Mostes, »tnU.M6r$1932
Ti, Stttimg' e»
r*etnt fe»#mal wöchentlich. Br- ,«g«vre<« mvnatl.t. Marburg 2.02 6<9i. aubschl. Zusiellong«gebühr,
Hnfrtn Agenturen 1.93 GM. «tjügL Zustestellungsgebüdr. durch
Post 2.25 GM Für etwa durch Ltreik, Maschinendefekt oder uv» täte Lretgnisi« au<faOtniw Kummern wird kein Srlae ge- jrtflct. Verlag, Dr. § Httzerotb. fpratf der Untd-Buchdruckerei g^_ Aug. Koch, Mark, 21/23. Fernsprecher: SRt-54 und Rr. 55. Postscherkkonlo: Am, Frankfurt e. $L Sfr. 5015. — Sprechzeit
Redaktion von 10—11 und
•M—1 tot.
Marburg« rasebaMtzer
6e» LaMWüM
■ Nr. KL «7. Mrs.
3Sar!mtfl aßflim
Der Anzelqendre!« btträgt für 6t« 11 gefpall. Zeilenmilltmeter 0.08 GM., Familien anzeigen bei Varzahl. 0.07 GM„ amti. u. ant» wärtigeAnz. 0 I0GM Soq. klein« Anzeigen nach Spezialtarif.Grund» schrifl: Zolonel Bei schwierig.Sah, sowie bei PiaKvo'Ichrift öO'I. Auf- schlag. — Gaunueian,eigen 100’/« Aufschlag Reklauu-Millim. 0.40 GM. Grundschrifl - Petit. Jeder Rabat, gilt al« Barrabatt Ziel 5 Tage. Vfferten-Debüdr: 25 Pfg. bei Zustellung der Angebote einschl. Porto —.60 GM. Belege werden berechnet.Erfüllungsort Marburg.
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesse»
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Kommt ein zweiter Wahlgang?
Hindenburg hat fast die absolute Mehrheit erreicht — Für Hitler stimmen 30 °|0 aller abgegebenen Stimmen
ft Berlin. 14. März. Der Neichs- «ahlleiter gibt folgendes amtliches Wahlergebnis bekannt:
Abgegebene Stimmen 37 660 377
davon Dnesterberg 2 557 876
Hindenburg 18 661736
Hitler 11 838 571
Thälmann 4 982 079
Winter 111470
An der absoluten Mehrheit fehlen dem- mich rund 160 000 Stimmen, fo daß ein zweiter Wahlgang erforderlich ist.
benbuig 471 019; 107 417; Winter
11. Merseburg, benburg 286 719; 201 378; Winter
12. Thüringen.
2084.
Duesterberg 103 542; Hin- Hitler 273 087; Thälinann 2354.
Duesterberg 168 332; Hin- Hitler 450 589; Thälmann
mann 100 250.
14. Weserlreis. Duesterberg 81835; Hindenburg 467 435; Hitler 271504; Thälmann 70176; Winter 2351.
15. Ost-Hannover. Duesterberg 77 716; Hindenburg 252 300; Hitler 240 683; Thälmann 49 115; Winter 2646.
16. Süd-Hmmover. Duesterberg 71570; Hindenburg 602 056; Hitler 486188; Thälmann 87 829; Winter 2485.
17. Westfalen-Nord. Duesterberg 75 534; Hindenburg 868 344; Hitler 318 607; Thälmann 173 943; Winter 3031.
18. Westfalen-Süd. Duesterberg 64385; Hindenburg 789 769; Hitler 363 260; Thal- Mann 279 441; Winter 2465.
19. Hessen-Nassau. Duesterberg 63 011; Hindenburg 737 225; Hitler 510686; Thälmann 167171: Winter 2964.
20. Köln-Aachen. Duesterberg 31109; Hindenburg 819 854; Hitler 215 949; Thälmann 182 786.
21. Koblenz-Trier. Duesterberg 52 859; Siubentnirg 420415; Hitler 155 586; Thälmann 52 185.
22. Düsseldorf-Ost. Duesterberg 47 267; Hindenburg 594 208; Hitler 334 722; Thälmann 319 808; Winter 3213.
23. Düsseldorf-West. Duesterberg 54 591; Hindenburg 564 405; Hitler 262 691; Thälmann 190 021.
24. Oberbayern - Schwaben. Duesterberg 31176; Hindenburg 978 484; Hitler 376 387; Thälmann 116109; Winter 7882.
25. Niederbayern. Duesterberg 8372; Hindenburg 473 620; Hitler 550240; Thälmann 42 787; Winter 2159.
Einzelergebnisse
L Ostpreußen. Duesterberg 133 946; Hindenburg 509 766; Hitler 402 189; Thalmann 116 444.
2. Safin. Duesterberg 90 701; Hindenburg 555 871; Hitler 247 247; Thälmann ^^Potsdam II. Duesterberg 116780; Hindenburg 565 396; Hitler 326 087; Thalmann 205 142; Winter 3009.
4. Potsdam 1. Duesterberg 132 680; Hindenburg 506 276; Hitler 374415; Thaimann 229 679
5 Frankfurt a. d. O. Duesterberg 123 207; SinbKg 409 403; Hitler 338 046; Thälmann 81521; Winter 2591.
6. Pommern. Duesterberg 198386; Hindenburg 360 980; Hitler 391450; Thalmann 94 522.
7. Breslau. Duesterberg 81687; Hindenburg 541869; Hitler 403 269; Thälmann
denburg 507 859; _
246 606; Winter 3025.
13. Schleswig-Holstein. Duesterberg 61888; Hindenburg 393 323; Hitler 417 861; Thäl-
96 862.
8. Liegnitz. Duesterberg 62 839; Hindenburg 338 027; Hitler 245 084; Thalmann 46 741; Winter 2125.
9. Oppetn. Duesterberg 51653: Hindenburg 369 841: Hitler 185 300; Thälmann 102 699; Winter 1663.
10. Magdeburg. Duesterberg 99 007; Hm- ------ Hitler 351 029; Thälmann
26. Franken. Duesterberg 61978; Hindenburg 812 858; Hitler 558 246; Thälmann 89 128; Winter 2513.
27. Pfalz. Duesterberg 11300; Hindenburg 282 497; Hitler 196134; Thälmann 63 365; Winter 903.
28. Dresden-Bautzen. Duesterberg 77 416; Hindenburg 625 874; Hitler 342 989; Thälmann 148 416; Winter 7347.
29. Leipzig. Duesterberg 36 412; Hindenburg 455 279; Hitler 237 665; Thälmann 145 001; Winter 3918.
30. Chemnitz-Zwickau. Duesterberg 83 950; Hindenburg 850 453; Hitler 369 718; Thälmann 145142; Winter 3720.
31. Württemberg. Duesterberg 83 959; Hindenburg 850 453; Hitler 369 718; Thälmann 145 142; Winter 3726.
32. Baden. Duesterberg 28 546; Hindenburg 720 412; Hitler 385 505; Thälmann 148 326: Winter 2919.
33. Hessen-Darmstadt. Duesterberg 16185: Hindenburg 427 837; Hitler 280176; Thälmann 104 853; Winter 1903.
34. Hamburg. Duesterberg 37 969; Hindenburg 446 091; Hitler 200420; Thälmann 123 908: Winter 8212.
35. Mecklenburg. Duesterberg 61232; Hindenburg 240321; Hitler 181432; Thälmann 45 442; Winter 2160.
Ein Wahlvorsteher vermißt
Blutige Zusammenstöße
Berlin, 13. März. Bei den Feststellungen des Wahlergebnisses ereignete sich im Verwaltungsbezirk Berlin-Mitte ein eigenartiger Zwischenfall, der in den ersten Morgenstunden noch keine Aufklärung gefunden hat. Der Vorsteher eines Wahllokals in der Französischen Straße, der Graveur Klugl. nahm nach Abschluß der Auszählung die Stimmscheine und Wahllisten an sich, um sie zum Bezirks- wahlleiter zu bringen. Er ist aber weder dort angekommen, noch ist er nach Haufe gegangen. Die Nachforschungen nach dem Vermieten werden mit allem Eifer betrieben.
Drei Kommunisten von Nationalsozialisten erschossen.
Hückeswagen, 13. März. Zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten kam es heute vormittag zu Zusammenstößen, bei denen von den Nationalsozialisten geschossen wurde. Zwei Kommunisten wurden sofort getötet, ei« dritter wurde so schwer verletzt, daß er nach einigen Stunden starb. Die Täter, die jüngere Nationalsozialisten waren, wurden verhaftet. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung wurde ein Kommando der Staatspolizei Remscheid alarmiert.
Schwere Zusammenstöße am Vorabend.
Mors, 13. März. Aus noch nicht geklärten Gründen entstand gestern spät abends vor dem Verlage der hiesigen Zentrumszeitung eine schwere Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten. Es fielen zahlreiche Schüsse, und die Gegner gingen mit allen möglichen Schlaginstrumenten aufeinander los. Die Schaufensterscheiben des Zentrumsverlages wurden zertrümmert. Durch Schüsse, Stiche und Hiebe wurden 10 Personen verletzt, davon zwei schwer. Die Polizei schritt mit einem größeren Aufgebot ein. Einige Personen wurden festgenommen.
Politischer Zusammenstoß in der Nacht znm Wahlsonntag.
Burg (Dithmarschen), 13. März. An der Chaussee von Burg nach Wilster kam es in der Nacht zum Sonntag zwischen einigen sich dort begegneten Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten zu einem Zusammenstoß, bei dem es durch Messerstiche und Schüsse drei Schwerverletzte gab.
Zn München und Bayern vollkommen ruhig.
München, 13. März. Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist der Wahlsonntag in Bauern vollkommen ruhig Verlaufs. Die Beteiligung ist überall eine außergewöhnlich starke gewesen. In München ist der Wahltag vollkommen ungestört verlaufen. In den Außenbezirken setzte dte Wahlbeteiligung schon zu Beginn der Wahlzeit außerordentlich stark ein, so daß nachmittags gegen 15 Uhr bereits 50 Prozent der Stimmberechtigten ihrer Wahlpflicht genügt. hatten. Tie Polizei hatte zur Sicherstellung von Ruhe und Ordnung umfassende Maßnahmen getroffen. Daß es vor einigen Wahllokalen da und dort zu mehr oder minder erregten Auseinandersetzungen kam, dürfte als übliche Begleiterscheinung jeder Wahl zu betrachten sein. Allerdings sahen sich die Polizeibehörden mehrfach veranlaßt, gegen Auswüchse der Wahl- Propaganda vorzugehen. Auch die Provinz meldet eine außerordentlich starke Wahlbeteiligung. In Augsburg ging es von der ersten Stunde an lebhaft in den Wahllokalen zu, so daß bis mittags 12 Ahr etwa 60 Prozent der Stimmberechtigten zur Urne geschritten waren, ein bisher um diese Zeit noch nicht dagewesener Prozentsatz.
Auch im Reich
ist, abgesehen von dem gemeldeten Zwischenfall in Hückeswagen der Wahltag ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Die Wahlbeteiligung war fast allgemein nach den in den ersten Nachmittagsstunden vorliegenden Meldungen sehr stark.
Im einzelnen liegen über den Verlauf des Wahltages folgende Meldungen vor:
Königsberg: In ganz Ostpreußen trug der Wahllonntag ein ruhiges Gepräge. Trotz des schönen Wetters waren in Königsberg selbst die Straßen mir wenig mehr als an gewöhnlichen Sonntagen belebt. Besonders stark war die Propaganda der NSDAP., die Kinderluftballons mit Hakenkreuzfahnen verteilte. Der Hausbesitzerverein hatte besondere Belohnungen auf die Ergreifung der überhandnehmenden Zettelankleber gesetzt.
Breslau: Der Wahlsonntag selbst bot im allgemeinen ein verhältnismäßig ruhiges Bild. In Gleiwitz mußte die Polizei einem unerlaubten kommunistischen Urning, der sich im Anschluß an einen regulären Propaganda- morsch der KPD. gebildet hatte, auflösen. Vier Personen wurden wegen Tragens verbotener Uniformen festgenommen. Die Wahlbeteiligung war in Breslau bis in die ersten Nachmittogsstunden recht lebhaft. — Aus Oberschlesien wird berichtet, daß bis gegen 2 Uhr verschiedentlich schon 60 Prozent der Stimmberechtigten an die Urnen gegangen waren.
Hamburg: Bis in die frühen Nachmittagsstunden lagen aus dem ganzen Gebiete Groß-Hamburgs keinerlei Meldungen über nennenswerte Zwischenfalle vor. Das gleiche gilt für Altona, Harburg, Wilhelmsburg und Ostfriesland. — In Bremen ermattet man eine Rekord Wahlbeteiligung, die alle Voraus
sagen übertreffen dürfte. Allgemein fiel die starke Beteiligung der weiblichen Wähler auf. Auch in Hannover ist es abgesehen von kleineren Plänkeleien und einigen Festnahmen zu keinerlei Störungen gekommen. Die Wahlbeteiligung dürfte hier so stark sein, wie sie sonst allenthalben gemeldet wird.
Elsen: Trotz der außerordentlichen Härte, mit der der Wahlkampf in der vergangenen Woche geführt wurde, trat bereits am Vorabend der Wahl eine völlige Beruhigung ein, so daß die Polizei, abgesehen von geringfügigen Fällen, nicht in Aktion zu treten brauchte. Ueberall im Industriegebiet ist es ähnlich gewesen. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen stark.
♦
2m zweiten Wahlgang können ganz neue Kandidaten aufgestellt werden. 1925 hat bekanntlich Hindenburg im ersten Wahlgang überhaupt nicht kandidiert, sondern erst im zweiten anstelle von Oberbürgermeister Dr. Janes, der im ersten Wahlgang Kandidat des Rechis- blocks gewesen war. 2m zweiten Wahlgang ist keine absolute Mehrheit mehr erforderlich, sondern es genügt eine relative Mehrheit, d. h. derjenige Kandidat gilt als gewählt, der von allen di« meisten Stimmen hat, auch wenn ihre Zahl die Hälfte nicht erreicht.
Landtagswahlen in Neu-Strelitz, lenburg-Strelitz fand tagswahlen mit folg«
Sozialdemokraten Verband d. Haus- u.
besitzervereine Bürgerliche Mitte Nationalsozialisten Kommunisten Deutschnationale Christlich-Soziale
Mecklenburg-Strelitz. 13. März. In Mecken heute die Land« »dem Ergebnis statt: Man-
Stimmen date 16166 10
Erund-
1588 1 3 035 4
14 233 9 5 450 3
18 469 11 796 0
Entscheidung?
Die Wahlschlacht ist vorüber. Sie hat praktisch mit einem entscheidenden Sieg des Reichspräsidenten von Hindenburg geq endet. Vorbehaltlich der kleinen Berichtigungen, die einige noch ausstehende Stimmbezirke erbringen werden, hat er mit über 18,5 von etwas über 37,5 Millionen abgegebenen Stimmen nahezu die absolute Mehrheit erreicht, die dazu not» wendig gewesen wäre, um seine Wahl im ersten Wahlgang rechtsgültig zu vollziehen. (Auch wenn das nicht erreicht ist und durch noch erfolgende Ergänzungen und Berichti* gungen wohl nicht mehr erreicht werden kann, hat Hindenburg doch einen Vorsprung gewonnen, der nicht mehr einzuholen ist. Der Name Hindenburg hat seine 3uglraft bewiesen. Aus dem Ergebnis wettere Schlüsse, etwa auf die Schlagkraft der SPD. zu ziehen oder der Parteien des Systems insgesamt, ist völlig verfehlt. Die Sozialdemokraten haben die Parole, Hindenburg, wenn nicht aus Liebe, so doch aus Hah zu wählen, befolgt. Absplitterungen zur KPD. sind hier und da erfolgt, durch das Desamtergebnis aber ausgeglichen worden. Aber wenn man, was aus man* cherlei Dründen abwegig ist, die Ergebnisse dieser Persönli«beitswahl mit Den Ergebnissen der Parteiwahlen vergleichen wollte, dann gäbe es nur einen Sieger, die ÄSDAP. Und bann gäbe es «ine geschlagene Partei, die KPD. Die Preu- henwahlen werden jedoch zeigen, wie falsch es ist, solche Schlüsse zu ziehen. Die