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Stift 6

Oderhesstsihe Zettung. Marburg e. L. Freitag, bat 15. Hprfl 1932

Nr. 88

Aus -er Umgegend

«relö Marburg _

Goßfelden, 15. April. Landwirt Elms- Häuser DCappel) sprach zu den kommenden Landtagswahlen hier in einer gut besuchten Versammlung. Er beschäftigte sich in seinem sonst allgemein weltanschaulich gehaltenen Vortag, vor allem mit Fragen der Landwirt­schaft. Klar wies er die Ziele, daß die Na­tionalsozialisten allein den deutschen Bauern­stand vor dem Untergang bewahren könne. Da­her gälte es jetzt Schluß zu machen mit dem herrschenden System. Am 24. April werde der Nationalsozialismus die Macht übernehmen.

Nordeck, 15. April. Herr Müller, Eppstein (Taunus) sprach hier zu den kom­menden Landtagswahlen Der Redner wies vor allem daraus hin, daß das heutige System lange genug Zeit gehabt habe mal das aus­zuführen, was man vor 15 Jahren versprochen habe. Nicht einmal die so oft geplante Reichs­und Verwaltungsreform hohe man gewagt in Angriff zu nehmen. Der Verfall auf kul­turellem, religiösem und wirtschaftlichem Ge­bier sei geradezu katastrophal Am 24. April gälte es, mit diesem System endgültig Schluß zu machen. Darum gehörte jede Stimme der Hitler-Partei

Hermershausen, 15. Avril. Im Saale der Gastwirtschaft Balzer fano gestern eine Versamlung der NSDAP mit Herrn Mül­ler, Eppstein (Taunus) statt. Der Redner wies darauf hin, daß dre trostlose wirtschaft­liche Lage nur in einem nationalsozialistischen Staate gebessert werden könne Am 24. April hätten die Wähler ihr Schicksal in der Hand. Der Kampf gehe gegen das System des 9. No­vember. Jede Stimme gehöre Adolf Hitler, beri* Führer zur Freiheit.

Dilschhauken 15. April. Ueber das Thema „Der Kamps um Preußen" sprach bei uns hier Herr stud. theol. Weibezahn (Marburg. Er ging scharf mit dem seit fünf­zehn Jahren in Preußen bestehenden System ins Gericht. Der Kampf werde jetzt vor allem um die kulturellen Güter der Nation geführt. Wer Preußen habe, der habe auch das Reich. Alle Stimmen müßten am 24. April der größ­ten nationalen Partei, der Hitler-Partei, ge­geben werden.

Nesselbrunn, 15 April. Der Redner der NSDAP, Herr Carstens-Schleswig sprach gestern in unserem Ort über die politische Lage und den Kampf um Preußen. Besonders die Ausführungen über das vom Reichspräsiden­ten unterzeichnete SA-Verbot fanden in der Zuhörerschaft starken Widerhall. Die Ver­sammlung schloß mit einer Kundgebung im Glauben an die politische Sendung Hitlers.

Damm, 15. April. Hier sprach der schon bestens bekannte Herr Carstens (Schles­wig) über das Thema' „Der Kampf um Preu­ßen". Der Redner wandte sich vor allem gegen die Personalpolitik des heutigen Systems. Es gehe nicht an, daß die Parteien sich ihre Ver­dienste gegenseitig mit der Besetzung aller wichtigen Stellen belohnten. Der National­sozialismus, der heute die stärkste Gruppe der nationalen Opposition sei, werde mit dem Parteibuchbeamtentum gründlich abrechnen. Darum müßten alle Schassenden am 24. April die nationalsozialistische Liste wählen.

Wirtschaft un- Han-et

Berliner Effektentendenzbericht vow 14. April.

Zu Beginn des heutigen Effektenverkehrs war die Stimmung ziemlich freundlich. Die Spekulation zeigte wiederum etwas Deckungs­neigung. Das Geschäft war im allgemeinen ziemlich ruhig, doch vermochten sich fast durch­weg Besserungen durchzusetzen, da nirgendswo Abgabeneigung festzustellen war. Im allge­meinen übt das» Publikum Zurückhaltung, ein­mal wohl, um die Auswirkungen des Verbots militärischer Organisationen der NSDAP ab­zuwarten, und zum anderen wegen der Richt­bestätigung der Hoffnungen auf eine Herab­setzung des Reichsbankdiskontsatzes. Auch die bevorstehenden Landtagswahlen und die wei­tere Ausdehnung der Kreuger-Angeleaenheit trugen dazu bei, die Unternehmungslust zu hemmen. — An den internationalen Devisen­märkten hat das englische Pfund mittags weiter leicht angezogen, während die Reichs­mark behauptet blieb. Der Dollar war später wieder etwas leichter. Die Londoner Börse eröffnete in zuversichtlicherer Haltung und die Kursgestaltung war überwiegend nach oben gerichtet. Das Geschäft nahm etwas lebhaftere Formen an. Amsterdam war ziemlich freundlich.

Berliner Devisenbericht vom 14. April.

Helsingfors 7,343-7,357. Wien 49,95—50,05, Prag 12,465—12,485, Budapest 57,94—58,06, Sofia 3,057—3,063, Holland 170,68—171,02, Oslo 81,52—81,68, Kopenhagen 86,91—87,09, Stockholm 80,02—80,18, London 15,92—15,96, Buenos Aires 1,048—1,052, Newyork 4,209 bis 4,217, Belgien 58,99—59,11, Italien 21,63 bis 21,67, Paris 16,61—16,65, Schweiz 81,92 bis 82,08, Spanien 32,27—32,33, Danzig 82,62 bis 82,78, Japan 1,389—1,391.

Buderus dividendenlos.

Am Dienstag fano in Frankfurt a. M. die Sitzung des Aufsichtsrats der Buderus- schen Eisenwerke statt. Der in dieser Sitzung vorgelegte Rechnungsabschluß für das Jahr 1931 schließt mit einem Rohgewinn von 1063 731,46 Mark ab, der fast ganz für Ab­schreibungen Verwendung finden soll, so daß der Reingewinn 18 648,79 RM. beträgt. Auf die Vorzugsaktien in Höhe von 300 000 RM. soll satzungsgemäß eine Dividende von 5 Prozent verteilt werden, während das Stammkapital dividendenlos bleibt. — Auf Grund der durch die Notverordnung vom 8. Dezember 1931 geschaffenen Erleichterungen beschloß der Aussichtsrat, der Generalver­

sammlung den Erwerb der Eisenwerke Hirzen­hain, Hugo Buderus G. m. b. H., Hirzenhain (Hessen) vorzuschlagen. — Die diesjährige Generalversammlung der Buderus'schen Eisen­werke A.-G. findet am 6. Mai in Frankfurt a. M. statt.

SBarenmartte

Verreibe tn 1000 Äilogr.. Wehl und Futter mittel je 100 Kilogramm.

Berliner Produktenbörse oem 14. April.

Weizen 260—262, Roggen 195,50, Braugerste 190—195, Futtergerste 180—190, Hafer 164 bis 169, Weizenmehl 31,50—35,25, Roggenmehl 26,40—27,75, Weizenkleie 11,60—11,85, Roggen, (leie 10,40-10,70.

Das Geschäft an der Produktenbörse bat keine Belebung erfahren, da man erst das Er­gebnis der Besprechungen in der Frage des Vermahlungszwanges, die am Wochenschlutz stattfinden sollen, abwarten will. Nach den Preissteigerungen der letzten Zeit war die Stimmung heute eher etwas schwächer. Das Jnlandsangebot hat sich zwar kaum verstärkt, die Gebote der Mühlen lauteten aber für beide Brotgeireidearien etwa 1 M niedriger als gestern, da der Mehlabsatz nach w*e vor zu wünschen übrig läßt. Roggen für Kahn­verladung ist weiterhin schwer abzusetzen. Am Lieferungsmarkte eröffnete Weizen bis 1 M niedriger, während Roggen nur in der Sep­tembersicht etwas abgeschwächt war. Weizen- und Roggenmehle sind nur in kleinen Mengen abzusetzen, obwohl die Mühlen zu Preis­konzessionen bereit find. Für Hafer in guten Qualitäten bekundet der Konsum einige Kauf­lust, jedoch sind gestrige Preise schwer durchzu­holen. Gerste ist dagegen weiter gut be­hauptet.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 14. April.

Auftrieb bei Nebenmarktes: 83 Rinder (ge­gen 143 Stück am letzten Nebenmarkt), 1104 (1058) Kälber, 101 (135) Schafe, 705 (838) Schweine. Bezahlt wurde je Zentner Lebend­gewicht: Kälber b) 41—45, c) 36—40, d) 30 bis 35; Schafe al) 30—32, b) 23—29; Schweine b) 36-30, t) 37—39, d) 35—38, e) 32—35, f) und g) nicht notiert. Im Vergleich zu den Preisen des letzten Nebenmarktes gingen Käl­ber und Schafe um 1—2 Ji zurück, Schweine blieben unverändert. Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, Schafe rege, geräumt, Schweine ruhig, ausverkauft.

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Roßdorf, 15. April. In einer gut be­suchten Versammlung der NSDAP sprach hier Herr Kunde aus Hersfeld über den Kampf der Nationalsozialisten in Preußen. Er wandte sich scharf in seinen Ausführungen gegen die Zcntrumspartei, die als christliche Partei un­möglich mit der Sozialdemokratie zusammen­gehen könne. Zentrum und SPD hätten die volle Verantportung für die Politik der letzten 13 Jahre zu tragen. Jetzt müsse das Steuer herumgeworfen werden. Am 24. April müsse alles Adolf Hitler wühlen.

Aus dem Wtatal

Gemünden (Wohra), 15. April. Dip­lom-Volkswirt Heyse sprach hier in einer nationalsozialistischen Versammlung über das Thema: „Der Kampf um Preußen". Er be­sagte sich vor allem mit wirtschaftlichen Fra­gen. Die Folge des wirtschaftlichen Zusammen­bruchs sei heute eine Millionenarmee von Er­werbslosen. Es gehe nicht an, daß Hundert­tausend deutscher Volksgenossen buchstäblich hungerten, während andere hohe Gehälter ver- I praßten. Die wahren Führer eines Volkes I würden in der Stunde der Not die Armut vor- I

Machdruck verboten!i

ÄtMWff 44W

Roman von Johannes Hollstein.

64 Forifeyung.

Aufregung auf dem Gute.

Denn ... ein Schrei klang aus dem Herrenhause.

Jm Llbgehen hatte der Schauspieler noch gesagtt „Glück zu, Herr von Kamerlingk ... zur Hochzeit mit einer . . . Dirne!"

Das Wort war kaum heraus, da hatte Willfried, außer sich vor Wut. zugeschlagen.

Die Hofleute sahen den Fremden aus dem Herrenhause, beide Hände vor das Gesicht haltend, stürzen.

Hinter ihm kam Willfried, dessen Antlitz vor Wut verzerrt wär.

Als der Schauspieler in den Wogen stieg, da rief er mit lauter Stimme über den Hof:

„Wenn dieser Schurke sich noch einmal auf Rosenburg wagt . . . die Hunde auf ihn . . . der ist schlimmer wie ein Hund!"

Da rollte der Wagen schon davon.

Die Soldaten und das Gesinde standen geduckt.

Was war da vorgegangen?

Willfried schloß sich kurz danach in fein Zimmer ein. Eothe hatte ihn aufsuchen wollen, aber Willfried reagierte nicht auf die Zurufe.

Da ging Gothe zu Frau Käthe.

Die junge Frau sah ihn mit angstvollen Anoen an. als er ihr so ernst gegenüber- trctt.

„Frau Käthe . . ." sagte Hellmer ernst. „Willfried . . . mir tut der arme Junge so leid'"

„Was ist denn geschehen?" fragte Frau Kätbe bebend.

„Ein Schauspieler war da . . . ein Herr Mario Patajki . . . wohl ein Partner Katjas auf der Bühne. Er . . . hat Katja . . . ich vermute es wenigstens, verun­glimpfen wollen. Hat alle Dinge ans Licht zerren wollen! Will jagte ihn mit der Reitpeitsche aus dem Hause. Jetzt hat sich Will eingeschlossen! Er liebt Katja . . . . und es ist so ehrenhaft von ihm! Er hat einen Strich unter alles Vergangene ge­

macht! Er ist nicht kleinlich und engherzig ... er hat, als er sich verlobte, daran ge­dacht, daß Katja eine Schauspielerin war, daß sie das heiße Blut in den Adern hatte. Aber es jammert ihn doch ... es kränkt ihn so namenlos, daß man es wagt . . .“

Frau Käthe sah traurig auf Eothe.

„Ja, ich versteh' das! lind . . . gerade darum bewundere ich meinen Bruder, denn selten überwindet sich ein Mann."

„Es ist so, Frau Käthe! Wir Männer glauben immer, daß uns ein Wesen, das wir an uns fetten, immer gehörte, auch zu der Zeit, da wir es nicht kannten. Aber wollen Sie einmal mit Willfried sprechen?"

Aber auch auf die Zurufe Frau Käthes reagierte Willfried nicht.

Er stand am Fenster und sah über das weite Land. Seine Gedanken waren bei Katja! Er litt entsetzlich darunter, daß es einer gewagt hatte, Häßliches über sie... die er wahrhaft liebte und die ihm ihr ganzes Herz geschenkt hatte, zu sprechen.

Was kümmerte ihn, was einst gewesen!

Er hatte doch gewußt, daß sie jahrelang im Leben stand .. . allein. Mit den Sehn­süchten der Jugend im Herzen.

Wenn sie einst in die Irre ging! Durste er Richter fein?

Rein . . . und abermals nein! Ihre un­endliche Liebe war wie ein Meer, das alles Vergangene hinwegschwemmte.

Stunden vergingen.

Abends gegen 10 Uhr lief plötzlich Herr von Waslewski an.«

Eothe war am Apparat.

„Ist meine Tochter auf Rosenburg, Herr Eothe?" fragte er.

„Rein!" entgegnete Hellmer betroffen. „Aber . . . ich meine. Fräulein Katja muß längst beim sein. Ich weiß, daß sie mit Willfried zusammen war. Vor Stunden schon!"

Gepreßt klang Waslewskis Stimme.

„Das verstehe ich nicht! Ich . . . verstehe das nicht! Sie kam sonst stets pünktlich, wie sie es mir sagte."

Eothe hatte plötzlich das Gefühl des Un­heils.

„Herr von Walewfki," sagte et. „Ich muß rafdj mit Will reden! Ich bin besorgt um Fräulein Katja! Wir werden uns so­fort um Ihre Tochter kümmern."

Er hängte an und stürmte nach Will- friebs Zimmer.

Er klopfte hesttg an.

Rach einer Weile meldete sich Willfrieds Stimme.

„Wer ist draußen?"

„Ich, Will! Mach' auf! Waslewski hat eben angerufen! Katja ist beim noch nicht eingetroffen! Ich muß fürchten . . .!"

Da ging die Tür rasch auf und mit er­schrockenem Gesicht stand Willfried im Rabmen.

Er faßte den Freund an den Schultern.

„Katja ... ist noch nicht beim?"

„Nein! Ich bin in Sorge!"

Willfried atmete schwer.

„Als ich sie verließ ... sie war so von Angst erfüllt! Es wird ihr doch nichts zu- gestoßen fein? Wir wollen sofort reiten! Schaff ranz soll auch mit!"

„Ja Die Pferde steben schon im Hofe."

Sie traten rasch hinunter.

Unten sprachen die Hofleute aufgeregt miteinander. Einer brachte eben die Fackeln herbei.

Die Fackeln flammten auf.

Sie stiegen zu Pferde. Ritten ellends hinaus.

Die Fackeln leuchteten durch die Nacht, warfen ihren Glanz über die Stoppel­felder.

Sie ritten den Rain entlang.

Kamen bis zu der einsamen Pappel.

„Hier habe ich sie getroffen! Roch ein Stück begleitete ich sie. Weiter! Aar weiter!" sagte Willfried.

Eine entsetzliche Angst schnürte ihm die Kehle zu.

Sein Herz schlug schnell.

Sie trabten den Feldweg scharf herunter. Kamen auf den breiteren Weg. der rechts und links von Drombeerbüschen einige* säumt war.

Willfried trieb die Unruhe an der Spitze nur so.

Das Angstgefühl, der Druck auf seinem Herzen, das rasend schlug, steigerte sich mit jedem Schritt der Pferde.

Da ... ein eiskalter Schreck peitschte die Männer auf, um sie gleich wieder erstarren zu lassen.

Willfried schrie auf.

Nichts Menschliches war in dem Schrei.

leben. Das sei wirklicher Preußengeist. Darum gebühre jede Stimme am 24. April der Na. tionplsozraliftischen Deutschen Arbeiterpartei.

ÄttiS FraMknverg

—. Frankenberg. 12. April. Arn Man. tag fand hier die Gesellenprüfung für den Kreis Frankenberg statt. Don der freien Lauhandroerkerinnung machten 10 Maurer, 1 Zimmermann und ein Klempner ihr Prakti­kum unter Aufficht des Kreisbaumeisterz Deichmann und des Jnnungsausschusies auf dem Hofe des Bauunternehmers Neuschäfer. Die Schneiderinnung prüfte unter dem Vor­sitz des Schneidermetsters H. Gilbert 6 Lehr, linge und 2 Lehrmädchen. Außerdem wurden noch geprüft 7 Schreiner, 1 Becker, 4 Schmiede und 4 Schlosser, 1 Metzger. Die drei An­streicher stellten ihre Gesellenstücke aus und machen erst ihre praktische Prüfung, wenn es die Jahreszeit gestattet. Der Vorfitzende des Kreishandwerkerbundes, Obermeister Göhlich, überreichte alsdann den Gesellen, die alle mit gut bestanden hatten, die Lehrbriefe und hielt eine Ansprache an dieselben. — Um 2 Uhr fand anschließend eine öffentlich^ Hand. werkerversammlung im Saale des deutschen Hauses statt, die mit herzlichen Be- arüßungsworten durch den Vorsitzenden Göh­lich eröffnet wurde. Es wurden zunächst die Statuten des Jnnungsausschusies beraten, die angenommen wurden. Sodann wählte mae den neuen Vorstand und zwar den seit- herigen Vorsitzendem Obermeister Göhlich, wie­der, als zweiten Vorsitzenden Heinrich Lerch aus Rosenthal und als Kassierer Heinrich Schwaner. Eingehend beschäftigte man sich außer einigen anderen Jnnungsfragen nach mit .der Bezahlung für die Berufsschule, wo die hiesigen Schüler nur 12 Jt, die auswärti. gen aber 24 .M, im Jahre bezahlen müssen.

Kreis Stetentopf

- ANendors (Eder), 15. April. 3n bet Nacht zum Montag hat sich der weit über die Grenzen seines Heimatortes hinaus bekannte Fuhrunternehmer und Holzhändler Johan« Bergmoser von hier erschossen. Seine Angehörigen fanden ihn am Montag morgen auf dem Sofa sitzend tot vor. War den allerseits geachteten Mann zu dieser Tat getrieben hat, ist noch nicht festgestellt.

Kreis Stegenhain

- Willingshausen, 13. April. Der Invalide Andreas Seil, welcher 32 Sabre i» Diensten der Familie Schwarhell stand, feierte seine goldene Hochzeit. — Das gleiche M konnte der Ortsdiener Berg und Frau geb. Haber in dem Nachbardorfe Zella feiern.

- 3'eIIa, 13. April. Beim Spielen ftd der 6 Jahre alte Sohn eines Arbeiters hl den hochangeschwollenen Mühlgraben der Schwalm. Auf das Geschrei von Kinder« eilte der Dienstknecht Friedttch herbei, wächst in die Fluten sprang und bas Kind vor dem sicheren Tode des Ertrinkens rettete.

- Florshain, 13. April. Die flü g e I f a r m des Landwirts Heinmüller w riet "infolge Aederhitzung des Brutapparates in Brand, wodurch bas Bruthaus, ei« leichter Holzbau, in Flammen aufgtng. Hier­bei kamen 290 Küken elend in dem Feuer nm. Der Gesamtschaden wird auf 800 Mark be­rechnet.

Dort .. . mitten auf dem Wege ., . be lag hingestreckt ein Mensch!

Näher . . . näher!

Lag ein Mensch in seinem Bkille.

Ein Weib!

Naher . . . näher!

Willfried muhte sich mit Gewalt aüf dem Pferde festhalten. Er fiel mehr herab« als er ftieg.

Katja ... lag am Boden!

Katja . . . das geliebte Wesen.

Er schrie wie ein Wahnsinniger auf in seinem Schmerz, er faßte die geliebte Ge­stalt und richtete sie auf.

Sie war eiskalt.

Di« Augen halb geschlossen!

„Tot!" schrie Willfried! „Sie ist tot! Ermordet!"

Den beiden anderen Männern war, als mühten sie bei dem furchtbaren Schmerze des Mannes selber wahnsinnig werben.

Hellmer Gothe riß sich mit aller Gewalt zusammen.

Er sprang zu. Fühlte nach dem Herzen. Es lWgr ihm, als wenn es noch leise schlüge.

„Ähaffranz . . ." schrie er keuchend, „ick glaube ... sie lebt noch! Aach Waslew­skis Gut! Den Arzt . . . reiten Sie . . . reiten Sie!"

Während Schaffranz mit seinem Aappen wie der Teufel davonritt, öffnete Hellmer die leichte Bluse. Sah . .. dicht beim Herzen war die Kugel hineingegangen . . . hatte das Herz gestreift oder ... ge­troffen.

Er nahm sein seidenes Taschentuch und preßte es gegen die Wunde.

Willfried starrte mit gläsernen Augen auf das wachsbleiche Gesicht. Er begriff das alles nicht! . . . dachte immer noch, es müßte ein wüster Traum sein, der ihn quälte! Wartete darauf, daß er jeden Augenbsick aus dem Traum erwache . .. daß der Alp weiche . . .

Aber der Traum wich nicht!

ES war Wahrheit! Eine frevelhafte Mörderhand hatte sie, das blühende junge Weib niedergestreckt.

Er wagte nicht, auf die weiße, halb- entblößte Brust za blicken.

’ Mit allen Fibern warteten die Männer auf Hilfe.

Das Herz schlug noch leicht.

.Melleicht war Rettung! (Forts, folgt.)