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Montag.

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Anzeiger für (das frühere knrheffische) Oberhessen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.

^Graf Zeppelin" leicht beschädigt

Beim Start zur zweiten Südamerikafahrt die Autzenhiille aufgerissen Der Abflug wird verschoben

Tardieu in London

London. 3. April. Ministerpräsident Tardieu «nd Finanzminister Flau«

di« am Sonntagvormittag Paris

verliehen, wurden

bei der Ankunft in Lon­

don von Ministerpräsident M a c d o

nald, Auhenminister Simon «nd dem Unterstaatssekretär im Autzenministerium. Panfittart. begrüßt. Nachdem eine Französin Tardieu einen Blumenstrauh Sberreicht hatte, begab sich der gröhte Teil der französischen Abordnung «ach dem tzyde-Park-Hotel. während einige franzö­sische Vertreter nach der französischen Bot­

schaft fuhren.

Tardieus Besuch in Downingstreet

Tardieus Besuch bei Macdonald in Downingstreet dauerte fünfviertel Stunde. Darauf kehrte Tardieu unverzüglich ins Hydeparkhotel zurück, wo ihn der franzö­sische Botschafter de Fleuriau bereits längere Zeit erwartete. Nach seiner Rück­kehr empfing der französische Premier­minister die Presievertreter, denen er eine Erklärung vorlas, die er, wie er satzte, vorbereitet habe, u-/ seine Absichten genau auseinander zu setzen. In der Erklärung heiht es u. a.: Es ist eine große Freude für mich, mit meinem hervorragenden Freund Macdonald unsere Zusammen­arbeit von vor zwei Jahren anläßlich der Flottenkonferenz wieder aufzunehmen. Die Probleme, die wir zu erwägen haben, stellen die europäischen Probleme dar. Gibt es in der Tat heutzutage eine einzige Frage, die nicht eine europäische ist oder sogar eine Weltfrage. Die Pflicht der Re­gierungen ist es, jede dieser Fragen vom Gesichtspunkt der Solidarität aus zu be­handeln. Für Frankreich und Großbritan­nien wird es besonders leicht sein, und da sie so vernünftig sind, ist es gut, daß sie die Ziele und die Mittel zusammen erwä­gen sollten. Die? ist der Grund, weshalb ich so bereitwilligst die Einladung ange­nommen habe, die mir zu Beginn des ver- Sngenen Monats gesandt wurde, als ich

Genf war. Abgesehen von ihrer Freund­schaft sind Großbritannien und Frankreich durch gemeinsame Verantwortlichkeit mo­ralisch sowie politisch verbunden: einer Verantwortlichkeit, die sich aus den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und aus den Bestrebungen ihrer Bürger für eine friedliche Aera'fair play und Arbeit ergibt. Dies ist der Geist, der bei unserer Zusam­menkunft ausschlaggebend gewesen ist. Es wird auch, dessen bin ich gewiß, der Geist der Konferenz sein und auch der Vier­mächtekonferenz am Mittwoch, und es war gestern und wird morgen sein der Geist unserer Zusammenarbeit in Genf und ein wenig später in Lausanne.

Eine Erklärung Macdonalds

Nachdem Tardieu Downingstreet verlaßen hatte, erklärte Macdonald den Pressevertretern, daß die Politik der englischen Regierung die allseitige Zusam­menarbeit sei. Der Zweck der Politik sei. Europa zu helfen. Eine Uebereinkunft werde auf der Vier-Mächtekonfe­renz erreicht werden und nicht vorher. Die Vier-Mächtekonferenz werde nicht auf die Donaufrage beschränkt werden. Die britische Regierung gehe auf diese Konfe­renz mit freien fänden ebenso wie jeder -ndere Konferenzteilnehmer. Die Bespre-

Eine kleine Panne

ft. Friedrichshafen. 4. April. Als Vas LuftschiffGraf Zeppelins heute morgen planmäßig «m 5.04 Uhr hei klarem Wetter nutet Führung von Kapi­tän Lehmann zu einer diesjährigen zweiten SLdamerikafahrt auf- ftieg, erlitt es eine Beschädigung. Infolge einer außergewöhnlichen Tempe- raturentwicklnng kam das Lnftfchiff nnr schwer vom Boden weg und streifte dabei den Mast der Funkstation. Dabei wurde vie Außenhülle des Luftschiffes beschädigt. Während der

Riß. der entstände« war, sich aaf der Fahrt hätte beseittgen lassen, zog man es vor. da man noch in der Nähe der Werft war. nochmals z« lande«.

Neuer Aufstieg desGraf Zeppelin- nicht vor 12 Uhr.

Mit Wen Ausbesserungsarbeiten am Luftschiff wurde gleich nach der Einbrin­gung in die Halle begonnen. Die Arbeiten nehmen jedoch etwas mehr Zeit in An­spruch. sodaß vor 12 Uhr mittags der Start nach Südamerika nicht erfolgen wird.

Verständigung

Moskau (über Kowno), 3. April. Die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion teilt aus Schanghai mit, daß in den zwischen den chinesischen und japanischen Vertretern geführten Verhandlungen fol­gendes vereinbart wurde: Es werden von den Japanern geräumt: 1. Mehrere Teile des Chinesenviertels in Tschapei; 2. der östliche Teil von Kiangwan und die Renn­bahn; 3. das Dorf Wusung; 4. der Bezirk Jansupu.

Die Räumung muß im Laufe eines Mo­nats erfolgen. In den geräumten Gebie­ten dürfen sich vorläufig keine chinesischen Truppen aufhalten sondern nur eine eigens gebildete chinesische Polizei. Zur Durchführung dieser Vereinbarungen wird eine chinesisch-japanische Kommission gebil-

in Schanghai

1 \ f J

dtt, wie die Durchführung zu überwachen hat.

Chinesischer Bruderkampf bei Schanghai.

Schanghai, 3. April. Die 19. kan­tonesische Armee befindet sich im offenen Kampf mit der 47. Division Tschiangkai- scheks. Die Nankingtruppen versuchten, die Kantonesen bei Tsitsang zu entwaffnen. Es entwickelte sich ein erbitterter Kampf, besten Ausgang noch nicht entschieden ist. Die Kämpfe haben in Schanghai, wo das Artillerie- und Eewehrfeuer deutlich zu hören ist, große Besorgniste hervorgerufen. Die neutralen Militärbehörden haben eine Zusammenkunft der Oberbefehlshaber der beiden feindlichen chinesischen Armeen zustandegebracht, die in den nächsten Ta­gen stattfinden soll.

chungen zwischen Tardieu und Macdonald am Montag würden eine Ueberstcht über die europäische Lage mit Bezug auf Lau­sanne, Genf und die Donaufituatton er­geben. Der erste Punkt der Erwähnungen werde das Donauproblem sei. Der Pre­mierminister sagte:Ich freue mich sehr über Tardieus Besuch. Wir find in ge- wisten Sinne alte Freunde und wir ver­treten im Augenblick zwei Länder, die in herzlichster Zusammenarbeit mit jedem anderen europäischen Lande stehen sollten bei Behandlung der ungeheuren Pro­bleme, besonders wirtschaflicher Natur, di« nicht nur Europa, sondern die Welt in der gegenwärtigen Zeit in Mitleidenschaft ziehen. Ich habe immer sehr an den Wert persönlichen Äontaftes in der Diplomatie geglaubt, der jetzt notwendiger als je ist. Der Tag gemächlicher, formeller Korre­spondenzen und Telegrammabfastungen ist vorüber. Der Frieden der Welt wird auf dem Wege der Konferenz aufrecht erhalten bleiben müssen. Es tut mir leid, daß in einigen Zeitungen Anzeichen eines Arg­wohns wegen der Zusammenkunft zwischen Tardieu und mir aufgetaucht find. Für diesen Argwohn habe niemals auch nur die geringste Berechtigung bestanden. Die Absichten der englischen Regierung seien aufrichtig und uneigennützig. Ein Land allein oder zwei Länder könnten es nicht schaffen. Die Politik, die wir ausarbeiten, ist eine Politik der Zusammenarbeit mit jedermann, der den Frieden erstrebt und der bereit ist, sein volles Gewicht hinter die auf Frieden gerichteten Bestrebungen zu. stellen.

Pressestimmen

Die französischen Preste über die Begeg­nung Macdonald-Tardieu.

Die große französische Nachrichten- Presse hat ein Heer von Berichterstattern nach London entsandt. In der Erklä­rung Ma cdonalds stellen die der Re- gierung nahestehenden Blätter eine Wider­legung der Behauptung fest, daß das offi­zielle England für die Wünsche und Be­dürfnisse Frankreichs kein Verständnis zeige. Andererseits haben sich die Be­richterstatter der französischen Blätter da­von überzeugt, daß irgendwelche definittve Lösungen von der Aussprache Macdonald- Tardieu nicht zu erwarten sind.

Der Berichterstatter des offiziösenPe­tit Parisi en" erflärt, bei der Fühlung­nahme zwischen den Regierungschefs sei der Wunsch nach Verständigung und lo­yaler ^Zusammenarbeit in dem Meinungs­austausch zum Ausdruck gekommen, in dem die Hilfe für Mitteleuropa, die Genfer Verhandlungen über die Rüstungsherab­setzung und die Reparationsfrage Mr Esnache gebracht worden fein dürften,

Der Auhenpolüiker desEcho de Pa­ris" schreibt aus London: Bis zum Zu­sammentritt der Diermächtekonferenz wird nichts geschehen, was auch im entfernte­sten einem Beschluß gleichen könnte. Mac­donald habe dies beim Empfang der eng­lischen Presse energisch betont. Er frage nicht danach welche Lösung für die Knie Mitteleuropas in Frage komme,, sondern welche wirtschaftliche und finanzielle-.

simg des DonaUprvblemS die Zusttmmung Deutschlands und Ztalien schalten könne. Die Aussichten der Londoner Besprech­ungen seien affo ziemlich beunruhigend. Auf keinen Fall dürfen wir Franzosen erwarten, daß die gettngste Entente Eordiale in irgend einer Form wieder Mm Leben erweckt wird.

Journal" erllätt: Wtt können uns nur zu der Fesfftellung beglückwünschen, daß Macdonald der Loyalität der fran­zösischen Auffassung über die Zusammen« arbeit Anerkennung zollte, wenn er auch immer wieder versuchte, der Empfindlichkeit Deutschlands und Italiens Rechnung z» tragen.

Times- z« Tardieus Londoner Besuch.

Zn den Londoner Pvesse-Aeußerungen über den Besuch Tardieus wird vielfach die gesttige Bemerkung Macdonalds her- vorgehoben, daß vor der Diermächtc- konferenz keine Vereinbarungen über die Dvnaufrage abgeschlossen werden sollen.

Times" erlläven, es werde keineswegs daran gedacht, einen engsisch-französifclren .Plan auszuarbeiten und ihn DeatMand uüd Italien Mr Annahme oder Ablehnung vvrzulegen. Es werde anerkannt, daß das große Interesse Deutschlands und Ita­liens durch das dorgeschlagene Vorzugs­system berührt würde, daß kein Plan ohne die Unterstützung beider Länder Erfolg . haben könne. Tardieus Plan könne viel­leicht als Anfang der ernstlichen Vor­bereitung für die Lausanner Konferenz be­trachtet werden. Die Viermächtekonferenz sei eingesetzt, M verhindern, daß die Arbeit in Lausanne von vornherein durch einen finanziellen Zusammenbruch in Südost- Europa zunichte gemacht werde.

Amerikanischer Protest gegen die fran­zösische Konttngentierungspolitik.

Paris, 3. April. Die amerikanische Handelskammer in Paris hat dem ameri­kanischen Botschafter zur Weiterleitung an 66c amerikanische Regierung eine Pro- testentschließung gegen die französische Konttngentterungspolifik übergeben.

Drohbriefe an Dentschtumsführer im Memel­gebiet.

Memel, 3. April. Die beiden Denlsch- tumsführer Conrad und Eubba erhielten in der letzten Zeit Drohbriefe, die answeinend von großlitauischen Kreisen stammen. In den Briefen wird von beiden verlangt, sie mochten für den kommenden Landtag nicht mehr kan­didieren und im Interesse» ihrer eigenen Sicherheit aus dem Memelgebiet nach Deutsch­land verschwinden.

I Große Unterschlagungen btt Kreuge-, n. Toll in Stockholm.

Stockholm. 3. April. Durch die in­folge des Todes Ivar Kreugers durchge­führte Revision tl man bei der Aktien­gesellschaft Kreuger u. Toll einer großen Unterschlagung durch zwei frühere Ange- stellte auf die Spur gekommen. 165 000 Kronen sollen veruntreut sein.

Begleiter einer Geldsendung der Reichsbank aus dem D-Zug gestürzt.

Amsterdam, 2. April. In der Nähe der Station Holten ist am Sonnabendmorgen der Reichsbankbeamte Mar Fritze loder Fritsche) aus Bersin auf bisher unerklär­liche Weife aus dem D-Zug Berlin-Amster­dam gestürzt, wobei er eine schwere Eebirn- erschütterung erlitt. Wie bekannt wird, be­gleitete Fritze mit zwei anderen Beamten der Reichsbank in einem besonderen Wagen im D-Zug eine gröstcre Goldsendung für die