Bette 4
OtftfrflW Seftimt, Äertwr« <L L, Donnerstag, HR 21. UpM 1988
Ur. 93
Der Tag der 30000
Aus dem Gerichtssaal
dringend, baß weibliche Hausangestellte, dre mit der Absicht umgehen, sich eine neue Existenz im Auslande zu schaffen, an das Deutsche Auslandsirrstitut in Stuttgart ,lch wenden sollen. Die V ermittlung seitens des Instituts wird kostenlos durchgeführt.
Tagesanzeiger.
Donnerstag, den 21. April.
DergnLgnngsanreiger.
Safe Markees, Reitgaffe: Ab 20 Ahr: Konzert.
Safe Detter, Reitgafft: Ab 20 Ahr: Eftin Seidel mit seinen Jazz-Symphonikern.
Stadtkeller: „Frühling am Rhein", Kapellmeister CorciliuS.
Capitol, Biegenstraße: 17 und 20.15 Ahr: „Der Herr Finanzdirektor".
Kamera, Kasernenstrahe: 17 u. 20.15 Ahr: „Mädchen in Uniform“.
Versammlungen, Vorträge, sportliche Veranstaltungen «sw.
Deutsche Dolkspartei: 20.30 Ahr im Saal Freidhos: Oeffentl. Wahlversammlung. Redner: Herr Landgerichtsdirektor Stendel, M. d. L.
Hiller spricht in Marburg! Das war der I Gesprächsstoff der letzten Tag«, war das I Stichwort, das allenthalben zündete. Jeder I — auch der Richt national! ozialift — wollte I Hiller einmal gehört und gesehen haben. I So genügte die Kunde von seinem Konv- I men, um ungeheure Menschenmassen auf die Beine zu bringen. Marburg erlebte I einen DerkehrStag erster Güte, wie ihn I sich unsere Gewerbetreibenden und Gast- I wirte nicht besser wünschen konnten. And I was dabei unseren Stadtverordneten b<-- I stimmt gefallen dürfte: der DerkehrStag । kostete nichts. Keine Reklame war nötig, I der Raine Hitlers allein genügte, um Tau- I sende und Abertausende nach Marburg zu I führen.
I Schon am frühen Dorrnittag beginnt I 'der Anmarsch.
I Zuerst einzelne Unentwegte, die die Zeit nicht abwarten können. Um die MittagS-
I Seit belebt sich das Bild. Immer neue Scharen ziehen in Marburg ein, sie kom-
I men mit den fahrplanmäßigen Zügen der I Reichsbahn, mit Omnibus-Sonderwagen, mit Kraftwagen, zu Rad und zu Fuß. Oft
I von weit her, wie man feststellen kann, aus I Oberhessen, dem Siegerland und West- I falen. Die Autoparks füllen sich. Der Schwerpunkt der Stadt verschiebt sich nach der Bürgerwiese. Der Menschenstrom reißt nicht mehr ab, es ist eine lange schwarze Kette, an die man sich anschließen muh, wenn man mitkommen will. Kurz nach 5 Uhr stehen bereits Tausende vor dem großen Zelt, warten auf die Zeltöffnung und vertreiben sich die Zeit mit gemeinsamen Gesängen. Die Würstchenbuden und Der- kaufsstände finden regen Zuspruch, denn mancher hat seine Derpflegung vergessen. — Inzwischen ist die Uhr weitergerückt und
Sonderzug auf Sonderzug
■ rollt in den Hauptbahnhof ein, aus der Schwalm, dem Wohratal. Corbach, Frankenberg, Dillenburg und Gießens Mindestens 6—7000 Menschen steigen hier aus — und im Sturmschritt gehts zum Bahrchof hincrusch
Dank des mustergültigen Ordnungsdienstes des RSDAP. und der hiesigen Po
lizei, die lediglich durch Landjäger verstärkt worden war, vollzieht sich der Anmarsch ohne jede Schwierigkeiten und in vollster Ordnung. Die Freiwillige Feuerwehr und die Sanitätskolonne sind auf dem Posten, letztere braucht aber nur in keinen Fällen in Tätigkeit zu treten.
Inzwischen hat sich das Riesenzelt mit 23 000 Personen gefüllt, von denen die NSDAP. 1000 Personen Freikarten zur Verfügung gestellt hatte. Aber noch 4—6000 Menschen stehen vor dem Zelt, um hier die Rede Hitlers zu hören. Die Straßen unserer Stadt sind dafür erschreckend leer geworden. Zaghaft flattern überall die Laternen auf Und plötzlich flutet das elektrische Licht taghell durch den Riesenbau. Das Auge faßt kaum das wogende Meer von Menschen. Um die Stimmen der Redner bis in die letzten Ecken übertragen zu können, hatte die Firma Steinmetz eine große Lautsprecheranlage eingebaut, die selbst in Weidenhausen zu hören war. Ein Electrola sorgt bis zum eigentlichen Beginn der Veranstaltung für die Unterhaltung der Massen.
Dann tritt der sächsische Landtagsabge- vrdnete Studentkowskl“vor das Mikrophon. Er spricht mit klarer Stimme bis kurz nach 10.30 Uhr. •
Kurz nach 10.30 Uhr betritt Adolf Hitler das Zelt. Stürmische Heilrufe begleiten ihn bis zur Rednertribüne, wo ihm zahlreiche Blumenspenden als Huldigung anläßlich seines 43. Geburtstages überreicht werden. Aber auch hier kann Hitler zunächst noch nicht sprechen, denn die Heilrufe verbieten es — bis dann endlich Ruhe eintritt. Hitler spricht bis 11.40 Uhr und 30 000 Menschen hören ihn. Als er endet, bricht stürmischer Beifall aus und wieder begleiten ihn Heilrufe bis zum Ausgang des Zeltes.
Als das Horst-Weffel-Lied verklungen ist, lösten sich die Massen auseinander, d. h. Tausende schieben sich zum Bahnhof oder durch die Weidenhäuser Straße. Noch einmal flackert dann Leben in den Caststätten auf — denn man bespricht hier den Tag der«6N 000. s—r.
* Polizeiliches. In der Nacht zum 21. April wurde hier in der Nähe eines hiesigen Hotels ein Motorrad gestohlen, Marke Ardi, schwarzer Rahmen, Fabriknummer 1D 255, Eestellnummer 16 720, Motorennummer 18181. Hupraum 484 ccm. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei.
* Mit dem eigenen Gespann verunglückt. Mit schweren Beinbrüchen und sonstigen Verletzungen wurde der Landwirt Bäum er aus Hatzfeld in die hiesiae Klinik eingeliefert. Als er mit seinem Gespann eine abschüssige Straße bei Hatzfeld befuhr, hatte sich der hintere Teil des Wagens gelöst, wobei Bäumer zu Fall kam und von den durchgehenden Pferden noch etwa 100 Meter weit mit- gefchleift wurde.
* Schweinemarkt. Auftrieb: 830 werkel und 45 Läufer. Es kosteten Ferkel bis 6 Wochen alt 10—14 M, 6—8 Wochen alt 14 bis 16 M, 8—13 Wochen alt 18-22 M das Stuck; Läufer je noch Qualität 25—40.* das Stück, größere Schweine bis 100 M. Der Handel war mittelmäßig.
,^*.Zur Stadtverordnetensitzung ist ^lchtigzustellen, daß der Antrag Sonnen- ba^in ging für die Verkehrswerbung
12 000 M zur Verfügung zu stellen. Dieser Antrag wurde auch angenommen.
. Das Musikkorps des Ausb.- Batl. 15 konzertiert am Freitag, dem 22 April 1932, von 11—12 Uhr an der Chirurgischen Klinik.
* We st deutsche Akademische Rundschau. Heute wird durch unsere Zeitungsträger wiederum die erste in diesem Semester erscheinende Ausgabe der Westdeutschen Akademischen Rundschau den Profesioren und Studierenden zugestellt. Die Wirtinnen werden höflichst gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß die „WAR“ in die Hände der bet ihnen wohnenden Studierenden gelangt.
* Der Verband Kurhess. Niederungsviehzüchter und der Verband Kurhess. Schafzüchter veranstalten am Mittwoch, dem 18. Mai, I vormittags 10 Uhr in Euntershausen eine I gemeinsame Versteigerung von schwarz- I bunten Bullen und Böcken des schwarz- I köpfigen deutschen Fleischschafes Es kam- I men etwa 30 Bullen und 50 Böcke zur Der- I steigerung. Außerdem findet ein freihändiger Verkauf von Ebern und Eber- I ferkeln statt. Näheres wird noch durch I Inserat bekanntgegeben. |
^^.Literarische Gesellschaft. Frank I Thieß, als Dichter langher und wohl- I bekannt, wird die Vortragsreihe der hiesigen I literarischen Gesellschaft durch seinen Vortrag I am kommenden Montag, dem 25. 4. beschlie- I Ben. Wie wir hören, liest Frank Thieß an I diesem Abend, der 20 Uhr pünktlich im großen Hörsaal des Landgrafenbauses beginnt, I Bruchstücke aus seinem Roman: Der Zen- I taur. Es ist erfreulich, daß uns gerade I oicfer Teil seines Gesamtwertes geboten wird I cis der Schlußsatz seiner „Jugend"-Romane. Hier schildert Frank Thieß mit großartiger I Steigerung eine neue Jugend, die aus dieser Zeit mit gefährlicher Erb,-haft eigene Erobe- I rungcn zu tätigen hat. Mit Spannung kann |
Mardlirgrr Sladlzrttimg
Mardurm Ferienkurse 1932
Die bekannten, alljährlich an der Mar- aurger Philipps-llttioer i ät veranstalteten und bereits im 29. Jahrgang stehenden „Deutschen Ferienkurse" finden in diesem Jahr vom 1.—28. August statt. „Deutschland in der Gegenwart" lautet das Thema des Hauptlehrganges. Er glieber sich in drei, Den ersten Wochen entsprechende Teile: Die geistigen Grundlagen, die wirtschaftlichen Unterlagen, die politischen Kräfte und ihre Auswirkungen. Die erste Woche wird von Wissen- schaftlern lButtmann - Marburg, Dacqus- München, Eibl-Wien, Pleyer-Berlin und Cmend-Berlin), die zweite von Praktikern (Kirchhauff-Hamburg, Frhr. von Lüninck- Donn, Erat Schwerin von Krosigk-Berlin, Sogemeier-Äerlin und Tertor-Marburgs bestritten. In her dritten Woche kommen Politiker zu Wort, deren Namen noch bekannt gegeben werden. Für die Ausländer erschließt sich ein Land nicht ohne seine Sprache. Deshalb stehen im gleichen Rang besondere Kurse in deutscher Sprache und Literatur für die verschiedenen Stufen der Vertrautheit. Sie werden von bewährten Marburger Lehrkräften abgehalten. Um ein Gegengewicht gegen die geistige Arbeit zu schaffen, wird Gelegenheit zu Leibesübungen und zur Pllege praktischer Volksmusik gegeben. Es finden Führungen durch die Kunststätten Marburgs statt. Der Abend dient allerlei Veranstaltungen, besonders geselliger Art. An den Wochenenden werden Ausfluge in die weitere Umgebung Marburgs unternommen. Auf der sich in der vierten Woche anschließenden Studienfahrt durch das Maintal von Frankfurt über Aschaffenburg. Wertheim, Rotenburg o. T., Würzburg, Nürnberg, Bamberg nach Coburg sollen deutsche Gegenwart und Vergangenheit unmittelbar zur Anschauung gebracht werden. Infolge besonders günstiger Vorbedingungen stellen sich die Kosten eines Marburger Ferienaufenthalts verhältnismäßig niedrig. Mit näheren Auskünften, ausführlichen Dorlesungsverzeichuisien. Druckschriften usw. dient kostenlos die „Geschäftsstelle der Marburger Ferienkurse", Marburg (Lahn), Rotenberg 21.
Vor dem Großen Schöffengericht wird heute | E, Totschlag in Obereisenhausen verhan- Delt, der sich am Fastnachtsdienstag ereignete.
Zu verantworten hat sich ein junger Mann namens Hinn aus Niederhörlen.
. Arn Fastnachtsdienstag begaben sich einige lunge Leute von Niederhörlen nach Ober- etsenhausen, um an einem Fastnachtsvergnii- gen teilzunehmen. Die jungen Leute wurden aber in den Tanzsaal nicht hineingelassen und begaben sich darauf in eine andere Wirtschaft feWen aber bald wieder zum Tanzlokal zu-
Ster geriet der Angeklagte mit einigen Burichen aus Obereisenhausen in Streit. 3m Arlauf dieses Streites sagte ein Bursche von Obereifenhausen zu dem Angeklagten: „Es ist gut, dag ttf; dich hier treffe" und versetzte ihm eine Ohrfeige. Das war das Zeichen zu einem Xampf zwischen dem Angeklagten und drei «urschen aus Obereisenhausen. Der Ange- klagte zog sein Taschenmesser und stach um sich
™ •*?be! haf er einen jungen Mann aus Oberersenhausen, der sofort tot zusammen stürzte. Ein zweiter Betei- .üter..wurde durch zwei Stiche am Bauch und »er DerI^ * 0 er in die Marbur-
Klinik gebracht werden mußte, wo er kormte" Ia0e" °IS geeilt entlasten werden
^"-"klagte bestreitet nicht, gestochen zu “'fi aber in sogenannter Notwehr gehandelt haben. Den ganzen Abend habe man ihn in der Wirtschaft mit den Worten „Nacht-
man dem Vortay dieses Werkes »aus dem Munde seines Schöpfers entgegensehen, zumal Frank Thieß auch Meister des gesprochenen Wortes ist.
, *. „6 e n i a I i t ä t und Eeisteskrank- hett.“ Wie angekündigt, spricht Lic. Robert Goebel in einem öffentlichen Vortrag zum Thema: „Der Mensch zwischen Genialität und Geisteskrankheit" Freitag, den 22. April, 20.15 Uhr, Universität [(Etng. Reitgaste), Hörsaal 12. (Siehe heutige Anzeige.)
* Arbeitsrnöglichkeit für Hausangestellte im Ausland. Trotzdem, wie bekannt, die Einwanderungsbestimmungen in den meisten Länder im Laufe der Wirtschaftskrise immer schärfer gehandhabt werden, besteht nach einer Mitteilung des Deutschen Auslands- mstituts, Stuttgart, doch sehr oft die Möglichkeit, Hausangestellte jeder Art, vor allem Köchinnen und Dienstmädchen in anderen Ländern unterzubringen. Denn gerade die deutschen Hausangestellten genießen draußen den Ruf außerordentlicher Tüchtigkeit. Vorbedingung ist jedoch, daß sie langjährige gute Zeugnisse aufweisen können. Das Institut empfiehlt jedoch
Wächter, blas einmal in dein Horn!" gehänselt,, und auf dem Hof habe ihm dann ein Bursche von Obereisenhausen eine Ohrfeige gegeben. Er habe bann sein Taschenmesser gezogen und sich gegen die nun folgenden Angriffe zur Wehr gesetzt. Dabei habe er zwei Burschen mit dem Mester getroffen. Er sei dann mit seinen Freunden nach Niederhörlen davongelaufen. Mehrere Burschen hätten ihn verfolgt, und dabei habe er mit dem Mester wieder einen verletzt.
Einer der Verletzten gibt als Zeuge zu, dem Angeklagten H. eine Ohrfeige versetzt zu haben. Darauf habe der Angeklagte sofort gestochen. Weitere Angriffe seien von ihm und seinem Freunde, dem Getöteten, nicht erfolgt.
Der Landjägermeister könne von der ^at selbst nichts sagen, bestätige aber, daß der Angeklagte die Tat sofort zugegeben har.
Der zweite Verletzte gibt an, daß er den Angeklagten verfolgt habe. Er habe dem Angeklagten in das Gesicht geleuchtet und dabei einen Messerstich bekommen.
Bei Schluß der Redaktion geht *bte Verhandlung noch weiter.
Der Verhandlung wohnen eine größere Zu- horermenge aus Ober-, Niedereisenhansen und Niederhörlen bei, da bekanntlich der Vorfall am Fastnachtsdienstag großes Aufsehen erregt hak. —n.
Gottesdienst.
Donnerstag, den 21. ApriL Ockershausen. 20 Uhr: Bibelstunde, Pfr. Bork.
Haus Bethanien am Ortenberg. 2020 llhr: Eemeinde-Bibelstunde, Pfr. Fliegen- schrnidt.
Reformierte Gemeinde. 20.15 llhr: Bibelstunde in der Kreuz - Kapelle der Univ.-Kirche, Pfr. Veerhoff.
Bekanntmachung
i Abdruck aus dem amtlichen ÄreKNatt.
Iagdverordmmg.
Der Bezirksausschuß hat in seiner Sitzung vom 8. April 1932 auf Gmnd von § 40 der Preuß. Jagdordnung beschlosien, die Schonzeit für Rehböcke bis zum 28. Mai 1932 einschl. zu verlängern, sodaß die Schußzeit am 29. Mai 1932 beginnt.
Kassel, 14. April 1932.
Der Regierungspräsident.
Wird veröffentlicht: 2256
Marburg, 18. April 1932.
Der Landrat.
I. D.: Seufer.
SefchSftlkch« Mitteilung.
):( Di« klug« Dänen. Es spricht für den klugen Sparsamkeitssinn der Dänen, daß sie fast dreimal so viel Margarine verbrauchen wie die Deutschen. 17,6 Pfund Margarine pro Kopf und Jahr verbraucht Deutschland, 49,6 Pfund Margarine verbrauchen die reichen Dänen. — Hören Sie im Radio die klugen Hausfrauen Sanne und Ella! Sie werden Ihnen verraten, welche Votteile es hat, Sa- nella-Margarine zu verwenden: als Brotaufstrich, zum Braten und Backen, zum Kochen. Die moderne Hausfrau macht sich den Fott- fchritt zunutze. Sie nützt dem Haushalt, wenn sie immer Sanella verwendet.
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Don Diplom-Turn. und Sportlehrer K. Lamprecht.
Mehr und mehr hat sich neben dem Geräteturnen fett einigen Jahren eine neu« Turnform einen Platz im heutigen Schich und Äereinsturnen erobert, die man als natürliches Turnen bezeichnet. Ihr Hanoi, rnerkmal befiehl barm, das Gerät als eh, Hindernis zu bettachten, das man auf bell«, bige Art zu überwinden hat. 3m Gegensatz zur gebundenen Form des Geräteturnens ät hier eine Auflockerung des Bewegungsablau, fes eingetreten. Besonders als Wettkampf, form förbert dieses Turnen einen frisch-froh, lichen Betrieb, bei dem auch der Schwächst« mit Leib und Seele mitmacht. Der Vortest dieser neuen Betriebsform besieht außerdem darin, daß sie auch unter einfachsten Ver- hältnissen geübt werden kann. Besonder; unsere Turn- und Sportvereine auf dem Lande können daraus Nutzen ziehen, da sie meist keine Turnhallen und auch nur wen«« oder gar keine Geräte besitzen. Die ast. gemeine Notlage verbietet die Neuan- schaffung.
„Schlichtes Turnen" deutet an, daß Mit. teil und Formen absehen von jedem Hebet- flüssigen und Entbehrlichen. So werd« Feldsteine als Ersatz für fehlende Eisenkugeln afe Iongliergerät benutzt werden. Sie hab«, den Vorzug, nichts zu kosten imb sind leicht zu finden. Für wenige Pfennige sind klein« Säcke zu nähen und mit Kies oder Sand zu füllen. Sie sind vollwertiger Ersatz für die teuren Medizinbätte und haben imbe- grenzte Anwendungsmöglichkeit: sie werden sich gegenseitig zugeworfm, bei Geschicklichkeitsübungen verwendet und bienen als Belastung bet Hebenden bei Heberwindung von Hindernissen.
Sogar Fässer finden sich als Turngerät wieder. Em altes, undicht gewordenes Faß ist sicher irgendwo mit Leichtigkeit aufattreiben. Dem Safelaufen steht nichts mehr im wege. Zuerst mit Unterstützung, dann allein. Weitläufe auf dem Faß, Fischerstechen erhöben die Stimmung — auch für die Unbeteiligten. Stellt man das Faß auf eine der beiden flachen Bodenflächen, ersetzt es den Bock. — Eine ausgezeichnete Sprung- schule ist das Kistensprmgen. Man kann die Kisten, die auch ohne große Schwierigkeiten zu beschaffen sind, im freien Hochsprung überspringen, oder mit Belastung durch Stein oder Sand sack. Schlußsprünge in deckellose Kisten und wieder heraus sollen selbst für geübte Springer nicht ganz einfach sein. Größere und stärkere Kisten .lassen schwierigere Hebungen «Hintersprünge oder Heberschläge) als Ersatz für die Pferdübungen ausführen.
Ein wertvolles Mittel zur Kräftigung des ganzen Körpers ist die alte Voltsübung des Baumstammwerfens. Sie schuft Kraft imb j Geschicklichkeit. \
So ist alles Einfache imb Natürliche wM- kommen, um ein lümmelhaftes imb vollwertiges Turnen durchzuführen — trotz der Not, wegen der Not.
Jene alte Weisheft Platos: „Alle Gymnastik sei einfach!" gewinnt neue Bedeutung und einen neuen Smn.
* « Fahl war, Gepäck abfert nähme Gepi gegen aufzuk fangsl gefeit auf ix und 1 Ohne Faller eine i Das । Einir«
Schone weiße Zähne
schon nach einmaligem Putzen mit der herrlich erfrischend schmeckenden „Chlorodviu-Zahnpasle", schreibt uns ei*
Raucher. Tube 60 Ps. und 80 Pf. Versuch überzeugt.