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uetdkHiTdk Zttvms, Marvvrg «. L, Mittwoch, dm 6. Statt 1933
Dem Gedächtnis -es Generals v. Falkenhayn
Zur 10 jährigen Wiederkehr seines Todestages am 8. April
Das deutsche Heer des Weltkrieges stand unter dem Oberbefehl des Kaisers, die tatsächliche Leitung aber lag in den Händen des Chef des Generalstabes des Feldheeres, der die Oberste Heeresleitung war. Drei solche Heerführer hat das Reich gehabt: den Generalobersten von Moltke bis zum 14. September 1914, von da ab bis zum 29. August 1916 General d. Falkenhayn, von da ab bis ans Ende Generalfeldmarschall v. Hindenburg, als dessen Gehülfe General Ludendorff zu : pc ' ren hat. An das Schicksal der beiden erstgenannten, Moltke und Falkenhayn, knüpft sich eine erschütternde Tragik. Moltke, dem Neffen des Siegers von Königgrätz und Sedan, entsank schon nach wenigen Wochen unter der Wirkung .der erste Marneschlacht die Kraft. Er trat zurück, Falkenhayn, der seitherige Kriegsminister, mußte zunächst in Vertretung, am 3. November 1914 endgültig die Zügel in die Hand nehmen, die dem ermatteten Vorgänger entglitten waren. Eine Riesenlast wurde auf die Schultern des noch jüngendkräftigen Mannes ge- 1 legt, dem eine Verantwortung zufiel, wie sic in Bezug auf die Schwierigkeit der Kriegslage kaum jemals einem Heerführer zuteil geworden ist. Das volle Vertrauen des Kaisers, des Heeres, auch des Volkes wurde ihm entgegengebracht, obwohl er bisher wenig hervorgetreten mar. Eine schnelle, überaus glänzende r Laufbahn lag hinter ihm. War er be- - rufen, so fragte man sich damals, den Sieg, der durch die unheilwolle Marneschlacht wie durch die Niederlage des > österreichisch - ungarischen Heeres in Schwebe stand, wieder an die deutschen Feldzeichen zu knüpfen? Alle Blicke richteten sich auf ihn.
Auf der Westfront war die Kampflinie erstarrt/ uns Deutschen der beste Teil unseres Könnens, nämlich die Feldfchlacht in der Bewegung, genommen. Im Nord- teil Liefer Front rangen sich die Gegner um die Dser- und Apernstellung ohne Entscheidung ab. Im Osten rollte die russische Dampfwalze heran. Das K. und K.-Heer war, tief erschüttert, hinter die Karpathen gewichen. Die Deutschen sahen sich gezwungen, ihm zu Hilfe zu kommen * ünb zu retten, was noch zu retten war. Falkenhayn stand vor dem Entschluß, ob er trotz der im Osten drohenden Gefahr dennoch die Entscheidung im Westen mit dem äußersten Kampfaufgebot erzwingen, oder ob er das Gewicht der deutschen Kraft nach dem Osten verlegen sollte. Er entschied sich zu letzterem. Der Streit, ob dies die richtige Lösung gewesen ist, hat bis heute noch keinen Abschluß gefunden. Die Meinungen sind geteilt. Allein der Grundplan Falkenhayns gelang: die Westfront wurde mit schwächeren Kräften gehalten, auf der Ostfront aber glückte die Vertreibung der Russen aus Polen und Galizien. Leider besaß Falkenhayn doch nicht das Höchstmaß der strategischen Kühnheit, die Russen rechtzeitig bei Minsk zu umklammern und einzukesseln. Sie entkamen, die Frucht ^.des Ostfeldzuges vom Sommer 1915 wurde nicht gepflückt. Widerstände und Reibungen haben störend gewirkt, zu deren lleberwindung Falkenhayn nicht die Kräfte sich zur Hand bringen konnte. Er blieb trotzdem bei seinem Entschluß, das Schwergewicht im Osten zu belasten und durch die Eroberung Serbiens Oesterreich-Ungarn eine Stütze, durch den Zutritt Bulgariens den Mittelmächten einen Alachtzuwachs, der Türkei die gebotene Hilfe zu leisten.
^Der Weltkrieg wuchs ins Ungemeffene, Italien war zu unseren Gegnern getreten, die Russen rafften sich nochmals auf, Frankreich und England rüttelten, allerdings vergebens, an unserer Westfront, Oesterreich-Ungarn begann zu erlahmen. Da faßte Falkenhayn den schicksalsschweren Entschluß, im Westen durch den Angriff auf Verdun das Kriegsglück endgültig auf unsere Seite zu wenden. Es mißlang, während die Gefahr im Osten riesenhoch anschwoll. Das Vertrauen zu Falkenhayn war stark erschüt- Ert, Hindenburg trat an seine Stelle. Doch wurde ihm sein Kriegsherr soweit Mrecht, daß er ihm die 9. Armee über-
die im Herbst 1916 Rumänien nie- ottroatf. Falkenhayn hat sich hierbei als Armeeführer glänzend bewährt. Und twtzdem mußte er in eine Nebenstellung treten und im Frühjahr 1917 die tür- ksiche, nur durch schwache deutsche Truppen verstärkte Armee übernehmen, die mit unzureichenden Kräften Bagdad erobern, °ann Palästina verteidigen sollte. Beide Aufgaben wurden nicht gelöst, Falken- gayn mußte sich entsagungsvoll in die Kürz untergeordnete Stellung, auf einen Ruheposten, zurückziehen, dem still gewordenen russischen Schauplatz die zehnte Armee zuführen. Er hat seine Schuldig-
Kett bis zuletzt getan. Am 8. April 1922 ist er gestorben — das Schicksal des entthronten Feldherrn wurde ihm nicht erspart.
Von Falkenhayn galten die Worte Schillers: „Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte." Kein anderer hoher Heerführer des Weltkrieges hat eine so schroff widersprechende Beurteilung erfahren. „Falkenhayn", schrieb Moltke am 17. Januar 1915 an den Kaiser, „ist nach meiner festen Ueberzeu- gung weder nach seinem Charakter noch nach seiner Befähigung geeignet, der erste Ratgeber Euer Majestät auf militärischem Gebret in diesen schweren Zeiten zu sein. Seine Person bildet eine ernste Gefahr für das Vaterland." Diese Kennzeichnung ist nach meiner Ueberzeugung übertrieben und unbillig. Andere namhafte Beurteiler sind ihm gerechter geworden. „Er hat selbst in den schwersten Augenblicken
die Haltung des altpreußischen Edelmannes und Offiziers, die Elastizität des vollendeten Weltmannes, bewahrt" schrieb General v. Freytag-Loringhoven, und General v. Kuhl meinte: „Unverzagt, mit der ganzen Frische seiner elastischen Natur und mit starken Nerven ging er an feine schwere Aufgabe zu einer Zeit heran, als Sorge und Pessimismus sich auf manche Gemüter senkten." Falkenhayn stand sich nicht gut mit dem General Konrad v. Hötzendorf, dem österreich- ungarischen Generalstabschef. „Reiner Soldatentyp Falkenhayn", schilderte General v. Cramon die Beiden nebeneinander, „mehr Gelehrter als Soldat der andere". General v. Zwehl hat Falkenhayn in einer Lebensgeschichte ein würdiges Denkmal gesetzt: „Er war, trotzdem ihm viel Schweres und Unglückliches widerfuhr, ein Mann — nehmt Alles nur in Allem, und dazu unserer Besten einer!"
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Mussolini besichtigt an der Spitze der prominente» Gäste das neue deutsch-italienische Institut in Rom. das anläßlich der Goethe-Feier in der Villa Sciarra als Heim und Forschungsstätt deutscher Wissenschaftler in Rom eröffnet wurde. Sinter dem Duce der Leiter des neuen Institutes, Pros. Eentile (mit weisem Vollbart).
Reichswehr durch die ArzSbrMe
Der Reichswehrminister erstattet Bericht
Dom Reichswehrminister Dr. ©roener ist dieser Tage dem Reichstag eine auf genauem Zahlenmaterial aufgebaute Heber* sicht über die gesundheitlichen Zustände der -rsgott RG 'usqroar tKsiskaaa rtzsaWHnsA sicht behandelt die Zeit vom 1. Oktober 1930 bis 30. Dezember 1931. Erfreulicherweise ergibt sich aus ihr, daß die hygienischen Zustände bei der Reichswehr und der Reichsmarine zum Teil wettaus bessere sind als bei der Zivilbevölkerung. 2luch die Zahl der Selbstmorde ist stark im Abflauen begriffen.
Daß tödliche Anfälle auch in der Reichswehr und Reichs marine nicht ganz vermeidbar sind, ist selbstverständlich. Die verschärfte Beaufsichtigung und ständige Mahnung zur größten Vorsicht haben aber bereits nachhaltige Wirkungen gezeitigt. Während in der Reichswehr im Jahre 1921 immerhin noch 80 tödliche Anfälle gezählt werden mußten, ging ihre Zahl im letzten Berichtjahr auf 61 zurück. An der Spitze stehen Auto-, Motorrad- und Fahrradunfälle, die 25 Opfer forderten. Den Tod durch Ertrinken fanden 13 HeereS- angehörige. davon aber nur 6 im Dienst. Aebersahren und durch Schiehunfälle getötet wurden sieben Soldaten. Explosionen erlagen drei, durch Sturz beim Retten und verzieren kamen fünf nmS Gebern Vom Pferde geschlagen wurden drei. Ber der Reichsmarine wurden 10 tödliche AnglückS- fälle gezählt, vier durch Ertrinken, zwei DerkehrSunfälle, ein Sturz von der Treppe, ein anderer auf nassem Deck, eine schwere Verletzung bet einer Reckerel mit Kameraden und eine tödliche Verletzung beim Ankurbeln eines Motors. Prozentual gesehen, bleiben diese Anglücksfälle unter oen Ziffern, die in industriellen Großbetrieben an der Tagesordnung sind.
Sehr bemerkenswert ist der Rückgang der Selbstmorde bei Reichswehr und Reichsmarine. Während noch im Jahre 1924 184 Selbstmorde und Selbstmordver
suche zu verzeichnen waren, ging diese Zahl im letzten Berichtsjahr auf etwa ein Drittel, d.h. auf 60 Fälle zurück. Davon entfielen drei. 'Selbstmorde auf Offiziere, sieben auf Unteroffiziere, 27 aus Gefreite und 23 auf Mannschaften. In der Denkschrift des Reichswehrministers sind die Gründe für jeden einzelnen Selbstmord genau angegeben. 15 Fälle lassen sich auf Krankheit, Lebensüberdruß, erbliche Belastung oder Geschlechtskrankheiten zurück- führen, 13 Fälle auf Sorgen, die mit der langen Dienstzeit, mit Disziplinarstrafen und mit Beförderungsschwierigkeiten zusammenhängen, 12 Fälle hatten ihren Grund in unglücklichen Familienverhätt» nissen, in Liebeskummer und Alimenten- sorgen, 10 Fälle in der Angst vor gerichtlicher Strafe, 6 Fälle in Schulden und den gefürchteten Folgen eines leichtsinnigen Lebenswandels. Schlechte Behandlung durch einen Vorgesetzten lieh sich nur in einem einzigen Falle als Grund eines Selbstmordes nachweisen. Es handelte sich dabei um einen Musiker, der von einem Obermusikmeister beleidigt worden war. Der Obermusikmeister wurde aus dem Heere verwiesen. Aehnlich liegen die Fälle bei der Reichsmarine.
Wie Amerika -ie Einwan-erung erschwert
Rach wie vor ist die amerikanijche Regierung bemüht, die Einwanderung im Hinblick auf die große Arbeitslosigkeit im Lande möglichst einzuschrän- k e n. Jeder Einwanderungsantrag wird, wie das Deutsche Auslandsinstitut mitteilt, von den amerikanischen Konsulaten aufs Genaueste geprüft und der Sichtvermerk nur in wenigen Fällen gegeben. Wiederholt wurden selbst Anträge von Ehefrauen, deren Männer drüben find, mit dem Hinweis abaelebnt. daß der
Ser Städtebauer Gebtimrar Genzmer t
Geheimer Baurat Prof. Dr. Ewald Genzmer starb in Dresden im Atter von 75 Jahren. Genzmer war für den Städtebau eine Autorität, die weit über die deutschen Grenzen hinaus Geltung befaß.
Der Schauspieler Hans Waßmaun t.
Berlin, 5. April. Der Berliner Schauspieler Hans Waßmann, der vor einigen Tagen einen Schlaganfall erlitten hatte, ist heute nacht im Alter von 59 Jahren gestorben.
Mann arbeitslos ist oder nicht genügend verdient, um für eine Familie sorgen zu können. Ein Antragsteller, von dem befürchtet werden muß, daß er der öffentlichen Wohltätigkeit zur Last fällt, wird heute niemals ein amerikanisches Visum erhalten. Ueber die Höhe der Geldsumme, die ein Einwanderer besitzen muß, bestehen ebensowenig besttmmte Vorschriften wie über sonstige „Sicherheiten". Meistens müssen die Verwandten in den Vereinigten Staaten außer einer Bürgschaftserklärung auch noch eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers dem Auswanderungswilligen zwecks Vorlage auf dem amerikanischen Konsulat zusenden, aus der hervorgeht, daß sie Arbeit haben und soundsoviel verdienen. Verwandte mit Grundeigentum oder einem Bankguthaben sollten auch hierüber einen beglaubigten Ausweis einsenden. Landwirte werden nach den neuen Vorschriften nur dann bevorzugt behandelt, wenn sie genü- ?end Geld haben, um eine Farm aufenzukönnen. Es ist schon vorgekommen, daß 5000 Dollar als Sicherheit nachgewiesen werden mußten; oft hat allerdings eine viel geringere Summe genügt, künftiger gestellt sind folgende Personengruppen: Eltern von amerikanischen Bürgern, Ehemänner von amerikanischen Ehefrauen (wenn die Heirat nach dem 1. Juni 1928 stattsand) sowie Ehefrauen und die unverheirateten Kinder unter 21 Jahren von regelrecht eingewanderten Ausländern. Sie alle müssen aber ebenfalls glaubhaft nachweifen, daß für sie bei der Ankunft auf amerikanischem Boden in jeder Weise gesorgt ist. Nur wer das kann, erhält das amerikanische Visum. ^Die Entscheidung über jeden Antrag liegt im Ermeßen des amerikanischen Konsulats, das jeden Fall individuell prüft.
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Nimm
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Die Kaufeifeateulifte für Hesseu-Rajjau.
Der Christlich-soziale Volksdienst hat für Hesfen-Nasiau folgende Kandidatenliste aufgestellt:
1. Pfarrer Karl Seifet, Prof. a. D., Frankfurt a. M., Taubenstraße 23.
2. Dr. med. Wilhelm Rohrbach, Stadtrat, Kasfel-Wilhelmshöhe, Fürstenstraße 2.
3. Eewerkfchaftssekretär Ewald Otto. Dillenburg, Wolframstraße 1.
4. Landwirt Alwin Schadeberg, Oberissigheim (Kreis Hanau), Hauptstraße 18.
5. Frl. Margarete Petersen, Geschäftsführerin des Verbandes der Heimarbeiterinnen, Frankfurt a. M., Eiserne Hand 3.
6. Steuerinspektor Ernst Kaiser, Corbach (Waldeck), Blumenstratze 11.
7. Schwerkriegsbeschädigter Rich. Krumm, Dillenburg, Bismarckstraße 4.
8. Kreisbaumeister Adolf S ch l e i n i n g Marburg (Lahn), Schwanallee 42.
9. Landesverwaltungsdirektor Johann Gustav Groß, '.lasse!, Hohenzollernstraße 44.
10. Pfarrer Alfred Nixdorfs. Dieden- beraen. Pkarrstraße 12.