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Andauernde Kommunistenkrawalle

Anzeiger für sdas frühere kurhessische) Overhefsen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Blutige Zusammenstöße im Industriegebiet - Tätliche Angriffe auf die Polizei - Mehrere Tote und Schwerverletzte

Einzelbeite«

folgende vor:

Katastrophale Lage der Sozialversicherung

wurden aus der Menge Schüsse abge­geben, die die Beamten erwiderten. Nach den bisherigen Feststellungen wurde niemand verletzt.

Remscheid, 27. Mai. Seit gestern nachmittag ist die Stadt Schauplatz kom­munistischer Tumulte gewesen. Nachmit­tags hatten sich größere Gruppen von Kommunisten auf dem Marktplatz ange­sammelt und mutzten vom llebersallkom- mando zerstreut werden. Bier Personen wurden wegen Widerstandes festgenom­men. Am späten Nachmittag und in den Abendstunden kam es auf dem Marktplatz und den anliegenden Stratzen erneut zu

Mutige Schlägerei in Recklinghausen.

Recklinghausen. 27. Mai. Bei einer wilden Schlägerei wurden fünf Personen durch Lungen, und B auch ft ich e lebensgefährlich verletzt. Erwerbslosenausschreitungen in Remscheid

Remscheid, 28. Mai. Freitag abend kam es in dem Remscheider Stadtteil Laspert zu kommunistischen Zusammen­rottungen. Es bildeten sich Sprechchore, die unter den Rufen:Hunger, Arbeit, Brot!" mehrere Schaufenster ein­war s e n. Auf die Polizeibeamten, die gegen die Demonstranten vorgingen,

wenden.

In der Krankenversicherung semi die Einnahmen, di« 1929 noch 2,3 Mil­liarden betragen hätten auf 1,6 Milliarden im Jahre 1931 zurückgegangen. Zwar habe die Arbeitslosigkeit auch eine Verringerung der Versicheningsfälle verursacht, doch bereite die Notwendigkeit, einen Ausgleich zwischm Beitragseinnahmen und -Ausgaben zu schaf­fen, den Krankenkassen auherordent- liche Schwierigkeiten. Es müsse aber festgestellt werden, dah die Kassen alles ge­tan hätten, um die Versicherten vor neuen Beitragserhöhungen zu bewahren.

Die Behebung der Schwierigkeiten bei den Versicherungsbettägen sei auherordentlich schwer, liebet alles formale Recht hmaus hätten die Versicherten ein Notstandsrecht, auskömmliche Leistungen zu erhalten: auf der anderen Seite hätten aber auch die Ver­sicherungsanstalten das Notstandsrecht, in ihrem Bestände erhalten zu bleiben. Dar­aus ergebe sich die Frage, wie ein Aus­gleich zwischen der Notwendig­keit ein er Erhaltung der Versiche­rung und dem B edürfnis der Ver­sicherten geschaffen werden könne. Vm, der Reichsregierung seien m dieser Hinsicht noch keine Beschlüsse gefotzt worden. Weder das Reichsarbeitsministerium noch das Rcrchs- kabinett hätten irgendwelche Entscheidungen getroffen.

Schwere Ausschreitungen Kölner Kommunisten.

Köln. 27. Mai. 3a verschiedenen Stadtteilen versuchten heute abend kom­munistische Elemente. Demonstrattonszüge zu bilden. 3m Stavtteil Ehrenfeld und in Köln-Kalk kam es zu schweren Zusam- menstötzen mit der Polizei. Drei Per­sonen wurden durch Schüsse verletzt. 3n den spätere« Abendstunden kam es wieder zu Ansammlungen, bei denen zahlreiche Schaufensterscheiben zertrLm- wurden.

Ein Toter in Wuppertal.

Wuppertal. 28. Mai. Bei den schweren Schietzereien am Freitag abend wurde ein Dachdecker, der der Auffor­derung der Polizei, das Fenster zu schlie- tzen. nicht nachkam. durch einen Kopfschutz getötet. Um die Polizeitransporte zu gefährden, waren an verschiedenen Stellen die Stratzen aufgerissen und die Kanaldeckel auf di« Fahrbahn ge­schleudert worden. Auch wurden mehrere Easlaternen zertrümmert. Die Polizei nahm über 100 Unruhestifter fest.

Schwere Schietzerei in Wuppertal.

Wuppertal, 28. Mai. Zwischen Kommunisten und der Polizei kam es in Barmen zu schweren Schietzereien am Freitag abend.gegen 22.30 Uhr. Patrouil­lierende Beamte wurden aus Fenstern mit Karabinern und anscheinend auch Maschinenpistolen beschossen. Die Polizei erwiderte das Feuer und zog Ver­stärkungen heran. Dabei wurden etwa 50 Schüsse gewechselt. Die Polizei ist damit beschäftigt, in den Häusern, aus denen ge­schossen wurde, nach den Schützen zu fahn­den. Nach den bisherigen Feststellungen ist von den Beamten niemand verletzt worden.

Die Tumulte, die schon vorgestern abend begonnen hatten und gestern seit mittag neu aufflammten, hahen auch in den gestrigen Abendstunden Unruhe in die Stadt getragen. Gegen 20.30 Uhr sam­melten sich gröhere Massen auf der Pa- radestratze an, die gegen die Polizeibeam­ten mit. Steinwürfen vorgingen. Parade- stratze und Rommelspuet wurden mit dem Gummiknüppel gesäubert. Gegen 21.30 Uhr mutzte infolge der zunehmenden An­sammlungen der Rommelspuet und die Nebenftratzen erneut gesäubert werden. Eine Anzahl Personen wurden festgenom­men und nach Feststellung ihrer Persona­lien entlassen.

Auch kn den Stadtteilen Barmen und Heckinghausen kam es im Laufe des Nach­mittags mehrfach zu grötzeren Ansamm­lungen, die teilweise unter Anwendung des Gummiknüppels zerstreut wurden. Bei der Räumung der Hochstraße^ gaben die Polizeibeamten drei Schreckschüsse ab, da Re mit Blumentöpfen beworfen worden waren. Gegen 22.45 Uhr wurde die Po­lizei auf der Hochstratze wiederum mit Flaschen beworfen. Die Beamten mach­ten von der Schutzwaffe Gebrauch unb gaben fieben Schreckschüsse ab. Auch hier wurden mehrere Personen, die an den Ausschreitungen beteiligt waren,. festge­nommen und dem Polizeigesängnis zuge- fibtt

Ansammlungen von Demonstranten, gegen die mehrfach mit dem Gummiknüppel vor­gegangen werden mutzte. 13 Beteiligte wurden festgenommen. Kurz nach 22 Uhr wurde ein Ueberfallkommando nach der Honsberger Sttahe gerufen, wo sich kommunistische Sprechchöre gebildet hatten. Beim Erscheinen wurden die Beamten mit etwa acht bis zehn Pistolen­schüsse empfangen. Ein Beamter erhielt einen Steckschutz in die Hanb^ Die Poli­zei erwiderte das Feuer. Ob dabei je* mand verletzt wurde, konnte noch mcht festgestellt werden. Als die Polizei, das Gelände absuchte, wurden noch einige Schüsse aus dem Tal zwischen Honsberg und Kremenholl auf, sie abgegeben, ver­letzt wurde jedoch niemand mehr. Die Täter konnten nicht ermittelt werden.

(Ku Todesopfer in Gladbach-Rheydt. Gladbach-Rheydt, 27. Mai. Einer der bei den Zufammenstötzen Mit Natio­nalsozialisten verwundeten Kommunisten ist seinen Verletzungen erlegen.

ReNorlich«- kommunistisch« AusschreittuzgeL in Düsieldorf.

Düsseldorf, 28. Mai. Im Stadt­teil Bilk kam es in den späten Abend­stunden des Freitags zu grötzeren An­sammlungen der Kommunisten. D,e Po­lizei die Eingriff, um die Ansammlungen zu zerstreuen wurde mit Blumentöpfen beworfen. Sie machte bestochen vom Gummiknüppel unb von bei Schuhwaffe Gebrauch. Die Menge zerstreute sich barauf. Wie später festgestellt würbe, find auch wieber einige Fensterscheiben einge­schlagen worben. Die Polizei nahm meh­rere Verhaftungen vor.

80 Verletzte, ein Toter in Hötting.

Wien, 28. Mai. Nach einer Blättern Meldung an- 3ansbruck find bei den 3®* sammenstöhen in HStting, wie em Mitternacht bekannt wurde, gegen 8 0 Verletzte, darnnter sechs Schwerver- letzte zu verzeichnen. Eia SA--Maaa ist seine« Lerletzungea er-, legen, ei« anderer schwebt i« Lebensgefahr.

Auch in Linz versuchten Freitag abeud Sozialdemokraten eine nattoualsozialistisch« Versammlung ja sprenge«. Es ka« da. bei ja schweren Zusammenstöheu, bei denen 20 Rationalsojialistea erheblich verletzt and ins Kranken- haus gebracht wurben.

Ausschreitungen Erwerbsloser in Stettin.

Stettin, 27. Mai. Erwerbslose bis anscheinenb unter kommunistischer Füh­rung stauben, zertrümmetten heute mittag bie Schaufensterscheiben einiger Lebens­mittelgeschäfte in bei Papensttahe unb entoenbeten Lebensmittel aus den Aus­lagen. Die Polizei nahm einen dei Tätet fest.

Kommunistische Ausschreitungen in Magdeburg.

Magdeburg, 27. Mai. Hier be- lästigten in der vergangenen Nacht kom­munistische Trupps Vorübergehende: Aus zwei Personen, bie durch Abzeichen als Nationalsozialisten kenntlich waren, stachen mehrere Kommunisten mit Mesiern ein. Die beiden Nationalsozialisten wurden leicht verletzt. Die Täter entkamen. Po­lizei stellte die Ordnung wieder her. Da­bei wurde ein Beamter leicht verletzt.

In der Invalidenversicherung be­trägt das monatliche Aufkommen an Bei­trägen nur noch 54. Millionen RM. gegen­über 70 Millionen im Jahre 1931, 80 Mil­lionen im Jahre 1930 und 90 Millionen im Jahre 1929. Dabei können die Em- nahmen von 54 Millionen im Monat Aprrl kaum als Jahresdurchschnitt für 1932 ange­sehen werden. Di« Ausgabeverpflichtungen für Heilverfahren usw. blieben etwa dre gleichen und die Ausgaben für Renten stregen sogar um etwa 70 Millionen im Jahre. Zur Zeit ergibt sich

m jedem Monat em Fehlbetrag von 28 Millionen Reichsmark.

Bisher sei die Invalidenversicherung ihren Verpflichtungen trotzdem dadurch nachge­kommen, dah sie zur Deckung des Fehlbetrages ihre Vermögens­werte herangezogen habe. Es |ci auch unbedingt damit zu rechnen, bah dre Renten am 1. Juni unverkürzt ausgezahlt würden.

In der Knappschaftsversicherung habe im Jahre 1919 ein Iproz. Beitrag aus der Lohnsumme 15 Millionen Mark er­bracht, heute dagegen seien es nur noch 6 Millionen. Die Gründe lagen zu Dreiviettel im Abbau der Belegschaft, m übrigen in der Senkung der Löhne.

Die Zahl der Bergleute m Deutschland habe 1925 noch 730 000 betragen und sei jetzt auf 430 000 zurückgrgangen, davon allein im Ruhrgebiet von 400 000 auf 190000. Die heutigen Schwierigkeiten der

Berlin, 27. Mai. Der Reichstch«E' aus schuh für s o z.iale Jing el.eg.en- beiten trat am Freitag unter Domtz des Abgeordneten Dreher (Nat.-Soz.) zu einer zahlreich besuchten Sitzung zusammen, Zu­nächst berichtete namens der Reichsregierung Ministerialdirettor ©riefer vom Reichs- arbeitsministerium über die Lage der «ozml- versicherung. Der Bericht ergab, dah

die Mindereinnahmen der Sozialver- verfichenmg katastrophal

find, so dah die Regierung nicht mehr im­stande ist, die laufenden Ausgaben unb auch keine Abzahlungen an die Post zu decken. Die Regierung hat die FNssighaltung. der Kassen nur durch Verkauf von Wettpapieren aufrecht erhalten können. Der Ausschuh sollte nunmehr der Regierung ohne Unter­lagen Wege aus den Schwierig­keiten weisen, lehnte auf Antrag des deutschnationalen Abgeordneten T t mm aber dieses Ansinnen ab. Er beschloh, sich auf unbestimmte Zeit zu vertagen, und den Zert- puntt der Wiedereinberufung dem Vorsitzen­den zu überlassen.

Ministerialdirettor ©rieser trug u .0.

i Knappschattspersicherung seien lediglich durch den s ch n ellell A b st u r z d er L ö hn e ver­ursacht worden, den niemand habe voraus- sehen können. Andererseits seien die Renten in die Höhe gegangen. Heute muhten drei Bergleute aus ihren Beiträgen zwei Inva­liden ernähren. Der Zuschuh des Reiches übersteige die Beitragseinnahmen. Satten diese etwa 60 Millionen betragen, so habe bas Reich im letzten Jahre 70 Mülionenan Zuschüssen gegeben. Selbst wenn das Reich in diesem Jahre wieder einen ZuHmtz.von 70 Millionen gebe, bleibe für 1932 im­mer noch ein Fehlbetrag von 44 M i l l i o n e n, für den Deckungsmoglichkeiten gesucht werden mühten, wobei ober von vorn­herein irgend eine Beitragserhöhung ganz ausgeschlossen sei.

Die An g e st el-kt env«r s icherun gver­zeichne einen monatlichen Rückgang an -Beu tragseinnahmen von-5 Millionen Mark. Da­gegen stiegen die Pensionen nach Zahl rmo Wett auch in dieser Versicherung ständig. Auherordentliche Schwierigkeiten bestünden auch in der Unfallversicherung. Manche Berufsgenossenschatten befänden sich in einer trostlosen Lage, zum Beispiel die des Baugewerbes, wo 85 v. H. der Arbeiter erwerbslos feien. Von der durch die Not­verordnung geschaffenen Ermächtigung, <me folidarifche Haftung der Berufsgenoffen,chat­ten anzuordnen, habe die Reichsregierung bis­her keinen Gebrauch gemacht. Diese Ermächti­gung lasse sich nur mit grober Vorsicht an-