Einzelbild herunterladen
 

edtt x

CTerltefftWte 3ttflnig. Marburg «. L. Doemerstag, d« 21. April ISZ2

Adolf Hitler in Marburg

Die Kundgebung der N. S. D. A. P. auf der Vürgerwiefe

«r. sz

Es wird immer Geheimnisse geben um den Erfolg einer großen Sache. Es wird auch immer ein Geheimnis schweben über der Be­geisterung der Massen, die die einen gering schätzen, die anderen verherrlichen. Es wird aber niemals zugestanden werden dürfen, daß ein Glaube verketzert wird, der Millionen über die Not des Alltags zu neuer Hoffnung und Zuversicht erhebt. Tas Programm einer Partei, Wollen und Wirken eines Führers unterliegen der Kritik, denn wir find dazu da, zu wachen und zu warnen, allen ehrlichen Kämpfen Beachtung und sachlich wägendes Urteil zu geben. Die Begeisterung der Hof­fenden und zu neuem Glauben Erwachten se- doch wollen und dürfen wir nicht schmähen und schmälern. Denn es sei wie es wolle, in der Erinnerung wird jede Stunde einmütiger Erhebung fortleben als ein köstliches Ee- schenk.

Was Marburg gestern erlebte, war eine Stunde überwältigender, mitreißender, er­hebender Begeisterung. Es ist wie ein Wun­der, fast wie ein Traum — und doch haben es Zehntausende erlebt, Zehntausende bat es durchwühlt und zusammengeriffen. Weil es seit fast Mei Jlchrzehnten nicht mehr war, in Jahrzehnten vielleicht nicht wiederkehrt, wol­len wir es zu halten versuchen.

Es war der 20. April, der Geburtstag Adolf Hitlers, den er im Zeichen des Kampfes begehen muhte. Ein Tag jubelnder Begeiste­rung, stürmischer Verehrung für den Führer der deutschen Freiheitsbewegung Hundert­tausende haben ihm gestern in Dessau, Halle, Kassel und Marburg zugejubelt. Es war ein Tag der Trauer für den anderen Redner des Abends, den auf der Fahrt nach Marburg die Nachricht vom Tode seines Bruders erreicht hatte. Aber dieser Redner, der Landtagsabge­ordnete Studentkowski, erfüllte dennoch seine Pflicht, die Riesenversammlung auf das Kommen Hitlers vorzubereitetz. Er erinnerte daran, daß nun Tag für Tag solche Riesen­kundgebungen überall in Deutschland statt­fänden, wo Adolf Hitler erscheine. Das deutsche Volk lebe in einer Zeit, die erfüllt sei vom Umbruch alles dessen. was in der Po­litik bisher Geltung hatte. Bismarck, der genialste Staatsmann, den unsere Geschichte kenne, habe 1870/71 fertig gebracht aus ein paar Dutzend Königreichen^ Fürstentümern und Territorien einen einheitlichen Staat zu schaffen. Aber in der Stunde der Gründung habe dieser Staat schon den Kern der Zer­setzung in sich getragen, eine Zersplitterung in Konfessionen und Parteien, der wir es letzten Endes zu verdanken hatten, daß Deutschland die Kraftprobe des Weltkrieges zum Schluß nicht bestand. Wenn diese Zersplitterung an­dauere, werde das deutsche Volk außen­politische Entscheidungen niemals bestehen können.

Im Jahre 1930 sei zum ersten Mal die nationalsozialistische Bewegung mit einer nach­weisbaren Anhängerschaft von 6Vs Millionen in die Erscheinung getreten. Sie sei inner­halb eines Jahres auf das Doppelte ange- wachsei?. Keine andere Bewegung habe je­mals einen solchen Umfang erreicht. Wenn die Gegner Hitlers erklärten, er sei am 10. April geschlagen worden, so geschehe das aus einer Betrachtungsweise heraus, die Sieg und Niederlage danach entscheidet, ob jemand einen P o st e n bekommen hat oder nicht. Wer die Versammlungen der NSDAP sehe, der müsse sich darüber klar fein, daß so eine ge­schlagene BGvegung gewiß nicht aussehe. Die (Erringung der Neichspräsidentenwürde sei für die NSDAP nicht das letzte Ziel. Es fei auch nicht das letzte Ziel, am kommenden Sonntag möglichst viele Mandate und durch sie einige Ministerposten zu erhalten.

Es sei ttnb bleibe das Ziel der NSDAP, die Einheit der Nation herbxizuführe».

JedeMachtposition, die errungen werden könne, werde nur in den Kampf um die deutsche Nation eingesetzt. Wenn Adolf Hitler am 10. April Reichspräsident geworden wäre, so hätte er nicht etwa ein objektiver und überparteilicher Reichspräsident sein können. Er hätte die Aufgabe gehabt, der oberste und erste Vorkämpfer gegen die marxistische Volkspest in Deutschland zu sein. Er hätte im Namen des deutschen Deutschland ge­gen das andere Deutschland bis zum letzten Atemzug gekämpft. Er hätte mit staatlichen Machtmitteln das fortgeführt, was er nun 'chon 13 Jahre als Privatmann ohne diese Machtmittel getan habe. Der Kampf der Nationalsozialisten sei am 10. April ebenso wenig zu Ende wie am 24. April. Der Kampf werde immer weiter gehen. Der Staat sei kein Ding an sich, fei nicht der Staatsmänner wegen oder um der Parla­mente willen da. ein Staat sei nie und nim­mer für etwas anderes da als für das Volk, das dielen Staat bewohnt. Wer im Staat dienen will, soll durch Begnadung und Be­gabung dazu berufen fein. Darum stehe die NSDAP zu allen Sntereffentenparteien im schärfsten Widerstand. Die NSDAP wolle gewiß eine radikale Partei sein, sie wolle der Urlache unserer Not an die Wurzeln gehen, den Krankheitserreger vernichten. Wer die­sen Krankheitserreger suche, solle es sich nicht zu bequem machen und immer nur: Der 2ude! sagen. Wir mühten die Schuld auch bei uns selbst suchen. Wir hätten das Volks­tum in seiner Eigenart, die Wehrhaftigkeit nach außen unb die Organisation nn Innern mißachte^ In diesen drei Grundfragen seien fremde Anschauungen übernommen worden, Internationalismus, Pazifismus und Kapita- Ilsmus. tote müssen beseitigt werden, ehe an eine Rettung überhaupt zu denken sei. Das

Deutschtum eines Stein, Martin Luther, Bach, Goethe und Schiller könne und dürfe niemals in einem formlosen Menschenbrei auf­gehen. Ein Volk, das solche Männer her­vorgebracht habe, besitze auch heute noch Wette genug, um dem deutschen Volk selbst und der Menschhett in feiner Eigenart erhalten zu bleiben. Wenn ober eine Gruppe des Volkes die internationale Solidarität, eine andere Standesdünkel und lleberlegen- heft durch den Besitz höher stelle, dann werde dieses Volk zu Grunde gehen. Wenn das Volk sich in 20 politische Parteien zersplit­tere, wenn 20 Gruppen durch solche Par­teien ihre eigenen Interessen vertreten woll­ten. wo bleibe da die Kraft, sich im Kampf nach außen zu behaupten. Ein Volk, das sich nach außen nicht wehren könne, komme unter die Räder der Weltgeschichte und werde erbarmungslos zermalmt.

Der Redner wandte sich dann gegen den Lügenfeldzug, der gegen die NSDAP, ge­führt werde, um das Volk irre zu machen. Es gebe keine Gemeinheit aut der Erde, deren die

NSDAP, nicht verdächtigt würde. Dabei stehe ja garnidjt zur Debatte, was die NSDAP. «etan ober nicht getan habe. Zur Debatte ehe lediglich, was die Gegner 13 Jahre lang am deutschen Volk getan haben. Davon möchte man jetzt ablenken. Es bleibe die histottsche Aufgabe Hitlers, die staatliche Ein­heit, die Bismarck geschaffen habe, durch die völkische Einheit nach Innen zu ergänzen. Die NSDAP, sei weder eine Rechtsgruppe noch eine Linksgruppe, sie sei eine Bewegung, die in allem, was sie tue, immer nur deutsch lein werde. Das Ziel sei mir erreicht, wenn auch der letzte Deutsche in bitfem Sinne Na­tionalsozialist geworden sei. So gebe es im­mer nur Kampf, immer mir Angriff. Und je häufiger man die NSDAP, tot sage, umso lebendiger werde sie. Je mehr gesagt werde, diese Bewegung sei eine Sammlung von Irr­sinnigen, umso mehr vernünftige Menschen fänden zu ihr den Weg. Niemals werde die NSDAP, die wahnsinnige Zerspsitterung in Patteien und Gruppen anerkennen, sie wolle nur eilt Volk, einen Staat, ein Schicksal.

Begeisterung ohne Grenzen

Adolf Hitler über den Schicksalskampf der Nation

Die Ausführungen des Redners wurden oft von stürmischem Beifall Unterbrochen. Aber dieser Beifall wollte keine Grenzen finden, als dann nach längerem Watten

Adolf Hitler

selbst erschien. Er wurde nur begleitet von einigen Leuten seiner nächsten Um­gebung. Während die Jubelruse der Zehn­tausende das Zelt durchtobten, überreichten ihm der Schwälmer Bauer Möller und einige Kinder in Tracht Blumen zu feinem Ge­burtstage. Es dauerte fast 10 Minuten, bis sich der Beifall gelegt hatte und Adolf Hit­ler das Wott ergriff. Er führte etwa das Folgende aus:.

Das Bild, das Sie heute hier sehen, wiederholt sich nun bei meiner Fahrt durch ganz Deutschland. So war es vorgestern in Schlesien, gestern in Ostpreußen, heute schon in Dessau, Halle und Kassel. Sie erkennen, daß eine Nation im Aufbruch begriffen ist. Unsere Gegner wollen das nicht sehen. Sie sagen, uns fehlten die Köpfe. 14 Jahre lang haben sie regiert, aber nicht gezeigt, daß die Köpfe in ihrem Lager sind. Sie haben ein­mal Kaiser und Fürsten entthront, um sie-zur Verantwortung zu ziehen. Auch mir werden Rechenschaft fordern. Unsere Gegner können heute nicht wagen, wie wir vor das Volk hin- 3Utreten. Sie haben den Arbeitern das Paradies versprochen, den Bauern Absatz und Verdienst, aber gerade ihre materiellen Ver­sprechungen sind furchtbar widerlegt worden. Sie können nicht wagen, auf eigene Leistungen hinzuweifen, nun zerbrechen sie sich die Köpfe, was diejenigen tun könnten, die nach ihnen kommen. Aber das ist nicht der Sinn der Demokratie.

Der wahr« Stan der Demokratie ist, daß sie selbst zeigen, was sie gut gemacht haben.

Das Urteil darüber wird allerdings _ ver­nichtend ausfallen. Sie haben einen blühen­den Staat übernommen, der bewiesen hat, wessen das deutsche ®oltefä6ig ist. Dieser Staat war vielleicht verhaßt und gefürchtet, weil er stark war. Aber sie haben in ihm das größte Reich der Welt übernommen. Nie­mand hat sie gerufen. Sie sind gekommen als Ankläger und Richter. Sie dürfen sich heute nicht beklagen, wenn über sie gerichtet wird.

Parteien sind nicht wettvosier als Kö­nig«, wenn sie versagen. (Langanhalten­der stürmischer Beifall.)

Das geschmähte alte Softem hat in 50 Jahren das Volk groß gemacht. Das neue System hat in 14 Jahren Unwiederbring­liches verwirtschaftet. Nun sagen sie von uns: 3br werdet die deutsche Nation zersplittern und in den Bürgerkrieg führen. Kann man denn das deutsche Volk noch mehr zersplit­tern? Wollen die von Zersplitterung reden, die mit 18 Wahlvorschlägen ihre Zersplitte­rung beweisen? Wir Haven eine einheitliche Millionenbewegung geschaffen. Man lasie mir nur Zeit. Wenn ,ch einmal 85 Jahre alt ein werde, dann ist das Werk der Einigung gelungen. Wenn man heute die Parteien ragt, was habt ihr gehalten von euren Ver- prechungen. dann sagen sie. wir mußten mit anderen zusammen regieren und konnten nicht, wie wir wollten. Also bei der Arbeit waren ie sich nicht einig. Einig sind sie sich nur in der Knebelung und Unterdrückung unserer Freiheitsbewegung. Sie sagen, die NSDAP werde die deutsche Wirtschaft zerstören. Welche Wirtschaft? Ist denn überhaupt noch etnrzs da. was nock mehr zerstört, noch mehr in Un­ordnung gebracht werden könnte? Sie sagen: Eine neue Inflation! Auf dem Gebiet sind mir keine Fachmänner. Hier sind unsere Geg­ner Fachmänner. Sonst suchen ste, schnüffeln sie und finden sie immer die Schuldigen. Wenn sie gewollt hätten, die Schuldigen am Jnflattonsverbrechen hätten sie auch finden können. Sie reden von den sozialen Er­rungenschaften. Meinen sie den Achtstunden­tag? Wir haben ja heute schon zum Teil eine Achtstundenwoche! Wo ist Oie Freiheit? Die nach außen kennen wir, die nach innen noch be||et. Sie reden von Religion. In Rord-

deutschland sagen sie, ich sei ein verkappter Jesuit, ein Romhöriger. In Süddeutschland sagen sie, ich sei ein Ketzer, ein Wotans­anbeter. Sie lügen über uns. Sie spielen Stadt und Land, Arbeiter und Unternehmer gegeneinander aus, um, uns zu treffen. Sie tauschen mit allem Besorgtheit für das kom­mende Deutschland vor. S i e haben in 13 Jahren die Einheit des jetzigen zerrissen. Das Schlimmste aber ist, daß sie über Deutschland das Leichentuch der Verzweiflung und Hoff­nungslosigkeit gebreitet haben. Wir sollen nicht mehr glauben. Deutschland ist kein Fak­tor des Willens mehr. Von uns sagen sie, mir würden die Grenzen nicht verteidigen. Das wagt die Partei zu sagen, die nur Den Pazifismus kennt. Allerdings sind für uns Oberschlesien, Danzig und Ostpreußen keine Gebiete, mit denen man politische Geschäfte macht. Alle diese Gebiete können nur gerettet werden, wenn der Lebenswille der Nation hinter ihnen steht.

Einen Vorwurf erheben sie gegen uns mit mit Recht: Wir wollten die Parteien be- settigen. Jawohl; das wollen wir! Ich habe vor 13 Jahren einen Schwur getan, ich will eine Bewegung schaffen, die diese Patteien der Zersplftterung zerschlägt. Diese Bewe­gung ist heute die stärkste Bewegung der Nation. Sie bleibt nicht stehen, sie wird wettet wachsen. Sie reden so viel von Köpfen. Was wirklich Kopf ist, kann nur schaffen, wenn hinter den Kopf eine geeinte Nation tritt. Wir sind stolz darauf, Mil- Itonen von Intellektuellen davon überzeugt zu haben, daß alle ihre Arbett zwecklos ist, wenn hinter sie nicht die Armee der deut­schen Handarbeiter und der Bauern tritt. Wir sind stolz darauf, die Arbetter belehrt zu haben, daß es nicht wichtig ist, daß ihre Klasse zur Bedeutung kommt, sondern daß ihr Volk zur Bedeutung kommt.

Richt die Internationale, nur die Kraft der Nation ist in der Lage, dem Volke das Brot zu sichern.

Wir sind auch stolz darauf, diese Auffassungen Aicht nur in der Theorie ver- treten zu haben. Unsere Bewegung ist der größte Verschmelzungsprozeß der Geschichte, den die Taftik unserer Gegner nur beschleu­nigen kann. Sie reden immer von Ver­sprechungen. Es ist wttklich nicht einträglidj, Nationalsozialist zu sein. Aber sie sind mit dem Herzen aneinandergeschweißt, und es ist unverständlich, daß ein Minister glauben kann, solche Männer „aufföfen“ zu können. Sie sagen, sie wollten uns als Ersatz eine Sport­organisation geben, die überparteilich ist. Sie haben keine Vorstellung davon, daß das, was in 13 Jahren entstand, seinem ganzen Wesen nach etwas anderes ist, daß hier Bauern, Arbeiter, Angestellte und Studenten zu ge­meinsamem Denken und Handeln vereint sind. Sie haben auch keine Vorstellung von der Treue. Sie haben die 400 000 Mann aufge­löst. Aber sie werden wieder auferstehen. Wer zu der Bewegung gehört, bleibt mir und der Bewegung genau so verfallen wie ich ihm verfallen bin. (Stürmische Hellrufe.) Sie wissen nicht was sie tun. Vielleicht war da ein Kommunist, der bet uns eine Herrnat, einen Glauben gefunden hatte. Wie kann der nun verstehen, daß er wieder zurückgeftoßen wird dahin, wo er hergekommen ist. Das ist doch nichts als sinnlose Quälerei. Was quälen sie uns wegen unserer Stiefel, we­gen unserer Krawatten und Hemden? Aber mir wissen, alles das muß durchgehalten werden. . Denn wenn wir das zu Hause nicht überdauern würden, wie woll­ten wir das Schicksal meistern. Es ist nur, die Schule für unseren Kampf um unsere Schicksalsaufgabe. Der Weg zur Einheit, zur Zuversicht und zum (Stauben ist schwer. Aber irgendwo muß dieser Meg begonnen werden. Niemand kann auf einmal von einer Be­wegung, von einem Volke Tugenden ver­langen, die sie nicht, besaßen. Wir betteln nicht um Stimmen zum 24. April, wir kämp­fen um Menschen. Am 25. April wird unser Kampf wieder weiter gehen. Preußen hat nur den Sinn, Bannerträger der deutschen Erhebung zu fein. Wer glaubt, daß Deutsch­land so selig wird, wie es bis heute regiert

wurde, der wähle die alten Parteien. Aby dann schimpfe er nicht. Dazu hat nur der ein Recht, der alles versucht, das Schicksal 5U wenden. Wer das nicht will, der soll schwei­gen und mit Anstand zugrunde gehen. Wa- wir versprechen? Daß wir unsere Pflicht tun werden.

Mr haben 13 Zahre lang gearbeitet. Wir ruhen nicht einen Tag, wir kämp­fen weiter.

Als Adolf Httler geendet hatte, durch tobte wieder, jubelnder Beifall das Zelt. Aber er drängte ohne Rast weiter, da er noch in der Nacht nach Wiesbaden fahren wollte, von wo er beute nach Kreuznach, Koblenz und Trier fährt. Nur ein kurzer Dank dem Be­zirksleiter der NSDAP Krawielitzki, der mit seinen Mitarbeitern in wenigen Ta­gen die Riesenversammlung vorbereitet und ermöglicht hatte, und der täglich von Hundert- teufenben Umjubelte verließ das Zett.

Dr. 6.

----*----

Deutsches Reich Wahlkundgebttttg der Deutschen Volkspartei.

Berlin, 20. April. Auf einer Kund­gebung der Deutschen Volkspartei sprach, nachdem Rechtsanwalt Voß ein Bekennt­nis zum Persönlichkeitsgedanken abgelegt und Landgerichtsdirektor Stendel sich mit der Polittk der Preußenregiemng aus­einandergesetzt hatte, der Parteiführer der DVP., Dingeideh. Er kam noch ein­mal auf die Vorgänge bei der NeichSpräsi. dentenwahl zu sprechen und erklärte, Hu- genberg habe Schuld daran, wenn heut« der parteipolittsche Kampf und die Zer­setzung in alle vaterländischen Organisa­tionen und Verbände hineingetragen sei. Hugenbergs Hoffnung, einmal Führer einer vereinigten Rechtspartei zu werden, tonne schon heute als gescheitert bezeichnet wer­den. Der Kampf in Preußen werde ver­loren werden, wenn die, die zur Reichs- Präsidentenwahl die falschen Parolen aus- gegeben hätten, auch jetzt noch glaubten. Preußen allein beherrschen zu können. Für das Schicksal der nationalsc»ialisttschen Be­wegung werde entscheidend sein, ob sie Männer habe, die auch ihrem Eharafter nach in der Lage seien, die Massen so führen, baß sie aufbauenb wirkten. Die DVP. denke nicht daran, ihre Hand dazu zu bieten, daß an Stelle des roten Partei­buches das Parteibuch mit dem Hakenkreuz trete. Er hoffe, daß noch die letzten Tage des Wahllampfes eine Erklärung Hagen-- berg« brächten, daß er bereit fei, nach dem 24. April ehrlich und anständig und auf dem Voden gegenseitiger Achtung Bundes­genosse zu sein. Dingeldeh schloß nrit einem Hinweis darauf, daß in Deutsch­land niemals die Kräfte zerstört werden dürften, die von der freien sittlich gebun­denen schaffenden Persönlichkeit ausgingen.

Das Sklarekfche Jagdschloß.

Berlin, 20. April. Im Sklarek- Prozeß wurden weitere Zeugen über das Leben und Treiben der Sklareis und ihrer Freunde im Jagdschloß in Waren vernommen. Der Diener Aeckin erzählte, daß der Stadtverordnete Rosenthal. Bürgermeister Schneider und Stadt» bankdireftor Schmidt die h ä u f i g st e n Gäste gewesen seien. Sechs Fremden­zimmer seien stets besetzt gewesen. Stadt­bankdirektor Schmidt habe im Sommer 1929 sogar seinen Sommerurlaub in Wa­ren mit Frau, Tochter und Richte verbracht.

Willi Sklarek erklärt, daß damals alles von der Gastfreundschaft der Skla« reks erfreut gewesen sei. Jeder hatte jeden in Waren geküßt. Heute wolle man aber vrm den SklarekS nichtsmehrwissen.

Ein Bankdirektor verhaftet.

Danzig, 19. April. Der Letter der :n Konkurs geratenen Hausbesitzer- ttnb Ge Werbebank in Danzig, Bankdireftor Pfotenhauer, ist von der Kriminalpolizei unter dem dringenden Verdacht der Untreue, des Betrn' ges und des betrügerischen Bankrotts verhaftet worden. Ihm wird vorge- worsen, ohne Wissen des Aufsichtsrarcs über das Geld der Sparer verfügt zu haben. Ferner wurde der Bevollmäch­tigte der Hausbesitzerbank, Spangenberg, wegen Verdachtes der Unterschlagung verhaftet.

Selbstmord eines Holz-Großindustricllea.

Berlin, 20. April. Wie der „Berliner Lokalanzeiger" aus Augsburg meldet, hat 'iw einer der führenden Industriellen der deut­schen Holzindustrie, Ferdinand SteinbciB, von der Firma Stcinbeiß <fc Eo. In Branden­burg in der Nacht zum Mittwoch im Atter von 60 Jahren erschossen. Er war der Sohn des bekannten Geheimrats Otto Ritter -von Sleinbeiß, der die Wenöcssieinbahn erbaut bat, die jetzt noch dem Sohn gehörte. Als Grund für den Selbstmord nimmt man ge­schäftliche Schwierigkeiten an, die vielleicht -'.u der Kreuger-Angelegenheit Zusammenhängen.