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SberheUsche Zeitung

Anzeiger fßr (das frühere kurhessische) Oberhesse«

St. 92 «7.Mkg.

Marburg a. Laba

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Braun spricht im Rundfunk

Ein Rechenschaftsbericht des preußischen Ministerpräsidenten über sämtliche preußischen Sender in letzter Stunde

Berlin, 19. April. Der Amtliche Preu- tzische Pressedienst teilt mit:

Ausgehend von dem Stmtbpunlt, daß im Dollsstaal di« Staatsbürger vor der Wahl Anspruch darauf haben, einen Rechen­schaftsbericht" der amtierenden Regie­rung zu erhalten, wird Ministerpräsident Dr. Braun am Sonnabend, dem 23. AprU, 7.30 Uhr. über sämtliche preußischen Sen­der über die Arbeit der preußischen Staats- regierung in den Jahren 1928 bis Anfang 1932, also bis zum Schlug der Legislatm- periode des jetzigen Landtages sprechen.

Gegen die sozialistisch« Vorherrschaft im Rundfunk.

DieLandvolk-Nachrichten" wen­den sich in scharfen Ausführungen gegen den übermächtigen sozialistischen Einfluh auf den Rundfunk. In dem Artikel heiht es u. a.:

Der Rundfunk ist fast zur ersten Kultur­macht im Volke geworden. Man mühte eigentlich erwarten, daß Funkgesellschaften und beteiligte Staaten alles daran setzten, um in einer Zeit, wo neun Zehntel der Staats­bürger nicht in der Lage sind, Geld für Bücher oder Theater auszugeben und der Markt auf diesen Gebieten schon aus dem Grunde denkbar schlecht ist. wenigstens durch den Lautsprecher den gequälten Menschen Zer­streuung und Erholung durch qualitativ aus­gezeichnete Darbietungen zu vermitteln.

Was jedoch vor allem in Preuhen ge­schieht, ist nicht mehrDienst am Kunden", um ein Wort aus dem Geschäftsleben zu ge­brauchen. sondern Zweckpropaganda fürmo­derne" Kultur- ja Parteipolitik. Wir wol­len einmal vom Berliner Rundfunk aus- gehen, weil er ja eine überragende Stellung einnimmt und auch meist für die Darbie­tungen der überall gehörtenDeutschen Welle" bestimmend ist.

Wen entrüstet nicht beispielsweise, dah aus­gerechnet ein Alfred Kerr, der Vorkämpfer desjungen Deutschland" vor vier Jahr­zehnten, der Pazifist von Geblüt und Thea- terkritiler vomBerliner Tageblatt", mit schöner Regelmäßigkeit Sonntag abends sei­nen zersetzenden Geist über Millionen von Hörern erziehen darf? Gibt es fürTages- glossen" keinen christlichen Vertreter des natio­nalen Deutschlands? Machen sich die Her­ren des Sendes gar keine Gedanken dar­über. dah prompt von allen Seiten ein stür­mischesda capo" ertönt, wewi einmal aus­nahmsweise einAllberliner Tanzabend" oder em munteres Wander-Potpourri- oder öster­reichische Militärmusik auf dem Programm stehen? Nein, sie machen sich keine oder dür­fen es nicht! Im Gegenteil, von Zeit zu Zeit muh sogar ein roter Gewerkschaftsbonze oder ein ähnliches Individuum revolutionäre Wirtschafts- oder Sozialpolitik schmetternd verkünden. .

Hier liegt das Geheimnis der parteipoli­tischen Abstempelung einer Institution, die von rechts wie links ihr Geld einkassiert, die Kultur verbreiten sollte, dafür aberhei- lig-unheilige Nüchternheit" als sozialdemo­kratische Propaganda verzapft. Von christ­licher Kultur, von deutschem Gemüt, deut­scher Seele ist blutwenig zu spüren, obwohl der preuhischen Koalition eine Partei, das Zentrum angehört, die sichchristlich" uifb deutsch" nennt. Ja, das Zentralorgan die­ser Partei rühmte sich dieser Tage erst, kulturellseine Pflicht getan" und keinen Einbruch der Freidenker im die» christlichen Prinzipi-n zugelassen" zu haben. Dafür hat sie aber mehr als ein Jahrzehnt lang entscheidend dafür gesorgt, dah die Partei der Freidenker, die Sozialdemokratie, beinahe unumschränkt in Preuhen herrschen konnte.

Mit diesem Zustand muh Schluß gemacht werden, soll nicht altpreußische Kultur voll­ends der Vernichtung anheimfallen."

Deutschnationale Minister zu dem Verbot der SA.

Berkin, 18. April. Ein Berliner Blatt berichtet über eine Pressebesprechung der jungen Rechten", auf der Reichsverkehrs- minijter Trevira nus sich über die Frage

des Verbots der SA. geäußert haben soll. Nach dem Bericht der Zeitung soll Rcichs- oerkehrsminister Treviranus folgendes erklärt haben:Dah so unzweifelhafte Deutsch- nattonale wie die Minister Gürtner in Bayern und Dehlinger in Württemberg als Rufer im Streite um das SA.-Verbot aufgetreten seien, habe der Reichsregierung die Sache psychologisch etwas erleichtert."

Hierzu läht der württembergische Finanz­minister Dr. Dehlinger folgendes er­klären: Die Behauptung des Berliner Blattes ist eine glatte Lüge. Wie schon vor wenigen Tagen erklärt wurde, hat sich die württem­bergische Regierung und das württembergische

Staatsministerium mit der Frage der SA.- Auflösung überhaupt nicht befahl. Dehlinger kann schon aus diesem Grunde nicht ein Rufer im Streit um das SA.-Verbot gewesen sein.

Ebenso erklärt der deutschnationalebayensche Justizminister Gürtner, dah. soweit seine Person in Frage kommt, die Ausführungen des Reichsverkehrsministers durchaus un­zutreffend seien. Minister Gürtner wird übrigens, wie wir erfahren, Ijiepu in den nächsten Tagen in aller OeffSittlichkeit Aus­führungen machen, nachdem Minister T re- vir a n u s seine Ausführungen ebenfalls öffentlich gemacht hat.

Kein neues Moratorium

Amerika fordert Rüstungsbeschränkung und Revision

ff. Washington, 20. April. Die Ankündigung des britischen Schatz­kanzlers im Unterhaus, daß keine Zahlungen an Amerika in das neue Bud­get eingestellt seien, erregte im Bundes­senat Ueberraschung und Unwillen. Se­nator Reed sagte, er bezweifle, datz Eng­land seine Verpflichtungen an Amerika nicht ehrlich zu regeln bereit sei.

Für Amerika jedenfalls komme ein neues Moratorium nicht in Frage.

Senator B o r a h erflürte, das Hoover- Moratorium fei nicht im Interesse Eng­lands, sondern Deutschlands proklamiert worden, und Amerika sehe keine Veran­lassung, den Alliierten entgegenzukommen, solange sie nicht ihre Rüstungen her­absetzten, die Reparationsfrage lösten und den Versailler Vertrag revidierten. Weitere Opfer zu Lasten des amerikanischen Steuerzahlers seien nutz­los. solange die gegenwärtige politische Konstellation nicht geändert werde.

Im Staatsdepartement erklärt man, von der britischen Regierung keine Venach- richttgung erhalten zu haben, daß sie keine weiteren Zahlungen an Amerika leisten wolle. Man legt Chamberlains Er­klärung keine erhebliche Bedeutung bei, sondern nimmt an, datz die british Re­gierung Mr das Ergebnis der L a u -

der Verträge

Jänner Konferenz ab warten will, bevor sie diese Posten dem Budget einfügt. ^Hmerita droht mit Handelskrieg. r ft. Washington, 20. April. Das Staats- und das Handelsdepartement be­reiten Noten an europäische und latein­amerikanische Negierungen vor, in denen Vergeltungsmatznahmen gegen Aus­nahmezollbehandlung amerikanischer Wa­ren angedroht wird.

Zunächst sollen solche Noten an Frank­reich und Spanien und später an Deutsch­land. Oesterreich und besonders Strgen« timen gesandt werden. Hohe Regierungs­beamte rechnen bei den gespannten fran­zösisch-amerikanischen Handelsbeziehungen mit der Möglichkeit eines Handelskrieges.

Deutschland hat allein bezahlt.

sk. Washington, 20. April. Senator Borah stellte in einer bedeutsamen Er­klärung über die Schuldenfrage fest, datz bisher kein Dollar Schuldenzahlung von ausländischen Steuerzahlern gekommen sei. vielmehr habe Deutschland für alle bezahlt. Solange für Rüstungen Riesensummen ausgegeben würden, könnte auch eine Herabsetzung der Schulden keine Besierung bringen.

ölt ermann wieder bei Groener

Berlin. 20. April. Reichsinnenmini­ster Groener empfing, derVosiischen Zeitung" zufolge, gestern abermals den Bundesführer des Reichsbanners Karl Hölter manu, um die Durchführung des vom Reichsbanner eingeleiteten Ab­baus der Sonderorganisationen zu er­örtern.

Der braunschweigirche Innenminister Klagges in Magdeburg.

M a g d e b u i g. 18. April. In einer na­tionalsozialistischen Wahlversammlung sprach heute abend in der Stadthalle bei braun­schweigische Innenminister Klagges. Er kam dabei auch auf das Verbot der SA. und SS. zu sprechen. Wenn die SA. und SS., so er­klärte der Redner, die Auflösung so ruhig bin« genommen hätten, sei das kein Beweis der inneren Schwäche, wie man es hinge stellt habe, es fei vielmehr ein Beweis für die "Stärke der Bewegung. Die SA. und die

SS. seien nicht ein Verband, auch nicht ein Sportklub, wie ihn jetzt Herr Groener grün­den wolle, sondern eine Organisation politi­scher Kämpfer, politischer Soldaten. Indem man ihre Sonderorganisation verbiete, könne man ihnen nicht verbieten, ihren politischen Kampf mit verdoppelter Energie fortzusehen. Vielleicht bedeute der Brief des Reichspräsi­denten eine Art Morgendämmerung. Das deutsche Volk warte darauf, wann Dr. Groe­ner dem Ansinnen des Reichspräsidenten, die Gesetze nach allen Seiten zur Anwendung zu Bringen, nachkommen werde.

Oeffentliche Anklage wegen der Miß­handlung des Prinzen August Wilhelm in Königsberg.

Berlin, 19. April. Wegen der Vor­gänge auf dem Königsberger Bahnhof am 31. März 1931, bei denen Prinz August Wilhelm von Preußen von Poli- ^cibeamten mißhandelt wurde, ist jetzt durch Beschluß des Oberlandesgerichts in nwsberg in Preußen die öffentliche

Anklage wegen Körperverletzung im Amt gegen den Hauptbeschuldigten, Poli­zeimajor Krüger, erhoben worden.

Hitler in Marburg

Vor über 20000 Menschen spricht der Führer der Naiionalsozialistischen Dewe- gung heute abend in Marburg. Arbeiter, Angestellte und Studenten haben in harter arbeit auf der Dürgerwiese ein- Riesen« zelt aufgebaut, zu dem den ganzen Nach­mittag Tausende und Abertausende wan­dern werden, um nach langem Warten eine kurze Stunde lang Adolf Hitler zu hören und zu sehen, der auch an feinem heutigen Geburtstag sich keine Mimtte der Rast gönnen will, da fein Leben nur die eine Parole kennt: Kampf für Deutschland« Freiheit!

Man mag zu der Nationalsozialistischen Partei stehen, wie man will, die Bewe­gung ist eine großartige, umwälzende Tat von geschichtlicher Bedeutung, sie ist das Werk eines Mannes, der vielen Milli­onen deutscher Menschen den Glauben an die Zukunft, das "Bertrauen zur bahn­brechenden Führung der Persönlichkeit und den Willen zur Freiheit wieder gegeben hat. Es wirk» sehr viel, und in mehr als nur einer Hinsicht mit Recht, über das Programm der Partei gestritten. Aber es ist doch nicht zu verkennen, daß der Politiker Adolf Hitler, der in der Par­tei nur ein Mittel zur Erringung der Wacht auf legalem Wege sieht, über die engen und bindenden Grenzen eines Par­teiprogramms längst hinausgewachsen ist. Gewiß, er wird gerade deshalb vor die schwerste Aufgabe gestellt werden, wenn er als Führer einer durch eine großartige Propaganda riesenhaft angewachsenen Be­wegung zur verantwortlichen Tat berufen wird. Gerade der polttische Journalist weiß, daß die zahlenmäßige lieberlegen« heil einer Partei nicht alles bedeutet, daß das Mitläufertum eine bedenkliche, oft eine abstoßende, immer aber eine unsichere und unberechenbare Erscheinung in der poltti- schen Entwicklung ist. Aber über diese Bedenken erhebt uns in dieser Stunde nicht nur die Verpflichtung, einer einzigartigen Bewegung von nationaler Kraft die auf­merksame und, wo eS nur irgend geht, auch zustimmende Beachtung zu schenken, wie wir es immer getan haben; sondern über starke sachliche Bedenken erhebt uns in dieser Stunde auch die menschliche und na­tionale Pflicht der Dankbarkeit. In einer Zett, in der Halbheit und Furcht, unentschlossener Intellekt und echt deutsche Eigenbrötelei die Aufgaben der Zett, wett entfernt davon, sie zu meistern, nicht ein­mal mehr zu sehen wagten, hat dieser deutsche Soldat Und Polttiker den Mut gehabt, über alles Trennende hinweg dem Volk große Ziele zu zeigen, neue Wege zu weisen, Vertrauen und Zuversicht in die Hütte des Gering­sten und Derlassenen zu tragen.

Wenn jetzt Zehntausende Herbeiellen, diesen Mann zu hören und zu sehen, dann ist das doch nicht nur eine »Sensation" im geringschätzigen Simie des Wottes. Wer Httler, wie der Verfasser häufiger gehött hat, weiß, daß es ihm nicht um Sensationen zu tun ist, weiß, daß er es ehrlich meint, wenn er jede Verherrlichung feiner Person ablehnt und fordett, daß eine Versammlung nicht mit dem RufHeil Httler!", sondernHeil Deutschland!" be­schlossen wird. Denn Hitler lehnt es, trotz gegenteiliger Unterstellung, ab, als ein Messias" betrachtet zu werden. Er will ein Kämp f e r sein, der den Mut hat, das Selbstverständliche zu sagen und zu wagen, der nicht ruhen und rasten will, bis das deutsche Volk ohne Unter­schied des Standes und Berufes wieder einig ist in dem Willen, vor das eigene