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Völliger Stellungswechsel

Nochmals: Gefahr im Verzüge!

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griff» und der Abwehr deutlich crusspricht. Der skrupellose eifrige Tardieu läßt alle

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ans ei« Verfahren einzulassen, daß Souveränität und Unabhängigkeit Donaustaaten Abbruch tun würde."

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sehen zu müsien. Um 8 Uhr abends habe sich so berichtetEcho de Paris" Flandin ins Unterhaus begeben, «m Macdonald die Antwort des französischen Ministerpräsidenten zu überbringen. Sie kautet:Die Neuner-Konferenz würde die

Vierer-Konferenz gestoßen ist, nicht be­heben können und sie höchstens noch vergrößern. Man brauche sich nicht

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Reihe von Degenargumenten an der Aber es ist nicht zu leugnen, daß das Temperament der führenden Staatsmänner auch in der Art des An-

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"Ort Anzetgenvret« beträgt fit oen 11 gespalr. Seilenmiflimetet 0.08 GM., Familienanzeigen bei Barzahl. 0.07 GM., am«, u. an«* wärttgeAn^ 0.10 GM. Sog. kleine Anzeigen nach Spezialtarif.Grnnd* schüft: Loionei. Bei schwierig.Gatz. sowie bei Platzvorschrift50°/» Ans. schlag. Gammeianzeigen 100/, Ausschlag Reklam.-Millnn. 0.40 GM. Grundschrift: Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offerteu-Gebühr: 25 Pfg^ bei Zustellung der Angebote einschi, Poüv.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Die Londoner Beratungen im Lichte französischen Presie.

ÄberhesUche Zeitung

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London, 8. April. Reuter meldet: Auf der gestrigen Sitzung wurde ein Ei n- vernehmen nicht erzielt, da im Verlauf der Einzelbesprechungen Prob­leme aufgetaucht find, zu deren genauerer Prüfung einige der Regierungen mehr Zeit zu Haden wünschen, ehe fie auf be­stimmte Punkte fich endgültig festlegen können. Wie Reuter weiter erfährt, wird die Konferenz heute vielleicht vertagt wer­den, falls fich das als die zweckmäßigste Methotv erweisen sollte.

Flandin hatte gestern abend eine lange Besprechung mit Macdonald, die fich mit zahlreichen auch über die Schwierigkeiten der Biermächtekonferenz hinausreichenden Fragen befaßte.

In einer Unterredung mit dem Vertre­ter des Reuter-Büros erNärte Flandin, das Einzige, was man hinfichtlich der Kon­ferenz tu» könne, sei. fie z« vertage«, bi» von Deutschland und Italien neue Informationen za erlangen seien über die Lösuagsmöglichkeiten. die fie für eine Besierung der Lage Mittel­europas vorschlüge». Wir hatten, so fügte er hinzu, einen Plan, aber dieser Plan behagte unseren Freunden nicht, und wird find genötigt. Pläne za erwarten.

Macdonald« Bermittelungsvorschlag.

ft Paris, 8. April. Die Londoner Berichterstatter der französischen Presie melden übereinstimmend, daß der evglische Ministerpräsident gestern abend, am die Konferenz dvch noch zu retten, einen Ve r - mittluugsvorschlag unternommen habe, in dem er den italienischen Antrag, die Biermächtekonferenz durch eine Konfe­renz der S-Mächte zu ersetzen, zur Au- nahme vorgeschlagen habe. Der fran­zösische Finanzmini st er habe Vorbehalte gemacht und erklärt, fich zunächst mit Tardieu in Verbind»««

Italien die Schuld an demFehlschlag der Konferenz" in die Schuhe zu schieben. Man hat in Berliner politischen Kreisen gegen

es den Weg der Präferenzen verfassen hat, keine Veranlassung haben, Deutschland, das an diesem als richtig erkannten Ge­danken festhält, Vorwürfe zu machen. Im übrigen hat ja Frankreich auch in der all­gemeinen europäischen Wirtschaftspolitik insofern eine bemerkenswerte Schwenkung gemacht, als es von seinem ablehnenoen Standpunkt gegen regionale Zusammen­schlüsse abgegangen ist und jetzt im Tar- dieuplan von sich aus einen regionalen Zusammenschluß der Donaumächte vor- schlägt.

Wenn Frankreich seine Pläne damit begründet, daß die fünf Donaustaaten schon jetzt 40 Prozent ihres Warenaus­tausches untereinander decken und'aus die­ser Zahl die Aotwendigkest eines.noch engeren wirtschaftlichen Zusammenschlusses der fünf Staaten herleitet, so dürfte ge­rade dieses Argument vielmehr gegen einen engeren Zusammenschluß als dafür sprechen. Zunächst einmal scheint die Zahl von 40 Prozent reichlich hoch gegriffen zu sein. Wenn auch eine statistische Berech­nung des gegenwärtigen Warenaustausches der Donaustaaten sehr schwer vorzunehmen sein dürfte, so mag immechin als wahr unterstellt werden, dah dieser Warenaus-. tausch annähernd 3035 Prozent des ge­samten Warenverkehrs der einzelnen Do­naustaaten ausmacht. Aber gerade die Tatsache, dah trotz so starken gegenseiti­gen Warenaustausches di« Wirtschaftskrise in den Donaustaaten übechaupt diesen Umfang annehmen konnte, beweist doch eigentlich zur Genüge, dah auf j>em Wege eines engeren Zusammenschlusses keine ausreichende Hilfe zu erwarten ist, son­dern daß das Gebiet außerhalb dieses engeren Donauraumes mit einbezogen wer­den müßte, so wie es in den deutschen Präferenzplänen dorgeschlagen wird.

«ich zur Verfügung stehen. Die deutsche Gegenwehr ist zwar gründlicher, aber stil- fer und dadurch weniger wirksam. Sie hat

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die Londoner Konferenz ist jetzt an jenen schwierigen Punkt gelangt, wo die Verhandlungen in eine Sackgasse ver­laufen und mit der Möglichkest des Schei­terns auch bereits die Schuldfrage disku- tiert wird. Selbstverständlich hat 24 Stun­den vor den anderen Mächten die fran­zösische Presse bereits ihren groß angeleg­ten Versuch begonnen, Deutschland Und

wie die ursprünglichen französischen Pläne, die vor dem "Tardleü-Memorandum die Grundlage der Erörterungen bildeten. Schon in den Verhandlungen des deutsche französischen Wirtschaftskomitees im ver­gangenen Herbst herrschte völlige Einigkeit darüber, dah von Deutschland und Frank­reich gemeinsam Präferenzpläne verfolgt werden sollten. Der Tardieu-Plan stellt

Der Außenpolitiker desEcho de Paris" schreibt, Paris, London, Berlin und Rom seien unfähig, fich über die ge-

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»le .Obetbefflf^e Zeitung- et» scheint sechsmal wöchentlich. Be* iug«rrei« monatLt Marburg 2.02 GM. -u«schl. Znstellung«gebahr. bei unsren Agenturen 1,93 GM. jn jügL ZusteftellungSgebühr. durch 6t< Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik, Maschineudefekt oder elementare Cteigniffe ausfallend« gkummern wird kein Ersatz ge* leister. Verlag, Dr. §. Hltzeroth. Druck der Univ-Bnchdruckerei Jod- Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54 und 9h. 55. Postscheckkonto; Amt Frankfurt «. M. Str. 5015. Sprechzeit Nt Redaktion von 1011 und

Ech o de Paris" berichtet weiter, daß bei dieser Besprechung zwischen Mac­donald und Flandin auch der Wort­laut der Entschließung, in der die Verta- gung der Konferenz begründet werden sollte, festgelegt worden sei. In der Ver- tagungsentschließung werde erklärt, daß die Viermächtekonferenz nicht in der Lage sei, ihre Arbeiten fortzusetzen, weil die Abrüstungskonferenz am 11. April in Eens beginne, daß aber die Ver­handlungen eines Tages wieder ausgenom­men werden können, und in der Zwischen­zeit die Regierungen Memoranden aus­tauschen würden, in denen die verschiede­nen Standpunkte präzisiert und begründet würden.

Das Organ der Arbeiteropposition wirft Macdonald vor, er habe durch Einberu­fung der Konferenz eine aussichtslose Ar­beit unternommen, denn er habe versucht, Deutschland und Italien dazu zu überre­den, den französischen Plan, trotz seiner wirtschaftlichen Wertlosigkeit und seiner politischen Hindergedanken, anzunehmen.

Finanzial News", das an der französischen Politik äußerst scharfe Kritik übt, führt aus, in halbamtlichen Kreisen wird offen zugegeben, daß die Art und Weise, in der Frankreich den Anschein er­weckt hatte, als ob England vollkommen hinter seinen Vorschlägen stehe, eine Quelle des Mißvergnügens und der Ver­legenheit der britischen Minister gewesen ist.

wörtlichen Parteien jetzt in erster Linie zur Sammlung des nationalen Wider­standes berufen seien, wenig Glauben fin­den. Wenn die Linksparteien neuerdings auch kräftigere nationale Tön« anzuschla­gen für richfig halten, den entschlossenen Willen zum Widerstand gegen Frankreich - - Anpassung an

Von London nach Gens?

Die Gegensätze unüberwindlich

den Vorteil, daß diesmal Italien hundert­prozentig den deutschen Standpunkt teilt and als Sekundant schätzenswerte Dienste leistet. Aber man sieht doch bereits, wie mit dem größten Raffinement vom Quai d'Orsay die Weltmeinung gegen Deutsch­land eingenommen wird, wie jeder Schritt der deutschen Regierung, jeder Hinweis auf die eigenen vitalen Lebensinteressen als &öfc Absicht und zweideutiges Ränke­spiel diffamiert wird. Und man fragt sich nur mit Sorgen: Wie soll dieser grund­gescheiten Takfik der Franzosen begegnet, toi« soll eine neue Isolierung Deutschlands in dem Großkampf der kommenden Mo­nat« vermieden werden? Daß die Lon­doner Konferenz ein positives Ergebnis zeitigt, ist völlig ausgeschlossen. Auch Tardieu sah das klar voraus. Aber ge­rade darin lag das Raffinement seines Mans. Deutschland sollte noch vor Genf m die Defensive gedrängt werden, es sollte zu den eigenüichen Verhandlungen schon »mürbe gemacht" erscheinen. Es ist selbst- derftändlich, dah man diese Methode in Berlin durchschaut. Ilmso stärker wünscht man in allen politischen Kreisen Oer Reichsregierung die größte Lebendigkeit in ihren Abwehrbemühungen. Mit Sorge verfolgt man die anstrengende Wahlreise des Kanzlers durch Deutschland, und man fragt sich, ob diese nervenaufreibende- tigfeit den Kanzler nicht für die noch schweren Kämpf« in Genf allzusehr schwächt.

Dr. Brüning hat in seinen Wahlreden, so zuletzt in Harnburg, erklärt, es sei dafür gesorgt, daß in London nichts verloren ei, er für sein« Person gehöre jetzt auf

n Posten im Inland. Auch» hier zeigt sich, daß die Vereinigung des Kanz­lerpostens und des Außenministeriums in einer Person auf die Dauer und gerade in einer Zeit außen- und innenpolitischer Entscheidungen untragbar ist. Zudem icheint die Parole, unter der die Wahlprv- baganda des Kanzlers geführt wird, wenig überzeugend. Wenn die Einigkeit des putschen Volkes erzielt werden soll, um den französischen Forderungen endlich ein entschlossenesRein" entgegensetzen zu tön® ?en, so versteht das deutsch« Volk unter dieser nationalen Front doch mit Recht frur die Heranziehung der wertvollen Kräfte der nationalsozialistischen Bewe­gung, nicht ihr« Zurückweisung und nutzenpolifische Derdächfigung. Man wird "ach einer Periode jahrelanger erfolg» Htt Verständigungspolitik mit der De- vouptung, Paß die für diese Politik vercmt-

Sämtliche Sonderberichterstatter Pariser Presse zeigen bei ihren Be­trachtungen über die Londoner Be­ratungen, daß fie nicht in der Lage find, fich bei der Beurteilung der wirtschaft­lichen Probleme, die in Lyndon zur Dis­kussion standen, frei von politischen Lei­denschaften zu halten. Wie gestern, so wird auch heute versucht, Deutschland und Italien für den Verlauf der Verhand­lungen verantwortlich zu machen, und fie durch Vorwegnahme der Schuld­frage zum Sündenbock zu stempeln. Der in London befindliche Berichterstatter des Petit P a r i s i e n" glaubt einen völ­ligen Mißerfolg feststellen zu müsien, von dem er behauptet, daß er auf die Einstel­lung Deutschlands und Italiens zurückzu­führen fei. Die Haltung von Bülow und G r a n d i hat sichtlich eine Erregung hervorgerufen.

traut man ihnen bei dieser A

den Sfimmungsumschwung doch nicht zu. Die unselige Verkehrung der Fronten beim jetzigen Wahlkampf um die Präsidenten­würde sollte doch bei keinem Deutschen dazu führen, die ungeheure Bedeutung der in der nationalen Opposition vorhan­denen Kräfte für den unbedingt notwendi­gen Wandel unserer Außenpolitik zu über­sehen und die nationale Gesinnung und staatsmännische Zielsetzung ihrer Führer auch nur mit einem Wort in Zweifel zfi ziehen. - S.

In den französischen Presseäußetungen über di« Londoner Verhandlungen zur Donaufrage kommt offensichtlich die Ten­denz zum Ausdruck, die Verantwortung für die entftanbenen Schwierigkeiten Deutschland zuzuschieben und Deutschland nötigenfalls auch als den Alleinschuldigen an einem etwaigen Scheitern der Ver­handlungen hinzustellen.

In Berliner politischen Kreisen wird demgegenüber mit Rachdruck darauf bin« gewiesen, daß derartige Auffassungen auch nicht die geringfte positive Grund­lage haben können. Deutschland hat von Anfang an sich ganz energisch für realisier­bare Lösungen des Donauproblems ein­gesetzt. Der deutsche Vorschlag, den Agrar® Wndern an der Donau Getreidepräferenzen und Oesterreich eine allgemeine Präferenz zu gewähren, lag auf der gleichen Lime

London inder Sackgasse

Frankreich gegen Deutschland und Italien Ein Vermittlungsvorschlag Macdonalds abgelehnt Vertagung als Ausweg