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Mittwoch, WA. Marz M2

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Overhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Kampf um das Memelland

Mißtrauensantrag gegen Simartis mit 22 gegen 5 Stimmen angenommen Der Mrmel-Landtag ausgelö,t

Memel, 22. März. Bei der Be­sprechung der litauischen Regierungs­erklärung stellten zunächst die Mehrg heitsrarteien des memelländischen Landtages nach längerer Begründung den Antrag, dem jetzigen Direktorium das Mißtrauen auszusprechen. Die Mimische Fraktion sprach sich für die jetzige Regierung aus. Danach erklärten sich noch die Vertreter der Sozialdemokraten und der Arbeiterpartei ebenfalls gegen das jetzige Direktorium. In der Abstimmung wurde fort Antrag der Mehrheitsparteien mit 22 gegen die 5 litauischen Stimmen angenommen. Darauf »erlas Präsident S i m m a i t i s eine« Akt des Gouverneurs, wonach der «e m e l l S n d if ch e Landtag auf- - e l ö st wird.

Litauische Wahlschiebungen in Memel.

Berliner Blätter geben einen in der in Hehdekrug erscheinendenMemelländischen Rundschau" veröffentlichten Aufruf wieder, der in dem litauischen Arbeiterorgan Sarbiniitfu Baff ar" erscheint. Darin heißt eS: Litauische Arbeiter, Beeilt Euch, die memelländische Bürgerschaft zu erwerben. Denn nicht, so werdet Ihr nach den Wah­len Fremde im Memellande sein und die Deutschen werden über Euch herrschen.

Das litauische Blatt betont fernerhin, das neue Direktorium habe eine Pahver-- vrdnung erlassen, auf Grund deren alle großlitauischen Arbeiter lund Angestellten ohne Verzögerung ibie memelländische Staatsbürgerschaft Erwerben könnten. Das fet außerordentlich wichtig. So könnten sie auch u. a. Arbeitslosenunterstützung gleich den Einheimischen beziehen. Die Memelländische Rundschau" bemerkt dazu, die Feststellung sei 'interessant, daß jM das litauische Blatt zugebe, daß eine ent­sprechende Verordnung von Dimmaitts er­lassen sei, wonach jeder Litauer jetzt sofott Me memelländische Staatsbürgerschaft er­werben könne, während es bisher eines einjährigen Aufenthaltes im Gebiet be- burfte.

Die durch die Auflösung des Memel- Landtages durch Litauen geschaffene neue Sage findet ihren Niederschlag in der Berliner Presse.

DieGermania "führt aus, daß Li­tauen sich unzweifelhaft erneut eine schwere Verletzung des Memelstatuts habe ml» schulden kommen lassen, die man in Deut,ch- land nicht gleichgültig hinnehmen werde. Doch werde es zunächst Sache der Signa- tarmächte fein, die Konsequenzen aus ihrer Note zu ziehen.

DieBossische Zeitung" erklärt, leider habe man schon seit einigen Tagen damit rechnen müssen, daß den bisherigen Verletzungen des Memelstatuts mit der Auflösung des Landtages eine neue hinzu­gefügt werde. Es drohe also das einzu- tteten. wovor Staatssekretär von Bülow stn Berlaufe der Memelverhandlungen des Dölkerbunosrates ernstlich und dringend gewarnt hat. Der durch die illegale Ab­setzung Böttchers im Memelgebie't ge­schaffene illegale Zustand werde von der litauischen Regierung zu neuen illegalen, dem Mcinelstatut widersprechenden lPaß- nahmen ausgenutzt werden, wenn nicht die Dachte, die die Garantie für das Memel- ftciut übernommen haben, schnell und ener- gstch eingreifen. Daß es mit Protestnoten nicht getan fei, zeigten die neuesten Maß­nahmen Kownos mit trauriger Deutlichkeit.

DerBörsenkurier" schreibt, eine Auflösung des Landtages komme einer Zuwiderhandlung gegen die Empfehlungen des Bölkerbundsrates gleich. Kowno habe die Zuwiderhandlungen prompt Begangen.

DieD. A. Z" meint, es fei ein trau­riges Zeichen der Zeit, daß ein erst kaum entdeckter Staat wie Litauen wochenlang die großen Mächte der Welt in beleidigen­der Form mißachten könne.

DerLokalanzeiger" überschreibt feinen Kommentar:Handeln!". Für Deutschland liege nun keinerlei Grund mehr vor, die von dem Reichskanzler angekün-

bi&ten Gegenmaßnahmen noch länger hin­auszuzögern. Es werde Aufgabe per Re­gierung sein, Litauen fühlen zu lassen, daß Deutschland auf wirtschaftspolitischem Ge­biet, auch bet 'Schonung der berechtigten Interessen des Memellandes, nicht ganz so wehrlos sei, wie auf machtpolitischem.

DerTag" betont, die ganze deutsche Ostpolitik hänge davon ab. ob wir Litauen gegenüber auf dem Standpunkt des Rechts beharren und den Standpunkt des Rechts durchsetzen, oder ob wir schließlich uns nur darauf beschränken, die Hilfe der Signatar» Mnächte anzurufen.

Junkers in Schwierigkeiten

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Links: Prof. Dr. Hugo Junkers. Rechts: Da, Junkersflugzeug ..Bremen . die

erste Maschine, die den Ozean

Die Junkerswerke. in ihrer Ge­samtheit, nämlich Iunkerswerke Haupt­büro, Forschungsanstatt Prof. Zänkers, Junkers & Co., Junkers Flugzeugwerke A.-G., Junkers Motorenbau S. m. b. H. und Kalorifer-Wer^ Hugo Junkers haben ihren Gläubigern mitgeteilt, daß sich Prof. Junkers tm Interesse der Fortführung sei­ner Werke und zum Schutze der Gesamt- interessen der Gläubiger verpflichtet ge­halten hat, das gerichtliche Ber- gleichsverfahrenzu beantragen, und daß im Verfolg dieser Maßnahme die Zahlungen eingestellt worden sind. Diese Maßnahme ist eine Folge der Tatsache, daß die seit Ende vorigen Jahres laufen­den Verhandlungen um die Zuführung entsprechender liquider Mittel, die noch bis vor einigen Tagen als sehr aussichtsreich bezeichnet werden konnte, vorläufig nicht zu einer Lösung führten. Es besteht die beruhigende Tatsache, daß, wenn auch Illiquidität vor­handen ist, Aebe rschuldung nicht v o r I i e g t, wie eine erst vor einigen Wochen stattgefundene neutrale Revision erwiesen hat. Diese ergab eine starke Ak­tivität des gesamten Status, wöbet die in den entsprechenden Forschungsergebnissen enthattenen Besonderen Vermögenswerte noch nicht einmal berücksichtigt worden sind. Jrn übrigen sind Umsatz- und Auf­tragsbestand bei den einzelnen Wer­ken nicht ungünstig, teilweise sogar besser als im Notjahre. Auch hat eine seit langer Zett durchgeführte starke Drosselung der Ankosten eine gewisse Erleichterung zur Folge gehabt.

Man ist entschlossen, Has Bestehen der Werke auf alle Fälle sicher- zustellen, nicht nur um die großen in den Junkerswerken vorhandenen Werte zu sichern, sondern auch um den insgesamt 3000 Arbeitern und Angestellten ihre EMenzmöglichkett zu erhalten.

von Oit nach Weit überauerte.

Die Junkers - Dieser-Kraft» maschinen-GmBH. in Chemnitz, deren Anteile nicht im alleinigen Besitz von Professor Junkers sich Befinden, wird von diesen Vorgängen nicht Berührt.

Zur Präsidentenwahl

Reichslandbund für Hitler.

' Berlin, 22. Marz. Der Bundesvorstand des Reichslandbundes hat heute in einer Ent­schließung seine Richtlinien für den zweite» Wahlgang für die Reichspräsidentenwahl fest­gelegt. Mit der Begründung, daß ein deut­scher Bauer am 10. April nicht Arm in Arm mit der bauernfeindlichen Sozialdemokratie den Reichspräsidenten wählen tonne, empfiehlt der Bundesvorstand die' Stimmabgabe für Hitler.

Der Stahlhelm und der zweite Wahlgang.

Berlin, 22. März. Der Stahlhelm hat einen Aufruf herausgegeben, in dem er er­klärt, daß die Kandidatur des zweiten Bun­desführers im ersten Wahlgang zum Ziele ge­habt habe. Hindenburg ,.oon dem Einfluß der­jenigen politischen Kräfte" zu befreien,oenen der November 1918 zu verdanken ist". Den Besttebungen des Stahlhelms fei es nicht ge­lungen dieses Ziel zu erreichen. Die Wieder­wahl des Reichspräsidenten von Hindenburg sei mit überwältigender Mehrheit des deutschen Volkes entschieden. Der Stahlhelm sehe da­her keinen Grund, sich al- Bund noch im zwei- ten Wahlgange zu beteiligen.

Für den Entscheidungskampf am 24. April heiße es: Keine Stimme dem System! Keine Stimme einer Parteikandidatur Endziel bleibt die gemeinsame Staatsführung durch die nationale Front!

Hiller darf nicht vor dem Berliner Mikrophon sprechen.

Berlin, 22. März. Wie an alle deutschen Sendegesellschaften hatte der Führer der Na­tionalsozialistischen Partei Adolf Hitler auch bei der Funkltunde Berlin beantragt, ihm

den Rundfunk zu Ansprachen zur Verfügung zu stellen. In der -Begründung hatte er aus» geführt, daß der Reichskanzler und der Reichspräsident ja auch sich durch den Rundfunk an die Bevölkerung gewendet hat­ten. Wie das Nachrichtenbüro des Vdz. meldet, hat der politische Ueberwachungsausschuß der yunhftunbe Berlin am Dienstag den An­trag Adolf Hitlers abgelehnt. Zur Begründung wird u. a. gesagt die Reichsregie» rung halte daran fest, daß auch im zweiten Wahlgang zur Reicbsprästdentscbaftswahl der Rundfunk für parteipolitiscbe Reden nicht zur Verfügung gestellt werden könne.

Bölkifcher Beobachter- verboten.

-»München, 22. März. DerVölkische De- obachter" wurde von der Münchener Bolttei- direktion bis einschließlich Samstag. 26. März, verboten. Den Grund bilden Ausführungen des Blattes in der Nummer vom vergangenen Freitag.

Rationalsozialistische Zeitung in Heidelberg verboten.

Heidelberg, 22. März. Die national­sozialistische TageszeitungDie Dolß-gemem- schaft" ist vom badischen Innenminister bis zum 29. März verboten worden.

Weitere »erböte chn der Rheinprovinz.

Koblenz, 22. März. Der Oberprälident der Rheinprovinz hat weitere nati-mcilsozm- listische 3eitvnaen, und zwar das , Koblenzer Nationalblatt" in Koblenz, denWestdeutschen Beobachter" in Köln, die ,.B"lksyc"-ole" in Düsseldorf und denOberbergischen Boten" in Waldbröl nebst Korssblättern auf die Dauer von fünf Tagen verboten.

Verbot derfieffifAen Volksmacht" ht Kassel.

Kassel, 22. März. Der Oberpräsident hat die nationallo-iolistilche Tageszeitung Hessische Volksmacht" bis 27. März verboten.

Tardieus Mittel aum Zweck

ff. London, 23. März. In einer längeren Meldung weist der Pariser Korrespondent derTime s" nach, daß Frankreich die Neutralität oder die wohl­wollende Zustimmung Italiens und Deutschlands zu dem Donauplan Tardieus hauptsächlich durch poli­tischen Druck bezw. Lockmittel er­reichen will: Bei Italien durch Zugeständ- nisse in der Flotten- und der nordafrika- nischen Frage, bei Deutschland durch Ent­gegenkommen in der Tribut- und Ab- rüstungsfrage. Bei der Wiederherstellung des Vertrauens zwischen Deutschland und Frankreich könne England eine entschei­dende Rolle spielen.

Die Entwicklung, die seit zwei Monaten am Quai d' Orsay begonnen habe, sei^jetzt vollendet. Unter Briand sei die franzö­sische Politik romantisch gewesen, unter Laval negativ und unter Tardieu habe sie feste qvfbauende Form angenommen.

Das Befinden PoincareS.

ff. Paris, 23. März. Rach überein­stimmenden Meldungen aus Bar-le-Duc ist im Befinden Poincarös keinerlei Aenderung eingetreten. Poincar^, so be­tont man, befolge nach wie vor die Rat­schläge seiner Aerzte und fühle sich ver­hältnismäßig wohl. Während im Aus­lande die Gerüchte über seinen plötzlichen Tod verbreitet gewesen seien, habe er selbst im Kreise einiger Freunde bei bester Laune gefrühstückt.