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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnnge« für Stadt nnd Kreis Marburg.

Der Wettlauf um Oesterreich

Ein Verschleierungsmanöver Tardieus Deutschland wird unterrichtet Wien lehnt die Ausschaltung Deutschlands ab

1 Der Wahlkampf

Auf die Jungwähler kommt es an.

Allmählich gerät Handel und Wandel in Deutschland in den Schatten des 13 März. Langsam ist es jedermanns liebste Beschäftigung geworden, Berechnungen über die Wahlaussichten der verschiedenen Kandidaten anzustellen. Abermals fällt die Entscheidung der Jungwähler schwer in die Wagschale. .

Man mutz sich folgendes vergegenwär­tigen: zur Zeit der ersten Hindenburg- wahl, tm Frühjahr 1925, gab es in Deutschland rund 39 Millionen Wahl­berechtigte. In den hinter uns liegenden sieben Jahren verstärkte sich das Wähler­heer auf reichlich 43,5 Millionen. Den Zuwachs an Stimmberechtigten mutz man also auf mindestens 4,5* Millionen veran­schlagen. Während der Amtszeit Hinden­burgs dürften 8,5 Millionen junge Men­schen das Wahralter erreicht haben. Wenn man für den 13. März die gleiche Wahl­beteiligung annimmt, wie für die Reichs- präüdentenwahl im April 1925, dann sieht ai erwarten, datz mindestens 7 Millionen Jungwähler an die Wahlurnen gehen werden. Mit anderen Worten: rund ein Fünftel der am 13. März abstimmenden deutschen Staatsbürger setzt sich aus sog. Jungwählern zusammen. Der Wahlaus­gang wird von der Entscheidung dieser Jungwähler matzgeblich beeinflutzt werden. Eroeners Antwort an Hitler

Reichsinnenminister Dr. G r o e n e r hat als Antwort auf den.bekannten Brief'des nationalsozialistischen Parteiführers vom letz­ten Sonntag folgendes Schreiben an Adolf Hitler in Berlin gerichtet:

Sehr geehrter Herr Hitler! Sie haben am Sonntag, dem 28. Februar 1932, Vertre­ter der ausländischen Presse empfangen, um diesen den Inhalt eines Briefes an den Herrn Reichspräsidenten mitzuteilcn, der etst mehrere Stunden nach diesem Empfang in die Hände des Adressaten gelangt ist. Die Würde des deutschen Staatsoberhauptes gebietet, die per­sönliche Beantwortung eines Schreibens zu verweigern, das nur formell an seine Adresse gerichtet war, praktisch aber einer an das Ausland gerichteten Propaganda dienen soll.

Die Dinge, die Sie vorgebracht haben, er­fordern aber eine öffentliche Antwort.

Sie haben in dieser Kundgebung gegen­über der ausländischen Presse einen Appell an den Reichspräsidenten gerichtet, in die Handhabung der Maßnahmen einzugreifen, die die Regierungen des Reiches und der Länder zur Wahrung der öffentlichen Sicher­heit und Ordnung während des Wahlkampfes in treffen haben.

Sie erwarten vom Generalfeldmarschall v. Hindenburg, daß er hierbei mit Rücksicht auf leine persönliche Kandidatur die ihm als Reichspräsident gegebene Rechte zur Anwen­dung bringen solle. Ihr Appell an die Prinzipien der Ritterlichkeit", den Sie da- mit verbinden, veranlaßt mich zu der öffent- üchen Klarstellung, daß der Versuch, einen Mann, der sieben Jahre lang ein bewnn- dernswürdiges Zeugnis seines Bemühens um eine objektive Amtsführung abgelegt hat, in Gewissenskonflikte zwischen Amtspflicht und versönlicher Loyalität zu bringen, meinem Ge­fühl für Ritterlichkeit widerspricht Ich hätte jedenfalls erwartet, daß die persönliche Be­handlung, die Ihnen noch vor wenigen Mo- vaten durch den Herrn Reichspräsidenten zu­teil geworden ist, an den Methoden Ihrer Wahlpropaganda nicht spurlos vorübergehen würde.

Zu einzelnen Ihrer Beschwerden habe ich folgendes zu bemerken: Als Reichsinnen- miniftcr bin ich für die Sicherung der Wohlfreiheit verantwortlich. , Wahlfreiheit bedeutet die Sicherung der freien Wahlent- lchiießung des einzelnen Staatsbürgers gegen-

Die Donau-Zollunion

Der französische Botschafter überreicht eine Denkschrift

Wien, 5. März. Der französische Ge­sandte. Graf Claazel, erschien heute beim Bundeskanzler Dr. Bure sch und teilte ihm im Auftrage seiner Regierung mit. datz der französische Botschafter in Berlin, einem Auftrage seiner Regierung nachkommend, einen Schritt bei der d e u t- schen Reichsregierung unternom­men habe, um diese von den Besprechungen in Kenntnis zu setzen, die in Genf zwischen dem französischen Ministerpräsidenten T a r d i e u iknd den Außenministern Erotzbritanniens 'unb Italiens über einen konstrukttven wirtschaftlichen und finamz ziellen Plan für Mitteleuropa stattgefun­den haben. Bezüglich der handelspolitt- schen Frage würde dieser Plan auf Bot- zugszölle« beruhen. Der Bundeskanzler hat dem französischen Gesandten für diese Mitteilung gedankt und die Erwartung ausgesprochen, datz die jetzt im Zuge be­findliche Aktion bald zu positiven^ Ergeb­nissen für Oesterreich sühren werde.

Berlin, 5. März. Der französische Botschafter g<ch heute -dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Erklärungen über die französischen Absichten betreffend Hilfsmaßnahmen für die Donauländer ab und überreichte ihm ein Aide-memoire, in dem die Erwägungen der französischen Re­gierung über die Möglichkeiten einer Ueberwindung der im Südosten Europas bestehenden wirtschaflichen Notlage nieder­gelegt sind. Dieselbe Niederschrift, die ebenso wie die deutschen Erwägungen von den Vorarbeiten des Finanzausschusies des Völkerbunds ausgeht, ist auch den anderen interessierten Großmächten in diesen Tagen

überreicht worden. Sie will nicht als ein fertiger Vorschlag angesehen werden, son­dern als Betrachtungen über die einzu­schlagenden Wege und über die gegebenen Möglichkeiten. Der französische Botschaf­ter brachte den Wunsch seiner Regierung zum Ausdruck, daß Deutschland sich an den Arbeiten zur Herbeiführung einer besseren wirtschaftlichen Organisation für den Süd­osten Europas beteiligen möge.

Wiener Blätterstimmeu zu dem Schritt des französischen Gesandten in Wien.

Zu dem Besuch des französischen Ge­sandten Graf C l a u z e l beim Bundes­kanzler nehmen die Wiener Blätter in eingehenden Artikeln Stellung. Die Neue Freie Presse" schreibt unter dem TitelKeine Tendenz gegen Deutsch- , lgsth", iyis Deutsche Reich sei weder wirt­schaftlich noch politisch aus Mitteleuropa wegzudenken. DieD e u t s ch - O e st e r - reichische Tageszeitung" sagt, die Entrüstung in Deutschland und Oester­reich über die Art der Aktion Tardieus habe gewirkt. Frankreich habe sich ge­zwungen gesehen, nunmehr auch Deutsch­land offiziell von feinen Absichten zu ver­ständigen.

DieWiener N e u e st e n Na ch - richten" führen aus, Deutschland habe wichtige Erleichterungen angeboten, die die österreichische Wirtschaft aufwärts füh­ren könnten, während Frankreichs Pläne zu ihrer Vernichtung führen müßten, ohne einem anderen zu nutzen. Auf dieser Grundlage habe die österreichische Regie­rung ihre Entschlüsie zu fasten. Die Reichspost" schreibt unter dem TitelDie Hilfe der Vier", man habe nie übersehen können, datz für Oesterreich eine handels- polittsche Konsolidierung mit Ausschlutz des großen deutschen Nachbarstaates oder gar gegen ihn nicht stattfinden könne.

über Versuchen, durch Terror und Zwang eine Wahlbeeinflufsung auszuüben. Wahlfreiheit bedeutet aber nicht einen Freibrief für alle Ausschreitungen im politischen Kampf. Ihr Hinweis auf eine angebliche Verfastungs- widrigkeit der bestehenden Verordnungen während des Wahllampfes geht an dem Ihnen Sinn des Artikels 125 der Reichsver- fastung vorbei.

Sie rufen den Schutz des Reichspräsidenten gegen Teile des Wahlaufrufs der SPD an, in denen die Befürchtung ausgesprochen wird, daß Ihre Wahl Krieg und Bürgerkrieg und die Vernichtung aller staatsbürgerlichen Frei­heit zur Folge haben könne. Vergleicht man diese dunllen Prophezeiungen mit den Auf­rufen und Kundgebungen, die Ihre Parte: feit Jahr und Tag über ihre Gegner in Deutschland verbreitet hat. so kann die mit einemal gezeigte Empfindlichkeit nur Verwun­derung auslösen.

Ich bin zwar kein politischer Propagandist, aber ich möchte doch annehmen, daß es für Sie ein einfaches Mittel gäbe, sich selbst gegen die Ihnen unberechttgt erscheinenden Befürchtungen zu wehren nämlich endlich einmal die llare Hervorhebung Ihrer positiven Ziele, um damit die ernste Sorge Millionen Deutscher um die Entwicklung unserer Außckn- poliük und die in späterer Zukunft liegende Gefahr einer bolschewistischen Entwicklung zu zerstreuen.

Sie nehmen mit Recht für sich in Anspruch, daß der Wahlkampf auch gegen Ihre Person ritterlich geführt werde. Ich zögere deshalb

nicht, auf Grund der von Ihnen vorgelegten Bescheinigung der österreichischen Behörde in Linz, die Behauptung. Sie seien österreichi­scher Deserteur gewesen, als unrichtig zu be­zeichnen.

Ich stelle auch mit Befriedigung fest, daß der Abgeordnete Dr. Goebbels in einem an mich gerichteten Briefe von der Absicht einer Beleidigung des Herrn Reichspräsiden­ten durch seine Aeußerung im Reichstag weit abgerückt ist. Dies ändert nichts an der Tat­sache, daß seine Worte in jener Reichstags­sitzung nicht anders verstanden werden konn­ten, als ich es getan habe.

Ich bedauere, daß Dr. Goebbels nicht die erste Gelegenheit dazu benutzt hat, aus freiem Antrieb eine Erklärung abzugeben, die u nter dem Ausdruck des Bedauerns seine Wotte zurücknahm und die mich der Pflicht zu meiner Erklärung im Reichstag enthoben hätte.

Abgesehen von diesem Einzelfall, muß ich aber doch feststellen, daß in der von Ihnen betriebenen Propaganda die unangreifbare Persönlichkeit des Reichspräsidenten v. Hin­denburg immer wieder durch eine völlig ent­stellte Darstellung der Träger seines Man­dats herabzusetzen versucht wird. Ich Mill den Fall nicht öffentlich aufgreifen, der kürz­lich zur Beschlagnahme einer von ihnen her- ausgegebenen illustrierten Zeitschrift führen mußte, aber ich bin es dem Manne, der mit seiner Kandidatur ein tieferschütterndes per­sönliches Opfer gebracht hat, schuldig, die Wahrheit festzustellen: Hindenburg ist nicht

der Kandidat Crispiens", ist nicht der Kan­didat einer Partei, sondern er ist der Kan­didat von Millionen deutscher Arbeiter, ge­nau so wie von Millionen deutscher Volksge­nossen in anderen Ständen.

Es widerspricht den Gepflogenheiten deut­scher Tradition, Männer, bte ein langes Leben an der positiven Entwicklung der deut­schen Geschicke mitgeroirtt haben, deren positive Leistungen bereits der Geschichte angehören, ohne weiteres mit denen auf eine Stufe zu stellen, die den Beweis- ihrer historischen Be­deutung erst erbringen wollen. Ich werde als Reichsinnenminister dafür sorgen, daß nie­mand in seiner freien Entschließung bei der Wahl behindert wird, aber ich betrachte es als meine Pflicht als Staatsdiener, mich schützend vor die Person des amtierenden Reichspräsidenten zu stellen, und als meine Ehrenpflicht al/ alter Soldat, über die Ehre und das Ansehen des GeneraMomarfHalls v. Hindenburg zu wachen. diesem Geiste werde ich die gesetzlichen Bestimmungen auch im Wahllampf 'handhaben.

ge$. Dr. ©roener." .

Neue Beschwerden

Berlin, 5. März. Offenbar in Beant­wortung des Groener-Briefes rind gleichzef- tig als (Entgegnung aur'bie Anweisungen des preußischen Innenminister Seoering verbrei­tet die Pressestelle der Reichslritung der NSDÄP. eine Mitteilung, in der es heißt, daß die durch Artikel 125 der Reichsver­fassung gebotene Sicherung der Wahlfrei­heit im gegenwärtigen Wahlkampf weder dein Wortlaut^ noch dem Sinne dieser Verfas­sungsbestimmung e ntsprechend gewährleistet werde. Die Maßnahmen, die in den aller­letzten Tagen selbst gegen die gesetzlich noch erlaubte Propagandatätigkeit im Rahmen der verfassungsmäßig heute nicht mehr vertret­baren Verordnungen behördlicherseits ge­troffen worden seien, stellten eine offene Be­hinderung der nationalsozialistischen Wahl- propaganda dar, die mit Wahlfreih.it nichts mehr zu tun habe. Als Beispiel wird eine amtliche Erklärung des Landrats des Kreises Osthavelland, Siering, genannt, daß er allen Gastwirten die Konzession entziehen würde, die sich weigerten, den hinter Hindenburg stehenden Parteien Lokale für die Wahlpro­paganda zur Verfügung zu stellen, weil sie auf Grund der bereits getroffenen Miels- verträge dazu nicht mehr in der Lage seien. Damit stimme die durch den Amtlichen Preußischen Presiedienst mitgeteilte Aufforde­rung des preußischen Innenministers Seoeting an die Polizeiverwalter überein, eimuschreiten, wenn' eine Pattei für die letzte Woche des Wahlkampfes anderen Patteien die vorhan­denen Säle dadurch zu entziehen suche, daß sie mit ben (Eigentümern schon vorher Miet­verträge abgeschlossen habe. Die Polizei sei dann verpflichtet,die Versammlungen der Terrorpattei" zu verbieten. Aehnlich könne die Polizei vorgehen. wenn sämtliche Plakal- und Anschlagsäulen von einer Partei in An­spruch genommen' würden. (Es könne außer­dem nicht geduldet werden, daßriesengroße Inschriften Gebäude und Landschaften ver­schandelten". Den Patteien könnte Anw«- sung gegeben werden, solche Anschriften zu unterlassen oder zu entfernen. Mit diesen Anweisungen, so fährt die Erklärung rort, sei der Willkür untergeordneter Behörden gegen die nationalsozialistische Wahlvro- paganda Tür und Tor geöffnet, während an­dererseits der Wahlpropaganda für die Kan­didatur Hindenburgs jede nut mögliche Er­leichterung zuteil werde.

Von Kommunisten erschossen

Berlin, 6. März. Im Verlauf deS Sonntags nahm die Polizei bis 20 Ahr in Berlin bei einer Reihe politischer Zwi­schenfälle insgesamt 180 Zwangsgestel­lungen von Personen der verschiedensten Patteirichtungen vor, die zum Teil wieder erlassen wurden. Gegen 1 Ahr wurden im Norden in der Chottnerstraße Natio- nalsozialisten beim Zettelvetteilen beschof-