Einzelbild herunterladen
 

Ur.

iifi

alle

gez.: Dr. Hugenberg.

Preußen.

kD

.60.

W.

RarbmM

Zageslmzeiger

WM

Llmdeszerms

Di« Tal. viel, dem iroa, drei rra. 'jCtt. teau surg >tal, itne iutg aas, Das Pas can- See nta. am em. Uns nw- icg. ißin .434

to.63 «7. Mrs. Marburg n.S!ahn

Der Anzeigenpreis bekrLgt für ven 11 gespall. Zeilenwillüneter 0.08 AM., Familienanzeigen bei Barzahl. 0.07 GM., amti. u. ans- wSrtigeAnz. 0.10GM Gog.kleine Anzeigen nach Gpeztaltaiif.Grund- schrist: Lolonel. Bei schwierig.Latz, sowie bei Platzvorschrtfl SO"/, Aus­schlag. Gammel anzeigen 100"/, Ausschlag Reklam.-Millim. 0.40 GM. Grundschrift: Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt Ziel S Tage. Offerten-Gebühr: 25 Pfg^ bei Zustellung der Anaebote einsch!» Porto.60 GM Belcqe werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Die Preußenwahl

B e r l i n. 14. März. Der ständige Aus- schuh des Preußischen Landtages setzte heute im Einvernehmen mit der preutzi-.

schen Regierung d-n Termin für d'e Neu­wahl des Preuhischen Landtages auf Sonntag, den 24. April, fest. Die Rechts­parteien hatten entweder den 10. Avril »der den 8. Mai vorgeschlagen. Den Par­teien bleiben also nunmehr nach dem am 10. April stattfindenden zweiten Wahl­gang für Hindenburg 14 Tage zur Vorbe­reitung der Entscheidung in Preußen. Gleichzeitig wird belanntgegeben, datz die preuhische Regierung den Wahlquotient in Abänderung der preuhischen Sparver­ordnung vom 12. September 1931 auf 50 000 festgesetzt hat. Die preußische Spar­verordnung sah bekanntlich eine Erhöhung des Wahlquotienten von bisher 40 060 auf 60 000 vor. Der jetzt verkündete Befchluh bedeutet, dah der Preußische Landtag in Zukunft nicht mehr 450, sondern nur noch etwa 375 Abgeordnete haben wird.

Die Presse zum Wahlergebnis

Die deutsche Presse, soweit sie nicht auf das System eingeschworen ist und einfach alle für Hindenburg abgegebenen Stimmen für sich beansprucht, hebt allgemein her­vor, daß der große Vorsprung, den die Hindenburgwahler gewonnen haben, ganz ausschließlich dem Ansehen und dem Na- men ihres Kandidaten zu verdanken ist. Ein Vertrauensvotum für das Regie­rungssystem exblickt sie hierin nicht. Sie betont vielmehr das neue Anschwellen der Nationalsozialistischen Bewegung und for­dert mit Rachdruck, dah aus dieser Tat­sache endlich die Konsequenzen gezogen

Dienstag.

den 15. Mürz!9Z2

fit ,Sbeit>effU»e Seltung' « sechsmal wkchintlich. Be- ,M»prei« monatL L Marburg 2.02 Lgg. ausscht Zust-llungsg-bühr, ttitiren Agenturen 1,93 GM.

«qügt Zustkstsllungogebübr. burch Post 2.25 GM Für etwa Streik, Maschtnrndefekt oder ^mrntare Eretgniste »»«fallend« gtanmern wird kein Ersatz qe- Verlag, Dr. S Httzervtb, gart ttt Untv-Buchdruckerei a^. Ang. Koch. Markt 21/23. gernsprecher: Rr. 54 und Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt M. Rr. 5015. Sprechzeit M Redaktion von 1011 und kl1 Udr.

c

S

der Harzburger Front. Es sei nicht die erste, aber wahrscheinlich die entscheidende Niederlage. *

Rach Auffassung derDeutschen Allgemeinen Zeitung" bedeutet das Wahlergebnis nicht nur einen sicheren Sieg Hindenburgs, sondern auch, dah das deutsche Volk es ablehnt, dem Rational­sozialismus die alleinige Macht in die Hand zu geben. Aber es sei zugleich die eindringlichste Mahnung, die bisher ver­nommen wurde, ihn an der Macht zu be- teiligen. Die Regierung Brüning selbst, die aus den Fehlern ihrer Gegner die größte Stärke ziehe, werde sich mit Hin­denburgs Erfolg keinen Augenblick genug sein lassen können. Zhr Bestand sei ge-

DieGermania" bezeichnet das Wahlergebnis als eine sehr eindrucksvolle Entscheidung für den Mann des Volkes und gegen die Kandidatur der Parteipoli­tik. Der Kampf sei politisch entschieden. Die eigentlich tragische Figur sei aller­dings Hugenberg, der in erster Linie für den Kampf verantwortlich sei. Selten sei eine geschäftstüchtige Spekulation schnellt zusammengebrochen als die des deutsch- nationalen Führers.

DerDeutsche" bezeichnet ebenfalls die Riederlage Hugenbergs als ebenso schwer wie die Hitlers. Er habe sich völ­lig verrechnet. Der Wahlkampf habe be­reits klare Fronten geschaffen. Das Er­gebnis der ersten Wahl sei die Riederlage

Zwei Wahlkämpfe im April

Reichspräsidentenwahl am 10. April - Preutzenroahl am 24. April - Hindenburg und Hitler kandidieren

Verzicht auf den 2. Wahlgang

Ein Vorschlag Hugenbergs Die Regierungspiesse lehnt ab

1

EU il

sichert, aber ihre Verantwortung noch ge* wachsen.

DerLokal-Anzeiger" sieht den Grund für den Erfolg Hindenburgs in der Wirkung seines Ramens auf die Mit­läufermasse; dazu sei die ungeheure, alles bisher erlebte übertreffende Propaganda gekommen. Man dürfe trotz allem die Kandidatur DuesterbergS nicht als Zähl­kandidatur werten, denn bei parlamen­tarischen Wahlen würden diejenigen, die gestern sich durch den Ramen Hindenburg bestechen ließen, nach politischen Erwä­gungen wählen. 3m übrigen mögen die Nationalsozialisten die nützliche Lehre zie­hen, daß auch ihre Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Auch dieNachtausgabe" unter­streicht, dah das Mehr Hindenburgs durch den Namen des Generalfeldmarschalls und, die amtliche Propaganda erreicht worden sei. Beide Blätter unterstreichen die Be­deutung deS Vorschlags von Hugenberg, den Reichstag zum 8. Mai neuzuwählen und das Schwergewicht von der Präsi­dentenwahl auf die parlamentarische Basis zu verlegen. .

Aehnlich äußert sich dieKreuz zei- tung", die annimmt, dah zahlreiche Deutschnationale Hitler oder Hindenburg gewählt hätten. Das Blatt hält für den zweiten Wahlgang einenationale Ein­heitskandidatur" für notwendig.

DieDeutsche Zeitung" spricht von einerNiederlage" Hindenburgs, die das Blatt darin sieht, daß er nicht die ab­solute Mehrheit bekommen habe.

DieDeutsche Tag eszeitung", ,^e die Meinung vertritt, dah bereits die tatsäch­liche Entscheidung über die zukünftige Reichs- Präsidentschaft gefallen sei, sagt weiter: Ties vorausgesetzt, ist es objettto nicht ohne Nutzen, den Wahlausfall des 13. März näher zu be- trachten. Er hat für Hindenburg eine Stimm. Mer ergeben, in der ganz ohne Zweifxl das bürgerliche Element übenmegt. Er hat ge­zeigt, dah grohe Teile des Bürgertums, die vielleicht bei parlamentarischen Wahlen irgendeiner altgewohnten Partelfahne die Ge» solgschaft versagten, sich auf ihre weltanschau­liche Einstellung besinnen, wenn es sich um eine Entscheidung übft Persönlichkeiten Han- beit. Er hat bewiesen, daß die Unterscheidung zwischen der Person Hindenburgs und dem, was man alsSystem" bezeichnet, weitgehend auch im Osten lebendig ist. SB og eg en nnt uns immer gewandt haben: Die Gleichung Hindenburg-Brüning, dagegen hat man auch praktisch im Osten mit dem Wahlzettel Ein­spruch erhoben,

hat Hindenburg gewählt, ohne damit sei« Ablehnung der gegenwärtigen Reichs, regierung im mindesten in Frage zu stellen.

Diese Entscheidung, so oder anders, ist we» sentlich auch für die Gestaltung der Rolle, die die Rechte zukünftig spielen wird. Wir haben schon im Verlauf des Wahlkampfes darauf hingewiesen, datz, gesehen auf die großen Ziele der Rechten, die Präsidentenwahl nur em Vorgang von sekundärer Bedeutung ist. weil die größeren und entscheidenden Aufgaben auf anderem Felde liegen, weil überdies der vor­aussichtliche Reichspräsident, durchdrungen von seiner Pflicht zur Ueberparteillchkeit. der praktisch-politischen Sluswertung von Erfol­gen, die die gesamte Rechte im Kampf um ihre Ziele erringt, sicherlich nicht tm Wege stehen wird.

DerBörsen-Courier" sieht in bem Wahlausfall einen Sieg Hindenburgs, des Mannes, und keiner Partei.

Au» dieBörsen-Zeitung" spricht besonders von der prattischen Auswertung des Wahlergebnisses - und schreibt: Für die vom Kanzler gewünschte Hindenburg - Kan­didatur haben sich die ^Parteien von der Sozialdemokratie bis zum Landvolk eingelegt, die es mit ihrer auf die Septemberwahl von 1930 sich stützenden sehr schwachen Mehrheit

Berlin, 14. März. Reichspräsident | »en Hindenburg hat am Wahltag | jis um 11 Uhr Ke Ergebnisse im Rund- I ftmk gehört «nd sich dann zur Rühe be- I geben. Das Ergebnis der Wahlen wurde I ihm heute morgen mitgeteilt. Er gab sei­ner tiefen Befriedigung über das Wahl­ergebnis Ausdruck. Dem Hindenburgaus- schutz erklärte er, datz er auch im zweiten Dahlgang kandidieren werde.

i Nach dem vorliegenden amtlichen Wahl­ergebnis beträgt die Gesamtziffer der ab­gegebenen gültigen Stimmen 37 660 394. Dies Ergebnis bedeutet eine Wahlbetei­ligung von ungefähr 87 v. H. Hiervon er­hielt Duesterberg 6.8 v. H., Hinden- 49,6 v. H.. Hitler 30 v. H., Thälmann 13,3 vH., Winter 0,3 v. H.

Ablehnung des Hugenberg-Borschlages in der Presse.

Der Plan Hugenbergs auf Reichstagsaüf- lösung findet in der der Reichsregierung nahe­stehenden Presse einmütige Ablehnung:

DieSettnaitia meint dazu: Hugen­berg gibt in derselben Erklärung zu. datz nach Lage der Dinge damit zu rechnen ist, datz der Generalfeldmarschall von Hindenburg im zweiten Wahlgang wiedergewählt wird. Wenn man es nicht vorzöge, Hugenbergsneue Po­litik" als ein verunglücktes Derzweiflungs- manöver einer restlos in die Irre gegangenen Opposttion anzuseben, würde man fein Auk-

Berlin, 14. März. 3n einem Artikel zck' dem Ergebnis schreibt Dr. Hugenberg:

Die Ängst vor Erschütterungen die etwa mit einem Reichspräsidentenwechsel neintupft jein könnten, hat ein paar Millionen Wähler, die im Lager der nationalen Opposttion gegen das herrschende System stehen, dazu bewogen, für die Wahl des Feldmarschalls von Hinden­burg zum Reichsprästdenten zu stimmen. In der zweiten Wahl entscheidet bic einfache Mehrheit.

Nach Lage der Dinge ist damit zu rechnen, datz der Generalfeldmarschall von Hinden­burg im zweiten Wahlgapg gewählt wird.

Unter diesen Umständen führt eine Bettach­tung, die sich über die.Kampfesverblstenheit der Parteien erhebt, zu» dem Gedanken, datz unser öffentliches Leben von den vielen Un- Narheiten, die uns lähmen, befreit wurde, wenn man folgendermahen vorginge:

Nutzer den vorgesehenen Wahlen zum preu- tzischen, bayerischen, württembergilchen Land­tag soll am 8. Mai die Neuwahl des auszu-- lösenden Reichstages stattfinden. Unter Dieser Voraussetzung könnte durch verfasiunaandern- des Reichsgesetz anerkannt werden, dah die Abstimmung am 13. März die.Wirkung eines zweiten Wahlganges der Reichspräsidenten­wahl haben soll, datz also die Wieder­wahl Hindenburgs erfolgt ist. Die gesamte nationale Oppositton konnte einem solchen Vorschlag zustimmen, denn eine zweite Wahl würde die Bedeutung einer Gegenprobe haben, die auf dem oben vorgeschlagenen Wege einfacher, billiger und durchgreifender erreicht würde."

Die Deutschnationale Lolkspartei erläßt einen Ausruf, in dem es heißt:

Die Wahlen in Preußen und die Wahlen im Reich, die wir auf Grund der Wahlergeb­nisse als Ausdruck des Volkswillens fordern, werden das Anwachsen des nationalen Ge­dankens erneut zeigen.

Unter diesen Umständen wird der zweite Wahlgang hervorragend unter dem Gesichts­punkt der Preußenwahleu zu führen sei«. Unser nächstes großes Kampfziel heißt

tiliifl io«

'tretest" bei aller Sachlichkeit nur als eine selt­same politische Anmaßung bezeichnen können.

Das .berliner Tageblatt" spricht von einem Verlegenhcitsprodukt und nimmt an, datz die Reichsregierung sich auf Verhand- langen hierüber gar nicht erst einlassen wird.

Der .Vorwärts" bezeichnet den Plan als ein Hausiergeschäft. Hugenberg werde sich selbst überlasten bleiben, denn für den Aus­gang des zweiten Wahganges hätten die Duesterberg Wähler nichts zu bestimmen und Hugenberg erst recht nicht.

DieD. A. Z." bezeifelt, daß Hugenberg tm Namen der gesamten nationalen Opposition spricht und glaubt nicht, datz dieser Weg zum Spiele führen wird. Aber durchaus zu billigen sei die Voraussetzung, von der er ausgehe, nämlich der Wünsch, wenn irgend möglich einen zweiten Wahlgang unnötig zu machen. Dazu gehöre aber etwas ganz anderes, näm­lich der Verzicht der Herren Hitler und Thal­mann auf ihre neue Kandidatur, der kaum zu erreichen sein werde.

Burgfriede zu Ostern?

Berlin, Im Reichsministerium, des Innern wird zurzeit erwogen, einen Burgfrieden für die Karwoche und die Ostertage in ähnlicher Weise zu verord­nen, wie es beim Weihnachtsburgfrieden der Fall gewesen ist. Eine endgülttge Ent­scheidung ist noch nicht getroffen. Die sächsische Staatsregierung hat für die Zeit vom Mittwoch, den 23. März, bis Diens­tag. den 29. März alle Versammlungen, Umzüge und sonsttgen demonstrativen Veranstaltungen unter freiem Himmel verboten.

Sammelrus des Landbundes

Berlin, 14. März. Das Präsidium des R^ichslandbundes hat an Hitler, Hugenberg und Duesterberg fol­gendes Telegramm gesandt:

Das Präsidium des Reichslandbundes spricht den Vorkämpfern der nationalen Bewegung zu dem am 13. Marz zum Aus­druck gekommenen machtvollen Aufschwung und Schritt vorwärts im vaterländischen Kampfe Dank und Glückwunsch aus. Der erreichte Einbruch der nationalen Bewe­gung in die gegnerischen Stellungen mutz der Ausgangspunkt für entschlossene Wet­terführung unseres Kampfes bis zum end­gültigen Siege werden. Das Präsidium des Reichslandbundes tritt dafür ein, alle für den Befreiuusskampf gegen das System erreichbaren Kräfte weiter zu sammeln und zur Erzwingung der Neu­gestaltung des deutschen Staats-, WiM- schasts- und Volkslebens planmäßig ein» rusetzen." >

Een.

8.1-1

Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberheffen Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

berben.

Di«Dossische Zeitung" unter­streicht die Bedeutung der Tatsache, daß die Nationalsozialisten ihr Ziel nicht er­reicht hatten. Die Hoffnung, daß die so- zialdernokrattschen Mahler in größerem Umfange zu den Kommunisten gehen wüt» ' den, sei enttäuscht worden. Es müsse er- ___ neut festgestellt werden, was die Gewerk- lOl schäften auch bei dieser Probe für die Volksgemeinschaft geleistet hätten. Ohne dieEiserne Front" wäre es nicht zu schaf­fen gewesen, hätte der Ansturm des Hitler- dims das Bürgertum überrannt und seinen Untergang besiegelt. Den Vorschlag Hu- genbergs 'lehnt das Blatt ab. Er sei eine Kapitulation der Sieger vor dem Desieg- ten. Hindenburg bleibe, und der Reichs­tag werde auch bleiben.

is