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Oberhessische Zeitung. Marburg <l L. Montag. Den 18. April 1932
9tr. 90
Vorschau aus Ne$nitentoiiflimg
Die letzte Vestandserhebung der E e - treidevorräte in erster Hand ergab, daß Weizen noch beträchtlich mehr vorhanden ist wie im Vorjahr; Roggen dagegen um etwa 700 000 Tonnen weniger. Ob dieses Bild über unsere Vorratslage noch eine erhebliche Aen- derung durch die Bestandsaufnahme der bei den Mühlen und dem Handel lagernden Reserven erfahren wird, ist nicht zu übersehen. Vorläufig liegt jedenfalls kein Grund für eine solche Annahme vor. Wir haben bei dieser Versorgungslage immer noch einen gewissen Zuschußbedarf von Auslandsweizen notwendig, obwohl die Abnahme unserer Vorräte langsamer erfolgt wie im Vorjahr; auch beim Roggen hat sich die Bestandsverringeruna gegenüber dem Vorjahr erheblich verlangsamt, was natürlich mit dem Rückgang der Roggen- vcrfütterung zusammenhängt. Man glaubt daher, das; unser Roggen in Verbindung mit den Vorräten an Rüssenroggen für den Rest des Erntejahres ausreichen wird. Geht man von der wohl zutreffenden Annahme aus, das; dis Regierung nur noch soviel Brotgetreide vom Ausland hereinnimmt, als für die Volksernährung unbedingt notwendig ist, |o dürfte der Absatz unseres Brotgetreides zu den jetzigen Preisen auf keinerlei Schwierigkeit stoßen. Auch erscheinen Preissteigerungen im Laufe des Wirtschaftsjahres nicht ausgeschlossen zu sein; allerdings sollte man sich vor übertriebenen Erwartungen in dieser Richtung hüten. Es sei auch daran erinnert, daß erfahrungsgemäß die höchsten Preise durchaus nicht am Ende des Erntejahres erzielt zu werden pflegen, wo die neue Ernte schon auf den Markt drückt.
An Gerste waren Mitte März noch etwa 100 000 Tonnen mehr in den Händen der Landwirtschaft wie im Vorjahr. Das ist nicht viel, wenn man in Betracht zieht, daß umso- viel weniger Roggen verfüttert wird. Es sind daher auf dem Eerstenmarkt durchaus die statistischen Unterlagen für eine weiter feste Tendenz gegeben. Das Angebot hält sich in der letzten Zeit in so engen Grenzen, daß teilweise noch immer höhere Forderungen durchgesetzt werden können. Die Preiserhöhungen für Auslandsgerste unterstützen die freundlichere Tendenz ‘ Auch beim Hafer ist eine beschleunigte Abnahme unserer Vorräte festzustellen; diese dürften daher schon jetzt etwas unter denen des Vorjahres liegen. Allerdings Rnb die Haferbestände noch immer so erheblich, daß nur bei starkem Verbrauch in den eigenen Betrieben und vorsichtiger Belieferung des Marktes mit einer etwas festeren Tendenz gerechnet werden kann. Das Anziehen der Haferpreise in der letzten Zeit ist wohl mehr saisonmäßigen Einflüsien zuzuschreiben, da der Bedarf der Fuhrgeschäfte an Hafer um den April immer stärker zu sein pflegt. Die statistische Grundlage bietet also dem Eerstenmarkt bessere Aussichten wie dem Hafer; aber auch bei ersterem sollte die Möglichkeit weiterer, erheblicherer Preissteigerungen nicht überschätzt werden.
Unsere Kartoffelbestände sind ungefähr noch ebenso groß wie im Vorjahr. Ob diese sich ohne Schwierigkeiten zu den jetzigen Preisen werden absetzen lasten, ist nicht mit voller Sicherheit voräuszusehen. Wir haben jedenfalls nicht so günstige Absatzbedingungen wie im Vorjahr; in den späteren Frühjahrsmonaten muß sich die Abnahme unserer Schweinebestände bereits auswirken und der Export bietet nicht dieselben Aussichten In vielen Abnehmerkreisen scheint man eher mit
Heften Nassau und Nachbargebette
80 000 MK. von einem Forstkaflen- rendanten unterschlagen.
Wetzlar, 17. April. Das hiesige Erweiterte Schöffengericht verurteilte den ehemaligen Forstkassenrendanten von Krofdorf, den Gastwirt und Metzger Fr. Freund, wegen fortgesetzten Verbrechens im Amt unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Jahren Gefängnis. Freund hatte der Kasse nach und nach etwa 30 000 <M. unterschlagen und das Geld für sich verwandt. Seine Verfehlungen hatte er durch falsche Buchungen zu verdecken versucht.
Urbarmachung von 100 Morgen Waldland auf dem Westerwald.
Montabaur, 16. April. Im Amtsbezirk Steimel wurden 100 Morgen Waldfläche zur Urbarmachung bestimmt.
'n» Kommission, bestehend aus dem Landrat, dem Forstmeister und einem Vertreter der Landwirtschaftskammer, besichtigte das Gelände und teilte den einzelnen Gemeinden entsprechende Abschnitte zu. Mit der Rodung wird begonnen, sobald die Abholzung beendet ist. Vereitelter Betrugsversuch. — Reichspost sollte um 27 000 Mk. geschädigt werden.
Frankfurt a.M., 16. April. Eine Händlerin in Frankfurt hat in Verbindung mit einem Manne versucht, die Reichspost um 27 000 Mk. zu betrügen. Sie sandte ein Wertpaket mit der Wertangabe über diesen Betrag an eine Firma nach O b e r st e i n. Als das Paket dort geöffnet wurde, enthielt es nichts anderes als Altpapier und Putzmittel im Werte von wenigen Pfennigen. Die Poft vermutete sofort einen Betrug und beauftragte die Postpolizei und die Kriminalpolizei mit den Ermittlungen. Es wurde festgestellt, daß die Händlerin von
einer Preissenkung zu rechnen; daher ist der Umsatz dauernd außerordentlich gering. Nur dem zurückhaltenden Angebot ist es zuzuschreiben, wenn die Preise bisher nur wenig nachgaben. Wie sich die Verhältniste gestalten werden, wenn die Beendigung der Feldarbeiten der Landwirtschaft wieder volle Aktionsfreibeit gibt, sowie nach der Mietenöffnung die Verladetätigkeit aus dem Osten in vollem Umfang einsetzt, ist schwer zu übersehen. Vorläufig bietet sich für den Abgeber noch immer genüget Absatzmöglichkeit zu gewerblichen- ünd Futterzwccken. Je mehr die Landwirtschaft hiervon Gebrauch macht, desto weniger besteht die Gefahr, daß die spätere Ueber- lieferung der Speisekartoffelmärkte mit Waren geringerer Qualität zu einem größeren allgemeinen Preissturz führt. Nach den Preisherabsetzungen der letzten Zeit,ist der .Buttermarkt jetzt wieder etwas stabiler geworden. Die E i e r p r e i s e sind in der letzten Woche ziemlich unverändert geblieben; jedoch halten die preisdrückenden Faktoren unverändert an: schleppender Absatz, zunehmende Produktion und starker Druck durch das Aus-
der Obersteiner Firma Schmucksachen in erheblicher Höhe in Kommission erhalten hatte, die Schmucksachen aber verkauft und den Erlös eingesteckt hatte. Als die Firma auf Bezahlung drängle, inszenierte die Frau diesen Betrug, um damit die Schulden abzudecken. Die beiden Betrüger wurden verhaftet; sie haben nach längerem Leugnen ein Geständnis abgelegt.
Günther Groenhoff erhält den Nehring- Gedächtnispreis.
Darmstadt, 16. April. Der vom hessischen Staatspräsident Adelung im vergangenen Jahr zur Förderung des deutschen Segelflugwesens und zu Ehren des bekannten Darmstädter Fliegers Johannes Rehring an deffen Todestag gestiftete Wanderpreis „Nehring-Ge- dächtnispreis" wurde heute, am 16. April, dem Tage, an dem vor zwei Jahren Johannes Rehring den Tod fand, zum ersten Mal vergeben. Rach der Ausschreibung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft ist der Preis für denjenigen deutschen Flieger bestimmt, der im letzten Jahr die höchste anerkannte Höhe über dem Start mit einem motorlosen Flugzeuge erreicht hat. Der Ehrenpreis, eine schöne Arbeit des Darmstädter Bildhauers Adam An- tSs. wurde dem bekannten Segelflieger Günther Groenhoff zuerkannt. Wirtschaftliche Not treibt eine Familie in den Tod.
Wiesbaden, 16. April. Die wirtschaftliche Not hat in der vergangenen Nächt wieder drei Menschenleben in den Tod getrieben. Der wissenschaftliche Hilfsarbeiter Dr. G a l a d e, hat sich, seine Frau und seinen 13jährigen Sohn nach umfangreichen Vorbereitungen mit Gas vergiftet.
landsangebot; hier könnte nur eine Kon- tinaentieruna der Eiereinfuhr oder entsprechende Beschränkung in der Devisenzuteilung Wandel schaffen. Besonders wirkt sich der Import der außerordentlich billigeck polnischen Eier sehr ungünstig auf unserm Markt aus, nachdem man leider auf die Anwendung des Obertarifes verzichtet hat. Ob unter diesen Verhältnissen sich wenigstens das jetzige tiefe Preisniveau wird halten lassen, ist zum mindesten zweifelhaft.
Der Verlauf auf unfern Schlachtvieh- markten war in der letzten Zeit recht ungleichmäßig. Bei den Rinder- und Schafmärkten war die Tendenz im Durchschnitt stetig bis fest, da hier die Auftriebe nicht Übermäßig groß waren. Ungünstiger war die Lage auf den Kälber- und besonders Schweinemärkten. Bei den starken Zufuhren gingen die Preise für Schweine der Klasse c auf einzelnen Märkten bis auf 34 Mark zurück
Wie wir bereits berichteten, war der Sauenbestand am 1. März um 250 000 kleiner, wie im Vorjahr. Das bedeutet für das fol
gende Jahr eine Produktionsminderung um etwa 2% Millionen Schweine. Die Preist Dürften daher im Jahre 1933 noch mehr ein, Tendenz zum Steigen haben, wie int laufen, den; vorausgesetzt, daß Die Wirtschaftslage nicht noch eine weitere Verschlechterung et, fährt. Die Sauenhalter müßten also, um i„ Zeitpunkt des voraussichtlich günstigen Pteir- verhaltnisses, nämlich im Sommer 1933, Ferkel oder Schweine verkaufen zu können, ihr, Produktion jetzt vergrößern.
SochfMnachrichfen
X Dr. Karl Breul, feit März 1910 erster Inhaber der von Baron Schröder in London gestifteten ordentlichen Pro- fessur der deutschen Sprachen und Literatur an der Universität Cambridge ist im Alter von 72 Jahren gestorben.
):( Achtung! Achtung! Sanne und Ella, die klugen Hausfrauen, sprechen im Radio, aber sie halten keinen langweiligen Vortrag, sondern sie unterhalten sich über praktische Küchenerfahrungen. Auch Sie können zuhören und sich davon überzeugen, das; Sanella-Margaiine auch die einfachsten Speisen kräftig und schmackhaft macht. Fortschritt im Haushalt, das heißt Sanella verwenden.
Wetterbeobachtungen 17.18. April
Höchste Temoeratur am 17. Avril 7.2 Tellius iebrigste Temveratur letzte Nackt 3.4 Telün«
Zeit
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Temperatur
Relative Luftfeuchtigkeit
17.4. 2 Ubr na<6 m.
17. 4. 9 Ulii vackm.
18. 4. 7 Ubr norm.
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Wetterbericht,
Die sich westostwärts über den europäischen Kontinent erstreckende Tiefdruckrinne ist im Auffüllen begriffen. Unser Gebiet liegt an ihrem Nordrand und es kommt zur Zeit unter Druckanstteg zeitweise noch zu Niederschlag, lieber Nordeuropa ist dagegen erneut Wirbeltätigkeit im Gange, doch herrscht am Südrande des Wirbels bei Druckfall im wesentlichen heiteres Wetter. Da die Auffüllung der kontinentalen Tiefdruckrinne weitere Fortschritte macht, werden wir vorerst mehr unter den Einfluß des sich über Südskandinavien ostwärts erstreckenden Hochdruckrückens kommen.
Witterungsaussichten für Dienstag: Wolkig bis aufheiternd, meist trocken, tagsüber wieder etwas wärmer.
^Nachdruck verboten!)
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Roman von Johannes Hollstet«.
65. Fortsetzung.
Frau Käthe fand feine Ruhe in der Nacht.
Aber es ging den andern auf dem Gut genau so. Wie ein Alp lag es auf ihnen.
Else, die sich eben zur Ruhe begeben wollte, als die drei Reiter mit den Fackeln bewehrt in die Nacht hinausritten, blieb auf.
Es dauerte nicht lange, da war auch die Mamsell wieder ausgestanden und trat wieder in die Küche.
Erschrocken fragte sie: „Was ist heute bloß los, Else? Ich habe den Herrn wegreiten sehen... mit Ihrem Vater und Herrn Gothe! Was hat das zu bedeuten?"
„Es ist um Katja von Waslewski!" sagte das junge Mädchen gepreßt. „Es muß was geschehen sein Herr von Was- lewski hatte angerufen ... Katja ist daheim nicht eingetroffen."
„Ein Unglück!" sagte die Mamsell leise. „Passen Sie auf, Else, da ist ein Unglück passiert!... Ein Unglück kommt nie allein!... Unser Herr hat den Brand gehabt, und jetzt... passen Sie auf, Else... es ist was passiert!"
„Das wolle Gott verhüten, Mamsell!"
Der Sprecher war der Feldwebel Lehmann, der eben mit ernstem Gesicht eintrat.
„Sie sind noch noch munter, Herr Feldwebel?"
„Kein Mensch kann heute vor Aufregung ^schlafen! Erst die Geschichte... Sie wissen doch, Mamsell, wo Herr von Kamerlingk dem Patajki oder wie er hieß .... eins mit der Reitpeitsche überzog. Und letzt... ganz plötzlich reitet der Herr mit zwei andern, mit Fackeln bewehrt,
me*ne Leute sind alle munter! Sie mochten am liebsten ausziehen'"
Da klingelt das Telephon.
Sie fuhren alle zusammen bei dem schrillen Ton.
Hörten, daß Frau Käthe an den Apparat ging.
Sie meldet sich.
Ein Schrei erklang.
Nach wenigen Minuten erschien Frau Käthe in der Küche. Sie war totenbleich und konnte sich nur mühsam zur Ruhe zwingen.
Sie versuchte zu sprechen, aber die Stimme versagte ihr.
Unter Tränen stammelte sie bann: „Herr Gothe ruft an... sie haben Katja gefunden... erschossen!"
Ein einziger Schrei erklang aus aller Munde.
Schreckensbleich starrten sie auf die Sprecherin.
„Tot?" rief Lehmann aus.
„Sie lebt noch! Aber... wenig Hoffnung, sagt Herr Gothe. Man hat sie »ach dem Schlosse gebracht. Mein Bruder... Willfried... er soll ganz gebrochen sein."
Dabei meinte sie heftig auf.
Allen standen die Tränen in den Augen.
Sie begriffen das Entsetzliche nicht! Welche Bestie hatte gewagt, auf das blühende junge Weib zu schießen?...
Die Wut über den unbekannten Mörder entlud sich.
Feldwebel Lehmann war außer sich.
„Gnädige Frau ... was... können wir tun?.. Wir möchten so gern helfen!"
Traurig schüttelte die junge Frau bas Haupt.
„Niemand kann hier helfen als Gott!" sagte sie schmerzgebeugt. „Herr Gothe ist fort, um den Mörber zu fassen."
„Man kennt ihn?"
„Wahrscheinlich! Er hat mir ben Namen nicht gesagt..."
Else liefen bie Tränen bie Wangen herunter. „Das schöne ... junge... Wesen!" stammelt sie unter Tränen. „Und sie hat ihn so geliebt!"
„3a, Else!" nickte Frau Käthe. „Sie hat ihn so geliebt! Sie hat ihn geliebt,
mein Kind! Es war etwas Göttliches, etwas Großes, zu sehen, welch gewalttge Liebe bie beiden Menschen zusammengeführt hatte, llnb jetzt... greift das Schicksal so grausam in bas Glück. Her Feld- webel... eins können wir vielleicht tun ... wecken Sie Herrn Quietzsch. Er soll bas Auto... ben Personenwagen, fertigmachen unb nach Herrn Waslewskis Gut hinüberfahren. Dort mag er sich zu Winfrieds Verfügung halten."
„Ja, sofort, gnädige Frau!"
*
Als der Feldwebel in den Baracken erschien, da umringten ihn sofort die Kameraden.
„Was ist eigentlich los?"
An feiner ernsten Miene erkannten sie, daß es nichts Gutes sein konnte.
„Quietzsch... mach' dich fertig! Den Personenwagen! Mußt sofort zu Waslewski rüber fahren!"
„3a... unb...?"
„Dort hältst bu dich dem Herrn von Kamerlingk zur Verfügung."
„3a."
Ritsche warf ein: „Was ist denn geschehen, Herr Feldwebel?"
,Mord!... Erbärmlicher Meuchelmord! .... Der Herr ist ausgewogen, um seine Braut zu suchen. Sie haben sie gefunden! Niedergeschossen... halb verblutet! Die Kugel hat die Lunge getroffen!"
Wie gelähmt standen die Soldaten.
Willfried wachte bie ganze Nacht.
Er saß mit Waslewski zusammen vor bem Zimmer Katjas.
Der Arzt war bei ihr. Eben kam er roieber auf bem Zimmer.
„Unoeränbert!“ sagte er ernst zu ben Männern.
Da schraken sie empor. Ein Hupenton.
, „Die Aerzte aus Breslau!" sagte der . Doktor Bottprs,
Er lief bie Treppen hinunter unb begrüßte bie Kollegen. Willfried wollte ihm
folgen, aber es schien ihm, als habe er Blei an ben Füßen.
Waslewski saß im Lehnstuhl unb sagte kein Wort. *
Die Aerzte tarnen. Begaben sich sofort ohne Begrüßung in bas Zimmer der Todkranken.
Wohl über eine Stunde untersuchten unb berieten sie.
Dann kamen sie aus bem Krankenzimmer.
Doktor Bottyrs stellte vor.
Sagte: „Meine Kollegen sind wie ich der Meinung, daß bie Kranke vielleicht zu retten ist, wenn eine Bluttransfusion erfolgt."
Ein Hoffnungsschimmer.
Ungestüm stteß Willfried hervor: „Ich . . . stehe ben Herren sofort zur Verfügung."
Der alte Geheimrat Marhus sagte freunblidj, väterlich zu Willfried: „Herr von Kameelingk ... es kommt darauf an, ob sich 3hr Blut eignet. Es muß eine bestimmte Zusammensetzung haben. 36 will eine Blutprobe entnehmen . . . bann können wir meiteireben.“
Die Vlutuntersuchung ergab, baß Will- frieb nichts für bie Geliebte tun konnte.
„Es ist schabe, baß wir bie Patientin nicht in Breslau haben," sagte ber ©c« Heimrat. „Da würde sofort Rat geschafft"
„Ein Transport. . .?"
„Ist heute unb morgen, wenn nicht überhaupt ganz ausgeschlossen. Die gerinaste Erschütterung muß oermieben werden "
„Auch mit bem Krankenauto geht es nicht?"
Die beiden Geheimräte sahen sich an.
„Es ist sehr gefährlich. Wir wollen bis morgen warten. Vielleicht ba sich das Befinden der Kranken etwas gebessert."
„So kann ich nichts ... für meine Braut tun?“
„Nichts, Herr von Kamerlingk, als . . . hoffen unb glauben!“ war des Geheimrats Anwort.
Fortsetzung folgt.