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Kritik Breitscheids an Minister Sroener.
Stuttgart. 20. März. Auf der Landesversammlung der sozialdemokratischen Partei Württembergs und tzohenzollerns am Sonntag sprach der Führer der sozialdemokratischen Reichstagskraktion. Breitscheid, über die politische Lage im RSich Er erklärte u. a.. vom Reichsminister G r o e n e r werde he- hauptet, er sei von Preußen abgerückt. Eroe- ner habe das dementiert, aber sein Verhalten gebe doch zu ernster Kritik Anlaß. Breitschew fragte, ob es der Sache der Republik biene, wenn Piinister Groener Vertreter der Ratio-
MtureMen Ziele entfaltet habe. In^kultureller Hinsicht müsse man auf dem Gebiete der Werbung heute Frankreich als führend bezeichnen, könne aber doppelt stolz darauf sein, daß diese Werbung restlos im besetzten deutschen Gebiet gescheitert sei.
Hierauf sprach der Leiter des Deutschen Instituts für Auslandskunde, Reichstagsabgeordneter Profestor Dr. Schreiber, • über „Werbung und Weltgeltung", der insbesondere auch die Notwendigkeit einer Propaganda für deutsches Wesen und deutsche Leistungen im Ausland betonte.
Es sprachen weiter der Vorsitzende des Deutschen Reklameverdandes, Dipl.-Ing. Cutter, über „Werbung und Weltanschauung" und Reichslaqsabg. Prof, von Freitagh-Lo- ringhooen über „Werbung und Politik". Frau Maria IeSer-Aachen (M. d. RWR., Vorsitzende des Reichsoerbandes deutscher Hausfrauen) erläuterte die Stellungnahme der Verbraucherscha.fr zur Werbung und Dr. Haclelsberger-Oeflingen die Stellungnahme der Wirtschaft zur Werbung.
Berlin, 20. März. Die Vertreter der Signatarmüchte der Memelkondention haben gestern nachmittag dem Litauischen Außenminister in Kowno nacheinander identische Lote« wegen des Memelkonfliktes übergeben. ' >
In diesen Loten ist ausgeführt worden'!
1. Die Tatsache, daß die Mehrheitsparteien des Memelländischen Landtages nach 14tägigen Verhandlungen die Zusammenarbeit mit dem von Simaitis vorgeschlagenen Direktorium abgelehnt haben, beweist, daß dieses Direktorium nicht 'm der Lage sein würde, das im Memelstatut vorgeschriebene Vertrauen des Landtages gu erhalten. Die Bildung eines Direktoriums Simaitis mit litauischer Majorität würde daher dem Memelstutut und außerdem den Verpflichtungen widersprechen, die der litauische Außenminister gegenüber dem Völkerbundsrat übernommen hat.
2. Für den Fall, daß ein Direktorium, das das>Lertrauen des Landtages genießt, nicht in naher Zeit gebildet wird, werden die Signatarmächte sich gezwungen sehen, den Fall nicht auf dem bisher beabsichtigten Wege eines Schiedsgerichtes zu erledigen. sondern stattdessen die Angelegenheit dem Haager Gerichtshof zu unterbreiten.
3. Eine etwaig« Auflösung des Landtages würde von den Signatarmächten als Zuwiderhandlung gegen die Empfehlungen des Völkerbundsrates vom 20. Februar betrachtet werden können. Die Signatar-
Die Note an Litauen
Die Memelftage soll vor den Haager Gerichtshof
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SbechMsche Zeitung
„Ruf der Werbung" .
Guter Verlauf des Men deutschen Reklametages
Die JEtUmita“ z« den Vorgängen i» Preußen.
Rom, 18. März. Die „Tribuns" nimmt zu den Haussuchungen bei den Na- ttonalsozialisten in Preußen Stellung. Das Blatt schreibt u. a.: Der Eingriff der Polizei, der von der sozialistischen preußischen Regierung gegen die National- sozialisten veranlaßt worden sei, beweise, daß die preußische Negierung, obwohl fie sozialdemokratisch sei, eine Polizeiregierung sei. Außerdem zeige er, daß die Wahlerfolge der Nationalsozialisten so groß seien, daß die Sozialdemokraten zu Polizeimaßnahmen und Verboten, wenn diese auch unter einem Osterfrieden maskiert seien, greifen müßten' um die Nationalsozialistische Propaganda zum Stehen zu bringen, oder um irgend einen Zwischenfall hervarzurufen, der eine Vertagung des Wahlkampfes für den preußischen Landtag, vor dem die Sozialdemokraten Angst hätten, rechtfertigen würde.
Mr Hindenburg
Der Ehristlich- sozialen DoNsdienst für Hindenburg.
Berlin, 19. März. Die ReichMh- rung des Christlich-sozialen Vollsdienstes teilt mit: „Die ganze Volksdienstbewegung hat sich im ersten Wahlgang mit größtem 'Nachdruck für die Wiederwahl Hindenburgs eingesetzt. Die Neichsführung dankt allen Gliederungen und Freunden für ihren selbstlosen Einsatz, der durch den schönen Erfolg am 13. März reich belohnt worden ist.
Beim zweiten Wahlgang am 10 April darf keine falsche Sicherheit und Wohl- Müdigkeit herrschen. Wir find es Hindenburg schuldig, daß die im ersten Wahlgang leider nicht ganz erreichte absolute Mehrheit am 10. April überschritten wird. Hindenburg tut für uns mehr als seine Pflicht. Wir wollen uns nicht von ihm- beschämen lassen."
Radikal-demokratische Pattei und Reichs- « Präsidentenwahl.
Berlin, 20. März. Nach einer Mtte-'wg de- Radikal-demokratischen Pressedienstes hat sich die Radikal-demokratische Partei geschlossen in die „Eiserne Front" eingerecht. 3ur Reichspräsidentenmahl erklärt der Reichs- parteioorstand: Als ein Glied der Eisernen Front steht die Radikal-demokratische Partei im Präsidentschaftswahlkampf zum bisherigen Reichspräsidenten von Hindenburg, als dem geeignetsten Repräsentanten des deutschen Volkes gegen den Faschismus nach außen und innen. I
D.N.V.V. und zweiter Wahlgang
Berlin, 19. März. Die Deutschnationale Pressestelle erläßt eine Erklärung, in der es heißt: Unser Vorschlag zugleich mit den großen Landerwahlen eine Neuwahl des Reichstags vorzunehmen und den zweiten Wahl- aartfl der Reichspräsidentenwahl wegfallen zu lassen, ist von der Regierung nicht ausgenommen worden.
Wir danken dem Kandidaten des schwarz- weiß-roten Kampfblockes, Cberbleutnan. Dusterberg, für seine rastloie, vom Pflicht- gedanken getragene Arbeit.
■ Ein Rückblick auf die Reichstagswahl nötigt uns zu folgenden Feststellungen.
Sammlung der nationalen Front zum Kampfe gegen die fchwarz-rote Parteiherr- fchaft war stets unser Ziel. Dem gab die Tagung von Harzburg den sichtbarsten Ausdruck. Allen Hemmungen und Widerständen zum Trotz bleibt diese Zielsetzung unverändert. Die Sehnsucht von Millionen Deutschen, die am 13. März Hindenburg ihre Stimme gaben, war die Einheitskandidatur der nationalen Front.
nalsozialisten empfange, kurz nachdem fie ge- | zeigt hätten, wie sie Hindenburg bekämpfen, uno wenn Groeners Erklärungen überhaupt fo gedeutet werden könnten, als ob sie eine Absage an das preußische Vorgehen gegen die Nationalsozialisten bedeuteten.
Die Versammlung faßte zum Schluß eine Entschließung, in der verlangt wird, daß „die ' Reichsregierung im Benehmen mit den Landerregierungen entsprechend dem Vorgehen der preußischen Regierung nut allen gesetzlichen Mitteln gegen die Hitler-Prwatarmee einschreite".
Berlin, 20. März. Unter dem Stichwort „Ruf der Werbung" fanden heute die glänzend verlaufenen öffentlichen Veranstaltungen des Ersten Deutschen Reklametages ibren Abfluß in einer Kundgebung im Ufapalast am Zoo. Das Begrüßungstelegramm des Reichspräsidenten wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen.
Der Berliner Oberbürgermeister _ Dr. Sahm benutzte die Gelegenheit, um für bte Reichshauptftadt zu werben. Der Oberpräfi- deut a. D. Erzellenr von B atocki- Königsberg sagte in seinem Vortrag über „Werbung iryd Staat", daß der Staat ht einem weiteren Stirne an . der Werbung beteiligt sei, nämlich zur Forderung des Staatsge- fübls im Inneren und' Erreichung der w erkennung der Staatsnotwendigkeiten nach außen hin. Ais den größten politischen Werber des 18. Jahrhunderts nannte er Friedrich Vti Großen, als den des 19. Jahrhunderts Napoleon. Er beklagte, daß irn nach- • hismarchchen Zettalter Deutschland eine sehr schwächliche Werbung für ferne politischen und
möchte würden dann zu prüfen haben, ob ein solcher Akt nicht einen neuen Ver- strH der lttauischen ^Regierung gegen die Memelkonventton darstellt. *
* -• V. r
Litauen fügt sich
Kowno, 20. März. Aach dem Schritt der Unterzeichnermächte des Memelabkommens am Samstag hkelt , das litauische Ministerkabinett eine außerordentliche Beratung ab, zu der auch der Vorsitzende des Staatsrates und die Rechtsberater der Regierung hingezogen waren. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ward« der Beschluß gefaßt, sich dem Wunsche der Unterzeichnermächte, die Memelangelegenheit dem Internationalen Gerichtshof zu unterbreiten, nicht zu widersetzen, da die weitere Entwicklung im Memelgebiet sich nach der Absetzung Böttchers zwangsläufig ergebe. Man steht auf dem Standpunkt,'daß die Souveränität Litauens über das Memelgebiet in der Frage bet Bildung des Direktoriums ein für alle Mal klargestellt werden müsse, um weiteren Zwisck^enfällen ähnlicher Att vorzubeugen. Die in der Rote der Unterzeichnermächte enthaltenen Einwände und Warnungen, so wird erklärt, könnten nicht den Anspruch erheben, sich auf die rechtlichen Voraussetzungen des Memelabkommens zu stützen, sondern seien als Meinungsverschiedenheit zwischen Lttauen und den Anterzeichner- mächten aufzufassen.
fk. München, 21. März. Wie die «.S.K. mitteilt, hat der Rechtsanwalt Frank n namens des Führers der N.S. D.A.P., Adolf Hitler, beim Staats- gerichtshos für das Deutsche Reich Klage sud einen Antrag auf Erlasfuug einer einstweiligen Verfügung eingereicht gegen tett Freistaat Preußen und den preußischen Innenminister Severing.
Es wird beantragt, zu erkennen, daß die preußische Polizeiaktion gegen die N. S. D. A. P. und die Beschlagnahme von urkundlichem Material gegen die Reichsverfassung verstießen. Ferner wird in dem Antrag eine Entscheidung dahingehend gefordert, daß alle Maßnahmen der preußischen Staatsregierung, durch die den preußischen Staatsbeamten die Zugehörigkeit zur N. S. D. A. P. sowie die Betätigung für die N. S. D. A. P. v e r- boten wurde, mit der Verfassung unvereinbar seien.
fr Endlich soll die preußische Staatsregierung verpflichtet werden, die von der Partei beanftandten Maßnahmen und Perfügungen unverzüglich nach Erlaß des Urteils und alle Dienstentlassungen und Eröffnungen von Dienststrafverfahren aufzuheben oder rückgängig zubmachen. Es mird grundsätzlich der Beweis dafür angeboten, daß alle Versuche, die Legalität der N.S.D. A.P. oder ihrer Führer anzuzweifeln, an der einwandfreien, grnnd- Wtzlich erhärteten und organisatorisch gesicherten, beweisbaren Legalität der N. S. D. A. P. und- ihrer Führer scheitern müßten Im Wege der einstweiligen Verfügung soll alles beschlagnahmte Material aus der Polizeiaktion wieder zur Herausgabe ge- ■tengen. #
Göhring empfängt die Auslandspresse. .
Berlin, 19. März. 3m „Kaiserhof" empfing am Samstag 15 Uhr bezw. 16 Uhr, der nationalsozialistische Abgeordnete Gohr t ng im Auftrage Adolf Hitlers die Auslands- preffe und zwar zuerst Vertreter der englischen und amerikanischen, bann Vertreter der übrigen Auslandspresse mit der üblichen Ausnahme der Franzosen, Polen. Tschechen,, tm ganzen etwa 40 Pressevertreter. Der Empfang galt der Auseinandersetzung mit der Aktion des preußischen Innenministers Severing gegen die Nationalsozialisten. Immer so er- Mrtc Göhring u. a.; wenn durch Wahlen ein neues Ansteigen der nationalsozialistischen Bewegung zum Ausdruck gekommen sei, komme man mit einer Art „Boxheimer Dokumente heraus, um damit die nationalsozialistische Bewegung zu diskreditieren. Bei der groß- angelegten Aktion Severinos seien aber tm ganzen zweit Gewehre und sechs Revolver ge- lunben worden. Das sei alles? Die Aktion Ceverings stelle sich somit als ein Bluff und ein großangelegtes Wahlmanöver dar. Man habe auf den nationalsozialistischen Büros aber auch die Karthotheken an sich genommen, um zu verhindern, daß die Nationalsozialisten bei der nächsten Wahl sowohl für den Reichspräsidenten rote für den Preußischen Landtag zum Wahlkampf mobilisiert werden könnten. Es sei aber keine Frage, daß diese neue Aktion Eeverings dem Reichspräsidenten von Hindenburg im zweiten Wahlgang sehr viele Stimmen kosten werde, und es erweise sich immer mehr, daß der Sieg der angeblich überparteilichen Dolkskandidatur Hindenburgs in Wahrheit in einen Sieg der Systemparteien um- «efälscht und von diesen in rücksichtsloser Weise ausgenutzt werde. Dies ,gan3 gewiß nicht zur Freude Hindenburgs selbst. Die ganze Severing-Aktion fei ein politischer Astigmatismus. Bei den Preußenwablen rechneten die Nationalsozialisten mit einem Erfolg von 40 v. H. der Stimmen, fie .würden dann bereit sein, mit verwandten Parteien eine Koalitionsregiertm^iit Preußen zu übernehmen. d
Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen sLr Stadt nnd Kreis Marbnrg.
Klage beim Staatsgerichtshof
Antrag der N.S.D.A.P. auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen Preußen und Minister Severing