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OberdeMibe Zeitung, Marburg a. L. Donnerstag, den 3. März 1932
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Land der Lappo-Leute / Plauderei über das Land der tausend Seen
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Das 19 Monate alte Baby des amerilanifäen Nationalbelden Charles Lindbergb wurde in der Nacht von unbekannten Tätern entführt Trotzdem die gesamte Polizei in New Jersey mobUistert wurde, konnte das Kind bisher noch nicht wieder aufgefundeo werde».
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1890 tarnen dann die 10-Psennig-Brötchev im ersten Aschinger-Lokal zu weiterer De« rühmt- und Begehrtheit.
neue Marken erscheinen: Man darf*1 eine 31 Pfg. Zigarette nicht größer herstellen als CLUB ist, und vor allem - man kann sie nicht besser herstellen
Land verwaltet von elf Ministerien; es ist eingeteilt in neun Verwaltungsbezirke tlääni) mit den Landhauptleuten (maa= herra) und in mehrere Unterbezirke (kihlaknnta), an deren Spitze die krnununvuti (Amtmänner) stehen.
Die gegenwärtig wieder im Aufblühen begriffene Lappo-Bewegung ist eine rein bäuerliche Bewegung mit faschistischem Charakter. Sie verlangt nicht nur besondere Schutzzölle für die Landwirtschaft und Steuerermäßigungen, sondern sie wünscht auch, die Einstellung Finnlands zur Sowjetunion — die in den letzten Jahren sehr freundschaftlich war — einschneidend abzuändern.,
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Ozeanflieger Charles Lindbergb und seine junge Gattin.
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Ein denkwürdiger Tag - Molle, Molle ich „wein’* nach Dich - Von der ersten „Stehbierhalle"
Das kleine Söhnchen des Ozeanfljegers, Charles Augustus
Sie Hat ihm die Liebe abgemshnt
Eine ebenfo drollig« wie originelle Ge* schichte spielte sich kürzlich in einer Landgemeinde des Ravensburger Bezirks ab. Gin junges Mädchen, dem die Annäherungsversuche eines ihm unsympathischen Burschen keine Freude machten, beschloß in humorvoller Art, dem jungen Kavalier die unerwünschte Liebe nach dem Versah - ren des bekannten Doktor Eisenbart aus dem sehnsuchtsvollen Herzen zu treiben.
ES verabredete sich mit einigen Freunden, die sich in der Scheune ihres Gutsherrn verstecken mußten. Pünktlich zur festgesetzten Zeil erschien am fraglichen Abend auch der bestellte Liebhaber. Ehe aber der arglose junge Mann wußte, wie ihm geschah, wurde ex von derben Fäusten emporgehvben, im nächsten Augenblick in den zu diesem Zweck bereitgestellten Schweinegatter gesteckt und aus einey Schlitten verladen. Unter Mundharmonikas spiel begab sich dann die ganze Gesellschaft auf den Weg durch nächtliches Dunkel und über schneebedeckte Felder zum nächsten Bauernhof. Hier wurde im Schein der Hoflampe Matz gemacht, und dem wunderlichen Fang die ersehnte goldene Freiheit wiedergegeben. Das Rezept zur Beseitigung aufdringlicher Liebhaber soll verblüffend gewirkt haben.
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jetzt im Deutschen Hygiene-Museum kn Dresden aufgestellt wurde.
Mar von Pettenkofer (1818—1901) war der Begründer der modernen wissenschaftlichen Hygiene und der Vorkämpfer für die hygienische Vollsbelehrung.
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tag eine republikanische Regierungsform an; erster Präsident des Landes wurde nach einer kurzen llebergangszeit unter dem Reichsverweser Mannerheim S t a h l b e r g. Trotzdem blieb das Verhältnis zur Sowjetunion weiter sehr gespannt; erst am 14. Oktober 1920 kam mit Moskau ein offizieller Friedensschluß zustande, in dem auch die Unabhängigkeit der Republik Finnland von Rußland anerkannt wurde. Gegenwärtig wird das
Streik haben. Der Bierftreik hat nachdenklich gestimmt und dabei alte Erinnerungen wachgerufen. Bekanntlich find in Berlin die „Stehbierhallen" sehr beliebt. Man kommt, stellt sich an einen runden hohen Tisch, nimmt seine Molle, bezahlt und trinkt und verschwindet wieder oder bleibt auch stundenlang stehen. Solche gibt es nämlich auch, die beim Stehen kein Ende finden.
An einem Stammtisch erzählt« man sich vom „alten Franz", einem Original der siebziger Jahre. Er hatte am Rosenthaler Platz ein Kolonialwarengeschäft, nicht sehr groß, das aber eigene Reize barg. Der „alte Franz" war ein guter Plauderer. Darum kauften Frauen und Männer gern bei ihm ein. Aber noch mehr lockte der Vierhahn, aus dem für 10 Pfennig ein Glas „Echtes" ausgeschenkt wurde. Und er stand nie still? der Bierhahn, ebensowenig wie das Mundwerk des Besitzers. Im gleichen Hause residierte die Schmtede- Jnnung, und die ehrsamen Schmiedemeister mutzten ziemlich ost ihre Kehle befeuchten.
Trinken schafft Hunger. Da ging der „alte Franz" dazu über, kleine Schnitten herzunchten, belegt mit Käse und Wurst. Auch für 10 Vk-nnig. Damit wurde gleichzeitig das „10-Pfennig-Brötchen" erfunden, das einen unaufhaltsaisten Siegeslauf nahm bis in unsere Tage hinein. Lange Zeit war der „alte Franz" der einzige Rutznietzer seiner Erfindungen. Erst gegen
Don den sogenannten „russischen Nachfolgestaaten" in Nordeuropa ist das 388 280 Quadratkilometer große Finnland derjenige, der am meisten am Zusammenbruch des alten Zarenreiches profitiert hat. Während es den „baltischen Staaten" mehr als jämmerlich geht, hat Finnland sich in kurzer Zeit verhältnismäßig gut entwickeln können: es find 19 Privatbanken und eine ganze Reihe von Kreditkassen und Genossenschaftsbanken entstanden, das Staatsbudget balanciert ungefähr mit 4 Milliarden Finn-Mark, die Staatsschuld beträgt gegenwärtig etwa 2,3 Milliarden Finn-Mark bei einem staatlichen Vermögen von rund 6,5 Milliarden Finn-Mark. Und
für die Einkommensteuer gibt es Sätze von Mr 0,4 bis zu allerdings
20 Prozent.
Tuch die Außenhandelsbilanz ist einigermaßen stabil, beträgt die Ausfuhr (1926) doch rund 5,6 Milliarden Finnmark und die Einfuhr ebenfalls 5,6 Milliarden [ Finnmark.
Diese Republik im östlichen Zipfel des finnischen Meerbusens ist eins der eigenartigsten Länder, die es gibt. Von der 388 000 Quadratkilometer betragenden i Gesamtfläche des Staates entfallen nur 6,1 Prozent auf Ackerland, 1,7 Prozent auf Wiesen und 60,3 Prozent auf die ungeheuer ausgedehnten Wälder. Schließlich find 44 800 Quadratkilometer Seen und Sümpfe. Es ist daher gar kein Wunder, daß Holz, Holzerzeugnisie, Papier und Papiermafie weitaus den ersten Platz im finnischen Handel einnehmen; in weitem Abstand erst folgen landwirtschaftliche Produkte, Gewebe, Garn, Fische, Elas- und Lederwaren. An der Einfuhr nach Finnland ist Deutschland mit 36,8 Prozent führend beteiligt, es ist nächst England aber gleichzeitig auch der größte Abnehmer Finnlands, entfallen auf das deutsche Reich doch rund 15,8 Prozent der finnischen Ausfuhr!
, Die Bevölkerung des Landes besteht aus rund 3,5 Millionen Menschen (etwas mehr Einwohner, als E«oß-Berlin hat!). Der größte Teil von ihnen bekennt sich zum evangelischen Glauben, rund 60 000 sind Katholiken, '3800 Baptisten, 2200 Methodisten und 1700 Juden. Die im nördlichen Teil des Landes wohnenden Lappen zählen heute noch etwa 1600 Kövie, die umhertiehenden Zigeuner 1500 bis 2000 Köpfe. Die Amtssprache ist — ausgenommen einige wenige Gebiete — das Finnische;; die Sprache der Gebildeten dagegen ist das Schwedische, das heute noch auf Abo und in den Länen Nyland und Wasa führend ist.
Selbstverständlich hat Finnland trotz seiner geringen Einwohnerzahl (es wohnen nur 10,5 Menschen auf einem Quadratkilometer) auch eine Armee, di« aus 27 900 Mann, 5044 Pferden und 136 Geschützen (größtenteils deutscher Herkunft) besteht.
Die Flotte umfaßt neben der Küstenartillerie feAs Kanonen- und vier Torpedoboote.
ein Unterseeboot, tri-t Minen! ger unb zwei Beobachtungsschiffe. Nach dem Wehrgesetz von 1922 besteht in Finnland die
Dienstnslick'tt Kommandosprache ist sowohl das Finnische wie auch bas Schwedische.
Es wird übrigens kaum bekannt sein, daß Finnland nach den blutigen Befreiungskämpfen 'gegen die Bolschewisten, die tatkräftig unterstützt wurden von dem deutschen General Grasen Goltz,
Die Furcht vor der Einsamkeit.
Mit einem seltenen Fall von Brand- stiftung hatte sich das Torgauer Schwur- gericht zu befassen. Angeklagt war ein Lokomotivführer, dem vorsätzliche Drandstifung zur Last gelegt wurde. Der Mann wohnte etwa eine Viertelstunde von Kleinleipisch entfernt mitten im Walde. Als feine Frau starb, wurde ihm diese Ab- geschlvssenhett unerträglich, insbesondere auch wegen seines zehnjährigen Kindes, das er den ganzen Tag allein lassen mußte. Um nun die Werkleitung, bei der er beschäftigt war, auf seine Lage aufmerksam zu machen, inszenierte er einen kleinen Brand. Er veranlaßte fein Kind, die Betten anzuzünden, hatte aber vorher alle Maßnahmen getroffen, um ein Ausdehnen des Feuers zu verhindern. Es konnte dann auch von zwei Passanten gelöscht werden.
Der Angeklagte war geständig. Der Staatsanwalt trat auf Grund des § 310 StGB, für eine milde Beurteilung des Falles ein. Das Gericht sprach den Aw- geüagten frei.
zunächst ein Königreich war! P Friedrich Karl von Hessen würbe
18. Mai 1918 zum König gewählt, trat aber nach bem Friedensschluß Deutschlands zurück. Am 17. Juli 1919 nahm der Land-
Am Sonntag, bem 28. Februar 1932 zog die Wache zum ersten Mal seit Kriegs- enbe wieder durchs Brandenburger Tor. Hunderte und Aberhunderte sammelten sich in der Rathenower Straße vor dem Tor der Kaserne des Wachtregiments. Zu Fuß, zu Rad und mit Autos begleiteten ebensoviele die marschierende Truppe. Wiederholt erklang das Deutschlandlied. Die Fenster der Häuser an beiden Straßenfronten waren dicht belagert. Die Polizei hatte alle Mühe, die Zuschauer zu- rückzuhalten. Tn allen Ecken surrten Tonfilmkameras, knipsten die Photographen. Straßenbahnen und Omnibusse hielten still. Es war ein denkwürdiger Anblick an seinem denkwürdigen Tag.
Dabei vergaßen die Berliner sogar, baß B i e r st r e i k herrschte. Unb das will viel heißen. Verödet find die Gaststätten, denn ein Glas Wein ersetzt noch lange nicht die „Molle". Ganz abgesehen davon, daß der Wein, der jetzt vielfach ausgeschenkt wird, jene bekannte Eigenschaft hat, die den Trinker veranlaßt, fich doppelte Unterwäsche anzuziehen. Mehr verraten wir nicht. Bei der Molle will der Berliner keine Politik, und er hat Necht. Jetzt aber wo er nach der Molle „weint", da bleibt es nicht beim Humor, da wird von allen geschimpft. Der Eastwitt schimpft auf die Gäste, die nicht „weinen" wollen. Der East auf den Wirt, bas er ihm „Saures" vorsetzt. Alle schimpfen zusammen auf bie „Politik", beim sie soll die Schuld an dem