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EfoedfcfRHte Zrkvms. Marv«a a. L. Diettttag, d« 26. Aprkk 1832
Nr. 97
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Englan- sichert sich gegen künftige Luftangriffe
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Einen Flug quer über den ganzen antarktischen Kontinent, ein Unternehmen, daß Shackleton „das letzte graste Abenteuer in der Geschichte der Siibpolar- sorschng" nannte, plant der durch seine Nordpolarflüge auch bei uns bekannt gewordene amerikanische Flieger Lincoln Ellsworth. Der Flug soll von der Walbucht, in deren Nähr Ämundsen und Byrd ihre Standlager aufgeschlagen hatten, nach der Weddell-See und ohne Landung
zurück, mithin über eine Strecke von insgesamt fast 5000 Kilometern führen. Der wissenschaftliche Zweck des kühnen Unternehmens ist die Erkundung, ob die Wed- dell- und die Rotz-See durch tiefe Einbuchtungen den antarktischen Kontinent in zwei Landmassen zerlegen oder ob die Berge von Erahamland sich mit der Königin Maud-Kette zu einem riesigen Festland vereinigen. Hebet den Zeitpunkt des Fluges verlautet noch nichts Bestimmtes.
„Treffers". Bei diesen Gabelungen war der eine Schenkel stets länger als der andere, woraus sich ergab, datz der los- gerisiene Wasierstoffkern erheblich gröhere Schnelligkeit befaß als der übrigbleibende getroffene Stickstoffkern. Aus der Länge der Schenkel ließ sich die Masie der beiden Teilstücke berechnen, und in der Tat entsprach die des Stückes mit der kürzeren Laufbahn einem Sauerstoff-Atomkern. Die lang gesuchte Umwandlung von Stickstoff in Sauerstoff war damit erreicht, wenn auch in unendlich kleinem Matzstabe. Bon den wahrgenommenen 390 000 Flugbahnen der 5>eliumteilchen stießen nämlich nur zwei auf einen Stickstoffkern _ynd rissen einen Sauerstoffkern davon los. Es kann mithin nicht wunder nehmen, daß der so gebildete Sauerstoff sich chemisch nicht nachweisen läßt. Da aber ein derartiges Heliumteilchen-Bombardement aus Thorium C’ beliebig lange fortgesetzt werden kann, wird es nur eine Frage der Zeit fein, bis man mit dem Fortschreiten der Technik das erstrebte Ziel auch in größerem Umfange erreicht.
Hans Felix Rocholl.
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Jean Taris,
der hervorragende französische Schwimmer, unternahm in Reims einen Angriff auf den 500-Meter-Kraul-Rekord des Schweden Arne Borg. Mit enter Zeit von 6:01,2 verbesserte er den bisherigen Weltrekord um nicht weniger als 7,2 Sekunden.
Das englische Königsvaar läht sich die neueren Flugzeug-Abwebr-Eeschühe vorfiihrrn.
Die englische Armee legt immer gröberes Gewicht darauf, ihre Abwehrwaffen gegen feindliche Flugzeuangriffe ,u verbeffern. Tatsächlich wird ia auch die geogravbische Lage des Inselreiches in einem Zukunftskrieg keinen Schutz mehr gegen feindliche Angriffe von der Luft her bieten.
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Bombardement des Stickstoffs
Neue Erfolge der Atomzertrümmerung - Umwandlung von Stickstoff in Sauerstoff
Die Massenbestimmung der neuen Geschosse erwies sie als aus dem Stickstoffkern anscheinend losgerisiene Wasierstoff- kerne. Die große „Schußweite" konnte nur die Folge der Bewegungsenergie sein, welche die Wasierstoffkerne von den Stickstoffkernen mitbekommen hatten. Immerhin blieb es noch rätselhaft, was aus dem Rest der letzten geworden war. Die Möglichkeit bestand, daß der Verlust eines oder einiger Wasierstoffkerne ein leichtes Atom, etwa des Kohlenstoffs, geschaffen habe: doch ließ sich Derartiges nicht Nachweisen.
Eine zweite Möglichkeit war die, daß der Heliumkern, das Alpha-Teilchen, im Stickstoffkern beim Aufprallen eingedrun- aen und darin stecken geblieben, somit ein schwereres, etwa Sauerstoffatom, entstanden war. Doch auch dies Element ließ sich nicht nachweisen, zumal kein gewöhn- lickier Sauerstoff entstehen konnte, sondern ein Isotop davon, also ein Atom mit gleicher Kernladung und daher auch gleichartigem Elektronenmantel wie Sauerstoff, aber von anderem Gewicht. Derartige Isotopen, wenngleich sie chemisch von den eigentlichen Elementen nicht zu unterscheiden sind, konnten schon häufig nachgewiesen werden.
Kürzlich ist es nun aber Harkins und Schenk gelungen, das Entstehen des Sauerstoffisotops bei der Bestrahlung reinen Stickstoffs mit Alpha-Teilchen, die von Thorium C ausgeschleudert werden, unmittelbar darzutun. Nach dem Wilsonschen Verfahren machten sie die Bahnen der Heliumkerne sichtbar und photographierten sie sogar, nachdem sie auf einen Schirm projiziert worden waren. Auf diesem erschienen die Alpha-Teilchen gewönlich als gerade Linien: hin und wieder traten aber auch Gabelungen ein, das Zeichen eines
grün, aber Obst haben wir lange nicht gehabt. Dann bilden wir uns auch ein, es müßte den Durst löschen. Wir stecken uns noch die Taschen voll und sausen bann hinter her Batterie her, die schon weit vorn ist. Wir können sie nicht mehr sehen.
Wie wir an eine Wegkreuzung kommen, steht da ein Brunnen. An einem lanken Balken baumelt ein Eimer hoch in der blauen Luft. Aus dem Brunnen strömt es kühl herauf. Herrlich. Wir brauchen den Eimer am Balken bloß hinunter zu kaffen. Dann taucht er mit kaltem, frischem Wasier wiederauf.
„Ein Königreich für ein Glas Wasser! sagt Wilkens, jetzt, da er den Feldbecher voll hat. Leidenberg bedeutet ihm. er möge die Schnauze halten. Erstens sei er, Wilkens, kein König, sondern Teppichweber, und zweitens hätte er nichts zu verschenken. Und er. Leidendem, würde keine Kanonierslöhnung Sir ein Glas Wasier geben. Auch nicht bei ieser Affenhitze, fügt er noch nachdrücklich hinzu, als Wilkens Zweifel ausdrückt.
Wir füllen uns, als wir uns satt getrunken haben, auch noch die Feldffaschen. Und zu allem Ueberffuß gießen wir uns das kalte Wasier "über die heißen Hände und waschen uns den Staub aus den Augen. Wir fühlen uns frisch wie maurische Granden am plätschernden Springbrunnen.
„Gediegen", meint Merkendem nachdenklich, „daß die Batterie hier nicht gehalten und ge- ttänkt hat."
„Wenn der Alte nicht will, will er et en nicht", meint Zaginskv mit stoischer Ruhe und schneidet damit jede weitere Mutmaßung ab.
„Nu aber dalli!" drängt der Geschützführer.
„Ich will noch eben für mein Tagebuch sehen, wie das Kaff hier heißt", sage ich und gche zu dem Pfahl, der nicht weit vom Brunnen steht. Das Schild oben an der Stange drebt uns den Rücken zu.
Leidenberg sagt gar nichts. Er schnappt sich zwei große Eimer und walzt zur Feldküche.
„Zweites Geschütz", meldet er sich.
„Haden alle schon gehabt", sagt der eine der beiden Küchenbullen. ~
„Wollen alle nochmal", sagt Leidenberg kurz und hart.
„Ihr seid wohl verrückt geworden!" bellt der Küchenunteroffizier dazwischen. „Denlt Ihr, wir kochen die ganze Nacht? *
„Hau ab, Mensch!" sagt der andere Küchenbulle.
„Iawoll", brüllt Leidendem und knallt die leeren Eimer aneinander, „und mal eben den Herrn Hauptmann fragen, wie oft empfangen werden darf und ob die Küche den ganzen Rum allein laufen soll, Ihr . . ."
„Otto, mach ihm die Eimer voll", sagt der Küchenunteroffizier ängstlich, „dem ollen Quackelfritzen! Immer dieselben, immer bas zweite Geschütz . . ."
Was weißt Du von unserer Seelengual, denkt Leidenberg. Du hast keine Choleraba-il- len verschluckt.
Wir trinken den scharfen Rumkaffee. Beide Eimer leer mit sechs Mann. Eigentlich hätten wir betrunken sein müssen wie die «tand- haubitzen. Aber wir bleiben nüchtern, wir schlafen nicht unter unseren Zelten. Ein prasselndes Gewitter, das nachts niedergeht, löst unsere Dual auch nicht gerade.
Mit Morgengrauen setzt die große Durchbruchsschlacht ein. Wir schießen und werden beschossen. Dem Himmel sei Dank, da brauchen wir doch nicht immer an die grausige Cholera zu henken.
Die Schlacht haben wir gewonnen, davon Rußland sich nie wieder recht erholte. Cholera haben wir nicht bekommen, aber auch nie im Feldzug, der noch drei Jahre dauerte, wie- ber »noekochte« Maller a«trunken.
„Vorsicht, nicht trinken, choleraverdächtig!" steht aut dem Schild.
„Lest mal!" brülle ich und merke, wie mir übel im Bauch wird.
Wir können es erst nicht fassen. Dann lassen wir die Feldflaschen leerlaufen und werfen die grünen Äepfel und Birnen, die wir noch in der Tasche haben, auf die Straße.
„Gemeiner Hund, der bas Schild umgedreht bat!" ffucht Willens.
„Das hätten sie auch auf beide Seiten schreiben können"", sagt Zaginsky und drückt die Feldffasche, als könne et sie auspreffen wie eine Zitrone. #
„Und bas auf die grünen Aeppel!" klagt Willms. Er steckt den Finger in den Hals, um Brechreiz zu bekommm.
„Hat gar leinen Zweck mehr, Fritz", sagt Zaginsky gelehrt, „die Pastillen sind jetzt doch drin. Die knegste nicht wieder 'raus."
„Bazillen", verbessert Grethe, der Geschützführer, feinen Kanonier. Dann meint er: „Jsch ja bloß verdächtig. Befchttmmt sich es net."
Wir glauben nicht an diese schwache Hoffnung. Wir haben Angst, bleiche, ekle Angst vor einem Tod, wie er uns bevor steht.
Abends, als die Zelte aufgeschlagen sind und die Fmer brennen, ruft der Hauptmann uns zusammen und sagt, es sei strenger Befehl vom Bataillon gekommen, das Wasier nur abgekocht zu genießen. Wir vom zweiten Geschütz sehen grün aus vor Uebelkeit. Und vor Entfetzm vor dem Tod, den wir in unseren Därmen mitschleppen.
Wie es Kaffee gibt, schmeckt er schaff nach Rum. •
„Ja", sagt einer, „ich hab' gehört, wie der Alte zu dem Küchenbullen gesagt hat. sie sollen abgeben, soviel verlangt würde. Alkohol wäre das einzige Mittel gegen die Biester, die Bakterim."
Der Gedanke der Umwandlung der Elemente, mit der noch vor zwei Jahrhunderten nur Alchimisten, Goldmacher und ähnliche zweifelhafte Leute, arbeite ten, ist heute zum Gemeingut weiter auch nicht wisienschaftlicher Kreise geworden. Wir wisien jetzt, daß ein Atom keineswegs seinen Namen, der „unzerschneidbar", „unteilbar" bedeutet, verdient, fort« bern vielmehr ein kleines Weltsystem für sich bildet in dem um einen Kern unendlich kleine Teile, die Elektronen, ähnlich wie die Planeten um die Sonne kreisen. Die Zahl dieser — negativ elektrischen — Elektronen richtet sich nach der elektrischen Ladung des — positiven — Kerns, derart, baß ein Atom in feiner Gesamtheit neutral ist. Die chemischen Eigenschaften der Elemente ffchten sich nach dem „Elektro- nenmantel" ihrer Atome.
Angesichts dieses Aufbaues der Atome vermögen wir uns sehr wohl vorzustellen, baß einzelne Teile davon losgerisien werden können und so eine neue Zusammensetzung entsteht, die von der ursprünglichen abweicht. Diel erstaunlicher sollte es uns scheinen, daß die Atome überhaupt so beständig und fest sind und durch keine chemischen Prozesse zerlegt oder geändert werden können. Dies liegt an der ungewöhnlich hohen Widerstandsfähigkeit des Kerns, dem keins der iiblichm Zerstörungsmittel, wie, hohe Temperaturen oder Röntgenstrahlen, etwas anhaben kann. .
Jndesien kennen wir seit einigen Jahren doch ein Verfahren, das selbst einen Atomkern zu erschüttern vermag: das Bombardement mit Alpha-Teilchen tabto« aktiver Stoffe. Nach der aufsehenerregen- den Entdeckung des Radiums durch das Ehepaar Curie wurde noch eine Anzahl Elemente mit sehr starker ständiger Strahlung entdeckt. Die letztere zerfällt tn drei Gruppen: die (positiven) Alpha-Teilchen, die (negativen) Elektronen und eine sehr harte Röntgenstrahlung. Die Atomkerne dieser seltsamen Elemente stehen ständig im Begriff zu erplodieren, und innerhalb einer bestimmten Zeit geschieht dies auck mit einem mehr oder weniger großen Teil von ihnen. Am wenigsten stabil sind die Atomkerne von Thorium C', von denen ffn Bruchteil einer SekÄnde etwa die Hälfte explodiert. Die dabei entstehenden Alpha-Teilchen find nichts anderes als positiv geladene Heliumkerne, die wie die Geschosse aus einem Maschinengewehr nach allen Seiten fortgeschleudert werden, und zwar mit einer Geschwindigkeit von 14 000 bis zu 23 000 Kilometern tn der Sekunde!
Ungeachtet ihrer schwindelerregenden Schnelligkeit durchmesien die winzigen Eeschosie nur eine kurze Flugbahn, die in der atmospärischen Luft zwischen 2,5 und 11,3 Zentimetern schwankt. Einen weiteren Flug setzen die Luftmoleküle eine zu starke Bremswirkung entgegen.
Der berühmte englische Physiker Rutherford war der erste, dem eine Zertrümmerung von Atomkerneivnittels eines solchen Bombardements mit Alpha-Teilchen gelang, und zwar zuerst beim Stickstoff. Dabei ergab sich die auffallende Tatsache, daß bei einer derarttgen Beschießung in diesem Element eine andere Strahlung auftrat.
Cetera
Kriegserlebnis
®n Heinrich Stieg horst- Hannover.
Es ist möglich, daß wir in diesem Kriege fallen, den sie den Weltttieg nennen. Es ist aber auch möglich, daß wir wieder nach saufe kommen, denn es dauert schon fast ein Jahr, und lange kann es jetzt nicht mehr dauern. So meinen wir.
Aber, ob rott sterben ober leben, es darf uns nicht kümmern, denn roir find preußisch- Gardekanoniere. Wit fürchten den Tod auf dem Schlachtfeld nicht.
Einmal aber haben wir uns vor dem Tod gefürchtet, schrecklich gefürchtet:
Es ist Juli, ein heißer Juli. Jeden Tag brennt die Sonne vom Hellen, wollenlosen Himmel. Seit fünf Uhr marschieren wir heute schon. Die Feldffaschen sind längst leer. Die Zunge liegt uns dick int Munde. Die heiß- flimmernbe Luft tut unseren staubverquollenen Augen weh. Die ruffische Landsttaße ist endlos.'
Wir marschieren jetzt durch ein langgestrecktes Doff, das ohne Leben, todmüde in der sengenden Sonne des Frühnachmittags liegt. Knarrend mahlen die Räder unserer schweren Kanonen im Staub der Doffstraße.
August Zaginsky, der sich einmal abseits schlängelt, roinft uns zu sich heran. Wir können ruhig einmal von unserem zweiten Geschütz weg. Es merft kaum jemand, denn die Offiziere reiten weit vorn, und der Veterinär, der am Schluß der Batterie auf seinem müden Gaul daherzieht, ist noch weit Außerdem hat er bei uns Kanonieren als Pferdedoktor nicht viel zu melden.
Wir laufen eine Strecke seitwärts, kommen in einen großen Garten, den uns Zaginsky zeigt, und holen die Aepfel und Birnen non den Bäumen. Sie lind ia noch
StriroWWe md taitfdn MWen
Dom Volksbund „Rettet die Ehre", Zentrale Bremen, ging uns folgende Mitteilung zu: Es dürfte allfei- tig interessieren, daß im Sommer-Semester 1932 auf folgenden deutschen Universitäten und Hochschulen Vorlesungen über die Kriegsursachen und über die Kriegsschuldfrage veranstaltet werden: In Bonn, Erlangen, Freiburg, Gillungen, Halle, Kiel Marburg, München, Münster, Rostock und Tübingen auf der Universität, in Berlin auf der Deutschen Hochschule für Politik und in Karlsruhe auf der Technischen Hochschule. Außerdem finden in Köln Vorlesungen über den Weltkrieg statt. Dadurch wird endlich eine wissenschaftliche und einwandfreie Auswertung... der großen A k t e n p u b l i k a t i o n e n der am Weltkriege beteiligt gewesenen Mächte jn größerem Stile begonnen. Hoffentlich feieren die übrigen deutschen Universitäten und Hochschulen diesem guten Beispiel bald nach. Denn die heutige akademische Jugend soll in wenigen Jahren überall mit in leitenden Staatsstellungen stehen und muß daher auch unbedingt über b7e Krigsschuldfrage und deren vaterländische Bedeutung eingehend unterrichtet sein. Es ist leider in dieser Beziehung seitens der Staatsregieruna das für die herangewachsene Generation der Nachkriegszeit Erforderliche bisher nicht geschehen. Wir begrüßen aber diesen Schritt der genannten Universitäten und Hochschulen mit besonderer Genugtuung.
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