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des Körpers bei Kröten und einigen Fröschen, Eidechsen und vor allem Schlangen in Gefahr. Diesem Aufblähen folgt bei der in Wut ge­ratenen Schlange unter Hervorbringung von zischenden Lauten und einem raschen Schwin­gen der heroorgeltreckten Zunge der Stotz nach dem Opfer. Aber viel beredter und ein­drucksvoller sind die Ausdrucksformen bei den Vögeln und Säugetieren, wobei wir zunschen rein reflektorisch-instinktiven und gewollten Be­wegungen zu unterscheiden haben. Denken wir einmal an die Raubtiere, gleichviel, ob an unsere einheimischen oder an die ausländischen, die bei hochgespannter Aufmerksamkeit auf jede Regung des belauerten Deutetiers sich einzu- stellen vermögen, auf Fluchtversuche oder Fluchtangelegenheiten des Gegners bedacht, diesen rasch unschädlich machen. Schon bei unserer Hauskatze sehen wir im Augenblick des Angriffs eine stark gesteigerte Wildheit her- oortreten und Affekte auftauchen, die den Eindruck der Wut machen. Diesem Verhal­ten gehen die Vorgänge der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit in ihrer eindrucksvollen Steigerung voraus und lassen uns den Körper des Tieres in einer charakteristischen Aus­drucksform erscheinen. Die Katze wird plötz­lich vom Hund überfallen und so in die Enge getrieben, datz ihr jede Fluchtmöglickkeit ver­sagt bleibt. In demselben Augenblick sträubr sich ihr Haar, der einer Flaschenbürste gleichende Schwanz wird hoch ausgerichtet, die Ohren werden nach den Seiten, bei gesteigerter Wut nach hinten gelegt, das Maul ist halb ae-

nicht nachzuweisende Mordtaten auf dem Gewissen hatte. Die Einzelheiten seiner Verbrechen sind so abstoßend, datz wir uns ein Eingehen darauf ersparen.

In aller Erinnerung dürfe noch der Fall des Düsseldorfer Massenmörders Kürten sein, der in den Jahren 1913 bis 1930 insgesamt neun Mords und sieben Ver­suche dazu ausführte. Wenigstens konnten ihm diese als zur Verurteilung zum Tode ausreichend nachgewiesen werden. Die Staatsanwaltschaft nahm sogar noch 19 weitere Mordversuche cm. Kürten wie Haarmann endete, da bei beiden an ihrer Zurechnungsfähigkeit kein Zweifel herr­schen konnte, ihre Untaten vielmehr teil« weise mit geradezu auffallender Berech­nung und Voraussicht vorbereitet und durchgeführt waren, durch Henkers Hand.

Auch das Ausland kennt seine Masien- mörder, wie z. B. Rußland den Fall Petroff-Komaroff, einen Droschkenkutscher, der nach und nach 29 Personen ums Leben brachte und 1923 wegen vielfachen Raub­mordes verurteilt wurde. Bester bekannt ist auch in Deutschland der Name Jack des Auffchlitzers, der gegen Ende des vorigen Jahrhunderts monatelang ganz London in Aufregung und Schrecken versetzte. Sie­ben Personen fielen seinem Mester zum Opfer. Schließlich fehlt auch Frankreich nicht in der Reihe, das in dem Frauen­mörder Landru, demfranzösischen Blau­bart", ebenfalls einen raffiniert vorgehen­den Verbrecher besaß. Landru hat minde­stens zwölf, vermutlich jedoch weit mehr Opfer auf dem Eewisten.

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Ein Mörder fetzt auf sich selbst eine Belohnung aus.

Von Hans Ernst Gehrke.

Ein eigenartiger Doppelgang der Ereig­nisse, wie er übrigens gerade bei großen Verbrechen oder.Katastrophen viel häufiger eintritt als allgemein angenommen, will es, datz, kaum nachdem die Aufregung über das blutige Drama in Jena etwas abgeebbt ist, die Nachricht von einer nicht weniger schrecklichen Mordtat durch die Zeitungen geht. Während Oberlandesge­richtsrat Dr. Meurer, sei es aus Angst vor in Kürze drohender Erblindung, sei es in folge unglücklicher Famiiienverhältniste, feine alten Eltern, zwei halbwüchsige Kin­der, seine Frau, eine im Hause anwesende Bekannte, zu der er in zarten Beziehun­gen stand, eine Hausangestellte und schließlich sich selbst erschoß, tötete in der Nähe der norwegischen Stadt Drontheim ein junger Mann gleichfalls seine Eltern und ferner seine fünf Geschwister im Alter von vier bis zwanzig Jahren, legte dann V Feuer an die Wohnung und stellte sich schließlich selbst der Polizei. Die Geschichte . der Mastenmorde, an gräßlichen Beispielen schon so reich, ist damit um zwei neue Ver­brechen erweitert worden.

| Betrachten wir nur das letzte Jahrhun- dert, aus dem allein wirklich zuverlässige Nachrichten vorliegen, so stoßen wir zu­nächst im Jahre 1845 auf den Magdebur­ger Christian Holzwart, der noch vergnügt mit seiner Familie das Weihnachtsfest feierte, dann aber seins sämtlichen An­gehörigen erscklug und sein Haus unter i Vorspielung eines räuberischen Ueberfalls m Brand steckte, lieber die Beweggründe zu der furchtbaren Tat ist heute nichts mehr zu ermitteln.

Etwas mehr als zwei Jahrzehnte später 'brachte ein gewister Timm Thode aus dem Holfteinfchen seine ganze achtköpsige Fa­milie ums Leben, wahrscheinlich von Haß und Eifersucht getrieben. Auch hier folgte Brandstiftung dem Mastenmord. Der Fall wird..in gewister Hinsicht dadurch berner- k- kenswert. daß der Mörder es nach der Tat fertig brachte, auf seine eigene Er- ' greifung eine Belohnung von 1400 Tha- lern auszusetzen.

Diesen beiden Mordtaten reiht sich in neuester Zeit die des Prokuristen Anger- ftein an, der im Juli 1925 zunächst seine Frau erschoß und dann nacheinander lebe ihm im Laufe der Mordnacht in den Weg kommende Person erschlug. So fielen nacheinander seine Schwiegermutter, ein Dienstmädchen, sein Gärtner, zwei Biiro- anaestellte, ein Eärtnerlehrling und An­gersteins Schwägerin dem Mörder zum Opfer. Auch in diesem Falle legte er ! Feuer an das Haus mit den acht Leichen und brachte sich dann selbst lebensgefähr­liche Verletzungen bei. wurde jedoch ge­heilt und später zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Während es sich bei den genannten Mordfällen um Personen handelt, deren erschreckende Taten aus menschlich begreif­lichen Beweggründen noch zu erklären

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sind, steht es bei den Mastenmördern im eigentlichen Sinne wir denken dabei an Leute wie Kürten, Haarmann, Denke bannt ganz anbers. Bei ihnen bürsten krankhafte Veranlagungen und die Ent­artung gewister Triebe, welche die straf­rechtliche Verantwortlichkeit inbesten nicht ausschließen, als treibenbe Kräfte in Be­tracht kommen.

Hierher zählt als erster bei Tffchler- geselle Tetzner, der 1898 zwei siebenjährige Mädchen tötete, drei Jahre später das gleiche Verbrechen an zwei kleinen Kna­ben beging und im selben Jahr wieder ein Mädchen überfiel und umbrachte. Tetzner wurde, da er nach Ansicht der Sachverstän­digen in einem epileptischen Dämmer­zustände gehandelt hatte, zu lebensläng­lichem Zuchthaus verurteilt.

Ungewöhnlich groß war die Zahl der Opfer des 1924 ' verhafteten Mastenmör- bers Denke, bei im Laufe bei Jahis in sei­ner: Behausung mehi als 20 Menschen um­brachte. Die Getöteten büiften, wie bie spätei in bei Wohnung gefunbenen Pa­piere beweisen, vorwiegend durchreisende Landstreicher gewesen sein, die Denke zu sich zu locken wußte. Seltsamerweise be­saß der Mörder auch eine Sammlung von 351 Zähnen, von denen sich allerdings nicht sagen läßt, ob sie von seinen Opern be­rührten. Denke entzog sich seiner Fest­nahme durch Sebstmoid dem irdischen Richter.

Ganz ähnlich liegt der Fall des han­noverschen Mastenmörders Haarmann, der bestimmt 26, wahrscheinlich aber noch einige

Trauer, Lust- und Unlustgefühle, «zurcht und Zorn, Wut wie Neid, (Futteineid, Geschlechts- neid). Bei den Affen sehen wir noch deut­licher den Ausdruck für Furcht, Gram, Miß­stimmung, die Gefallensfreude, und es erhebt sich ohne weiteres die Frage, ob diese Tiere auch-weinen und lachen können. Spricht doch der Hundefreund schon vom Lachen des Hun­des. worunter er eine ganz bestimmte Mund­stellung. häufig verbunden mit einer gewisten Lässigkeit im Gang, versteht. Nach meiner Ansicht' reicht diese Art von heiterer Stim­mung noch nicht zu, ein wirkliches Lachen an- zunehmen. Bei manchen Affen, namentlich bei Schimpansen, kann man wohl von einem Lächeln sprechen, wobei bie Tiere in einer Art von Kichern ober Grölen zu grinsen beginnen. Doch muh das Lachen nicht im­mer von einem Laut begleitet sein. Es besteht dann lediglich im Zurückziehen der Mund­winkel, wobei die Augenlider sich leicht runzeln. In Fällen großen Kummers, namentlich wenn man ihnen einen Wunsch versagt, werfen sich Schimpansen auf den Rücken, wie auch von Köhler beobachtet wurde, oder bringen wei­nerliche Töne hervor, während sie zugleich die Hand bittend nach dem Pfleger aus­strecken. Tränen jedoch hat man noch bei keinem Affen beobachtet. Alle diese ver­schiedenen Ausdrucksformen sind artoerbinb« sich tinb -bedingt. Sie entsprechen durchaus dem betreffenden Tier, das. wie angedeutet, bei einem bestimmten psychischen Vorgang sich dem Ausdruck nach ganz bestimmt verhalte» muß unb sich nicht anders verhalten kann.

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öffnet, so daß die Zähne sichtbar werden. Spucken und Fauchen. Sobald wir aber das Tier ans seiner unangenehmen Lage be- freien, erleben wir auch schon einen Um­schwung des Ausdrucks, aber auch der Ge­fühle. Das Haar hat sich geglättet, und über den entspannten Körper ist Ruhe gekommen. Bereits beginnt das Tierchen uns zu lieb­kosen. Es krümmt den Rücken und, reibt sich an uns, das Kätzchen gibt uns Heine Kopf­stöße und fängt behaglich ju schnurren an. Das alles und noch viel anderes sind Wesens­züge der Ausdrucksformen unserer Katze; sie geben in ihrer Verschiedenheit bestimmte psychische Funktionen wieder. Bemerkenswert bei fast allen Säugetieren ist sozusagen bie stumme Sprache ber Augen, bet Ohren unb des Schwanzes sowie bei langhaarigen Tieren das Sträuben der Haare, das bei manchen von ihnen, wie beim Dachs, geradezu groteske Formen annehmen kann und selbst bei fried­lichen Pflanzenfrestern, so bei Ziegen, im Augenblick großer Gefahr von mir schon mehr­fach beobachtet wurde. Auch der Vogel man denke an die Glucke und die hühnerarti­gen Vögel überhaupt antwortet auf äußere Reize mit Sträuben des Gefieders, Rollen der Augen, Aufsperren des Schnabels und gibt auf diese und andere Weise seinem derzeitigen Gemütszustand Ausdruck. Je höher ein -wer steht, um so ausdrucksvoller können feine Ge­bärden werden, um so verschiedenartiger wohl auch seine Gemütsbewegungen, Gefühle unb Affekte. Unser Lund äußert tneuoe wie

Bom Gemütsleben der Aere

j Don Prof. Dr. Bastian Schmid-München.

Darwin sagt einmal:Die meisten unserer Gemütsbewegungen sind so innig mit ihren Ausdrucksformen verbunden, daß sie kaum , fintieren, wenn der Körper passiv bleibt es hängt nämlich die Natur der Ausdrucks­form zum hauptsächlichsten Teil von der Na­tur der Handlungen ab, bie unter diesen See» lenzuständen gewohnheitsmäßig ausgeführt worden sind." Und des weiteren meint er, daß ein und derselbe Zustand ber Seele durch die ganze Welt mit merkwürdiger Gleichförmigkeit ausgedrückt wird, und diese Tatsache ist als ein Beweis für die große Aehnlichkeit aller Menschenrassen im Bau des Körpers und in den geistigen Anlagen schon an sich interessant." Diese beiden Sätze wol­len nichts anderes beweisen als die Korre­spondenz innerlicher Vorgänge und äußeren Ausdrucks bei ein und demselben Wesen Mensch. Dem kann man meines Erachtens ohne weiteres hinzufügen, datz jede Tierart (jpenigitens die höheren Tiere) dieser Ee- tetzmätzigkeit unterworfen ist und fast jede von ihnen über bestimmte Ausdrucksformen ver-» fügt. Dieser körperliche Ausdruck iann bei einer Reihe von hochstehenden Arien die mannigfachsten Formen annehmen und innere Vorgänge wie Gemütszustände der Au m -ff- Tamleit widerspiegeln. Es werden innere Re­gungen sozusagen nach außen projiziert. Mel- leicht erinnert sich mancher an das Aufblähen

ruhen, bann nämlich, wenn bie kleinsten Wege bes Schlagadernetzes erstarrt und ver­engt find, so daß nut ein hoher Druck den Widerstand überwinden kann. Aber die Er­schwerung ber Strömung kann auch bedingt sein durch krampfhafte nervöse Eefäßspan- nung. Rasch vorübergehend kann eine solche Eefäßspannuna auftreten schon durch Er­regung über die Untersuchung. Auch zeitliche Erregungszustände, z. B. in den Wendejahren, find oft Ursache von Vlutdruckerhöhuna Hier­aus ergibt sich, daß die oft gehörte Befürch­tung falsch ist, ein hoher Blutdruck habe die Bedeutung eines unabwendbar drohenden Schicksals. Zur Verhütung von Unheil erfor­dert ein hoher Blutdruck Rücksichtnahme in der Lebensführung. Vollblütige Menschen müssen mit möglichst einfacher und möglichst knapp bemessener Kost sich begnügen. Alkohol, mäßig genossen, wirkt lösend auf übermäßige Eefatzspannung. Nikotin und Coffein wirken blutdrucksteigernb. Der Genuß von starkem Kaffee ist daher streng verboten; der bekannte coffeinfreie Kaffee verdient Bevorzugung. Das Rauchen muß ganz eingestellt werden oder wenigstens auf mäßigen Genuß leichtester Tabake beschränkt werden. Geistige Erregun­gen aller Art sind sorgsam zu meiden. Starke und plötzliche Anstrengungen find gefährlich. Sehr wohltuend wirken häufige lauwarme Bäder. Die wichtigste Vorschrift lautet: Ruhe ist bie erste Gesundheits* pflicht: ausgiebige Nachtruhe, Unter­brechung der Tagesarbeit durch Ruhestunden, ruhiges Tempo ber Arbeit, behagliche Er­holung, geruhsamer Lebensgenuß.

lieber den Blutdruck

Noch find nicht 50 Jahre verflossen, feit die ersten Verfahren angegeben wurden, die zur Blutdruckmessung beim Menschen als brauch­bar sich erwiesen. Nach eingehender Erprobung in wissenschaftlicher Forschung fand dann all» mählich diese Untcrsnchnngsmethode Eingang in die tägliche Tätigkeit des Arztes Heute wird schon von Nichtärzten der Blutdruck so häufig erörtert an Stammtischen, in Kaffee­kränzchen usw., daß eine Klarstellung über den Begriff und über die gesundheitliche Be­deutung des Blutdruckes angebracht erscheint. Die Schlagadern unseres Körpers umspannen ihren Inhalt, die Blutsäule, unter Anwen­dung eines bestimmten Druckes. Dieser Druck, der Blutdruck, ändern sich ständig im Verlaufe jeder Pulswelle. Das Herz wirft bei jeder Zusammenziehung eine bestimmte Blutmenge in das Röhrennetz der Schlagadern, deren Wand hierdurch pulsatorisch stärker gespannt wird. Mit dem Pulse zeigt der Blutdruck ständig Hebungen und Senkungen zwischen Minimaldruck und Maximaldruck. Man mißt in Herzhöhe, da der Druck der -Blutsäule mit oerschiebener Höhenlage der Messungsstelle sich ändert. Der normale Blutdruck des Menschen ist nach neuesten Feststellungen mit verbesserten In­strumenten etwas höher, als bisher angenom­men wurde; er beträgt etwa 15 Zentimeter Quecksilber, das entspricht einer Wassersäule von etwa 2 Meter Höhe, lieber bie Bedeu­tung einer übermäßigen Höhe des Blutdrucks herrschen vielfach grundfalsche Anschauungen. Zunächst hört man oft die Meinung, mit zu­nehmendem Alter gehe ständig der Blutdruck in die Höhe. Richtig ist nur, daß im zarten Organismus der frühen Jugend bie Blut­zirkulation geringere Energie aufroenbet als im Alter der größten Leistungsfähigkeit, aber nach erreichter körperlicher Vollkraft steigt der Blutdruck nicht weiter an bei ungestörter Gesundheit Selbst int höchsten Ereisenalter braucht der Druck nicht höher zu sein als im Zenit des Lebens. Ganz unberechtigt ist die Meinung, Blutdruckerhöhuna sei gleichbedeu­tend mit Arterienverkalkung. Blutdrnck-

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Unterhaltungs-Beilage der Oberhessischen Zeitnng__