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Anzeiger Mr (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg.

Eroener bestätigt Hitlers Angaben

Eine Erklärung des Reichsinnenministers zur Aktion SeveringsAlte bekannte Nachrichten"

Berlin, 18. März. Der Reichs- innenMinister verösfentlicht folgende Er­klärung über die Aktion bei der NSDAP.:

Es ist zutreffend, dah Herr Röhm «inige Tage vor den Wahlen mir als Reichsinnenminister hat melden lassen, datz er beabsichtige, für den Wahltag die SA in ihren Unterkunftsräumen geschlos­sen zusammen zu halten, um allen Zu- sammenstötzen auf der Straße vorzubeu- gen. Gegen diese Mahnahmen bestanden beim Reichsministerium des Innern keine Bedenken, besonders auch deshalb, weil dadurch die Verantwortlichkeit der ober­sten SA-Leitung für alle etwaigen Bor- kommnisie klar festgestellt war. Der ruhige Verlauf des Wahltages hat der Auffasiung des Reichsinnenministers recht gegeben.

Was die in den letzten Tagen in de» Presie verbreiteten Nachrichten über Mo­bilmachung der SA und Putschabfichtep anbetrifft, so handelt es sich dabei um alt­bekannte Nachrichten. Soweit es sich um neue Nachrichten handelt, werde ich sie unverzüglich scharf nachprüfen. Selbst­verständlich wird von mir die national­sozialistische Bewegung dauernd sorgfältig beobachtet und jede Nachricht auf ihre Richtigkeit nachgeprüft. Ich habe den preuhischen Minister des Innern gebeten, mir schleunigst das bei den Haussuchungen der letzten Tage gefundene Material zu­gänglich zu machen. Nach Prüfung des­selben werde ich meine weiteren Ent­schlüsse fasten.

Darüber hinaus wird vom Reichs­innenministerium noch erklärt, dah die Länderregierungen angewiesen gewesen seien, die bekannten Maßnahmen für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung am 13. März zu treffen. Wenn auch die Tatsache, daß die SA-Abteilungen in Unterkunftsräumen bereit gehalten wür­den, dem Reichsinnenminister mitgeteilt worden sei, so bedeute das natürlich kein Alibi für irgendwelche möglicherweise be­absichtigten strafbaren Handlungen.

Am heutigen Tage erschienen die nationalsozialistischen Abgeordneten Goehring und Frank n beim Reichs­innenminister und überreichten ihm eine LegalitätserNärung der mahge- benden Führer der Nationalsozia- listen, insbesondere der Reichstags- und Landtagsabgeordneten.

Wie wir erführen, hat die NSDAP, eine formelle Beschwerde an den preußi­schen Innenminister Severing gerichtet. Cie wird morgen eine Klage beim Staats­gerichtshof der deutschen Republik ein­reichen.

Rückzug.

Berlin, 18. März. Von zuständiger preußischer Stelle wird erklärt, daß auf die Frage, ob sich der preußische Innenminister wegen der Haussuchungen bei den National­sozialisten vorher mit den zuständigen Reichs- nellen in Verbindung gesetzt habe, keine Auskunft erteilt werden könne. Der preu­ßische Innenminister habe als Polizeimrnifter licht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, alles zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung erforderliche zu tun. Auch Preu­ßen feien die vom Reichsinnenmi'nZsterium erwähnten Nachrichten seit längerem bekannt gewesen. Diese Nachrichten hätten jedoch erneut Bedeutung gewonnen angesichts wei­terer Meldungen über die Bewaffnung der

Formationen. Die Aktion des preußischen Innenministers habe weniger politischen als vielmehr polizeilichen Charakter ge­habt. Das Ergebnis der polizeilichen Maß­nahmen liege noch nicht vor. Das sei ja auch aus technischen Gründen gar nicht möglich.

Adolf Hitler veröffentlicht imVölki­schen Beobachter" einen Aufruf, m dem er unter Hinweis auf die Haussuchungen in Preußen auffordert, sich durch nichts zu einer Ungesetzlichkeit provozieren zu lassen, aber mit dem letzten Fanatismus im Sinne der nunmehr zu gehenden Richt­linien zu arbeite«.

Dr. Frank II erklärt in einem längeren Artikel,die Legalität der NSDAP." namens der Reichsleitung der Partei, daß der neue Versuch, ein Verbot bzw. eine or­ganische Vernichtung der NSDAP, und ihrer Einrichtungen durch die Behauptung zu er­reichen, daß die NSDAP, auf gemaltfame Weise sich die politische Macht im Staate erkämpfen wolle, ebenso wie alle bisher un­ternommenen Versuche, an der absolut e n, unbedingten und organisatorisch em- wandfrei gesicherten Gesetzmäßigkeit des Vorgehens der Führung der NSDAP, scheitern werde^ Gegen jede Maßnahmtz. wie Haussuchung, Verbote, Organisatorische 'Auf­lösungen usw. würden die geeigneten recht­lichen Schritte mit Nachdruck betrieben wer­den.

Die Nationalsozialist«! fordern ZÄassung Hitlers im Rundfunk.

In einem längeren Artikel imVölkischen Beobachter" beschäftigt sich der Reichstags- abgeordnete Rechtsanwalt Dr. Frank II mit dem ThemaRundfunk und Wahlkampf" und richtet an den Reichsinnenminister und den Reichspostminister die.Frage, ob sie es weiter dulden wollten, daß dem Führer von lli/2 Millionen Deutschen der Rundfunk ver­schlossen bleibe. Ein derartiges Verhalten sei mit Artikel 125 der Reichsverfassung und dem Grundsatz der parteipolitischen Neu­tralität des Rundfunks nicht vereinbar. Di« Forderungden Rundfunk frei für Adolf Hitler" müsse, wenn die Reichsverfassung nicht gefährdet werden solle, erfüllt werden.

Sklarek-Prozetz

Berlin, 18. März. Im Sklarek-Prozeß wurde am Freitag Obermagrstratsrat Brandes als Zeuge vernommen, der im September 1929 die Fälschungen der Sklareks aufdeckte. Der Zeuge erklärte, die hohe Schuldenlast von fast 6 Millionen Mark der BezirlsLmlLL. Mr_.die Stadtbank * Feten ihm außerordentlich hoch vorgekommen. Bei der außerordentlichen Revision sei er er­schüttert gewesen über die Höhe der Sklarek- Kredite und habe dem Stadtbankdirektor

Schmidt gegenüber schwere Bedenken ge­äußert.

Ein« Unverschämtheit fei es gewesen, daß ihm di« Stadtbankdirektoren beit die Sklareks belastenden Reoisionsbe- richt von Fabian und Faidel und Eider vorenthalt«« hält««.

Beim Bezirksamt Spandau habe er dann festgestellt, daß die von der Stadtbank den SNareks bevorschußten Rechnungen zediert gewesen seien. Er habe sofort die Skla­re kalten bei der Stadtbank be'chlagnah- men lassen und dem Stadtbankdirektor: Schmidt gesagt,

es sei alles gefälscht: als Fälscher kä­men nur die SNareks in Frage.

Dem Stadtbankdirektor Lchmann habe er erklärt, daß die Stadtbank mindestens um 850 000 Mark betrogen worden sei und daß er retten solle, was zu retten sei.

Der V 0 r s i tz e n d e versuchte festzustellen, wann diese Aeußerung gefallen sei, weil an dem betreffenden Tage mittags auf Anweö hing des Stadtbankdirektors Schmidt noch 40 000 Mark an die Sklareks ausgezahlt worden sind. Brandes erklärte, daß er be­reits vormittags die Stadtbankdirektoren von den Betrügereien der Sklareks unterrich­tet habe. Es wäre schon zu dieser Zeit not­wendig gewesen, ihre Konten zu sper- ren. Die Stadtbankdirektoren hätten aber noch, nachdem die Sklareks bereits verhaf­tet waren, auf dem Standpunkt gestanden,

«daß die Gebrüder Sklarek als btt'

Scharfe Kritik

großen Kunde« der Stadtbank, die die­ser einen jährlichen Gewinn von 800000 Mark einbrächten, königliche Kaufleute

Unnötige Beunruhigung

Zu der preußischen Aktion über die Durch- Brang von Haussuchungen bei Eeschäfls- en der NSDAP, schreiben dieMün­chener Neuesten Nachrichten": Der preußische Innenminister Severing hat in der Vergangenheit ein solches Talent zu politi­schen Mißgriffen bewiesen, daß man nur mit allergrößtem Mißtrauen diese neueste Sensation aufnehmen tarnt. Sollte sich Her­ausstellen, daß auch diese Aktion auf so schwachen Füßen stehl wie die früheren, dann allerdings wäre es Zeit, einer solchen po­litischen Kurpfuscherei em Ende zu machen.

Obwohl, wie amtlich gemeldet wird, em Ergebnis der Haussuchungen noch nicht vorliegen kann, da die Durchsicht des Materials längere Zeit m Anspruch nimmt, erklärt schon jetzt derBaye­rische Kurier" (bas Blatt bei bayeri­schen Volkspartei): Die Dokumente, die sich in den Händen der preußischen Behörden befinden, beweisen (!), daß es sich um ganz gefährliche (!) Vorbereitungen der Natio­nalsozialisten handelt. Die preußische Re­gierung hätte ihre Pflicht schwer verletzt, wenn sie nicht rechtzeitig Die Verwirklichung oon gefährlichen Plänen verhindert hätte, die man einfach nicht mehr als Aktionen be­deutungsloser Unterführer abschütteln kann. Das vorliegende Material ist von solch durchschlagender Kraft (!) und so ausreichend, daß die Konseguenzen aus dem Material zu gegebener Zett von Preußen und den an­deren Länderregierungen tm Einvernehmen mit der Reichsregierung gezogen werden.

Die®. QL 3. schreibt: Die Haus­suchungen Severings bei den Rational- sozialisten in Preußen haben, tote von uns vorausgesagt, bisher nichts erbracht, toas eine Aktton von derarttgem Umfange rechtfettigen könnte. Darüber hinaus aber hat die Angelegenheit ein völlig neues Gesicht dadurch erhalten, daß in einer amt­lichen Erklärung der Reichsinnenminister Groener die Darstellung Hitlers betätigt. Wer amtliche Auslassungen dieser Att <yu lesen versteht, erkennt aus der Stellung­nahme des 'Reichsministers eine in der Form zwar höfliche, der Sache nach da­gegen eindeutige AblehnunaderSe-

des 2n- und Auslandes

veringfchen Methoden durch Groener. In der Tat bleibt ja nach der rechtzeittgen und loyalen Unterrichtung GroenerS durch Hitler über die geplante Zusammenziehung der SA.»Verbände für den Wahltag als Motiv Severings Dor­gehen nur das von uns bereits gekenn­zeichnete Dedürfnis der preußischen Re­gierung übrig, ihren trüben Wahlaussich- ten am 24. Otyril durch Diffamierung ihres stärksten Gegners etwas aufzuhelfen. Da­bei scheint es bedauerlicherweise weder die Urheber dieser Wahlmache noch ihre Mit­läufer in der Linkspresse, die nach einem oeutlich erkennbaren Programm arbeiten, zu stören, daß durch diese Hetze nicht mir die Ruhe im Lande gestött wird, als deren patentierte Hüter sich gerade diese Kreise gewohnheitsmäßig aufzuspielen belieben, sondern daß derartig aufgebauschte Rach­richten eine Belastung der deutschen Außen- und Wittschaftspolittk bedeuten, zu der sich amtliche Stellen nicht ^ergeben sollten. Zu einer einigermaßen objek­tiven Beurteilung der Sikuatton gehört allerdings auch die Erinnerung an die in ihrer Eindeutigkeit geradezu aufreizenden Aeußemngen derEisernen Fron?' vor der Wahh die selbst für den Fall eines Dolksvotums für Hiller! durch promi­nente Führer, wie zum Beispiel den Reichstagspräsidenten Lobe, verkünden ließ, daß man sich selbst einer legalen Machtergreifung der RSDAP. immer und unter allen Umständen, nötigenfalls auch mit offener Gewalt widersetzen werde. Wenn diese völlig undemokrattsche Auf­fassung etwa auch zu den jetzt beanstande­ten Maßregeln Hillers für den Wahltag beigetragen haben sollte, so würde die Schuld dafür höchstens die Stellen treffen, die gegenüber Bürgerkriegsvorbereitungen von links blind und taub zu sein scheinen. Die Preußenwahlen werden Gelegenheit geben, diese mit wirklicher Staatsführung unvereinbaren Mechoden durch den Sturz des Weimarer Systems zu beseitigen. ,

sei« md wie rohe Eier behandelt wer­den müßten".

Einer der Stadtbankdirettoren sagte zu mir, so bekundet der Zeuge weiter, ich sollte an meine Familie denken. Ich sollte mich nicht unglücklich machen, die Sklareks würden gegen mich eine Schadenersatzklage anstren- gen. Welcher der drei DireÜoren es war, wisse er nicht.

Vereinfachungsmaßnahmen in der Reichswehr

Berlin, 19. März. Eine Anzahl Berliner Blätter veröffentlicht einen Be­fehl des Chefs der Heeresleitung, Genera' Freiherr von Hammerstein über die durch­geführte Heeresvereinfachgng und die Ar- beit der nächsten fünf 3al>re in der Reichs­wehr, in dem darauf hingewiesen wird, daß die Dereinfachungsmaßnahmen vor dem Abschluß stehen. Die Vereinfachung umfaßt zahlreiche größere und Heinere Maßnahmen, eine Ausgabe, der die näch­sten fünf Jahre gehören, innerhalb deren der jetzige Zustand des Heeres und die feftgelegten DerwaltungSgrundsätze nicht mehr geändert werden sollen. Um die einheitliche Grundauffassung zu wahren, verweist der Chef der Heeresleitung auf die beiden bedeutsamsten Punkte: 1. Die Persvnalabstriche bei Stäben dienen mit­tel- und unmittelbar dem Heben der Front- stärken. Anträge auf Verstärken der Stäbe usw. sind unnütz: Verstärken durch Kom­mandierungen übet den von mir geneh­migten Rahmen hinaus ist verboten. 2. Die Maßnahmen, die die Schreiberei hn Heere verringern sollen, schließen den höheren Zweck in sich, die Verantwortung der ein­zelnen Personen zu schärfen und die Per­sönlichkeitswerte zu heben.

Bei "dem hohen Maß von selbstloser Hingabe an unsere Arbeft ist Vettrauen von oben nach unten und umgekehrt sowie zwischen Trufche und Verwaltung voll be­rechtigt. Dieses Vettrauen betrachte ich als den Eckpfeiler jeder Vereinfachung."