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Obechesiiiche Zeitung, Marburg <l L-, Dienstag, den 15. März 1932

-Nr. 63

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Das neue Memeldirektoriu«

der Landtag gegenüber dem Prastdentr Simmat und Tolischus, beides Nations

ihrer Zeit bereits Mißtrauensposten halten haben. Es handelt sich um ein

litauisches Direktorium, das weder bei

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der sie, vorübergehend zusammenge- kleistert, im Grunde genommen besteht.

rechtlichen Mahnahmen zuständig. Das, was Preutzen geschaffen habe, fei Reichsrecht, Landesrechtliche Gesichtspunkte kämen nur in­soweit in Frage, als die Ermächtigung etwa überschritten worden sei. Eine Dauerregelung liege nicht vor.

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Erfolgreiche Berufung der Gebrüder Sah.

Berlin, 14. März. Erich und Franz Sag, die vom Schöffengericht wegen Dor- bereiiung zum Münzoerbrechen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden waren, wurden heute auf ihre Berufung von die­ser Anklage sreigesprochen und lediglich wegen Uebertretung zu drei Wochen Hast verurteilt, weil sie ohne behördliche Ee- nehmigung Formen angefertigt hatten, die zur Herstellung von Papiergeld geeignet erschienen. Es war ihnen aber die ^Ab­sicht des Münzoerbrechens nicht nachzuwei- fev.

Jubelnder Emviang der freigelasienen Gefangenen durch die Bevölkerung von Dublin.

De Valero. der neu gewählte Ministervräsident von Irland, hat sofort nach der Uebernabme seines Amtes die Freilassung aller Revolutionäre veranlaßt, die unter dem vorherigen Minister» vräsidenten Cosgrave ins Gefängnis gesteckt worden waren. Die irische Bevölkerung, die in überwiegender Mehrheit auf Seiten der Freiheitsbewegung steht, bereitet den Vorkämpfern überall einen jubelnden Emokang.

Berlin, 14. März. Die Nachricht aus Memel, wonach Simmat sein Dirti torium endgültig gebildet und mit Tag schus, Reisgys und Kadgiehn beseht "libt zu bei Feststellung Veranlassung, bg

schwieriger wird der deutsche Defreiungs» kampf nach außen.

DerDresdener Anzeiger" ist der Meinung, daß an der Wiederwahl Hindenburgs auch Int zweiten Wahlgang nicht zu zweifeln ist. Das Blatt betont be­sonders die außerochentllch hohe Wahl­beteiligung, die einen Rekord fett der Re­volution aufstelle, da sie sogar di« Be­teiligung von 83 d. H bet der Rational» dersammlung um ein Erhebliches über­schreite.

Der nationqlsoziasisttscheFreiheits­kampf" schreibt: Alles, was die Hinden­burg-Parteien verloren haben, haben sie fast restlos an die Aationalsozialisten ab­gegeben.

3n seinen Betrachtungen über die RelchSpräsidentenwahl erklärt derVöl­kische Beobachter" u. <t: Bei objek­tiver Würdigung der Stimmziffern könnten die Regierungsparteien sich nicht darüber hinwegtäufchen, daß auf ihren Erfolg das PhrchuS-Wort anzuwenden sei:Roch ein solcher Sieg, und wir sind verloren". Im besonderen beschäftigt sich derVöl­kische Beobachter" mit dem Wahlergebnis in Bahern und schreibt, der Besitzstand der Bayerischen Volksparter bei der letzten Reichstag-Wahl sei von der RSDAP. um 92 000, der Besitzstand bet der Landtags- Wahl von 1928 um 227 000 überholt wor­den, die NSDAP, sei also heute die stärkste Partei in Bayern.

giehn gilt logischerweise das Gleiche, wrj sie beide als Direktoriumspräsidenten j

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Um die Verfassungsmäßigkeit

Die Sparverordnung vor dem Staatsgerichtshof

Der Kampf geht weiter

Ein Aufruf Hitlers *

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Heute abend war es noch nicht Betamtf ob wegen dieser Angelegenheit auch eil Vertreter der deutschen Negierung nd Genf kommen wird.

Der franzöfische Vorstoß gegen die deutsche

Lustschisfahrt.

bischen Landtags, Dr. Seelmann-Eggebett, führte der Vertreter der preuhischen Staats« regierung, Ministerialrat Dr. Schütze, u. a. aus, dah die preutzischen Verordnungen nicht landesrechtliche, sondern reichsrechtttche Maßnahmen seien, zum mindesten insowett, als sie durch die Reichsverordnung gedeckt würden. Das preußische Staatsministerium stehe auf dem Standpuntt, die Ermächtigung der Reichsoerordnung nicht überschritten zu haben. Durch die Verordnungen seien die Landesregierungen nicht lediglich ermächtigt worden, an Stelle des Landesgesetzgebers materielles Landesrecht zu schaffen, sondern ber Reichspräsident habe damit die Landes­regierungen zu seinen Organen bestellt. i gibt zu der Feststellung Veranlassung, be 9Hs Organ des Reichspräsidenten feie« die I ber Landtag gegenüber dem Präsident!

Landesregierungen zur Schaffung von reichs- I "

Die englische Prelle zum Fall Kreuger.

London, 14. März. Die Blätter wen sen daraufhin, datz es sich bei Krengett Unternehmen nicht um leichtferttge Maß' niste eines Abenteurers handelte. Sie seien das Ergebnis solider Kalkulation- die nur durch die unerhörte wirtschaftlich Depression, das Einfrieren der Kredit usw. umgeworfen worden sei.

Times sagt: Diese unglückselige Singt* legenheit wird vielleicht deutlich machen, in welchem Matze das Geld- und Kredit* system der Welt zusammengebrochen ift und zwar infolge der Art und Weise, in der die politischen und wirtschaftlichen An* gelegenbeiten der Welt seit dem Krieg* verwaltet oder vielmehr verdorben wo? den sind.

Hauptausschusses ermöglichen müsse. Fran* zösischerseits will man die Frage der Zivil* luftsahrt in den Vordergrund rücken, um da­bei den angeblichen militärischen Wert bet deutschen Luftfahrt nachzuwellen und so dir von Deutschland geforderte Abschaffung bet Militärluftfahrt zu hinfettreiben. Da int uferlose Aussprache keinen Ausweg zeigt«, wurde zunächst ein engerer Redaktionsau» schütz aus Vertretern Deutschlands. Rußlands Italiens, Frankreichs. Englands, Schweden und Spaniens eingesetzt, der eine neue Ent­schließung für den Luftsahttausschug ausarb-,- ten soll.

Leipzig, 14. März. Vor dem Staats­gerichtshof für das Deutsche Reich be­gann am Montag die Klage der Fraktion der Deutschnationalen Volkspar­te r im Preutzischen Landtag gegen das Land Preußen und das preußische Staatsministe­rrum auf Feststellung der Verfassungs­widrigkeit der Verordnungen des preußischen Staatsministeriums vom 12. 9. 1931 über Aenderungen von Besoldungsge­setzen und Aenderung des Landesqahlgesetzes.

Die Kläger beantragen, bk gesamte Not­verordnung für verfassungswidrig zu erllären, für den Fall der Ablehnung dieses Antrages einzelne Telle.

Die preußische Regierung beau­ftragt Abweisung sämtlicher Anträge. Die Verordnungen seien in Delegation der Besugnisse ber Reichsregierung vollkommen in Ueberemftimmung mit den Bestimmungen der Verfassung der preußischen Regierung erlas­sen worden.

Gegenüber den Darlegungen des Vertre- I ters der deutschnationalen Fraktion des Preu-

Harmlose Aufklärung des Berschwindens eines Wahlleiters.

Berlin, 14. März. 2m Verwaltungs­bezirk Berlin-Mitte fehlte wie gemeldet gestern nach bei der vorläufigen Ge­samtauszählung von den 176 Stimmbezir- ten das Resultat eines Bezirks. Der Vor­steher eines Wahllokals, der Graveur .Kluge, batte weder das Ergebnis tele­fonisch an das Hauptwahlamt durckrnege- ben, noch war er persönlich mit den Listen und den Stimmzetteln, die er an sich ge­nommen hatte, im Hauptwahlamt erschie­nen. Es verbreitete sich das Gerücht, zu­mal mehrere Anfragen in seiner Woh­nung .nach ihm ergebnislos geblieben waren, datz der Wahlvorsteher verschwun­den sei. Nunmehr hat sich dieser eigen­artige Zwischenfall als harmlos aufge- klätt. Kluge hatte mehrfach versucht, wie er angab, das Hauptwahlamt verab- redunasgemcitz telefonisch zu erreichen, um das Ergebnis durchzugeben. Da die Wahl­vorsteher die Anweisung hatten, bis 10 Uhr morgens spätestens die Stimmzettel und Wahllisten im Hauptwahlamt abzu­liefern, hielt es Kluge nicht für notwendig, sich mit der Weitergabe des Ergebnistes zu beeilen und kehrte erst nach 1 Uhr nachts nach Hause zurück, sodatz das Ber­liner Hauptwahlamt erst gegen V-2 Uhr in den Besitz des Resultates dieses Stimm- Bezirkes kam, als ein Bote des Hauptwahl­amtes Kluge endlich in seiner Wohnung antraf.

Ittauer, bereits in dem Sinne Stellung gt nommen hat, datz sie das Vertrauen nii erhalten könnten. Für Reisgys und K<y

im Reichstag der Regierung Brüning ermög­lichen, sich formal auf den jetzigen Reichstag Vi verlassen.

Diese Koalition hat, wie das Wahl­ergebnis zeigt, nicht »ehr die Mehrheit des deutschen Voltes hinter sich.

Die Opposition gegen den Brüning-Kurs hat ohne Zweifel im Volk eine Mehrheit, die durch den Umstand unangreifbar teststeht. datz ja die Deutsche Dolkspattei, die zwar die Parole für Hindenburg aueg-geben hat. in scharfer Opposition gegen die Regierung Brü- ning steht.... Die Wahlen in Preußen, das nach wie vor die Schlüsselstellung bet Linken im Reich fit. rnüsten und werden das jetzige System aus dem Sattel heben.

DieDresdener Rachrichten" schreiben:Eine andere Frage, die sich unabhängig von dem Blick auf das End­ergebnis der Wahl ergibt, ist die nach den Folgerungen des AnschwellenS der natio­nalen Opposition für die deutsche Innen­politik. M« sich die Sozialdemokratie einst­mals in dieser starken und aufsteigenden Stellung befand, da lautet« der Regie» rungsgrundsah der Mitte, daß man ohne diese Massenpattei nur sehr schwer und gegen sie überhaupt nicht regieret könne. Das gilt jetzt in verstärktem Maße und mit größerem Recht für die nationale Oppo­sition und für den Rattonalsozialismus tm

sichtbaren Ausgabe wird unsere Propaganda eine: neuen Prüfung unterzogen. Der erste Wahlgang ist beendet, der zweite hat mit dem heutigen Taae begonnen. 2chwerdeauch ihn mit meiner Person führen."

3n nationalsozialistischen parlamentari­schen Kreisen erhofft man nach dem Ergebnis des ersten Wahlganges nicht nur 180 natio­nalsozialistische preußische Landtagsmandate, ronoern auch einen Sieg Httlers im zweiten Präsidentschaftswahlgang. Man weist dar­auf hin, daß die Hlndenburgfront zwar den gesamten Staatsapparat für sich benutzen und an die Sentimentalität der Wähler appellie- r«i, aber nicht verhindern konnte, daß fast 12 Millionen sich zu Adolf Hitler und zur NSDAP, bekannten. Darm hege der natio­nalsozialistische Erfolg, datz die Wähler Hin­denburgs sich nur in der negativen Abwehr Hitlers einig waren, während die Wähler Hitlers sich zum Nationalsozialismus bekannt hätten. Die Wähler Hindenburgs würden nun enttäuscht sein, und aus der großen Zahl

für Hitler abgegebenen Stimmen psycho­logische Schlüsse ziehen, die den Erfolg Htt- lers im zweiten Wahlgang herbeiführten. Außerdem lägen den Nationalsozialisten eid­liche Auslagen von Kommunisten vor, daß sie beauftragt gewesen seien, ihre Stimme für Hindenburg abzugeben, um Hitlers Macht­ergreifung zu verhindern. Die Ursache hier­für liege barm, daß die NSDAP, fernen Zweifel daran gelassen habe, daß im Falle ber Machtübernahme durch Hitler mit dem Manismus radikal Schluß gemacht werde.

DerAngriff" hebt hervor, daß die Natio­nalsozialistische Partei tn der gestrigen Wahl ihre Stimmen fast habe verdoppeln können, und fährt fort: Nur in der NSDAP, ist Masse, Konzentration, Festigkeit, stürmisches Vorwärtsschreiten, jugendliche Kraft und re­volutionärer Wille. Was ist dagegen der Hindenburg-Block"?

Wem, fk Hindenburg nicht mehr hat. ftkbt dkkFront" »kd« in das Dutzend Besinndteik auseinander, ans

München, 14. Marz. Adolf Hitler wendet sich in einem Anruf an die SA., SS., R. S. K. K. und die Hitlerjugend, in dem es u. a. heißt, der Kampf muffe sofort aufs Reue beginnen. Mit dem 14. März setze das Ringen um den entschei­denden zweiten Wahlgang ein. Wenn alle Parteigenosien fanatisch ihre Pflicht erfüllen, würde auch diese Aufgabe gelöst werden. Die Propaganda sei jetzt in höch­ster Intensität vier Wochen lang fortzu- führen. Am 10. April jnüffe, koste es, was es wolle, dieses Ziel erreicht sein. Der Dank liege nur im endgültigen Siege.

Ankündigung«, Sitters.

München, 14. März. Die Pressestelle der Reichsleifung der NSDAP, teilt mit: Am Montagnachmittag fand m München eine Besprechung der Amtsleiter der Reichsleitung der NSDAP, unter dem Vorsitz Adolf Hit­lers statt. Der Führer der NSDAP, er« Härte daß er feine Kandidatur für den zweiten Wahlgang zur Präsidentschaft aufrechter« halte. Anschließend mürben sofort die Richtlinien für ben zweiten Wahlgang und die bevorstehenden Länderwahlen, vor allen, der zum Preußischen Landtag festgelegt. Am Sonnabend findet in München eine Tagung der Gauleiter der NSDAP, statt, auf der die Anweisungen für die technische Durchfüh­rung der neuen Propagandarichtlinien ausge­geben werden."

Adolf Hitler hat gleichzeitig einen Aufruf an alle Nationalfonalisten erlassen, ht dem es u. «. heißt:Wir sind heute zur unbe- stritten stärksten Partei Deut chlands.empor« gestiegen. Was uns m diesem" Wahlkampf noch nicht restlos gelungen ist, muß im kom­menden vollendet werden. Der Angriff ge­gen die Z.-nlrums- und Marrifteniront mutz mm fofort in der schärfsten Form erneut auf« genommen werden. Ich fordere euch auf, augenblicklich den Kampf für die zweite Wahi zu eröffnen. Entsprechend der vor uns ttoc

konferenz wurde am Montag als erste <air liche Frage die von Frankreich geforderte 3 n> ternationalifierung der Zivil« kuftfahrt behandelt.

Nadolny -Deutschland wies entschied« darauf hin, datz es völlig ausgeschlossen sei. über die Internationalisierung der Zivillust' fahtt ohne gleichzeitige BesprechuA der Frage der Abschaffung der Mili* tärluftfahrt zu verhandeln. Dagcge« verlangte Masfrgk, - Franlr ich üben» stimmend mit dem Präsidium, datz der Lust* fahttausschuh unverzüglich die Frage der 3n>« ternationalifierung ber Zivilluftfahrt durch* I scheu beraten und so eine Stellungnahme bes

gen vormittag wieder in Genf eintreffa Offiziell wird erklärt, datz Tardi« Frankreich in den Sitzungen des Houxi ausschusses der politischen Kommission bt Abrüstungskonferenz vertreten wird. Mai glaubt aber allgemein, dah der Haust zweck seines neuerlichen Genfer Aufent Halles die Fortsetzung der Besprechung« ist, die er hier vor einigen Wochen in be Frage der wirtschaftlichen Sanierung bt Donaustaaten abhielt. Auf französisch« Seite stellt man sich den weiteren Verla, so vor, daß nach einem vorherigen Einvei nehmen der interessierten europäisch« Großmächte, die Donaustaaten eingeladti werden, sich über einen Plan zu verstau bißen, unb datz erst dann die Großmacht eingeladen werden, dazu Stellung zu neh

Aus Genf

Frankreich und die Donaustaaten.

Genf, 14. März. Die französisch

Ministerpräsident T a r d i e u wird mm

verfassungsmäßigen Direktoriums fordeil Dafür tragen die Signatarmächte sowa als Mitunterzeichner der Konvention « als solche des vorerwähnten Ratsbeschl« ses *bie Verantwortung: sie werden ah dafür sorgen muffen, daß der na litauische Verstoß raschestens eine geeigml Korrektur erfährt.

Die Preutzenwahlen stehen vor der Tür. $ gestrige Tag hat uns gezeigt, wie stark ® sind. Er hat bewiesen, datz es in dies» Deutschland nur ein en politischen Bi, gibt, der leistungsfähig nach jeder Rich,^ rst, nämlich uns, die Nationalsozialisten, ft wird und mutz sich für Preutzen auswirh. Und wir werden durch den jetzt beginnend, Preuhenwahlkampf die Voraussetzung sch, fen, um dem System den zweiten machtvoll, Schlag zu versehen.

besonderen. Je länger sich die Regiemng -i __c < , . ... . .. , I Sinne der Memel-Konvention, noch bei

Bttinung dieser Einsicht verschließt, umso I ^)TlQnD5 #yt6ll)ett5t(inip|Cr QU5 vkM GösÜNgMS ZUkUll I Beschluß des Völkerbundsrates vom 20. H

Unhaltbarer wird ihre Lage und umso I__ I I" ~ -"---**-* *--- v!- -*