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Cbtrtkfflfdk Zeitung. Marburg <l l? Donnerstag, den 24. Mär; 1932

Nr. 71

und

die

und

.war

Mit besonderer Spannung wurden Worte von

Prof, fern) Lichtenberger-Paris

Weitere Zeitungsverbote

Fast die Hälfte der Presse der N.S.D.A.P. verboten

inneren Bindungen zum englischen ®iit allein durch seine Liebe zu Shakespeare Marlowe grob geworden.

Teutscles Reich

-Zahlungseinstellung der Industrie- nnd Privatbank.

Berlin, 23. März. Wie WTL^ Hant».'lsdienst erfährt, hat die zum Michael-Konzern gehörende Industrie-und Privatbank heute ihre Zahlungen einge­stellt und da» gerichtliche Vergleichsver­fahren beantragt. Die Börsenengagements des Unternehmens sollen dem vernehmen nach nicht sehr umfangreich sein. Bor einigen Tagen hat die Bank bereit» die Börsenkarten dem Vorstand der Berliner Börse zuriickgegeben.

Die Gerüchte um das Diplomatenrevlrement.

Berlin, 23. März. In der ^Öffent­lichkeit werden zur Zeit Nachrichten ver­breitet, wonach ein umfassendes Diploma- tenrevirement bevorstehen soll. In Ver­

rates der Deutschen Reichsbahn kann noch milgeteilt werden, daß bis zum 22. 2Wrz für die Zeichnungen der R.eichck- bahnanlethS bereits 110 Milliontn eingezahlt worden sind, obwohl nur 50 Millionen zur Zahlung fällig waren.

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Prof. Friedrich Böök-Stockholm

K über Goethes Beziehungen zu Skan- ten. Der Redner zeigte, u?c insbeson­dere Schweden und Dänemark in ihren führenden Köpfen des 19. Jahrhunderts von Goethe angeregt worden seien. Zum Schlub sprach er sehr wirkungsvoll aus norbisckem Gesichtswinkel heraus über die unauflös'iche Verbindung zwischen dem Gellt von Weimar und Potsdam, die keinesfalls im Si in wahr­haften Deutschtums eine Gegensätzlichkeit be- deutete.

Prof. Wukabinowttsch-Krakau sprach dann über die Goel bischen Einflüsse km Slawentum. Er zeigte, wie verschiedenartig m Rußland, der Tscheche!. Bulgarien und Po­len Goethe gewertet werde. Ueberall aber ' könne man an Goethe ernstlich nicht vorüber, wenn auch, wie in Polen, eine nationale Eng­herzigkeit Goethes Geist nach Möglichkeit oer- neinen mübte. Bemerkenswert war seine Fest­stellung. dab in Rußland zur Zeit Goethe außerordentlich bea-hrt werde und man dort dabei 'sei. erneut eine gröbere wllsenlchaftlich haltbare Goethe-Gesamtausgabe zu schaffen.

Ernste Lacfe der Reichsbahn

Berlin, 23. März. Der Dermal-, tungsrat der Deutschen Reichs- bahngesellschäft trat vom 21. bis 23. März 1932 in Berlin zu einer Tagung zusammen. Er wählte den seit 1926 im kirnte befindlichen Generaldirektor Dr.» Ong. h. c.Dvrpmüller einstimmig auf vettere drer Oahre zum Generaldirektor der der Deutschen Reichtbahngosellschaft. Der Herr Reichspräsident hat öle Wahl be­stätigt.

Die Beratungen über die Finanzen der Reichsbahn liehen den gesteiger­ten Ernst derLage erkennen, die sich für die Reichsbahn aus der darnieder­liegenden deutschen Wirtschaft und der Weltkrise ergibt. Die bisherige Gatwick- lung der Einnahmen im Onraar und Fe­bruar 1932 bleibt mit 42,4 v. H. weniger als in den gleichen Monaten 1929 noch Veit hinter den bisherigen schon sehr un- fünstigen Annahmen zurück. Örn Per- onenverkehr wurden 196 v. H. we­niger als im gleichen Zeitabschnitt 1931 Und 24,5 d. H. weniger als in 1929 ver­einnahmt. Roch viel mehr litt der Gü­terverkehr. bei dem der Rückgang der Einnahmen gegen 1930 über 30 v. H. und gegen 1929 beinahe 50 v. H. entmachte.

Die der Wirtschaft seit dem Herbst 1931 gewähr en Tarifermäßigangen von über 400 Millionen Reichsmark haben sich bisher nicht al« Verkehrs fördernd ausgewirkt. Das finanzielle Ergebnis des Monats Mürz läßt sich wegen des in diesen Monat fallenden Osterfestes noch Nicht übersehen.

Der dieser Sage muß die Wirtschaft der Reichsbahn mit äußerster Dorsicht und Sparsamkeit gesühtt werden. Das aus der steuerfreien Reichsbahnanleihe za deckende Arbeitsprogramm in Höhe von 250 Millionen R.ichSmark wird planmäßig du rchge führt.

Bereits 110 Millionen Neichsbahuaaleihe eingezahlt.

, D e.rll n, 23. Mürz. Zu der Mittet- fang über die Srgung des Derwalrungs-

bindung damit soll es außerdem zu einer Umbesetzung der Presseabteilung der Reichsregierung kommen. Dazu hören wir aus gutunterrichteter Quelle, daß zwar ein solches großes Revirement, nachdem lange Zeit keine Veränderungell in der deutschen Diplomatie vorgenommen wur­den, in Aussicht steht. Einzelheiten der gebrachten Mitteilungen sollen auch wie uns versichert wird, den Tatsachen ent­sprechen. Doch wird es nicht mehr vor Ostern zu diesen Ernennungen kommen, da vor allem noch nicht alle Agrements der fremden Staaten eingeholt worden find. Es ist sedoch damit zu rechnen, daß diese Veränderungen bald nach Ostern, vermutlich Mitte April, erfolgen werden.

über die Beziehungen Frankreis zu Goethe ausgenommen. Sie gipfelten in dem Bekennt­nis, daß sich Frankreich einmütig vor Goethes überwältigender Größe neige. Richt nur in Liebe, sondern auch in Hoffnung neige sich das geistige Frankreich vor diesem Hohen Geiste: denn er sei der Apostel des allge­meinen Menschentums und einer alles ver­bindenden Weltliteratur. Seit Goethe sei das Ideal der Humanität nicht nur ein schöner Traum, sondern ein Gesetz des Lebens, dem die Welt treubleiben dürfe und solle, auch kn einer schweren Zeit der geistigen Zwietracht rind Gewalt, wie sie die europäische Mensch- hell zur Zeit erlebe.

Ter Hamborn« Bombenproreß.

_ 2 e i prig. 23. März. Bon den elf ange- nagten © amborner Kommunisten, toe m Ober-Marrloh bei Hamborn angeblich ffi* .Verteidigung gegen einen nationalsozia- listis.hen Ueberfall Bomben b er ge st eilt batten, mürben beute acht vom Strafsenat des Reichsgerichtes zu empfindlichen Zuchthaus- hausstrasen verurteilt. Der Hauptanaeklagte, Wilhelm Meyer, erhielt drei Jahre sechs Monate Zuchthaus. Ein An- gellagter kam mit einem Jahr neun Monaten Festung davon, während der zehnte wegen Untenassimg e-ner Strafanz-ige ein Jahr Ge­fängnis erhet. En Angllgirr wurde frei- gesprochen. Das Gertch' freit den politischen <ßermenbiing53rei der Sprengkö'per für Ge- walttat "keiten tm Sinne der Umstürzler!- schen Ziele der KPD. für erwiesen.

Die eWomirenftewt.

Fatsche Gerücht«.

r ®en» 23- März. Gerüchtweise wird behauptet, d.e Rcich-regierung wolle' die Einkommensteuer für 1931 durch die

Berlin, 23. März. Der Polizeipräsi- dent hat von heute ab denAngriff" auf 5 Tage verboten.

Die nationaliozialistische -ZeitungRote Erde" in Bochum ist durch Verfügung des Oberpräsidenten bis einschließlich 27. März verboten worden.

Die nationalsozialistische WochenschrkstD e r SA. - Mann" in München wurde wegen Beschimpfung des preus,ifchen Innenministers auf die Dauer von zwei Wochen verboten.

Durch den Oberpräsidenten der Provinz Riederschfe ien wurde am Mittwoch die natio- nalsozialistifchrSchlesische Tageszei- tung" nebst ihren Kopfblättern aur 5 Tage verboten. Anlaß dazu gab ein in Nr. 64 vom 19./20. März veröffentlichter Aufruf. Eleich-eitig wurden wegen Beschimpfung des preußilchen Innenministers und der preußi­schen Poli.ei die nationalsozialistischen Wochen­schriftenSchlesischer Beobachter" undDeutsche O st f r o n t" auf die Dauer von 14 Tagen verboten.

Der Oberpräsident der Provinz Bran­denburg hat acht im Zeitungsverlage Neu- mann-Neudamrn er'cheinende brcmdenburgi'che Provinzialzeitungen wegen Beleidigung des Reichspräsidenten und des Kanzlers auf zwei Wochen verboten.

Mit diesen Verbote« ist nunmehr etwa die Hälft« d« gesamten nationalsozialistische« Presse Deutschland» au» dem gleichen Grund« am «eiteren Erscheinen verhindert.

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Die nationalsozialistische Klag« vor dem Staatsgerichts'of.

In dem Streilverfahren, das die Natio­nalsozialistische Deutsche Arbei- terpartei gegen Preußen wegen Be­schlagnahme von Material anhängig gemacht hat, wird voraussichtlich morgen vormittag vor dem S t a a t s g e r i ch t s h o f für das

Deutsche Reich über den Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Beifügung oer- handelt werden.

Hit I e r hat an Reichsinnenminister Groener ein Telegramm gesandt, in dem er sich darüber beschwert, daß in Preußen während der letzten Tage 25 nationalsozia- listhche Zeitungen auf 5 Tage verboten

Ein Aufruf für Hitler

Berlin, 23. März. Karl Eduard Her­zog von Sachsen-Kobnrg und Gotha, Rüdi­ger Graf von der Goltz und Admiral von Schröder veröffentlichen unter der lieber» schrift:Schließt die Reihen" einen Aufruf für die Wahl Hillers im zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl. 3n dem Aufruf heißt es u. a.:Siegen kann nur der, der sich selbst einem großen Ziel unterstellt. Die­ses heißt für uns Deutschland. Freiheit im Innern und Cicherhell nach außer gibt ihm nur der Ausstieg der nationalen Gesinnung. Aus die Auslegung von Programmen und die spätere Einnahme von Regierungssitzen kommt es jetzt nicht an. Die Frage lautet allein: Wer erringt die Macht für das natio­nale Deutschland?

Sehen wir uns die letzten Wahlzrffern an, so hat ans der nationalen Bewegung Adolf Hitler die meisten Stimmen auf sich ver­einigt. Ihm beim' zweien Wahlgang alle Mar chkolonnen zuzusühren, ist nach unserer durch leine Parte: gebundenen Auffassung für die nichtnationalsozialistf'chen Gruppen jetzt historische Pflicht. Auch wenn sie keinen eigenen Wahlkampf mehr führen, dürfen sie nicht zulassen, daß ihre Anhänger bei der nächsten Abstimmung ohne solche eindeutige Parole sind. Tas wäre nur eme Hilfe für das bekämpfte System, dessen Bemühen be­reits darauf ausgeht, Kräfte von uns für den 10. April zu sich hinüberzuziehen.

Nicht Hitlers Person ist es, der wir Deutfchiands Ee'chicke damit anoe.trauen, son­dern dem aus ihm sprechenden nationalen Zeitwillen, der sich schon letzt 14 Millionen Stimmen erobert hat. Nicht um den Führer einer Partei geht es, sondern um den Durch­bruch einer Bewegung, die alle Gegensätze in s:ch überbrücken und damit die nötigen Kräfte zu den kommenden Aufgaben haben wird. Die Ereignisse der letzten lagt, zu­mal in Preußen, werden manchem Hinden­burg-Wähler die Augen geöffnet und ihm die Frage nahegebracht haben, ob seine Stimm» abgabe wirklich nur überparteilich gewertet wird. Jeder muß sich, nicht erst bei den Preußenwahlen, sondern schon am 10. April für oder gegen Deutschlands nationale Entwlck- lung entscheiden.

Das Bekenntnis der Nationen zu Goethe

Weimar, 23. März. Am Mittwoch be- aannen im Ver.au> der Weimarer Goethe-Ge deiltwoche die kurzen, aber für das Gclamt- blld Goe.hes auterorbcnilia) wcnvol.en Bc- fciinlii.jje. die hervorragende Vertreter von elf Kulturnationen für ihre Völker ablegten.

Prof. Dr. Robertson-London schilderte, wie Goethe schon bei Lebzeiten in , England ein vielaelelener Schriftsteller ge­wesen sei, daß sich aber zunächst das allge­meine Interesse fast ausschließlich auf 'die Werther-Perivde richtete. Nachdem bereits Walter Scott 1798 denGötz" übersetzt hatte, bekam England liefere Einsicht durch das Wert der Madame de Stad über Deutschland. Da­

mit war demFaust" der Weg nach England geöffnet. Die Zahl der llebersehungen stieg rasch an und beläuft sich heute auf mehr als 40. Wesentlichen Anteil an der Einbürge­rung der Kenntnis Goethes in England hatte schließlich Thomas Carlnle. In der Neuzeit tst die englische Doethegesellschaft Trägerin der englißhen Goethekultur geworden. Goethe selbst ist nie in England gewesen, aber seine '------ <D!-S......sind

Vermischtes vom Tage

SNarek» Hausdiener unterschreibt Scheck» !» Höhe von 83 Millionen.

Berlin. 23. März. Der Hausdiener bet Sklareks, MoritzWarschauer.der in bet heutigen Verhandlung vernommen wurde, er­klärte auf Befragen des Vorsitzenden, daß et für 83 Millionen Mark Scheu» unterschrieben habe. Das auf die Ecfälligkeitsschecks von der Stadtbank abgehobene Geld habe er als Deckung zu den Banken gebracht, auf die die Schecks lauteten. Die von ihm unterschriebenen Schecks seien von Mar Sklarek giriert worden 3m Hause der Sklareks habe er einmal dem Angeklagten Stadtbankdirektor Hoffmann aus Anfrage erklärt, daß nicht er. sondern sein« Frau die Schecks ausgestellt hätte. Hoffmann wtll sich aber an dieses Gelpräck nicht mehr er­innern. Auch bestreltet et Die Behauptung daß er mindestens zweimal in der Woche die Skla- reks ausgesucht hätte. Leo Sklarek bestätigte bte Aussagen des Zeugen Warschauer, daß Hoffmann bei ihnen gewesen s:i und fügte hinzu:Es war so gut al» wenn Hoffmann unser Kompagnon war."

Dor dem Zeugen Warschauer wir der Teil katessenhandler Hennersdorf und der Tuchver­treter Wende vernommen worden. Henners­dorf hatte für Millionen und der Tuchver- tteter Wende für 65 Millionen Reichsmark Schecks aus Gefälligkeit unterschrieben. Wende ha"e aber dieser Gefälligkeit kein großes Ge­wicht beigelegi und angenommen, daß nur Schecks tn Hobe von etwa 300 000 .* auf seinen Namen laufen würden.

Die Verhandlung wurde auf Donnerstag

vertagt.

Selbstmord eine» Abiturienten.

Hamburg, 23. März. In der Nähe des Oylsdorfer Friedhofes hat sich gellem abend der 21 Jährige Abiturient Warmbier durch Schufte ine Aerj getötet In der Tasche des Selbstmörder» fand man da» Abgangszeugnis der Schule, au» dem hervorging, daß er fein Abitur mit gutem Erfolge befanden hatte. In einem umfangreichen Briefe an seine (Eltern führte der junge Mann aus, haß er keine Lust mehr am Leben habe.

«u UuglSckofall i» der französischen Kriegs- merine.

fl. Parks. 24. März. Bei der Uebergabe' de» Kommandos eines französischen Torpedo­bootzerstörers im Hafen von Toulon ereig­nete stch am Mitttwoch ein Unglücksfall, der einem Zerstörer-Kommandanten und einem Marine-Ingenieur das Leben kostete. Der bis­herige Kommandant bee Zerstörers war in Swglettunq eines Telegraphisten in einem »oot an Land gegangen um den neuen Kom­mandanten und einen Marine Ingenieur an Bord zu holen. Bei der Rückkehr gerieten sie m einen heftigen Sturm, der das Boot .mm Kentern brachte. Einem Sofort berbeigeellten viettungsboot geelang es, die beiden Komman­danten und den Telegraphisten zu retten, wäh­rend der Marine-Ingenieur nicht wieder auf- gefunden werden konnte. Der neue Komman- Dant war jedoch so erschöpft, daß er bereits we­nige lu,tuten später starb

Ausland

Eröffnung der Waffenstillsiandsoerhand- lungen in Schanghai.

ft Schanghai, 21 März. Im bri­tischen Konsulat wurden heute formell zwischen den chinesischen und japanischen Delegierten die Waffenstillstanosverhand- lungen eröffnet. In Kreisen der Nanking­regierung ist man nicht gerade optimistisch gestimmt, da es heißt, daß die japanischen militärischen Kreise darauf beharren, ja­panische Truppen im Bezirk Wusung und Kiangwan zu belassen.

Al Tapone» Berufung verworfen.

ft Chicago, 24. März. Die Be­rufung Äl Eapones gegen seine Verurtei­lung wegen Einkommensteuerhinterziehung

ist wiederum verworfen worden. Er war zu 11 Jahren Gefängnis und 50 000 Dol­lar Geldstrafe verurteilt worden.

Bor einer englischen ErNarung zur deutschen Kohlennote.

London, 22. März. Zu der Hebet, retchung der deutschen Note über die Frage der Einfuhr britischer Kohle nach Deutsch­land, die der hiesigen Oeffentlichkeit bis jetzt nur in einer zusammenfaffenden Dar­stellung ihre, Inhalts bekannt ist, ver­lautet, daß wahrscheinlich bald im Unter- Haus entweder vom Staatssekretär des Äeußeren oder vom Präsidenten des Han­delsamtes eine Erklärung über die in der Note behandelten Fragen abgegeben wer­den wird. Es herrscht hier die Neigung, die deullche Note nur als eine Darlegung des deutschen Standpunktes und nicht als endgültige Antwort auf die britischen Vorstellungen anzusehen. Nuncrman führte heute im Unterhaus auf eine Anfrage aus, es fei noch nicht in der Lage, der Er­klärung, die er bereits über die Angelegen­heit abaeaeben habe, weitere Erklärungen hinzuzuftigen. Der Gedankenaustausch Zwischen der beuWen und bet britischen Regierung über bie Frage sei noch im Kange. In Erwiberung auf eine Zwi'chen- fraqe fügte Runciman hinzu: ..Soweit ich weiß, ist das Vorgehen der deutschen Re­gierung in keiner Weise als Wieberoer- geltungsmißnahme gebacht, fonbetn aus anderen Gründen erfolgt

geleisteten Vorauszahlungen abgelten überzahlte Vorauszahlungen nicht.»* statten: weiter sei beabsichtigt, am in April 1932 eine weitere Vorauszgfr lung auf die Einkommensteuer zu erhehü,' Diese Gerüchte entsprechen in keiner Wej!> den T a t la dje n. Die Termine für Einkommensteuervorauszahlungen sind frfrr die Notverordnung vom 7. Dezember igfr und die Verordnung vom 5. März 1932 ü» ie einen Monat oorverlegt tDorw die nächste Einkommensteilerooraus-aN.fr ist also a m 10. 3 u n t 1932 fällig. Tb. ®?. kommensteuerveranlagung wirb orbnungs, mäßig durchgesührt werden, überzahlte auszahlungen werden nach Maßgabe der Qb setzlichen Vorschriften erstattet werde«

Auflösung der Hamburgischen Bürgerschsst

Hamburg, 24. März. Nach teiltre-f, augererbentlid; heftiger Debatte in der 9^ aerschast wurde gestern der nation alsozigij, stische Auslosungsantrag mit den Stimmm aller anwesenden 148 Abgeordneten angenom, men. Der weitere Zusatzantrag der National sozialisten, die Neuwahl auf den 8. Mai festig fetzen, wurde, da die erforderliche DreLierfd, mehrbeit nicht erreicht wurde, abgelehnt. Tc- nach bleibt es also verfassungsmäßig de» Senat überlassen, den Wahltermin fellzusetzen, und es ist anzunehmen, daß bet Senat die Wahlen ebenso wie bei den anderen Länder­parlamenten auf den 24. April festsetzen wird.

Hackebeil darf Sicherheit leisten.

Berlin, 23. März. Der Untersuchung» richtet beim Landgericht I hat den Haftbefehl gegen Generaldirektor Hackebeil wegen Fluchtverdacht aufrecht erhalten. Da aber eine Verdun kelungsgefaht nicht mehr besteht soll Hackebeil gegen Sicherheitsleistung vm 100 000 M mit bet weiteren Untersuchung« haft verschont werden.

Klage gegen das Redeverbot für Hitl« hn Rundfunk.

München, 23. März. Reichstaqsab- geordneter, Rechtsanwalt Frank ir. Mün­chen, hat als Rechtsvertreter der NSDAP. Klage beim Staatsgerichtshof für bas Deutsche Reich erhoben wegen des Ver­botes des Reichsinnenministers an alle deutschen Sendegesellschaften, Adolf Hitler als Präsidentschaftskandidat den Rund­funk in der gleichen Weise zur Verfügung zu stellen, wie dem Reichspräsidenten vor Hindenburg.