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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesfen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die Weimarer Koalition geschlagen

Trotz gewaltiger Zunahme der NSDAP, keine Mehrheit ohne Zentrum Etwa 700000 bürgerliche Stimmen durch Splitterparteien verloren Schwere Verluste der SPD. Das Zenttum unerschüttert

Die Gtgitatiir der gestrigen Wahlen ist nicht ganz eindeutig. Es ist überall ein weiteres Anwachsen der National­sozialisten, gemessen an den früheren P^Lrlamcntswahlen sogar ein sehr starkes Anwachsen $u verzeichnen. Die National­sozialisten. die am 14. September 1930 Mr zweitstärksten Partei im Reiche auftück- ten und damals rund 4 Millionen Stimmen in Preußen auf ihre Listen vereinigten, die auf 8,2 Millionen bet der zweiten Hinden- burgwah! am 10. April 1932 anwuchsen, ha­ben diesen Besitzstand trotz geringerer Wahl- bet eiligutig gehalten. Sie sind gestern die bet weitem stärkste Partei in Preu- ßen geworden. Sie haben ihr Ziel erreicht: die Weimarer Koalition, die seit 12 Jahren Preußen beherrscht, bat die erwartete Nieder­lage erlitten, die allein für die NSDAP, ab­gegebenen Stimmen erreichen fast die Stim- menzahl, die die gesamte Weimarer Koali­tion aufbrachte. Der Sieg der Zahl über die Weimarer Koalition ist jedenfalls vollkom­men, wenn man den rund 8,5 Millionen Stimmen der preußischen Regierungsparteien die rund 10, 5Millionen Stimmen gegenüber stellt, die für die in der Opposition stehenden nationalen Parteien abgegeben wurden. Da­gegen ist ein Rückgang der Konnnunisten so­wohl gegenüber den umgerechneten Ziffern aus der Reichstagswahl vom 14. September 1930 wie gegenüber dem ersten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl festzustellen. Am deutlichsten tritt aber der weitere Rückgang der kleineren Mittel parieren in Erscheinung, von denen in Preußen nur drei, die Deutsche Dolkspartei, die Staatspartei und der Christl.-Soz. Volksdienst Mandate nach Hause bringen. Die Volkspartet dürfte von den 40 Abgeordneten, durch die sie im vorigen Landtag vertreten war, nur 7 wieder entsenden, wobei allerdings eine Verminde­rung der Mandatszahl von 450 auf etwa 422 zu berücksichtigen ist, die Staatspartei von 22 nur 2 Mandate behalten, obwohl sie fast genau die gleiche Stimmenzahl wie die Dolkspartei aufzuweisen hat, und auch die Christlich sozialen büßen von ihren vier Man­daten zwei ein. Die Hannoveraner behal­ten einen Sitz. Wirtschaftspartei, Landvolk, Nationale Front der deutschen Stände und Volksrechtspartei sowie all die übrigen Split­ter gehen leer aus! Soweit sich bis­her übersehen läßt, werden im Preußischen Landtag die Nationalsozialisten 162, die Deutschnationalen 31, die Sozial­demokraten 93 und das Zentrum, das seinen Besitzstand reichlich behauptet hat, 67 Abge­ordnete zählen, die Kommunisten 57 gegen 40 im vorigen Landtag. Eine Mehrheits- dildung also, die vorgesehen war. ist weder auf ber Seite der Rechtsopposition, noch bei der bisherigen Koalition oder etwa durch deren Ausweitung mit Hilfe der Splitter- oarieien möglich: dagegen ist die Opposi­tion einschließlich der Kommunisten unbe­dingt in der Mehrheit. In den Ein­zelheiten können die genauen Endzahlen und die Vereinbarungen über Listenverbindmven noch kleine 21 enberäugen erbringen, an biesem -Tatbestand wirb sich aber nichts mehr ändern, Io daß die Frage der künftigen Preußenregierung also zunächst vollkommen offen ist.

In den anderen Länbern, die gestern ge­wählt haben, ist eine bemerkenswerte Wand­lung nur für Hamburg zu verzeichnen, wo die Parteien der Weimarer Koa­lition gegenüber der Wahl' des vorigen Septembers einen namhaften Zuwachs von 62 auf 69 Mandate $u verzeichnen haben, obwohl die Nationalsozialisten wei­ter gewonnen haben. Tie Kosten tragen die Kommunisten, deren Rückgang den Gewinn ber Nationalsozialisten um mehr als die Hälfte übersteigt; auch die Deutschnatio­nalen unb bie Deutsche Volkspariei, sowie verschiedene kleinere Parteien haben nennens­werte Verluste. Immerhin reicht es auch jetzt nicht für eine Mehrheitsregie­rung -des bisherigen Senates aus den Weimarer Parteien.

In B a y e r n hat sich die Bayerische Volks­partei als die stärkste fast unverändert be­hauptet. obwohl die Nationalsozialisten ihr als zweite der Stärke nach sehr nahe gekommen sind. Die Sozialdemokraten haben schwere Verluste erlitten, relativ noch stärkere der Bauernbund, die schwersten aber haben die Deutschnationalen mit einem Rückgang von 13 auf 3 Mandate zu verzeichnen, wäh­rend die Kommunisten einen mäßigen Gewinn

davontragen. Die bisherige Regierungskoa­lition aus Bayerischer Volkspariei, Bauern­bund und Deutschnationalen ist damü in -die Minderheft gedrängt; eine Regierung der Bayerischen Volkspartei, des Bauernbundes und der Sozialdemokraten würde dagegen möglich sein, ebenso auch eine reine Rechtsregierung aus Nationalsozia­listen, Deutschnationalen und Bayerischer Volkspariei.

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Parteien und Mandate

Die Wahlkreise

L Ostpreußen: SPD 250 866, DNDP 107 771, Zentr. 85 190, KPD 103 024, DVP 16 474, Volksrechtsp. 1407, Reichs b. deutschen Mittelst. 4403, Deutsch. Landvolk 5330, Disch. Staatsp. 13166, NSDAP 515 445, Chr.-Soz. Volksd. 19 718, Sozialist. Arb.-Partei 1517, Preuß.-Litauische Volksp. 363, Poln. Volksp. 3694, Nationale Opposition, Reichsdankgläub. und Markgeschädigte 942.

Reichstagswahlen 1930: SPD 221900, DNDP 205 700, Ztr. 83 100, PKD. 124 400, (2. Reichspräsidentenwahl 1932 : 85 000), DVP 56 800 /Volksrechtsp. 3300), WP 17 700, D. Landvolk 5000, D. Staatsp. 26900, NSDAP 236 500 (2. Reichspräsi­dentenwahl 1932: 493 200), Chr.-Soz. Volksd. :46100.

2. Berlin: SPD 361 957.DNVP 81967, ' Radikaler Mittelst. 1336, Zentr 46 560. KPD ! 352 444. DVP 5853, Volksrechtsp. 694, Reichs- I Partei d. dtsch. Mittelst. 4187, Disch. Landvolk ! 1643, Dtsch. Staatsp. 26 218, SkSDAP 288 249, I Dtsch.-Hannov. Partei 124, Chr.-Soz. Volksd. 5903, Sozialist. Arb.-Partei 3466, Nationale Oppos. 662, Poln. Volksp. 1456, Kleinrentner r 8598, Rat. Beamte 652, Haus- und Landwirte 4247, Partei d. Ewerbslosen 1260. Zahl der abgegebenen Stimmen 1197 430.

Reichstaaswahlen 1930: SPD 346 000, DNVP 145 000, Ztr. 44 600, KPD 403 700 (1932: 314 900), DVP 27 500 (Volksrechtsp. 1100), WP 27 400. D. Landvolk 4000, D. Staatsp. 53100, NSDAP 158 300 (1932: 331 800), Chr.-Soz. Volksd. 1700.

3. Potsdam II: SPD 287 442. DNVP 109 496, Zentrum 43 650, KPD 175 291, DVP 1 15 596, Volksrechtsp. 282, Reichsp. d. deutschen Mittelst. 4145, Dtsch. Landvolk 6292, Deutsche Staatsp. 45 905, NSDAP 332 779, Deutsch- Hannov. Partei 129, Chr.-Soz. Volksd. 5668, Sozialist. Arb-Pariei 3193, Kleinrentner 5739, Haus- u. Landwirte 4642. Zahl der abge­gebenen Stimmen 1043 724.

Reichstagswahlen: 1930: SPD 285 700, DNVP 164 200, Ztr. 37 700, KPD 217 900 (1932: 168100), DVP 58 800 (Volksrechtsp. 1600), WP 100, D. Landvolk 9300, D. Staatsp. 76 800, NSDAP 184 000 (1932: 415 200), Chr.-Soz. Volksd. 11900.

fk. Berlin. 25. April. Rach der Be­rechnung des W. T. B. umfatzt der neue Preußische Landtag 422 Abgeordnete. Die

Mandate verteilen sich folgendermaßen:

Sozialdemokraten

93 (137)

Deutschnationale

31 (71)

Zentrum

67 (71)

Kommunisten

57 (48)

Deutsche Bolkspartei

7 (40)

Wirtschaftspartei

0 (16)

Staatspartei

2 (22)

Nationalsozialisten

162 (9)

Christlicher Bolksdienst

2 (4)

Landvolk

0 (10

(früher mit Landvolk und

Volksrechtspartei 14)

1 (5)

zusammen: 422 Abg.

Die Parteien.

fk. Berlin. 25. April.

In Preußen

wurden 22 069 849 Stimmen

abgegeben.

Wahlbeteiligung 81 Prozent.

Sozialdemokraten

4 674 943

Tcutschnationale

1 524 931

Zentrum

3 374 413

Kommunisten

2 819 602

Interessengemeinschaft der Klein­rentner u. Juflationsgeschädig.

2518

D.B.P.

330 807

Dolksrechtspartei

Reichspartei des deutschen Mittel­

44119

standes (Wirtschaftspakt, e. B.)

1 910 32

Deutsches Landvolk

Nationale Beamte u. Angestellte

153 562

der freien Berufe

3 885

Deutschs Staatspartei

332 441

Nationalsozialisten 8 008 219

Haus- und Landwirte

67 405

Hannoveraner

63 803

Christ!. Bolksdienst

255 068

Sozial. Arb.-Partei

Partei der Erwerbslosen sür x

80 437

Arbeit und Brot

3461

Polnische Bolkspartei

5 731

Radikaler Mittelstand

9949

Nationale Sammlung

6 515

Nationale Front (Junge Rechte)

13 942

Liste Schalier

4 570

Nationale Deutsche Arb.-Partej

11 592

Litauer

363

Frisische Heimat

2 301

Deutsche Einheitspartei

1329

4. Potsdam T: SPD 339 610, DNVP 114 564. Zentr. 29 226, KPD 203 887, DVP 11928, Volksrechtsp. 1165, Reichsp. d. dtsch. Mittelst. 9183, Disch. Landvolk 2419 Deutsche. Staatsp. 25 597, NSDAP 436 528, Chr.-Soz. Volksdienst 7341, Sozialist. Arb.-Partei 3868, Nation. Oppos. 300, Haus- u. Landwirte 9353, Kleinrentner 10 252, Nationale Beamte 1439, Partei d. Erwerbslosen 1418, Poln. Volksp. 278. Zahl d. abgegebenen Siimmenl 209 905.

Reichstagswahlen 1930: SPD 230 000, DNVP 159 500, Ztr. 26 900, KPD 230 000 (1932: 182 800), DVP 38 600 (Volksrechtsp. 3200). WP 47 500, D. Landvolk 27 900, D. Staatsp. 40 200, NSDAP 215 900 (1932: 483 600). Chr.-Soz. Volksd. 13 400.

5. Frankfurt a. d. O.: SPD 238 233, DNVP 96 340, Zentrum 58 575, KPD 68 481, DVP 12 653, Volksrechtsp 1743, Reichs, d deutschen Mittelst. 6298, Dtsch. Landvolk 7396, Deutsche Staatsp. 13196, NSDAP 410 389, Chr.-Soz. Volksd. 7864, Sozialist. Arb.-P. 1580, Haus- u. Landwirte 8494, Nationa. Opposition 590, Poln.-Kath. Volksp. 4952. Zahl d. abgegeb. Stimmen 936 814.

Reichstagswahlen 1930: SPD 240 300, DNVP 119100, Ztr. 25 600, KPD 84 300 (1932: 57 400), DVP 34 500 (Volksrechtsp. 3500). WP 32 000, D. Landvolk 62100, D. Staatsp. 27 300, NSDAP 204 6.0 <1932: 421900). Chr.-Soz.-Volksd. 20 500.

6. Pommern: SPD 241 144, DNDP 175 876 Zentrum 12 261, KPD 78 942, DVP 11840 Reichsp. d. dtsch. Mittelst. 8047, Dtsch ßanb« volk 4406, Deutsche Staatsp. 16 165. NSDAP 450 875, Chr.-Soz. Volksd. 8398, Sozial Arb.- Parte, 2268, Haus- u. Landw. 9935, Reichs.