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üledkffWe Jttttms. Mar»«« c L, Doemersta«. bat 12. Mai 1932

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der Beklagte Wurbs.

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Der Reichskommiffar für die Osthilfe Minister Schlange

TD. vnd 66. militärShNIiche Ovganffakro- nen gehabt habe, daß staatliche Organe durch die RSDAP. beobachtet worden

Äiel, 11. Mai. In dem Prozeß Adolf Hitler gegen den Schriftleiter Wurbs von der sozialdemokratischen »Schleswigholstei- ner Volkszeitung" in Kiel fand am Heuti» gen Mittwoch vormittag der Verkündungs­termin vor dem Landgericht statt. Das Gericht bestüttgte die einstweilige Ver­fügung. durch welche dem Schriftsteller Wurbs verboten wird, zu wiederholen, Hit­ler habe den Bürgerkrieg vorbereitet, er habe Befehl gegeben, den Putsch vorzu- bereiten, die öffentlichen Gebäude zu be- setzen, Waffen und Lebensmittel zu re« quirieren und die Kassen nicht M vergessen.

In der Begründung wird die Gefahr einer Wiedecholung dieser Behaupt mg angesichts der fort bestehenden politischen Spannung für gegeben erachtet, umso mchr. als Wurbs auf dem Standpunkt stehe, seine Behauptungen seien wahr. Der Tatbestand der üblen Nachrede sei gegeben. Denn die Behauptungen seien geeignet, Hitler her- abMwürdigen und verächtlich zu machen. Wenn sich Hitler als revolutionär bezeich­net habe, so decke dies nicht die behaup­teten Tatsachen, die Hitler zurückweise.Das von Wurbs vorgebrachte Material sieht das Gericht als glaubwürdig an. Es werde dadurch bewiesen, daß die ÄSDAP. in der

Der Kieler Hitler-Prozeß

Die einstweilige Verfügung gegen Wurbs bestätigt

nistische vottloseu»ew<g»ng um verboten ist. »eil »an den Schein »ah«n wollt-, »eU man nicht magte, die ebenso gesehr. »che sarinldemotrntische Sottlosenbewe-

politischer Gegner beabsichtigt gewesen sei. Dies sei nicht glaubhaft widerlegt worden. Außerdem fei kein Strafverfahren gegen Hitler eingeleitet worden, wie es ge­schehen wäre, wenn begründeter Verdacht der Vorbereitung zum Bürgerkrieg be­stand. Eine förmliche Beleidigung Hitlers liege nicht vor. Der Schutz des § 193 stehe an sich Wurbs zu, zwar nicht in seiner Eigenschaft als politischer Redakteur einer Zeitung, aber weil er sich bei einer Macht­ergreifung durch Hitler persönlich bedroht fühlen könne. Angesichts der eidesstatt­lichen Versicherung Hitlers entfalle dies aber. Durch diese Und die vorgelegten eidesstattlichen Versicherungen der natio­nalsozialistischen Führer aus Kiel und München sei glaubhaft gemacht, daß

Sinnt" in die Höhe ritz. Zwei von ihnen stürzten tödlich ab. Der dritte hielt sich 300 Fuß unter dem Luft­schiff schwebend weiter fest, während die Akron" in 2000 Fuß Höhe manöverierte,

Hitler keine Putschbefehle gegeben habe; also müsse die einstweilige Verfügung auf­rechterhalten werden. Die Kosten

glaubhaft gemacht sei aber, daß Httler den Bürgerkrieg entfachen wollte. Hitler

behauptet, daß nur die Abwehr

seien und ein Eingreifen für den Wahl« svnntag vorbereitet worden sei.

benmfl der gesamten Bankinstitute. Wir müssen auch dafür sorgen, daß da Mittel­stand nicht nach erfolgter Umschuldung p» Grunde geht. Wir können auch mit der Siedlung im großen Maßstab beginnen, ich warne aber vor Illusionen und vor bet Schaffung eines Siedlertyps aus Prestigegründen, der schon nach wenigen Jah­ren lerne Berechtigung hat. Auf Zwischenrufe der Rechten geht der Kanzler auf das SA.- V er bot ein und erklärt: Das Verbot war gerechtfertigt. Ich habe lange Zeit mit mir darüber gerungen. Es wird gegenüber jedem Versuch, die Gtaatsautorität zu untergraben, eine feste Linie gegangen werden. Ich würde als verantwortungslos vor der Geschichte gelten müssen, wenn ich nicht endlich damit Schluß gemacht hätte. (Zuruf rechts: Reichsbanner!")

Die Situation in der Welt tarnt sich nur ändern, wenn Klarheit in der Reparation und in der Abrüstungsftage geschaffen wird und wenn die Welt von dem wahnsinnigen System der Zerstörung des internationalen Verkehrs und Handels wieder abgeht. Werden rechte Maßnahmen zur rechten Zeit durchgeführt, dann kann man allerdings zum ersten Male vielleicht von etwas wie Frieden seit dem Ende des Krieges überhaupt sprechen. Nicht mit Fanfarentonen, sondern mit ruhigen Worten habe ich das Notwendige gesagt und mir dadurch in der Welt vielleicht etwas er­worben, das ich für Deutschland einsetzen kann. Wenn Sie (zu den Nationalsozialisten) dran denken, in so kritischer Zeit die Macht zu erobern, so rate ich Ihnen dringend, in Ausdrücken, in Formeln und im Inhalt der Agitation sich rechtzeitig Beschränkungen auf­zuerlegen, denn die Hoffnungen, die Sie ge­weckt haben, können Eie nie erfüllen.

Dem größten politischen Fehler würbe ich begehen, wenn ich bei den letzten hundert

Metern die Ruhe verlöre.

(Lebh. Beifall bei den Regierungsparteien.)

ohne Folgen bleiben. Das vorliegende Ma­terial beweist einwandfrei, daß das Reichs­banner wehrfeindlich und inter­national gerichtet ist, daß es sich mili­tärisch für den Bürgerkrieg gerüstet hat, daß es bei jeder Gelegenheit den nationalen deutschen Namen bekämpft und die ftanzösischen und polnischen Femde verherr­licht. (Große Unruhe bei den Sozialdemo­kraten. Der Abg. Kleiner wird wegen unparlamentarischer Ausdrücke gegen die Linke zweimal Mr Ordnung gerufen und aus die Folgen eines dritten Ordnungsrufes auf­merksam gemacht.) Trotzdem stellt sich der Reichswehrmmister vor dieses Reichsbanner.

Mi wem will bet Reichswehrmmister der Gefahr im Osten trotzen, weim er die freiwilligen Soldaten zu Staatsbür­gern dritter Klasse degradiert und den Zusammenschluß der wehrfähigen Deut-

Wen uctpinDcn r

Nft der Heinen Reichswehr allein, ober gut mit dem Reichsbanner, mit den Kriegsdienst­verweigerern und den Pazifisten? (Erneute anhaltende Unruhe bei den Soziakdemv- kraten.)

Dieser Reichswehrmmister, dieses Kabinett ist eine nationale Gefahr, es muß fort, bes­ser heute <ds morgen. (Beifall und Hände­klatschen bei den Deutschnationalen.)

Abg. Dom sch (Lv.) nimmt die Minister Schlange und Schiele gegen die Vorwürfe der Wittschaftspartei in Schutz.

Abg. Dr. Siemsen (Sozialist.Arbeiterp.) erklärte, seine Freunde würden mit größerer Energie als die Sozialdemokraten und Kom­munisten die Arbeiterschaft zur außerparla­mentarischen Einheitsfront aufrufen.

Sinne sprach Abg. Rädel Kommunisten rufen am Schluß der Rede ihres Abgeordneten dreimal:Das Brüning-Kabinett nieder! nieder nieder!"

Die Londoner Presse zur Rede Strassers.

London, 11. Mai. Die Londoner Morgenblätter veröffentlichen an hervor­ragender Stelle die Ausführungen des nattonalsozialisttschen Abgeordneten Gre­gor Strasser im Reichstag über das Witt- schastsprogramm der NSDAP. DieTimes" betont, daß es sich teils um völlig neue Wege handelt, fügt aber hinzu, daß die wirtschaftlichen Maßnahmen Dr. Brünings bereits eine gewisse Annäherung an die nattonalsozialisttschen Bestrebungen ge­zeigt haben. Die Brüning-Regierung habe eine Reihe von Forderungen der NSDAP.

Degen und Landstürme gekämpft. Der An­fall ereignete sich bei dem dritten Versuch, das Schiff am Anker­mast festzumachen. Zwei Abteilungen von je 100 Seeleuten hielten die Halle­taue, aber dieAkron" begann wieder zu steigen, so daß die Hallemannfchaften mit in die Höhe gerissen wurden. Die meisten von ihnen ließen in geringer Höhe schon die Seile los und stürzten, ohne Schaden zu nehmen, ab. Drei Mann wurden je­doch von dem immer höher steigenden Luftschiff mitgeschleppt. Einer stürzte an­gesichts einer Zuschatuermenge von 5000 Personen aus einer Höhe von 60 Metern ab, gleich darauf folgte der zweite, der sich wiederholt in der Lust überschlug. Einer, der dritte Mann, hielt sich fest, während das Luftschiff wieder dem Ankermast zu- steuerte. Aber der Führer gab den Lan­dungsplan schnell wieder auf und ließ die Akron" abtreiben, um den Versuch zu machen, den dtttten Wann in Sicherheit za bringen. Das Publikum brach in stür­mische Ovationen aus, als es nach drei Stunden endlich gelang, den Wann wohl­behalten in die Gondel hineinzuziehen.

DieAkron" im Sturm

Zwei Personen tödlich verunglückt

ging ans die Beschwerden be» Vorredners ein. (Er wie, darauf hm. daß durch die Sicherungs­aktton erreicht werde, daß wahrscheinlich durch . ...__. _.

die Heranwachsende Ernte, di« hn Osthilfe- I ^n Sozialdemokraten..) Wir

gebiet ohne das Sicherungsverfahren in Frage müssen die Eelegen^tt benutzen, um die Frage

gestellt war, infolge teilweiser UeberflÜsfig- nach der Existenzberechtigung dieses Kab,.

werdens der Getreideeinfuhr eine nicht un- "etts erneut aufzuwerfen Leistungen liegen

erhebliche Ersparnis in Devisen eintretckn Nicht vor. Der Mißerfolg all feiner Maß­werde. 3n der llmschuldungsftage solle de- "Nen spricht gegen den Reichskanzler, und

stimmt werden, daß die Gläubige^chaft gehört darum muß er die Konse^u zietzem Die

und herauMogen und daß versucht werden I ®ortc.«te Dr. Brüning vor dem Verein der soll, nach Möglichkeit ein gütliches lleberein- Auswärtigen Presse sprach, hatte er m ®enf

kommen zu erzielen. Der Ciedlungsgedonke Abrüstungskonferenz dem französischen

werde zur Phrase, wenn nicht durch eine ver- I Minister . , ,

nünstige Ostwirtschast der Kredit geschaffen Dort hat er es aber nicht gewagt, das Kind

wird, mH dem man diesen Gedanken nt dir endlich berm richttaen Namen ju nennen. Der

Tat umsetzen kann. Wir reden hier vom Sie- entscheidende Punkt der ganzen Abrustungs- dein.'wahrend draußen hn Osten sich ein all- tza»- ist die Gleichberechtigung der Nationen, gemeines Entfiedeln vollzieht, weil die Scholle (Sehr richtig! rechts ) Wenn wir schon Mit- den Siedler und Bauern nicht mehr ernährt. &heb des Völkerbundes find, daun mußte die

Wtt stehen hier vor der historischen Entschei- Regierung die Eelegenert in Eens wahrneh-

dung, ob hn Osten eine 700jährige Geschichtef gefahrdrohende Situation

ihr Ende finden soll, oder ob man hier die E Osten Wuweisen und den Anspruch auf Möglichkeit schafft, fie fortzusetzen. I wirksamen Schutz der deutschen Ostgrenzen au-

I zmnelven.

Abg. Dr. Klei,er (Deutschmtt.) I Die deutsche Regtemg versäumt aber

^Abg. Herrmann (Wittschaftspartei) er- nm erneut eine Landung zu versuchen. S*»*« *6-

düngen dem Reichskanzler nicht in den Rücken wohlbehalten in bte Gondel htnerNM- faHen. Eine schwere Schädigung für Handel, ziehen. Die Landung derAkron- konnte Handwerk und Gewerbe bedeuteten dieSchutz- I

Maßnahmen für die Landwirtschaft im deut- ®e9enoen no<$ Nicht. erfolgen.

scheu Osten. Das Moratorium für die Hand- I

werkerforderungen an die AmdwtttschaftDaily Expreß" läßt sich heute aus hier* mülle^A»n>ii^r"rlstandes: I Neuhork den Hergang dieses Unglücks m S^ben* schnellstens Abhilfe geschaffen M«iSinzelhettenmelden. In ihE Be­richt heißt es, das Luftschiff Hütte bei sei­nem Fkug quer über den amettkanischen Kvnttnent hinweg erfolgreich gegen Wind,

Rach der Rede Brünings erfiärte Abge­ordneter Herrmann, daß die Wirtschafts- Partei das Mißtrauensvotum gegen bie Regierung ablehnen werde. Vor einer weiteren Arbeitszeitverkürzung müsse ge- nEtwerden, weil fie die Arbeitslofigkett I Kampkarney (Kalifornien). 11. noch vermehren wurde. Der Redner begrün- I ~ . . _ . , .

bete weiter die Mißttauensanttäge feiner Mar. »et einem Landungsveriuch des Partei gegen die Minister Schiele und I MarineluftschiffesAkro n* wurden Schlange. I Mitglieder der Landungsmannschast

den Landungstauen in die Luft zogen, als die Luftströmung

erklärt: Der Zustand des hoffnungslosen I jede Gelegenheit zur Initiativ«, materiellen und seelischen Elends, dem unser I Schwere Sorge lastet auf den ostdeutschen <2L Rovemberreoolutton ansgelie- I Menschen, die seit 1914 nie mehr zur Ruhe

fett ist, trerdt Millionen Menschen in die Der- I gekommen find. Niemand kann sagen, wann Merflung. Aber diese Verzweiflung ist nicht I der Größenwahn polnischer Begehrlichkett zu nur negativ, sie ist positiv zu wetten. Sir hat I neuen Katastrophen führt. Wenn irgendetwas den geiftmen, seeliichen und politischen Kampf die Angriffslust der Polen gedämpft hat, um die Auferstehung der Nation soweit vor- I bann war es bie Erkenntnis, daß Millionen

° J*0?. erwachende I deutsche Männer die Grenze schützen werden,

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hie Klagen? I f** **

lichen Männer müssen sobald wie möglich in I ** Reichsregiernng zu Feinde» de»

der Versenkung verschwinden, aus der sie ge- I Staate» erklärt. (HStt! hött! rechts.) ^nnnen find, und das auf Rimmerwiedev- I Die Stellungnahme des Reichsinnenministers Weit (Lachen ^ Zentrum.) Die Aufteguvg I zum Schreiben bes Reichspräsidenten oon bet Sozialdemokratie über bte Auflösung der I Mitte April, in dem die Untersuchung über kommunistischen Eottlosenbewegung ist nichts I das Reichsbannermaterial verlangt wurde

Theater. | hat sich gestern in diesem Hause zu einem

politischen Skandal erster Klasse ausgewachsen. Die beflagenswerte Rolle einer geradezu beschämenden Hilflosigkeit, die der Innenminister gespielt hat, schien wie das ungewollte Strafgericht über das Kabinett und über den Mann, der das vaterländische Deutschland dem unkultivierten Regiment der Sozialdemokratie ausgelifert hat. Diese Nie­derlage des Kabinetts kann und darf nicht

in milderer Form in die Praxis umgesetzt. DieTimes" betont besonders den freund­lichen Ton, in dem Sttasser über Brüning gesprochen habe.

D« Echo der Kanzler-Rede in der Pariser Presse.

Die Reichstagrede des Reichskanz­lers hat in der Pattser Presse einen leb­haften Widerhall gefunden, obgleich vor­läufig nur vereinzelte Blätter dazu Stellung nehmen. Diese Stellungnahmen enthalten eine kategottsche Absage an die Tribute und Abrüstungsforderungen des Reichskanzlers. DerP e t i t P a r i s i e n" erklärt u. a., die Einstellung, die der Reichskanzler mit dem Ziele einnehme, den deutschen Rechtskreisen zu gefallen, um dadurch die inner- politische Lage zu befttedigen, sei nicht ge­eignet, die bevorstehenden Genfer und Lausanner Verhandlungen zu erleichtern. Der außenpolittsche Bettchterstatter des Echo d e P a r i s betont, daß man sehr wohl verstehe, wenn der Reichskanzler nach den französischen Wahlen einen Vor­stoß in dieser Richtung unternehme, weil er mit der Schwächung der ftanzösischen Rechtskreise rechne.

Die Rüstung»- und Reparationsfrage sei aber zwischen Deutschland und Frankreich eine Frage der

Macht nnd des Willen«.

Frankreich habe im Augenblick noch die Macht und es sei wünschen, daß es auch den Willen aufbringen werde, ein Beto einzulegen.

Die erste Sitzung der Hamburger Bürger­schaft Die Präsidentenwahl.

Hamburg, 11. Mai. Die neugewählte Hamburger Bürgerschaft trat heute zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Obwohl die Nattonalsozialisten als Fraktion An­spruch auf den Posten des Präsidenten der Bürgerschaft erhoben hatten, wurde die Wahl eines nationalsozialistischen Präsi­denten dadurch unmöglich gemacht, daß Sozialdemokraten, Staatspatteiler und Zentrum für den sozialdemokrati. schen Präsidentschaftskandidaten Dr. Rnscheweyh stimmten, der mit 89 gegen 64 Stimmen, die für den nattonal­sozialistischen Gegenkandidaten abgegeben wurden, zum Präsidenten gewählt wurde.

Die Nattonalsozialisten ließen darauf­hin erklären, daß die Fraktton für die Folge jegliche parlamentattsche Mitverant­wortung ablehne.

Zu Vizepräsidenten wurden der Staats­parteiler L a n d a h 1 und der Zentrums­abgeordnete Bsprich gewählt.

Die zahlenmäßig überlegene Oppo­sition ist nicht im Vorstand der Bürgerschaft vertreten.

Ausland

Die Vernehmung Gorguloffv.

Paris, 12. Wat. Gvrgulvff, Ver Mörder Drmmers, wurde gestern vorn Hn- terfttchungSrichter bttonders über die bei ihm Vorgefundenen Memoiren vernommen. Gorguioff bezeichnete die SelbftbeschuM- gung, in der Tschechoslowakei ein Attentat begangenen zu haben, und auch an dem Raub des Sohnes Lindberghs beteiligt gewesen zu fein, als Ausgeburt der Phan­tasie. Sn fernen Memoiren hat er sich auch b^ichtigt, ein Attentat auf Reichspräsident von Hinden- berg geplant zu haben. Er eröärte Herzu:

1929 hatte ich bereits Öen Gedanken ge­faßt, als ich mich in der Tschechoslowakei aufhieft aber erst 1930, als die Prager Regierung mir das Recht, den Beruf des Arztes auszuüben, entzog, beantragte ich beim deutschen Konsulat ein Visum für Berlin, und man hat es mir als russischem Flüchtling verweigert.

Heber ein gegen den Präsidenten der Tschechoslowakei, Mafarhk, geplantes Attentat sagte Gorguloff auS:

Das war damals, als ich Präsident Masarhk vorgesteD wende. Ich hatte mei­nen Revolver nicht mitgenommen. Der Präsident war sehr freundlich zu mir, und deshalb gab ich die Absicht, ihn zu töten, auf. Aebngens hatte ich die Absicht, gegen- alle Welt zu kämpfen. Ich wrQte auch Lenin umbringen, aber es gelang mir nicht, nach Moskau zu kommen. Desglei­chen beabsichtigte ich, den Sowjetbotschas- ter in Paris zu töten. Im Januar dieses Jahres begab ich mich vor die Sowjet- botschast und ersuchte um ein Visum für Sowjettußland. Ich hatte meinen Re­volver bei mir. Aber der Botschafter empfing mich nicht.

Der Ante rsuchu rig Srichter hat gestern die Aussage eines in Toul wohnenden Russen entgegengenommen, der behaupttt, Gor­guloff sei aus Prag mehrmals nach Sow- jetrußfi-d gereift, und nach einer dieser Reffen habe er über bedeutende Geld­summen verfügt.