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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger ber amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Der Kampf geht weiter

(H)ina lehnt die neuen japanischen Bedingungen ab 8000 Zivilisten in Schapei getötet

Genf verhandelt Tardieu befiehlt

TT. SonbOtt, S. März. Der chinesische Augenmniister hat sich dahin geäußert, dah die Schanghaier Rundtisch-Konferenz nie abgehalten werde, solange die japanischen Truppen chinesisches Gebiet nicht geräumt haben. Der Minister hat seinen Vertre­ter in Schanghai angewiesen, dem bri­tischen Botschafter Kelly mitzuteilen, daß China die neuen japanischen Forderungen nie aunehmen könne.

Westlich von N a n g s i a n g soll nach chinesischen Meldungen aus zuverlässiger Quelle eine heftiger Kampf im Gange sein. Das japanische Hauptquar­tier stellt dies in Abrede.

Immer noch Kämpfe bei Schanghai.

fk Schanghai, 5. März. Während oas japanische Hauptquartier am Freitag abend die Meldung ausgab, daß seit dem japanischen Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten keinerlei Kämpfe mehr stattgesunden haben, berichtet das chine- stsche Hauptquartier weiter von militäri­schen Operationen der Japaner. Diese, durch neu gelandete Truppen verstärkt, versuchten weiter die linke Flanke der Chi­nesen zu umgehen und dadurch die chinesische Verteidigungslinie zu. zerstören. Die Chinesen melden die Wiedereinnahme der Stadt Liuho, die vor zwei Tagen von den Japanern besetzt worden war. Die Einnahme sei durch die Mustertrup­pen des neueingetroffenen christlichen Generals Fung durchgeführt worden, der auch die Japaner aus ihrem Haupt­quartier in Sching vertrieben habe.

Der japanische Nachschub in Schanghai eingetroffen.

Die javanischen Truppenverstärkungen von 10 000 Mann, die bei Luiho und Wu- sung gelandet wurden, sind in Schanghai eingetroffen. Dadurch erhöht sich die Zahl der japanischen Streitkräfte auf 55000 Mann. Dem japanischen Hauptquartier zufolge herrscht an der Front Ruhe.

Der Völkerbund nimmt die Schanghai- Entschlietzung an.

Genf, 4. März. In später Abend­stunde trat die Völkerbundsversammlung zu einer öffentlichen Sitzung zusammen. Der Vertreter Chinas, Dr. Pen. erklärte, daß er die vom Hauptausschutz vorgelegte Entichlietzung annehme. Dr. Pen hob ausdrücklich hervor, daß die Bestimmun­gen der Entschließung sich nur auf die Waffenstillstandsverhandlungen, nicht auf die svätere Konferenz bezögen. «In den Waffensiillstandsverbandlungen dürften China keine besonderen Bedingungen ge­stellt werden.

Die Entschließung wurde mit allen Stimmen, einichl. derjenigen Japans und Chinas angenommen.

Der Hauptausschuß wird am «Sonnabend die Verhandlungen weiterführen.

5000 Häuser in Tichapei eingeüschert.

8000 Zivilisten getötet.

Nach Meldungen der AgenturEomyn" sind in Tschcpei rund 5000 Häuser eingeäschert und etroa 8000 Zivilpersonen getötet worden. Die Leichen liegen noch auf den Straßen. Das chinesische Stadtoberboupt hat sich an das japanische Obcrkornm- ndo gewandt mit der Bitte, für die Beseitigung der Leichen Sorge zu tragen.

Di« Kuomintang beschließt Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zur Sowjet­union.

fk. Moskau, 5. März. Nachdem, wie Anfang der Woche aus Nanking gemeldet wurde, der Außenausschuß der chinesischen na­tionalen Regierung beschlossen hatte, die feit 1929 abgebrochenen Beziehungen zur Sowiet- llnion wieder aufzunehmen, hat nunmehr auch die Kuomintang in einer Vollversammlung die Wiederaufnahme der diplomatischen Be­ziehungen zwischen China und der Sowjet- Union beschlossen.

Paris, 4. März. Nach der Freitags­sitzung des Auswärtigen Ausschusses der Kammer wurde folgende amtliche Mittei­lung veröffentlicht, in der es u. a. heißt:

Ministerpräsident Tardieu äußerte sich heute vor dem Auswärtigen Ausschuß über die außenpolitische Lage. Er erklärte, daß die französischen Vorschläge auf der Genfer Abrüstungskonferenz nur eine Fortsetzung der französischen Politik im Rahmen des Völkerbundes sowohl in be­zug aus die Sicherheit wie auch auf die

Der Neichsprästdent nimmt die Parade des Berliner Wachtreaiments ab

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Das Ablchreiten der Front des Berliner Vorbeimarsch der Truppen

Berkin, 4. März. Das Berliner Wachreaiment, dessen Parade der Reichspräsident Freitag abnahm, besteht bekanntlich aus 10 Kompanien aus allen Teilen des Reiches. Die Truppe setzt sich zusammen aus sechs Onfanteriekom- panien, drei Maschinengelvehrkompanien, einer Minenwerferkompanie und einer Batterie Fekdartillerie. Die Truppen stam­men aus den Garnisonen Gumbinnen, Reu- ruppin, Regensburg, Bautzen^ Frankfurt a. 0 Paderborn, Dresden, Mlenstein, Bückeburg. Deutsch-Sylou und Königs­berg. Das Kommando führte Oberst von Tidemann. Am 12.30 Ahr erschien der Reichspräsident in der Uniform des Generalfeldmarschalls von den Klängen des Deutschlandliedes begrüßt. Der Reichs­präsident schritt die ganze mehrere hun- Dert Meter lange Front ab und ließ sich von Oberst von Tidemann die einzelnen Truppenabteilungen vorstellenn, jede Kom­panie mit einem®>uten Morgen!" begrü­ßend, dem ein kräftigesGuten Morgen, Herr Generalfeldmarschall!" antwortete. Rach dem Ab schreiten der Front nahm Reichspräsident den Parademarsch der Wachtkompanie ab. ®r sprack dem Kommandeur der Truppe ferne Äner- kenimng über die Leistung der Truppe aus

Wachtregiments durch den Reichspräsidenten, ein in Paradeformation schloß sich an.

und nahm von der Tochter des Obersten von Tidemann einen Blumenstrauß ent­gegen. Anter den Hochrufen der auf dem Kasernenhof und vor der Kaserne versam­melten zahlreichen Menschenmenge trat der Reichspräsident dann die Rückfahrt an.

Sterte Zunahme bet Wohlfahrtserwerbslosen

Berlin. 3. März. Anfang Februar 1932 wurden, wie der Landkreistag mitteilt, in den Landkreisen 655 000 Wohlfahrts- erwerbslcse unterstützt. Gegenüber dem Vor- lühr (325 400) bedeutet das eine Steigerung von 101,2 v. S gegenüber dem Vormonat (548 500) von 12,1 v. H. Diese Zunahme übertrifft noch die Steigerung in den städti­schen Bezirksfürsorgeverbänden, die sich gegen­über dem Vorjahr auf 91,7 v. H. gegenüber dem Vormonat auf 8,1 v. $>. beläuft.

Schon jetzt ist in einer Anzahl von Land­kreisen die Not so groß, daß um die Unterstützungen für die Wohlfahrtserwerbs­losen sicherzustellen andere gesetzliche und son stige Verpflichtungen nicht mehr erfüllt werden können. Ohne finanzielle Hilfe sind katastrophale Folgen unvermeidbar.

Rüstungseinschrankungeit fei. Frankreich habe seinen Abrüstungswillen bewiesen. Wenn andere Nationen sich ebenso wie Frankreich bereit erklärten, an der Schaf­fung einer internationalen Armee mitzu­arbeiten und Material und Truppen zur Verfügung zu stellen, so würde die fran­zösische Regierung neue Rüstungsein- schränkungen prüfen für den Fall, daß bie, Völkerbundsarmee eine Erhöhung der Sicherheit auf dem Wege der gegenseitigen. Unterstützung gewährleiste.

Frankreich kenne keine Rüstungsein­schränkung ohne die Organisierung des Friedens. Es werde weder einer allge­meinen Abrüstung zustimmen, noch einen Ausgleich der sichtbaren Bewaffnung an­nehmen, die geradezu eine Prämie auf den Betrug sowohl hinsichtlich der Anzahl, wie desKriegspotentiels" darstellen würde. Die Abrüstungskonferenz werde zwischen den verschiedenen Systemen zu , wählen haben, von denen das eine sich auf den Völkerbundspakt stütze, das andere nicht im Zusammenhang mit diesem Pakt stehe und wieder andere ihm zuwiderlie­fen. Die französischen Thesen würden, so­weit sie sich hierauf bezögen, im Laufe der kommenden Woche öffentlich dargelegt werden. Auf eine Frage des Abgeord­neten de Bergens erklärte der Minister­präsident. daß niemals, ganz gleich, unter welchen Umständen oder Vorwänden, von der Wiederaufrüstung irgend eines Lan­des die Rede sein könne.

Die große Rede Tardieus.

Die große außenpolitische Rede des französischen Ministerpräsidenten vordem auswärtigen Ausschuß der Kammer wird von der getarnten Pariser Morgenpresse an erster Stelle wiedergegeben. Das Echo de Paris" füllt zwei lange Spalten mit den Ausführungen Tardieus, wobei besonders der Teil der Rede her- vorgehoben wird, der auf die deutsche These der Gleichberechtigung Bezug nimmt. Tardieu hätte im Laufe dieser Erklärung betont, daß bei der Frage der Abrüstung der Rüstung für die Völker auf die gleiche Weise organisiert werden müsie, wie das bereits für einzelne Staaten der Fall fei. E s müsse Rich­ter und Gesetze geben. Bei der Aufzählung der verschiedenen Systeme, die in Genf zur Behandlung ständen und von denen sich einige direkt gegen die Dfsvo- sitionen des Völkerbundes richteten, zählte der französische Ministerpräsident die deutschen Vorschläge unter die letztere Kategorie. Die deutsche Thefe der Gleich­berechtigung fei die Verallgemeinerung des Teiles 5 des Versailler Vertrages. I Außerdem enthält sie noch eine Reihe von Revisionsforderungen finanzieller, poli­tischer und territorialer Art. Dieser deut­schen These stehe die französische diametral gegenüber.

London und die französischen Donau- Zollbundpläne.

London, 5. März. Die zuständigen Stellen in London haben sich bisher jeder Stellungnahme zu den französischen Vor­schlägen für ein Donau-Zollabkommen enthalten und auch noch keine Mitteilung gemacht, ob die Behauptung zntresfe, daß England den französischen Plänen zu­stimme. x