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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesse»

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Kommt ein zweiter Wahlgang?

Hindenburg hat fast die absolute Mehrheit erreicht Für Hitler stimmen 30 °|0 aller abgegebenen Stimmen

ft Berlin. 14. März. Der Neichs- «ahlleiter gibt folgendes amtliches Wahl­ergebnis bekannt:

Abgegebene Stimmen 37 660 377

davon Dnesterberg 2 557 876

Hindenburg 18 661736

Hitler 11 838 571

Thälmann 4 982 079

Winter 111470

An der absoluten Mehrheit fehlen dem- mich rund 160 000 Stimmen, fo daß ein zweiter Wahlgang erforder­lich ist.

benbuig 471 019; 107 417; Winter

11. Merseburg, benburg 286 719; 201 378; Winter

12. Thüringen.

2084.

Duesterberg 103 542; Hin- Hitler 273 087; Thälinann 2354.

Duesterberg 168 332; Hin- Hitler 450 589; Thälmann

mann 100 250.

14. Weserlreis. Duesterberg 81835; Hin­denburg 467 435; Hitler 271504; Thälmann 70176; Winter 2351.

15. Ost-Hannover. Duesterberg 77 716; Hindenburg 252 300; Hitler 240 683; Thäl­mann 49 115; Winter 2646.

16. Süd-Hmmover. Duesterberg 71570; Hindenburg 602 056; Hitler 486188; Thäl­mann 87 829; Winter 2485.

17. Westfalen-Nord. Duesterberg 75 534; Hindenburg 868 344; Hitler 318 607; Thäl­mann 173 943; Winter 3031.

18. Westfalen-Süd. Duesterberg 64385; Hindenburg 789 769; Hitler 363 260; Thal- Mann 279 441; Winter 2465.

19. Hessen-Nassau. Duesterberg 63 011; Hindenburg 737 225; Hitler 510686; Thäl­mann 167171: Winter 2964.

20. Köln-Aachen. Duesterberg 31109; Hindenburg 819 854; Hitler 215 949; Thäl­mann 182 786.

21. Koblenz-Trier. Duesterberg 52 859; Siubentnirg 420415; Hitler 155 586; Thäl­mann 52 185.

22. Düsseldorf-Ost. Duesterberg 47 267; Hindenburg 594 208; Hitler 334 722; Thäl­mann 319 808; Winter 3213.

23. Düsseldorf-West. Duesterberg 54 591; Hindenburg 564 405; Hitler 262 691; Thäl­mann 190 021.

24. Oberbayern - Schwaben. Duesterberg 31176; Hindenburg 978 484; Hitler 376 387; Thälmann 116109; Winter 7882.

25. Niederbayern. Duesterberg 8372; Hin­denburg 473 620; Hitler 550240; Thälmann 42 787; Winter 2159.

Einzelergebnisse

L Ostpreußen. Duesterberg 133 946; Hin­denburg 509 766; Hitler 402 189; Thalmann 116 444.

2. Safin. Duesterberg 90 701; Hinden­burg 555 871; Hitler 247 247; Thälmann ^^Potsdam II. Duesterberg 116780; Hin­denburg 565 396; Hitler 326 087; Thalmann 205 142; Winter 3009.

4. Potsdam 1. Duesterberg 132 680; Hin­denburg 506 276; Hitler 374415; Thaimann 229 679

5 Frankfurt a. d. O. Duesterberg 123 207; SinbKg 409 403; Hitler 338 046; Thäl­mann 81521; Winter 2591.

6. Pommern. Duesterberg 198386; Hin­denburg 360 980; Hitler 391450; Thalmann 94 522.

7. Breslau. Duesterberg 81687; Hinden­burg 541869; Hitler 403 269; Thälmann

denburg 507 859; _

246 606; Winter 3025.

13. Schleswig-Holstein. Duesterberg 61888; Hindenburg 393 323; Hitler 417 861; Thäl-

96 862.

8. Liegnitz. Duesterberg 62 839; Hinden­burg 338 027; Hitler 245 084; Thalmann 46 741; Winter 2125.

9. Oppetn. Duesterberg 51653: Hinden­burg 369 841: Hitler 185 300; Thälmann 102 699; Winter 1663.

10. Magdeburg. Duesterberg 99 007; Hm- ------ Hitler 351 029; Thälmann

26. Franken. Duesterberg 61978; Hinden­burg 812 858; Hitler 558 246; Thälmann 89 128; Winter 2513.

27. Pfalz. Duesterberg 11300; Hinden­burg 282 497; Hitler 196134; Thälmann 63 365; Winter 903.

28. Dresden-Bautzen. Duesterberg 77 416; Hindenburg 625 874; Hitler 342 989; Thäl­mann 148 416; Winter 7347.

29. Leipzig. Duesterberg 36 412; Hinden­burg 455 279; Hitler 237 665; Thälmann 145 001; Winter 3918.

30. Chemnitz-Zwickau. Duesterberg 83 950; Hindenburg 850 453; Hitler 369 718; Thäl­mann 145142; Winter 3720.

31. Württemberg. Duesterberg 83 959; Hindenburg 850 453; Hitler 369 718; Thäl­mann 145 142; Winter 3726.

32. Baden. Duesterberg 28 546; Hinden­burg 720 412; Hitler 385 505; Thälmann 148 326: Winter 2919.

33. Hessen-Darmstadt. Duesterberg 16185: Hindenburg 427 837; Hitler 280176; Thäl­mann 104 853; Winter 1903.

34. Hamburg. Duesterberg 37 969; Hin­denburg 446 091; Hitler 200420; Thälmann 123 908: Winter 8212.

35. Mecklenburg. Duesterberg 61232; Hindenburg 240321; Hitler 181432; Thäl­mann 45 442; Winter 2160.

Ein Wahlvorsteher vermißt

Blutige Zusammenstöße

Berlin, 13. März. Bei den Feststel­lungen des Wahlergebnisses ereignete sich im Verwaltungsbezirk Berlin-Mitte ein eigenartiger Zwischenfall, der in den ersten Morgenstunden noch keine Aufklärung ge­funden hat. Der Vorsteher eines Wahl­lokals in der Französischen Straße, der Graveur Klugl. nahm nach Abschluß der Auszählung die Stimmscheine und Wahllisten an sich, um sie zum Bezirks- wahlleiter zu bringen. Er ist aber weder dort angekommen, noch ist er nach Haufe gegangen. Die Nachforschungen nach dem Vermieten werden mit allem Eifer betrie­ben.

Drei Kommunisten von Nationalsozialisten erschossen.

Hückeswagen, 13. März. Zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten kam es heute vormittag zu Zusammenstößen, bei denen von den Nationalsozialisten ge­schossen wurde. Zwei Kommunisten wur­den sofort getötet, ei« dritter wurde so schwer verletzt, daß er nach einigen Stun­den starb. Die Täter, die jüngere Natio­nalsozialisten waren, wurden verhaftet. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung wurde ein Kommando der Staatspolizei Rem­scheid alarmiert.

Schwere Zusammenstöße am Vorabend.

Mors, 13. März. Aus noch nicht ge­klärten Gründen entstand gestern spät abends vor dem Verlage der hiesigen Zentrumszeitung eine schwere Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Reichs­bannerleuten. Es fielen zahlreiche Schüsse, und die Gegner gingen mit allen mög­lichen Schlaginstrumenten aufeinander los. Die Schaufensterscheiben des Zentrums­verlages wurden zertrümmert. Durch Schüsse, Stiche und Hiebe wurden 10 Per­sonen verletzt, davon zwei schwer. Die Polizei schritt mit einem größeren Aufge­bot ein. Einige Personen wurden fest­genommen.

Politischer Zusammenstoß in der Nacht znm Wahlsonntag.

Burg (Dithmarschen), 13. März. An der Chaussee von Burg nach Wilster kam es in der Nacht zum Sonntag zwischen einigen sich dort begegneten National­sozialisten und Reichsbannerleuten zu einem Zusammenstoß, bei dem es durch Messerstiche und Schüsse drei Schwer­verletzte gab.

Zn München und Bayern vollkommen ruhig.

München, 13. März. Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist der Wahlsonntag in Bauern vollkommen ruhig Verlau­fs. Die Beteiligung ist überall eine außer­gewöhnlich starke gewesen. In München ist der Wahltag vollkommen ungestört verlaufen. In den Außenbezirken setzte dte Wahlbeteili­gung schon zu Beginn der Wahlzeit außer­ordentlich stark ein, so daß nachmittags gegen 15 Uhr bereits 50 Prozent der Stimmberech­tigten ihrer Wahlpflicht genügt. hatten. Tie Polizei hatte zur Sicherstellung von Ruhe und Ordnung umfassende Maßnahmen getroffen. Daß es vor einigen Wahllokalen da und dort zu mehr oder minder erregten Auseinander­setzungen kam, dürfte als übliche Begleiterschei­nung jeder Wahl zu betrachten sein. Aller­dings sahen sich die Polizeibehörden mehr­fach veranlaßt, gegen Auswüchse der Wahl- Propaganda vorzugehen. Auch die Provinz meldet eine außerordentlich starke Wahlbe­teiligung. In Augsburg ging es von der ersten Stunde an lebhaft in den Wahllokalen zu, so daß bis mittags 12 Ahr etwa 60 Prozent der Stimmberechtigten zur Urne ge­schritten waren, ein bisher um diese Zeit noch nicht dagewesener Prozentsatz.

Auch im Reich

ist, abgesehen von dem gemeldeten Zwischen­fall in Hückeswagen der Wahltag ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Die Wahlbeteiligung war fast allgemein nach den in den ersten Nachmittagsstunden vorliegen­den Meldungen sehr stark.

Im einzelnen liegen über den Verlauf des Wahltages folgende Meldungen vor:

Königsberg: In ganz Ostpreußen trug der Wahllonntag ein ruhiges Gepräge. Trotz des schönen Wetters waren in Königs­berg selbst die Straßen mir wenig mehr als an gewöhnlichen Sonntagen belebt. Beson­ders stark war die Propaganda der NSDAP., die Kinderluftballons mit Hakenkreuzfahnen verteilte. Der Hausbesitzerverein hatte be­sondere Belohnungen auf die Ergreifung der überhandnehmenden Zettelankleber gesetzt.

Breslau: Der Wahlsonntag selbst bot im allgemeinen ein verhältnismäßig ruhiges Bild. In Gleiwitz mußte die Polizei einem unerlaubten kommunistischen Urning, der sich im Anschluß an einen regulären Propaganda- morsch der KPD. gebildet hatte, auflösen. Vier Personen wurden wegen Tragens ver­botener Uniformen festgenommen. Die Wahlbeteiligung war in Breslau bis in die ersten Nachmittogsstunden recht lebhaft. Aus Oberschlesien wird berichtet, daß bis gegen 2 Uhr verschiedentlich schon 60 Prozent der Stimmberechtigten an die Urnen gegangen waren.

Hamburg: Bis in die frühen Nachmit­tagsstunden lagen aus dem ganzen Gebiete Groß-Hamburgs keinerlei Meldungen über nennenswerte Zwischenfalle vor. Das gleiche gilt für Altona, Harburg, Wilhelmsburg und Ostfriesland. In Bremen ermattet man eine Rekord Wahlbeteiligung, die alle Voraus­

sagen übertreffen dürfte. Allgemein fiel die starke Beteiligung der weiblichen Wähler auf. Auch in Hannover ist es abgesehen von klei­neren Plänkeleien und einigen Festnahmen zu keinerlei Störungen gekommen. Die Wahl­beteiligung dürfte hier so stark sein, wie sie sonst allenthalben gemeldet wird.

Elsen: Trotz der außerordentlichen Härte, mit der der Wahlkampf in der vergangenen Woche geführt wurde, trat bereits am Vor­abend der Wahl eine völlige Beruhigung ein, so daß die Polizei, abgesehen von gering­fügigen Fällen, nicht in Aktion zu treten brauchte. Ueberall im Industriegebiet ist es ähnlich gewesen. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen stark.

2m zweiten Wahlgang können ganz neue Kandidaten aufgestellt werden. 1925 hat bekanntlich Hindenburg im ersten Wahlgang überhaupt nicht kan­didiert, sondern erst im zweiten anstelle von Oberbürgermeister Dr. Janes, der im ersten Wahlgang Kandidat des Rechis- blocks gewesen war. 2m zweiten Wahl­gang ist keine absolute Mehrheit mehr er­forderlich, sondern es genügt eine rela­tive Mehrheit, d. h. derjenige Kandidat gilt als gewählt, der von allen di« meisten Stimmen hat, auch wenn ihre Zahl die Hälfte nicht erreicht.

Landtagswahlen in Neu-Strelitz, lenburg-Strelitz fand tagswahlen mit folg«

Sozialdemokraten Verband d. Haus- u.

besitzervereine Bürgerliche Mitte Nationalsozialisten Kommunisten Deutschnationale Christlich-Soziale

Mecklenburg-Strelitz. 13. März. In Meck­en heute die Land« »dem Ergebnis statt: Man-

Stimmen date 16166 10

Erund-

1588 1 3 035 4

14 233 9 5 450 3

18 469 11 796 0

Entscheidung?

Die Wahlschlacht ist vorüber. Sie hat praktisch mit einem entscheidenden Sieg des Reichspräsidenten von Hindenburg geq endet. Vorbehaltlich der kleinen Berich­tigungen, die einige noch ausstehende Stimmbezirke erbringen werden, hat er mit über 18,5 von etwas über 37,5 Mil­lionen abgegebenen Stimmen nahezu die absolute Mehrheit erreicht, die dazu not» wendig gewesen wäre, um seine Wahl im ersten Wahlgang rechtsgültig zu vollziehen. (Auch wenn das nicht erreicht ist und durch noch erfolgende Ergänzungen und Berichti* gungen wohl nicht mehr erreicht werden kann, hat Hindenburg doch einen Vor­sprung gewonnen, der nicht mehr einzuho­len ist. Der Name Hindenburg hat seine 3uglraft bewiesen. Aus dem Ergebnis wettere Schlüsse, etwa auf die Schlagkraft der SPD. zu ziehen oder der Parteien des Systems insgesamt, ist völlig verfehlt. Die Sozialdemokraten haben die Parole, Hin­denburg, wenn nicht aus Liebe, so doch aus Hah zu wählen, befolgt. Absplitterungen zur KPD. sind hier und da erfolgt, durch das Desamtergebnis aber ausgeglichen worden. Aber wenn man, was aus man* cherlei Dründen abwegig ist, die Ergeb­nisse dieser Persönli«beitswahl mit Den Ergebnissen der Parteiwahlen vergleichen wollte, dann gäbe es nur einen Sieger, die ÄSDAP. Und bann gäbe es «ine geschlagene Partei, die KPD. Die Preu- henwahlen werden jedoch zeigen, wie falsch es ist, solche Schlüsse zu ziehen. Die