekt obe* elementar« Ereignisse «tffoDo* giummern toird kein Ersatz gt* ietstet. Verlag, Dr. §. Kitze««-. Druch der Univ-Duchdrnrkerei e^h. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: R r. 54 »nd Str. 56. Postscheckkonto: Amt Frankfurt ».W. Sir. 5015. Sprechet »er Redaktion do« W—M M»
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Anzeiger für (bas frühere knrhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtliche« Bekatt«tmach«ngen für Stadt und Kreis Marb«rq.
Kabinett Brüning zurückgetreten
Absolute Mehrheit für die R.S.D.A.P. in Oldenburg - Sie erhält 24 von 46 Sitzen
Fort mit dem SA-Verbot!
Gesamtdemission
des
Meldung durch die Mständigen Stellen Reichsgerichts liegt noch nicht vor.
Blättermeldnngea zufolge soll bei der Leitung der NSDAP eine Mitt«,lang des Reichsgerichts eingegange« sein, das» da» Gericht es abgelehnt hab«, ei« ans das vom preußischen Innenminister dem Reichsgericht zugelcitete Material fich gründendes Perfahre» wegen Landesverrats anznftrengen. Eine Bestätigung dieser
Es liegt das amtliche Endergebnis der i Landtagswahl im Freistaat Oldenburg vor. Zahl der Wahlberechtigten 362 ÖOÖ, abgegebene Stimmen 274 022, davon ungültig 2205. Es erhielten:
Deutschnationale 15 629 (12 653) Stimmen, 2 (2) Mandate;
Sozialdemokraten 50 987 (54 893) Stimmen, 9 (11) Mandate;
Soz. Arbeiter-Partei 1464 (—) Stimmen, Ö (—) Mandate;
Kommunisten 15 590 (18 942) Stimmen, 2 (3) Mandate;
Nationale Vereinigung (früher Deutsche Polkspartei) 2308 (15 012 Stimmen. — (2) Mandate;
Deutsche Staatspartei 6213 (8515) Stimmen, 1 (1) Mandat;
Oldenburgisches Landvolk 5987 (5404) Stimmen, 1 (1) Mandat;
Nationalsozialisten 131525 (97 802)
Stimmen, 24 (19) Mandate;
Oldenb. Zentrumsp. 42114 (46 252) Stimmen, 7 (9) Mandate.
Nnch ohne die Deatschaationalea, beten Besitzstand von 12 653 (4£%) auf 15 629 (5,7%) Stimmen ««gewachsen ist, verfüge« die Nationalsozialisten h» neue« Landtag mit 24 Mandaten von insgesamt 46 über die absolute Mehrheit.
Die Oldenburger Landtagswahl wurde am Sonntag um 17 Uhr abgeschlagen. Am Nachmittag setzte ein starker Gewitterregen em, der fast den ganzen Nachmittag andauerte und die Wahlbeteiligung erheblich beeinflußte. Zu Zwischenfällen ist es bis auf einen Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten in Cloppenburg, bei dem me^ rere Kommunisten verletzt wurden, sonst nirgends gekommen.
Der neugewählte oldenburgisch« Landtag umfaßt 46 Mandate gegenüber 48 des alten Landtages. Diese Verschiebung trotz stärkerer Wahlbeteilgiung erklärt fich aus den besonderen Bestimmungen des olden- burgischen Wahlgesetzes, wonach der Landtag nicht mehr als 48 Mandate umfassen darf. Auf der anderen Seite werden di« Mandate durch einen gleitenden Quotienten errechnet, der aber stets auf volle hundert aufgerundet sein muß. Aus dieser Tatsache kann sich dann, wie in dem vorliegenden Fall, bei starken Reststimmen einzelner Parteien ergeben, dcch das Lan-
Wuppertal. 29. Mai. In Elberfeld kam es in der vergangenen Nach, mehrfach zu Ausschreitungen. Ein Polizerdeamter wurde durch einen M e s s e r st i ch verletzt. Die Demonstranten zertrümmerten Straßenlaternen und Schaufensterscheiben und risien das Pflaster auf. Es wurden von den Demonstranten Plakate angeschlagen, durch die die Polizei aufgefordert wurde, fich mit den Demonstranten solidarisch zu erklären.
, desparlament nicht die volle Mandatszahl 1 umfaßt, auch wenn die Wahlbeteiligung ' relativ stark ist.
An der stärkeren Wahlbeteiligung sind im wesentlichen die Nationalsozialisten beteiligt, die an Stimmen mehr errungen haben als Hitler bei dem ersten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl. Die Deutschnattonalen haben immerhin einen Gewinn von 25 Prozent zu verzeichnen, während die Verluste der Sozialdemokraten wesentlich stärker find als di« kleine Stimmziffer der SAP.
Zum ersten Male ist das Zentrum als ausschlaggebendem Faktor nicht nur vollkommen ausgeschaltet worden, sondern es hat auch einen bemerkenswerten Stimmenverlust erlitten, der sich im Verlust von 2 Mandaten ausdrückt. Die Deutschnationalen haben gegenüber dem ersten Wahlgang bei der Reichs- präfidentenwahl (27 389) stark verloren, gegenüber der Landtagswahl von 1931 dagegen 3000 Stimmen gewonnen. Die stärksten Verluste hat die „Nationale Vereinigung", früher Deutsche Dolkspartei und Wirtschaftspattei, erlitten. Sie ist von 15 012 Stimmen auf 2308 zurückgegangen und hat kein einziges Mandat errungen. Es ist bemerkenswert, daß die „Frankfurter Nachrichten", die bisher solche Einigungsparteien am stärksten befürwortet haben, plötzlich von diesen „Zweckabmachungen" ab- rücken, da sie stets „zum Debakel" führten. Gestern, am Sonntag, bringt diese Zeitung noch einen Eigenbericht unter der zweispaltigen lleberschrist „Die bürgerliche Sammlung in Hesien geglückt", wozu im Leitartikel ausdrücklich vermerkt wird, daß in Hessen „ein erfreulicher Anfang gemacht" sei. „Hessen sei ihm und uns Vorbild und Beispiel." Heute schreibt I derselbe Leitartikler wörtlich: „Wir find, wie unsere Leser wissen, auf Grund unserer Erfahrungen Gegner des Zusammen- schlusies einzelner Parteien zu Wahl- zwecken."
Wir find auf Grund unserer Erfahrungen der Ueberzeugung, daß mit solchen Methoden der Journalistik das Bürgertum niemals gerettet werden kann. Mit solcher Meinungs- und Erfahrungsakrobatik wird genau das Gegenteil erreicht, nämlich die letzte Grundlage einer bürgerlichen Sammlung für die Aufgaben einer ferneren Zukunft restlos zerschlagen Diese Grundlage aber hecht Klarheit Sachlichkeit, Ehrlichkeit!
Eine deutliche Sprache
Wird man sie in Berlin verstehen?
Der Reichspräfident vo« Hindenburg traf am Sonntag nm 7 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zuge auf dem Bahnhof Friedrichstraße wieder in Berlin ein. Er begab fich sofort in das Reichspräsidentenpalais. Um 11 Uhr empfing et den Reichskanzler zu einer Aussprache über die gesamtpolitische Lage. Die Aussprache fand uuter vier Augen statt. Sie wird am Montag »m 12 Uhr fortgesetzt werden. Hebet das Etgebnis bet Besprechung wurde nichts bekannt gegeben.
lieber die Unterredung zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler wurde gestern lediglich folgende amtliche Mitteilung veröffentlicht: „Reichspräsident von Hindenburg empfing heute Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag über die gesamte politische Lage. Der Vortrag wird morgen 12 Uhr fortgesetzt werden."
Obgleich von amtlicher Stelle über den Inhalt der Unterredung zwischen Reichskanzler. Dr. Brüning und dem Reichspräsidenten von Hindenburg Stillschweigen bewahrt wird, beurteilt man, wie die Telegraphen-Union erfährt, in gut unterrichteten Berliner Kreisen das Ergebnis der Aussprache pessimistisch. Die Tatsache, daß die Aussprache nur von kurzer Dauer war und abgebrochen worden ist, gibt zu der Annahme Anlaß, daß die Mer- nungsverschiedenheiten zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler sehr erheblich find. Die Frist bis zum Montag dürste daher gewünscht worden sein, um weitere Ueber- legungen anzustellen. Es scheint jedoch sehr zweifelhaft, ob sich die Gegensätze zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler überbrücken lassen. 2n gutunterrichteten Kreisen hält man es daher für wahrscheinlich, daß der Reichskanzler am Montag seinen Rücktritt einreichen wird.
Entgegen der obigen Ansicht werden in Kreisen, die dem Kanzler nahestehen, diese Mitteilungen bestritten. Es wird vielmehr betont, ^aß durchaus die Hoffnung bestünde, daß die Gegensätze zwischen dem Kanzler und dem Reichspräsidenten auszuräumen seien und der Ansicht Ausdruck gegeben, daß es zu keinem Rücktritt des Kanzlers kommen werde.
Uebrigens sind heute sogar die linksstehenden Montagsblätter, wie die „Wett am Montag" und „Die neue Montagszeitung", der Ansicht, daß man mit einer Gesamtdemission der Reichsregierung schon Tür Montag wird rechnen müssen, wenn unter Umständen auch Brüning selbst .''leibt, um die Umbildung des Kabinetts zu erleichtern. Es wird aber auch wieder einmal der Name E e ß l e r genannt als Kandidat für die Nachfolge Brünings.
Um 12.45 Uhr erhalten wir folgende Mtt- dung des Conti-Büros:
ff. Berlin, 30. Mai. Wie wir erfah- om, hat Herr Reichskanzler De. Brüning dem Herr« Reichspräsidenten bei der heute mittag angesetzten Besprechung die Gesamtdemission des Reichs» kabinetts überbracht. Der Herr Reichspräsident hat di« Demission angenommen.
Der „Nationalsozialistische Zeltungsdienfl meldet: Für das Verbot der SA und der SS der NSDAP sollte bekanntlich das auf Veranlassung des Innenministers Severing tn Preußen durch polizeiliche Beschlagnahmen herbeigeschaffte Urkundenmaterial eine große Rolle spielen, weil man glaubte, hieraus den Vorwurf des Landesverrats gegen diese Organisationen herleiten zu können. In der letzten Reichstagssitzung hielt es der damalige Reichswehrmmister E r o e n e r sogar für angebracht, aus diesem Material einen den an« geblichen Landesverrat dartun sollenden Ee- heimbefehl vor Abschluß eines Untersuchungsverfahrens mitzuteilen, um das Verbot der SA und SS schließlich hiermir noch zu recht, fertigen. Rechtsanw. Dr. Luetgebrune, der mit der Wahrnehmung der Rechte der aufgelösten Organisationen der NSDAP be^ auftragt ist. hatte mit dem ehemaligen Leiter der SA, Oberstleutnant Röhm, und den Führern Himmler und K r ü g c r der Reichsanwaltschaft, an die die beschlagnahmten Schriftstücke zur Prüfung des Vorwurfs des Landesverrats abgegeben waren, erklärt, daß allen Stellen der Partei, in erster Linie dem Führer Adolf Hitler selbst, alles daran gelegen sei, so schnell und so eingehend wie mög, lich darzutun, daß der ungeheuerliche Vorwurf des Landesverrats lediglich der Phantasie politischer Gegner entstamme und hatte bereitwilligste Mithilfe zur objektiven Aufklärung des Sachverhalts zur Verfügung gestellr. Nach genauester Prüfung aller behaupteten Belastungen durch die Reichsanwaltschaft hat sich, wie wir aus zuverlässiger Quelle er« fahren, die völlige Haltlosigkeit des erhobenen Vorwurfs ergeben. Der Oberreichsanwalt hat erklärt, daß der Verdacht des Landesverrats gegen irgendeine Stelle der NSDAP nicht stichhaltig sei und fich aus keinem der vorge« legten Schriftstücke herleiten lasse. Das Verfahren wegen Landesverrats ist deshalb schon jetzt eingestellt und hiervon die politische Polizei in Preußen in Kenntnis gesetzt.
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Je länger je mehr erweisen sich die Begleitumstände, die das seinerzeit erfolgte Verbot der SA. rechtfertigen sollten, als eine Anhäufung von schlechtem Propa- gondamatenal, das dazu bestimmt war, den Wahlkampf der Weimarer Patteien in Preußen zu erleichtern. Man erinnert sich, mit welchem Brimborium die Linksblötter damals aufwatteten, wie emsig alle Kleinigkeiten zusammengetragen wurden und wie geheimnisvoll die preußische Regierung mit dem angeblich bei den Haussuchungen bei den Rottonalsozialisten in Berlin und im Reich aufgefundenen Material tat, um der Oeffentlichkeit vorzutäuschen, als handele es sich um eine Angelegenheit von ganz großem Ausmaß, die der ganzen Bewegung den Gar« aus machen könne. Schon damals tauchte der Verdacht auf, daß es sich mindestens um eine Mischung von Dichtung und Wahrheit handeln müsse, bei der der Teil des Wahrheitsgehalts erst durch den Ober- reichsonwalt noch festzustellen sein werde. Obwohl die Rattonalsozialisten beim Reichsgericht Beschwerde einlegten und obwohl auch der preußische Jnnennumster das gesamte „Material", das angeblich so ungeheuer belastend sein sollte, nach Leipzig weiterleitete, fuhr die Presse der LmkS- patteien fort, erdichtete 'Begleitumstände wiederzugeben, — weil man eben Pro- pagandamatettal für die bevorstehenden Landtagswahlen in Preußen brauchte.
And nun ist das schön aufgebaute Lan- desverratsgebäuöe in sich zusammengebrochen. Der Oberreichsanwalt hat erklärt, daß nach einer genauen Sichtung und Prüfung des ihm zugeleiteten Materials sich die völlige Haltlosigkeit des erhobenen Vorwurfs ergebe. Der Verdacht