Einzelbild herunterladen
 

*,") V. WK- ' r

SbechMschL

uristt.

Mertzmer ragrsansetser

Moskau, 10. März. Bon russischer amtlicher Seite wird mitgeteilt, daß der Attentäter des Botschafterrats von Twar- dowski. Stern, gestanden habe, in Moskau einen Helfershelfer namens Sergei Serge­jewitsch Wasiljew zu haben. Wasiljew ist bereits von der O. E. P. U. verhaftet worden. Stern gab weiter an, dasi Wasil­jew und er von polnischen Staatsange­hörigen beauftragt worden seien, den An­schlag auszuführen, um di« Beziehungen zwischen Moskau und Berlin zu störeu und die internationale« Beziehungen der Sowjetunion zu verschlechtern. Stern habe mit Hllfe Wasiljews die Zeit festgestellt, in der von Dirkseu die Botschaft zu »er­lassen pflegte, um ihn, nicht von Twar- dowski, zu erschieheu.

M.L MO.) kntij

Nr.«« «7.Mr«. Marducs «.Laim

Ter An,etgenprer« beträgt f8t den 11 gespalr. Zeilenmilltmeter 0.08 GM.. KamUienaozeigen bet Bar-abl 0.07 GM., omtl. u. an#* värtigeAn» 0 10GM Goq kleine Anzeigen nach Epezialtartf.Grund- schrift: Solonel Bei schwieriq.Satz, sowie beipiaBeorftbriftSO0/, Aus­schlag. Gammeianze-gen 100% Anschlag Reklam.-Millim. 0.40 GM. Grundkchrift - Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabalt Ziel S Tage. Offerten-Gebühr: 25Pfg^ bei Zustellung 6er Angebote ein sch!« Porto.60 GM Belege werde« berechnet. Ersüllmigoort Marburg.

SreM Wll.RmziM $i, .Oberbesstsche Zeitung' e» scheint sechsmal wöchentlich. Be- ' ,,,«Prei« monatl. i. Marburg 2.02 ausschl. Zuflellungsgebübr, unfren Agenturen 1.93 GM. : «zügl.Zustestellung«gebübr, durch jie Post 2.25 SM klür etwa

(,«b Streik. Maschinendefekt oder elementare Ereignisse aussallend- <8ummetn wird kein Ersatz ge­leistet. Serlag, Dr. §. Hitzeroth. Drnck der Univ-Buchdruckerei ggt,. Aug. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54 und Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt M- Nr. 5015. - Sprechzeit jec Redaktion von 1011 und

*/«l1 Ute.

Anmaßende Gegner

Litauen, Polen und Frankreich

ich« ;xta llschiili iltena uze» Preis

Weiter gab Stern nach der russischen amtlichen Mitteilung Erklärungen über seine Beziehungen zu polnischen Kreisen ab, die im Interesse der Untersuchung je­doch jetzt nicht veröffentlicht werden könn­ten. Die O. E. P- U. teilt mit, dah die Akten nunmehr der obersten Staatsan­waltschaft zur Erhebung der Klage wegen Dorbereitung zum Mord und Konterrevo­lution übergeben werden.

Tolischus zum Mitglied des Memel­direktoriums ernannt.

Memel, 10. März. Eine hiesige national-litauisch« Zeitung meldet heute: Der Präsident des Direktoriums, Sim- m a t, hat gestern den Landesrat T o l i - schütz zur» Mitglied des Direktoriums des Memelgebietes ernannt.

Diese Ernennung bedeutet eine voll­kommene Brüskierung der Mehrheitsparteien, deren Ver­treter noch gestern und heute mit Simmat über die Bilduna des Direktoriums ver­

nicht gar bewußte Lügen über mich im Umlauf. Dagegen wende ich mich nun:

Es ist behauptet worden, ich hätte meine Kandidatur aus den Händen der Linken oder einer schwarz-roten Koalition entgegengenommen. Das ist falsch. Die Kandidatur ist mir aus allen Schichten und allen Kreisen des deutschen Volkes angetragen worden, sowohl von einem Teil meiner alten Wähler, als auch von solchen, die 1925 ihre Stimmen anderen Be­werbern gegeben haben.

Die ersten Ersuchen an mich, wieder zu kandidieren, gingen von Gruppen der Rechten aus. Diesem Vorgehen schlossen sich andere Parteien und Verbände an. Ich selbst habe meine Zustimmung zu der Kan­didatur nur dann gegeben, nachdem ich mich überzeugt hatte, daß unbeschadet der Partei­zugehörigkeit im einzelnen, in ganz Deutsäf- land weite Schichten den Wunsch haben, daß ich weiter in meinem Amte bleibe.

Kandidat einer Partei oder einer Par­teiengruppe zu sei», hätte ich abgclehnt, ebenso wie ich Bedingungen und Per- vflichtunge» zuriickgewiesen habe.

Aber auf übervarteiliäfer Grundlage der Kandidat des deutschen Volkes zu sein und als solcher denen «ligeaenzutreten. die tuu» Kandidaten einer Partei sind, das hielt ick für meine vaterländische Pflicht. So werde ich, wenn ich nochmals gewählt werden sollte.

nur Gott, meinem Gewissen und dem Vater­land« verpflichtet sein und als der Treu­händer des ganzen deutschen Volkes meines Amtes walten können.

Im Wahlkampf sind aus meiner bisherigen Amtsführung persönliche Angriffe gegen mich gerichtet worden. Ich greife die schwerwiegen­den heraus: Das Urteil über das mir zuge­fügte Unrecht überlasse ich jedem Einzelnen.

In erster Linie wird mir die Unter­zeichnung des Youngplanes vorge­halten, durch die ich mich in einen offenen Gegensatz zu der sogenannten nationalen Front gesetzt hätte. Die Unterschrift ist mir wahrlich nicht leicht geworden, aber ich habe sie gegeben in der UebetZeugung, daß auch diese Etappe notwendig mar, um zu unserer nationalen Freiheit zu gelangen, und ich glaube, ick habe reckt gehandelt. Das Rheinland ist frei. Ti« fremden Aufsichtsbe­hörden sind verschwunden. Der Poungplan mit seinen Voraussetzungen ist durch die tab sächliche Entwicklung bereits ü b e r h o l t. Ich glaube nicht, dah mir bei allen Schwierig­keiten der auhenpoliti'chen Lage heute so weit wären, wenn ich damals dem Rat, nicht zu unterföteiben, gefolgt wäre.

Ein weiterer Vorwurf, der in der Agitation aegen mich eine Rolle spielt, ist der/dah ich chie.» SU t»»x»-E.b.uMÄ»6 v. - unteLchri-chM habe. Ick weih wohl, dah ich durch ihren Erlah dem deutschen Volke schwere Lasten zu- gemutet und mich der persönlichen Kritik

sehr ausgesetzt habe. Wir Itaribffi km letzten Sommer vor der Frage, ob wir durch poli­tische Unterwerfung unter das Ausland uns finanzielle Erleichterungen erlaufen oder durch eigene Kraft und schwere Opfer uns als Ration selbst behaupten wollten. Ich habe nicht gezögert, mich für den letzteren Weg zu entscheiden.

Da der eigentlich« Gesetzgeber, der Reichs­tag, versagte und nicht imstande war, auf dem normalen Wege der Gesetzgebung di« erforderlichen Maßnahmen zur Beseiti­gung unmittelbarer Gefahren für Wirt­schaft, Staatsfinanzen und Wahrung zu treffen, muhte ich einspringen und im Rahmen der mir durch die Reichsoerfas­sung gegebenen auherordentliche« Befug- nisie selbst handeln.

Ich habe hierbei an den guten alten militäri­schen Grundsatz gedacht, dah ein Fehlgreifeui in der Wahl der Mittel nicht so schlimm ist! als das Unterlassen jeglichen Handelns. Es ist durchaus begreiflich, dah über einzelne der/ getroffenen Maßnahmen Meinungsverschie­denheiten bestehen, und ich habe mich oft nur schweren Herzens zu einzelnen dieser Not- verdrdnuitgen enstchlicsen können. Ich "elbit bin der Ansicht, .dah manche der Maßnahmen die in schwieriger, schwer übersehbarer Situa­tion eilig getroffen werden mußten, ver- besserungsfähig sind. Ich glaube auch nicht, daß alle die Belastungen, die sie ent­halten. auf die Dauer aufrecht er­halten werden können. 3m Gegenteil hoffe ich, daß manche Bestimmungen bald aufgehoben oder durch andere Regelung er­setzt werden können.

Kemer der Kritiker kann mir zmn min­desten das Motiv heiße st er Vater­landsliebe und stärksten Willens für Deutschlands Freiheit als Grundlage meines Wollens absprechen, und selbst die lautesten Rufer im Streit gegen das sogenannt« System" werdey zugeben müssen, daß ich bei diesen schweren Entscheidungen frei von jeder Bindung aus eigenster persönlicher Ver­antwortung gehandelt habe.

Roch stehen wir mitten im Kampf«. Die Entscheidungen auf dem Felde der Außen­politik stehen noch bevor. Wichtige Aufga­ben im Innern, hsbefonbeie die Linderung der furchtbaren Arbeitslosigkeit harren der Lösung. Das große Ziel können wir aber nur erreichen, wenn wir uns zu einer wahren Volksgemeinschaft zusammenfinden. Ich kann nicht glauben, daß Deutschland in innerem Hader und im Bürgerkrieg versinken soll, wo es gilt, im Ringen um die Freiheit und Geltung der deutschen Nation zu'ammen- zustehen. Ich erinnere an den Geist von 1914 und an die Frontgesinnung, die nach dem Manne fragte und nicht nach dem Stande oder der Partei. Wie einst nn Kriege die Not des Vaterlandes alles Tren­nende aufhob und die Maiden des Volkes gleich, ob sie der Arbeiterschast, dem Land­volk oder dem Bürgertum angehörten in gleichet Weise hingebungsvoll ihre Pflicht getan haben, so gebe ich die Hoffnung nicht auf, daß Deutschland sich zu eher neuen Einigkeit im Gedanken an das Vaterland zu­sammenfindet.

Wer mich nicht wählen will, der unterlasse es. Ebenso werde ich aber niemanden zurückstoßen, der die Einheit des Deutschen Reiches h meiner Person fin­den will.

Die Verantwortung, die mich aushalten ließ im Kriege, vis ich das Heer in die Heimat z-rückgeführt hatte, die Vcrant- wortnng, die mir als Reichspräsident alle die entscheidenden Entschlüsie abrang, diese Berantwortong vor meinem Gewissen zwingt mich auch jetzt, auszuharren nnd dem deutschen Volke in Treue zu dienen.

Hierfür meine letzte Kraft herzugeben, habe ich mich erneut zur Verfügung gestellt. Das ist Sinn und Ziel meiner Kandidatur!

Nach her Rede des Reichspräsidenten wurde das Deutschlandlied gespielt.

handelten. Dabei verschwieg Simmat ihnen die von ihm bereits gestern vorge­nommene Ernennung des Landesrats Tolischus zum Mitglied des Direktoriums. Auch der Gouverneur hat dem Präsidenten des Landtages bei den heutigen und gestri­gen Besprechungen über die Ernennung von Tolischus nichts vrlauten lassen.

Tie Führer der Mehrheitsparteien ha­ben heute nachmittag dem Präsidenten S i m m a t, als er bei ihnen zu weiteren Verhandlungen erschien, erklärt, daß sie mitihm nicht verhandeln könn­ten, weil sie sich vorerst mit der neuge- schaffenen Läge beschäftigen mühten.

Haltlose französische Verdächtigungen.

DerM a t i n" meldet, daß deutsche Jn- dustriewerk« an China eine Anleihe in Höhe von 20 Millionen Eolddollar zur Errichtung von Fabriken in China gegeben hätten. Aus Kreisen der maßgeblichen deutschen Industrie erfahren wir hierzu folgendes: Schon seit Wochen ist die Weltöffentlichkeit durch eine Reutermeldung darüber unterrichtet, daß zwischen der chinesischen Nationlregierung und einem deutschen Großunternehmen ein Vor­vertrag über die Errichtung eines Hochofen-, Stahl- und Wasserwerkes im Werte von etwa 20 Millionen Eolddollar abgeschlossen worden ist. Diese Meldung wird heute vomMatin" ausgenommen, um aus diesem Vorvertrag Ver­dächtigungen und Vorwürfe gegen Deutsch­land abzuleiten, die tn jeder Beziehung ab­wegig sind. Unter dem Druck feiner auswär­tigen Verpflichtung ist Deutschland und mit ihm die deutsche Industrie gezwungen, alles zu tun, um seine Ausfuhr iu_ fördern. Trotz feiner außerordentlich beschränkten Kapital» und Kreditgrundlage muß Deutschland den Versuch machen, auch solche Projekte zu finan­zieren. Davon, daß etwa Deutschland 20 Mil­lionen Eolddollar der chinesischen National- regteruna leibt, kann keine Rede sein. Es ist charakteristisch für die Verwirrung, die bei einigen französischen Zeitungen herrscht. Auf der einen Seite wird betont, daß wir unseren politischen Verpflichtungen nicht nachkommen und andererseits wird jeder Versuch, unsere Ausfuhr zu steigern und damit unsere Zah­lungsbilanz zu verteuern, zu verhindern vek- iuckt.

Präsidentschaft des Deutschen. Reiches an» worden ist, wollte ich mich tm Wahl- völlig zu rückhalten, der Verlauf des- nöligt mich aber, aus meiner Zu­altung hervorzutreten und tm zu dem gesamten deutschen Volke sprechen.

Den» alle solle» es aus meinem Munde hören, warum ich die neue Kandidatur angenommen habe.

Zugleich will ich durch diese Ansprache dartun, baß ich nicht gewillt bin, die in der letzten Zeit über mich verbreiteten Unwahrheiten unwidersprochen zu lassen. Eine polsti che Programmrede will ick also nicht halten, west ich es nicht für nötig halte.

Mein Leben und meine Lebensarbeit sagen 3bnen von meinem Streben und Wollen mehr als es Worte tun können. Wenn ick mich »ach ernster Prüfung entschlossen habe, mich M einer Wiederwahl zur Verfügung zu stellen, so habe ich es nur getan in dem Gefühl. da­mit eine vaterländische Pflicht zu erfüllen. Hätte ich mich versagt, so bestand die Ge­fahr, daß bet der starken Parteizer- iPiiit erun g . insbefo d re der Uneinig- left der Rechten, im zweiten Wahlgang entweder der Kandidat der radikalen Rechten oder ein solcker der radikalen Linken zum Präsidenten des Deutschen Reiches gewählt würde. Die Wahl eines. Parteimannes, der Dertreter einer einseitigen und erfre­uten p o fff tsch en Ans'chauung sein und hierbet die Mehrheit des deutschen Volkes aegen sich haben würde, hafte aber unser Vaterland in schwere nicht absehbare Er­schütterungen versetzt. Das zu verhin­dern. gebot mir meine Pflicht.

3d) war mir dabei wohl bewußt, daß diese meine Entschließung von einem Teil meiner alten Wähler, darunter leider manchem alte» Kameraden, mitzverstau- den und ich deshalb angefeindet werde« würde.

Aber ich will lieber verkamit und persönlich ^gegriffen werden, als daß ich sehenden Auges tu.nfer Volk, das soviel Schweres in den letzten anderthalb Jahrzehnten getragen bat, in neue innere Kämpfe geraten lasse. Um Deutschland hiervor zu bewahren, um ihm eine Zeit der Ruhe zu geben, in der es die für unsere Zukunft so entscheidenden großen Fragen im Innern und nach außen lösen soll, würde ich mein Amt im Falle meiner Wiederwahl westerführen.

Gewisse politische Kreise haben meinen Ent- Muß, wieder zu kandidieren, anders gedeutet. Auck lind llnricktiakeiten^ wenn

Berlin, 10. März. Reichspräsident v. Hindenburg hielt am Donnerstag abend int Rundfunk folgende Rede:

Deutsche Männer und Frauen!

Als vor sieben Jahren zum ersten mal die Frage an mich herantrat, mich für Deutschlands höchstes Amt zur Verfügung jn stellen, habe ich es absichtlich vermieden, vor parteimäßig aufgezogenen Versammlun­gen zu reden' und deshalb nur einmal tm Rundfunk vor dem gesamten deutschen Volke gesprochen. Jetzt, wo mir zum zweiten Male

MWH M MD 6«r l&wIlU w"

Die Rundfunkrede Hindenburgs

. Die anderen Präsidentschafts-Kandidaten sprechen nicht im Rundfunk , .

Anzeiger für (das. frühere kurhsMche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

nütnä ufa untg die <i b8 ett i.tabti n. lui )0M g lli.