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Die .Oderdrssisch» Seitung* et- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatl-t. Marburg 2.02 GM. au»schi. Zustellungsgebühr, bei unsren Agenturen 1.93 GM. zuzügl. ZustestcllungSgcbübr. durch di« Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik. Maschinendefekt oder elementare Ereignisse aossaklend« Nummern wird kein Äsab ge­leistet. Verlag. Dr. 5- Httzerotb» Druck der Univ-Buchbruckerei Job. Sing. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54 und Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. W. Nr. 5015. - Sprechzeit »ex Redaktion von 1011 und

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesfen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.

Tributverhandlungen in London?

Verbindung des Donaubund-Planes mit dem Schulden- und Reparations­

problem Englische Ablehnung einer Lösung unter Ausschluß Deutschlands T

Umfassende Aussprache

Der Devisenhunger

ff. Lonbon. 2. April. Der englische Ministerpräsident, der am Sonnabend nach London znrückkehrte, hat beschlosien. seinen französischen Ministerkollegen persönlich am Sonnabend nachmittag aus dem Biktoriabahnhof in London zu empfangen.

..Daily Mail" rechnet damit, dah über die Tribute und Abrüstung und die Wirtschafts- und Zollpolitik noch am Sonntag nachmittag und abend gesprochen wird. Macdonald werde, wie man erwartet. Tardie« davon unterrichten, ttafo die englische Regierung an ihrer Re­parationspolitik sesthalten werde, und dah früher oder später, wenn möglich in Lau­sanne im Juni, endgültige Schritte uuteruommen werden mühten, um die Lasten der Kriegsschulden und Reparatio­nen zu erleichtern. Die Dongusrage würde am M o n t a g zur Erörterung kom­men. wozu die anderen zuständigen Mi­nister hinzugezogen würden.

DieTimes" erklärt in einem Leit­artikel, Hauptaufgabe der Vier-Mächte­konferenz werde es sein, einen Vorschlag ausznarbeiten, in dem die Donaustaaten zur Aufstellung eines Planes für engere Wirtschaftsbeziehungen auf der Grundlage der Vorzugsbehandlung aufgefordert wer­den. Die Konferenz werde sich mit zahl­reichen Fragen zu beschäftigen haben, über die man verschiedener Ansicht sein könne, so z.B. in der Frage der Einbeziehung Bulgariens in den Plan. Die vier Mächte müßten sich darüber schlüssig wer­den, zu welchen Zugeständnisien sie bereit seien, und welches Masi von Unterstützung sie dem Plan angedeihen lagen könnten. DieTime => wendet sich dann gegen ausländische Pressestimmen, die durch gegenseitige Verdächtigungen die Äthmosvbäre der Konferenz schon vor dem Zusammentritt zu verderben suchten. Ein ausschließlich englisch-französisches Einver­nehmen komme, so sagt das Blatt, nicht in Frage. Eine englisch-französische Lö­sung ohne Mitwirkung der anderen Mächte könne dem übrigen Europa nicht aufge­zwungen werden. Tardieu sei politisch klug genug und wisie, dah ein solcher Weg keinen Erfolg bringen würde. Eine Ab­machung mit England anzustreben, die sich gegen andere Mächte richte, und von der eine andere Macht ausgeschlosien würde, sei zwecklos. Von englischer Seite sei völ­lig klar gestellt worden, dah England bei allen Abmachungen um die Lösung ge­meinsamer Fragen mit allen Mächten zu­sammen arbeiten wolle. Der Besuch Tar- dieus sei ein durchaus natürlicher Schritt aur dem Wege einer allgemeinen euro­päischen Zusammenarbeit.

DieFinancial News" erklärt, die City begünstigte zwar die Abmachung, durch die den betreffenden Ländern so­fortige finanzielle Hilfe geleistet werden könne, sei sich fedoch klar darüber, dah eine solche Hilfeleistung von Mitteleuropa nur dann von Bedeutung sein könne, wenn sich damit eine Vereinbarung über

die Tribute verknüpfe. Der franzö­sische Versuch, Deutschland von Oesterreich zu trennen, errege Mißfallen, da hierdurch die Stellung Deutschlands in Lausanne er­

schwert und die Aussicht auf ein zufrieden­stellendes Tributabkommen verringert werde.

Sollte jedoch der Plan die Trennung Oesterreichs von Deutschland bringen, so mühte Frankreich gleichzeitig hin­reichende Zugeständnisie in der Tri­butfrage mache«.

Da Frankreich sowieso für die Finanz­unterstützung der Staaen der Kleinen Entente verantwortlich sei, würde es kaum irgendwelche zusätzlichen Opfer bringen und könne für neue Zugeständnisie nicht eine Gegenleistung erhalten. Dank der finanziellen Wiedererholung Englands liehen sich die Hilfsmaßnahmen auch ohne eine Trennung Oesterreichs von Deutsch­land durchführen. Man dürfe auch nicht vergesien, dah Frankreichs finanzielle Macht im Abnehmen begriffen ist, forderst auf lange Sicht gesehen die franzdstsche finanzielle Hilfe nur gering sein könne. Hieraus erkläre sich der plötzliche Wunsch Frankreichs nach Zusammenarbeit mit England, die es erhalten könne, aber nur unter Bedingungen.

Berlin, 1. April. Der Reichsver - band der Deutschen Industrie gibt über die Tagung seiner handelspoliti­schen Kommission, die gestern nach­mittag unter dem Vorsitz von Staatssekretär Dr. von S i m s o n stattfand, folgende Mit­teilung aus:

Eine eingehende Aussprache über die Pro­bleme, die sich aus der Rückwirkung der deut­schen Devisenlage auf die Handelspolitik er­geben, wurde durch ein Referat von Geheim­rat Kastl eingeleitet. Es bestand lieberem« siimmmig darüber, dah die Abnahme des deutschen Ausfuhrüberschusses durch die Ab- sperrungsmahnahmen des Auslandes zwangs­läufig zu einer Verschärfung der De­visensituation führen muh, wenn auf der einen Seite der Dienst für unsere Aus­landsverschuldung aufrecht erhalten und die Ernährung der Bevölkerung sowie die Be­lieferung der Industrie mit den notwendigen ausländischen Rohstoffen sicherge- .ftellt merben soll.

Angesichts dieser Lag« wird es für imer- lählich gehalten, jeden nur möglichen Versuch zu unternehmen, der geeignet ist, zu Devi­senersparnissen zu gelangen, ohne da­bei die deutsche Ausfuhr, deren weitere För-

Neue litauische Hebelgriffe

Simaitis kündigt weitere Lehrerentlassungen an

Kowno, 1. April. Gelegentlich seines Kownoer Besuches äußerte sich Direktor Simaitis Pressevertretern gegenüber, dah es bei der Enllassung der 21 Lehrer im Memelgebiet nicht bleiben wird. Er werde auherdem keinen Beamten einstellen, der nicht auch die litauische Sprache beherrscht.

lieber die Wahlen Sicherte sich Simaitis sehr optimistisch. Seiner Ansicht nach wäre die memelländische Bevölkerung mit der Po­litik der bisherigen Mehrheitsparteien nicht einverstanden. Das werde sich bei den Wah­len zeigen. Tie Landtagswahlen würden nach dem alten parlamentarischen Sejmwahlgesetz Litauens erfolgen. Es wäre aber vorgesehen, den Paragraphen 76 über die Mandatsoer­teilung neu zu interpretieren. Auherdem werde man das Listenwahlsystem abschaffen, so dah der einzelne Kandidat gewählt wer­den dürfe.

Hierzu ist zu bemerken:

Nach Art. 29 des Memelstatutes werden die wohlerworbenen Rechte aller Beamten und Angestellten, die am 1. Januar 1923 im Memelgebiet angestellt waren, von den Behörden des Memelgebietes anerkannt. An keiner Stelle des Memelstatutes wird die Kenntnis der litauischen Sprache als Vorbe­dingung für die Einstellung von Beamten festgesetzt.

Bisher hat sich kein Anhaltspunkt dafür ergeben, dah die memelländische Bevölkerung mit der bisherigen Politik.der Mehrheits­parteien nicht einverstanden ist. Sius den Ausführungen des Herrn Simaitis scheint aber hervorzugehen, dah Mahnahmen ge- troffne werden sollen, die eine normale Durch­führung der Abstimmung beeinträchtigen wer­den.

Hinsichtlich der Bezugnahme auf Art. 76 des litauischen Seimwahlgesetzes ist zu be­merken, dah zwar Art. 11 des Memelstatuts seine Anwendung zulaht, dah aber anderer­seits Art. 10 des Statuts Vorsicht, dah die Abstimmung inallgemeiner, gleicher, direk­ter und geheimer Wahl" itatt.iminbeu bat.

Bereits anläßlich der Landtagswahlen rm Herbst 1930 sind Versuche der litauischen Organe, den Wählerkreis zugunsten der li­tauischen Bevölkerungselemente zu verschieben, , durch Eingreifen des Völkerbundsrates ver­hindert worden.

Die französische Kammer aufgelöst.

Paris, 1. April. In ber fran­zösischen Kammer erklärte der Kam­merpräsident am Freitag mittag die Legislaturperiode für beendet und die Kommer für aufgelöst. Auch der Se­nat wurde in die Ferien geschickt. Beide Häuser treten jm 1. Juni wieder zst- sammen.

Die Neuwahlen für die Kammer finden am 1. und 8. Mai statt. Die Frauen erhalten das Wahlrecht erst nach 1933.

Ein französischer Bahnhof niedergebrannt.

ff. Paris, 2. April. Der französisch­schweizerische Erenzbahnhof Delle (im Raum von Belfort) wurde in _ der ver­gangenen Nacht durch ein Erotzfeuer voll­kommen zerstört. Aus bisher unbekannter Ursache brach in einem neben dem Bahn­hof gelegenen Schuppen Feuer aus, das sich bald auch auf das Hauptgebäude aus­dehnte. Obgleich die Feuerwehr aus dem schweizerischen und französischem Gebiet sehr rasch zur Stelle war, gelang es nicht die Vernichtung des Bahnhofsgebäudes zu hindern, das zum größten Teil ein Raub der Flammen wurde. Neben dem Wirt­schaftsgebäude, der Wohnung des Bahn­hofsvorstehers und den Vüroräumen der Grenzpolizei wurde auch das gesamte Zoll­gebäude in Asche gelegt. Der Sachschaden beläuft sich auf einige Millionen Franken.

derung unter allen Umständen für notwendig gehalten wird, zu beeinträchtigen.

Die weitaus überwiegende Mehrheit der handelspolitischen Kommission vertrat den Standpunkt, dah das gegenwärtige System der Devisenbewirtschaftung diesen Bedürfttis- sen nicht gerecht wird. Es wurde eine Ver­besserung der Devisenbewirtschaftung int Sinne einer erweiterten Berücksichtigung volkswirtschaftlicher Gesichts­punkte verlangt mit dem Ziel einer be­vorzugten Zuteilung von Devisen für die Einfuhr notwendiger Lebensmittel, Rohstoffe und gewisser unentbehrlicher Halbfabrikate. Die handelspolitische Kommission steht auf dem Standpunkt, dah sobald als möglich eine Aenderung der bisherigen Devisenbewirtschaf­tung durchgeführt werden muh, um rechtzeitig den oben erwähnten Erfordernissen gerecht werden zu können. Sie vertrat im übrigen die Auffassung, dah alle Pläne in der Rich­tung einer Autarkie ebenso scharf wie etwa damit, verbundene W äh r un g s er p eri- mente abzulehnen sind.

Zum Schluh berichtete Direktor Hans Äraenter über das am 3. März 1932 ab­geschlossene Zusatzabkommen zum deutsch» italienischen Handelsvertrag, das zur lebhaften Enttäuschung der Industrie le­diglich eine Bereinigung landwirtschaftlicher Streitpunkte enthält.

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Reichselterntag

Berlin, 1. April. Unter starker Betei­ligung aus allen Gebieten des Reiches wurde heute in Potsdamderzehnte Reichs­elterntag eröffnet. Nach Begrühungs- roorten führte der Präsident des Reichseliern- bundes, Exzellenz D. C o n z e, u. a. aus, dah das positive Ziel der Eltembünde, die im Kampf gegen die Verweltlichung des ge­samten Schul- und Erziehungswesens entstan­den seien, m der Zusammenarbeit von Schule und Haus bestehe. Die evangelische Eltern­schaft werde nie darauf verzichten, das durch die Reichsoerfassung verbürgte Reichsschul­gesetz zu fordern.

Den Hauptvortrag hielt der Präsident der Hamburgischen Synode, Hauptpastor D. Dr. S ch ö ff e,, über das ThemaDeutsches Volkstum u. evangelische Schule". Der Redner führte u. a. aus, dah der deutsche Mensch und der evange­lische Mensch für die Elternschaft, wie sie im Reichselternbund zusammengesaht sei, das Ideal der Erziehung und der Bildung sei. Das Evangelium, so fuhr er dann fort, sei über alles bloß religiöse Empfinden hinan objektiver Willensausdruck Gottes; es fee weder arisch noch indisch noch jü­disch, sondern eine Offenbarung Gottes. Der Redner setzte sich bann mit den völ­kischen Religionen der Gegenwart aus­einander und wandte sich gegen die Be­strebungen, eine Religion des Volks­tums an die Stelle des Evange- fiums zu setzen. Eine Schule, die in die­sem Geiste erziehen wollte, mühte vom Evan­gelium her abgelehnt werden.

Der Reichselterntag nahm sodann in ge­schlossener Vertretersitzung zur schu 1 po 1 iti» scheu Sage Stellung. Prof .Dr. Hin­terer wandte sich gegen die Versuche, in letzter Stunde Aemterbesetzungen nach parteipolitischen Gesichtspunk, ten vorzunehmen. Die weltliche Schulbe­wegung sei im ganzen zum Stillstand ge­kommen. Der Losung einernationalen Ge­meinschaftsschule" gegenüber müsse die evan­gelische Elternschaft unbedingt an dem Grund­satz der evangelischen Bekenntnis­schule und des Etternrates festhalten. Von dem Ausgang der bevorstehenben Parla­mentswahlen hänge für die Kulturpolitik in den Landern wie auch im Reich Entscheiden­des ab. Die Elfernlckaft mühte arnhten Wert