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Anzeiger für (das frühere knrhesftfche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Schnelle Einigung in London

Mit Rücksicht auf Deutschland und Italien noch keine festen Beschlüsse Unterstützung und Kontrolle für die Donaustaaten

Auch Geld von Deutschland?

Dr. Brüning im Wahlkampf

gonb<n, 4. April. Son Downing- fireet wurde heute folgendes Communiqu^ veröffentlicht^

Die französischen nnb die britischen Mi­nister trafen sich heute in Dowaingstreet. Die Besprechungen dauerten von 10 Uhr «orgeus bi« 1 Uhr mittags, und von 2.30 bis 5 Uhr. Anwesend waren der Premier, »imsier, Tardien, Flaudin, der Staatsekretärs des Aeutzern, der Schatzkanz- ler und der Präsident des Handelsamtes.

Bei den Erörterungen handelte es sich in der Hauptsache um die wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, denen sich die Donau st aaten gegenüber, sehen. Die Minister der beiden Lander waren der Ansicht, daß die Probleme, die sie untersuchten, nur durch eine allgemeine Uebereinkunft internationalen Charakters gelöst werden könnten und dah zu diesem Zweck enge und herzliche Zusammenarbeit zwischen den vier Mächten, die Mittwoch Wsammentreten, erforderlich sei. Ange« sicht« des bevorstehenden Zusammentritts dieser Konferenz versuchten sie nicht, z« irgend welchen Schluhfolgerungen zu kom­men. Sie sind jedoch überzeugt, dah die­ser Meinungsaustausch die Arbeiten der Konferenz erleichtern wirdl. Die englische und die französische Regierung teilen die Hoffnung, dah es sich als möglich erweisen möge, eilige gemeinsame Mahnahmen zu verabreden, die den legitimen Inter­essen der dritten Partei Rechnung trage», di« ferner eine wirtschaftliche Annäherung zwischen den Donaustaate« ermöglichen und die schliehlich die Schaffung von Be­dingungen erleichtern werden, die dazu angetan find, das Gleichgewicht «vd die Stabilität dieses Teiles Europas wieder­herzustellen." .

Pressestimmen

fk. Paris, 5. April. Fast die gesamte Presse äußert sich befriedigend über den Verlauf der französisch-englischen Be­sprechungen in London. (Zn einer Mel­dung oer AgenturHavas aus London heißt es, beide Regierungen hätten sich Wer die für die wirtschaftlichen und finan­ziellen Schwierigkeiten der Donaugegend in Frage kommenden HSlfsmittel geei­nigt. Dieses Problem habe den einzigen Gegenstand der Beratungen gebildet. Ir­gend ein fester Beschluß sei wegen der Ab­wesenheit der Vertreter Deutschlands und Italiens nicht gefaßt worden. Bülow und Drandi würden also nicht vor vollendete Tatsachen gestellt sein. AIS wichtig fei sestzustellen, daß Frankreich und England sich über die Methoden und die Aktions­wittel geeinigt Hütten. Ihrer Ansicht nach werde der Zusammenbruch der Donau- staaren nur durch eine gemeinsame sM- dorische Anstrengung durch diese Rationen kochst und finanzielle Unterstützung der vier machte vermieden werden. Um bic»

Ziel zu erreichen, sei es ratsam, dah die fünf Donaumächte gemeinsam die Bestim- mnngen für einen engeren wirtschaftlichen ^sommenschluß feststellen, und hierfür scheine es teilten anderen Weg zu geben.

dte Kombinationen auf der Grundlage des Vorzugszolls hftems. Frankreich England, Italien und Deutschland müß­ten sofort nach Mitteln suchen, die Lage W sanieren, sei es durch Revision der fi­nanziellen Belastung der Donaustaaten, oder durch Gewährung neuer fi­nanzieller Unterstützungen. In diesem Falle werde die Wiedecherstellung des Vertrauens der Finanzmärkte in die Zahlungsfähigkeit der Dvnauländer nicht ohne Kontrolle über ihren Haushalt und ihre Währung er­folgen können.

K o w n o, 4. April. Rach einer amtlich nicht bestäfigten Verlautbarung haben die Unterzeichnermächte die litauische Regie­rung davon verständigt, dah die ganze Memelangelegenheit einsHließlich des Fal­les Böttcher infolge der Richtbeachtuug der bei dem letzten gemeinsamen Schritt der Mächte vorgebrachten Warnungen jetzt vor ven Haager Gerichtshof gebracht werden würde.

Die Mehrheitsparteien des aufgelösten Memelländifchen Landtages haben in einer an den Staatspräsidenten unterbrei­teten Eingabe Protest gegen die vom Di­rektorium Simaitts getroffenen Maßnah­men, insbesondere gegen die Mafsenein- bürgerung von Eroßlitauern, die Unter­drückung des deutschen Schulwesens und die Beschränkung der Wahlfreiheit durch die zum gröhten Teil aus Litauern zusam­mengesetzten Wahlkommisstonen erhoben. Wie verlautet, werden sich die memellän­dischen Mehrheitsparteien, sofern ihr Ein­spruch nicht berücksichtigt wird, mit einer neuen Klage an den Völkerbund wenden.

Belgrad, 4. April. Ministerpräsident General Ziwkowitsch hat am Mo-ntag- mittag dein König Alexander auf Schloß Dedinjew bei Belgrad den Gesamtrück­tritt der Regierung unterbreitet. Der König hat den Rücktritt angenommen. Zn enter Sitzung des Minksterrates, die am Vormittag stattgefunden hatte, erklätte Ge­neral Ziwkowitsch, dah er sich aus dem voll- tischekt Leben zurückziehe. Er habe am 26. Januar 1928, in einem Augenblick höchster Gefahr für den Staat, als neutrale Persönlichkeit die Regierung und bamit_ die Pflicht übernommen, die Verhältnisse in «üd- slawien wieder zu normalisieren. Er glaube, dah er seine Pflicht erfüllt habe und trete daher von der Regierung zurück.

Die Nachricht von der Aufgabe der Mili- tärdittatur rief ungeheures Aufsehen hervor. In politischen Kreisen ist man der Ansicht, dah der Minister des Aeuhem, M a- rinkowitsch, das neue Kabinett bilden' wird. Man will dadurch die Beständigkeit der Außenpolitik gewährleisten und zugleich

Karlsruhe, 4. April. Rach Beendi­gung seines Osterurlaubs, den er in Baden­weiler verbracht hat, begann Reichskanzler Dr. Brüning in der badischen Landes­hauptstadt vor 6000 Zuhörern seinen bereits vor längerer Zeit festgelegten Redefeldzug. Dah er nicht nach London fahren könne, er­klätte der Reit^kanzler, sei nicht so be­dauerlich. weil ausgezeichnete Männer an sei­ner Stelle fahren werden. Dah das deutsche Volt nun noch drei weitere Wochen in den Wahlkampf gezogen werde, sei ein trübes Zeichen für den Teil, der die Campagne her­beigeführt habe. Wenn wir. fuhr Dr. Brü­ning fort, im Januar oder Februar in einer

Wie dasMemeler Dampfboot" meldet, hat der Kommandant des Memel-Gebietes die Vorzensur, die bisher für Druckerzeug- niffe bestand, aufgehoben, dagegen Geld­strafe bis zu 5000 Lit «der Gefängnis bis zu drei Monaten für eine Reihe von Pressedelikten angedroht, u. a. für die Verbreitung falscher oder aufgebauschter Nachrichten, die die Sicherheit des Staates und dessen Ansehen schädigen, für die Ver­breitung von Nachrichten, die innerhalb der Bevölkerung Unruhe stiften, für bie Verhetzung eines Teiles der BevölkerAng gegen den anderen und für die Verächt­lichmachung der Staatsregierung oder ihrer Organe.

Außerdem können in besonderen Fällen pettodische Druckschriften verboten und Versammlungen aufgelöst werden. Der Zweck der neuen Bestimmungen ist offen­bar, die deutsche Presse im Memel-Gebiet ganz mundtot zu machen und unter Bezug­nahme auf die neue« Bestimmungen die deutschen Zeitungen einfach ganz zu ver­bieten.

durch eine feste Hand die bisherige Innen­politik des Generals Ziwkowitsch fottgefühtt sehen.

Der bisherige Außenminister Marin­ko w i t s ch ist anstelle des zurückgetretenen Ziwkowttsch zum Ministerpräsiden­ten ernannt worden. Seinem Kabinett ge­hören sämtliche Mitgkieder der bisherigen Regierung mit Ausnahme von Ziwkowitsch an. Die Minister find bereits heute nach­mittag vereidigt worden.

Ein Knabe von eine« Bären schwer verletzt.

Hannover, 4. April. Bei den Ab* brucharbeiten desFrühlingsfestes" riß sich der Bär eines Schaustellers lös. Ein Knabe wurde von dem wütenden Tier durch Prankenhiebe am Kopf schwer ver­letzt. Ein Schupobeamter tötete den-Bären durch einen Schaß. - "

kurzen Reichstagsperiode die Amtszeit de» Reichspräsidenten verlängert hätten, würde das für uns nicht nur außenpolitisch eine Stärkung bedeutet haben, sondern es. tarn noch etwas hinzu. So lange wir die jetzige politische Stabilität in Deutschland nicht sichern und nicht sichern können, wird es durch die immerwährenden politischen Unruhen keine Erholung der Wirtschaft geben und wird die Ankurbelung der Wirt­schaft auf sich warten lassen.

Reichskanzler Dr. Brüning beschäftigte sich sodann eingehend mit der nationalsozialisti-

Die Rundfunkübertragung der Kanzler­reden. J

Berlin, 4. April. Wie wir erfahren» wird von den vom Kanzler in dieser Woche gehaltenen Reden die Königs­berger Rede am 9. April auf alle deut­sch« Sender übertrugen werden. Die übrigen Reden werden jeweils von den lokalen Sendern übertragen werden.

scheu Bewegung. Das Ziel der NSDAP., die höchste Macht im Staate den Reichs­präsidentenposten zu erhalten, sei partei­politisch gesehen berechtigt, aber vom vater­ländischen Standpunkt aus verweZstch, wenn man sich in den Parlamenten der Länder vor der Mitarbeit drücke. Wenn auch Hit­ler für den Fall seiner Reichspräsidentenschaft sozusagen sein Alibi schon vorher gegeben habe, so bleibe doch das eine bestehen, daß der Nationalsozialismus etwas erstrebe, was in biefem Jahre historischer Entscheidung für bas Schicksal des deutschen Volkes das aller­gefährlichste sei. Denn, so führte der Kanzler aus, die großen Dinge, die langsam herange­reift sind in der Außenpolitik und die wir jum Teil bewußt herbeiführen konnten, diese Dinge sind nur bann zu vollem Erfolg zu bringen, wenn es gelingt, bas System der vergangenen zwei Jahre, bas System der jetzigen Regierung, burch zu halten, nie­mals dem Volke demagogische Veispreomn- gen zu machen, sondern die Wahrheit zu sagen. (Stürmischer Beifall.» Der Kanz­ler fuhr fort: eines hat die Reichsregierung für sich: Sie-hat dem 3n= und Auslande be­wiesen, daß sie selbst in solchen Krisenreiten, selbst bei sechs Millionen Arbeitslosen das Volk ruhig über den schwersten aller Winter hat hinüherbringen können. ILebhafte Zu­stimmung.) Das ist eine Leistung, die dem deutschen Volke in der Welt ein Prestige un­ter sfiihrung des jetzigen Reichspräsidenten ge­schaffen hat. das keine andere in der Lage gewesen wäre oder in der Zukunft m der Lage sein wird zu schaffen. Ohne Ver­trauen hat eine Regierung keinen Kredit und alles, was mir heute in Deutschland wirt­schaftlich gerettet haben, in dem Augenblick, wo alles Zusammenstürzen drohte, das ist nicht aufgebaut auf Prioatkredit, sondern ein­zig und allein auf die Tatsache, daß eine Re­gierung es verstanden hat. in der ungeheuren Not den Etat von Reick, Ländern und Ge­meinden zu sichern und dadurch allein die deutsche Währung stabil zu erhalten. «Bei­fall.)

Wenn wir etwa den Sirenenklängen ge­folgt wären und hätten ein F e d e r g e l d ge­schaffen oder die Mark an das englisch? Pfund im Herbst angehängt, dann würden wir aller­dings für den Augenblick an einigen kchweren Maßnahmen vorbeigekommen sein, in einer späteren Stunde hätten wir an O p - fern und Entbehrungen aber bas mehr­fache bem deutschen Volke auf erlegen müs­sen unb ein Volk, das einmal weiß, was am Ende einer nicht stabilen Währung steht, sollte Leuten, bie sich überhaupt weigern, einmal , öffentlich zu erklären, was sie alles tun wür­den, wenn sie an bie Macht kämen, von vorn-

Memel vor dem Haag

Unterdrii^unL hW. deutschen Presse .

Ende einer Militärdiktatur

Rücktritt der südslawischen Regierung