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Mittwoch, Kn 6. Avril ISN

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberheffen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Verzicht auf die Goldwährung?

Vermutungen über die Londoner Vereinbarungen - Frankreich erwartet Schwierigkeitennur von Deutschland"

Verschleierte Gegensätze

Die Enthüllungen Severings

Bor Beginn der Londoner Bier-Mächte­konferenz betonte die Pariser Presse in ihrer Stellungnahme zur D o n a«- frage im allgemeinen daß sich die Kon­ferenz darauf beschränken werde, das Ein­ladungsschreiben an die Donauländer, das die Richtlinien für die weiteren Verhand­lungen enthalten werde, auszuarbeiten. Man wolle die Donaustaaten auffordern, ihre Handelsbeziehungen durch Einfüh­rung eines Borzugssystems wirt­schaftlich zu gestalten. Weiter werde man sie auffordern, entsprechende Mahnahmen bezüglich d-r Regelung ihrer Finanzen zu ergreifen. Selbstverständlich werde man alle Staaten, die den Donauländern Erleichterungen bewilligen wollen, freie Hand lassen unter der Bedingung, daß die . Großmächte auf den neuen Märkten nicht in Wettbewerb zueinander treten. Schlieh- lich werde man das ganze Werk durch einen Plan für die internationale Finanz­hilfe an die Donauländer krönen.

Es gelte jetzt die Zustimmung Deutschlands und Italiens zu erlangen, und zu verhindern, datz diese Zustimmung den Kamps auf ein anderes Gebiet übertrage. Es sei nämlich sehr leicht, den französischen Plan förmlich zu sabotieren. Oesterreich und Ungarn stän­den sehr unter deutschem und italienischem Einfluß. Allerdings seien gerade diese Staaten an einer Finanzhilfe sehr inter­essiert, die im wesentlichen nur von Frankreich ausgehen 'könne. Wenn Deutschland und Italien sich dem logischen und erfolgversprechenden französischen Plan widersetzen sollten, so mühten sie bester« Maßnahmen vorschlagen, wenn sie nicht hieVerantwortung für eine Kata­strophe" auf sich nehmen wollten. Von an­derer Seite wird hervorgehoben, datz un­überwindliche Widerstände von Seiten Italiens unwahrscheinlich wären. Italien sei an der Konsolidierung zu sehr inter­essiert, um sich in einem politischen Spiel zu bewegen, von dem nur Deutschland Vorteile haben könnte. Wenn Widerstände eintreten sollten, so habe man sie von Berlin zu erwarten. (!).

Keine restlose französisch-englische llebereinstimmnng?

Der diplomatische Korrespondent der ,.M o r n i n g P o st" schreibt, Aeutze- rungen gewisser Teile der französischen Presse hätten das Matz der zwischen Mac- donald und Tardieu erreichten lleberein- stimmung etwas übertrieben. Die An­nahme, dah die Erörterungen vom Mon­tag über einen engeren Meinungsaus­tausch hinausgegangen seien, sei falsch.

Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph" sagt:Die Be­sprechungen vom Montag führten zu einer Annäherung des englischen und des fran­zösischen Standpunktes hinsichtlich der wirtschaftlichen Seite des Donauproblems. Die finanzielle Seite wird dagegen noch einer sorgfältigen Prüfung bedürfen. Die Londoner Bankiers sind, wie es heitzt, nicht geneigt, ohne eine Regierungs­garantie weiteres Geld im Donaugebiet zu riskieren."

Echo de Paris" über die Aufgabe dies Goldstandards der Donauländer.

Der Auhenpolitikex desE ch o d e P a - r i s" will nähere Angaben über die zwischen Frankreich und England in Lon­don getroffenen Vereinbarungen machen können. Unter anderem sei englischerseits vorgeschlagen worden, dttß die 5 Donau­länder den Goldstandard aufge­ben sollten. Die französische Delegation habe sich diesem Standpunkt angeschlosien, jedoch sich ausdrücklich vorbehalten, dah ein neuer Goldstandard aus einem weniger hohen Eoldniveau in Kraft treten müsie.

Berkin, 5. Aprkk. Nachdem bereits am Montag die Oeffentlichkeit mit der Mittei­lung überrascht worden ist, datz die preußi- sche Regierung im Besitz von Material sei, aus dem hervorgehe, dah von nationalsozia­listischen Führern Hoch- und Landesverrat be­gangen worden ist. hat nun der preutzische Innenminister seine Enthüllungen in einer umfangreichen Verlautbarung fortgesetzt. Mit diesen Enthüllungen soll offenbar der Nach­weis erbracht werden, dah die nationalsozia­listischen Legalitätserklärungen samt und son­ders nicht wahr sind und dah die Partei einen bewaffneten Umsturz vorbereitet. Se- vering führt zum Beweis für die schweren Anschuldigungen gegen die NSDAP., die in den letzten Wochen zu einer ständigen Rubril in der Linkspresse geworden sind, ein« Reih« von Angaben, Dokumenten und Befehlen an. Sehr ausführlich wird vor allem der Nach-

Das Moskauer Urteil

fk. Moskau, 6. April. 3m Prozeß gegen Stern und Wasfiljeff wegen des Attentats auf den deutschen Bot­schaftsrat von Twardowski wurde heute in früher Morgenstunde das Urteil verkündet. Es lautet auf Todesstrafe für beide Angeklagte. Das Ur­teil ist endgültig.

Vor ver Verkündung des Urteils führte Volkskommisiar Krqlenko aus, das ! Attentat fei durch eine Warschauer sowjetfeindlicheBTerrnrorga-

nisation veranlaßt worden. Was- siljess habe wahrscheinlich schon seit 1928 mit dieser Gruppe in Berührung gestanden, deren Ziel gewesen sei, die ausländischen Beziehungen der Sowjet-Union zu stören uud Terrorakte verüben zu lasten, »m die Friedenspolitik der Sowjet-Union zu durchkreuzen und politische Konflikte zu provozieren. Die Verteiviger hatten u« ein mllderes Urteil gebeten, weil die Attentäter Werkzeuge in fremder Hand gewesen seien.

Deutsche Eltern unter Anklage

Litauens Kampf gegen die deutsch^ Schule

Kowno. 5. April. 3n Verfolg der systematischen Unterdrücknng des deutschen Schulwesens in Litauen ist es erneut zu einem unerhörten Uebergriff der litauischen Schulbehörde« gekommen. Sämtlichen tautschea Eltern der ehemals deutschen Volksschule in dem Kirchdorf Sintautai, das an der ostpreußische« Greuze etwa 15 Kilometer von Schir« wind eutfernt liegt, wird auf Anordnung des Schuliuspettors wegen Sabotage der Prozeß gemacht werden, weil sie sich wei­gerten, ihre Kinder an dem in litauischer Sprache erteilte« Religionsunterricht teil­nehmen zu lasten.

Diese ehemals rein deutsche Volksschule mit über dreißig Kindern ist vor etwa zwei Jahren gegen den Willen der Eltern in eine litauische Schule umge­wandelt worden. Damals gelang es den deutschen Eltern noch, durchzusetzen, datz wenigstens der Religionsunter- richt in der Muttersprache gege­ben würde. Als jetzt auch dieser litauisch erteilt würde, entschlossen sich die Eltern, ihre Kinder von dem in litauischer Sprache erteilten Religionsunterricht fern­zuhalten, worauf der Schulinspekto- gegen

sämtliche Eltern Klage vor Gericht an- strengte, die demnächst zur Verhandlung kommen soll.

Profestor Gustav Kastel über de« Sieg des Pfundes.

London, 5. April. In einem Ar- ttkel imObserver" sagt Profestor Gustav Kastel eine beträchtliche Aufwertung der Papierwährungen und besonders des Pfundes in nächster Zeit voraus. Die bis­her stark unterbewerteten Papierwährun­gen hätten einen großen Sieg gewonnen, indem der ganzen Welt die Möglichkeit einer überlegten Kontrolle der Kaufkraft der Papierwährungen gezeigt worden fei. Kastel warnt jedoch die Papierwährungen, sobald sie sich der Goldparität angenähert haben, wieder zu Goldwährungen umzu­wandeln. Das wäre ein unüberlegter Schritt. So lange die Stabilität des Gol­des nicht fichergestellt und die Eoldvertei- lung nicht in normalere Bahnen gelenkt sei, wäre die Wiederaufnahme des Gold­standards schlimmer als ein Schritt ins Dunkle und bedeutete eine neuerliche Ab­hängigkeit von unberechenbaren wirt­schaftlichen Einflüsten und politischen Fak­toren. Die Welt habe das Pertrauen in das Pfund wiedergewonnen und kaufe Sterling in Voraussicht eines kurz bevor­stehenden Anziehens der Pfundwährunq.

richtendienst der Nationalsozialisten behandel^ in dem Severing offenbar eine besondere Gefahr erblickt. Auch den angeblichen Vor­bereitungen der SA. für den 13. März wird em ausführliches Kapitel gewidmet.

Es find gewiß schwerwiegende Beschuldi­gungen, die der preußische Innenminister ge­gen die NSDAP, erhebt. Ob alle die hier aufgezählten Maßnahmen der Nationalsozia­listen aber wirklich die Bedeutung haben, die Severing ihnen gibt, wird man zunächst ein­mal der Entscheidung der hierzu berufenen Stellen überlassen müssen. Dabei wird man in Betracht ziehen müssen, daß sicher auch andere Organisationen, die auf der Seite der Linken stehen, ähnliche Vorbereitungen ge­troffen haben. Severing hat am Dienstag­vormittag eine längere Aussprache mit dem Reichsinnenminister G r o e n e r gehabt, liebet diese Aussprache ist bisher noch nichts an die Oeffentlichkeit gedrungen. Umso bezeichnen­der ist, datz auch diesmal wieder die Links­presse bereits so tut, als ob die Illegalität , der NSDAP, bereits eine feststehende Tat­sache wäre. Dieses Verhalten ist umso ver­werflicher, als die nationalsozialistischen Füh­rer zu den schweren Beschuldigungen im Augenblick gar nicht Stellung nehmen können, da sie sich auf Wahlreisen befinden. Zunächst einmal wird man abwatten müssen, ob es überhaupt zur Einleitung eines Verfahrens vor dem Reichsgericht kommt.

Wir werden die Schlußfolgerungen ziehen."

Berlin, 5. April. Vor Vertretern der Presse wies der preutzische Innenminister Severing darauf hin, daß das bei der NSDAP. beschlagnahmte Material nur einen Teil dessen darstelle, was bei den Haus­suchungen in den nationalsozialistischen Quartieren gefunden worden ist. Aus den Dokumenten ergebe sich ohne weiteres, daß die Darstellung, die Hauptmann Röhm und andere nationalsozialistische Führer gegeben haben, als handele es sich bei der Zusammen- ziLhung der SA. nur um Vorbeugungsmaß­nahmen, unrichtig sei. Es sei erwiesen, daß die Nationallozialisten auf 'die Organe des Staates durch Zermürbung und ähnliche Methoden emzuwirken suchten, während gleichseitig eine systematische Ausrüstung be- ttieben würde. Weiter ergebe sich die Vor­sorge, datz Mannschaften zur Verfügung stehen, um im geeigneten Augenblick die Waf­fen des Bahnschutzes von der Polizei zu über­nehmen. Minister Severing wandte sich be­sonders gegen den Vorwurf, datz die Haus­suchungen ein Willküratt gewesen seien. "Er ging nochmals auf die Vorgeschichte der Aktion ein.

Minister Severing wies weiter darauf hin, datz, wie bereits gemeldet, ein Teil des ge­fundenen Materials dem Oberreichsanwalt übergeben worden sei und mit Rücksicht auf die Gesetzgebung gegen den Landesverrat nicht veröffentlicht werden könne. Er erllärte wei­ter, daß er die Frage, was aufgrund des Ma­tenals nun geschehen werde, noch nicht be- antroorten könne.Wir werden aber", lugte er hinzu,die Schlußfolgerungen ziehen." Es könne nicht geduldet werden, daß unter dem Deckmantel politischer Erziehung. Privat­armeen gebildet würden, die eine innen­politisch« Gefahr seien und eine außenpolitische Gefahr zu werden drohten. In der Beur­teilung des Materials stimmten auch andere Landesregierungen, wie Bayern. Württem­berg. Sachsen, Baden und Hessen mit der preußischen Regierung überein, und auch sie seien bereit, die Folgerungen zu ziehen. Schließlich betonte der Minister noch, die preutzische Regierung habe die feste lieber* zeugung. datz ihre Machtmittel ausreichen, um allen Möglichkeiten gegenüber gerüstet zu sein.

Di« Berliner Presse zu den Sleröffentlichungen der preußischen Regierung.

Das geitem von der preußischen Regie- TintQ veröffentlichte Material über nativ-