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Moskau, 10. März. Bon russischer amtlicher Seite wird mitgeteilt, daß der Attentäter des Botschafterrats von Twar- dowski. Stern, gestanden habe, in Moskau einen Helfershelfer namens Sergei Sergejewitsch Wasiljew zu haben. Wasiljew ist bereits von der O. E. P. U. verhaftet worden. Stern gab weiter an, dasi Wasiljew und er von polnischen Staatsangehörigen beauftragt worden seien, den Anschlag auszuführen, um di« Beziehungen zwischen Moskau und Berlin zu störeu und die internationale« Beziehungen der Sowjetunion zu verschlechtern. Stern habe mit Hllfe Wasiljews die Zeit festgestellt, in der von Dirkseu die Botschaft zu »erlassen pflegte, um ihn, nicht von Twar- dowski, zu erschieheu.
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Anmaßende Gegner
Litauen, Polen und Frankreich
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Weiter gab Stern nach der russischen amtlichen Mitteilung Erklärungen über seine Beziehungen zu polnischen Kreisen ab, die im Interesse der Untersuchung jedoch jetzt nicht veröffentlicht werden könnten. Die O. E. P- U. teilt mit, dah die Akten nunmehr der obersten Staatsanwaltschaft zur Erhebung der Klage wegen Dorbereitung zum Mord und Konterrevolution übergeben werden.
Tolischus zum Mitglied des Memeldirektoriums ernannt.
Memel, 10. März. Eine hiesige national-litauisch« Zeitung meldet heute: Der Präsident des Direktoriums, Sim- m a t, hat gestern den Landesrat T o l i - schütz zur» Mitglied des Direktoriums des Memelgebietes ernannt.
Diese Ernennung bedeutet eine vollkommene Brüskierung der Mehrheitsparteien, deren Vertreter noch gestern und heute mit Simmat über die Bilduna des Direktoriums ver
nicht gar bewußte Lügen über mich im Umlauf. Dagegen wende ich mich nun:
Es ist behauptet worden, ich hätte meine Kandidatur aus den Händen der Linken oder einer schwarz-roten Koalition entgegengenommen. Das ist falsch. Die Kandidatur ist mir aus allen Schichten und allen Kreisen des deutschen Volkes angetragen worden, sowohl von einem Teil meiner alten Wähler, als auch von solchen, die 1925 ihre Stimmen anderen Bewerbern gegeben haben.
Die ersten Ersuchen an mich, wieder zu kandidieren, gingen von Gruppen der Rechten aus. Diesem Vorgehen schlossen sich andere Parteien und Verbände an. Ich selbst habe meine Zustimmung zu der Kandidatur nur dann gegeben, nachdem ich mich überzeugt hatte, daß unbeschadet der Parteizugehörigkeit im einzelnen, in ganz Deutsäf- land weite Schichten den Wunsch haben, daß ich weiter in meinem Amte bleibe.
Kandidat einer Partei oder einer Parteiengruppe zu sei», hätte ich abgclehnt, ebenso wie ich Bedingungen und Per- vflichtunge» zuriickgewiesen habe.
Aber auf übervarteiliäfer Grundlage der Kandidat des deutschen Volkes zu sein und als solcher denen «ligeaenzutreten. die tuu» Kandidaten einer Partei sind, das hielt ick für meine vaterländische Pflicht. So werde ich, wenn ich nochmals gewählt werden sollte.
nur Gott, meinem Gewissen und dem Vaterland« verpflichtet sein und als der Treuhänder des ganzen deutschen Volkes meines Amtes walten können.
Im Wahlkampf sind aus meiner bisherigen Amtsführung persönliche Angriffe gegen mich gerichtet worden. Ich greife die schwerwiegenden heraus: Das Urteil über das mir zugefügte Unrecht überlasse ich jedem Einzelnen.
In erster Linie wird mir die Unterzeichnung des Youngplanes vorgehalten, durch die ich mich in einen offenen Gegensatz zu der sogenannten nationalen Front gesetzt hätte. Die Unterschrift ist mir wahrlich nicht leicht geworden, aber ich habe sie gegeben in der UebetZeugung, daß auch diese Etappe notwendig mar, um zu unserer nationalen Freiheit zu gelangen, und ich glaube, ick habe reckt gehandelt. Das Rheinland ist frei. Ti« fremden Aufsichtsbehörden sind verschwunden. Der Poungplan mit seinen Voraussetzungen ist durch die tab sächliche Entwicklung bereits ü b e r h o l t. Ich glaube nicht, dah mir bei allen Schwierigkeiten der auhenpoliti'chen Lage heute so weit wären, wenn ich damals dem Rat, nicht zu unterföteiben, gefolgt wäre.
Ein weiterer Vorwurf, der in der Agitation aegen mich eine Rolle spielt, ist der/dah ich chie.» SU t»»x»-E.b.uMÄ»6 v. - unteLchri-chM habe. Ick weih wohl, dah ich durch ihren Erlah dem deutschen Volke schwere Lasten zu- gemutet und mich der persönlichen Kritik
sehr ausgesetzt habe. Wir Itaribffi km letzten Sommer vor der Frage, ob wir durch politische Unterwerfung unter das Ausland uns finanzielle Erleichterungen erlaufen oder durch eigene Kraft und schwere Opfer uns als Ration selbst behaupten wollten. Ich habe nicht gezögert, mich für den letzteren Weg zu entscheiden.
Da der eigentlich« Gesetzgeber, der Reichstag, versagte und nicht imstande war, auf dem normalen Wege der Gesetzgebung di« erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung unmittelbarer Gefahren für Wirtschaft, Staatsfinanzen und Wahrung zu treffen, muhte ich einspringen und im Rahmen der mir durch die Reichsoerfassung gegebenen auherordentliche« Befug- nisie selbst handeln.
Ich habe hierbei an den guten alten militärischen Grundsatz gedacht, dah ein Fehlgreifeui in der Wahl der Mittel nicht so schlimm ist! als das Unterlassen jeglichen Handelns. Es ist durchaus begreiflich, dah über einzelne der/ getroffenen Maßnahmen Meinungsverschiedenheiten bestehen, und ich habe mich oft nur schweren Herzens zu einzelnen dieser Not- verdrdnuitgen enstchlicsen können. Ich "elbit bin der Ansicht, .dah manche der Maßnahmen die in schwieriger, schwer übersehbarer Situation eilig getroffen werden mußten, ver- besserungsfähig sind. Ich glaube auch nicht, daß alle die Belastungen, die sie enthalten. auf die Dauer aufrecht erhalten werden können. 3m Gegenteil hoffe ich, daß manche Bestimmungen bald aufgehoben oder durch andere Regelung ersetzt werden können.
Kemer der Kritiker kann mir zmn mindesten das Motiv heiße st er Vaterlandsliebe und stärksten Willens für Deutschlands Freiheit als Grundlage meines Wollens absprechen, und selbst die lautesten Rufer im Streit gegen das sogenannt« „System" werdey zugeben müssen, daß ich bei diesen schweren Entscheidungen frei von jeder Bindung aus eigenster persönlicher Verantwortung gehandelt habe.
Roch stehen wir mitten im Kampf«. Die Entscheidungen auf dem Felde der Außenpolitik stehen noch bevor. Wichtige Aufgaben im Innern, hsbefonbeie die Linderung der furchtbaren Arbeitslosigkeit harren der Lösung. Das große Ziel können wir aber nur erreichen, wenn wir uns zu einer wahren Volksgemeinschaft zusammenfinden. Ich kann nicht glauben, daß Deutschland in innerem Hader und im Bürgerkrieg versinken soll, wo es gilt, im Ringen um die Freiheit und Geltung der deutschen Nation zu'ammen- zustehen. Ich erinnere an den Geist von 1914 und an die Frontgesinnung, die nach dem Manne fragte und nicht nach dem Stande oder der Partei. Wie einst nn Kriege die Not des Vaterlandes alles Trennende aufhob und die Maiden des Volkes — gleich, ob sie der Arbeiterschast, dem Landvolk oder dem Bürgertum angehörten — in gleichet Weise hingebungsvoll ihre Pflicht getan haben, so gebe ich die Hoffnung nicht auf, daß Deutschland sich zu eher neuen Einigkeit im Gedanken an das Vaterland zusammenfindet.
Wer mich nicht wählen will, der unterlasse es. Ebenso werde ich aber niemanden zurückstoßen, der die Einheit des Deutschen Reiches h meiner Person finden will.
Die Verantwortung, die mich aushalten ließ im Kriege, vis ich das Heer in die Heimat z-rückgeführt hatte, die Vcrant- wortnng, die mir als Reichspräsident alle die entscheidenden Entschlüsie abrang, diese Berantwortong vor meinem Gewissen zwingt mich auch jetzt, auszuharren nnd dem deutschen Volke in Treue zu dienen.
Hierfür meine letzte Kraft herzugeben, habe ich mich erneut zur Verfügung gestellt. Das ist Sinn und Ziel meiner Kandidatur!
Nach her Rede des Reichspräsidenten wurde das Deutschlandlied gespielt.
handelten. Dabei verschwieg Simmat ihnen die von ihm bereits gestern vorgenommene Ernennung des Landesrats Tolischus zum Mitglied des Direktoriums. Auch der Gouverneur hat dem Präsidenten des Landtages bei den heutigen und gestrigen Besprechungen über die Ernennung von Tolischus nichts vrlauten lassen.
Tie Führer der Mehrheitsparteien haben heute nachmittag dem Präsidenten S i m m a t, als er bei ihnen zu weiteren Verhandlungen erschien, erklärt, daß sie mitihm nicht verhandeln könnten, weil sie sich vorerst mit der neuge- schaffenen Läge beschäftigen mühten.
Haltlose französische Verdächtigungen.
Der „M a t i n" meldet, daß deutsche Jn- dustriewerk« an China eine Anleihe in Höhe von 20 Millionen Eolddollar zur Errichtung von Fabriken in China gegeben hätten. Aus Kreisen der maßgeblichen deutschen Industrie erfahren wir hierzu folgendes: Schon seit Wochen ist die Weltöffentlichkeit durch eine Reutermeldung darüber unterrichtet, daß zwischen der chinesischen Nationlregierung und einem deutschen Großunternehmen ein Vorvertrag über die Errichtung eines Hochofen-, Stahl- und Wasserwerkes im Werte von etwa 20 Millionen Eolddollar abgeschlossen worden ist. Diese Meldung wird heute vom „Matin" ausgenommen, um aus diesem Vorvertrag Verdächtigungen und Vorwürfe gegen Deutschland abzuleiten, die tn jeder Beziehung abwegig sind. Unter dem Druck feiner auswärtigen Verpflichtung ist Deutschland und mit ihm die deutsche Industrie gezwungen, alles zu tun, um seine Ausfuhr iu_ fördern. Trotz feiner außerordentlich beschränkten Kapital» und Kreditgrundlage muß Deutschland den Versuch machen, auch solche Projekte zu finanzieren. Davon, daß etwa Deutschland 20 Millionen Eolddollar der chinesischen National- regteruna leibt, kann keine Rede sein. Es ist charakteristisch für die Verwirrung, die bei einigen französischen Zeitungen herrscht. Auf der einen Seite wird betont, daß wir unseren politischen Verpflichtungen nicht nachkommen und andererseits wird jeder Versuch, unsere Ausfuhr zu steigern und damit unsere Zahlungsbilanz zu verteuern, zu verhindern vek- iuckt.
Präsidentschaft des Deutschen. Reiches an» worden ist, wollte ich mich tm Wahl- völlig zu rückhalten, der Verlauf des- nöligt mich aber, aus meiner Zualtung hervorzutreten und tm zu dem gesamten deutschen Volke sprechen.
Den» alle solle» es aus meinem Munde hören, warum ich die neue Kandidatur angenommen habe.
Zugleich will ich durch diese Ansprache dartun, baß ich nicht gewillt bin, die in der letzten Zeit über mich verbreiteten Unwahrheiten unwidersprochen zu lassen. Eine polsti che Programmrede will ick also nicht halten, west ich es nicht für nötig halte. •
Mein Leben und meine Lebensarbeit sagen 3bnen von meinem Streben und Wollen mehr als es Worte tun können. Wenn ick mich »ach ernster Prüfung entschlossen habe, mich M einer Wiederwahl zur Verfügung zu stellen, so habe ich es nur getan in dem Gefühl. damit eine vaterländische Pflicht zu erfüllen. Hätte ich mich versagt, so bestand die Gefahr, daß bet der starken Parteizer- iPiiit erun g . insbefo d re der Uneinig- left der Rechten, im zweiten Wahlgang entweder der Kandidat der radikalen Rechten oder ein solcker der radikalen Linken zum Präsidenten des Deutschen Reiches gewählt würde. Die Wahl eines. Parteimannes, der Dertreter einer einseitigen und erfreuten p o fff tsch en Ans'chauung sein und hierbet die Mehrheit des deutschen Volkes aegen sich haben würde, hafte aber unser Vaterland in schwere nicht absehbare Erschütterungen versetzt. Das zu verhindern. gebot mir meine Pflicht.
3d) war mir dabei wohl bewußt, daß diese meine Entschließung von einem Teil meiner alten Wähler, darunter leider manchem alte» Kameraden, mitzverstau- den und ich deshalb angefeindet werde« würde.
Aber ich will lieber verkamit und persönlich ^gegriffen werden, als daß ich sehenden Auges tu.nfer Volk, das soviel Schweres in den letzten anderthalb Jahrzehnten getragen bat, in neue innere Kämpfe geraten lasse. Um Deutschland hiervor zu bewahren, um ihm eine Zeit der Ruhe zu geben, in der es die für unsere Zukunft so entscheidenden großen Fragen im Innern und nach außen lösen soll, würde ich mein Amt im Falle meiner Wiederwahl westerführen.
Gewisse politische Kreise haben meinen Ent- Muß, wieder zu kandidieren, anders gedeutet. Auck lind llnricktiakeiten^ wenn
Berlin, 10. März. Reichspräsident v. Hindenburg hielt am Donnerstag abend int Rundfunk folgende Rede:
Deutsche Männer und Frauen!
Als vor sieben Jahren zum ersten mal die Frage an mich herantrat, mich für Deutschlands höchstes Amt zur Verfügung jn stellen, habe ich es absichtlich vermieden, vor parteimäßig aufgezogenen Versammlungen zu reden' und deshalb nur einmal tm Rundfunk vor dem gesamten deutschen Volke gesprochen. Jetzt, wo mir zum zweiten Male
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Die Rundfunkrede Hindenburgs
. Die anderen Präsidentschafts-Kandidaten sprechen nicht im Rundfunk , .
Anzeiger für (das. frühere kurhsMche) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
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