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Anzeiger Mr (das frühere knrheMfche) Oberhessen

Nr. 72 67. »9. Marburg o. Safin

Der An^igenprei« beträgt für den 11 gestalt. Zetlenmillimeter 0.08 ®9R Familienanzeigen bei SotjabL 0.07 SM., amtl. u. an<- wärttgeiln,. 0.1 SSM Sog. kleine Anzeigen »ach Epezialtarif.Gr>md- schrifl: Lolonel Bei schwierig.Satz» sowie bet Platzporschrift 50°/o Auf­schlag. Sammelanzeige» 100*/« Aufschlag Sieklam.-Milltnr 0.40 SM Grundschrist: Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt Ziel 5 Sage. Vfferten-Gebühr: 25 Pfg^ bet Zustellung der Angebote einschL Porto.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Anzeiger der amtlichen Vekanntmachnngen fnr Stadt und Kreis Marburg.

Hinauszögerung der Viermächte-Konferenz

Tardieu wünscht die übliche Vorbesprechung mit Macdonald Die Konferenz in Genf?

Das alte Spiel

Einstellung der Feindseligkeiten

ff. London, 29. März. In den Be­richten der Londoner Presse über die von England vorgeschlagenen Zusammenkunft von Vertretern der vier Großmächte, zur Erörterung der Donaufrage, wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß diese Kon­ferenz verschoben wird, und daß Lm kommenden Wochenende nur ein Besuch Tardieus bei Macdonald »attfinde.

F Der diplomatische Mitarbeiter des lD a i l y Telegraph" meldet, die französische Antwort auf die englische Ein­ladung werde heute in London überreicht Werden.

| Frankreich werde möglicherweise eine [ Verschiebung der Vier-Mächte-Kon- I ferenz auf einen Zeitpunkt nach de« ! Miederzusammentritt der Abrüstungs- r konferenz als Tagungsort Genf vor­schlagen.

Bei den Verhandlungen würde die finan-' melle Frage eine ebensogroße Rolle spie- Den. wie die wirtschaftliche. Die Franzosen Hätten vorgeschlagen, daß England und «rankreich den am meisten bedürftigen Staaten finanzielle Unter* gtü ßung zu Teil werden ließen. Allem ^Anschein nach werde sich auch Italien dn der finanziellen Hilfeleistung betei- ffigert, da dieser Vorschlag zuerst von Rom dmsgegangen sei.

I Pertinax meldet imDaily Tele­graph". Tardieu sei bereit, die englische Einladung anzunehmen, sobald er die Ab- Ktfit der enalischen Regierung in allen Einzelheiten" kenne. Eine Entscheidung 'werde möglicherweise noch heute fallen. Vb Flandin nach London kommen werde, hänge davon ab, welche Fragen in Lon­don zwischen Macdonald und Tardieu besprochen werden sollen.

! fk. B e 111 n, 29. März. Auf den eng­lischen Donaukonferenzvorschlag hat sich der Reichskanzler bisher noch nicht endoülttg geäußert. Die deutsche Anre- guna, die Konferenz erst nach dem 10. s«pril stattfinden zu lasten, ist keines- ffalls für eine endgAtrge Entscheidung der kReichsregierung zu werten.

Es ist aber jetzt ziemlich sicher, daß Mi- lnisterpräsidcnt Tardieu und Finanz- Minister Flandin sich am Sonnabend "nach London begeben werden. Darin ist :ttn Beweis für den französischen Wunsch -zu schen, mit England zu einer Art Vor- feinigung zu gelangen. Der endgülttge Termin der 4-Mächtekonferenz steht jedoch noch nicht fest.

Wetter wird gemeldet, daß Italien in London hat mittellen lasten, daß es dkc englische Einladung zur 4-iMLchtekonferenz in London vorbehaltlos annimmt. Italien wird durch Außenminister Srandi ver­treten sein.

In amtlichen Kreisen Warschaus werden djx französischen Donaupläne als eine Ab­änderung für politische Punkte des Ver­sailler Vertrages angesehen.

Die Einladung zur Donaukonferenz übermittelt.

Berlin, 28. März. Wie von zustän­diger Stelle verlautet, ist dem Auswürtt- gen Amt am Sonnabend amtlich eine

englische EinlaZung zu einer Donaukonfe­renz übermittelt worden zu der auch Frankreich und Italien eingeladen worden sind.

Wie dieT. ll." hierzu erfährt, sind Ort und Datum für diese Konferenz noch unbestimmt. Ans Aeußerungen der eng­lischen Preste ist schon bekannt geworden, daß Macdonald London als Konferenzort vorzieht. Deutscherseits bestehen hierge-

fk. Schanghai, 29. März. Einer amtlichen japanischen Meldung zu­folge ist heute früh zwischen Japan und China ein Abkommen getroffen wor­den, wonach all« japanisch-chinesischen (Feindseligkeiten vollständig eingestellt wer­den sollen.

Das Reich hält zu Ostpreußen

Erklärungen Reichswehrministers Groener

Die Königsberger Allgemeine Zeitung bringt unter der AeberschriftD asReich hält zu Ostpreußen" eine Öfter» betrachtung aus der Feder des Reichs­wehrministers Groener. in der .es n a. heißt: Der Reichspräsident hat Besrim- m'ungen zur Sicherung des politischen Osterfriedens erlassen. Der selbstmör­derische Parteienstreit muß ge­zügelt werden, um Zeit zur Besinnung zu schaffen. Für feinen Teil der Station schei­nen mir diese Tage der Selbsteinkehr dringender zu sein, als für das Land mit denblutenden Grenzen", für Ostpreußen. Aber auch das übrige Reich hat allen An­laß, seine Blicke in die altpreuhische Pro­vinz zu lenken; denn dort liegt ein Drerm- prunkt aller inneren und äußeren Röte unseres Volkes. Das Memelland! Mit heißem Herzen, aber mit klarem Kopf stehen wir dieser Frage gegenüber. Des­halb suchen wir nach einer friedlichen Lö­

sung; aber unsere friedliche Einstellung ist keineswegs ein Eingeständnis der Schwäche. Die deutsche Polittk wird, wie es Reichs­kanzler Dr. Brüning kürzlich unzweideuttg zum Ausdruck, gebracht wat, -in ihrem Kampfe um das Recht keinen Schritt M- rückweichen. Sie wird im Einklang mit Gesetz und Vernunft ihre gesamte Kraft dafür einsetzen, daß dem Deutschtum im Memel lande seine berB rieften Rechte ungeschmälert erhalten bleiben. Ich verstehe das Gefühl der Vereinsamung und Bedrohung, das in Ostpreußen angesichts 'des ungeheueren Mißverhältnisses zwi­schen unserer militärischen Macht und den Rüstungen unserer Rachbarn herrscht. Un­terstützt von einer Bevölkerung, die Gut und Mut für die Verteidigung der Hei­materde einzusetzen bereit ist, bedeutet die Abwehrkraft Ostpreußens für jeden An­greifer ein starkes Risiko des Mißerfolges.

gen an sich keine Bedenken, da die deutsche T Regierung anregen wird, die Konferenz I erst nach dem 10. April, dem Zeitpunkt der Reichspräsidentenwahl abzuhalten.

Tardieus Reife nach London.

fk. Paris, 29. März.Echo de Paris" erklärt, Tardieu fei wohl be­reit, Ende der Woche nach London zu reisen, wünsche aber zunächst über die A b- sichteu Macdonalds und Sir John Simons Bericht zu erhaNen. Der französische Botschafter in London fei mit einem entsprechenden Schritt beauf­tragt worden, habe ihn aber wegen der Osterfeiertage noch nicht durchführen kön­nen. Höchstwahrscheinlich werde heute über Tardieus Reise eine Entscheidung fallen.

Pressestimmen zur Konferenz.

London, 28. März. 3n einem Leit­artikel fordertFinancial RewS", bei der 'Behandlung der Donaupläne zunächst ein­mal die wirtschaftlichen Pro­bleme streng von den politischen zu trennen. Der übereilte Plan Tar - dieus, der lchne vorherige Fuhlung- nahme mit Deutschland Mistande gekommen sei, habe nur dazu beigetragen, die politi­schen Gegensätze zu verschärfen, und all­gemein die Ansicht zu verbreiten, er habe die Rolle Deutschlands völlig außer acht gelassen, die es in jedem Plane für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Mitteleuro­pas spielen müsse. Er habe weiter Befürchtungen ausgelöst, daß Oesterreich und Ungarn unter die Oberh ohe it der Kleinen Entente gebracht werden sollen. 1

Paris, 28. März. Die Agentur Ha- vas glaubt die zeitliche Folge, in der die Verhandlungen über das wirt­schaftliche Statut der Donaustaaten sich ab­wickeln werden, präzisieren zu sollen. In einer offiziösen Charakter tragenden Aus­lassung der Agentur wird von einer ge­wissenVerwirrung" in dieser Hinsicht ge­sprochen und dann erklärt, es scheine, daß eine erste Besprechung zwischen Mac» dvuald, Stt Hohn Simon und Tardieu in London stattfinden dürste, und zwar zwei­fellos Ende kommender Woche. Alsdann würden auf Ersuchen der englischen Regie­rung die Vertreter Frankreichs. Englands, Italiens undDeutsch- lands zu einer Konferenz zusammen­treten, die wahrscheinlich nicht vor der Wiederaufnahme der Genfer Konferenz­arbeiten stattfinden würde. Rach dieser Konferenz wetde man dann wissen, unter welchen Bedingungen die fünf interessier­ten Staaten (Oesterreich Ungarn, Rumä­nien, Tschechoslowakei und Südflawien) ihrerseits zur Teilnahme an den Verhand­lungen herangezogen werden könnten, sei es, daß man sich dem französischen Stand­punkt anschließe (direkte Verhandlungen zwischen diesen Staaten) oder sei es, daß man sich für die deutsch-italienische These entscheide (Besprechungen zu neunen, d. h. der Großmächte und der Donaustaaten).

(Srof Zeppelin" über Spanien.

Friedrichshafen, 28. März. Das LuftschiffGras Zeppelin" passierte um 21 Uhr Malaga, das Wetter ist schön. Das Luftschiff macht gute Fahrt bei günstigen Winden.

Die Meldung von diesem Abkommen traf kurz vor Redaktionsschluß ein. Wie die Stimmung im Osten noch einige Stunden vorher war, zeigen nach­folgende Meldungen:

Unvermeidlich?

Moskau (über Kowno), 28. März. Die amtliche HeereszeitungDer Rote Stern" schreibt in ihrer Sonntagsausgabe, daß ein Krieg zwischen Amerika und Japan um die Beherrschung des Süllen Ozeansunvermeidlich" sei. In einigen politischen Kreisen glaube man an die Möglichkeit eines gemeinsamen Vorgehens Amerikas und Sowjetrüßlands. um denjapanischen Angriffen auf dem afiattschen Festland" entgegenzutreten.

Japanische Bombenflugzeuge bombari vieren Kintschau.

Schanghai, 28. März. Wie die chine­sische Telegraphen-AgenturComyn" mit­teilt. haben am Sonntag japanische Bom­benflugzeuge Kintschau bombar­diert. wobei insgesamt 20 Bomben ab­geworfen wurden. Außerdem haben japa­nische Bombenflugzeuge die chinesischen Stellungen mit Maschinengewehren be­schossen, wobei über 14 Personen getöb*' wurden.

Bombenanschlag auf Schigemitsu.

Die Telegraphen-AgenturSdjimb'un Rengo" teilt mit, daß zwei Bomben in die Räume des japanischen Geschäfts­trägers in Schanghai, Schigemitsu gewor­fen wurden, wobei mehrere Personen Ver­letzungen davontrugen. Der Anschlag soll von Chinesen verübt worden sein.

Japan »nd der Völkerbund.

Tokio, 28. März. Wie verlautet, soll der Minister des Auswärtigen eine Erklärung abgegeben haben, wonach Ja­pan ans dem Völkerbund auszuscheiden gedenke, falls wider Erwarten der neue mandschurische Staat nicht bis zur nächsten Völkerbundstagung anerkannt sei. Im übrigen sei man der Ansicht, daß Japan durch sein Ausscheiden aus dem Völker­bund viel gewinnen und so gut wie nichts verlieren werde, denn dann, so argumen­tiere man, würden die augenblicklichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Japan und dem Völkerbund ein Ende nehmen, die nach japanischer Anschauung zu einer Un­tergrabung des Welffriedens beittagen würden; des weiteren würde dieunnötige Einmischung" des Völkerbundes in den chinesisch-japanischen Konflikt aufhören, und China müsse die dringende Rotwen- digkest anerkennen, auf dem Boden der bestehenden Tatsachen direst mit Japan zu verhandeln. Japan andererseits werde es nicht nötig haben, die bisher freund­schaftlichen Beziehungen zu den anderen Mächten aufs Spiel setzen.

Weitere japanische Bedingungen.

In dem Zusammenhang mit den chine­sisch-japanischen Verhandlungen veröffent­lichen die Japaner einen Abkommens­entwurf. Dieser stimmt im allgemeinen mit den Bedingungen des chinesisch-japa­nischen Vorabkommens überein, jedoch for­dern die Japaner ein zeitweiliges Ver­bleiben eines Teiles der japanischen Streit« kräfte in den Gebieten, die an den außer­halb der internationalen Riederlassung lie­genden Straßenbezirk angrenzen. Dieses